Ersttäter - Diverse Überlegungen

14 Antworten · 1'853 Aufrufe · gestartet 07. Juni 2023 von Dirk.R
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Themenstarter118 Beiträge · seit 202307. Juni 2023 · #1
Hallo zusammen,
erstmal vielen Dank für die sehr wertvollen Beiträgen in diesem Forum!

Da wir uns erst vor knapp 10 Tagen entschieden haben, im Oktober/November diesen Jahres nach Namibia zu fahren, recherchiere ich die letzten Tage recht viel.

Aufgrund der Kurzfristigkiet haben wir uns entschieden auf einen 4x4 mit Dachzelt oder Bushcamper zu gehen (bisher keine Erfahrung mit der Art von Urlaub). Allerdings sind die Preise der Mietwagen doch schon ziemlich heftig. Ähnliche Erfahrungen bzgl. der Preise hatten wir schon in 2021 in Costa Rica, auch da waren die Preise explodiert. Ursprünglich wollten wir so 5-6 Wochen in Namibia verbringen, aber das ist uns jetzt definiv zu teuer. Deswegen wollen wir jetzt eher auf 4 Wochen runtergehen, erstmal mit den "üblichen" Highlights (ohne Caprivi, Kaokoveld, ...). Wir haben allerdings den Vorteil der zeitlichen Unabhängigkeit im Okt / Nov um Flüge, Mietwagen und hier und da noch eine Lodge / ein Camp zu buchen.

Nun meine Fragen:
1. Ich hadere, ob wir Uhrzeigersinn oder entgegengesetzt reisen. Für beides gibt es einige Aspekte (Regenzeit, Spannungsbogen, ...). Mein Gedanke dabei: je mehr wir in den Nov kommen umso wahrscheinlicher Regen. Deswegen eher erst Norden und dann Süden. Eure Meinung?

2. Ich habe mir überlegt, den 4x4 frühzeitiger zurückzugeben und am Ende vor Abflug nochmal 3-4 Nächte von Windhoek nach Swakopmund mit einem billigeren Wagen (check24 o.ä.) zu fahren und dort Ausflüge zu machen. Wird in der Summe nicht den Riesenunterschied machen, aber wir können spätestens dann mal wieder normale Betten nutzen.

Ich bin für jedes Feedback dazu dankbar.

Liebe Grüße Dirk
7'296 Beiträge · seit 200607. Juni 2023 · #2
Hallo Dirk,

es gibt noch einen Aspekt, der in die Entscheidung einfließen könnte. Im Norden ist die Malariagefahr höher (wenngleich immer noch sehr gering im Vergleich zu anderen afrikanischen Ländern).
Für den Fall, dass man sich tatsächlich infiziert, ist es geschickter, wenn das am Ende der Reise passiert. Passiert es am Anfang, dann treten die Beschwerden schon unterwegs auf und erschweren die restlich Reise.
Die Überlegung ist aber mehr theoretischer Natur. Ich wüsste spontan niemanden, der sich als Tourist in Namibia mit Malaria infiziert hat.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
33,1k Beiträge · seit 200608. Juni 2023 · #3
Hi Dirk,

1) Wenn man den Langzeitvorhersagen dank El Nino Glauben schenken darf, wirst Du im November 2023 keinen Regen in Namibia zu erwarten haben. Das würde ich also in der Planung nicht unbedingt berücksichtigen. Uhrzeigersinn ist die "klassische" Variante, weil ihr dann am Ende Etosha als Höhepunkt habt.
2) Ihr könnt sogar noch mehr sparen und einen Shuttle von Windhoek nach Swakopmund nehmen. Vor Ort braucht ihr nicht unbedingt ein Auto, denn Hotelabholungen sind meist in den Aktivitäten mit drin (z. B. Living Desert Tour) bzw. können organisiert werden. Ich sehe aber weder beim Uhrzeigersinn noch der entgegengesetzten Richtung, wie ihr Swakopmund am Ende haben wollt. Entweder Sossusvlei->Swakopmund->Damaraland->Etosha oder eben Etosha->Damaraland->Swakopmund->Sossusvlei.

Viele Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
10 Beiträge · seit 202308. Juni 2023 · #4
Hallo Dirk,

ich bin auch ganz neu in diesem Forum, reise ebenfalls im Oktober/November 2023 nach Nambia und hab ganz spontan vor 2 Wochen die Flüge gebucht. Wahrscheinlich bin ich mit meiner Reiseplanung schon etwas weiter als du, mache mir aber genau die selben Gedanken. Eigentlich wollte ich auch im Gegenuhrzeigersinn die Rundfahrt machen, doch das Argument von Christian, dass die Malariagefahr im Norden höher ist und man sich allenfalls erst gegen Ende der Reise damit ansteckt, hat mich überzeugt, die Reise doch im klassischen Uhrzeigersinn zu fahren. Unser Nachbar hat sich im Etosha mit Malaria infiziert und er leidet noch 10 Jahre später darunter.

Wer hier im Forum nimmt Malaira-Prophylaxe ein, wenn er/sie nur 5 Tage im Norden herumreist und den Rest im Süden? Ich wollte anfangs die Tablette nicht, doch seit der Geschichte vom Nachbar, bin ich unsicher.

Kleiner Tipp: Suche rasch nach einem Mietwagen. Ich wollte unbedingt einen Toyota Hillux mit Dachzelt, Automatik, die sind im Oktober schon bei vielen Vermietern ausgebucht. Ich hatte Glück und noch einen gefunden, aber nur weil der Anbieter noch 4 neue Fahrzeuge in die Flotte aufgenommen hat.
33,1k Beiträge · seit 200608. Juni 2023 · #5
Ich habe nichts zu Malaria geschrieben. Du meinst Wolfgang und nicht Christian. Das nur zur Richtigstellung. Ich wüsste nicht (bin aber auch kein Arzt) was Malaria mit Etosha zum Ende der absoluten Trockenzeit zu tun haben soll... Wenn ihr an die Flüsse weiter im Norden/Nordosten wollt, ist das durchaus ein angebrachtes Thema (was hier aber auch schon hunderte Male besprochen wurde).

Viele Grüße
Christian
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10 Beiträge · seit 202308. Juni 2023 · #6
@Christian
Ich finde deine Reaktion auf meine Nachricht sehr schade, bloss weil ich einen Namen verwechselt habe, musst du mich ja nicht gleich attackieren. Ich traue mich ja gar nie mehr etwas in dieses Forum zu schreiben.
Bezüglich Malaria im Etosha: Mein Tropenarzt empfiehlt klar ab November die Prophylaxe einzunehmen, weil ab dann das Risiko wieder ansteigt. Ich bin kein Experte und vertraue deshalb dem Tropenarzt, aber vielleicht ist er ja nicht up-to-date.
7'296 Beiträge · seit 200608. Juni 2023 · #7
Princhen schrieb:
Unser Nachbar hat sich im Etosha mit Malaria infiziert und er leidet noch 10 Jahre später darunter.

Das war früher ein Problem, aber heute muss das nicht mehr so sein. Er möge sich einen anderen Arzt suchen, würde ich vorschlagen. Der jetzige scheint nicht auf dem aktuellen Stand zu sein.

Die Plasmodien als Krankheitserreger machen im menschlichen Körper verschiedene Entwicklungsstadien durch und befallen je nach Stadium Blut, Leber oder auch andere Organe. Vereinfacht ausgedrückt, hat man die typischen Probleme, wenn die Erreger gerade in großer Menge im Blut unterwegs sind. Das sind dann die klassischen Malariaschübe. Dagegen bekommt man dann Medikamente, wie sie z.T. auch in geringerer Dosierung als Prophylaxe genommen werden.
Gleichzeitig überdauern aber Erreger in der Leber, die dort von den Medikamenten nicht bekämpft werden können und so wiederholt sich das immer wieder in Zyklen.
Es gibt aber seit vielen Jahren auch Medikamente, die die Erreger in der Leber bekämpfen. Das muss parallel passieren und in 99,x% der Fälle ist die Sache damit für immer vorbei. Also einfach mal zu einem Tropeninstitut oder speziellen Reisemediziner gehen und das Problem sollte sich in nahezu allen Fällen für immer lösen lassen.

Gruß
Wolfgang
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zuletzt bearbeitet 08. Juni 2023
33,1k Beiträge · seit 200608. Juni 2023 · #8
Ich finde deine Reaktion auf meine Nachricht sehr schade, bloss weil ich einen Namen verwechselt habe, musst du mich ja nicht gleich attackieren. Ich traue mich ja gar nie mehr etwas in dieses Forum zu schreiben.
das tut mir Leid, wenn Du dich irgendwie durch meine Richtigstellung angegriffen gefühlt hast. Ich wüsste nicht, wo ich Dich angegriffen habe.

Wenn Du Dich mit einer Prophylaxe im November in Etosha sichererer fühlst, mach es. Ich persönlich bezweifle, dass Du gar überhaupt eine Mücke sehen wirst.

Viele Grüße aus Windhoek
Christian
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10 Beiträge · seit 202308. Juni 2023 · #9
@Wolfgang,
danke für deine ausführliche und informative Nachricht. Gerne werde ich dies meinem Nachbarn weiterleiten. Da wird er sich bestimmt freuen, dass es möglicherweise endlich eine Heilung gibt.
7'296 Beiträge · seit 200608. Juni 2023 · #10
Princhen schrieb:@Wolfgang,
danke für deine ausführliche und informative Nachricht. Gerne werde ich dies meinem Nachbarn weiterleiten. Da wird er sich bestimmt freuen, dass es möglicherweise endlich eine Heilung gibt.

Das Problem liegt ein wenig in unserem Gesundheitssystem begründet.
Als Kassenpatient geht man halt in der Regel zu seinem Hausarzt und braucht für Spezialisten eine Überweisung oder zahlt halt von Anfang an alles selbst. Ein deutscher Hausarzt hat im Normalfall nie etwas mit Malaria zu tun und davon theoretisch mal im Studium gehört. Und das ist dann der Wissensstand, bis zum Ruhestand, weil sich der Durchschnittsarzt nur auf Gebieten weiterbildet, mit denen er häufig zu tun hat. Das ist auch normal und macht jeder von uns auf seinem Gebiet ähnlich.

Ich habe das Glück, dass ich den Arzt frei wählen kann. Da kann ich mir immer einen kompetenten Arzt raussuchen, aber ich habe auch die andere Seite kennengelernt. Da bin ich mal zu 'nem Feld-, Wald- und Wiesenarzt, um mich wegen Durchfall o.ä. 1-2 Tage krankschreiben zu lassen und dachte, wenn ich schon mal dort bin, dann könne ich mir ja auch gleich Malarone als Malariaprophylaxe für eine bevorstehende Afrikareise verschreiben lassen.
Ich musste ihm "Malarone" buchstabieren, damit er es in einem schlauen Buch gefunden und mir verschrieben hat. Auf der Rechnung stand dann was von "ausführlicher reisemedizinischer Beratung". 😉
Der Einzige, der dabei etwas gelernt hatte, war der Arzt, der mir dann die Rechnung schrieb. Deshalb Reisemediziner oder Tropeninstitut ...

Gruß
Wolfgang
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568 Beiträge · seit 201408. Juni 2023 · #11
Hi Dirk,
um mal wieder auf dein Thema zu kommen (ohne die forumsübliche Malariadiskussion ,auch wenn Wolfgang hier sehr wertvolle Hinweise geliefert hat):
Wie Christian ja schon bemerkte ist aufgrund des sich entwickelnedn El Nino kaum mit einer "guten" kleinen Regenzeit im Nov zu rechnen. Nun hast du zwar keinen Reiseverlauf beschrieben aber wenn du nicht gerade Off-Roader bist kannst du Etosha und alles südlich davon auch mit einem RAV4 oder so machen. Erhöhte Sitzposition ist wesentlich wichtiger als 4x4, wenn du nur auf "zugelassenen Strassen" unterwegs bist. Und für Ausflüge zwischen Windhoek und Swakop reicht das allemal.
Viel Freude bei der weiteren Planung und unterwegs!
Randfontein
Themenstarter118 Beiträge · seit 202309. Juni 2023 · #12
Danke Euch!
Ein sehr ungewöhnlicher, aber zu berücksichtigender Aspekt:
Falls Malaria, dann besser am Ende der Reise.

Also geht es dann von Süd nach Nord.
Liebe Grüße Dirk
zuletzt bearbeitet 09. Juni 2023
Themenstarter118 Beiträge · seit 202309. Juni 2023 · #13
Ich habe jetzt so langsam ein Gefühl für die Route bekommen.
Wird eher die "Klassikroute" von Süd nach Nord mit kleineren Erweiterungen (Kalahari, Fishriver Canyon, Aus, D707, Seriem, Swakopmund, Erongo, Vingerklip, Damaraland, Etosha, Waterberg und noch ein paar kleine Abstecher). Geplanter Zeitraum für den Mietwagen sind jetzt so ca. 4 Wochen.

Wir planen von Anfang an, mit einem 4x4 Canopy zu reisen, da wir wissen, dass wir für Lodges zu spät dran sind.
Wie sieht das aber mit den Campsites auf der Strecke aus?
Müssen die (außer die staatlichen) zwingend im Vorfeld gebucht werden??
Eigentlich würden wir nämlich bzgl. der Anzahl der ÜN vor Ort gerne flexibel bleiben.

Ach ja, zeitlich:
Auf der einen Seite sind wir zwar spät dran, auf der anderen aber zeitlich einigermaßen flexibel. Bedeutet, dass wir zwischen Anfang Oktober bis ca. Mitte Dezember reisen könnten. Aktuelle Tendenz wäre Mitte Okt bis Mitte Nov.. Hängt aber von Mietwagen und Unterkünften ab.

Bin für jeden Tipp dankbar.
Liebe Grüße Dirk
zuletzt bearbeitet 09. Juni 2023
Gast09. Juni 2023 · #14
BikeAfrica schrieb:
Die Plasmodien als Krankheitserreger machen im menschlichen Körper verschiedene Entwicklungsstadien durch und befallen je nach Stadium Blut, Leber oder auch andere Organe. Vereinfacht ausgedrückt, hat man die typischen Probleme, wenn die Erreger gerade in großer Menge im Blut unterwegs sind. Das sind dann die klassischen Malariaschübe. Dagegen bekommt man dann Medikamente, wie sie z.T. auch in geringerer Dosierung als Prophylaxe genommen werden.
Gleichzeitig überdauern aber Erreger in der Leber, die dort von den Medikamenten nicht bekämpft werden können und so wiederholt sich das immer wieder in Zyklen.
Es gibt aber seit vielen Jahren auch Medikamente, die die Erreger in der Leber bekämpfen. Das muss parallel passieren und in 99,x% der Fälle ist die Sache damit für immer vorbei. Also einfach mal zu einem Tropeninstitut oder speziellen Reisemediziner gehen und das Problem sollte sich in nahezu allen Fällen für immer lösen lassen.
Amüsant, welche Gedankengänge einige haben. Ich glaube ja eher nicht, dass der Nachbar nach 10 Jahren immer noch eine nicht auskurierte Malaria hat und seit 10 Jahren unter Malariaschüben leidet, weil man die Plasmodien im Körper nie ausgerottet hat. Das wäre ja unfassbar. Der Nachbar hatte vermutlich vor 10 Jahren einen schweren Malaria-Verlauf, weil damals zu spät oder zunächst falsch behandelt, Vorerkrankungen oder ähnliches. Dabei hat er Schäden davon getragen, an denen er noch heute leidet.

Grüße, Thorsten
33,1k Beiträge · seit 200609. Juni 2023 · #15
Müssen die (außer die staatlichen) zwingend im Vorfeld gebucht werden??
Ihr müsst für die Hauptsaison die Campsites vorbuchen, die besonders beliebt sind. Ob staatlich oder nicht ist kein Kriterium. Das gilt v. a. für Etosha und Sossusvlei-Gegend, aber auch andere seit Jahren beliebte Sites könnten ausgebucht sein. Da müsst ihr dann eben recht flexibel sein oder eben jetzt schonmal bei denen anfragen, die ihr in jedem Fall anfahren wollt. Später im Jahr wird es wieder einfacher, d. h. gen Dezember, solange es vor den Schulferien im südlichen Afrika ist (also etwa die 1.-2. Dezemberwoche).

Viele Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
zuletzt bearbeitet 09. Juni 2023