Es geht los! Es geht nach Botswana! Und die Schwiegereltern kommen mit!
Futter für die Löwen - mit den Schwiegereltern nach Botswana ´22
(so sollte der Titel eigentlich heißen, war aber zu lang 😉 )
…aber keine Sorge! So schlimm ist es dann doch nicht gekommen. Ihr müsst also unterwegs in Botswana nicht nach ihnen Ausschau halten. Sie haben sich benommen und sind wohlbehalten wieder mit zurück genommen worden 😉
Jetzt fragen sich manche bestimmt „Wie kommt man dazu, seine Schwiegereltern mit in den Urlaub zu nehmen?“
Einleitung: Im November 2019 sind mein Freund und ich von einer Reise durch Ecuador und den Galapagos-Inseln zurückgekommen. Noch ganz euphorisch von den ganzen Tierbegegnungen und der tollen Landschaft konnte ich nicht anders, als schon den nächsten Urlaub zu planen. Aber wo soll es hingehen? In Asien waren wir schon oft, Australien war uns für 3 Wochen zu weit und zu groß. Da fiel mir ein, dass eine liebe Arbeitskollegin schwer von Botswana geschwärmt hat. Aber Safari? Lodges? Das ist doch viel zu teuer und viel zu gehoben für uns… Und schwubbs bin ich hier im Forum gelandet und war ganz angetan als Selbstfahrer auf Safari zu gehen. Das konnte ich ehrlich gesagt erstmal gar nicht wirklich glauben, dass man mit Dachzelt und Allradgefährt eigenständig durch Botswanas Nationalparks tuckern kann. Einige Reiseberichte später und ein check meiner Reiseroute eurerseits stand der Plan: Oktober 2020 geht’s nach Botswana! Campsites waren gebucht, Auto reserviert und Flüge gebucht. Wir erzählten meinen Schwiegereltern von der Reise und die Augen wurden immer größer. Afrika war schon immer ihr großer Traum. Auf Reisen waren die beiden – mal abgesehen innerhalb Deutschlands – noch nie. Und was macht man nicht alles für die Familie… „Dann kommt doch mit“ habe ich beiläufig gesagt. Ich hatte den Satz noch nicht ausgesprochen, da hätte ich mich schon rechts und links ohrfeigen können 😄 Die beiden konnten das gar nicht glauben und haben sofort vorsichtig nachgefragt, ob sie wirklich mit dürften. Jetzt konnte ich ja schlecht einen Rückzieher machen. Also wurden alle Reservierungen und Buchungen auf 4 Personen ausgeweitet.
Und dann kam Corona 😣 Ich war im März 2020 gerade im Krankenhaus wegen einer Bienengift-Hyposensibilisierung als sich die Ereignisse anfingen zu überschlagen. Ich erhielt eine Mail von meinem Arbeitsgeber, dass die Arbeitsstätte geschlossen wird und alle sofort ins Homeoffice müssen. Im Krankenhaus liefen alle Ärzte und Pfleger plötzlich nur noch in kompletter Schutzausrüstung umher und wirkten ganz aufgeregt. Da ich da gerade sowieso den letzten Tag auf Station hatte, habe ich mich dazu entschlossen mich selbst zu entlassen um schnellstmöglich nach Hause zu kommen. Das war schon etwas gruselig und hatte was von Endzeitstimmung! Da war ich aber trotzdem noch felsenfest davon überzeugt, dass die Reise im Oktober stattfindet. Es wird ja schon niemand auf die Idee kommen Grenzen zu schließen, Flüge einzustellen, Quarantäne zu verhängen… Ohje, ihr wisst ja wie das ausgegangen ist! Ende vom Lied: Der Urlaub wurde verschoben. Erst auf 2021, dann auf Grund einer Erkrankung auf 2022. Durch das ganze Umbuchungschaos sind wir dann sogar unglücklicherweise irgendwie von 2 Autos mit je einem Dachzelt bei einem Auto mit 2 Dachzelten gelandet. Das wird ein Spaß!
Habt ihr trotzdem Lust mitzufahren? Unser Auto ist zwar bis Oberkante Unterlippe voll, aber Platz ist ja bekanntlich in der kleinsten Hütte!
Aber Achtung: Wir sind Ersttäter, Selbstfahrer und ohne jegliche Offroad-Erfahrung. Ich kann aber schon mal spoilern… Pleiten, Pech und Pannen habt ihr nicht zu befürchten 🤪 !
Bevor ihr einsteigt wollt ihr aber bestimmt erstmal wissen, wo es denn langgeht:
23.10.22 – Ankunft, Autoübernahme und zur Kalahari Bush Breaks Lodge 24.10.-25.10.22 – Maun Discovery B&B 26.10.22 – Southgate 27.-28.10 – 3rd Bridge 29.10.22 – Xakanaxa 30.10.22 – North Gate 31.10.22 – Magotho 01.11.-02.11.22 – Savuti 03.11.22 – Ihaha 04.11.-05.11.22 – Chobe Safari Lodge Campsite 06.11.-07.11.22 – Planet Baobab Campsite 08.11.22 – Nxai Pan South Camp 09.11.22 – Symponia Ghanzi 10.11.22 – Windhoek Casa Piccolo 11.11.22 – Autoabgabe, Abflug Und für alle Planenden noch ein paar Infos :
Auto: Toyota Hilux DC 2.4 TD Automatik von Safari Car Rental Verbrauch: Für die Strecke Moremi - Chobe ab letzter Tankstelle Maun bis erste Tankstelle Kasane (Muchenje hatte keinen Diesel!) sind wir ca. 700 km gefahren inkl. Gamedrives und haben (voll beladen und mit Tiefsand) 107 l Diesel verbraucht. Das macht einen errechneten Verbrauch von durchschnittlich 15,3 l / 100 km (der Bordcomputer zeigte irgendwas mit 11.7 l / 100 km an 🙄 ) Planung: Namibia-Forum, Botswana Reiseführer Hupe-Verlag, Tinkers-Map, Pistenkuh Offroad-Training, Reservierung der Campsites über Botswana Footprints Navigation: maps.me, Tracks4Africa Navi und App fürs Handy/Tablet
… mehr erfahrt ihr dann in den entsprechenden Kapiteln des Reiseberichts.
Aber ich muss euch warnen! Als Selbstfahrer auf Safari in Botswana unterwegs zu sein und im Dachzelt zu nächtigen macht süchtig! Wir sind noch keine 3 Wochen wieder in der Heimat, da ist die Reise für Oktober 2023 nach Botswana schon wieder gebucht (diesmal aber nur zu zweit 😄 )!
Also los, hopp hopp! Steigt ein und schnallt euch an, es wird holprig!
Viele Grüße, Skotch
Teil 202. Dez. 2022
Tag 0: Abflug! 22.10.2022
Alle Taschen und Rucksäcke waren gepackt, meine Erkältung so gut wie weg. Das letzte Frühstück in der Heimat hat vor lauter Aufregung leider nicht ganz so gut gemundet 🤢 . Die Sonne lachte fröhlich vom Himmel und wir haben uns auf den Weg zum Bahnhof gemacht, um dort den ICE zum Hamburger Flughafen zu nehmen.
Noch keine 5 Minuten war der Zug unterwegs, da unterbrach eine Vollbremsung unsere Gedanken an Botswana. Ich sah neben mir auf den Gleisen einen Fußballfan mit seinem Köfferchen spazieren. Klasse! Wieso auch eine Fahrkarte kaufen, wenn man bei diesem schönen Reisewetter einfach den Gleisen in Richtung Hamburg folgen kann… 🙄
Nach etwas Katz-und-Maus-Spiel mit der Bundespolizei hat der einfallsreiche Fußballfan nun eine Busfahrt -eventuell mit Umwegen- ergattert.
Der Rest des Tages verlief sehr unspektakulär und alles hat geklappt und wir konnten zügig in Frankfurt umsteigen, sodass wir pünktlich im Eurowings Discover Flieger nach Windhoek saßen. Uns hat die Premium Economy gefallen und das Essen hat geschmeckt (ich stehe total auf Flugzeugessen 😄 ). Die Nacht war kurz aber wir haben bis zum Frühstück mehr oder weniger gut schlafen können.
Und dann gab es die ersten Blicke aus dem Flugzeug 🤩 ! Man sah Etosha von oben, der Wahnsinn! Wir waren plötzlich hellwach und voller Vorfreude. Kurz vor der Landung hat man noch mehr von der namibischen Landschaft gesehen und wir schauten alle ganz verträumt aus dem Fenster…
Kurze Zeit später setzten wir hart aber herzlich auf der Landebahn in Windhoek auf und konnten zum ersten Mal die morgendliche Luft im südlichen Afrika genießen...
Einreise und Kofferabholung *Jubelschrei* verliefen ebenfalls problemlos. Rudolph von Safari Car Rental hat schon auf uns gewartet und hat uns freundlich in Empfang genommen. Ich war noch schnell beim ATM um die ersten NAM$ abzuholen und schon ging es zur Autovermietung...
Viele Grüße, Marcel
Teil 314. Dez. 2022
Tag 1: Windhoek - Kalahari Bush Breaks Lodge 23.10.2022
Auf dem Weg zu Safari Car Rental waren wir so fasziniert von der Landschaft und dem ganzen Drumherum, dass wir kaum ein Wort geredet haben und Rudolph schon dachte, dass wir total erledigt vom Flug seien. Meine Schwiegereltern haben ihre erste Flugreise bisher gut gemeistert und genießen die ganzen Eindrücke, die auf sie einprasseln. Bisher sind sie noch ganz brav 🤪 Angekommen bei Safari Car Rental hat uns Kimi herzlich in Empfang genommen und ich habe mich total gefreut, sie mal persönlich kennen zu lernen. Dann ging es auch schon mit Rudolph zu „unserem“ Auto und wir waren hin und weg! Das Auto strahlte uns in der Morgensonne schon von weitem an und präsentierte sich von seiner schönsten Seite.
Die ganze Einweisung inklusive Auf- und Abbau der Zelte, Ausprobieren des Kompressors und des Wagenhebers dauerte ungefähr 2 Stunden. Im Vorfeld haben wir uns eine lange Liste mit Fragen und Check-Up´s erstellt, die wir auch mit Rudolph abgearbeitet haben. Alles war vorhanden, alles funktionierte und es gab nichts zu bemängeln 🙂 . Das einzige was uns sofort aufgefallen ist: es wird ganz schön eng im Auto 🤩 Als wir unsere Taschen, Rucksäcke und die Bettwäsche in den Kofferraum verfrachtet hatten, schauten wir ungläugig hinein und überlegten kurz, wo denn nun unsere Vorräte für 9 Tage Moremi und Chobe hinpassen sollten. Egal, erstmal fahren wir los… Das wird schon irgendwie klappen. Als gebürtiger Rheinländer unterliegen Probleme bei mir sowieso dem kölschen Grundgesetz: §1 Et es wie et es (Es ist wie es ist) §2 Et kütt wie et kütt (Es kommt wie es kommt) §3 Et hätt noch immer jot jejange (Es ist noch immer gut gegangen)
Ähhhm Moment mal… irgendwie kriegen wir das Auto nicht an. Hmpf. Peinlich. Wir haben uns nichts anmerken lassen und vorsichtig rumprobiert. Das Auto war für uns Neuland und wir mussten uns erstmal einfuchsen. Als das Auto dann doch nach diversen Knopf-Bremse-Schalthebel-Kombinationen ansprang, ging es vom Hof in Richtung Kalahari Bush Breaks, kurz vor der Grenze zu Botswana. Die Fahrzeit betrug ungefähr 3 Stunden. Am Flughafen haben wir noch schnell vollgetankt und ein paar Snacks besorgt und schon ging es –immer geradeaus- los.
Der Linksverkehr und das neue Auto haben sich als sehr unproblematisch herausgestellt und wir erfreuten uns an der Landschaft und dem entspannten Fahren. Wir waren gefühlt die Einzigen auf dem Trans-Kalahari-Highway. Schnell waren die 3 Stunden auch schon vorbei und wir konnten rechts auf das Gelände von Kalahari Bush Breaks abbiegen. Für die paar Kilometer in Richtung Lodge haben wir dann schon fast eine halbe Ewigkeit gebraucht, da wir überall Tiere entdeckten: Erdhörnchen, Mangusten, Wildschweine,… WOW, das ist ja schon der totale Overload für uns Afrika-Neulinge 😄 Jeder hing mit dem ganzen Oberkörper aus dem Fenster und schwenkte nach links und nach rechts, um bloß nichts zu verpassen.
Bevor man noch einen Suchtrupp losschickt, haben wir uns dann doch etwas beeilt und konnten zügig einchecken. Wir erkundeten etwas das Lodgegelände, erfreuten uns an den ganzen neuen Tieren und fingen dann an, unsere Sachen im Auto zu sortieren und Platz zu schaffen. Glücklicherweise konnten wir das Bettzeug, sofern es ordentlich zusammengelegt wird, in den Dachzelten verstauen. So hatten wir schon mal wieder etwas Platz im Kofferraum. 😗 Vor Ort hätte man noch einen 4x4 Trail befahren können. Leider war es dazu schon etwas zu spät und wir merkten schnell, wie nach der ganzen Aufregung die Müdigkeit bei uns einkehrte. Wir genossen noch etwas den Ausblick und waren uns einig, nach dem Abendessen zügig ins Bett zu gehen, um entspannt am nächsten Morgen nach Botswana aufzubrechen.
Verrückt, wir sind tatsächlich in Afrika! 😁
Die Lodge und das Gelände haben uns sehr gut gefallen und alle waren sehr freundlich! Für unsere nächste Reise im Oktober 2023 haben wir aber die Campsite auf dem Gelände gebucht. Die schon sehr hohen Mehrkosten für ein Doppelzimmer lohnen sich für uns einfach nicht, da wir die Annehmlichkeiten wie Pool und Bar nicht nutzen, sowieso nur draußen umherlaufen und, wie wir jetzt wissen, sehr gut im Dachzelt schlafen können 🤪
Teil 401. Jan. 2023
Bevor es mit dem Reisebericht weitergeht, wünsche ich euch allen ein frohes, gesundes und vor allem friedliches neues Jahr 2023. Mögen all eure Wünsche und Urlaubspläne in Erfüllung gehen 🤩
Tag 2-3: Kalahari Bush Breaks nach Maun 24.10.-25.10.2022
Guten Morgen aus Afrika! Zugegeben, wir haben trotz eines gemütlichen Betts nicht gut geschlafen. Die Aufregung, Vorfreude und Geräuschkulisse der Tiere hat dann doch für einen unruhigen Schlaf gesorgt. Entweder war es die Aufregung, oder die Malariatabletten, die wir als Prophylaxe für das Okavango Delta am Vorabend angefangen haben zu nehmen. Jedenfalls war mir an dem Morgen überhaupt nicht nach Frühstück. Es gab zwar herrlich duftende herzhafte Muffins, tolle Brote und Kuchen, aber ich habe mich dann doch eher für trockenes Weißbrot mit Konfitüre entschieden. Schnell war alles gepackt und wir haben ausgecheckt, um uns auf den langen Weg nach Maun zu machen.
An der Grenze angekommen gab es den ersten Schock. Man wollte unsere Gelbfieber-Impfungen sehen. Wir beide hatten die Impfung. Die Schwiegereltern nicht. Als die netten Damen mit den Impfausweisen im Häuschen verschwanden, waren wir ganz aufgeregt, was jetzt passieren würde. Müssen die Schwiegereltern in Namibia bleiben 🤩 ? Kommentarlos haben wir wenige Minuten später die Impfausweise zusammen mit einem abgestempelten Laufzettel zurückbekommen, den wir an der Immigration abgeben sollten. Was genau da alles drauf stand, kriege ich nicht mehr zusammen aber sinngemäß war das irgendwie so:
Arbeitsbeschaffungsmaßnahme? Man weiß es nicht ganz genau… Ansonsten lief an der Grenze alles sehr freundlich und unkompliziert ab. Auch die Straßengebühren konnten wir mit Kreditkarte Zahlen. Die liebe Bele hat uns im Vorfeld ein paar Pula zur Absicherung geliehen, falls das Kartenterminal kaputt sein sollte. Da hatte ich mir nämlich ziemlich Gedanken gemacht, da man da ja öfters was im Forum drüber gelesen hat. Gebraucht haben wir die Pula nicht, aber sie für den „Notfall“ in der Tasche zu haben hat mich doch sehr beruhigt 🙂
Über Ghanzi ging es dann recht unspektakulär nach Maun. Man brauchte schließlich auf der gesamten Strecke nur einmal links abbiegen 😎
Unterwegs gab es mehrere Windhosen zu sehen. In Maun haben wir am Riley´s Komplex angehalten und die Lage in den Supermärkten gecheckt. Mit dem riesigen Hilux war es jedoch eine Herausforderung einen Parkplatz zu finden und auf den engen Parkplätzen zu manövrieren. Man sah es den Blicken der Leute an, dass sie uns sofort als Touristen enttarnt haben 😄
Angekommen im Discovery B&B haben wir am späten Nachmittag mit der Besitzerin Marije einen schönen Spaziergang runter zum Thamalakane-River unternommen. Auf Grund eines „grumpy Hippos“ sind wir dann aber nicht weitergegangen, sondern wieder zurück zur Unterkunft.
„Marije, gibt es hier eigentlich Bush-Babies?“ „Ja gibt es, sie sind aber sehr selten zu sehen und scheu… OHHH DA SIND WELCHE!“ Tatsächlich hatten wir Glück, dass mehrere der süßen, kleinen Tierchen über uns im Baum rumturnten! Auch viele bunte Vögel und anderes Getier gab es auf dem Gelände zu entdecken.
Am nächsten Tag ging es früh nach Maun, um dort alle Einkäufe zu erledigen und das Auto nochmal ordentlich vollzutanken. Wir haben eigentlich alles in den Geschäften rund um die Riley´s Garage erledigen können. Trotzdem hat sich das Einkaufen mehrere Stunden hingezogen. Zurück in der Unterkunft haben wir uns ausgeruht und Vögel beobachtet. Auf dem Lagerfeuer brutzelte schon ein Topf mit Fleisch für das Abendessen. Wenn genug Gäste in der Unterkunft essen wollen, bereiten die äußerst freundlichen Mitarbeiterinnen ein geniales, teil traditionelles, Abendessen zu. Es gab eine Art pulled Beef mit Maisbrei und diversem Gemüse und Salat. Einstimmig können wir das Essen im Discovery B&B empfehlen 😉
Bevor es zu Bett ging, haben wir schon alle Sachen im Auto verstaut, um am nächsten Tag früh zum Moremi South Gate aufzubrechen. Wer sagt, dass 4 erwachsene Personen + Gepäck + Essen & Trinken für 10 Tage nicht in den Hilux passen hat Unrecht. Es passt. Es wird nur verdammt eng 😗
Aber: immerhin passt alles rein 😎
Die letzte Nacht mit festem Dach überm Kopf kann jetzt starten. Wir freuen uns, schon in einigen Stunden in die Wildnis aufzubrechen. Also macht euch bereit für jede Menge Antilopen-, Elefanten-, Giraffen- und...und...und...Fotos 😎
Viele Grüße, Marcel
Teil 508. Jan. 2023
Tag 4: South Gate 26.10.2022
Natürlich waren wir schon vor dem Weckerklingeln wach 😉 Die Aufregung und Vorfreude war einfach zu groß. Wir haben die letzten Sachen gepackt und uns zum Frühstück begeben. Da mir doch etwas mulmig war, ob ich alles richtig geplant habe und unsere Route nicht doch etwas zu anspruchsvoll für Ersttäter ist, habe ich mich noch bei Marije erkundigt, ob wir im Fall der Fälle einfach zurückkommen könnten. Ja, irgendwo wird sich schon ein Plätzchen für uns finden lassen, sollte wir ganz verzweifelt wieder am Tor stehen, sagte Marije beruhigend 😗
Das Wetter war an dem Morgen ganz schön bescheiden. Bewölkt, etwas windig und in den frühen Morgenstunden hatte es auch etwas geregnet. Auch wenn es für Fotos nicht ganz perfekte Voraussetzungen waren, haben wir uns im Endeffekt dann doch über die etwas kühleren Temperaturen gefreut. Die letzten Tage waren es im Durchschnitt zur Mittagszeit um die 38 °C.
Wir rollten gegen 8 Uhr vom Gelände des Discovery B&B in Richtung Shorobe. Dort haben wir noch 6 Bündel Feuerholz gekauft und diese in die letzten verbliebenen Lücken im Kofferraum gestopft. Als die Teerstraße in Gravel überging, haben wir dann natürlich auch vorschriftsmäßig den Reifendruck von 2.00 Bar auf 1.80 Bar reduziert.
Keine hundert Meter auf der Gravel Piste unterwegs haben wir auch gleich das erste Wilde Tier gesehen: unsere erste Giraffe!
Von nun an sind wir eigentlich nur noch im Schneckentempo vorangekommen. Alle paar hundert Meter standen entweder Giraffen, Elefanten, Antilopen oder hübsche Vögel am Straßenrand. Den Abzweig zum South Gate konnte man zum Glück kaum Verfehlen.
Nach ca. 3,5 Stunden haben wir es dann endlich zum South Gate geschafft. Unsere Campsite Nr. 4 lag für uns recht ideal in der Nähe der Ablutions und wir haben uns erstmal mit all den Gepflogenheiten vor Ort vertraut gemacht und eine Mittagspause gemacht, bevor wir zu unserem ersten großen Gamedrive in die Black Pools Region aufbrechen wollten.
Gegen 14 Uhr ging es dann los: große Rundfahrt durch die Black Pools! Endlich konnten wir auch Bekanntschaft mit streckenweise ganz schön tiefsandigen Passagen machen. Wir haben dann auch herausgefunden, dass sich dieser schlüpfrige Tiefsand mit 4x4 doch besser fährt, als nur mit 2x4 😄 Den 4x4 hatten wir bis dahin nämlich ganz vergessen einzuschalten 🤩 Die Wege waren teilweise sehr dicht mit furchtbar stacheligen Akazien zu gewuchert und man musste sehr aufpassen, dass das Auto nicht gleich am ersten Tag schon die ersten Kratzer erhält. Auf Grund des „schlechten“ Wetters haben wir nicht sonderlich viele Tiere gesehen, aber die Sichtungen, die wir hatten, haben uns schon sehr begeistert und wir sind erst gegen 18 Uhr wieder zurück auf der Campsite gewesen.
Etwas später als geplant haben wir dann mit dem Abendessen begonnen. Es gab gegrillte Boerewors mit Röstkartoffeln aus dem Feuer und griechischem Salat. Als wir grad unsere Sichtungen des Tages resümierten, hörte ich hinter uns leichte knackende Geräusche. Ein Blick durch das Nachtsichtgerät enttarnte den Verursacher: ein Elefant bahnte sich seinen Weg zu irgendeiner ekligen Abwasserpfütze, um dort Wasser zu schöpfen. Vor lauter Schreck saß Schwiegermutter schon im Auto und mein Freund spachtelte das restliche Essen nur noch so in sich hinein, damit der Elefant bloß keinen Geruch in die Nase bekommt und mal gucken kommt 😄
Im Endeffekt fand der Elefant das Kloakenwasser doch appetitlicher als unser Abendessen und wir konnten unbehelligt nach dem Abwasch und der Dusche schlafen gehen. Müde waren wir von den ganzen Eindrücken auf jeden Fall.
Viele Grüße, Marcel
Teil 628. Jan. 2023
Tag 5 und 6: Third Bridge 27.10.-28.10.2022
Unsere erste Nacht im Dachzelt in der Wildnis war entspannt und gemütlich. Bis zum Einschlafen hörten wir noch die Elefanten das Wasser schöpfen und hin und wieder haben sie leise vor sich hin gebrummelt. Nachts ist es im Dachzelt ganz schön frisch geworden und wir waren froh, dass wir das dicke Bettzeug doch nicht gegen dünne Hüttenschlafsäcke eingetauscht haben. Pünktlich zum Sonnenaufgang gegen 5 Uhr waren wir alle wach, haben gefrühstückt und uns dann auf den Weg nach Third Bridge gemacht.
Unterwegs haben wir noch einen Abstecher in das Xini-Gebiet gemacht. Eine landschaftlich wirklich schöne Gegend und wir haben viele Giraffen, Elefanten und allerhand Antilopen beobachten können.
Bei der Navigation und Orientierung haben wir uns aber als Anfänger ziemlich schwergetan und viele Wege, die bei maps.me und Tinker eingezeichnet waren, schien es nicht zu geben. Dafür sind wir dann anderen Wegen gefolgt, die nicht eingezeichnet waren und sind schlussendlich wieder auf der Hauptpiste in Richtung Third Bridge gelandet.
Die Strecke zur Third Bridge hat sich dann doch mehr gezogen, als wir gedacht hatten und der Sand war stellenweise sehr tief. Am frühen Vormittag erreichten wir dann auch schon die First Bridge, welche für uns schon ziemlich baufällig aussah, aber noch in besserem Zustand war als die Second Bridge, wie sich später rausgestellt hat 😄 😕 Gut, dass wir erst nach unserer Reise von dem desaströsen Zustand der Second Bridge gelesen haben 😗
Hinter der Second Bridge hat sich landschaftlich einiges geändert und wir haben hier auch wieder mehr Tiere beobachten können.
Direkt an der Piste war ein kleines Wasserloch, was proppenvoll mit allerhand Vögeln gefüllt war. Wir kamen gar nicht hinterher, in der Tinker´s Map die gesichteten Vögel abzuhaken.
Auch rund um das Wasserloch war einiges los. Warzenschweine, Antilopen, Gnus und Zebras wuselten hier von links nach rechts und jeder ging so seinem Tagesgeschäft nach. Ein wirklich schöner Anblick!
Gegen Mittag haben wir auf der Campsite eingecheckt. Zu unserer Überraschung gab es am Gate kostenloses Wifi und wir nutzten die Gelegenheit, um uns kurz bei Freunden und Familie in der Heimat zu melden. Unsere Campsite Nr. 1 lag sehr schön ruhig direkt am Wasser, war nicht zu weit vom Waschhaus entfernt und hatte einen schönen Ausblick. Nur Schatten gab es zur Mittagszeit keinen und wir haben uns etwas entfernt von der Campsite unter einen großen Leberwurstbaum gestellt in der Hoffnung, dass die riesen Früchte noch fest genug am Baum hängen und keiner von uns von so einem Knüppel erschlagen wird 😉
Nach der Mittagspause haben wir die Third Bridge überquert und dort das Gebiet nördlich der Hauptpiste (Motlaba Island) erkundet. Außer ein paar größeren Giraffenherden haben wir dort nichts gesehen und wir entschieden uns, am späten Nachmittag wieder zurück zur Campsite zu fahren und schon mal das Abendessen vorzubereiten. Heute gab es eine Art Kartoffelgulasch mit Resten vom Rinderfilet.
Der Abend verlief zuerst relativ ruhig. Gegen 8 Uhr stieg in der Nähe des Gates eine ganz schön laute Party. Um Mitternacht war dann endlich Ruhe und es machten sich einige Fahrzeuge auf den Weg und überquerten die Third Bridge. Es gab ein lautes Rumpsen und eins der Fahrzeuge rammte wohl die Brücke. Wir hörten noch eine Weile, wie lauthals diskutiert wurde und am Auto rumgefuhrwerkt wurde, bevor es dann auch weiterfahren konnte und endlich Ruhe einkehrte.
Am nächsten Tag entschieden wir uns, nochmal kurz zur Motlaba Island zu fahren. Das Licht war echt schön aber außer Giraffen und einem fotogenen Schakal gab es auch heute nichts zu entdecken.
Am Gate fragten wir nach, ob irgendwo Löwen gesichtet wurden und wir erhielten den Tipp, dass an der Second Bridge ein Löwenrudel mit seiner Beute zu finden sei. Ansonsten würden wir mit 70 % Wahrscheinlichkeit bei einer Fahrt um die Mboma Island Löwen und/oder Wildhunde sehen. Na das hört sich ja vielversprechend an!
Tatsächlich sahen wir schon von Weitem, dass in der Nähe der Second Bridge viele Geier kreisten und sich sammelten. Dort angekommen war von den Löwen aber nichts mehr zu sehen. Stattdessen haben sich diese in ein Gebüsch auf einer Anhöhe recht weit entfernt vom Weg verzogen.
Ein Safari-Fahrzeug hat sich seinen Weg querfeldein dorthin ins Unterholz gebahnt, um die Löwen zu sehen. Da wir uns aber an die Regeln halten wollten und den Weg nicht weiter als nötig verlassen wollten, sind wir wieder ohne Löwensichtung umgedreht und zur Mboma Island gefahren.
Anfangs war der Weg ziemlich mühselig und es ging durch tiefen Sand und dichtes Gebüsch. Zuerst gab es einige Warzenschweine, Meerkatzen und Paviane zu sehen, die in aller Ruhe hier und da rumwühlten und puhlten.
Hätten sie gewusst, dass nur knapp 50 m weiter mehrere Löwen rumliegen, wären sie sicher nicht ganz so entspannt gewesen 🤪 Wir hatten großes Glück und direkt am Weg lagen sie! Einige Löwinnen lagen faul im Schatten, während andere die Umgebung inspizierten. Eine Löwin hat sich ganz besonders schön von ihrer fotogenen Seite gezeigt und posierte im diffusen Licht unter dem Baum.
Irgendwann setzte sich das Rudel dann in Bewegung und lief parallel zum Weg einige Meter weiter, um sich dann wieder hinzulegen. Nachdem das Rudel sich erneut erhob, um weiterzuziehen, hatten wir das Gefühl, dass ihnen unsere Anwesenheit irgendwie nicht gefiel. Wir entschieden uns, ihnen Ruhe zu gönnen und sind dankbar für diese tolle Erstsichtung zurück zur Campsite gefahren. Kurz vor dem Gate haben wir noch an einem Wasserloch angehalten und haben etwas das Treiben beobachtet.
Den Abend haben wir dann mit Lagerfeuer und Savanna Cider ausklingen lassen, bevor es ganz erfreut über die tollen Löwenbilder ins Bett ging.
Viele Grüße, Marcel
Teil 705. März 2023
Tag 7: Xakanaxa 29.10.2022
Am nächsten Morgen sind wir früh aufgebrochen. Nachts haben wir aus Richtung der Motlaba Island Löwengebrüll vernommen und wollten dort unser Glück auf eine Löwensichtung im schönsten Morgenlicht versuchen. Leider ohne Erfolg 🙁 . Über die Fourth Bridge sind wir dann nach Xakanaxa gefahren. Unser Plan war eigentlich das Gebiet zwischen Hamerkop Pools und Dead Tree Island zu erkunden. Wir sind jedoch ständig in einer Sackgasse aus Matsch und Schlamm gelandet und so entschieden wir uns einen relativ direkten Weg nach Xakanaxa einzuschlagen. Unterwegs konnte man die üblichen Verdächtigen beobachten.
Auf der Campsite Nr. 4 angekommen haben wir erstmal das Camp erkundet. Auf unserer Campsite gab es einen großen Hügel, vermutlich ein ehemaliger Termitenhügel, von dem man einen schönen Blick über die Schilfebene genießen konnte.
Später bemerkten wir wie neben unserer Campsite ein Büffel am Grasen war. EIN Büffel 🤩 ? Im Reiseführer stand irgendwas, dass einsame Büffel sehr aggressiv sein sollten?! Uns war etwas mulmig, da der Büffel schon recht grimmig geguckt hat. Wir konnten nicht verstehen, wie unsere Nachbarn so seelenruhig nur 10m von dem Büffel entfernt einen Kaffeeklatsch abhalten konnten. Dann entdeckten wir noch 2 Büffel einige Meter weiter. Also war es doch kein einsamer Büffel und folglich war er bestimmt nicht ganz so böse drauf 😉
Nachmittags sind wir zu den Paradise Pools aufgebrochen. Eine wirklich wunderschöne Gegend aus kleinen Lagunen mit vielen Vögeln und einigen Elefanten und Giraffen. Es war etwas schwer die Orientierung zu behalten, da auch hier gefühlt kein Weg mit denen auf der Karte oder bei maps.me übereinstimmte. Verfahren konnte man sich dennoch nicht, da das Gebiet ziemlich abgegrenzt ist und man früher oder später wieder auf der Hauptpiste landete.
Ein Pärchen Hornraben war ganz emsig nach Futter am Suchen und wir konnten sie eine ganz Zeit lang beobachten, wie sie einen kleinen Frosch nach dem anderen aufstöberten und in den Rachen katapultierten 😄
Zurück auf der Campsite haben wir erstmal den Grill angeschmissen und alles fürs Abendessen vorbereitet. Aus der Ferne hörte man ein ziemlich starkes Gewitter und der Himmel fing an sich zuzuziehen. Innerhalb weniger Sekunden wurde aus dem lauen Abendlüftchen ein starker Sturm. Das ganze Camp war in Staub und Sand gehüllt. Unsere Sachen flogen durch die Gegend, die aufgebauten Dachzelte hat es ordentlich umgehauen und unser Abendessen lag irgendwo im Sand. Zum Glück gab es keine Schäden und so versuchten wir noch das Beste aus unserem sandigen Abendessen zu machen. So schnell der Sturm aufzog, so schnell war er auch wieder verschwunden und wir hatten eine ruhige Nacht. Fast. Kurz vor Mitternacht kam ein Flusspferd an Land und fing direkt neben unserem Auto an zu Grasen. Wenn man es nicht selber erlebt hat kann man sich gar nicht vorstellen, wie laut diese kleinen Dickerchen schmatzen und grunzen können 😄 .
Viele Grüße, Marcel
Teil 805. März 2023
Tag 8: Khwai North Gate 30.10.2022
Heute folgt eine Etappe, auf die ich mich besonders gefreut habe 🙂 . Es geht in das schöne Khwai-Gebiet! Wir haben den Morgen gemütlich angehen lassen und sind später als sonst aufgebrochen. Unterwegs haben wir beim Dombo Hippo Pool angehalten und dort etwas das Geschehen beobachtet. Sonderlich viele Hippos oder andere Tiere hat man aber nicht gesehen. Es war schon recht heiß am frühen Vormittag und so hat man allerhöchstens mal einen Kopf aus dem Wasser gucken sehen.
Wir sind auf Höhe der Sexugu Plain von der Hauptpiste abgebogen, um dort dem Khwai zum North Gate zu folgen. Von weitem haben wir schon eine ziemlich große Herde Elefanten gesehen, die dort im Khwai am Baden war. Wir haben uns dann vorsichtig der Herde genähert und zugeguckt, wie Groß und Klein im Wasser und Matsch rumtollten.
Kurz vor dem Gate haben wir dann noch eine Giraffe entdeckt 😗
Gegen Mittag sind wir dann auf der North Gate Campsite Nr.3 angekommen. Die Campsite bietet einen wunderschönen Blick auf den Khwai. Am Nachmittag hatte es sich etwas zugezogen, sodass hier die Hippos aus dem Wasser kamen und genüsslich grasten. Wir haben dann entschieden, heute keine größere Tour zu unternehmen, sondern etwas zu entspannen, den Hippos zuzugucken, Wäsche zu waschen und später noch kurz nach Khwai Village zum Einkaufen zu fahren. Beim kunterbunten „Supermarkt“ konnten wir auch direkt Diesel kaufen, was mich bezüglich unserer anstehenden Tour über Savuti nach Kasane ziemlich beruhigt hat 😉
Zum Abendessen gab es dann Nudeln mit Tomatensauce. Am Gate hat man uns vor aufdringlichen Hyänen gewarnt und so wollten wir kein Risiko eingehen und sie womöglich mit dem Grillgeruch anlocken. Als es dunkel war haben wir mit der Wärmebildkamera die Umgebung abgesucht aber konnten außer Hippos, Antilopen und Schakale nichts erkennen, was es womöglich auf unser Essen (oder uns) abgesehen hat 🤪 .
Viele Grüße, Marcel
Teil 925. März 2023
Tag 9: Magotho 31.10.2022
Auch in der Nacht gab es keinen weiteren Tierbesuch, zumindest keinen, von dem wir etwas mitbekommen haben. Lediglich die Hippos im Khwai hörte man genüsslich grunzen und plantschen. Am nächsten Morgen gab es zum Frühstück noch einen tierischen Besucher, der ganz genau beobachtet hat, ob vielleicht doch mal ein kleiner Brotkrumen zu Boden fällt 😄
Mittlerweile waren wir Profis im Zusammenpacken und jeder Handgriff sitzte. Schnell war alles wieder eingeladen, die Dachzelte verstaut und wir haben uns auf den Weg gemacht. Ziel des Morgens war das Gebiet östlich der Campsite direkt am Khwai. Außer ein paar Antilopen gab es zuerst nicht viel zu sehen. Später haben wir in der Ferne auf dem Weg ein Safarifahrzeug stehen sehen. Durchs Fernglas konnten wir erkennen wie die Gäste auf dem Wagen am Fotografieren waren und so näherten wir uns vorsichtig und ganz gespannt, was es Tolles zu entdecken gab. Schnell erkannten wir worum es ging: ein paar Löwen lagen mitten auf dem Weg und rund um einen kleinen Hügel lagen weitere Löwen 🤩 . Inmitten des Rudels tollten sogar junge Löwen-Babys umher. Was ein Anblick! Wir haben uns eine schöne Position gesucht, den Motor abgestellt und alles beobachtet. Die Gäste auf dem Safarifahrzeug waren wohl schon länger dort und haben sich kurz nach unserer Ankunft wieder auf den Weg gemacht, sodass wir dort in aller Ruhe stehen konnten 😎 (Achtung, es folgen massenhaft Löwenbilder 😄 )
Irgendwann haben sich die kleinen Löwenbabys selbstständig auf den Weg zu einem Gebüsch weiter entfernt begeben, um sich dort im Schatten zu verkriechen. Das restliche Rudel folgte den Kleinen und schon lagen fast alle Tiere mitten im Gebüsch im Schatten. So „getarnt“ wären wir sicherlich an ihnen vorbeigefahren.
Wir haben das als Anlass genommen den Löwen ihre Ruhe zu gönnen und sind weitergefahren. Ein paar Minuten später folgte das nächste Highlight. Ein Rudel Wildhunde tauchte plötzlich vor uns auf und wuselte durch die Gegend. Die Tiere wirkten aber ziemlich nervös und waren nur auf der Durchreise, sodass sie nach kurzer Zeit schon wieder im Unterholz verschwunden sind. Für schöne Porträts hat es leider nicht gereicht, aber wir waren sehr froh diese seltenen Tiere überhaupt einmal zu Gesicht bekommen zu haben 🙂 .
Da es sowieso Zeit für den Rückweg war, versuchten wir die mögliche Route der Wildhunde abzuschätzen, aber konnten sie nicht mehr ausfindig machen. Schließlich haben wir uns auf den Weg zu unserer nächsten Campsite Magotho gemacht.
Dort auf der Campsite angekommen waren wir sofort begeistert. Unser Stellplatz Nr. 1 lag fast direkt am Khwai und man konnte wunderbar Alles beobachten. Wir entschieden uns heute nicht mehr weiter zu fahren und richteten unser Lager ein, um bei Kaffee und Kuchen die Elefanten in der Umgebung zu beobachten.
Ein Elefant hat uns erst längere Zeit aus der Ferne zugeguckt, bevor er schlussendlich entschied mit etwas Abstand runter zum Khwai zu gehen.
Nach dem Abendessen saßen wir noch längere Zeit am Lagerfeuer und zum ersten Mal konnten wir auch Hyänen beobachten, die um unser Lager herumschlichen und abgecheckt haben, ob es etwas zu holen gibt. Mit dem Nachtsichtgerät hatten wir sie aber gut im Blick und als sie gemerkt haben, dass es nichts gibt, sind sie auch schnell wieder verschwunden. Nachts hörte man aus der Ferne noch Löwengebrüll. Ob das von dem Rudel kam, welches wir am Vormittag beobachtet haben?
Viele Grüße, Marcel
Teil 1014. Juli 2023
Tag 10+11: Savuti 1.+2.11.2022
Nachdem wir uns jetzt schon ganz gut an die Gegebenheiten im Moremi und Khwai-Gebiet gewöhnt hatten und die ein oder andere Tiefsanderfahrung machen konnten stand heute eine neue Etappe an. Es geht nach Savuti! Da wir in Khwai ordentlich auftanken konnten war ich –zumindest was den Treibstoff angeht- recht entspannt und so rollten wir gegen 7 Uhr von unserer wunderschönen Campsite Nr. 1 los zum Mababe Gate. Wir nahmen noch ein paar Schlenker am Khwai entlang in der Hoffnung einen Leoparden zu finden. Nachts hörte man entsprechende Rufe aus der Gegend. Leider waren unsere Augen wohl zu müde, um im diffusen Morgenlicht eine dieser wunderschönen Katzen irgendwo dösend in den Bäumen zu finden.
Am Gate angekommen herrschte bereits reger Betrieb. Einige Selbstfahrer und Touranbieter aus Maun standen schon mit ihren Fahrzeugen am Gate und checkten in den Chobe Nationalpark ein. Wir nutzten die Zeit um noch mal eine kleine Toilettenrunde einzulegen. Die sanitären Einrichtungen waren jedoch ziemlich zuge******. Der Übeltäter hat sich dann mit einem Blick nach oben schnell gefunden 😉
Beim Einchecken in den Park habe ich dann die obligatorische Frage gestellt: Sandridge- oder Marshroute? Die Dame von der Rezeption hielt Rücksprache mit 2 Guides. Wir haben die letzten Tage keine nennenswerten Niederschläge bemerkt und umso mehr erstaunte mich ihre Aussage, dass wir auf jeden Fall auf der Sandridge Road fahren sollen… Andere Selbstfahrer haben das mitbekommen und so hielten wir draußen vor dem Gate nochmal alle zusammen Rücksprache. Einige hatten selber erst einen Tag zuvor die Info bekommen, dass die Marshroad in gutem Zustand ist und so entschieden wir uns, entgegen der Empfehlung der Guides, diese zu nehmen. Nach der Abzweigung Sandridge-/Marshroad waren wir dann plötzlich alleine auf der Strecke und wir überlegten, ob das tatsächlich eine gute Idee gewesen sei. Dann wurden wir aber von einem holländischen Pärchen überholt. Wir hielten kurz Rücksprache und sie versicherten uns, sollte es irgendwo doch nicht weitergehen, werden sie uns ja wieder entgegen kommen und wir drehen gemeinsam um 😄 Ein paar Minuten später kam dann aber auch noch Gegenverkehr aus Savuti und wir erhielten die entwarnende Nachricht: Strecke ist sehr gut befahrbar! Viel gab es auf der Strecke nicht zu sehen. Landschaftlich aber auf jeden Fall ein Augenschmaus und die ein oder andere Tiersichtung war auch gegeben.
Auf der Paradise Campsite angekommen wühlte sich unser Auto erstmal durch den tiefen Sand. Der Platz war furchtbar tiefsandig und war bereits von etlichen anderen Fahrzeugen durchwühlt. Es war eine richtige Herausforderung das Auto in unsere gewünschte Position zu manövrieren ohne stecken zu bleiben. Einmal die richtige Position gefunden hatte man von der Campsite einen sehr schönen Ausblick über den trockenen Savuti Channel. Mit dem Spaten planierten wir dann noch unseren Platz, damit man nicht von einer Spurrille in die Nächste stolpert.
Der Nachmittag und Abend gestaltete sich sehr gemütlich. Ablutions erkunden, Getränke kaufen, kochen, Vögel beobachten und später dann am Lagerfeuer sitzen. Die Gemütlichkeit nahm dann im Verlauf des Abends ein jähes Ende. Pünktlich zum Beginn der Regenzeit zog sich der Himmel langsam zu. Zuerst sah man die Gewitter nur am Horizont und es tröpfelte etwas. Fasziniert haben wir das Schauspiel aus den Zelten heraus beobachtet bis wir eingeschlafen sind. Kurz vor Mitternacht war das Gewitter schließlich genau über der Savuti Campsite und es schüttete stundenlang wie aus Eimern. Ein Blitz jagte den nächsten. Gefolgt von Donner, der die Erde zum Beben gebracht hat. Die Zelte hielten zum Glück bis auf ein paar Tropfen dicht. Ein solches Gewitter habe ich noch nie erlebt. Wir waren ziemlich verängstigt und überlegten, aus Sicherheitsgründen ins Auto zu steigen. Dummerweise haben wir am Vorabend sämtliches Reisegepäck auf die Sitze gepackt. Ich redete mir ein, dass wir ja nicht der höchste Punkt auf der Campsite seien. Das Gewitter zog dann schnell weiter aber der Regen blieb. Es hat bis kurz vor Morgengrauen in Strömen geregnet und ich habe mir ausgemalt, welcher Anblick uns morgens wohl erwarten würde. Eine weggespülte Campsite? Ein gefüllter Savuti Channell? Zu meiner Verwunderung ist davon nichts eingetreten. Die Sonne lachte, die Luft war frisch und durch den sandigen Untergrund ist das ganze Regenwasser schnell abgeflossen. Außerhalb des Camps auf den üblichen Gamedrive Routen gab es hingegen unzählige mehr oder weniger tiefe Pfützen.
Nach dem Regen war es leider so, als wenn sich ein schwarzes Loch aufgetan und sämtliche Tiere verschluckt hätte. Bis auf ein paar Antilopen gab es keine Tiere mehr zu sehen. Guides erzählten uns, dass die Tiere nun mit Beginn der Regenzeit abwandern und sich im Busch verteilen. Außer einer schönen Landschaft hatten wir daher keine großartigen Sichtungen mehr.
LG Marcel
Teil 1118. Juli 2023
Tag 12: Ihaha 3.11.2022
Von vielen Leuten haben wir gehört, dass gerade die Strecke von Savuti nach Kasane sehr tiefsandig und anstrengend zu fahren ist. Durch den Regen am vorherigen Tag war der Sand aber noch ziemlich feucht und recht kompakt, sodass wir die lange Strecke ohne Mühe befahren konnten und keine Probleme mit tiefem Sand hatten.
In Muchenje wollten wir unseren Dieselvorrat aufstocken und hielten an der Puma-Tankstelle an. Wir wurden freudestrahlend und winkend empfangen, bevor man uns dann mitteilte, dass es heute leider keinen Diesel gibt. Für uns war das jedoch kein Problem, da wir noch genug im Tank hatten und so fuhren wir direkt weiter zur Ihaha-Campsite. Durch das Ngoma Gate fuhren wir wieder in den Chobe Nationalpark ein. Zuerst ging es relativ tiefsandig immer geradeaus leicht bergab, bis sich plötzlich der Wald lichtete und man einen schönen Blick auf den Chobe hatte. Der Weg zur Ihaha-Campsite führte uns etwas erhöht immer am Chobe entlang. Landschaftlich wieder ganz anders und die Wege waren hier eher steinig und felsig als sandig. Wie auch schon in Savuti nach dem Regen sah man recht wenig Tiere. Die großen Herden, von denen alle immer im Zusammenhang mit der Chobe-Riverfront sprachen, sahen wir leider nicht.
Unsere Campsite in Ihaha hatte einen schönen Blick auf den Chobe. Bei unserer Anreise entdeckten wir nur ca 30m entfernt neben unserer Campsite einen aufgeblähten Kadaver mit Kehlbiss. Wir überlegten kurz den Rangern Bescheid zu geben. Da uns der Kadaver aber nicht weiter störte, ließen wir ihn liegen und fragten uns, welchem Raubtier die Antilope wohl zum Opfer gefallen ist und ob der Täter nochmal vorbeikommen würde.
Rund um die Campsite gab es immer mal wieder etwas zu sehen. Viele Wasservögel, ein paar Krokodile, eine Schildkröte, … Und dazu noch unzählige Ameisen :-S Auf der gesamten Campsite wimmelte es nur so von kleinen Ameisen, die einem ganz schön in die Füße gezwickt haben. Da half auch kein NoBite sondern nur dicke Socken.
Nachts hörte man hin und wieder mal ein Auto. Ich vermute, dass es die Ranger waren, welche aus Sicherheitsgründen unten am Ufer Patrouille fuhren. Kurz nach Mitternacht wurden wir plötzlich wach, als der Wind einen fast unerträglichen Aasgeruch ins Zelt wehte. Begleitet von Hyänengezanke. Die Tiere hatten wohl den Kadaver entdeckt und sich darüber hergemacht. Das mit dem Wind und dem bestialischen Gestank haben wir so nicht mit einkalkuliert und so hieß es Nase zu und versuchen zu schlafen 😉
LG Marcel
Teil 1224. Juli 2023
Tag 13 + 14: Kasane & Chobe River Front 4.+5.11.2022
Am nächsten Morgen war von dem Kadaver nichts mehr übrig. Die Hyänen haben gute Arbeit geleistet und alles aufgefressen oder zumindest weggeschleppt. Als auch wir gefrühstückt hatten sind wir zurück zum Ngoma Gate gefahren, um von dort weiter nach Kasane zu reisen. In Kasane angekommen sind wir erstmal direkt in die Stadt gefahren, um unsere Vorräte aufzustocken und die Dieseltanks zu füllen. In der Nähe des Spar Supermarkts ist auch eine kleine Ansammlung von Touranbietern. Dort hatten wir ein paar Monate vor unserer Reise Kontakt mit Tebs von NKWE Safaris per WhatsApp aufgenommen, um schonmal einen privaten Gamedrive und eine Bootstour auf dem Chobe zu reservieren. Wir nutzten die Gelegenheit, um kurz vorbei zu schauen und die Touren zu bezahlen. Anschließend checkten wir auf der Campsite der Chobe Safari Lodge ein und bezogen unseren Platz. Da wir ursprünglich für zwei Autos reserviert hatten war unser Platz auch recht großzügig. Die Plätze für nur ein Auto waren dagegen sehr, sehr eng. Ansonsten hat uns die ganze Anlage schon gleich zu Beginn sehr überzeugt: tolle Ablutions, viele Tiere, schöner Ausblick, nette Angestellte und gepflegter Pool.
Den Rest des Tages haben wir uns nur noch ausgeruht und das Lodgegelände erkundet. Der nächste Tag sollte nämlich anstrengend genug werden: morgens zum Sonnenaufgang einen Gamedrive entlang der Chobe River Front und nach kurzer Mittagspause schon die Bootstour bis zum Sonnenuntergang. Am nächsten Morgen klingelte der Wecker schon lange vor Sonnenaufgang, da wir bereits um 6 Uhr abgeholt wurden. Tebs von NKWE Safaris kam noch extra vorbei, um uns den Guide vorzustellen und uns eine schöne Tour zu wünschen. Dann ging es auch schon los zum Nationalpark. Es war noch recht wenig los, sodass es am Gate zügig voran ging. Wie aber auch schon in den vorherigen Tagen gab es leider nicht viel zu sehen. Eine etwas größere Büffelherde und mit Mühe und Not hat unser Guide noch mit Funkunterstützung ein paar Löwen ausfindig machen können. Das war zwar ganz lieb gemeint, aber die Situation bei den Löwen hat uns gar nicht zugesagt. Es waren ziemlich viele Autos, die die armen Löwen ständig umkreisten. Immer wenn ein Auto den Platz freigemacht hat, kam gleich das nächste Auto, um die Löwen zu belagern. Der Guide hat sich zwar alle Mühe gemacht, aber da wo halt keine Tiere sind, kann man auch keine finden 😵 So ist es halt in der freien Natur und wir haben nach einer Picknickpause den Rückweg zur Lodge eingeschlagen. Dennoch war es eine nette Tour und irgendwie gab es ja schon immer was zu gucken.
Zurück auf der Campsite der Chobe Safari Lodge wurden wir nach der Mittagspause um kurz vor 15 Uhr schon wieder von Tebs abgeholt und zum Jetty hinter dem Spar Supermarkt gebracht. Dort erwartete uns unser Guide und Bootsführer Baits. Er hat uns dann auch gleich zu Beginn aufgeklärt, dass durch den Regen die Elefanten und großen Tierherden abgewandert seien und wir diese wahrscheinlich nicht zu Gesicht bekommen werden. Dennoch war die Bootstour in unseren Augen ein voller Erfolg! Man hat Baits angemerkt, wie sehr er für die Gegend und die Tiere schwärmt. Er hat uns so viel gezeigt und zu jedem Tier ein umfangreiches Fachwissen gehabt. Das war wirklich klasse!
LG Marcel
Teil 1306. Aug. 2023
Tag 15: Planet Baobab 6.11.2022
Bevor es zu unserer letzten Etappe, dem Nxai Pan Nationalpark ging, hatten wir noch auf dem Weg einen Stopp im Planet Baobab eingeplant. Eigentlich wollten wir dort 2 Nächte bleiben und eine geführte Tour zu den Erdmännchen unternehmen. Wir haben morgens noch in Kasane ein paar Souvenirs gekauft und uns dann auf den Weg gemacht. Unterwegs hat man immer mal wieder Tiere auf der Straße gesehen. Tatsächlich haben wir hier mehr Elefanten gesehen, als an der Chobe River Front 😉
Gegen Mittag sind wir im Planet Baobab angekommen und haben unsere Campsite bezogen. Das Gelände ist schon recht hübsch angelegt und die Campsites waren sehr sauber und großzügig. Dennoch haben wir uns dort irgendwie nicht wohl gefühlt. Hinzu kam, dass die Halbtagestour zu den Erdmännchen 100 $ pro Person kosten sollte… Wir entschieden uns, den restlichen Tag zu entspannen, die Nacht noch zu bleiben und dann am nächsten Tag spontan schon zum Nxai Pan aufzubrechen. Irgendeine Campsite wird schon frei sein und zur Not hatten wir ja noch die reservierte und bezahlte Nacht im Planet Baobab und wären wieder zurückgefahren.
Tag 16+17: Nxai Pan Nationalpark 7.+8.11.2022
Nach dem Frühstück sind wir also auf gut Glück zum Nxai Pan Nationalpark aufgebrochen. Der Eingang zum Park liegt direkt an der Hauptstraße, sodass wir dort ohne weit fahren zu müssen nachfragen konnten, ob wir oben im South Camp schon einen Tag früher einchecken könnten. Ein kurzer Blick in den Belegungskalender und ein Telefonat der Mitarbeiterin von Xomae ergab, dass es kein Problem ist und wir losfahren können. Wir bezahlten die zusätzlichen Park- und Campgebühren und fuhren los. Da wir recht früh dran waren, legten wir noch einen Zwischenstopp bei den Baines Baobabs ein und fuhren nach dem Mittagessen weiter zum South Camp, um dort einzuchecken.
Unsere erste Tour am Nachmittag führte uns dann natürlich zum permanenten Wasserloch, um die Elefanten beim Trinken und Baden zu beobachten. Ansonsten gab es immer mal wieder Tiere zu sehen.
Aber auch hier hat man gemerkt, dass es die vorherigen Tage Regen gab und die Tiere nicht mehr ausschließlich auf das Wasserloch angewiesen sind. Nach dem schönen Tag verbrachten wir die letzten hellen Stunden auf der Campsite in Begleitung eines Tokopärchens und eines Warans.
Am nächsten Morgen haben wir das Frühstück erstmal ausgelassen und sind um kurz vor 6 schon zum Wasserloch aufgebrochen. Ein paar Minuten waren wir dort die einzigen „Gäste“. Mit dem Fernglas haben wir dann in der Ferne 2 Löwinnen gesehen, welche zielstrebig auf das Wasserloch zuliefen und ein paar Minuten später dort zum Trinken ankamen. Als der Durst gestillt war, machten sich die Beiden wieder auf den Weg. Wir sind daraufhin auch losgefahren und haben die zwei Löwinnen wenig später auf der Sandpiste wiedergetroffen. Sie schienen sehr erschöpft von der Nacht gewesen zu sein und haben sich alle paar Meter hingelegt, um etwas zu ruhen. Wenig entfernt konnten wir dann auch noch Löffelhunde beim Graben ihres Baus beobachten.
Auf der Campsite holten wir das Frühstück und etwas Schlaf nach, bevor wir am Nachmittag nochmal zum Wasserloch gefahren sind. Wieder kamen einige Elefanten zum Trinken, während sich im Hintergrund einzelne dunkle Wolken zu einer größeren Gewitterfront zusammenschlossen. Als die Elefanten das Wasserloch verließen, taten wir es ihnen gleich, um vor dem Gewitter noch in Ruhe kochen zu können. Das Gewitter blieb zum Glück weiter südlich und so konnten wir unseren letzten Abend und unsere letzte Nacht in der Wildnis genießen.
LG Marcel
Teil 1410. Sept. 2023
Tag 18: Abfahrt aus dem Nxai Pan zurück nach Ghanzi zum Symponia Guesthouse 9.11.2022
Heute hieß es zum letzten Mal „Guten Morgen“ aus dem Dachzelt. Das letzte Mal Frühstück auf dem Campingkocher und das letzte Mal die Dachzelte wieder zusammenlegen und alles verstauen. Wir verließen den Nxai Pan Nationalpark und machten uns auf der langen, sandigen Piste auf den Weg zurück zur Teerstraße, welche uns über Maun nach Ghanzi bringen sollte. Eine letzte Überraschung hielt der wunderschöne Nationalpark noch für uns bereit: Ungefähr auf Höhe des Weges zu den Baines Baobabs waren plötzlich rechts und links des Weges hunderte, wenn nicht sogar tausende Zebras in Bewegung. Viele von ihnen kreuzten unseren Weg, um auf die andere Seite zu gelangen und so beobachteten wir dieses wunderbare Naturspektakel. Da die Kamera samt Equipment bereits eingepackt war, haben wir leider nur mit dem Handy einige Schnappschüsse gemacht.
Irgendwann haben wir unsere Fahrt fortgesetzt, am Gate die Luft aufgepumpt und sind ohne weitere Unterbrechungen nach Ghanzi gefahren. Angekommen im Symponia Guesthouse haben wir erstmal das Auto komplett geleert, um es in Ghanzi an der Hauptstraße waschen zu lassen. Hier im Forum sind wir auf die Waschstraße „Tatsa Lobela“ (?) gestoßen. Die Arbeit wurde tatsächlich sehr gut und gründlich erledigt und die Leute waren auch sehr nett. Andererseits war es aber auch etwas seltsam, da alle anwesenden Personen sowohl betrunken, als auch bekifft waren und sich noch weitere Personen dazugesellten, welche uns ständig irgendwelche Wundersachen verkaufen wollten und um Geld gebettelt haben… Mit einem blitzeblank sauberen Auto rollten wir zurück auf das Gelände vom Symponia Guesthouse und kochten aus den letzten verbliebenen Vorräten ein schnelles Gaskocher-Abendessen 😉 Etwas traurig, nicht im Dachzelt schlafen zu können, ging es relativ spät für uns ins Bett.
Tag 19: von Ghanzi nach Windhoek zur Casa Piccolo 10.11.2022
Nach dem Ausschlafen gab es beim Symponia Guesthouse ein fabelhaftes Frühstück und wir konnten gestärkt nach Windhoek aufbrechen. Auch der Grenzübertritt zurück nach Namibia verlief schnell und unkompliziert, sodass wir die lange Strecke nach Windhoek mehr oder weniger schnell hinter uns bringen konnten. In der Casa Piccolo wurden wir am Nachmittag herzlich empfangen und nach etwas Erholung und einer Dusche kam auch bereits der gebuchte Shuttle, der uns zu Joe´s Beerhouse bringen sollte. Den letzten Abend in der Ferne haben wir dort mit leckerem Bier und üppigen Burgern gefeiert.
Tag 20: Windhoek und Abflug 11.11.2022
Da unser Flieger erst am frühen Abend ging, haben wir den Tag noch genutzt, um uns in Windhoek ein wenig umzusehen und für die Daheimgebliebenen Souvenirs im Craft Center zu kaufen.
Wir verabschiedeten uns von der Casa Piccolo und rollten zurück zur Basis von Safari Car Rental, um unser Auto wieder abzugeben. Während von den Mitarbeitern alles im und am Auto auf Vollständigkeit geprüft wurde, habe ich mich etwas mit Kimi unterhalten und noch andere Autos angeschaut. Doofer Fehler. Unser Auto war noch nicht ganz abgegeben, da wurden bereits die Pläne für die nächste Reise geschmiedet. So ein Toyota Hilux Expedition hat schon was 😉 Dazu aber später noch mehr… Nachdem die Formalitäten geklärt waren rollten wir ziemlich wehmütig vom Gelände und Rudolph brachte uns zurück zum Flughafen. Dort angekommen checkten wir schnell ein und warteten auf den Abflug. Kurz bevor es mit dem Boarding losging, wurde noch schnell eine seltsame zweite Sicherheitskontrolle aufgebaut, wo sich alle streng sortiert nach Mann und Frau aufstellen mussten und erneut gefilzt wurden. In schönster Abendstimmung liefen wir zum Flugzeug und flogen schon kurze Zeit später los.
LG Marcel
Teil 1510. Sept. 2023
Soooo, jetzt habe ich es tatsächlich geschafft 🤩 Der Reisebericht ist fertig, noch bevor wir unsere diesjährige Tour beginnen. Ich hatte es im Reisebericht ja schon anklingen lassen und tatsächlich hat uns alles so sehr gefallen, dass wir dieses Jahr wieder aufbrechen werden (aber nur zu zweit 😄 ). Wir waren noch keine knappe Woche zu Hause, da war das Fernweh wieder so groß, dass schnell die Planung in Gang gesetzt wurde. Vielen Dank auch an Bele, welche mich da noch tatkräftig unterstützt hat 🙂 Dieses Jahr starten wir etwas früher und zwar am 4.10. und bereisen sowohl unsere Lieblingsplätze aus 2022, als auch ein paar neue Spots: -CKGR -Boteti -Nxai Pan -Magotho -Mbudi -Xakanaxa -Kaziikini
Ich möchte mich da auch ganz herzlich bei allen aktiven und stillen Mitlesern bedanken und hoffe, dass euch die Bilder und der Bericht gefallen hat! Das Forum hat uns so sehr bei der Planung und Vorbereitung geholfen, sodass ich hoffe, dass auch mein Reisebericht für andere Fomis hilfreich bei der Planung und Vorbereitung sein wird!