RMrik m.Themenstarter608 Beiträge · seit 202011. Dez. 2022 ·
Wenn die Tage kürzer und dunkler werden, der Garten mehr oder weniger abgeerntet ist und immer öfter Nebel alles in undurchsichtiges Grau hüllt, treibt es mich in die Ferne. Früher ging es in den Herbstferien in den Oman; letztes Jahr war ich in Namibia und verbrachte eine Woche am selben Ort. Heuer flog ich auf die Seychellen. Eigentlich wäre ja gerne wieder nach Namibia gereist, aber die Flugtickets waren so unverschämt teuer und so entschied ich mich eben für das Inselparadies, wo ich vor der Coronakrise auch schon zweimal für je eine Woche war.
Flüge:
Auf Anraten meines Bruders habe ich bei weg.de gebucht – und mich noch oft genug geärgert, dass ich das getan hatte. Es war nämlich ein „Kombi-Ticket“ für ca. 980 Euro: mit Qatar hinunter, mit Swiss zurück. Beide Airlines verschoben im Vorfeld die Flüge, der Rückflug wurde sogar um ganze 12 Stunden verschoben, der Anschluss von Zürich nach München nochmals um 2 Stunden. Ich konnte die Änderungen nur akzeptieren, weil ich ja nur jeweils den Hin- oder Rückflug anteilsmäßig erstattet bekommen hätte. Wie auch immer, so wie es dann 3 Wochen vor Abflug bestätigt war, fanden die Flüge statt. Nicht angenehm fand ich, dass der Flug von Muc nach Doha um ca. 23 Uhr landete und es erst um 2Uhrirgendewas weiterging. Das ist die Zeit, wo ich total müde bin, und da dann rumgehen, anstellen, warten, schauen, warten, einsteigen, machte natürlich einen Dämmerschlaf unmöglich. Das hätte ich eigentlich wissen müssen. Nachtflüge finde ich klasse, aber nur als Direktflüge. Da werde ich künftig wieder besser darauf achten.
29.10.22
Die Ankunft auf Mahe erfolgte gegen 8Uhr. Die Einreiseformalitäten gingen relativ zügig von statten (am Abend vorher hatte ich alle benötigte Nachweise (neg. Test, Flugtickets, Hotelbestätigung, Krankenversicherung- Nachweis) auf der entsprechenden Seite hochgeladen) und ich hatte alsbald die Kokosnuss im Pass. In der Empfangshalle wartete schon ein Fahrer auf mich, den ich über das Hotel bestellt hatte. Er brachte mich die paar Kilometer bis Eden Island, wo das Hotelboot lag. Im Supermarkt kaufte ich noch Mineralwasser und dann erfolgte auch schon die kurze Überfahrt nach Cerf Island. Dort wohnte ich im Hotel L‘ Habitation.
Cerf liegt inmitten des Ste. Anne Marine Parks. Die Insel ist klein, vielleicht 2km lang und 1 km breit. Straßen und Autos gibt es nicht. Außer wenigen Häusern der Einheimischen gibt es noch ein paar weitere Unterkünfte, alles ist sehr beschaulich. Gebucht hatte ich ein Zimmer im ersten Stock ganz außen, bekommen habe ich das daneben. Im Grunde war das Zimmer genauso gut wie das etwas größere Eckzimmer, das halt noch ein weiteres Fenster hat; trotzdem finde ich es nicht ganz korrekt, dass ich im Mai ein spezielles Zimmer gebucht und zugesagt bekommen habe, und dann doch anderswo einquartiert wurde, weil ein Ehepaar 3 Tage länger blieb als ich und auch das Eckzimmer wollte. Aber ich hab beschlossen, mich nicht darüber zu ärgern, sondern einfach alles zu genießen.
Nachdem ich mich im Zimmer installiert hatte, ging ich am Strand spazieren. Es war Ebbe und ich bin fast bis zur „Südspitze“ geschlendert. Ich ließ mir Zeit, beobachtete die Vögel und Fische, hielt hier und da inne und fotografierte, was mir gefiel.
Besonders schön war eine Bucht, in der viele skurille Granitfelsen lagen oder standen.
Ich hatte Wassersandalen an, da doch am Meeresboden spitze Steine, Muscheln, aber auch Scherben lagen. Beim letzten Besuch hatte ich mir die Fußsohle ziemlich aufgeritzt, dem wollte ich vorbeugen. Das Wasser selbst ist total warm – ganz so, wie ich es liebe! Ich bewegte mich mit der Kamera in der Hand im Wasser sehr vorsichtig, ein Stolperer und schon kann es passiert sein… Aber alles ist gut gegangen - alles heil heimgebracht. Die Temperatur lag an diesem Nachmittag wie die ganze Woche über bei 27 Grad, die Luftfeuchtigkeit war hoch, aber nicht so hoch wie im Februar. Sonne und Wolken wechselten, an den kommenden Tagen war es untertags meist weniger bewölkt.
Nach meinem Spaziergang döste ich auf einer Liege im Garten, weil ich von der mehr oder weniger durchwachten Nacht sehr müde war. Irgendwann kam ein Bediensteter und ließ mich aus der Karte fürs Abendessen wählen. Als es dämmerte, ging ich zu einer Stelle, wo ich beim letzten Besuch „Riesenkrabben“ gesehen hatte, aber heuer traf ich sie nicht an. Um 19.30 wurde das Abendessen auf der Terrasse serviert. Zur Begrüßung bekam ich einen Cocktail nach Wahl, weil ich "Wiederholungsgast" war. Die Vorspeise weiß ich nicht mehr, als Hauptgang hatte ich ein Curry mit Fleisch gewählt. Sehr fein! Statt Windhoek Lager gab es dort Seybrew. Damit war der Tag zu Ende, sehr müde fiel ich nur noch ins Bett.
RMrik m.Themenstarter608 Beiträge · seit 202013. Dez. 2022 ·
30.10.
Sonntag! Ich hatte gut und genug geschlafen und so erwachte ich, als es hell wurde. Da es erst um 7.30 Frühstück gab, wollte ich im Garten der Anlage tropische Blüten fotographieren. Dafür hatte ich extra ein Makro-Objektiv und das Stativ mitgeschleppt. Doch leider machte der Wind einen Strich durch die Rechnung: die Blüten bewegten sich ständig und so war es mehr eine Glückslotterie als richtige Fokussieren, was die Schärfe anging. Naja, nach etlichen Versuchen an verschiedenen Exemplaren ließ ich es bleiben und ging dann zum Frühstück. Es war für meine Begriffe gut und reichlich.
Heute war mein Plan, ein Kajak auszuleihen und um die Insel zu paddeln. Man muss sich in eine Liste eintragen und kann dann je nach Verfügbarkeit eines der Kajaks oder Kanus für 3 Stunden nehmen. Eigentlich sind es Doppelsitzer, aber das war ja egal. In einem wasserdichten Beutel hatte ich mein Handy und etwas zu trinken eingepackt, und eine „Unterwasserkamera“ hatte ich bei mir. Mit Kopfbedeckung, Hemd und Sonnencreme auf der freien Haut ging es los. Schon bald merkte ich, dass ich gehörigen Gegenwind bzw. Gegenwellengang hatte. Ein Speedrennen hätte ich nicht gewonnen, aber das ist ja egal. Immer wieder legte ich das Paddel weg und machte Fotos mit der Knipse.
Irgendwann waren zwei Schnorchler in meiner Nähe, die mich theatralisch herwinkten. Vielleicht brauchen sie Hilfe? Aber nein, der Herr wollte mir zeigen, was er gerade gesehen hatte: einen Seestern. Er hielt ihn mir ins Boot und ermunterte mich, ihn auch anzufassen. Nun gut, ich weiß nicht so recht, ob das so gut ist, diese Lebewesen rauszuholen oder anzufassen, auch wenn man sie dann wieder zurücksetzt.
Ich paddelte weiter, etwas weg von Cerf Richtung Long Island. Dort entsteht bei Ebbe eine Sandbank zwischen Round Island und Long Island. Ich hatte richtig gerechnet, gegen Mittag war wirklich Ebbe und die Sandbank lag frei. Ich „parkte“ mein Gefährt und plantschte im seichten Wasser, fotographierte und schlenderte herum.
Es war viel Betrieb – klar, Sonntag Mittag! Viele Boote lagen hier und die Leute posierten vor den Felsen, die nun zur Gänze freilagen. Eine Kolumbianerin kam in Modelmanier vorbei und bat mich, doch Aufnahmen von ihr zu machen. Mich amüsierte das aufs Köstlichste. Irgendwann wurde mir bewusst, dass von den 3 Stunden wohl schon über 2 vergangen sein mussten und dass ich weiterfahren sollte; ich wollte doch Cerf umrunden. Nun ja, ich habe es geschafft, aber es war hart. Diese „Gegenwellen“ ließen mich kaum vorwärtskommen, irgendwann kamen sie seitlich, noch dazu an einer Stelle, wo das Riff nicht mehr weit weg ist und am Ufer große Felsen liegen. Ich war nah dran, aufzugeben und umzukehren, habe es aber dann doch durchgezogen. Als ich die Südspitze umrundet hatte und die Ile Cache passierte, war das Wasser wieder ruhig und ich konnte vom Boot aus Photos machen. Dann paddelte ich des letzte Stück zum Hotel.
Es war kein Problem, dass ich die Zeit sehr überzogen hatte, die anderen Kajaks lagen noch am Strand und im Hotel hatte sich niemand um mich gesorgt. Den Nachmittag verbrachte ich auf einer Liege im Garten mit Lesen oder im Wasser. Ich hatte auch Schnorchelzeug dabei und eben die Unterwasserkamera, aber so wirklich glücklich war ich nicht. Das Display spiegelte derart, dass ich kaum etwas sah. Die vorbeischwimmenden Fische zu fokussieren, war schwierig. Und dann waren die Korallen irgendwie alle tot und grau und nur wenig Fische da. Stattdessen hatte ich ständig Salzwasser im Mund und musste wieder den Schnorchel freipusten. Wahrscheinlich habe ich mich zu doof angestellt. Egal.
Gegen Abend zogen Wolken auf und es wehte ein beinahe kühler Wind, sodass ich zum Abendessen ins Restaurant meine Jacke mitnahm. Dieses Mal aß ich nur Fisch: Vor- und Hauptspeise schmeckten ausgezeichnet!
Ein Wort noch zu den anderen Gästen. Wenn ich auf die Terrasse trat, grüßte ich laut, auf Englisch oder Französisch oder Deutsch, je nachdem, welche Vermutung ich hatte. Oder wünschten guten Appetit. Und beim Gehen habe ich mich laut verabschiedet und den Leuten am Nebentisch einen schönen Abend gewünscht. Die meisten schauten nur (dämlich) zurück, wenige erwiderten den Gruß. Wenn aber nun meine rechten oder linken Nachbarn anrückten und sich einen Meter von mir niederließen, hat niemand von ihnen gegrüßt oder irgendetwas gesagt. Ich fand das echt schrecklich. Ich weiß nicht, wo die Manieren hingekommen sind und warum es nicht mal für diese Höflichkeitsfloskeln reicht. Im Flugzeug dasselbe: Es ist immer so, dass ich schon sitze, wenn der Sitznachbar kommt. Auf beiden Hinflügen hat von denen keiner was gesagt, und bei den 8 Flügen vorher auch nicht. Echt schrecklich.
schön, dass Du einen Reisebericht von den Seychellen schreibst. Ich bin bei den Seychellen zwiegespalten. Auf der einen Seite möchte ich unbedingt mal hin (anders als auf die Malediven), auf der anderen Seite sind wir so gar keine Strandliebhaber und ich weiß nicht, ob es uns dann dort wirklich gefällt. Daher sind solche Reiseberichte immer sehr schön um zu erkennen, ob das Reiseziel etwas für einen selbst ist.
LG Gabi
10.2023 Gardenroute // 03.2023 Namibia // 03.2022 Swakop, Etosha und Damaraland // 08:2021 Uganda // 01.2021: Caprivi // 10.2020: Etosha pur // 04.2019: KTP, Tok Tokkie Trail und Sossusvlei // 06.2018: Swakopmund und Etosha // 08.2017: Kalahari, KTP, Fish River, Soussusvlei, Swakopmund // 04.2016: Gardenroute
RMrik m.Themenstarter608 Beiträge · seit 202015. Dez. 2022 ·
@Annick: Das freut mich! So "abenteuerlich" wie Deine Touren ist diese Reise nicht gewesen - vielleicht auch etwas weniger "afrikanisch".
@Gabi: Ich bin auch kein Strandmensch, absolut gar nicht! Ich bin auch nie so "klassisch" am Strand gelegen, weil mir das viel zu langweilig ist. Viele Buchten sind auch zum Baden / Schwimmen ungeeignet, weil eine zu starke Strömung herrscht. Trotztdem war ich nun schon 3mal dort, weil mich die Landschaft und die Vegetation fasiniert und weil warme Temperaturen incl. kurzer Hose und Sandalen garantiert sind! Allerdings ist aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit jede Tätigkeit sehr schweißtreibend.
das sind wieder sehr schöne Bilder von Dir - wie gewohnt 🙂
Wir haben schon drei Anläufe bei den Seychellen gemacht, aber irgendwie kam immer etwas dazwischen. Es soll wohl nicht sein. Ich bin mir mittlerweile auch nicht mehr so sicher, ob wir noch diese hohe Luftfeuchtigkeit wollen.
Bist Du bisher immer auf Cerf gewesen oder auch auf anderen Inseln?
deine schönen Bilder haben sofort Erinnerungen geweckt. Wir waren 2016 für 1 Woche mit der "Silhouette Sea Star" unterwegs. Das Inselhopping ist wirklich zu empfehlen. An Bord waren die Temperaturen sehr gut zu ertragen. Als Wiederholer steht es bei uns immer noch auf der Liste.
VG Alfi
RMrik m.Themenstarter608 Beiträge · seit 202017. Dez. 2022 ·
@Alfi: Oh, nein, das wäre gar nichts für mich. Am Schiff wird mir ganz leicht schlecht...
@Sabine: Es waren 4 Übernachtungen auf Cerf und 4 Übernachtungen auf Mahe (Westküste).
RMrik m.Themenstarter608 Beiträge · seit 202017. Dez. 2022 ·
Für heute hatte ich einen Besuch auf der Insel Moyenne gebucht. Dominik, der Sohn der Hotelbesitzerin, bietet sich als Bootstaxifahrer an. Mit mir kam ein Ehepaar aus Bulgarien, die wie ich schon zum zweiten Mal im L‘Habitation wohnten und Moyenne auch nochmals sehen wollten. Mit dem motorisierten Boot waren wir nach kurzer Überfahrt schon am Ziel. Wir stiegen aus und Dominik drehte wieder um. Für den Besuch der Insel muss man einen Eintritt zahlen, nämlich 10 Euro, und dann kann auf den Wanderwegen die Insel eigenständig erkunden.
Moyenne ist noch kleiner als Cerf und von fast runder Form. Brendan Grimshaw, ein reicher Engländer, hatte die Insel 1962 gekauft. Er verstarb 2012, sein Grab befindet sich auf der Insel. Grimshaw war der Natur- und Tierschutz sehr am Herzen gelegen; noch immer gibt es hier eine Aufzucht von Riesenschildkröten. Die jungen Tiere sind in Gehegen gehalten, die großen „laufen“ frei herum.
Die Insel gilt auch als Rückzugsort für zahlreiche endemische Vogelarten, aber mir ist kein besonderer Vogel aufgefallen, allerdings bin ich kein „Birder“. Angeblich, so erzählt man sich, soll hier auch der legendäre Schatz des Piraten Labuse versteckt sein. An mehreren Stellen wurde danach gegraben, die riesigen Löcher kann man noch besichtigen. Mich fasziniert auf der Insel die Vegetation, die schönen Buchten und die Ausblicke aufs Meer und die Nachbarinseln.
Auf der Insel „streunt“ ein Hund umher, ich vermute, dass er eigentlich den Leuten vom Strandlokal gehört. Ich hatte ihn schon vor 3 Jahren getroffen, da war er gerade in einer philosophischen Phase und dachte beim Blick aufs Meer über Sinn und Unsinn des Lebens nach.
Dieses Mal war er auf Schatzsuche und hatte am Strand wohl etwas entdeckt. Er buddelte ein Loch und sprang wie ein Irrer kläffend und jaulend um sein Loch. Das ging über eine Viertelstunde so dahin. Was ihn dort so fasziniert hatte, konnte ich nicht sehen – eine Krabbe? Ein Krebs? Ich weiß es nicht. Irgendwann ließ ich ihn in seinem Glück allein und wanderte weiter.
RMrik m.Themenstarter608 Beiträge · seit 202017. Dez. 2022 ·
FS:
Ich machte den Abstecher zum Rocky Point,
genoss den Ausblick von einem Aussichtspunkt mit einer tollen Palme,
verbrachte ein wenig Zeit mit den beiden Bulgaren am Strand,
beobachtete eine Krabbe bei ihren Spaziergang,
streifte auf den Waldwegen herum und blickte immer wieder aufs Meer
und stieg auch hoch zu einem großen, bizarren Granitfelsen, den ich beim letzten Besuch irgendwie verpasst hatte.
RMrik m.Themenstarter608 Beiträge · seit 202017. Dez. 2022 ·
Fs [Ich musste diesen Bericht teilen, weil das Hochladen aller Bilder in einem Beitrag nicht geklappt hat 😠 ]
Ich schlenderte mehr oder weniger völlig allein herum. Zweimal habe ich andere Leute getroffen! Moyenne ist unbewohnt, man kann nur als Tagesgast hier sein. Die meisten Leute bleiben aber am Strand, wo die Boote anlanden, bzw. Strandlokal. Ihr Pech - mein Glück! Es war so ruhig, nur die Natur war lebendig: Vögelgezwitscher, Palmenwedelrauschen, Wellen... Einfach herrlich!
Um 15 Uhr holte uns Dominik wieder ab.
RMrik m.Themenstarter608 Beiträge · seit 202020. Dez. 2022 ·
Moyenne haben wir zwar verlassen, aber Dominik wollte uns noch den schönsten Strand im Marine Park zeigen. Ich ahnte, wohin er steurte: Genau! Zur Sandbank, an der ich tags zuvor schon war. Der tiefste Punkt der Ebbe war gerade erst überschritten, der Nachmittag schon fortgeschritten und das Licht schon schöner als am Vortag. Außerdem hatte ich ja nun die große Kamera dabei, mit der ich vorsichtig aus dem Boot stieg und im Wasser watete. Die Rillen im freigelegten Sand finde ich wunderbar, ebenso die unterschiedlichsten Blautöne, und natürlich auch die Felsen! Wir blieben sicher eine Stunde lang und genossen den schönen Ort!
Nun ging es aber endgültig zurück zum Hotel. Den Rest des Tages verbrachte ich lesend im Garten bzw. am Balkon und ließ mir das Abendessen - Thunfisch, den Dominik am Vortag gefangen hatte - schmecken.
Wunderschön, was du von Moyenne zeigst. Die Insel gefällt mir sehr. Ich bin im Okt.23 das 2. Mal nach jahrzehnten wieder auf Mahé und würde gerne auch einen Ausflug dahin machen. Hoffe es ist nicht zu touristisch. Ich suche noch einen Anbieter für eine Bootstour mit wenig Touristen dorthin. Hast du einen Tipp?
RMrik m.Themenstarter608 Beiträge · seit 202021. Dez. 2022 ·
Wie gesagt bin ich mit dem Bootstransfer vom Hotel nach Moyenne gebracht worden. Das L'Habitation wäre mein Tipp als Unterkunft für 3-4 Tage. 🙂 Ansonsten kann ich nichts empfehlen, ich habe bislang keine einzige "Touristenaktivität" auf den Seychellen gebucht.
RMrik m.Themenstarter608 Beiträge · seit 202021. Dez. 2022 ·
1.11.
Meinen letzten vollen Tag auf Cerf wollte ich mit einer "Inselwanderung" ausfüllen. Nach dem Frühstück ließ ich mir an der Rezeption erklären, wo der Weg quer über die Insel beginnt und ging los. Der Strand war dieses Mal unter Wasser, weil Flut war, und so verpackte ich die Kamera gleich zu Beginn im wasserfesten Beutel. Sicher ist sicher, auch wenn es nur wenige 100m sind, bis man den Strand verlässt und dann durch den Wald aufsteigt. Der Pfad ist eng, rechts und links stehen immer wieder Zimtbüsche, wo ich etliche Blätter aberntete. Ich verwende sie zuhause zum Würzen. Immer wieder raschelte es im Gebüsch, und wenn ich Glück hatte, sah ich den oder die Versursacher, nämlich Eidechsen.
Oben an der Kuppe ist ein Wasserreservoir angelegt und man kann einem Pfad seitlich folgen und kommt dann zu einem schönen Aussichtspunkt auf den St. Anne Marine Park, wo ich die Inseln nochmals im Überblick hatte. Ich verweilte lange und genoss den grandiosen Blick!
Dann besuchte ich den alten Friedhof, der sich dort oben mitten im Wald befindet. Fotos von den Gräbern habe ich nicht gemacht, dafür aber von einer Eidechse, die ebenfalls nicht scheu war.
Dann kehrte ich zum Wasserreservoir zurück und stieg auf der anderen Seite wieder hinab. Der Wald hat ebenfalls Urwaldcharakter, ist aber nicht ganz so schön wie auf Moyenne. Trotzdem entdeckte ich viele Motive, die mir gefielen.
Während ich fotographierte, kam ein einsamer Wanderer bergauf entgegen, der ebenfalls eine dicke Kamera umhängen hatte. Ich grüßte, trat zur Seite und tat meine Begeisterung kund, dass ich es hier wunderschön finde - auf Englisch. Der Herr grüßte weder noch entgegnete er irgendetwas. Er ging einfach an mir vorüber. Ehrlich gesagt, war ich fassungslos über solch ein Benehmen. Selbst wenn er nicht verstanden hat, was genau ich gesagt, ist immer noch aufgrund der Situation und meiner Gestik zu erahnen, dass ich gegrüßt habt und die Natur bewundere. Nun gut, soll er glücklich werden. Ich war es und ging weiter. Unten tritt man plötzlich auf eine Art "Lichtung", wo Blumen üppig wachsen und ein verlassenes Haus steht, zu dem wohl man ein Garten gehört hat.
Und dann noch ein paar Schritte und ich stand am Strand an einer weiten Bucht.
Hier suchte ich mir ein schattiges Platzerl (achte immer auf ev. fallende Kokosnüsse!), plantschte im warmen Wasser und las dann ein wenig in einem Buch. Immer wieder nahm ich aber den Fotoapparat und fotographierte die Vögel. Leider gelang es mir nicht, die "fliegenden" Fische zu fotographieren - scheinbar wurden die kleineren von einem größeren Raubfisch gejagt, das ist in meinen Augen der Grund, warum sie immer wieder aus dem Wasser springen. Bei meinem ersten Besuch auf Mahe ist mir so ein Foto rein zufällig geglückt - bei Sonnenuntergang; nun, weil ich darauf wartete, gelang es nicht.
So verbrachte ich ca. 2 oder 3 Stunden an dieser schönen Bucht. Die Ebbe hatte eingesetzt, sodass ich beschloss, zu wagen, im seichten Wasser außen um Cerf herumzuwaten. Anfangs ging das auch ganz gut. Umständlich war, dass ich an jeder tollen Stelle die Kamera wieder aus dem wasserfesten Beutel aus dem Rucksack nehmen musste, um ein Bild zu machen, und dann wieder ordentlich verpacken musste. Ich hatte einfach Angst, irgendwie zu stolpern und die Kamera im Salzwasser zu versenken.
Nach der 2. oder 3. Bucht war das vielleicht oberschenkelhohe Wasser auf einmal sehr dunkel; erst dachte ich, dass hier Seegras wächst, erst beim Näherkommen erkannte ich, dass das riesige Schwärme mit kleinen Fischen sind. Fasziniert blieb ich stehen; noch war ich nicht im Schwarm drinnen. Und dann sah ich, dass dieser Schwarm von größeren Fischen gejagt wurde. Oh, oh. Das gefiel mir gar nicht. Ich erinnerte mich an eine Geschichte, dass ein Einheimischer von einem Fisch in die Wade gebissen wurde, die dann nur noch halb vorhanden war. Die Warnungen vor solchen Raubfischen haben sich mir irgendwie eingeprägt. Also versuchte ich ans Ufer zu kommen, was an dieser Stelle aus Granitblöcken bestand. Ab da kletterte und kraxelte ich also am Ufer weiter. Mit Händen und Füßen klappte es so einigermaßen; aber es war sehr mühsam, auch hier musste ich aufpassen, nicht auszurutschen oder mich wo aufzuritzen. Ich schwitze wahnsinnig stark. Als ich eine Bucht erreichte, die ich beim Vorbeipaddeln vor zwei Tagen fotographiert hatte, wusste ich, dass es nicht mehr weit ist, bis der Strand wieder aus Sand besteht. Ein Traumbuch, die zum Verweilen einlädt!
Und so schaffte ich auch das letzte Stück, das Wasser wäre inzwischen auch zu tief gewesen, sodass ich wirklich auf diesen Felsen herumturnen musste, wenn ich nicht samt Rucksack baden wollte. Als ich den Sandstrand erreicht hatte, war ich froh, aber irgendwie auch stolz, dass ich das geschafft hatte. Die Bewegung und die Hitze hatten mir gut getan. 🙂
traumhafte Fotos zeigst Du, zwar ganz anders als Deine Namibia-Fotos, aber trotzdem schön.
Mal sehen ob es die Seychellen mal an Stelle 1 meiner "da-möchte-ich-hin" Liste stehen.
LG
Gabi
10.2023 Gardenroute // 03.2023 Namibia // 03.2022 Swakop, Etosha und Damaraland // 08:2021 Uganda // 01.2021: Caprivi // 10.2020: Etosha pur // 04.2019: KTP, Tok Tokkie Trail und Sossusvlei // 06.2018: Swakopmund und Etosha // 08.2017: Kalahari, KTP, Fish River, Soussusvlei, Swakopmund // 04.2016: Gardenroute
RMrik m.Themenstarter608 Beiträge · seit 202026. Dez. 2022 ·
Danke, Gabi! Ganz oben stehen diese Inseln bei mir nicht - aber wenn die vorrangige Wünsche nicht umsetzbar sind... Und, es war wahrlich keine schlechte Wahl!
Am Abend überlegte ich dann, wie ich am nächsten Morgen zu meiner nächsten Unterkunft komme. Im Vorfeld hatte ich verschiedene Taxidienste angeschrieben und Angebote zwischen 50 und 65 Euro für die Fahrt von Eden Island an die Anse Soleil unterbreitet bekommen. Ich fand das für die 25 km Wahnsinn, wenn man bedenkt, dass man für die Busfahrt 12 SCR, also ca. 90 Cent, bezahlt. An der Hotelrezeption bestätigte man mir, dass von Eden Island aus die Bushaltestelle durch einen auf Google Map nicht eingezeichneten Fußweg in 10 Minuten zu erreichen sei. So wollte ich es machen!
2.11. Nach dem Frühstück checkte ich aus und bestieg das frühe Boot nach Eden Island. Wir waren pünktlich und ich hatte ca. 30 Minuten Zeit für den Weg bis zu Bushaltestelle. Ich hatte vorher schon alles (Rucksack, Kamera etc) in meine Reisetasche gestopft, weil ich diese ja wie einen Rucksack tragen konnte. Nach halben Weg taten mir dann doch die Schultern weh und ich setzte die Tasche ab, um die Arme zu locken. Das sahen zwei vorrübergehende junge Männer und sprachen mich an, ob sie helfen könnten. Und ehe ich recht wusste, was ich sagen sollte, hatte sich schon jeder einen Henkel geschnappt und sie trugen mir die Tasche! Die Herren waren aus Bangladesch, sie waren eigentlich Palmenkletterer, arbeiteten aber jetzt im Gastgewerbe. Nur der eine konnte Englisch, er fragte mich dann auch aus, wie man nach Deutschland käme, ob das auch ohne Papiere gehe, ob ich ihn einlade könnte, ob er meine Nummer bekäme etc. Ich fand zwar nett, dass sie für mich die Tasche trugen, aber bei diesen Fragen konnte ich nicht weiterhelfen und meine Nummer rückte ich auch nicht raus. An der Bushaltestation bedankte ich mich und wollte ihnen Trinkgeld geben, was sie aber ablehnten. Sie fuhren dann mit dem Bus auf der andere Straßenseite weg. An der Haltestelle selbst standen schon einige Einheimische, darunter eine Frau, die entweder völlig betrunken oder unter Drogen war; sie lallte und schwankte herum, erleichterte sich hinter dem Bushäuschen und wurde später von einem Mann weggeführt in irgendeine Hütte, die zum nahen Sportplatz gehörte. Das war irgendwie alles sehr traurig. Der Bus selbst war sehr voll, aber ich bekam einen Platz ganz hinten. In den Öffis herrschte damals noch Maskenpflicht, und die meisten Fahrgäste hielten sich daran. Wir querten die Insel, in engen Kurven ging es die Berge hoch, dann wieder runter, und das alles in einer ziemlich hohen Geschwindigkeit. Dann ging es an der Westküste Richtung Süden und schließlich Richtung Anse Soleil. Am Umkehrpunkt bin ich ausgestiegen; der Bus musste wenden und schrammte beim Rückwärtsfahren voll an einer Mauer entlang. Das Busfahrer stieg aus und begutachtete den Schaden, fuhr aber dann gleich weiter. Ich schulterte die Tasche und ging den letzten Kilometer zu Fuß, steil bergab. Unterwegs hatte es wie aus Kübeln geschüttet, nun und hier nicht mehr, und so kam ich ca. 2,5 Stunden, nachdem ich im L'Habitation aufgebrochen war, im Beachcomber an. Ich war viel zu früh, hatte aber Glück, dass mein Zimmer schon fertig war. Es war ein Standart-Room, glücklicherweise der letzte in der Zeile, sodass bei mir niemand vorbeigehen musste / konnte. Für meine Zwecke war das Zimmer völlig ok und sauber.
Ich richtete mich ein, genehmigte mir ein Glas Sekt, weil zur Begrüßung eine ganze Flasche da stand, und ging dann später ins Meer. Erst zum plantschen, dann mit Schnorchelausrüstung. Hier sah ich viel mehr Fische und Korallen als vor Cerf! Ich versuchte mich wieder mit der Unterwasserkamera, hatte aber nach wie vor Probleme, die vorbeischwimmenden Fische zu fokusieren.
Später gab es nochmals einen kleinen Schauer; als er vorbei war, erkundete ich den Garten bzw. die nähere Umgebung mit meinem Makro-Objektiv und Stativ.
Pünktlich zum Sonnenuntergang riss die Wolkendecke auf:
Als die Sonne dann ganz weg, erlebte ich die "blaue Stunde" auf der Terrasse des Restaurants, die direkt über den Granitfelsen am Wasser erbaut wurde. Dort tummelten sich immer Vögel und Krabben...
Ab 19 Uhr wurde das Abendessen serviert. Geschmacklich sehr, sehr gut, die Portionen sind aber relativ klein, ich hätte durchaus mehr vertragen.
RMrik m.Themenstarter608 Beiträge · seit 202027. Dez. 2022 ·
3.11.
MIt der Dämmerung wurde ich wach und begann den neuen Tag so, wie ich den letzten beendet hatte: Ich schlenderte herum und genoss die Stimmung!
Fast unmittelbar hinter dem Strand befindet sich eine Art Lagune - jetzt war mir auch klar, wo die vielen Mücken herkamen, die mich am Vortag bei meinen "botanischen Erkundigungen" gestochen hatten. EIgentlich ganz schön, im Gegenlicht richtig mystisch, aber auch schon am frühen Morgen sehr voller Mücken...
Am Strand waren einige Schätze zu finden:
RMrik m.Themenstarter608 Beiträge · seit 202028. Dez. 2022 ·
Fs
Als ich am Wasser entlang schlenderte, überkam mich plötzlich die Lust, jetzt baden zu gehen. Das Salzwasser könnte auch gegen die vielen juckenden Mückenstiche an den Beinen helfen, die leider durch das Herumstrolchen an der Lagune mehr geworden waren, hoffte ich. Also tauschte ich Kamera gegen Schnorchelzeug und Unterwasserknipse und schnorchelte um die Felsen herum, dort waren die meisten Fische! Interessant, dass es mehrer Arten von blau-gelben Fischen gab. Und auch die zebraähnlichen gefielen mir immer wieder sehr gut. Irgendwie sah in diesem Morgenlicht auch der Meeresboden viel bunter und heller aus. Alles gefiel mir sehr gut! Aber als dann ein roter FIsch auf mich zuschwamm, der total zerfleddert aussah und dem die Augen irgendwie raushingen, bekam ich echt einen Schrecken. Puh, der gefiel mir gar nicht und ich suchte das Weite.
Gegen 9 Uhr nahm ich dann das Frühstück auf der Terrasse ein! Barfuß, kurze Hose dank Sonne, ein genialer Ausblick - was will man mehr!