Reisebericht

Seychellen - eine Woche tropische Farben

von rik m. · begonnen 11. Dez. 2022 · 21 Teile

Teil 111. Dez. 2022
Wenn die Tage kürzer und dunkler werden, der Garten mehr oder weniger abgeerntet ist und immer öfter Nebel alles in undurchsichtiges Grau hüllt, treibt es mich in die Ferne. Früher ging es in den Herbstferien in den Oman; letztes Jahr war ich in Namibia und verbrachte eine Woche am selben Ort. Heuer flog ich auf die Seychellen. Eigentlich wäre ja gerne wieder nach Namibia gereist, aber die Flugtickets waren so unverschämt teuer und so entschied ich mich eben für das Inselparadies, wo ich vor der Coronakrise auch schon zweimal für je eine Woche war.


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Flüge:

Auf Anraten meines Bruders habe ich bei weg.de gebucht – und mich noch oft genug geärgert, dass ich das getan hatte. Es war nämlich ein „Kombi-Ticket“ für ca. 980 Euro: mit Qatar hinunter, mit Swiss zurück. Beide Airlines verschoben im Vorfeld die Flüge, der Rückflug wurde sogar um ganze 12 Stunden verschoben, der Anschluss von Zürich nach München nochmals um 2 Stunden. Ich konnte die Änderungen nur akzeptieren, weil ich ja nur jeweils den Hin- oder Rückflug anteilsmäßig erstattet bekommen hätte. Wie auch immer, so wie es dann 3 Wochen vor Abflug bestätigt war, fanden die Flüge statt.
Nicht angenehm fand ich, dass der Flug von Muc nach Doha um ca. 23 Uhr landete und es erst um 2Uhrirgendewas weiterging. Das ist die Zeit, wo ich total müde bin, und da dann rumgehen, anstellen, warten, schauen, warten, einsteigen, machte natürlich einen Dämmerschlaf unmöglich. Das hätte ich eigentlich wissen müssen. Nachtflüge finde ich klasse, aber nur als Direktflüge. Da werde ich künftig wieder besser darauf achten.

29.10.22

Die Ankunft auf Mahe erfolgte gegen 8Uhr. Die Einreiseformalitäten gingen relativ zügig von statten (am Abend vorher hatte ich alle benötigte Nachweise (neg. Test, Flugtickets, Hotelbestätigung, Krankenversicherung- Nachweis) auf der entsprechenden Seite hochgeladen) und ich hatte alsbald die Kokosnuss im Pass. In der Empfangshalle wartete schon ein Fahrer auf mich, den ich über das Hotel bestellt hatte. Er brachte mich die paar Kilometer bis Eden Island, wo das Hotelboot lag. Im Supermarkt kaufte ich noch Mineralwasser und dann erfolgte auch schon die kurze Überfahrt nach Cerf Island. Dort wohnte ich im Hotel L‘ Habitation.

Cerf liegt inmitten des Ste. Anne Marine Parks. Die Insel ist klein, vielleicht 2km lang und 1 km breit. Straßen und Autos gibt es nicht. Außer wenigen Häusern der Einheimischen gibt es noch ein paar weitere Unterkünfte, alles ist sehr beschaulich. Gebucht hatte ich ein Zimmer im ersten Stock ganz außen, bekommen habe ich das daneben. Im Grunde war das Zimmer genauso gut wie das etwas größere Eckzimmer, das halt noch ein weiteres Fenster hat; trotzdem finde ich es nicht ganz korrekt, dass ich im Mai ein spezielles Zimmer gebucht und zugesagt bekommen habe, und dann doch anderswo einquartiert wurde, weil ein Ehepaar 3 Tage länger blieb als ich und auch das Eckzimmer wollte. Aber ich hab beschlossen, mich nicht darüber zu ärgern, sondern einfach alles zu genießen.

Nachdem ich mich im Zimmer installiert hatte, ging ich am Strand spazieren. Es war Ebbe und ich bin fast bis zur „Südspitze“ geschlendert. Ich ließ mir Zeit, beobachtete die Vögel und Fische, hielt hier und da inne und fotografierte, was mir gefiel.

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Besonders schön war eine Bucht, in der viele skurille Granitfelsen lagen oder standen.

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Ich hatte Wassersandalen an, da doch am Meeresboden spitze Steine, Muscheln, aber auch Scherben lagen. Beim letzten Besuch hatte ich mir die Fußsohle ziemlich aufgeritzt, dem wollte ich vorbeugen. Das Wasser selbst ist total warm – ganz so, wie ich es liebe! Ich bewegte mich mit der Kamera in der Hand im Wasser sehr vorsichtig, ein Stolperer und schon kann es passiert sein… Aber alles ist gut gegangen - alles heil heimgebracht. Die Temperatur lag an diesem Nachmittag wie die ganze Woche über bei 27 Grad, die Luftfeuchtigkeit war hoch, aber nicht so hoch wie im Februar. Sonne und Wolken wechselten, an den kommenden Tagen war es untertags meist weniger bewölkt.

Nach meinem Spaziergang döste ich auf einer Liege im Garten, weil ich von der mehr oder weniger durchwachten Nacht sehr müde war. Irgendwann kam ein Bediensteter und ließ mich aus der Karte fürs Abendessen wählen.
Als es dämmerte, ging ich zu einer Stelle, wo ich beim letzten Besuch „Riesenkrabben“ gesehen hatte, aber heuer traf ich sie nicht an.
Um 19.30 wurde das Abendessen auf der Terrasse serviert. Zur Begrüßung bekam ich einen Cocktail nach Wahl, weil ich "Wiederholungsgast" war. Die Vorspeise weiß ich nicht mehr, als Hauptgang hatte ich ein Curry mit Fleisch gewählt. Sehr fein! Statt Windhoek Lager gab es dort Seybrew.
Damit war der Tag zu Ende, sehr müde fiel ich nur noch ins Bett.
Teil 213. Dez. 2022
30.10.

Sonntag! Ich hatte gut und genug geschlafen und so erwachte ich, als es hell wurde. Da es erst um 7.30 Frühstück gab, wollte ich im Garten der Anlage tropische Blüten fotographieren. Dafür hatte ich extra ein Makro-Objektiv und das Stativ mitgeschleppt. Doch leider machte der Wind einen Strich durch die Rechnung: die Blüten bewegten sich ständig und so war es mehr eine Glückslotterie als richtige Fokussieren, was die Schärfe anging. Naja, nach etlichen Versuchen an verschiedenen Exemplaren ließ ich es bleiben und ging dann zum Frühstück. Es war für meine Begriffe gut und reichlich.

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Heute war mein Plan, ein Kajak auszuleihen und um die Insel zu paddeln. Man muss sich in eine Liste eintragen und kann dann je nach Verfügbarkeit eines der Kajaks oder Kanus für 3 Stunden nehmen. Eigentlich sind es Doppelsitzer, aber das war ja egal. In einem wasserdichten Beutel hatte ich mein Handy und etwas zu trinken eingepackt, und eine „Unterwasserkamera“ hatte ich bei mir. Mit Kopfbedeckung, Hemd und Sonnencreme auf der freien Haut ging es los. Schon bald merkte ich, dass ich gehörigen Gegenwind bzw. Gegenwellengang hatte. Ein Speedrennen hätte ich nicht gewonnen, aber das ist ja egal. Immer wieder legte ich das Paddel weg und machte Fotos mit der Knipse.

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Irgendwann waren zwei Schnorchler in meiner Nähe, die mich theatralisch herwinkten. Vielleicht brauchen sie Hilfe? Aber nein, der Herr wollte mir zeigen, was er gerade gesehen hatte: einen Seestern. Er hielt ihn mir ins Boot und ermunterte mich, ihn auch anzufassen. Nun gut, ich weiß nicht so recht, ob das so gut ist, diese Lebewesen rauszuholen oder anzufassen, auch wenn man sie dann wieder zurücksetzt.

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Ich paddelte weiter, etwas weg von Cerf Richtung Long Island. Dort entsteht bei Ebbe eine Sandbank zwischen Round Island und Long Island. Ich hatte richtig gerechnet, gegen Mittag war wirklich Ebbe und die Sandbank lag frei. Ich „parkte“ mein Gefährt und plantschte im seichten Wasser, fotographierte und schlenderte herum.

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Es war viel Betrieb – klar, Sonntag Mittag! Viele Boote lagen hier und die Leute posierten vor den Felsen, die nun zur Gänze freilagen. Eine Kolumbianerin kam in Modelmanier vorbei und bat mich, doch Aufnahmen von ihr zu machen. Mich amüsierte das aufs Köstlichste. Irgendwann wurde mir bewusst, dass von den 3 Stunden wohl schon über 2 vergangen sein mussten und dass ich weiterfahren sollte; ich wollte doch Cerf umrunden.
Nun ja, ich habe es geschafft, aber es war hart. Diese „Gegenwellen“ ließen mich kaum vorwärtskommen, irgendwann kamen sie seitlich, noch dazu an einer Stelle, wo das Riff nicht mehr weit weg ist und am Ufer große Felsen liegen. Ich war nah dran, aufzugeben und umzukehren, habe es aber dann doch durchgezogen. Als ich die Südspitze umrundet hatte und die Ile Cache passierte, war das Wasser wieder ruhig und ich konnte vom Boot aus Photos machen. Dann paddelte ich des letzte Stück zum Hotel.

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Es war kein Problem, dass ich die Zeit sehr überzogen hatte, die anderen Kajaks lagen noch am Strand und im Hotel hatte sich niemand um mich gesorgt.
Den Nachmittag verbrachte ich auf einer Liege im Garten mit Lesen oder im Wasser. Ich hatte auch Schnorchelzeug dabei und eben die Unterwasserkamera, aber so wirklich glücklich war ich nicht. Das Display spiegelte derart, dass ich kaum etwas sah. Die vorbeischwimmenden Fische zu fokussieren, war schwierig. Und dann waren die Korallen irgendwie alle tot und grau und nur wenig Fische da. Stattdessen hatte ich ständig Salzwasser im Mund und musste wieder den Schnorchel freipusten. Wahrscheinlich habe ich mich zu doof angestellt. Egal.

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Gegen Abend zogen Wolken auf und es wehte ein beinahe kühler Wind, sodass ich zum Abendessen ins Restaurant meine Jacke mitnahm. Dieses Mal aß ich nur Fisch: Vor- und Hauptspeise schmeckten ausgezeichnet!

Ein Wort noch zu den anderen Gästen. Wenn ich auf die Terrasse trat, grüßte ich laut, auf Englisch oder Französisch oder Deutsch, je nachdem, welche Vermutung ich hatte. Oder wünschten guten Appetit. Und beim Gehen habe ich mich laut verabschiedet und den Leuten am Nebentisch einen schönen Abend gewünscht. Die meisten schauten nur (dämlich) zurück, wenige erwiderten den Gruß. Wenn aber nun meine rechten oder linken Nachbarn anrückten und sich einen Meter von mir niederließen, hat niemand von ihnen gegrüßt oder irgendetwas gesagt. Ich fand das echt schrecklich. Ich weiß nicht, wo die Manieren hingekommen sind und warum es nicht mal für diese Höflichkeitsfloskeln reicht. Im Flugzeug dasselbe: Es ist immer so, dass ich schon sitze, wenn der Sitznachbar kommt. Auf beiden Hinflügen hat von denen keiner was gesagt, und bei den 8 Flügen vorher auch nicht. Echt schrecklich.
Teil 317. Dez. 2022
Für heute hatte ich einen Besuch auf der Insel Moyenne gebucht. Dominik, der Sohn der Hotelbesitzerin, bietet sich als Bootstaxifahrer an. Mit mir kam ein Ehepaar aus Bulgarien, die wie ich schon zum zweiten Mal im L‘Habitation wohnten und Moyenne auch nochmals sehen wollten.
Mit dem motorisierten Boot waren wir nach kurzer Überfahrt schon am Ziel. Wir stiegen aus und Dominik drehte wieder um. Für den Besuch der Insel muss man einen Eintritt zahlen, nämlich 10 Euro, und dann kann auf den Wanderwegen die Insel eigenständig erkunden.

Moyenne ist noch kleiner als Cerf und von fast runder Form. Brendan Grimshaw, ein reicher Engländer, hatte die Insel 1962 gekauft. Er verstarb 2012, sein Grab befindet sich auf der Insel. Grimshaw war der Natur- und Tierschutz sehr am Herzen gelegen; noch immer gibt es hier eine Aufzucht von Riesenschildkröten. Die jungen Tiere sind in Gehegen gehalten, die großen „laufen“ frei herum.

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Die Insel gilt auch als Rückzugsort für zahlreiche endemische Vogelarten, aber mir ist kein besonderer Vogel aufgefallen, allerdings bin ich kein „Birder“. Angeblich, so erzählt man sich, soll hier auch der legendäre Schatz des Piraten Labuse versteckt sein. An mehreren Stellen wurde danach gegraben, die riesigen Löcher kann man noch besichtigen. Mich fasziniert auf der Insel die Vegetation, die schönen Buchten und die Ausblicke aufs Meer und die Nachbarinseln.

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Auf der Insel „streunt“ ein Hund umher, ich vermute, dass er eigentlich den Leuten vom Strandlokal gehört. Ich hatte ihn schon vor 3 Jahren getroffen, da war er gerade in einer philosophischen Phase und dachte beim Blick aufs Meer über Sinn und Unsinn des Lebens nach.

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Dieses Mal war er auf Schatzsuche und hatte am Strand wohl etwas entdeckt. Er buddelte ein Loch und sprang wie ein Irrer kläffend und jaulend um sein Loch. Das ging über eine Viertelstunde so dahin. Was ihn dort so fasziniert hatte, konnte ich nicht sehen – eine Krabbe? Ein Krebs? Ich weiß es nicht. Irgendwann ließ ich ihn in seinem Glück allein und wanderte weiter.

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Teil 417. Dez. 2022
FS:

Ich machte den Abstecher zum Rocky Point,

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genoss den Ausblick von einem Aussichtspunkt mit einer tollen Palme,

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verbrachte ein wenig Zeit mit den beiden Bulgaren am Strand,

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beobachtete eine Krabbe bei ihren Spaziergang,

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streifte auf den Waldwegen herum und blickte immer wieder aufs Meer

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und stieg auch hoch zu einem großen, bizarren Granitfelsen, den ich beim letzten Besuch irgendwie verpasst hatte.

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Teil 517. Dez. 2022
Fs [Ich musste diesen Bericht teilen, weil das Hochladen aller Bilder in einem Beitrag nicht geklappt hat 😠 ]

Ich schlenderte mehr oder weniger völlig allein herum. Zweimal habe ich andere Leute getroffen! Moyenne ist unbewohnt, man kann nur als Tagesgast hier sein. Die meisten Leute bleiben aber am Strand, wo die Boote anlanden, bzw. Strandlokal. Ihr Pech - mein Glück! Es war so ruhig, nur die Natur war lebendig: Vögelgezwitscher, Palmenwedelrauschen, Wellen... Einfach herrlich!

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Um 15 Uhr holte uns Dominik wieder ab.

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Teil 620. Dez. 2022
Moyenne haben wir zwar verlassen, aber Dominik wollte uns noch den schönsten Strand im Marine Park zeigen. Ich ahnte, wohin er steurte: Genau! Zur Sandbank, an der ich tags zuvor schon war. Der tiefste Punkt der Ebbe war gerade erst überschritten, der Nachmittag schon fortgeschritten und das Licht schon schöner als am Vortag. Außerdem hatte ich ja nun die große Kamera dabei, mit der ich vorsichtig aus dem Boot stieg und im Wasser watete. Die Rillen im freigelegten Sand finde ich wunderbar, ebenso die unterschiedlichsten Blautöne, und natürlich auch die Felsen! Wir blieben sicher eine Stunde lang und genossen den schönen Ort!

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Nun ging es aber endgültig zurück zum Hotel. Den Rest des Tages verbrachte ich lesend im Garten bzw. am Balkon und ließ mir das Abendessen - Thunfisch, den Dominik am Vortag gefangen hatte - schmecken.
Teil 721. Dez. 2022
1.11.

Meinen letzten vollen Tag auf Cerf wollte ich mit einer "Inselwanderung" ausfüllen. Nach dem Frühstück ließ ich mir an der Rezeption erklären, wo der Weg quer über die Insel beginnt und ging los. Der Strand war dieses Mal unter Wasser, weil Flut war, und so verpackte ich die Kamera gleich zu Beginn im wasserfesten Beutel. Sicher ist sicher, auch wenn es nur wenige 100m sind, bis man den Strand verlässt und dann durch den Wald aufsteigt. Der Pfad ist eng, rechts und links stehen immer wieder Zimtbüsche, wo ich etliche Blätter aberntete. Ich verwende sie zuhause zum Würzen. Immer wieder raschelte es im Gebüsch, und wenn ich Glück hatte, sah ich den oder die Versursacher, nämlich Eidechsen.

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Oben an der Kuppe ist ein Wasserreservoir angelegt und man kann einem Pfad seitlich folgen und kommt dann zu einem schönen Aussichtspunkt auf den St. Anne Marine Park, wo ich die Inseln nochmals im Überblick hatte. Ich verweilte lange und genoss den grandiosen Blick!

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Dann besuchte ich den alten Friedhof, der sich dort oben mitten im Wald befindet. Fotos von den Gräbern habe ich nicht gemacht, dafür aber von einer Eidechse, die ebenfalls nicht scheu war.

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Dann kehrte ich zum Wasserreservoir zurück und stieg auf der anderen Seite wieder hinab. Der Wald hat ebenfalls Urwaldcharakter, ist aber nicht ganz so schön wie auf Moyenne. Trotzdem entdeckte ich viele Motive, die mir gefielen.

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Während ich fotographierte, kam ein einsamer Wanderer bergauf entgegen, der ebenfalls eine dicke Kamera umhängen hatte. Ich grüßte, trat zur Seite und tat meine Begeisterung kund, dass ich es hier wunderschön finde - auf Englisch. Der Herr grüßte weder noch entgegnete er irgendetwas. Er ging einfach an mir vorüber. Ehrlich gesagt, war ich fassungslos über solch ein Benehmen. Selbst wenn er nicht verstanden hat, was genau ich gesagt, ist immer noch aufgrund der Situation und meiner Gestik zu erahnen, dass ich gegrüßt habt und die Natur bewundere. Nun gut, soll er glücklich werden. Ich war es und ging weiter. Unten tritt man plötzlich auf eine Art "Lichtung", wo Blumen üppig wachsen und ein verlassenes Haus steht, zu dem wohl man ein Garten gehört hat.

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Und dann noch ein paar Schritte und ich stand am Strand an einer weiten Bucht.

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Hier suchte ich mir ein schattiges Platzerl (achte immer auf ev. fallende Kokosnüsse!), plantschte im warmen Wasser und las dann ein wenig in einem Buch. Immer wieder nahm ich aber den Fotoapparat und fotographierte die Vögel. Leider gelang es mir nicht, die "fliegenden" Fische zu fotographieren - scheinbar wurden die kleineren von einem größeren Raubfisch gejagt, das ist in meinen Augen der Grund, warum sie immer wieder aus dem Wasser springen. Bei meinem ersten Besuch auf Mahe ist mir so ein Foto rein zufällig geglückt - bei Sonnenuntergang; nun, weil ich darauf wartete, gelang es nicht.

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So verbrachte ich ca. 2 oder 3 Stunden an dieser schönen Bucht. Die Ebbe hatte eingesetzt, sodass ich beschloss, zu wagen, im seichten Wasser außen um Cerf herumzuwaten. Anfangs ging das auch ganz gut. Umständlich war, dass ich an jeder tollen Stelle die Kamera wieder aus dem wasserfesten Beutel aus dem Rucksack nehmen musste, um ein Bild zu machen, und dann wieder ordentlich verpacken musste. Ich hatte einfach Angst, irgendwie zu stolpern und die Kamera im Salzwasser zu versenken.

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Nach der 2. oder 3. Bucht war das vielleicht oberschenkelhohe Wasser auf einmal sehr dunkel; erst dachte ich, dass hier Seegras wächst, erst beim Näherkommen erkannte ich, dass das riesige Schwärme mit kleinen Fischen sind. Fasziniert blieb ich stehen; noch war ich nicht im Schwarm drinnen. Und dann sah ich, dass dieser Schwarm von größeren Fischen gejagt wurde. Oh, oh. Das gefiel mir gar nicht. Ich erinnerte mich an eine Geschichte, dass ein Einheimischer von einem Fisch in die Wade gebissen wurde, die dann nur noch halb vorhanden war. Die Warnungen vor solchen Raubfischen haben sich mir irgendwie eingeprägt. Also versuchte ich ans Ufer zu kommen, was an dieser Stelle aus Granitblöcken bestand. Ab da kletterte und kraxelte ich also am Ufer weiter. Mit Händen und Füßen klappte es so einigermaßen; aber es war sehr mühsam, auch hier musste ich aufpassen, nicht auszurutschen oder mich wo aufzuritzen. Ich schwitze wahnsinnig stark. Als ich eine Bucht erreichte, die ich beim Vorbeipaddeln vor zwei Tagen fotographiert hatte, wusste ich, dass es nicht mehr weit ist, bis der Strand wieder aus Sand besteht. Ein Traumbuch, die zum Verweilen einlädt!

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Und so schaffte ich auch das letzte Stück, das Wasser wäre inzwischen auch zu tief gewesen, sodass ich wirklich auf diesen Felsen herumturnen musste, wenn ich nicht samt Rucksack baden wollte. Als ich den Sandstrand erreicht hatte, war ich froh, aber irgendwie auch stolz, dass ich das geschafft hatte. Die Bewegung und die Hitze hatten mir gut getan. 🙂
Teil 826. Dez. 2022
Danke, Gabi! Ganz oben stehen diese Inseln bei mir nicht - aber wenn die vorrangige Wünsche nicht umsetzbar sind... Und, es war wahrlich keine schlechte Wahl!


Am Abend überlegte ich dann, wie ich am nächsten Morgen zu meiner nächsten Unterkunft komme. Im Vorfeld hatte ich verschiedene Taxidienste angeschrieben und Angebote zwischen 50 und 65 Euro für die Fahrt von Eden Island an die Anse Soleil unterbreitet bekommen. Ich fand das für die 25 km Wahnsinn, wenn man bedenkt, dass man für die Busfahrt 12 SCR, also ca. 90 Cent, bezahlt. An der Hotelrezeption bestätigte man mir, dass von Eden Island aus die Bushaltestelle durch einen auf Google Map nicht eingezeichneten Fußweg in 10 Minuten zu erreichen sei. So wollte ich es machen!

2.11.
Nach dem Frühstück checkte ich aus und bestieg das frühe Boot nach Eden Island. Wir waren pünktlich und ich hatte ca. 30 Minuten Zeit für den Weg bis zu Bushaltestelle. Ich hatte vorher schon alles (Rucksack, Kamera etc) in meine Reisetasche gestopft, weil ich diese ja wie einen Rucksack tragen konnte. Nach halben Weg taten mir dann doch die Schultern weh und ich setzte die Tasche ab, um die Arme zu locken. Das sahen zwei vorrübergehende junge Männer und sprachen mich an, ob sie helfen könnten. Und ehe ich recht wusste, was ich sagen sollte, hatte sich schon jeder einen Henkel geschnappt und sie trugen mir die Tasche! Die Herren waren aus Bangladesch, sie waren eigentlich Palmenkletterer, arbeiteten aber jetzt im Gastgewerbe. Nur der eine konnte Englisch, er fragte mich dann auch aus, wie man nach Deutschland käme, ob das auch ohne Papiere gehe, ob ich ihn einlade könnte, ob er meine Nummer bekäme etc. Ich fand zwar nett, dass sie für mich die Tasche trugen, aber bei diesen Fragen konnte ich nicht weiterhelfen und meine Nummer rückte ich auch nicht raus. An der Bushaltestation bedankte ich mich und wollte ihnen Trinkgeld geben, was sie aber ablehnten. Sie fuhren dann mit dem Bus auf der andere Straßenseite weg.
An der Haltestelle selbst standen schon einige Einheimische, darunter eine Frau, die entweder völlig betrunken oder unter Drogen war; sie lallte und schwankte herum, erleichterte sich hinter dem Bushäuschen und wurde später von einem Mann weggeführt in irgendeine Hütte, die zum nahen Sportplatz gehörte. Das war irgendwie alles sehr traurig.
Der Bus selbst war sehr voll, aber ich bekam einen Platz ganz hinten. In den Öffis herrschte damals noch Maskenpflicht, und die meisten Fahrgäste hielten sich daran. Wir querten die Insel, in engen Kurven ging es die Berge hoch, dann wieder runter, und das alles in einer ziemlich hohen Geschwindigkeit. Dann ging es an der Westküste Richtung Süden und schließlich Richtung Anse Soleil. Am Umkehrpunkt bin ich ausgestiegen; der Bus musste wenden und schrammte beim Rückwärtsfahren voll an einer Mauer entlang. Das Busfahrer stieg aus und begutachtete den Schaden, fuhr aber dann gleich weiter. Ich schulterte die Tasche und ging den letzten Kilometer zu Fuß, steil bergab. Unterwegs hatte es wie aus Kübeln geschüttet, nun und hier nicht mehr, und so kam ich ca. 2,5 Stunden, nachdem ich im L'Habitation aufgebrochen war, im Beachcomber an. Ich war viel zu früh, hatte aber Glück, dass mein Zimmer schon fertig war. Es war ein Standart-Room, glücklicherweise der letzte in der Zeile, sodass bei mir niemand vorbeigehen musste / konnte. Für meine Zwecke war das Zimmer völlig ok und sauber.

Ich richtete mich ein, genehmigte mir ein Glas Sekt, weil zur Begrüßung eine ganze Flasche da stand, und ging dann später ins Meer. Erst zum plantschen, dann mit Schnorchelausrüstung. Hier sah ich viel mehr Fische und Korallen als vor Cerf! Ich versuchte mich wieder mit der Unterwasserkamera, hatte aber nach wie vor Probleme, die vorbeischwimmenden Fische zu fokusieren.

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Später gab es nochmals einen kleinen Schauer; als er vorbei war, erkundete ich den Garten bzw. die nähere Umgebung mit meinem Makro-Objektiv und Stativ.

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Pünktlich zum Sonnenuntergang riss die Wolkendecke auf:

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Als die Sonne dann ganz weg, erlebte ich die "blaue Stunde" auf der Terrasse des Restaurants, die direkt über den Granitfelsen am Wasser erbaut wurde. Dort tummelten sich immer Vögel und Krabben...

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Ab 19 Uhr wurde das Abendessen serviert. Geschmacklich sehr, sehr gut, die Portionen sind aber relativ klein, ich hätte durchaus mehr vertragen.
Teil 927. Dez. 2022
3.11.

MIt der Dämmerung wurde ich wach und begann den neuen Tag so, wie ich den letzten beendet hatte: Ich schlenderte herum und genoss die Stimmung!

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Fast unmittelbar hinter dem Strand befindet sich eine Art Lagune - jetzt war mir auch klar, wo die vielen Mücken herkamen, die mich am Vortag bei meinen "botanischen Erkundigungen" gestochen hatten. EIgentlich ganz schön, im Gegenlicht richtig mystisch, aber auch schon am frühen Morgen sehr voller Mücken...

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Am Strand waren einige Schätze zu finden:

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Teil 1028. Dez. 2022
Fs

Als ich am Wasser entlang schlenderte, überkam mich plötzlich die Lust, jetzt baden zu gehen. Das Salzwasser könnte auch gegen die vielen juckenden Mückenstiche an den Beinen helfen, die leider durch das Herumstrolchen an der Lagune mehr geworden waren, hoffte ich. Also tauschte ich Kamera gegen Schnorchelzeug und Unterwasserknipse und schnorchelte um die Felsen herum, dort waren die meisten Fische! Interessant, dass es mehrer Arten von blau-gelben Fischen gab. Und auch die zebraähnlichen gefielen mir immer wieder sehr gut. Irgendwie sah in diesem Morgenlicht auch der Meeresboden viel bunter und heller aus. Alles gefiel mir sehr gut! Aber als dann ein roter FIsch auf mich zuschwamm, der total zerfleddert aussah und dem die Augen irgendwie raushingen, bekam ich echt einen Schrecken. Puh, der gefiel mir gar nicht und ich suchte das Weite.

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Gegen 9 Uhr nahm ich dann das Frühstück auf der Terrasse ein! Barfuß, kurze Hose dank Sonne, ein genialer Ausblick - was will man mehr!

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Teil 1107. Jan. 2023
Fs

So, was mache ich nun mit dem angebrochenen Tage? Eigentlich hatte ich mir eine Wanderung auf der anderen Seite von Mahe vorgenommen; dafür müsste ich mit dem Bus, und dann weit... und dann wieder mit dem Bus zurück... natürlich zur richtigen Zeit, weil nur ein Bus am Nachmittag fährt... Einen Teil der Strecke bis zur Anse Capucins kannte ich schon, aber eigentlich wollte ich ja weiter und eine große Runde machen. Eigentlich... Aber ach, ich hatte keine Lust, diese paradiesische Bucht zu verlassen. Also ließ ich mir ein Kanu geben, was kostenlos, aber mit Papierkram verbunden war. Und es wurde darauf bestanden, dass ich eine Schwimmweste mitnehme... Nun gut...
Ich paddelte Richtung Norden, quer über die große Bucht zum "Maia-Strand".

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Eigentlich heißt die Bucht Anse Louis, weil sich dort aber das Maia-Hotel befindet, eines der teuersten auf der ganzen Insel, sagt man auch Maia-Strand. Die perfekte Location für Sonnenuntergänge. Nun gut, dafür war es noch viel zu früh. Ich brauchte für den Weg über eine Stunde, aber es war bei weitem nicht so anstregend war wie die Umrundung von Cerf, weil kaum Wellengang herrschte.

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Am Strand beobachtete ich das Treiben der Leute und Krabben und Wachmänner vom Hotel; es war nicht viel Betrieb; die meisten Hotelgäste bleiben am Pool ihrer Hüttchen. Als ich genug geschaut hatte, fuhr ich wieder zurück., nicht ohne mich mehrfach umzudrehen...

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Unterwegs broddelte es immer wieder rechts und links des Bootes wie im Whirlepool; Schwärme mit kleinen Fischen kreisten. Ab und zu sprang einer aus dem Wasser und es platschte so richtig. Leider ist mir kein Foto gelungen.
Teil 1209. Jan. 2023
[Da ich Probleme habe, die Bilder hier hochzuladen, muss ich leider den Tag so zerstückeln. Eigentlich wollte ich ja für jeden Tag einen Beitrag erstellen...]

Fs:

Nach der Paddelei wollte ich selbst ins Meer. Der Meeresboden mit den Korallen, Seeigeln oder Seegurken und natürlich die Fische haben mich schon sehr fasziniert. Das Schnorcheln an sich hat mir weniger Spaß gemacht. Entweder war die Brille beschlagen oder ich hatte Wasser im Schnorchel oder ich hab am Display von meiner UW-Knipse nichts gesehen. Mhm, mir fehlt(e) da eindeutig die Routine!

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Teil 1309. Jan. 2023
Fs

Nach etwas Lesen und einer Obst-Stärkung wollte ich die Granitkuppe nördlich der Bucht erklimmen. Also erkundigte ich mich beim Personal, doch erst die Managerin selbst konnte mir immerhin sagen, dass ihr Mann da schon mal oben gewesen und dass ich am Ende des Strandes die Treppen nehmen müsste; der Pfad sei eigentlich nicht zu verfehlen. Ok, die Treppen hatte ich schon gesehen und schon vermutet, dass es da hoch geht. Ich stieg durch schönen Wald höher und höher, machte mal hier, mal da ein Foto und stand dann schließlich vor einem Zaun und einem Tor, das mit einem großen Schild versehen war: "Durchgang verboten. Covid-Quarantäne-Station! Zuwiderhandeln wird bestraft!" So ein Quatsch: Quarantäne Station?! Aber die beiden anderen Infos nahm ich ernst und versuchte am Zaun entlang zu gehen; das ging nur ein Stückchen, dann waren die Felsbrocken zu groß und ich konnte nicht weiter. Also musste ich unverrichteter Dinge umdrehen. Schade.

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Teil 1410. Jan. 2023
Fs

Was fehlt dem Tag noch? Ja, richtig! Der Sonnenuntergang! Und der war wirklich von der feinsten Sorte! 😘


Anfangs lenkten mich die Vögel ab, die sich auch den warmen Felsen ausgesucht hatten...

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Aber dann wurde das Spektakel immer besser:

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Als der Ball versunken war, verließ ich den Platz und suchte mir eine neue Stelle für das, was danach noch kam:

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Teil 1521. Jan. 2023
4.11.

Den Tag ging ich ähnlich an wie den vorherigen: Herumstreifen in der Lagune, weitere Mückenstiche, aber totale Begeisterung über die Vegetation. Leider muss ich aber auch eines sagen: Dieses kleine Palmenwäldchen mit dem Brackwassertümpel war total vermüllt. Es stand mal ein Haus hier, von dem nur noch Grundmauern zu sehen sind, aber mehr oder weniger die ganze Einrichtung liegt in größeren oder kleineren Plastikfetzen zerrissen herum. Nur durch geschicktes Auswählen der Perspektive sieht man das auf meinen Bildern nicht. Über diesen Müll war und bin ich echt entsetzt. Am Strand selbst ist davon nicht zu sehen, aber nur ein paar Meter hinein ins Wäldchen ist es aus mit dem paradiesischen Schein.

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Nach dem Frühstück machte ich mich auf den Weg in den Jardin du Roi, das ist ein botanischer Garten bzw. ein Gewürzgarten in der Inselmitte. Zunächst musste ich den sehr steilen Anstieg und Weg bis zur Bushaltestelle hinter mich bringen. Kein Problem, ich hatte ja Zeit. Trotzdem freute ich mich, als mich ein kleiner LKW überholte, anhielt und anbot, dass ich auf der Ladefläche bis zur Straße mitfahren konnte. Dass ist die Art der Seychellois, zu trampen. Gerne nahm ich das Angebot an und grinste über beide Ohren, als mich so chauffieren ließ. An der Kreuzung sprang ich hinunter und dankte. Lange musste ich nicht bis auf den Bus warten. Die Fahrt kostete wieder 12 Rupies. An der nächsten Haltestelle stieg ein ganzer Schwung Leute ein und eine telefonierende Frau setzte sich neben mich. Auch jetzt musste ich wieder in mich hinein lachen. Wir saßen echt auf Tuchfüllung und sie hatte keinerlei Hemmung, sich über mich hinweg (oder eigentlich direkt vor meinem Gesicht) am Haltegriff festzuhalten. Neben dieser fülligen Frau kam ich mir wie ein kleines Krisperl vor. In einer ihrer Telefonier-Pausen sprach ich sie an und sagte ihr, dass ich bis zum Jardin du Roi fahren wolle und bat sie, mir doch ein zu sagen, wann ich dafür das Stopp-Klingelsignal geben müsse. Das tat sie dann auch und ich als einzige aus. Nun musste ich wieder sehr steil hochgehen, da der Garten oben in den Bergen liegt.

Der Eintritt kostete 150 Rupies, also ca. 10 Euro, und man bekommt eine Karte incl. Übersicht über die Pflanzen in die Hand gedrückt. Der Besuch eines kleinen Museums wäre auch inkludiert, aber dort war ich nicht.

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Nachdem ich mich am Aussichtspunt direkt beim Restaurant etwas erholt hatte und das Makro-Objektiv auf die Kamera gesteckt und das Stativ ausgepackt hatte, begann ich meine Runde. Bald ließ ich es bleiben, überall nachzulesen, wie die Pflanzen heißen. Ich ließ mich einfach treiben und genoss die Farben und Formen der unterschiedlichen Pflanzen.


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Ab und an kamen Pärchen oder kleine Gruppe vorbei; einmal hörte ich einen sehr vertrauten Dialekt und siehe da, die Familie wohnt im Nachbarlandkreis. Einmal begegnete ich auch einer Führung und hörte ein wenig zu, aber irgendwie war ich doch lieber alleine unterwegs und fotographierte in Ruhe, was mir gefiel.

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Teil 1621. Jan. 2023
Fs

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Als ich die Hauptwege auf diese Weise einmal abgegangen war, traf ich zwei Frauen, die ich beim Frühstück im Hotel gesehen und gesprochen hatte. Gemeinsam aßen wir einen kleinen Lunch – und da war ich echt über den Preis schockiert. Für einen Thunfischsalat (also ein paar grüne Salatblätter mit Zwiebeln und Thunfischstückchen), der nur mittelmäßig schmeckte und meiner Meinung nach aus der Dose kam, zwei Toastscheiben, zwei kleine Bier und einen Crepes mit Eis , der mit etwas Takamaka-Rum bespritzt war, zahlte ich umgerechnet 50 Euro. Irre. Nun gut. Die beiden Hotelbekannten fuhren mit ihrem Mietauto weiter und boten an, mich ein Stückchen mitzunehmen. Nettes Angebot, aber ich wollte nochmals durch den Garten wandern. Dieses Mal mit dem normalen Objektiv.


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Nach dieser zweiten Runde kehrte ich im Souvenirshop ein und kaufte etliche Gewürze; auch hier war es unheimlich teuer. Da ich aber sonst keine Gelegenheit hatte, Mitbringsel einzukaufen, musste ich die teure Kröte schlucken.

Nun war mein Plan, den Garten hinten zu verlassen und über die Berge zur Baie Lazare zu wandern. In der Karte war ein entsprechender Weg eingezeichnet. Ich fragte nochmals an der Kasse nach und ließ mir den Weg erklären.

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Es war ein schöner Waldpfad, teils sehr steil, aber wirklich schön. Oben am „Pass“ kommt man auf eine Lichtung und hat freien Blick aufs Meer. Nun ging es wieder steil bergab. Blöderweise rutschte ich einmal aus und griff instinktiv an eine Pflanze am Wegesrand, um mich festzuhalten. Das war echt sehr blöd, denn ich griff in Stacheln bzw. dünne Dornen, was wenig angenehm war. So gut es ging, versuchte ich, die Stacheln herauszuziehen und sprühte Desinfektionsspray drauf. Ein paar saßen etwas tiefer, die ich nur mühsam herausholen konnte. Dann ging es weiter, vorsichtiger und bedächtiger.

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Je tiefer ich kam, umso lauter vernahm ich Musik. Mehrmals gabelte sich der Weg, einmal ging ich falsch und kam auf ein Feld, wo Früchte angebaut wurden. Also kehrte ich um und folgte weiter der Musik, bis ich auf einmal hinter dicht stehenden Hütten und Baracken stand. Das sah alles sehr privat aus, irgendwie wollte ich nicht durch den Hinterhof fremder Leute trampeln. Aber umkehren kam nun auch nicht mehr in Frage. Zwischen Blechwänden und Mauern zwängte ich mich beinahe schon durch und stand plötzlich einer Frau gegenüber, die in einem kleinen Hinterhof Wäsche aufhing. Ich grüßte und fragte, ob das der Weg nach Baie Lazare sei. Sie war sehr freundlich und bejahte dies und zeigte mir, wo ich weitergehen musste. Ich traf noch auf eine Gruppe von Männern, die quasi im Stuhlkreis auf einem freien Platz saßen, und kam auf eine asphaltierte Straße. Hier sah ich auch ein sehr modernes, großes Haus, aus dem diese irrsinnig laute Partymusik tönte. Welch ein Gegensatz zu der ärmlichen Siedlung, die ich gerade passiert hatte.

Nun musste man nur noch der Straße folgen, die sich gemächlich den Berg hinabwand. Rechts und links gab es immer wieder Häuser. Fußgänger und Autos begegneten mir, ich war nicht mehr allein. Am Straßenrand fand ich ein wunderschönes Palmblatt, das sich schon gelb verfärbt hatte. Ich schleppt es eine Zeitlang mit, bis ich es auf einem passenden Stein ablegte.

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In einem kleinen Shop, der von Indern geführt wurde, kaufte ich mir noch 3 Seybrew (die 3 kosteten zusammen weniger als 1 im Hotel) und war dann gerade rechtzeitig zu Dämmerung wieder am Hotel, ziemlich erschöpft, aber sehr glücklich, weil ich so viel Schönes gesehen hatte.
Teil 1722. Jan. 2023
Danke auch freshy und Gabi für die Rückmeldung zu den Fotos - das Lob freut mich.

So nun schließen wir den Tag ab - mit dem Sonnenuntergang! 😄 Ich beschränke mich heute auf 3 Bilder, sonst wird es langweilig...

Fs

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Teil 1829. Jan. 2023
5.11.

Nach dem Frühstück boten mir die beiden Damen, die ich tags zuvor im Jardin du Roi an, dass ich mit ihnen im Auto bis Victoria mitfahren könnte. Sie wollten den Markt besuchen und ich wollte auf den Morne Blanc wandern. Von Victoria aus gibt es einen Bus, der am Startpunkt des Trails hält. Ich war dankbar für die Möglichkeit, bequem in die Hauptstadt zu kommen und so machten wir uns auf den Weg. Irgendwie verpassten die beiden dann die Straße, auf der sie die Berge überqueren wollten und nahmen die Sans-Souci-Road - für mich optimal, weil somit ja schon direkt da war, wo ich sein sollte und brauchte keinen Bus. Direkt dort, wo der Aufstieg beginnt, konnte ich aussteigen! Merci, liebe A&A (falls ihr hier mal reinschaut!) für diesen Service.
Eine Infotafel informierte über alle notwendigen Fakten (1,6km Länge, 630 Höhenmeter, Anforderung: difficult...) und ich machte mich langsam an den Aufstieg. Der Waldweg führte über Stufen aus Wurzeln oder Steinen oder über von Menschenhand angelegte Stufen stetig aufwärts.

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Ich ging langsam und machte viele Fotostopps, trotzdem kam ich natürlich total ins Schwitzen. Mal überholte mich eine Gruppe Wanderer, mal ich andere. Meist ging ich allein und genoss die Umgebung. Je höher ich kam, umso mystischer wurde es: Farne und Flechten erweckten den Eindruck einer verwunschenen Welt.

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Als ich nach eiber guten 1 Stunde oben angekommen war, war ich klitschnass. Aber angesichts der Wärme störte mich das nicht. Ich genoss die Aussicht und verweilte lange dort oben. Leute kamen und gingen, v.a. Einheimische, die einen Wochenendausflug in die Berge machten.

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Als ich mich satt gesehen hatte, machte ich mich wieder auf den Weg zurück, folgte aber immer wieder Trampelpfaden zu Aussichtspunkten ins Inselinnere oder aufs Meer.

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Teil 1903. Feb. 2023
Fs

Zurück am Ausgangspunkt des Trails vergewisserte ich mich nochmals, dass da wirklich 600 Höhenmeter auf der Tafel stand – ich konnte und kann es immer noch nicht glauben, weil ich solch einen Höhenunterschied nie in dieser Zeit „gepackt“ hätte.
So, nun wollte ich zur „Mission Lodge“ und wünschte mir einen Bus herbei, der Richtung Victoria fährt. Da aber die Bushaltestelle ein Stückchen in die entgegengesetzte Richtung gelegen ist, beschloss ich, die 2 oder 3 km zu Fuß zu gehen und so spazierte ich auf der Sans-Souci-Road entlang. Es gab nur wenig Verkehr und nach einer Dreiviertelstunde war ich am gewünschten Ort. Oder doch nicht? Ich war völlig verwirrt, weil ich von meinem ersten Besuch auf Mahe im Kopf hatte (oder glaubte, zu haben), dass das Gelände südlich der Straße liegt. Aber da irrte ich. Die Besichtigung kostet Eintritt. Die Mission Lodge war einst Farm und Internat für befreite Sklavenkinder, 1875 von kirchlichen Organisationen erbaut. Bis zu 80 Schüler lebten dort; doch lange hielt sich das Projekt nicht. Heute kann man noch die Ruinen besichtigen.

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Spannender fand ich die tolle Aussichten auf Mahes Westküste, natürlich ähnlich dem Blick vom Morne Blanc, aber ich wollte dort auf einem Bankerl etwas rasten. Man sagt, in dem Pavillon habe schon Königin Elisabeth II bei einer Tasse Tee die Aussicht genossen.

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Außerdem begeistern mich dort besonders die kleinen und großen Palmen und die riesigen Wurzeln der Bäume.

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Teil 2003. Feb. 2023
Fs

Mein nächster Programmpunkt war der Copolia Trail. Die Leute am Kassenhäuschen der Mission Lodge meinten, es sei zu weit, zu Fuß dorthin zu gehen und der Bus komme ohnehin gleich. Also wartete ich. Und wartete. Und wartete. Nach über einer halben Stunde fragte ich, ob sie mir denn sagen könnten, wann nach Fahrplan der Bus komme. Sie dachten dann etwas nach und meinten, dass der Bus am Sa Nachmittag leider doch nicht stündlich fahre und sie nicht wüßten, wann er komme. Mhm. So machte ich mich dann zu Fuß auf und folgte der Sans-Souci-Road weiter. Auch die Angabe, dass es weit sei, war falsch. In einer halben Stunden war ich am Start des Copolia Trails. Dieser kostete nun Eintritt, der aber nicht bar, sondern nur mit Karte bezahlt werden kann. Auch dort fragte ich die Dame nach den Buszeiten und sie sagte, dass der letzte Bus zurück zur Westküste um 16Uhr fahre. Ok, wenn es stimmt, wovon ich ausgehen musste, wird es sportlich. 2 Stunden würden mir bleiben und die Angaben, was Länge, Höhenmeter und Dauer angeht, entsprechen denen das Mont Blance Trails. Aber ich machte mich trotzdem auf den Weg.
Auch hier wanderte ich durch sehr schönen Wald steil aufwärts. Die Wege waren gut angelegt, wo es nötig war, waren mit Holzbalken Treppen gemacht.

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Fast schon ganz oben muss man über eine Leiter auf die Granitkuppe des Berges steigen. Und dann ist man oben und hat eine wunderbare Aussicht auf Viktoria und v.a. den St. Anne Marine Park, wo ich ja meinen Urlaub begonnen hatte.

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Ich war alleine und genoss die Weitsicht. Leider war es schon ziemlich bewölkt, sodass Eden Island und die Inseln nie richtig gut ausgeleuchtet waren. Wie schon am Vormittag war ich total nass geschwitzt. Irre, wieviel der Mensch schwitzen kann.

Eine weitere Besonderheit sind die fleischfressenden Kannenpflanzen, die hier wachsen.

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Der Abstieg ging schneller als der Aufstieg und vor 16Uhr war ich am inzwischen verwaisten Kassenhäuschen angelangt. Zwei deutsche Touristen standen etwas unentschlossen herum; wir unterhielten uns; da es doch schon spät war, wollten sie auf den Trail verzichten und lieber die Mission Lodge besuchen. So konnte ich das Stück mit ihnen im Mietwagen zurückfahren. Besser als nichts, dachte ich mir, falls der Bus wieder nicht kommt.
Und weil ich dort dann keine Lust hatte, zu warten, machte ich mich auf den Weg Richtung Westküste und nahm mir vor, darauf zu hoffen, dass mich wer mitnimmt. Das erste Auto, das vorbeikam, war die Polizei. Da traute ich mich nicht, zu winken. Dann kam ein Kleinbus, hier versuchte ich mein Glück. Und tatsächlich, er hielt und ließ mich einsteigen. Es war ein leerer Schulbus. Der Fahrer hatte seinen eigenen kleinen Sohn dabei und war auf den Weg in einen Ort an der Westküste, um die Schüler abzuholen. Irgendwie wurde diese Fahrt zu einem meiner Highlights der Reise. Der Bus war so alt, alles rumpelte und schepperte. Der Motor dröhnte. Wir mussten fast schreien, um uns zu verständigen. Er fragte mich aus, wie es mir hier gefalle, was ich schon alles gesehen hätte etc., ich fragte ihn über seine Familie und seinen Beruf aus. Das alles in einer Affengeschwindigkeit auf kurviger, abschüssiger Straße. Es war so witzig und am liebsten hätte ich einfach laut gelacht! An der Küste ankommen, trennten sich unsere Wege, er musste nach Norden, ich nach Süden. Dieses Mal nahm ich dann den offiziellen Bus.
An der Anse La Mouche musste ich umsteigen und erlebte so, dass dort der Bär steppte. In einer Lücke der Strandvegetation war ein Auto geparkt, Türen und Kofferraum geöffnet und aus einer riesigen Musikanlage tönte irre laute Partymusik. Die Leute aus dem ersten Bus strömten dorthin. In ihren Taschen und Rucksacke schepperten die Flaschen. Ein sehr eigenartiger, süßlicher Geruch lag in der Luft, gemischt mit Rauch von einem Grill. Das war eindeutig die Samstagabend-Location von Mahe. Aber weil es so laut war, war ich froh, als der Bus kam und ich weiterfahren konnte bis Baie Lazare.
Das Stück zur Anse Soleil musste ich dann zu Fuß gehen. Erst nach Sonnenuntergang kam ich im Beachcomber an, sehr erschöpft, aber total glücklich über die Erlebnisse.
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