Reisebericht

Wo ein Wille ist, ist oft KEIN Weg! | Botswana '21

von Blende18.2 · begonnen 02. Jan. 2022 · 45 Teile

Teil 2110. Apr. 2022
Von alten Bäumen zu alten Seelen

Heute geht es für uns hoch zur Nxai Pan, für uns neu und das Gebiet wollen wir dieses Jahr ein erstes Mal besuchen. Martin und Claudia übernachten dort nicht, sie fahren heute nach Maun und bleiben dort zwei Nächte, wo wir morgen wieder dazustoßen werden.


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5.56 Uhr... nein wir stehen nicht auf. Ich stehe schon auf der Pfanne. 😮
Nur kurz danach stößt Martin dazu.




Einen Timelapse vom Sonnenaufgang möchte ich machen und schauen, dass ich ein schönes Bild von den Baines im ersten Tageslicht bekomme. Beides gibt es hier jetzt nicht zu sehen. Auf dem Weitwinkel-Timelapse ist quasi nix zu erkennen und wenn die Sonne irgendwo hinter/neben den Bäumen aufgeht sorgt das Licht nur für eine schöne Stimmung in die andere Richtung (siehe Martins Bild unserer morgigen Campsite, er war so klug sich mal umzudrehen) 😄

Stattdessen gibt es aufgeplatzte Salzpfanne, irgendwas muss ja bei rumkommen. Ist quasi wie die Dünen im Sossusvlei... naja fast. 😛








Bild von M&C


Reisepartner sind übrigens was richtig schönes... ihr müsst euch gar nicht in Richtung Auto begeben und die bereitgelegten Kekse mümmeln. Heute kredenzt Martin frisches Rührei!!! 😎

Während er damit beschäftigt ist streune ich mit der Kamera noch etwas über die Campsite und jage einer Krähe nach, die rund um "unseren" Baobab hüpft. Zeit auch mal die Früchte und Samen des Baumes genauer zu begutachten.

Pied Crow | Schildrabe












Nach dem Frühstück beschäftigen sich Mara und Claudia mit der Küche des Bushcampers und fangen an alles einmal rauszuräumen, neu zu sortieren, Kleinigkeiten, die das Leben einfacher machen werden ausgetauscht, bis die beiden zufrieden sind und alles dort seinen Platz hat, wo es wohl hingehören soll. Mal sehen wie lange das bei der nächsten Rumpelpiste hält. 😗

Dann rödeln wir auf und werfen einen letzten Blick von hier aus auf die Baines. Noch einmal dieses Ort festhalten.


Bild von M&C









Gegen halb zehn verlassen wir den Platz und halten noch einmal kurz bei der Baumgruppe. Die Sonne steht recht hoch, hartes Licht, da kann man ja ein bissel Blödsinn machen. Allzu viel Zeit lassen wir uns aber nicht, denn Martin und Claudia schmeißen ihre Tagespläne etwas um und kommen noch für einen kleinen Abstecher mit in die NxaiPan, bevor es dann für die beiden nach Maun geht.





Bild von M&C



Nah dran sieht es schon stark aus, wie die Kruste hier aufgebrochen ist.



Bild von M&C



Wir folgen wieder der längeren, aber besser zu befahrenen Route, raus aus dem Gebiet der Baines und dann geht es Richtung Norden. Diese Route ist halt echt langweilig, bis dann plötzlich ein Auto im Weg steht. Niemand zu sehen und es sieht auch eher so aus, als ob der Wagen schon eine zeitlang hier steht. Am Gate folgt die Erklärung, anscheinend gehört das Auto der Putztruppe, zumindest wird uns das erzählt, direkt mit der Erklärung nachgeschoben, dass die Ablutions also auch ein paar Tage nicht gereinigt wurden. 😐
(wir erwarten schlimmes, aber es ist alles bestens in Schuß, dass schon mal vorab)


Kurz vor dem Gate sehen wir einige Elefanten durch die Büsche streifen. Nur schwer zu erkennen und meistens auch sehr verdeckt, bis auf den einen Kollegen mit mieser Laune... wir werden erstmal angetrötet und ohrgeschlackert. Wie unhöflich! 😮









Wollen wir mal hoffen, dass dieser erste Eindruck trügt und nicht für die allgemeine Gastfreundschaft hier steht!

Beim Check-In am Gate vertrödeln wir Zeit, weil der Herr im Office gelinde gesagt tranig ist. Leben kommt erst dann in ihn als wir nach Holz fragen und er den Tuck-Shop anpreisen kann. Darauf wollen wir dann später noch einmal zurückkommen, jetzt soll es erstmal losgehen, schließlich haben Martin und Claudia heute noch einiges an Weg vor sich.

UND... wir haben am Baines Gate einen Tipp erhalten, wo in den letzten tagen ein Leopard gesichtet wurde. Davon weiß hier am gate allerdings niemand etwas. Auf unsere Frage nach aktuellen Sichtungen wird auch nur aufgezählt, dass und was man hier so sehen kann. Eben alles, wenn es denn aktuell im Gebiet ist. 😄

Danke für die Info. Dann wissen wir ja jetzt Bescheid. Dann versuchen wir einfach mal unser Glück in Richtung Wasserloch.

Es ist brutal trocken, es scheint hier nichts zu geben, ein paar einzelne Gnus kommen uns entgegen, allerdings gibt es überall Spuren von Elefanten. Ein Schädel liegt auf einer Pfanne, die Gnus halten nach und nach dort an und beschnuppern diesen. Irgendwie ein komisches Verhalten, so richtig erklären können wir uns das nicht, liegen diese Knochen hier anscheinend schon sehr lange rum.











Andere Anzeichen für Elefanten werden als Ausguck benutzt. 🤢


Capped Wheatear | Erdsteinschmätzer



Ein Stück weiter des Weges sehen wir dann schon die ersten unserer Lieblinge, wie sie sich am Horizont abzeichnen. Wir brauchen keine Wegbeschreibung mehr, wir wissen wo es zum Wasserloch geht. 🙂


to be continued...



Gruß,
Robin
Teil 2220. Apr. 2022
Metsi - Die Quelle des Lebens

Metsi ist Setswana und bedeutet Wasser. Wasser bedeutet Leben und das können wir an diesem Tag sehr beeindruckend erleben. Während wir auf das Wasserloch in der NxaiPan zurumpeln wird klar, was es bedeutet, wenn es nur eine einzige ständige Wasserquelle im Umkreis eines so großen Gebiets gibt. Es kommt einfach alles zu diesem Wasserloch was Rang und Namen hat.

Man weiß einfach nicht wo man zuerst hinschauen soll?! 😮 🤩




Unsere Lieblinge sind auch schon da, dieses Mal aber unter dem Motto: Elephants & Friends. Denn hier kann man quasi nichts beobachten ohne drumherum auch alles mögliche andere zu sehen und zu sichten. 😁


Mal mit Springböcken...



... oder auch Zebras dazu, wer möchte garniert mit Helmperlhühnern und einem Schackal im Anschnitt.



Besonders gerne mag ich den Dicken mit seinem schlammigen Kumpel hier. 🤪



Natürlich kann man auch Fotos machen, ohne das ein Elefant im Bild ist, genug Motive sind ja wahrlich vorhanden. Warum also nicht mal mitten in die Springböcke halten, kann auch schön sein. Oder die überall umherflitzenden Perlhühner... die kommen zumindest auch etwas leichter ans Wasser. Sie sind so klein, dass sich keiner dran stört.





Helmeted Guineafowl | Helmperlhuhn



Natürlich kann man auch Fotos machen, ohne das ein Elefant im Bild ist, einzig so viel Sinn macht es nicht. 😛 😄





Die Zebras gucken etwas sparsam drein. Solange sich die Elefanten im Wasser tummeln, kommen sie nur schwerlich ans begehrte Nass, man könnte auch sagen gar nicht. Die Elefanten verteidigen ihr Wasser mit vehementer Ausgelassenheit, zum Leid des Rests, aber sehr zu ihrer eigenen Freude, wie man gut erkennen kann. Die Zebras können da nur mal einen Blick unter einem Elefanten hindurch vom Wasserloch erhaschen. 🤨











Aber keine Sorge, manchmal schaffen sie es dann ja doch bis zum Wasser, aber sie müssen sich sputen. Mehr und mehr der grauen Riesen kommen aus den Büschen und schieben sich in Richtung Wasserloch.









Wir stehen verteilt und beobachten das Treiben. Wir von der einen Seite des Wasserlochs, Martin und Claudia von der anderen Seite aus. Satt sehen kann man sich und öfter knarzt das WalkieTalkie und wir können nur "Irre, was hier los ist!" über den Äther schicken.

Dann hören wir doch mal was anderes.

"Ich glaub ihr steht dem ihm Weg, der mag euch nicht!"

"Wem, was, WO?"

"Da ist ein Elefant direkt hinter euch."

Den haben wir gar nicht gesehen, er hat sich wohl genau im toten Winkel angeschlichen und wollte uns erschrecken. Mal schauen ob wir trötefest sind. Mal den Kopf schütteln und dann obsiegt doch die Lust auf Wasser und nicht die Neugier, wer da auf SEINEM Trampelpfad steht.








Das sehen Martin und Claudia (danke Claudia für's Bild)



Und nach dem Hinweis entdecken wir ihn dann auch im Spiegel.




Beim Wasserloch wird es auch langsam voller.




Neben uns taucht eine Windhose auf. Dieses Bild veranschaulicht eindrücklich, wie trocken und staubig die Gegend ist. Alle Tiere müssen hier hin kommen und so tauchen auch immer wieder andere Gäste auf, wir freuen uns über eine kleine Kudufamilie und entscheiden uns dann für eine kleinere Runde, wo vor ein paar Tagen ein Leopard gesichtet worden sein soll.

Wir finden ihn nicht und auch sonst sehen wir praktisch nichts auf der Runde. Ein paar Elefanten streifen durch die Büsche und man sieht, wie das abgetrocknete Staubbad die Elefanten hier so weiß färbt, wie schon die, die wir auf dem Weg zum Gate gesehen haben.











Wir fahren wieder zurück zum Wasserloch und sehen ein paar Vergleichofanten.

Einmal im Vergleich der "Vollgematschofant"



Fehlt noch der "Halbgetrocknofant", auch liebevoll "Milchschokofant" gennant.



Und dann sind sie da! 🤩

Das wurde aber auch Zeit!

Ihr habt ja jetzt lange genug Elefantenbilder durchscrollen müssen!

Gut, dass es an diesem Wasserloch ja auch einiges anderes zu sehen gibt!

Und deshalb hat es uns extrem gefreut...

..

.

Das sich jetzt endlich auch kleine Elefanten blicken lassen. OH WIE NIEDLICH!!! 😗 😛

Dieser hier wird von Mama aber erstmal eingestaubt. 😮
Da braucht er danach natürlich erstmal etwas Kuschel... ähhh Rüsseleinheiten.





(auch wieder im Bewegtbild... dauert vielleicht etwas das zu laden)







Bei so viel Knuddelfaktor hätten wir beinahe unsere erste Jagdszene überhaupt verpasst. 😮

Für viele ist es ja das Highlight einer jeden Safari, aber bislang blieb uns dieses Erlebnis verwehrt. Do mitten am hellichten Tag rechnet man ja auch nicht mehr damit. Wir wissen nicht genau was vorgefallen ist, aber diese Straußendame hatte die wilde Hatz eröffnet und rannte links, stoppte ab und wieder nach rechts zurück. Von da aus wieder nach links und dann sahen wir in einer Lücke zwischem dem Gras den Flüchtigen davonstoben.

Ein Schakal rannte, als ob der Vogel Strauß persönlich hinter ihm her wäre und wurde quer durch's hohe Gras davon gejagt.





Spannend diese Jagdszenen. Jetzt können wir verstehen, warum das alle so interessant finden. 🤪

Aber wenden wir uns friedlicheren Szenen zu... die Generationen versammeln sich.









Wir waren nicht ganz eine Stunde auf der Runde unterwegs und das Wasserloch ist mittlerweile von den Elefanten eingenommen worden.





Das ganze Wasserloch? - Nein, ein kleines gallisches... falsche Gegend. Aber ein kleiner Teil ist frei und dort dürfen auch mal die anderen ran. Zumindest muss dieser Kudubulle wohl schon ein Bad genommen haben, sieht man sich den matschigen Bauch an.





Aber auch Kleinchen bleibt wieder nicht aus... so süß! - Hab' ich schon erwähnt, oder?

Egal, der kleine Kerl tappst mit seiner Familie in Richtung Wasserloch und uns geht das Herz auf. Wir sind da wirklich schlimm vernarrt und können auf ewig und drei Tage Elefanten im Generellen, aber solchen Kleinen im Speziellen, zuschauen.
























Ich hätte gedacht, dass auch Martin den Kleinen vor der Linse gehabt hat, zumindest hätte dieses Portrait dafür gesprochen, aber ich glaube er hat den nächsten großen Bullen im Visier gehabt der zum Wasserloch unterwegs war.


Martin auf Motivjagd. 🙂






Langsam wird es Zeit für die Beiden und sie verabschieden sich per Funk. Diese Nacht verbringen sie schon in Maun um mit etwas mehr Ruhe und Zeit den Wagen für die anstehende, ausgedehnte Campingphase zu perfektionieren. Wir bleiben die Nacht in NxaiPan und vorerst noch ein wenig am Wasserloch stehen.

Wie wir später erfahren haben sie kein Glück auf dem Rückweg und schreddern einen Reifen auf dem Weg raus zum BainesGate. Das zerschießt natürlich auch die Tagesplanung gewaltig, gibt aber auch einen Haken auf der Botswana-Anti-Bucketlist.



ist hiermit abgehakt. 😎


Sala Sentle,
Robin & Mara


PS. Da ich euch hier nicht vorgewarnt hatte... hole ich dies jetzt nach und warne vor'm nächsten Teil. Es bleibt grau und knuddelig. 😄 😉
Teil 2302. Juni 2022
Metsi - Die Quelle des Lebens II

Kurzer Blick nach rechts, kurzer Blick nach links... Keiner mehr da. 😐

Jetzt wo Martin und Claudia "on the road" sind, stehen wir hier völlig alleine rum. Naja nicht ganz... am Wasserloch ist weiter reges Treiben und ein ständiges Kommen und Gehen. Wir brüten weiter in der Hitze vor uns hin und können uns einfach nicht losreißen. Immer wieder machen wir neue Striche in unser Zählungsbuch. 😄

Es ist so heiß, da ist jeder glücklich, wenn er sich dem kühlenden Nass nähert oder sieht der Dicke hier nicht mal glücklich aus nach seinem Schlammbad.






Auch die nächste Familie trifft ein... jetzt geht es wieder los und weiter. Graues Bilder-Einerlei, egal wohin man schaut.






Die etwas eintönige Safari hat wohl den ein oder anderen langsam eingeschläfert auf den Besucherplätzen, gut das auch mal zwischendurch die ein oder andere Abwechslung vorbeikommt. Aber man kann fast machen was man will, die Elefanten sind kaum aus dem Bild zu bekommen. Oder vielleicht wollen wir das auch gar nicht. 😗 😄







Immer wieder wundern wir uns wie viele kleine Elefanten wir sehen, während die etwas größeren schon im Schlamm rumtollen, werden die ganz Kleinen noch gut behütet in die Mitte der Herde genommen. Wenn kleine Elefanten in der Nähe sind, dann bräuchten wir eigentlich gar nicht weiterfahren. Stellt uns da ab, lasst uns stehen und wir sind glücklich.







Einer der Halbstarken stellt für sich fest, dass er anscheinend Perlhühner nicht mag und jagt ihnen einmal rund ums Wasserloch hinterher, die Familie mit dem ganz Kleinen beäugt ihn kritisch, wir glauben, dass sich da bald jemand einer Bullengruppe anschließen wird, damit er ein paar Manieren lernt.









Wieder mal ein anderes Bild zwischendurch machen... von wegen.



Dann stelle ich fest, dass wir eben nicht auf Teufel kaum raus unterwegs sind. Wir wollen nicht zu viel rangieren und uns andauernd in eine neue Position bringen, aber hier hätte ich es dann doch gerne gemacht. Da wird bei Mama getrunken und just in dem Moment stellt sich ein Impala in den Weg und will aber auch partout nicht weichen. 😣


















Am Wasserloch ist kein Platz und rund ums Wasserloch schieben sich die Herden aus Impalas, Zebras und Gnus vorbei. Nur selten gibt es eine Lücke zum Wasserloch...





... was kein Wunder ist. Mittlerweile ist das große Plantschen in vollem Gange. Es wird sich tief in den Schlamm geworfen, Wasser Schlamm oder Staub hochgeworfen. Immer mehr Elefanten gesellen sich dazu und der Platz im Wasserloch wird immer mehr zugestellt. Der ein oder andere hat sichtlich Probleme da wieder raus zu kommen.















Geschafft! 😗



Das Wasser ist eine richtige Plörre mittlerweile, da würden wir am liebsten schnell unsere Schwimmsachen packen und selber direkt ins Wasser hüpfen und mal eine Bahn durch's Becken ziehen... NICHT! 🤢 😕








Bei so viel Action, kann man mal müde werden. Immer gut, wenn ein passender Termitenhügel in der Nähe ist. 🤩





Ein Blick den Weg entlang sehen wir, dass die Straußenfamilie offensichtlich recht erfolgreich darin ist, die Schakale zu vertreiben. Alle Küken kriegen wir gar nicht auf's Bild und es sind auch einfach zu viele zum zählen. Erstaunlich wie viele das sind und wie winzig sie im Vergleich zu den Elterntieren aussehen. 😊




Am Wasserloch zeigt einer der Großen, wie man elegant wie eine Nixe aus dem Wasser steigt. Da können sich die Youngster noch was abschauen. 😄









Richten wir den Blick wieder zu unserer kleinen Familie... sorry, dass dieser Part im Endeffekt einfach nur eine Bilderflut ist. 😗












Wir könnten ewig hier stehen und ich habe nicht das Gefühl uns könnte langweilig werden. Rund um's Wasserloch tummeln sich immer allerhand Tiere. Auf der anderen Seite sehen wir einen Sekretär, irgendwie sehen wir die immer nur weit weg und in der brütenden Mittagshitze. Irgendwann einmal erwischen wir den bestimmt mal in halbwegs fotogen.

Während der eine in der Sonne trocknet...


... schauen die Zebras wieder ob sich eine Lücke ergibt...


... und durstige Springböcke strolchen durch die Gegend...


... während der Schakal schon weiß, da ist kein rankommen gerade! 😵


Aber das gilt eben nicht für jeden, andere genießen den Spa-Bereich in vollen Zügen.





Secretary Bird - Sekretär








Es wird Zeit für uns und wir reißen uns endlich los. Die Waschmaschine im Aufbau sollte mittlerweile fertig sein und dann können wir auch direkt mal einen Blick auf die Campsite werfen. Wir werfen noch einen Blick auf den ganz kleinen Elefanten und sehen, dass er einen großen Aufpasser bei sich hat, da können wir ganz beruhigt fahren, während am Horizont schon wieder die nächsten Elefanten auftauchen.







Nur ein Stück entfernt stehen die Strauße in der Ebene und sowas haben wir auch noch nicht gesehen. Die Elterntiere spenden den Küken Schatten, der hier sonst nirgends zu finden ist. Sie stehen in der brütenden Hitze und bilden Sonnenschirme. So cool! 😎 🤩





Auf dem Rückweg sehen wir noch mehrfach Elefanten, zehn an der Zahl. In der Nähe der Campsite steht eine große Herde im Schatten eines Waldes, nochmal 18 Tiere können wir zählen und als wir an der Campsite ankommen, stromern auch dort vier Graue durch den Wald. Keine Sorge, da kommen jetzt nur stellvertretend zwei Bilder... sonst bekommt ihr alle noch den "Grauen Star" vom Bildergucken. 🤪














Auf der Campsite angekommen sind wir auch hier wieder alleine. Wir schauen uns um und die #6 gefällt uns am besten. Schön groß, Schattenbäume und wenn eh alles leer ist, kann man auch gut den Platz direkt an den Ablutions nutzen.

Da es erst mittag ist, fahren wir noch mal schnell zum Gate um Bescheid zu geben, dass wir unsere Campsite wechseln wollen, falls noch jemand kommt. Also rein ins Xomae Office und endlich mal wieder so ein T.I.A. Moment. 😄

Ob überhaupt noch was anderes frei ist heute Abend, dass weiß der gute Mann leider nicht. Naja... es ist doch außer uns beiden jetzt gerade niemand im Park. Sollen da echt noch 10 Parteien kommen. Nicht soooo wahrscheinlich aber gut, das muss anscheinend geprüft werden. 😗

Jeder der schon ein paar mal dort war, wird wissen was kommt. Der Telefonhörer wird erstmal in die Hand genommen und die nächsten 25 Minuten wird sich ausgetauscht, irgendein Main-Office kontaktiert und... ja keine Ahnung was eigentlich. Ich gehe erstmal in den Tuckshop und hole uns zwei kalte Getränke. Es ist brüllend heiß und die Frage ob die #6 frei ist, hätten wir besser nie gestellt.

Endlich gibt es Neuigkeiten. Es ist wohl noch eine andere Campsite belegt. Da muss der Supervisor kommen und nur wenige Minuten später schlurft er dann auch ins Office rein. Ein Buch wird geöffnet, da stehen alle Reservierungen des Tages drin. 🙄

Tolles Ding, hätten wir da nicht schon vor einer halben Stunde einfach reingucken können??!

Er zeigt in sein tolles Buch, lässt den Finger über die Zeilen streichen...

"Es kommt noch eine Gruppe heute, ihr könnt nicht wechseln."

"Wie viele Plätze sind denn reserviert, könnten die nicht eine andere Campsite nehmen?"

"Nein, die #6 ist belegt, schau' hier."

🤨 "Aber die #6 ist doch frei???"

"Nein, du musst hier schauen, da steht das Datum. Der 12.06.!"

"Jaaaaa... und #6 ist erst morgen belegt. Am 12.06. ist der frei."

"Oh. Stimmt."

😏 😄

Ein kühles Getränk und verschwendete 40 Minuten Lebenszeit später fahren wir zur Campsite und ab jetzt gibt es auch wieder mehr zu erzählen und nicht nur Bilder... aber dazu später mehr. Morgen geht's hier weiter. 😉


Sala Sentle,
Robin & Mara
Teil 2403. Juni 2022
Metsi - Die Quelle des Lebens III

Wir kommen an der Campsite an und beziehen nun doch endlich unsere gewählte #6. Es ist weiterhin kein anderes Fahrzeug zu erspähen, also rödeln wir erstmal kräftig auf.



Die # 8-10 sind auf den anderen Seite der Ablutions gelegen, ohne so direkten Zugang und anscheinend Plätze für größere Gruppen. Die anderen Plätze liegen inmitten eines Waldes und Gewirr aus Bäumen. Jeder Platz ist mit ein paar Klötzen abgetrennt, aber den eigentlichen Weg sehen wir erst beim rausfahren. Wir fahren einfach quer durch die Campsites.



Kaum sind wir ausgestiegen sitzt auch schon ein Toko im Baum neben uns. Niedlicher kleiner Racker... und da schau an. Schwupps sitzt noch einer daneben. TOLL 🙂

Klar, auf Campsites fällt immer mal was ab, logisch das das Vögel anzieht. Wir nennen die ansässigen dann immer gerne die eigentlichen "Campsite Besitzer" UND SCHWUPPS... da ist ja noch einer. UND DA, auch noch einer... 😕

Es gleicht einer kleinen Invasion, der Platz hier gehört nicht einem Tokopaar, nein, es ist die gesamte Sippschaft.

Der Herr der Tokos! 😄


Yellow-billed Hornbill | Gelbschnabeltoko


Wir legen los, mit den Dingen, die so getan sein wollen. Speziell, da wir planen heute das Licht auszukosten und später noch einmal mit einem kühlen Getränk zum Sundowner in Richtung Wasserloch zu fahren.

- also erstmal Abwasch machen... wir gehen manchmal dazu über, unseren dreckigen Kram einfach mitzunehmen, wenn es morgens früher losgehen soll 😗

- dann wird die Waschmaschine geleert und alles zum trocknen aufgehängt, natürlich unter den strengen Augen der Hausherren, ob Mara auch alles richtig macht 😉



- das ganze Feuerholz raus aus der Karre, schonmal vorschichten und alles bereit legen... ein großartiger, neuer Ausguck ist geschaffen. 🤪



- und schonmal vorschnippeln für das Abendessen. Es gibt ein Curry mit Couscous und Gemüse. Das Gemüse bereiten wir schon vor, so geht es heute Abend schneller. Eigentlich wäre ja Reis dazu geplant, aber mit Couscous kriegen wir das schneller zusammen und können nur mit Topf und Gaskocher arbeiten und müssen nicht auf's Feuer warten, bis wir Kohle für den Potje haben.


Vor der Abendrunde geht es zu den Ablutions. Ich kenne die Geschichten, dass hier die Elefanten aus den Toiletten getrunken haben sollen. Die "neuen" Verteidigungsanlagen verhindern dies aber effizient. Es bleibt nur ein kleiner Fußweg zwischen den Abwehrplatten frei, in den man gerade so einen Fuß reinstellen kann. Ob wir den Schildern am Zaun glauben schenken sollen, wissen wir nicht, ausprobieren wolllen wir das aber auch nicht, also lieber ganz behände wenn man zum Tor greift. 😕

😄 😄 😄 Ich sehe jetzt gerade erst beim Korrekturlesen, dass sich auf dem bild ja auch ein Toko eingeschlichen hat... das ist mir beim Entwickeln der Bilder noch gar nicht aufgefallen... 🤪






Wir sind fertig, ein kaltes Getränk wird nach vorne in den Wagen geholt und mit Beginn des schönen Abendlichts rollen wir aus dem Wald der Campsite wieder los. Ein letzter Blick... sieht alles gut aus und der Sicherheitsbeamte hat auf einem Holzpflock Platz genommen und schaut pflichtbewusst drein. Ich denke, er wird gut auf unsere Sachen aufpassen.

😛



Ich wundere mich immer wieder, wie wir dieses schöne Licht bislang so selten nutzen konnten. Einfach herrlich und alles wirkt so viel schöner mit den sanften Schatten. Eine Riesentrappe streift durch das hohe Gras, Gnus grasen in den Flächen und Zebras schauen uns hinterher, während wir uns unseren Weg vorbei an den Schlaglöchern suchen.

Kori Bustard | Riesentrappe






Näher am Wasserloch laufen tiefe Rillen über die Fahrbahn, die waren uns schon mittags aufgefallen. Da gibt es kein drumherum. Da heißt es runterbremsen und einmal durch... reduziert man hier nicht die Geschwindigkeit, dann rumpelt es, aber gewaltig. Ich weiß gar nicht warum, aber tagsüber ist uns das noch gar nicht aufgefallen. Jetzt schauen wir genauer hin und diese Rillen sind nicht natürlich geschaffen... es sind Elefantenstraßen. Ein eindrucksvoller Beweis, dass Elefanten immer die selben Wege nehmen. Ich schätze wohl über Jahrzehnte, wenn nicht länger wurde diese "Fantenbahnen" in die Erde eingetreten. 😮



Sogar bei GoogleMaps kann man diese Spuren sehen. Irre.
NxaiPanElephantTracks.JPG


Schon auf der Anfahrt sehen wir, dass wir kaum enttäuscht werden können. Es haben sich schon wieder einige Elefanten versammelt am Wasserloch. Und ein Blick in die Ferne zeigt, es sind noch weitere unterwegs. Wir positionieren uns geschickt mit der Sonne und haben dann auch unsere Lieblinge im besten Licht.





Da hat man auch wieder mal Gelegenheit, die Serie "Afrika von Hintern" zu erweitern.



Hierüber freue ich mich besonders... sich einstaubende Elefanten im Abendlicht wollte ich auch mal erwischen, leider schauen sie nicht, dafür aber wunderbar synchron. 🙂



Es ist wieder ein ähnliches Bild, alles was keinen Rüssel hat umlagert das Wasserloch und sucht nach Lücken um sich dem Wasser zu nähern. Insgesamt sind aber weniger andere Tiere vor Ort. Der Abend gehört den grauen Riesen, der Rest ist eher in den weitläufigen Graslandschaften verstreut.

Auch jetzt ist es wieder kaum möglich mal keinen Elefanten mit auf dem Bild zu haben. Vielleicht wollen das die Fotografen aber auch einfach nicht. 😊









Dann geht es mit dem Schlammbaden los, nochmal eine letzte, schützende Schicht auflegen, die gegen die Parasiten bis zum nächsten Morgen schützt. Jetzt ist richtig was los. Wir haben ganze Serien davon, eine kleine Auswahl davon habe ich zusammen gestellt.




Das hier war das erste Bild, dass ich direkt nach dem Urlaub entwickelt habe. Das hatte ich schon beim ersten sichten vor Ort im Auge. 😎







Das Sonne wandert immer weiter in Richtung Horizont... es ist aber auch herrlich hier. 🤩


Mit schwindendem Licht, schwinden auch langsam ein paar der Elefanten. Das ist die Chance, dass auch die Zebras mal zum Zuge kommen und flugs starten sie in Richtung Wasserloch...






... ohhhh. Doch noch nicht! 😈



Aber auch wenn noch einige Elefanten sich hier tummeln, so ziehen sich doch alle auf die rechte Seite in Richtung der Schlammgrube zusammen, Der Weg zum Wasser ist damit doch frei und einige Gnus und Zebras finden dort einen Flecken um ihren Durst zu stillen. Langsam schwindet das Licht.







Wir machen uns jetzt auch langsam auf, aber nach nur wenigen Metern müssen wir noch einmal anhalten. Von hier aus haben wir einfach die perfekten Bedingungen. Die Silhouetten der Tiere am Wasserloch mit tiefstehender Sonne dahinter und am Himmel haben wir jetzt auch die sich immer stärker ausbildenden Wölkchen mit im Bild. Fotografenherz, was willst du mehr... zumindest wenn man es auf kitschige, afrikanische Sonnenuntergänge abgesehen hat. 😄






Auf dem Rückweg lassen wir uns treiben. Wir werden eh nur noch mit dem allerletzten Licht ankommen. Natürlich zählen wir alle Elefanten auf dem Rückweg, die unseren Weg kreuzen, so viel Zeit muss sein.





Am Camp angekommen greifen die gewohnten Automatismen. Es ist fast schon dunkel, aber wir sind gut vorbereitet. Ich starte ein kleines Feuer und nutze das letzte Licht um unser Dachzelt aufzubauen. Mara schnappt sich den Gaskocher und setzt das Curry auf. Nachdem das Zelt steht wird Wein eingeschüttet und angestoßen. Das Feuer wird geschürrt und unsere Camplampen an taktisch guten Positionen als zweiter Lichtkreis verteilt. Wir sehen ein paar Elefanten die am Camp vorbei in Richtung Norden ziehen, vielleicht wollen sie auch noch zum Wasserloch.

Schon bald sitzen wir am Feuer, genießen unsere Getränke und das Essen.




Neben uns kommt etwas um den Wagen geschlichen... wir sehen den Schatten zuerst und es taucht ein Schakal auf. Er schaut uns an, wir schauen ihn an. Dann schleicht er weiter, direkt am Feuer vorbei und hat keinerlei Scheu. Wir schauen uns überrascht an und sind noch wesentlich perplexer, als er sich uns gegenüber direkt am Feuer zusammenrollt, seinen Kopf auf die Pfoten legt und es sich am wärmenden Feuer bequem macht. Solange er uns nicht stört, lassen wir ihn auch in Ruhe und freuen uns über unseren nächtlichen Besuch, bis er sich irgendwann aufrafft und verschwindet.




Plötzlich hören wir wütendes Schnauben. 😮

Zwei große Elefantenbullen haben sich am Zaun der Ablutions eingefunden. Wir leuchten in Richtung der Ablutions um zu sehen was los ist, immer darauf bedacht, nur genug Licht in die Nähe zu bringen und nicht direkt die Elefanten anzuleuchten. Wir können zwei Schemen erkennen, die vor dem Zaun stehen und es hört sich fast an, als seien sie frustriert, dass die ehemalige Wasserquelle unerreichbar ist. Sie stehen dort und schnauben, aber in einiger Entfernung zwei Campsites weiter. Wir widmen uns unserem Tagebuch und Wein und schreiben noch ein paar Zeilen.

Es vergeht einige Zeit und dann knackt es fürchterlich laut hinter uns. Irgendwas großes ist mitten durch die Büsche am Rande der Campsites gebrochen. Keine Frage was das wohl gewesen sein könnte. Wir stehen auf und spähen über den Wagen, nichts zu sehen im fahlen Licht des Feuers und unserer Solarlampen. Die große Funzel wollen wir nicht direkt nutzen und dann kommt auch schon ein gewaltiger Bulle aus dem Nichts. 🙄

Nachts sind alle Elefanten grau... wie auch am Tage, aber nachdem er durch die Büsche war, bewegte er sich so lautlos über den Sand und war im Zwielicht nicht auszumachen. Wir wollen die Tür am Auto aufmachen und uns nach drinnen verziehen, aber der Wagen hat sich selber zugesperrt. Ich habe den Knopf nicht betätigt der den Wagen offen hält. Ansonsten schließt er sich nach einer Weile automatisch ab. Leider hat unser Wagen die dumme Angewohnheit zu piepen und wild zu blinken, wenn man ihn aufschließt.

Der Bulle steht schon neben dem Wagen und kommt gerade an der Motorhaube vorbei. Wir wollen ihn nicht erschrecken mitten in der Nacht und während er uns aus seinen großen Augen beobachtet und nur wenige Meter an uns vorbeigeht, stehen wir wie angewurzelt neben dem Wagen. Auch ohne Absprache, sind wir beide jederzeit bereit in Richtung Ablutions zu verschwinden und ich höre mich sagen:
"Ruhig Dicker, hier gibt es nichts zu sehen."

Er zieht langsam am Feuer vorbei, vorsichtig und bedacht seine Schritte setzend. Dann verschwindet er wieder in der Nacht, als ob er nie dagewesen wäre. 😗

Wir atmen erleichtert auf und wie das dann so ist, muss man auch erstmal die Anspannung weglachen. Wir lieben ja Elefanten, aber das war sogar uns dann doch etwas zu nah. Es ist kurz vor 22.00 Uhr. Ich lege einen letzten Scheit auf das Feuer, wir gehen zu den Ablutions und gönnen uns eine kalte, frische Dusche. So kriecht es sich schöner ins gemütliche Zelt.

Kaum stehen wieder aber am Zaun zeigt sich schon wieder ein Elefant. Zwischen ihm und uns liegen aber gute zehn Meter dieser Bodenplatten. Also geht es geschwind zum Feuer, Lampen löschen und ab ins Zelt. Der Abend war aufregend genug.





Wir ziehen den Reißverschluss zu und hören immer wieder Elefanten, wie sie nahe des Zauns der Ablutions stehen, aber es ist Ruhe eingekehrt. Sie brummen und wummern, aber schnauben nicht mehr lautrüsselnd. Mit diesem sonoren Brummen im Ohr, schlummern auch wir zügig ein.


Zeit für eine kleine Zwischenbilanz nach einem so "elefantösen Tag".



Sala Sentle,
Robin & Mara
Teil 2504. Juni 2022
Bye bye "Elephants Pan"

Wie immer klingelt der Wecker kurz bevor sich die Dunkelheit langsam in den Tag verabschiedet. Wir packen noch nicht alles ein, sondern fahren eine kleine Runde, bevor wir dann alles von gestern Abend fertig machen und den Wagen packen werden. Danach geht es heute nach Maun, wo wir wieder auf Martin & Claudia treffen und zusammen das Discovery B&B gebucht haben.


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Wir wollen möglichst früh beim Wasserloch sein, in der Hoffnung, dass vielleicht doch mal Katzen dort anzutreffen sind.

Vorher wird aber nachgeholt, was gestern Nacht nicht möglich war. Ich suche nach den Elefantenspuren und mache ein Foto... unseren nächtlichen Besucher ablichten konnten wir ja logischerweise nicht. 😉

Ich finde ein paar der Fußabdrücke vor unserer Motorhaube, von da ging er dann direkt an dem Baum an unserem Auto und dem Feuer vorbei und wir standen jeder eine Klinke in der Hand am Wagen. 🙄




Und beim einpacken sehe ich diese, noch winzige Gottesanbeterin auf dem Rand unseres Potje sitzen. Da war sie, die Chance mal mein Makro-Objektiv zu nutzen, dass den ganzen Urlaub nicht einmal zum Einsatz kam. Ich weiß schon, was nächstes Mal zu Hause bleibt. 😄




Es geht raus in die Ebene und auch der Sonnenaufgang weiß zu begeistern. Immer noch hängen ein paar Wolken am Himmel, bevor die Sonne die Chance hat, sie vom Himmel zu brennen und das Dunkel der Nacht vollständig zu vertreiben. Bei solchen Bildern muss ich immer an den Song von Seeed denken "Schwarz zu Blau", wie der Himmel langsam immer heller wird. Unten noch dunkles Blau und oben schon hell.



Wir fahren auf direktem Weg zum Wasserloch und bis dahin scheint alles wie ausgestorben, dass Wasserloch weiß aber wieder zu überzeugen. Gegen das Licht versinkt alles im Dunst und Staub. Es sind Herden von Gnus und Zebras anwesend, aber natürlich auch wieder ein paar Elefanten, allerdings nur eine handvoll, kein Vergleich zu dem Auflauf von gestern.







Obwohl mehr als genug Platz für alle wäre, werden die armen Gnus von einem Bullen ums Wasserloch herum gescheucht.



Wir beobachten nur das Wasserloch und Mara schaut irgendwann auch mal in die andere Richtung und siehe da, hier gibt es doch Katzen, auch wenn es "nur" eine einzelne Hyäne ist, die kaum, dass wir sie entdeckt haben die Läufe in die Pfoten nimmt und sich entlang der Straße verkrümmelt. Hyänen sehen wir immer nur Nachts im Camp. Ansonsten haben wir nur sehr selten Begegnungen mit ihnen, also ist ein Foto einer Hyäne von uns immer eine Seltenheit.

Ein letzter Blick zum Wasserloch zeigt, dass sich dort wieder der normale Ablauf einstellt. Die Elefanten nutzen ausgiebig das Wasserloch und der Rest steht drumherum und wartet auf seine Chance. 😉






Wir wollen noch eine kleine Runde drehen, um wenigstens ein klein wenig mehr von dem Gebiet zu sehen. Es geht auf den Baobab Loop. Wir fahren ein kleines Stück und dann werden die Büsche immer dichter, so dicht, dass es an manchen Stellen kein Durchkommen gibt, ohne das man voll durch die Büsche müsste. Wir haben ja den Wagen im CKGR schon ordentlich zerkratzt, bzw. diese Lackschlieren hinterlassen, aber das hier ist eine andere Nummer. Würden wir mit unserem eigenen Wagen nicht machen, machen wir also auch jetzt nicht. 😕

Es war hier anscheinend seit Monaten niemand mehr, alles ist sowas von zugewuchert, da müssen erstmal irgendwann wieder ein paar Fahrzeuge durch und die Wege freiräumen. Wir sind ja auch noch alleine hier. Tatsächlich hatten wir die NxaiPan komplett für uns alleine. Keine anderen Gäste, niemand zu sehen.

Ich schätze das ist eine Lerche?!


Wir wenden den Wagen und sehen ein Stück zurück den Weg, den wir gekommen sind, einen anderen Pfad. Dann versuchen wir den eben. Es ist eng bewachsen, aber es geht, wenn auch sehr langsam voran. Mara ist noch nicht überzeugt, aber ich denke, es wird gleich besser werden. Denkste! 😣

Vielleicht 200-300m in den Weg rein stehen wir praktisch vor einem dichten gebüsch und kein Ende in Sicht. Hier geht es überhaupt nicht mehr weiter. Allerdings kann man es auch vergessen zu wenden, weil es ja seit den ersten Metern sowas von eng mit Büschen bewachsen war, dass uns wohl nichts anderes überbleibt... ich lege den Rückwärtsgang ein und wir schleichen langsam die gesamte Strecke wieder zurück. Wir wissen hier noch nicht, was das Motto unserer Reise wird, das entsteht erst später, aber auch dieser kleine Pfad passt perfekt dazu. (und es wird auch nicht lange dauern, bis dieses Motto das erste mal richtig zuschlägt)

Wo ein Wille ist, ist oft KEIN Weg!

Keine Experimente mehr, wir suchen uns die breiten Wege aus und auch wenn es mit dem Loop nichts geworden ist, sehen wir doch noch einen Baobab inkl. Bewohner. Von näherem kann man gut einen der Gründe erkennen, warum diese uralten Bäume manchmal fallen. Es sind deutliche Elefantenspuren im Stamm zu erkennen. Hoffen wir mal, dass dies eine einmalige Attacke war und der Baum sich erholt und nicht weiter Ziel der Elis ist. Im Krügerpark haben wir mal gesehen, wie das ausschauen kann, wenn die Dicken nicht aufhören. 😐



Steppe Buzzard | Mäusebussard




(nein, das zählen wir nicht als Sichtung... auf dem Loop, haben wir aber einen Eli gesehen)


Wir sind ganz froh, als wir die weite Ebene im Norden des Gebiets erreichen. Jetzt ist klar, dass wir uns nicht weiter verfransen. Es gibt einen Weg mitten durch die Ebene, gestern sind wir eher am Rand entlang gefahren. Jetzt geht es den direkten Weg entlang und etwas Leben findet sich, allerdings auch das Gegenteil davon.

Tree Squirrel | Baumhörnchen


Crowned Lapwing | Kronenkiebitz








(und auch hier... stellvertretend für eine nicht fotogene Lebendsichtung. So fies sind wir nicht. :P)





Wir fahren zurück zur Campsite um noch ein paar letzte Dinge zu erledigen, bevor wir uns Richtung Maun aufmachen. Kaum halten wir an, da schauen uns auch schon wieder die Tokos über die Schulter.



Ich schnappe mir unser dreckiges Geschirr und verschwinde hinter die Ablutions zum Abwasch. Wie läuft denn so ein Abwasch eigentlich ab?! 🤨

- man stellt sein dreckiges Geschirr ab
- reinigt das Becken etwas vom Flugdreck der sich gesammelt hat
- dann lässt man nur etwas Wasser ins Becken, Spülmittel drauf
- schön aufschäumen lassen
- und dann nach und nach die dreckigen Sachen durch das Wasser ziehen
- je weniger dreckig, desto eher ins Wasser
- so verbraucht man weniger Wasser 🙂
- alles was fertig ist daneben stellen zum Abtropfen
- so verbraucht man später weniger Trockentuch 😛

WARUM ZUM TEUFEL ERZÄHLST DU SO NEN BLÖDSINN HIER!!! ... wäre eine berechtigte Frage.

Weil es einfach nicht klappen will an diesem Morgen. Ich schrubbe, ich lassen Wasser drüber laufen, aber das Spülmittel klebt wie Pattex an den Sachen. Das Wasser hier ist anscheinend so weich, dass es sich einfach nicht zum Reinigen eignet. Selbst an meinen Händen bleibt das Spülmittel haften. 😠 Ich brauche schon ewig um das nur von der Hand zu kriegen, was eine Scheiße. Ich werde so langsam richtig genervt.

Mara fragt sich wohl auch, warum ich so lange brauche. Sie hat soweit alles eingeräumt, fehlt nur noch der Kram für die Küche. Sie kommt um die Hütte um das Abtrocknen zu übernehmen. Ich teile mit ihr mein Leid, dass das blöde Wasser zu weich ist und sie probiert es auch kurz aus... schüttelt den Kopf und hält mir die Spülmittelflasche entgegen. 🤨

"Du hast das Waschmittel mitgenommen!!!" 😏 😊 😄 😄 😄

Ich Vollidiot. 😣

Eine goldene Regel besagt ja, den Fehler sucht man immer woanders, nie bei sich selbst. Ich bin so ein Horst, aber wir haben Tränen in den Augen. Ich schleiche mich zurück zum Auto, hole das Spülmittel und siehe da, selbst mit diesem "viel zu weichem Wasser" funktioniert es doch noch, den Abwasch zu machen. 😄

Wieder was dazugelernt, jetzt aber nix wie weg. Als wir von den Ablutions zurückkommen steht tatsächlich ein weiteres Auto auf der Campsite, zwei Franzosen, die gerade angekommen sind. Wir wechseln ein paar Worte, verabschieden uns und sorry, kleiner Toko, aber wir müssen jetzt deinen Ausguck "klauen".

10.15h sind wir unterwegs. Hier hat es uns gut gefallen.



Fazit Nxai Pan
Wir waren nunmal komplett alleine hier, dementsprechend war auch die Campsite sehr schön für uns. Solange man hier nur ein paar Autos hat und verteilt steht, ist es immer ok. Ansonsten rückt alles schon sehr eng zusammen. Die hinteren Plätze sind dann deutlich besser, da ansonsten alle die kommen oder gehen quasi über den eigenen Platz aus dem Camp rausrollen.

Das Gebiet selber haben wir nur zu einem kleinen Teil gesehen. Den ganzen Osten haben wir ausgelassen, da uns gesagt wurde, dass aktuell nur das zentrale Wasserloch auch befüllt ist. In Kombination mit den Baines Baobabs würden wir aber auch jeden Fall wieder kommen. So lässt sich der Abstecher zu den magischen Baines toll mit etwas Safari kombinieren. 3,5 von 5 Sternen


Raus aus dem Gate geht es auf die lange Staubpiste in Richtung des nächsten Gates. Das kaputte Auto der Putzkolonne ist mittlerweile abgeholt worden. Wir sehen tief in den Büschen versteckt noch ein paar Elefanten, ich nutze wieder etwas morbide angehaucht, deren Überbleibsel als stellvertretende Fotos. Diese Knochen am Rande der Piste sind allerdings auch faszinierend.










Wir poltern über die Sandpiste weiter und sehen links am Rand eine Oryx Familie stehen. Kleine Oryxe! 🤩
Die haben wir noch nie gesehen. Wir fahren ganz nach rechts auf die Bahn und fahren langsam weiter um sie nicht zu erschrecken.



Leider klappt unser Plan nicht und die Elterntiere sprengen über die Böschung, die beiden Kleinen entscheiden sich über die PAD zu flüchten. 🙁

Irgendwann bleiben sie stehen und gucken. Wir versuchen jetzt wieder langsam vorbei zu fahren, aber wieder nehmen sie die PAD runter reißaus. Das geht ein paar mal so und wir können nur hoffen, dass die Elterntiere seitlich mitlaufen. Es hilft nichts, wenn wir so weitermachen, dann treiben wir die beiden bis zum Gate. Ich gebe mehr Gas und wir kommen seitlich neben sie, so dass sie endlich in die Büsche abbiegen und nicht immer weiter von ihrer Familie weglaufen.

Uns verabschiedet noch ein schönes Steinböckchen, diese Porträts liebe ich ja. Puschelohren vom Feinsten!

Ein fast identisches Foto habe ich auch von 2018 bei den Baines mitgenommen.




Ohne weitere Sichtungen oder Unterbrechungen geht es zum Gate. Mara trägt uns aus und ich pumpe unsere Reifen auf. Es geht zurück in die Zivilisation, zumindest für einen Tag.




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Hier machen wir einen kleinen Break und schließen das Gebiet der Baines und Nxai Pan ab. Nach all den statischen Eindrücken, gibt es jetzt noch eines von Maras Videos um etwas mehr Leben in diese Gegend zu bringen.

Schön war's, sehr überraschend für uns, weil wir in den letzten Urlauben solche Wasserloch als Tummelplatz Sichtungen gar nicht mehr gewöhnt waren. Eine Oase des Lebens inmitten der Trockenheit. Hat auch etwas Besonderes.



>>> auf's Bild klicken, dann kommt ihr zum Video <<<





Sala Sentle,
Robin & Mara
Teil 2605. Juni 2022
Einmal volltanken bitte!, oder... wenn's mal wieder länger dauert.

Um genau 11.53 Uhr verlassen wir mit vollgepumpten Reifen das Gate. (toll, wenn man alles wirklich ganz genau im Tagebuch festhält. 😉 )

Der Weg nach Maun läuft ohne große Aufreger oder Vorkommnisse. Die Straße wurde gegenüber 2018 neu geteert und dementsprechend rasch sind wir auch unterwegs und brauchen kaum anderthalb Stunden bis wir beim Discovery B&B vor der Tür stehen.

Marije lässt uns rein und begrüßt uns fix, aber herzlich. Wir bekommen die Hütte direkt neben den Parkplätzen, die sehr schön geräumig ist, mit eigenem kleinen Tisch drin und alles was man braucht. Wir wollen uns nicht viel Zeit lassen, müssen wir doch noch alle Besorgungen machen für die nächste Woche. Also wird nur schnell alles Gepäck in die Hütte geschmissen und dann sind wir auch "fast" wieder unterwegs.



Marije zeigt uns noch etwas die Anlage und erklärt, das Carol's Coffee Shop von ihrer Mitarbeiterin betrieben wird. Es ist quasi ein Shop-in-Shop System und Marije und René schwören auf ihren Cappuccino. Damit wären die Gastgeber auch komplett und bei so einem tollen Konzept, lassen wir uns nicht lange bitten und setzen uns mit den beiden ins das kleine Cafe.



Carol serviert vier Cappuccino und wir bestellen noch ihr selbstgemachtes Bananenbrot dazu. Sehr lecker. 🙂

Wir quatschen etwas, die beiden kommen aus den Niederlanden und haben vor 14 Jahren angefangen diese kleine Oase zu schaffen. Man kommt sich richtig willkommen vor und schwer zu beschreiben, es ist einfach sofort nett und gefällt uns richtig gut. So gut, dass wir für dieses Jahr direkt wieder unsere Nacht in Maun planen.

Während wir noch plauschen kommen Martin & Claudia von ihrem Shoppingtrip zurück und erzählen von ihrer Reifenpanne und ihrer Enttäuschung vom neuen BeefBoys Laden. Marije versucht uns zu erklären, wo wir den Delta Meat market finden könnten. Sie selber war nie dort, aber zeigt uns den gegoogelten Standort auf ihrem Handy.

In abgewandelter Trinkspruch-Manier heißt es dann für uns: "Nicht lang schnacken, Gas geben mit dem Hacken!"

Es ist schon 15.35 Uhr als wir uns in Richtung Maun-City begeben um unsere Vorräte aufzufüllen. Am Straßenrand stehen die bekannten bunten Bars und kleinen Hütten, die allerlei als Drive-In anbieten. Es gibt überall was zu sehen.






Unser erstes Ziel ist aber der DWNP, hier wollen wir unsere Permits und Gebühren schonmal auslösen, dann geht es in den Parks schneller und man kann alles per Kreditkarte erledigen. Wir wissen eigentlich wo er ist, aber meine Orientierung von vor 3 Jahren fängt beim großen Kreisverkehr in der Ortsmitte an. Diesmal kommen wir aus der Gegenrichtung und ich verpasse die Ausfahrt. Kurzerhand auf den Seitenstreifen und gedreht. Es ist wahnsinnig viel Verkehr, ich habe einen Jeep und es sind ja nur ein paar hundert Meter. Also rumpel ich, so wie es auch viele Einheimische machen, einfach auf dem Seitenstreifen zu unserer Ausfahrt zurück, was von einer Gruppe Männer mit Lachen und einem Thumbs Up quittiert wird, frei nach dem Motto, einer hat geschnallt, wie es geht. 🤪

Beim DWNP geht alles zackig und 16.10 Uhr sind wir auch schon wieder raus. Wen es interessiert anbei mal die Öffnungszeiten und direkt gegenüber ist auch das Office von... ne vergesst es, aber das war da anscheinend mal. Die SKL Offices liegen mittlerweile auf der anderen Flussseite.



Bevor es in den Supermarkt geht, versuchen wir unser Glück den Delta Meat Deli zu finden. Eine kleine Odysee beginnt. Wir sind ganz nah dran, aber nirgends ist der Laden aufzutreiben. Wir stellen unseren Wagen ab, laufen in irgedwelche Hinterhöfe und fragen ein halbes Dutzend Leute, ob irgendjemand den Laden kennt. Fehlanzeige... keiner hat von dem Laden etwas gehört.

Und genug Leute hätte es gehabt, auf den Straßen tummelt es sich und überall stehen Marktstände am Rand. Aber wir haben kein Glück.





Neben einer noch im Bau befindlichen Ritz Tankstelle sehen wir einen kleinen Metzger, wir gehen rein und die Theke sieht für unseren Hygiene Standard, sagen wir mal gewöhnheitsbedürftig aus... da alle das Fleisch unverpackt aus dem Laden nehmen, frage ich freundlicherweise, ob sie das Fleisch auch vakuumieren können. Leider nein, Glück gehabt. 😗 So bleibt es nur beim Walk-By und wir sind wieder raus aus dem Laden.

Eine Angestellte vor dem Laden fragt uns, was wir suchen würden. Wir erzählen ihr, dass wir einen Metzger suchen, der eingepacktes Fleisch hat, bzw. es verpacken kann. Sie empfiehlt uns den Sefalana Großhandel. Der könne evtl. vakuumieren und das sei nur ein Stück die Straße runter. Ja, den kennen wir. Auf unserer Suche sind wir da schon dreimal vorbeigekommen, aber um das Gelände ist eine hohe Mauer gezogen, daher kann man nicht auf den Hof schauen und wir wussten nicht, was für ein Laden das ist.

Wir fahren das Stück noch und falls das nichts ist, dann geht es zum Supermarkt und dort wird Fleisch geholt. Wir biegen also von der Straße ab, fahren am nicht besetzten Schrankenhäuschen auf den Innenhof und staunen nicht schlecht. 🤩




Hier also hat sich der Laden versteckt. 😁
Was ne Überraschung, so kann man den natürlich nicht finden. Wir marschieren rein und der Laden ist klasse. Klein, aber fein. Schön sauber, schön gepflegt und total nette Bedienungen. Kein Vergleich zu der Location 2018. Es hat auch etwas Aufschnitt, Käse, Gemüse und andere Kleinigkeiten. Nichts um einen Einkauf zu tätigen, aber ein paar ergänzende Kleinigkeiten würde man bekommen.

Wir fragen nach Game und sie haben tatsächlich aktuell eine TK-Truhe mit Kudufleisch. 😎

Ein großes Kudufilet für 4 Personen, 4x Kudusteaks, ein großes Rumpsteak und noch mal ein riesiges Tomahawk packen wir ein. Sie haben abgepackte ChilliBites, die aber direkt aus ihrer Produktion stammen und man auch direkt an der Theke bekommt. Wir dürfen probieren, nehmen direkt noch 2 Packungen mit... brutal trocken, aber total lecker. So mögen wir das.

Glücklich und mit vollen Taschen machen wir uns auf zum eigentlichen Einkauf. Wenn ihr also auf der Suche nach gutem Fleisch in Maun seid, haltet nach diesem Schild Ausschau, da werdet ihr fündig.




Der Einkauf im Spar geht fix, die Odysee begnnt erst mit den Bottlestores. Wir klappern alles ab, aber auch wenn die ein oder andere Tür noch auf ist, entweder haben sie ihre Lizenzen noch nicht wieder oder wir sind einfach zu spät. 10-16h, sonst gibt es nichts mehr. Wieder kein Bier, es ist zum Verzweifeln. 😣 😄

Zumindest finden wir so unsere "neue" Tankstelle in Maun. Daneben ist ein Liquorama, deswegen landen wir dort. Ich kann zumindest noch Wasser erhaschen, in Gegenwart des Tankwarts schätzen wir so ca. 100l müssten reinpassen. Sein Kollege reinigt alle Scheiben und prüft alle Motorflüssigkeiten. Bei ganz genau 100l und kein Tropfen mehr strahlt uns der Tankwart an. VOLLTREFFER! 🙂

Oh... wir meinten Full, nicht 100l. Bitte randvoll machen. Manchmal muss man dazu stehen was man sagt und dann muss man dadurch. Wieder so ein T.I.A. Moment. Wir sitzen auf heißen Kohlen und es ist langsam echt spät. Aber jetzt haben wir full gesagt und das wird jetzt auch gemacht. Eine gute Viertelstunde wird jetzt weitergetankt. Fahrzeuge in unserer Warteschlange drehen ab und werfen etwas genervte Blicke zu unserer Tanksäule. Dann endlich ist der Wagen voll. Es passt kein Tropfen mehr rein. Mit aller Geduld hat er es geschafft innerhalb von 15 Minuten, immer mal Luft aus dem Tank entweichen zu lassen, tatsächlich noch knapp 5 Liter oben drauf zu packen. (das üppige Trinkgeld war wohl verdient) 😄

Erst um 18.30h rollen wir auf den Hof zurück, was Marije mit einem überraschten "Was habt ihr denn die ganze Zeit gemacht?" quittiert. Viel Zeit bleibt nicht, um 19 Uhr gibt es Abendessen. Also werden nur die Einkäufe schnell ins Chalet geräumt, zurück beim Auto läuft ein Huhn durch unseren Wagen 🙄 und dann schnell frisch gemacht und ab zum Essen.



Maggy und Carol haben ordentlich aufgetischt. Es gibt eine Art Pulled-Pork, "Seswaa" genannt. Dazu Papp, diesen Maismatsch. Chakalaka Beanes und Gemüse. (das Chakalaka ist eine Gewürzmischung, wir kriegen den Tipp, dass die meisten aus der Dose sehr gut sind und kaufen später auch für uns eine solche ein) Da man von dieser Kleinigkeit nicht satt werden würde, gibt es auch noch eine vegetarische Quiche, Coleslaw und einen griecheischen Salat. 😐 😎 WOW!

Es ist total lecker, keiner muss fahren, also viel besser als in die Stadt zu fahren. Wir köpfen kühle Getränke und eine Flasche Wein, genießen das Essen und den Blick in den Garten.



Wir quasseln uns fest oder wie Martin sagen würde "klönen" wir noch lange. Irgendwann merken wir, dass Maggy nur auf uns wartet und wir verabschieden uns, damit die beiden auch endlich Feierabend machen können. Es geht ab ins Bett, Mara und ich schauen noch mal bei Carols vorbei, da hat es W-Lan und wir wollen wenigstens ein paar Nachrichten nach Hause schicken.




Wir verziehen uns, noch duschen und dann ins Bett. Während Mara duscht reinige ich alle Linsen und Kameras, jetzt geht es nochmal ordentlich und plötzlich fliegt mir die Gegenlichtblende der kleinen Telelinse auseinander. 😮 😣

Der geneigte Leser fragt sich: Ja, Und?

Diese GeLi ist aber eine besondere Konstruktion. Sie schiebt sich über das Objektiv und der Mechanismus wird über ein Kugellager und Federn bewerkstelligt. Und das Teil ist komplett auseinander geflogen. 8 Kugeln und Federn verteilen sich im Raum, dabei sind die Kugeln gerade mal stecknadelgroß. Verdammt!

Mit Maras Hilfe finden wir zumindest alle Teile wieder, aber dann beginnt die Operation am offen Herzen. Küchentuch ausgebreitet und angefangen. Die kugeln hängt man fast ohne Widerstand über die Federn. Eine falsche Bewegung und sie fallen sofort wieder raus. Beim dritten Fehlversuch die Blende überzuschieben will ich eigentlich aufgeben. Dann hat mara die zündende Idee. Wenn wir das ganze über Kopf zusammen bauen, dann kann man von oben mit Druck die Blende überschieben. UND ES KLAPPT!!! 🤩

Was ein Glück. Das hätte mich echt genervt. Mara dreht auf dem Absatz um und fällt ins Bett. Ich dusche und danach sitze ich bis 1.30 Uhr nachts am Rechner und sichere unsere ganzen Fotos, damit es ab morgen wieder auf Null gedreht weitergehen kann.
...
..
.
pünktlich um 6.30 Uhr schellt der Wecker. 😣

Wir räumen unseren Kram zusammen und sortieren alles. Um 7.30 Uhr haben wir uns zum Frühstück verabredet. Übersichtlich, aber auch wieder lecker, mit allem nach Wunsch. Es gefällt einfach. Marije leistet uns Gesellschaft und wir unterhalten uns sehr nett. Sie erzählt uns, dass sie immer nur in der Regenzeit selber mal zur Safari kommen, weil sonst natürlich Gäste da sind und ihre Lieblingstiere Impalas sind: "Impalas sehen immer aus wie frisch gestylt... ganz egal ob Regen, Hitze oder ob sie die ganze Nacht von Löwen gejagt wurden." 😄

Das Brauchwasser füllen wir mit Hilfe einer Wasserschlauch-Gieskannen Konstruktion mit Flusswasser auf, verstauen unsere Sachen im Wagen und während Mara und Claudia sich um die Rechnung kümmern stellen Martin und ich der Vogelwelt im Garten nach.

White-bellied Sunbird | Wei


Und das passende Weibchen dazu...


Blue Waxbill | Blauastrild


René beobachtet uns während er den Garten macht und ruft uns irgendwann rüber. Er hat einen ganz besonderen Vogel entdeckt, den erwischt man wohl nicht alle Tage. Wir folgen ihm und er zeigt uns einen kleinen Vogel... ich sag mal etwas größer als ein Zaunkönig mit auffällig gelben Federn und der dummen Angewohnheit wie wild durch's Geäst zu springen. Ein Foto will doch gelingen. Eine Erstsichtung. 😎

Grey-backed Camaroptera | Grünmantel-Bogenflügel



Wir organisieren noch ein paar Bier 🤩 , die zur Rechnung addiert werden und inspizieren den kleinen Laden mit selbsgeflochtener Kunst. Auch hier ist das nicht einfach Nippes, sondern Flechtarbeiten der Mitarbeiter oder deren Familien. Wenn man etwas kauft, dann bei den Angestellten selber, das ist einfach klasse. Wir entscheiden uns für eine geflochtene Tasse, die wir so auch noch nie gesehen haben und die ziert jetzt unsere Afrika-Ecke zu Hause. Reezas Mutter hat die geflochten, also geht das Geld auch direkt ihr zu. 🙂



Mit einem letzten Blick in den Garten und dem Glück den ansässigen Webervogal an seinem Nest zu erwischen, verabschieden wir uns von Marije und René, bis zum nächsten Jahr und machen uns vom Hof. Auf geht's in den Moremi, zum Elefantenzählen. 🤪 😄


Holub's Golden Weaver | Safranweber



Fazit Discovery B&B
Es hat uns hier sehr gut gefallen. Ein richtig guter Zwischenstopp in Maun. Saubere, schöne Anlage. Das Verhältnis zwischen besitzern und Mitarbeitern hat uns sehr gut gefallen. Man kann Abends vor Ort Essen, wenn man sich anmeldet, auch schön, so muss man nicht noch einmal raus. 4 - 4,5 von 5 Sternen


Sala Sentle,
Robin & Mara
Teil 2711. Juni 2022
Auf dem Weg nach Xakanaxa... ach wirklich?!

Kaum sind wir vom Hof gerollt suchen wir uns erstmal einen der vielen Holzverkäufer am Rand. Nach unseren Erlebnissen in der Zentralkalahari gehen wir kein Risiko mehr ein. 😉



Wir kaufen nur so viel Holz, wie irgendwie in beide Autos reinpasst. 😄
10 Bündel schmeißen wir oben auf unsere Klamotten drauf, weitere 8 Bündel landen bei Martin & Claudia im Auto. Die Verkäuferin freut sich riesig. Es kommen ja kaum Touristen vorbei und eine solche Menge hat sie wohl schon seit einiger Zeit nicht mehr verkauft.

Voll bepackt mit genug Material, um jeden Abend durchzufeuern, geht es jetzt endlich in Richtung Moremi.

Aber schon nach den ersten 100m knackt unser Walkie Talkie.

"Sagt mal, ist das die richtige Richtung, unser Navi sagt was anderes?"


"Ja doch, passt."
...
..
.
ca. 200m später wenden wir dann... 😗 😛

Spätestens hier, hätten die beiden schon misstrauisch werden können oder besser sollen. Aber dazu später mehr.


>>> Detailansicht hier klicken <<<

Die Strecke nach Southgate ist super zu fahren und kein Vergleich zu 2018, als über die Hälfte, eine einzige Baustelle war. Es geht erst viel über Teer und dann über gut zu fahrenden Gravel. Am Vetinary Fence winkt man uns direkt durch. Kein Aussteigen und Schuhe reinigen, wir können einfach passieren und so dauert es auch nicht lange, bis wir am Abzweig nach Southgate ankommen.

Bei der guten Strecke, brauchen wir hier keinen Halt.




Den Übergang zum Gravel nutzen wir direkt mal um die Luft anzupassen. Mittlerweile lasse ich Luft ganz professionell mit der Zangenspitze meines Multitools ab und nicht wie sonst die Jahre, mit irgendeinem Stöckchen, dass ich am Wegesrand finde. Man perfektioniert mit den Jahren wirklich alles. 🤪



An alle die irgendwann das erste Mal dort noch vorbeikommen werden, an dieser übersichtlichen Beschilderung geht es links ab. 😉



Das schöne ist, dass mit der Abzweigung eigentlich schon der Gamedrive beginnt. Man kann durchaus hier schon erste Sichtungen genießen und auch die Landschaft hat direkt seinen Reiz. Für uns zumindest gibt es keinen Grund, erste schöne Ansichten links liegen zu lassen, nur weil man noch nicht durch's Gate ist.

Beim Kazikini Camp entdeckt Claudia auch direkt mal zwei Elefanten und auf dem Weg zum Gate, sehen wir noch einen Dickhäuter. Nicht fotogen, aber immerhin. Noch gar nicht im Park und die Zählung geht schon weiter.


Kurz vor'm Gate dann das ersehnte Schild, ab hier beginnt der Moremi und schon bald kommt das Gatehaus in Sicht. Es wird im Schatten geparkt, wir sind gerade die einzigen hier und dann geht es zur Anmeldung. Die Damen im Gate sind ein Ausbund an Lebensfreude und schaffen es kaum fünf Wörter über die Lippen zu bringen. Wir fragen noch nach Sichtungen und bekommen ein knappes: "Someone has seen lions" 🤨

Mehr können wir ihnen aber nicht entlocken, aber danke für die Info. Jemand hat im Moremi Löwen gesehen, na wer hätte das gedacht. 😄 (wir haben übrigens im Moremi keine Löwen gesehen, so viel mal vorweg)

Unterwegs zum Gate









Arrow-marked Babbler | Weißstrichel-Drosselhäherling




Wir verständigen uns kurz auf den Plan für die Strecke nach Xakanaxa. Die direkte Route ist ziemlich langweilig, die 3rd Bridge ist kaputt, aber man kann ja auch vorher abbiegen und den Makerekwa Loop nehmen. Das hat den großen Vorteil, dass wir die sehr schöne Strecke in Richtung Third Bridge nehmen können und direkt auf dem Weg einen kleinen Schlenker in die Xini Lagoon. Entlang des Loops und dem Weg nach Xakanaxa, haben wir dann direkt einen ausladenen Gamedrive vor uns. (ich habe immer gedacht, die Route hätten wir 2018 mit Petra und Andreas gefahren, mittlerweile habe ich rausgefunden, dass wir die tatsächlich auch 2018 nie gefahren sind)

Martin & Claudia sind dabei, sie kennen die Gegend nicht und folgen uns. Wie nicht anders zu erwarten ist die Gegend und der Drive sofort toll. Es geht über verschlungene Pfade immer tiefer in den Moremi und wir sehen schon vor den Xini Lagoons zahlreiche Elefanten und immer wieder Antilopen oder Vögel am Wegesrand. In erster Linie fasziniert aber dieses Cruisen durch die Landschaft. Einfach toll. 🤩

Und an einem Leberwurstbaum müssen wir kurz halt machen, die sehen einfach immer super aus und die runtergefallenen Früchte finden offenbar auch Abnehmer.





Wir fahren links... 😗









Yellow-billed Hornbill | Gelbschnabeltoko


Die Lagoons entpuppen sich als ein netter, kleiner Schlenk. Es geht am Rand der Wiese entlang über eine kaum erkennbare Spur. Allerlei Tiere tummeln sich und zur Abwechslung hat man dann auch mal eine etwas weitere Fläche vor sich, was auch schön ist. Wir sammeln selbst hier noch Tiere mit Elefanten im Hintergrund, nicht ganz ungeplant das Bild und zählen dank Fernglas in der Ferne an einem Schlammloch wieder viele Elefanten. Insgesamt alleine hier noch mal mehr als 30. Die Mittagshitze wirft mittlerweile ihre Schlieren über die Landschaft, lange bleiben wir nirgends stehen.






Yellow-billed Stork | Nimmersatt








Was will uns diese Werbesendung sagen. Eigentlich geht es links nach Third Bridge, der rechte Pfad führt eher auf direktem Weg zu unserem angepeilten Loop. Ich glaube, dass Schild sagt einfach nur aus, dass man auch rechts her fahren kann, da es zwischen den Wegen im Norden wieder eine Verbindung gibt, ja wenn... ja wenn man den rechten Weg den überhaupt fahren könnte. 😐



Wir fahren den ersten Kilometer, am Wegesrand steht plötzlich recht viel Wasser und voraus kommt eine schlammige Durchfahrt.



Ach ne und außerdem findet Mara einen Pfad durch's Gebüsch, der die Durchfahrt umkurvt. Genauso gekurvt und gekurbelt wird dann auch von den Fahrern, während wir uns Meter für Meter alten Reifenabdrücken nachschlängeln und den Baumstümpfen ausweichen. Diese Tour endet bei der nächsten Wasserdurchfahrt. Ein kurzes Wasser, in der Tiefe recht gut als nicht viel mehr als Reifentief abzuschätzen, aber der Optik nach auch eher schlammig. Und wir stehen halt seitlich daneben und man kann nicht gerade reinfahren.

Kurzes innehalten zum Überlegen, aber soweit ist Mara nicht gekommen um hier aufzugeben. Vorsichtshalber mal alles an Unterstützung rein, was die Karre hergibt und dann ab in die Durchfahrt. Der Wagen schwimmt leicht, als Beifahrer merke ich nicht so sehr, wie die Reifen durchgehen, aber Mara spürt recht ordentlich, dass der Wagen durchaus wühlen muss, aber wir kommen gut durch. Schnell seitlich postiert, dann können wir ein Video von... PLATSCH

Nordlichter gehen die Sache gerne sachlich trocken an und wir können gar nicht so schnell die Kameras zücken da kommen die beiden in ihrem Schlachtschiff auch schon nach. Martins Kommentar dazu: "Camel Trophy hatte ich doch gar nicht gebucht?!" 😄

Jetzt haben wir einen schönen Blick auf viel Wasser, dass wir auch hier wieder zehn Elefanten sehen, das wollen wir nicht unterschlagen... allerdings haben wir dann plötzlich auch irgendwie den Blick auf zu viel Wasser. 😮



Könnte man evtl. links versuchen, oder doch evtl. rechts rum. 😄
Hier geht nix mehr. Wir haben es versucht, aber...

Wo ein Wille ist, ist oft KEIN Weg!

Zeit unsere nächste Plakette zu vergeben, für unsere diesjährige


Wir drehen also um, und diesmal an die Wasserdurchfahrt von der anderen Seite. Also eine saubere Anfahrt, aber um unseren Schleichweg durch's Gebüsch zu erreichen, muss es dann seitlich aus dem Wasser rausgehen, statt einfach gerade durch. Mara gibt Gas, Wasser und Schlamm spritzen hoch und mit einem beherzten Satz geht es links raus auf trockenen Untergrund. Nach dem schwummerigen Pedalgefühl bei Versuch #1 wurden hier keine Gefangenen gemacht.

Ein Stück zurück des Weges, sehen wir dann wieder ein Schild und folgen nun dem anderen Pfad gen Norden. Wenn diese Nebenroute nicht funktioniert, dann nehmen wir eben die Querverbindung weiter oben, dann sind wir ja auch wieder auf einer der Hauptrouten unterwegs.



Gesagt getan, so machen wir es und folgen der Querverbindung, bis es links ab zur Bodumatau Lagoon geht. Richtung Lagune ist es trocken und ein kleiner Pfad führt durch hohes Gras... so man den Pfad denn erreicht. Von rechts kommen stetig Elefanten aus dem Wald und queren unseren Weg um im Gras zu verschwinden.







Dann endlich ist der Weg frei, rechts kommen schon wieder Elefanten, also müssen wir diese Lücke nutzen.



Weit kommen wir allerdings nicht. Eine Biegung weiter steht ein Grauer auf dem Weg. Es hilft nix und wir bleiben stehen. Von rechts kommen weitere Elefanten durch das Gras gelaufen und kaum das wir stehen, stellen wir fest, dass sie keineswegs einfach nur queren, wir stehen quasi mitten in einer riesigen Herde. Um uns herum sind überall Elefanten und man kann immer nur wenige Meter weit sehen.






Es geht im Schneckentempo voran, während wir mehr und mehr Rüssel, dicke Eli-Popos oder graue Schatten zwischen dem hohen Gras entdecken. Mara und ich gucken uns an und sie spricht aus, was wir beide denken. "Wo haben wir die beiden denn da jetzt reinmanövriert?!" 😕 😏

Kaum fährt man mal ein Stück, was hier nur wenige Meter heißt, da kommen wieder welche und kreuzen den Weg. Zurück ist aber auch keine Option mehr, da auch hinter uns alles voll ist und Rückwärts sieht man kaum mehr, ob man da nicht zu nah an einen der Dickhäuter rankommt.




Manchmal sieht man, wie erwähnt, auch nur die Hintern, aber eben zu nah am Weg...



Hilft alles nichts. Wir schalten die Motoren ab, um nicht mit unserem Brummen zu viel Aufmerksamkeit auf uns zu lenken und beobachten, nicht so völlig entspannt, wie auch wir beobachtet werden. Es ist doch recht klar, dass sich manch einer wundert, was wir hier wollen, dann so wirklich hierhin gehören wir nicht. Aber wir sind still und friedlich und so sind es auch unsere temporären Nachbarn. Als die Luft rein scheint wagen wir es, Motoren an und um die nächste Biegung und nix da. Steht wieder eine Mutter mit Jungem. Also wieder Motor aus... das könnte eine langwierige Angelegenheit werden.





War es dann auch... achja und durchaus auch erwähnenswert auf der...


Und dennoch, irgendwann finden sich kleinere Lücken, es geht voran und dann lichtet sich das Gras und wir sind raus und in der Lagune. 😗

Die Nummer hat uns ganz schön Zeit gekostet und wir versuchen uns erstmal zu orientieren. Am Rande der Lagune stehen natürlich überall mal Elefanten und wir landen erstmal an der Hatab 13 Campsite. Ok, das ist insofern gut, als denn jetzt klar ist, wie wir uns orientieren können. Es gibt 3 Wege raus hier. Den einen sind wir gekommen, die beiden anderen sind Optionen.

Also los... doch Pfad #1 bringt uns wieder nur an einen See. 🤨

Verdammt, soll es hier etwa auch nicht weiter gehen. Wir haben ja noch eine Chance, der Pfad ist vollkommen verwachsen, dennoch probieren wie mal die ersten Meter aus, bis im Schilf das Wasser steht. Es geht nirgends trockenen Rades weiter und während wir zurück zur Lagune fahren versammeln sich immer mehr Elefanten hier. Wir zählen knappe 65 Elis im Gras + weitere 19 rund um die Lagune verteilt. Später einigen wir uns darauf, dass es vermutlich sogar mehr waren, aber die konnten wir grob zählen.





Saddle-billed Stork | Sattelstorch


Es hilft nichts, wir müssen wieder den Weg durch das Gras zurück und durch diese kleine Odysee in der Herde ist es nun schon 16:05 Uhr, beim nächsten Bild... der Elefant, der uns keine Hoffnung macht, dass der Weg zurück einfacher wird. Er steht direkt an der Zufahrt zu unserer "Fluchtroute" und blockiert diese.




Wieder verlieren wir ein paar Minuten, bis er sich in bewegung setzt und vorsichtig rollen wir ins hohe Gras... und sehen keine Elefanten mehr. Ich muss wohl nicht erwähnen wie erleichtert wir sind, diesmal unbehelligt auf die andere Seite zu gelangen.

Wir sind mürbe im Kopf und auch etwas lost. An der nächsten Kreuzung meldet sich Martin, der sein Navi zum laufen gebracht hat und es zeigt ihm einen Weg nach Xakanaxa. Es kann nichts schaden, unsere Versuche nach Karte sind grandios gescheitert. Wir funken nach hinten, dass er uns immer die Richtung vorgeben soll, wenn wir abzweigen müssen und wir versuchen den Weg. Es geht rechts ab und los... und schon nach kurzer Strecke öffnet sich endlich das Gelände, der Weg wird besser und wir können Strecke machen. Da wundert sich der Langhals. 😁



Die 40 km/h im Park fühlen sich im Vergleich zum Stop and Go der letzten Stunde wie Fliegen an und die Stimmung steigt deutlich bis mir ein resigniertes "Oh Scheiße!!!" entgleitet.

Mara guckt mich an und fragt was los ist. Wir fahren auf eine Brücke zu und ich sage ihr, dass das die 1st Bridge ist.

"Bist du sicher?"

"Es gibt hier nur vier Brücken und das ist die einzige die es sein kann. Wir fahren nicht nach Xakanaxa, wir fahren nach ThirdBridge, weil das Navi denkt, die 3rd Bridge steht noch."


"Was jetzt?"

Tja, wie das in guten Reisegruppen so ist, nehmen wir unser Walkie Talkie in die Hand und deuten ihnen auf der nächsten Grasfläche mal neben uns zu fahren. Jetzt ist guter Rat teuer, aber realsitisch muss man sagen, es gibt eigentlich nur eine echte Option. Es ist mittlerweile knapp 17 Uhr und wir schaffen es bei Licht nicht mehr zurück nach Southgate. Ich plädiere für weiterfahren und plötzlich werden wir uns unsicher ob es eigentlich nur die Brücke betrifft oder auch das Camp geschlossen ist. Kurzerhand wird das Sat-Phone gezückt und eine der Parkverwaltungsnummern aus den TinkersMaps kontaktiert. Ich verstehe quasi nix, außer die Worte "fully booked".

"Also entweder sagte sie fully booked oder not fully booked, aber auch egal, solange es auf ist, finden wir mit Gin und Wildfleisch im Angebot auch einen Platz." 😉

Es geht also weiter, auch die 2nd Bridge ist kaputt und wir müssen einen kurzen Detour drumherum fahren. Das Licht auf Mboma Island wird ganz wunderbar, aufgrund der etwas Stressbeladenen Stimmung im Auto und der fortgeschrittenen Stunde, oder war es die stressgeladene Stimmung aufgrund der fortgeschrittenen Stunde und der offenen Frage, dass wir ja noch gar keinen Platz haben... ja ich glaube das war es, ja deswegen fallen Fotostopps sehr kurz aus oder entfallen des lieben Friedens willen besser gleich ganz. Zwei Elefanten auf dem Weg müssen dennoch erwähnt werden und unsere Tagesroute hat sich dann jetzt gar nicht so sehr, aber im Sinne des Zielortes für die Nacht dann doch geändert. 😣







Mboma Island





Auf dem Weg zum Camp wird das Licht immer schöner und ich freue mich mittlerweile richtig drauf, dieses Jahr einfach mal entspannt den Abend hier genießen zu können und nicht so durch diese Traumgegend durchhetzen zu müssen. Ein paar sehr schöne Bilder gelingen doch noch. Impalas und Letschwes stehen alle aufmerksam in der letzten Sonne und irgendwas scheint sie zu stören, den Grund dafür sehen wir nicht, aber wenn die Chance besteht, dass da was katziges schleicht... ein paar Minuten erübrigen wir, bevor es weiter geht, entdecken aber nichts mehr.









Um 17:45 Uhr fahren wir durch's Gate. Mara und Martin gehen direkt zum Campoffice, ich melde uns am Gate an und erkläre unsere missliche Lage. Hier ist die Angestellte extrem nett, witzig und sie ist völlig baff, als ich ihr erzähle, dass wir nicht wussten, dass nur die direkte Route in Richtung Xakanaxa offen ist.

"Sie haben euch am Gate nicht gesagt, dass der Loop nicht offen und überflutet ist? - die haben am Southgate die Ansage, dass sie das jedem Besucher mitteilen müssen!"
😮

Tja, die Nachricht hatte sich leider nicht in den 5 Worten versteckt, die die Damen dort über die Lippen gebracht haben. 😣

Aus dem Buchungsoffice kommen auf jeden Fall zwei glückliche Gesichter mit einem Zettel in der Hand raus. Wir haben die letzte Campsite ergattert. #7 wir unser heutiges Nachtlager. Wir bauen unter dem riesigen Leberwurstbaum unsere kleine Wagenburg auf...


... währenddessen der Campwart Collin vorbeikommt. Er wünscht uns eine gute Nacht und weist uns auf eine Hyäne hin, die gerne durch's Camp strolcht und ein Elefant schläft ziemlich häufig unter dem Baum hier, aber:

"Don't worry, they are your friends!"

Na dann ist ja gut und er macht einen fröhlichen Abgang, schnurstracks ins hohe Gras und geradewegs weg vom Camp, naja er wird schon wissen wo es langgeht.. 😐

Und egal wie blöd es ist, Hirn setzt manchmal aus und der ganze Platz liegt voller Blüten, in denen auch am Boden überall Bienen schwirren. So viel Ordnung muss sein, ich schnappe mir unseren Spaten und "fege" unseren Platz sauber, sehr zur Belustigung und Verwunderung unserer Reiesegesellschaft. 🤪 😄

Wir sind platt und es wird heute nur unter Stirnlampeneinsatz ein einfaches Mahl zubereitet. Nudeln mit Tomatensauce, inkl. Thunfisch und Feta.



Die viel wichtigere Mahlzeit des Abends ist Martins Männermischung GinTonic, die die angespannten Nerven wieder reichlich lockert und uns so einen schönen Abend am Feuer beschert, ich kann mich aber nicht mehr dran erinnern, was martin hier so lebhaft zum Besten gegeben hat. 😄



Ich glaube nicht, dass der Abend sehr lange ging, kaum sind wir im Zelt schlafen wir unter einem steten "PLOOOONG"... "PLAAAATSCH"... "PLOOONG" ein, je nachdem, ob die ständig vom Baum fallenden, schweren Blüten unser Zelt oder den Wagen treffen und träumen von unzähligen Elefanten und einem, der neben uns am Baum steht und schläft. 😉


Mit der Zählung des Tages kommen wir jetzt schon auf stolze...




Sala Sentle,
Robin & Mara
Teil 2820. Juni 2022
Einmal um den Pudding...

... müssen wir heute. Nach einer unruhigen Nacht durch die ständig auf's Auto prallenden Blüten, schälen wir uns früh aus dem Auto, aber wir haben keine Eile.



Heute morgen sind alle noch durch vom letzten Tag und so wird erstmal Rührei vorbereitet und ordentlich gefrühstückt. Mara bereitet uns noch Kasslerbrote für den heutigen Tag vor und ich packe unseren Kram zusammen, reinige das Zelt und den Wagen vom klebrigen Saft der Blüten. Gerade das Zelt will ich so nicht einpacken und reinige alles ordentlich.

Beim einpacken fällt mir eine Libelle auf, die noch in Schlafstarre an unserer Zeltplane hängt. Sanft wird sie auf ein Blat verfrachtet, es ist eine sehr seltene

Rote Brückenjungfer

(eigentlich habe ich keine Ahnung wie die heißt... aber sie ist rötlich und ich habe sie in ThirdBridge fotografiert... ;))

Während wir unseren Kram packen, entdecken wir evtl. den Grund, warum so viele Blüten vom Baum runterfallen. Ein kleiner Affe hüpft durch's Astwerk und nascht unentwegt den Nektar. Nicht einfach zu erwischen und Martin und ich jagen rund um den Baum, immer dem Affen hinterher.

Vervet Monkey | Südliche Grünmeerkatze



Es ist fast 9 Uhr, als wir uns vom Platz machen. Wir planen einen Gamedrive nach Southgate, denn die Strecke ab dort in Richtung Xakanaxa ist unserer Erinnerung nach sehr langweilig und enttäuscht in dieser Hinsicht auch nicht.


>> Detailansicht <<


Wir tuckern langsam über Mboma Island und genießen die noch morgendliche Stimmung. Auch die Tiere sind noch dabei sich vielerorts aufzuwärmen und verschlafen auf dem Boden zu liegen oder sie trotten entlang des Wassers oder grasen im Sonnenlicht. Gestern konnten wir den Weg nicht mehr wirklich genießen, dass holen wir heute morgen nach.



Giraffen stolzieren über die Ebene. Wunderschön. 🙂








Crowned Lapwing | Kronenkiebitz




Red-billed Hornbill | Rotschnabeltoko


Wir nehmen die Wet-Road entlang mehrerer großer Wasserlöcher. Genau diese Gegend lieben wir so am Moremi. Schilfgras, Wasser und kleine verwundene Pfade, denen wir durch die Landschaft folgen. Kingfisher rütteln über dem Wasser und stoßen in die Seen nieder. Elefanten grasen in den Schilfwiesen und wir vier lassen uns verzaubern von der Stimmung.

Bis die Wet Road immer schmaller wird und wir am Ende die ein oder andere Passage umfahren müssen. Es gibt aber schon kleine Ausweichrouten, auch wenn hier sicher noch nicht viele Leute durchgekommen sind dieses Jahr. Wir schaffen es noch bis zur Brück, die wir dann wieder umfahren und uns auf den Rückweg nach Southgate machen.

Great White Pelican | Rosapelikan






African Darter | Afrikanischer Schlangenhalsvogel





Martin hat seinem Auto nicht dieselbe Pflege zukommen lassen oder vielleicht mögen die beiden auch einfach ein hübsch geschmücktes Auto. Auf jeden Fall finden sich noch überall Blüten auf dem Landie. 😄



Wir folgen der Wetroad und sehen überall im Schilf Elefanten.




Auf dem Detour bis zur 1st Bridge hat es uns vorallem eine gemischte Herde aus Gnus und Zebras angetan, die an einem Wasserloch sethen, dass über den eigentlichen Weg schwappt und an dessen Rand man entlang fährt. Überall sind die Auswirkungen der guten Regenzeit noch auszumachen.



Ganz hinten erkennt man noch nen Eli... klar gibt es auch hier was zu zählen.





Southern Ground Hornbill | Südlicher Hornrabe


Irgendwie ist es der Giraffentag heute. Wir sehen sehr viele, auch hier versteckt sich eine...



... und auch Richtung Southgate sehen wir immer wieder welche entlang des Weges. Ein paar Autos kommen uns entgegen, zwei Gamefahrzeuge folgen Katzenspuren auf der PAD, aber leider sehen wir nichts. Ein Guide hält uns an um Feuer für seine Zigarette zu bekommen und Jaan und Marianne kommen uns entgegen. Die beiden kennen wir aus dem Discovery B&B in Maun, aber sie wollen wirklich nach ThirdBridge und sind dementsprechend richtigerweise in die Richtung unterwegs. 😗

Wir zählen unterwegs weiter und folgen heute der direkten Route ohne Umschweife, auch die Xini Lagoon lassen wir rechts liegen.






African Hawk-Eagle | Afrikanischer Habichtsadler




Wir beobachten einen Schreiseeadler der sich aufschüttelt und völlig zersaust auf dem Baum sitzt... aber nur mit wenigen weiteren Schüttlern sieht er wieder anmutig aus wie und eh je. Interessant zu sehen, was ein paar geglättete Federn ausmachen können. 🙄 😁

African Fish Eagle | Schreiseeadler






Kleinere Wartezeiten muss man immer mit einplanen! 🤨

Wenn eine Giraffe gerade blätter vom Baum pflückt und dabei auf der PAD steht, dann ist eben an den Rand stellen und Abwarten angesagt. Giraffen erschrecken sich manchmal so und irgendwie haben wir immer Angst, dass sie sich verletzen könnten, wenn sie plötzlich und hastig losrennen. Da sind wir immer vorsichtig und es freut uns, dass das entgegenkommende Fahrzeug dies genauso handhabt. So stehen wir hier rum... 😗




Ca. 3km vor Southgate kommen wir an einem vertrockneten Schlammloch vorbei und wieder einmal können wir uns noicht losreißen, kaum das wir eine kleine Herde Elefanten sehen. 😗




Dieser kleine Kerl versucht ganz so zu sein, wie ein Großer. Das Einstauben will noch geübt werden, ein wenig peinlich wenn es nicht klappt und dann schauen auch noch zwei komische Tiere mit vier runden Füßen und ohne Ohren zu, aus denen mehrere sehr kleine Rüssel gucken, die andauernd Klickgeräusche machen... dann lieber auf Nummer sicher gehen und hinter Mami verstecken! 😊








TRIVIA
1) Afrikanische Elefanten erreichen bis zu 3,20 Meter Höhe, sind bis zu fünf Tonnen schwer und sechs bis sieben Meter lang. Der Schwanz misst etwa einen Meter. Sie besitzen an den Vorderfüßen vier, an den Hinterfüßen nur drei Zehen.

2) Die Haut der Elefanten ist bis zu drei Zentimeter dick, trotzdem aber sehr empfindlich. Bei Elefantenbabys ist sie dicht behaart.

3) Elefanten erreichen ein hohes Alter: Sie können bis zu 60 Jahre leben. Einzelne Tiere werden sogar 70 Jahre alt.

4) Elefanten sind für ihr soziales Verhalten bekannt: Die Herde beschützt gemeinsam die Jungtiere, "Elefanten-Tanten" kümmern sich voller Hingabe auch um die Jungen anderer Elefantenkühe.

5) Das typische Merkmal aller Elefanten ist der Rüssel, der aus der Oberlippe und der Nase entstanden ist: Er besitzt tausende verschiedener Muskeln, die um die beiden Nasenlöcher angeordnet sind.




Ein letzter Blick, jetzt traut sich auch der Kleine wieder mehr zu und zeigt sich nochmal in ganzer Pracht. Mach es gut, wir sehen uns vielleicht nächstes Jahr wieder. 🙂




Wir erreichen Southgate ca. um 13 Uhr, also haben wir für unseren ersten Gamedrive geschmeidig 4 Stunden benötigt. Heute nehmen wir den richtigen Weg. Es geht die langweilige Verbindungspiste in Richtung Xakanaxa... wir sehen wie zu erwarten war fast nix. Zeit genug unsere Kasslerbrote nach vorne zu holen und ein zweites Frühstück zu genießen. Wir funken mal an, ob die beiden auch ein paar Brote wollen und es wird plötzlich scharf gebremst. 😮

Wir reichen die Brote rüber, was nur wenig später per Funk quittiert wird, dass die Brote quasi ein Lebensretter sind. Manchmal braucht man eben etwas im Magen um Zuckerspiegel und Konzentration wieder nach oben zuu bringen. 😄

So schaffen wir die letzten Kilometer auch noch und bald sehen wir endlich das Gate.







Mara und ich freuen uns schon, in unserer Erinnerung ist die Durchfahrt durch's Gate wie der Schritt in eine völlig andere Gegend und wir werden nicht enttäuscht. Man kann der breiten Sandroute nach Xakanaxa folgen, aber wir empfehlen ganz klar den direkten Weg geradeaus. Man folgt einer Fahrspur und ist direkt wieder auf Gamedrive. Total schön.

Little Bee-eater | Zwergspint




Cape Glossy Starling | Rotschulter Glanzstar


Auf der Campsite angekommen schauen wir erstmal beim Tuck-Shop vorbei. Wir hatten nicht wirklich drauf gehofft und leider ist der Shop auch verwaist. Cobra, den wir hier vor einigen Jahren kennengelernt haben ist nicht anzutreffen, die Boote liegen allerdings noch am Steg und sehen gut in Schuss aus, mal abgesehen von den vielen Blättern auf ihnen. Vielleicht ist er ja nur temporär aufgrund der Touristenlage nicht vor Ort, wir hoffen es. 😕

Um 15 Uhr sind wir auf der Campsite und werden schon begrüßt. Wir haben Campsite #10, ganz am Ende und ein Elefant stapft durch's Schilf, direkt neben unserer Campsite. 😎




Da müssen natürlich ein paar Bilder gemacht werden, man steht ja nicht alle Tage so neben einem Eli im Schilf. Dabei bannen wir Martin und Claudia auf's Bild, eine schöne Erinnerung. 🤩







Auch Claudia fängt fast dasselbe Bild von Mara ein, naja fast... 😄



So ein Bild hat aber eben auch nicht jeder, Wäsche machen mit Elefant im Hintergrund. Alles hängt, der Elefant verzieht sich ins Schilf und wir machen eine kurze Pause.





Mara und ich gehen noch rüber zum anderen Schiffsanleger, das ist ja nur ein kleines Stück von unserer Campsite aus. Wir reden kurz mit den Bootsführern, aber der Funke mag nicht so wirklich überspringen und am Ende stellt sich eh' raus, dass auch keiner so richtig Lust hat auf eine Bootstour, viel lieber wollen wir den Abend noch nutzen, wenigstens ein klein wenig des Gebietes zu erkunden.

Als wir uns schon aufmachen wollen, weist uns die Truppe am Bootsanleger auf den Elefanten hin, der gerade an Land kommt. Sie kennen ihn und sagen uns wir sollen vorsichtig sein, der hat wohl immer schlechte Laune. 😵




Wir gehen in Richtung Graskante zur unteren Fahrspur, da haben wir am meisten Platz und Abstand zu ihm. Wir kommen nur ein paar Meter weit, da wird klar. Nicht mit ihm...



Irgendwie haben wir dieses Jahr öfter mal etwas "zu nahe" Begegnungen mit unseren Lieblingen. Wir halten uns hinter mehreren Bäumen, aber er hat uns immer im Blick. Er grast mal etwas, aber kaum bewegen wir uns, werden wir auch direkt wieder fixiert. Ohren auf, etwas schnaubrüsseln, er will uns nicht vorbeilassen. Gut wenn man Reisepartner hat, die können uns ja dann mit dem Auto abholen, sollte es nötig......

... das ist übringens Claudia da im Hintergrund, die das ganze eher auf den Sensor bannt. 😄 🤪


Wir wagen noch ein paar Schritte, aber er bleibt aufmerksam und da müssen wir einsehen, über die Fahrspur kommen wir nicht.



Wir ziehen uns wieder etwas zurück und nach kurzer Überlegung entscheiden wir uns für den Weg in seinem Rücken. Direkt am Schilf entlang können wir uns hinter ein paar Bäumen herschleichen, in diesem Zuge bemerke ich auch, dass am Rande des Schilfs ein einzelner Baobab steht. Wusste gar nicht, dass es in Xakanaxa einen gibt.

Zurück am Auto atmen wir erleichtert auf packen noch etwas Kram aus, beäugen unseren frechen Mitbewohner misstrauisch und dann geht es gegen 16 Uhr auf unseren Abenddrive in Richtung Jesses Pool. Es wird auch Zeit, der Mond ist mittlerweile aufgegangen.

Arrow-marked Babbler | Weißstrichel-Drosselhäherling





Wir fahren in Richtung der Lodges hier und biegen dann links ab durch einen kleinen Weg, rein in den Wald. Es geht entlang Jesses Pool bis zu einem kleinen Platz, der als Picnic-Site ausgeschildert ist an einem der Bäume. Mittlerweile haben wir geniales Licht und Stimmung hier ist wieder mal unwirklich.








Lilac-breasted Roller | Gabelracke






Wir versuchen noch eine kleine Runde in Richtung Dead Tree Island, aber der Weg hinten rum scheint auch wieder blockiert oder wir treffen einfach nicht die richtige PAD. Nicht schlimm, gucken wir halt noch ein paar Elefanten im traumhaften Licht an. 😉










Wir drehen also um, fahren wieder am Pool vorbei und genießen es einfach hier durch den Wald zu cruisen und zwischendurch einen Blick auf's Wasser zu werfen.







Zurück an den Campsites halten wir an den Ablutions um zu Duschen. Wir nehmen die ersten direkt vorne, Martin und Claudia fahren eins weiter. Man will sich ja kein vielleicht noch heißes Wasser klauen. An den Ablutions treffen wir ein weißes botswanisches Paar, bzw. ihn, denn sie spricht quasi gar nicht. Er erzählt uns, dass die Ablutions kein Wasser ziehen würden. Da haben sie hier Solar, aber selbst das geht nicht. Genauso war das auch das letzte Mal. Alles beschissen organisiert und jetzt müssen sie wieder bei den Lodges "betteln" gehen, weil die nix auf die Kette kriegen. Servicewagen ist auch schon seit 4 Tagen kaputt... unsympathisch vom ersten Satz an.

Wir waren ja erst vor zwei Stunden hier und da ging das Wasser noch, was wir ihm dann auch mal stecken und wir wollen trotzdem mal testen ob das Sinn hat, was er da sagt. Komischerweise läuft auch jetzt Wasser, wir können Duschen und die Toiletten benutzen. 😗 😣 WAS EIN SCHWÄTZER!

Rechtzeitig zum Sonnenuntergang sind wir zurück auf der Campsite.



Wir rödeln alles auf und lassen es heute Abend, diesmal mit mehr Ruhe im Gepäck an der Kochstelle so richtig krachen. Es gibt ein großes Tomahawk, dass wir durch vier teilen. Maiskolben vom Grill. Butternut ebenso, in Alufolie mit Öl überträufelt, Salz, Pfeffer und Chilli. Die eine Hälfte schneiden wir in Würfel, die andere in Scheiben. (Scheiben werden besser! :)) Last, but not least überbackt Mara Kartoffelhälften mit Käse, indem die in den Potje kommen und oben Kohlen aufgelegt werden um Oberhitze zu erzeugen. SEHR LECKER! 😎





Es wird ein sehr lauschiger Abend, Xakanaxa ist definitiv einer dieser Sehnsuchtsorte, die man kaum beschreiben kann. Man muss einfach mal auf der "Insel" sitzen, das hohe Gras auf der einen, die mit Schilf bedeckte Bucht auf der anderen Seite. Das Feuer lodert und man lauscht den Geräuschen der Nacht. Magisch... 🙂







Sala Sentle,
Robin & Mara
Teil 2930. Juni 2022
Who let the dogs out?



Guten Morgen Mitfahrer, guten Morgen Sonne, guten Morgen Martin, Guten Morgen Wildhunde, guten Morgen... warte mal was??!

Es ist früh am morgen, wir sind gerade erst aus dem Zelt gekrochen. Auch Martin ist schon wach und als er um seinen Wagen herumkommt hören wir nur ein typisch nordisch, trockenes "Leute... Wildhunde!" 🙄 🤩

Wir drehen uns um und kaum zehn Meter hinter uns kommt ein kleines Rudel Wildhunde aus dem hohen Gras heraus. Sechs schlanke Renner strolchen an uns vorbei und laufen über die Sandpiste an allen Campsites vorbei und raus aus dem Camp. Hektische Betriebsamkeit bricht überall aus, die Kameras werden gezückt, aber alles ist noch völlig verstellt vom Vorabend, die Einstellungen um ein Lagerfeuer oder Landschaft zu fotografieren ist hier nicht förderlich. Kein einziges Bild gelingt.

Wie sich dann rausstellen soll, war es schlau wenigstens einmal kurz die Videotaste zu drücken und so habe ich eine kurze Sequenz der Wildhunde, wie sie über die Sandpad laufen. 🙂

Merke #1: Abend immer die Kameras wieder richtig einstellen, bevbor man sich hinlegt... man weiß ja nie.
Merke #2: Wenn zu wenig Licht für Fotos da ist, Videos klappen dann trotzdem fast immer.

ABER, wir wollen hier gar nicht meckern auf ganz hohem Niveau anfangen. Wildhunde stehen auf unserer Sichtungs-Wunschliste ganz oben an erster Stelle und die sind gerade völlig unvorbereitet abgehakt worden. Jetzt nicht perfekt, aber das war dennoch toll. 😎

Da links beim Baum kamen sie raus...


Das Bild der Campsite zeigt ganz schön, was Xakanaxa so besonders macht finde ich. Diese geniale Lage auf der "Insel" zwischen hohem Gras und dem Shilf auf der anderen Seite. Einfach genial. 🙂

Eigentlich wollte ich ja raus um einen Zeitraffer vom Sonnenaufgang zu machen, aber so richtig toll will das nicht gelingen, dann wird halt gefiederten Viechern nachgestellt. Ich finde zwei Bee-Eater, die immer wieder zwischen zwei Büschen hin und her fliegen und fast an selber Stelle ansitzen. Zusammen habe ich die nie drauf, aber je nachdem, ob man gegen oder mit dem Licht fotografiert, kommen ganz andere Bilder dabei heraus. Ich pirsche also immer wieder von links nach rechts und nicht lange, da pirschen Martin und ich zu zweit und versuchen jeweils "unser" Bienenfresser Bild zu kriegen. 🤪

Mit der Sonne... Little Bee-Eater | Zwergspint




Gegen die Sonne...


Wir stromern weiter über den Platz und eine erneute Erstsichtung tut sich gütlich an den Blüten eines Leberwurstbaums. Ein braun-grün-gelber Papagei klettert durch einen Baum.

Meyers Parrot | Goldbugpapagei


Beobachtet wird er dabei mit evtl. hungrigen Augen, keine Ahnung was dieser schnieke Geselle hier gerne frisst...

Yellow-billed Kite | Schwarzmilan-aegyptius


... aber zumindest vor diesem Gesellen ist er sicher, der mich auch wieder sehr freut. Ein Bild hatte ich schon mal, aber mehr als Farbklecks weit weg. Jetzt mal in halbwegs vernünftiger Entfernung und schöner Einrahmung.

Striped Kingfisher | Streifenliest


Burchells Coucal | Spornkuckuck


Eine schöne, erfolgreiche "Camping-Platz Safari" geht damit zu Ende und es wird sich um Abwasch, Technik etc. gekümmert.



Mittlerweile hat es fast 8 Uhr und wir haben Hummeln im Hintern. Martin und Claudia wollen aber lieber noch ein wenig bleiben und den Tag ruhiger beginnen. Gar kein Problem, wir erklären den beiden unsere Route, sie wollen innerhalb der nächsten zwei Stunden nachkommen und wir erwarten sie dann bei den Paradise Pools. Das Gebiet fanden wir letztes Mal so toll, dass wir dort gerne etwas mehr Zeit verbringen und ab da geht es dann zusammen weiter in Richtung Northgate.

Gesagt getan, wir packen den letzten Kram ein, verabschieben uns bis nachher und rollen vom Platz. Es geht vorbei an allen Campsites und gegenüber des aktuell unbesetzten Tuck-Shops schalten wir unser Walkie Talkie ein:

"Elefant ruft Warzenschwein, seid ihr schon auf Sendung?"

"Ja sind wir."

"Die Wildhunde liegen am Ende der Campsites im Gras." 🤩 🤩 ach komm, da gehen sogar drei 🤩



Keine Ahnung wie die beiden das schaffen, aber nur wenige Minuten später rollen sie heran. Das kann und will man sich nicht entgehen lassen. Soviel zum Thema, es mal ruhig angehen lassen. Ein Wildhund ist etwas abgesondert und läuft direkt vor ihrem Wagen her um sich dann als perfektes Fotomodell zu platzieren. Wir haben nur die Ansicht von hinten. 😄





Ganz ungestört stehen wir hier eine ganze Zeit lang nur zu zweit mit den Wildhunden herum. Bestimmt über eine halbe Stunde lang, nur wir mit der Sichtung. So schön und wir freuen uns riesig, dass wir doch noch die Chance haben unsere ersten Wildhunde länger beobachten zu können. 😎











Wir beobachten weiter die Wildhunde. Nicht mehr lange und wir haben die Hunde komplett weggeknippst. 😛


Foto von MC





Es ist aber auch eine besondere Situation hier. Quasi noch auf der Campsite stehend und die Hunde liegen im Gras, mal geht ein Kopf hoch, ganz selten wird sich mal ein Meter bewegt um seine Position dem Schatten anzupassen.







Mal kurz hochgeschaut... da kommt etwas Bewegung ins Spiel.


Ein Gamedrive Fahrzeug kommt dazu. Wir machen sie auf die Wildhunde aufmerksam und sie nehmen die noch offene Spitze des Dreiecks und so stehen wir dann zu dritt hier. Allerdings auch nicht wahnsinnig lange, der Drive war wahrscheinlich auf dem Rückweg zum Camp und da auch nicht viel passiert und auch nicht davon auszugehen ist, dass was passiert, mal abgesehen davon, dass man sich von Schatten zu Schattenplatz rollt, fährt das Lodgefahrzeug auch recht bald weiter. Wir beziehen auch noch mal eine etwas andere Position mit besserem Blickwinkel, so ganz lösen wollen wir uns noch nicht.











Irgendwann müssen aber auch wir einsehen, dass hier komplette Ruhe einkehrt. Das kleine Rudel hat es sich mittlerweile auf einem Knubbel bequem gemacht. Sie liegen teils mehr übereinander als nebeneinander und mehr, als das mal ein Kopf kurz hochzuckt ist nicht mehr zu sehen.



Wir starten die Motoren, fahren noch einmal für eine Pinkelpause die 50m zu den Ablutions zurück für eine Pinkelpause bevor es dann Richtung Northgate weitergehen soll. Auf einer der Campsites direkt am Wasser steht noch ein Wagen. Wir berichten von den Wildhunden, die quasi 50-60m neben ihrer Campsite seit 3 Stunden im Gras liegen und noch während wir in den Ablutions sind startet deren Motor. 😁

Wegen der tollen Sichtung hätte ich fast vergessen, dass da ein Elefant am Tuck-Shop durch's Schilf schlenderte, während wir bei den Wildhunden standen, der muss sein, gehört sich schließlich alles korrekt gezählt. 😄 😛



Bevor wir uns dann wirklich auf zum Drive machen, hat Mara von dieser, sehr speziellen Erstsichtung für uns, auch noch ein kleines Video erstellt mit dem Titel: Morning Dogs 🙂


>> auf's Bild klicken führt zum Video <<


Sala Sentle,
Robin & Mara
Teil 3005. Juli 2022
Willkommen im Paradies?

Jetzt geht es aber endlich weiter, schließlich haben wir noch ein Stückchen Weg vor uns. Es geht nach Northgate und für die Strecke planen wir einen ausgedehnten Gamedrive und auch wenn es später ist als gedacht, dank unserer Wildhund-Sichtung, wollen wir uns die Paradise Pools nicht entgehen lassen.


>> Detailansicht <<

Junger Pavian danke Netcat 😊




Biegt man in Richtung der Paradise Pools ab geht es zuerst über eine Piste wie jede andere der Hauptpisten im Park. Und auch wenn man das Gebiet eigentlich erreicht hat, fällt es noch gar nicht so sehr auf, bis man abbiegt und in die Pools eintaucht. Dann entfaltet sich eine ganz verzauberte Landschaft... karge, tote Bäume. Saftiges Grün, hohe Riedfelder und alles wird umrahmt von Wasser. 🤩



Kleine Äffchen springen auf den Bäumen herum und jagen sich. Hier und da bleibt auch mal einer sitzen. Ein Elefant schiebt sich unter den Bäumen entlang und eine Herde Antilopen grast am Rande eines Tümpels. Wir lieben diese Gegend. Es gibt bei uns in der nähe einen renaturierten Bach und an einer Stelle wird das Wasser breit und flach... Ried steht dort und die Bäume sind abgestorben. Wir müssen immer an die Paradise Pools denken, wenn wir dort hergehen. Nur Elefanten sehen wir hier nie???! 😐 😄



Vervet Monkey | Grüne Meerkatze








Wir erforschen jeden Winkel des Gebiets und fahren in jeden kleinen Weg hinein. Immer wieder wendet man, es geht immer wieder raus zum Wasser und die Landschaft begeistert uns. Viele Tiersichtungen hat es nicht gerade, aber das steht hier auch nicht im Fokus, dennoch hat man es irgendwie immer im Honterkopf, dass man hier schließlich vor drei Jahren zwei stattliche Löwen gesehen hat. (ist natürlich Blödsinn) 😗





African Darter | Afrikanischer Schlangenhalsvogel













Wir lösen uns von dieser Gegend und nehmen einen Abzweig der eher eine Abkürzung darstellt zur Hauptpiste in Richtung Northgate. Es ist wieder gut verwachsen, aber doch ganz gut zu fahren, kurz hatten wir überlegt, ob wir die richtige Entscheidung getroffen haben, aber es läuft gut und über die Hauptpiste machen wir dann doch etwas Strecke.

Unterwegs wenig zu sehen, aber kaum erreichen wir das Gebiet der Überschwemmungsflächen, schon sehen wir wieder einige Elefanten im hohen Schilf.


11




Ordentlich begrüßt werden auf jeden Fall. 😁




Wir fahren am Viewpoint der Xuku Flood Plains vorbei. Es bietet sich ein Bild, fast als ob wir noch in Xakanaxa auf der Campsite ständen. Nach dem Weg durch dichten Busch, ist der weite Blick wieder eine schöne Abwechslung.




African Jacana | Blaustirn-Blatthühnchen



Der Abwzeig in Richtung der Pools führt durch eine kleine Wasserdurchfahrt. Man erkennt, dass das Wasser hier fließt und wir fahren vor um dann schnell zu wenden und ein Foto von Martin und Claudia aufzunehmen. Action pur! 🤪 😉



Das klingt dann so wie, so eine kleine Pups-Durchfahrt und das ist sie eigentlich auch, aber es ist schlammig und man weiß ja nie. Diese Aussage bestätigt uns ein entgegenkommendes Fahrzeug. Die beiden kommen aus Holland, fahren einmal quer durch Afrika und sind mit Unterbrechungen (ihr wisst schon... das böse C) jetzt schon seit 2,5 Jahren unterwegs.

Sie winken uns ran, wir unterhalten uns etwas und dann bitten sie uns kurz zu warten, bis die beiden durch das Schlammloch durch sind. Egal, dass sie schon lange unterwegs sind. Jegliche Risiken minimieren, wenn es sich denn gerade anbietet. 😎

Im Wald sehen wir noch mehr Elefanten, ansonsten aber auch fast nix anderes.





Burchells Starling | Riesenglanzstar


Wir scheinen uns dem Wasser zu nähern...



... nächster Halt: Dombo Hippo Pools 🙂



Sala Sentle,
Robin & Mara
Teil 3123. Juli 2022
500m am Leopard vorbei?!

Wir kommen an den Hippo Pools an und der Zahn der Zeit nagt weiterhin beständig an den Konstruktionen vor Ort. Es ist heiß und sich an den "Tisch" unten zu setzen kommt nicht in Frage.



Also schauen wir uns erst einmal um und die Namensgeber dieses Gewässers sind mehr als zahlreich vor Ort und tummeln sich im Wasser. Aus den Augen lassen sie uns natürlich nicht, wie wir da so am Rand stehen.



Wenn uns Hippos aus nächster Nähe beobachten dann doch lieber rauf auf den Turm, die abenteuerliche Treppe hoch. Wir schnappen uns Picknick-Material, ein paar Getränke und die Kameras und ab geht es... oder doch noch kurz abbiegen?



Kurzer Blick, nein eher nicht. 🤢 😗



Oben auf dem Ausguck geht ein wenig Wind und man steht im Schatten. Hier lässt es sich gut aushalten. Wir verspeisen unsere Mitbringsel und auch hier werden wir scharf beobachtet. Der Hausbesitzer guckt genau hin, dass wir auch nicht krümmeln und hier was dreckig machen. Wenn es doch passieren sollte, dann säubert er den Boden unverzüglich. 😉

Meves Starling | Mevesglanzstar


Blinder Passagier


Great Egret | Silberreiher


Nach der Pause gehen wir wieder runter zum Wasser und lichten noch ein paar der Uferbewohner ab. Hier gibt es einiges zu sehen, denn überall wimmelt es nur so von Libellen auf dem Boden. Die Hippos grunzen, Wasservögel laufen durch den Uferbewuchs. Es ist schon schön hier, aber aus unserer Idee einer längeren Pause wird nichts, dafür ist es einfach zu heiß und so entscheiden wir uns eher dafür, dass wir doch recht bald wieder weiterfahren.



African Jacana | Blaustirn-Blatthühnchen




Black-winged Stilt | Stelzenläufer



Wir machen uns wieder auf. Kaum raus aus den Hippo-Pools sehen wir wieder unsere Lieblinge. Mehrere Elefanten tummeln sich in einem Seitenarm der Pools und bespritzen sich mit Wasser. Sie sind nicht gut zu sehen, was kein Grund ist, nicht dennoch wenigstens ein Bild zur Erinnerung zu machen. (die Zählung des Tages führe ich einfach weiter...)




Wir überlegen noch wo es als nächstes lang gehen könnte. Wir wollen jetzt ein kleines Stück der Hauptpiste folgen und dann wieder links in Richtung der Samahundu Plains abbiegen und ab hier wieder eine ausgedehnte Entdeckungstour bis Northgate starten. Unser Walkie Talkie meldet sich und Martin und Claudia wollen lieber ihre, durch die Wildhunde heute morgen, verpasste Ruhepause nachholen. Mal früh im Camp sein. Sortieren, Daten sichern, Seele baumeln lassen und dann Abends noch mal los. Können wir gut verstehen, wir waren ganz schön viel unterwegs die letzten beiden Tage mit unserem Umweg über ThirdBridge. 😣

Wir bleiben bei unserem Plan und verabschieden uns beim geplanten Abzweig von den beiden und verabreden uns, dass sie nicht auf uns warten sollen, wenn es sie zum Abenddrive zieht. Wir planen zwar bis dahin im Camp zu sein, aber man weiß ja nie. 😉

Sie fahren die Hauptpiste weiter und wir rumpeln eine kleine PAD raus auf die Plains. Einen klaren Plan haben wir nicht und nur ein paar hundert Meter weiter teilt sich der weg. Nach norden zweigt ein zugewachsener Pfad ab. Laut Karte müsste das ein Weg sein, wir schauen uns kurz an und biegen ab. Bei dieser schönen Szenerie...



... schnappen wir uns das WalkieTalkie und funken die beiden hektisch an.

"Seid ihr noch da, Hallo hallo??!"

Nur Rauschen in der Leitung. Wir versuchen es weiter, aber außer einem Knacken ist nichts zu hören.

"Wir haben einen Leoparden entdeckt, hallo??!"

Es hilft alles nix. Die kleine Reichweite der Technik nutzt zwar, wenn man zusammen unterwegs ist, aber in nur wenigen Minuten haben wir eine zu große Entfernung und keine Verbindung mehr. 🙁

Nach unserer völlig übertriebenen Leopardendichte im Krügerpark, sagte Martin immer scherzhaft, wir wären dafür zuständig, den beiden einen Leoparden in freier Wildbahn zu zeigen. Und ausgerechnet jetzt und kaum 500m nachdem wir uns getrennt haben... da passiert es. Ich habe gar nichts gesehen, aber Maras scharfer Blick hat ihn im Baum ausfindig gemacht. Das Foto oben war schon aus besserer Position aufgenommen. Sie hat einfach etwas vom Ast hängen sehen und es war der Schwanz des Leos zwischen dem Gestrüpp.

Hier mal selbes Bild, aber näher dran und dann sieht man ihn auch mal.



Offensichtlich ist das sein Lieblingsbaum im Revier. Eine schmale Fahrspur führt direkt am Baum vorbei. Nicht sonderlich befahren, aber man merkt, dass hier doch öfter mal jemand vorbeikommt. Die Guides der Lodges hier kennen den Baum ganz offensichtlich und schauen immer mal vorbei ob er da ist. Wir haben das Glück und niemand ist sonst zu sehen.

Wir rollen ganz langsam und Stück für Stück näher um ihn nicht zu verschrecken. Dann machen wir den Motor aus, werden teils recht argwöhnisch beäugt, dann wieder mit Desinteresse ignoriert. Was ein Glück. 🤩







Wir stehen lange hier und beobachten die Katze und wissen sehr genau, wie viel Glück es bedarf auf eigene Faust einen Leoparden in diesen Gegenden zu entdecken. Also verbringen wir soviel Zeit wie möglich. Irgendwann wird es dem Leo wohl zu warm auf seinem Ast oder er mag uns nicht mehr länger in der Nähe haben. Er steht auf, springt auf die andere Seite auf einen großen Ast und zieht sich in die Mitte des Baums zurück. Ein letzter Blick, wir freuen uns sehr über diese Sichtung, starten den Motor und rollen langsam weg vom Baum.




An dieser Stelle wird es Zeit für einen nächsten Eintrag in der "Anti-Bucket-List" für Botswana. Sorry Martin und Claudia. Aber da haben wir ja schon lange genug drüber geflachst und geklönt. 😗 😛




Kaum sind wir vom Baum weg schaut uns eine Herde Lechwes an... vielleicht wollte Herr Leo auch einfach nur nicht sein Abendessen vergraulen. 😮 😐



Für den weiteren Gamedrive in Richtung Northgate haben wir nichts mehr notiert. Wir mögen diese Gegend, große Weite Flächen mit Gras bewachsen, immer mal wieder Wälder dazwischen. Die Wege ziehen sich meistens an den Rändern der Grasflächen entlang, manchmal kreuzen sie auch quer darüber. Es gibt immer etwas zu sehen und die Landschaft ist wunderschön. So rollen wir von einer der Flächen zur nächsten und jede Plain hat einen anderen Namen. Es geht über die Sexugu Plains, hoch ans Ufer des Khwai. Hier blicken wir rüber auf die Xharaxhasa und Segama Gebiete und schlußendlich fahren wir eine große Schleife durch die Khwai Plains, bevor wir bei Northgate ankommen.

Die Namen in der Tinkers Map helfen uns die vielen Elefanten, einzelne Bullen oder große Herden. Nah neben uns oder in weiter Entfernung nur mit Fernglas zu zählen, in unserer Liste ganz genau zu erfassen und aufzuschreiben, wo wir sie gesehen haben... deswegen bin ich jetzt mal still und ihr könnt einfach unserer Gamedrive in Bild und wenig Worten begleiten.









Afrika von Hinter(n) in Reinkultur




Zu süß, wie das kleine Zebra gerne den Kopf auf Mamas Poppes ablegen möchte, aber noch geht's nicht so wie bei den Großen. 😊 😄





Sexugu Plains






Xharaxhasa Plains




In einer Sackgasse steht ein einzelnes Hippo vor uns und grast. Es ist über und über besiedelt von Madenhackern. So ein Tier mit dicker Haut kann das nicht stören denken wir, aber ganz plötzlich schüttelt es sich, schmeißt den Kopf rum und wir werden Zeuge wie schnell so ein Hippo rennen kann... es hat echt genug von den Quälgeistern, aber kaum steht es wieder, da sind die Vögel auch schon wieder überall.







Namaqua Dove | Kaptäubchen


Coppery-tailed Coucal | Kupferschwanzkuckuck


Elefantenspuren kreuzen immer wieder die Pfade...




Reedbuck | Riedbock... die mögen wir sehr, leider nur selten gesehen bisher


Wir kommen in den Khwai Plains an. Der Mond steht schon am blauen Himmel. Heute ist er sehr früh und am helligten Tag schon zu sehen. Ein Hubschrauber fliegt über das Gebiet, Türen auf und Leute schauen raus. Irgendeine Lodge hier bietet Rundflüge an. Wir haben seit wir uns getrennt haben kein anderes Fahrzeug mehr in diesem Gebiet gesehen. Eine letzte Runde über die Plains machen wir noch, bevor es zum Northgate und der Campsite geht.

Khwai Plains















Wenn ich mich nicht bewege, kann man mich nicht sehen...




Denkste, vor unserer Zählung kann man sich nicht verstecken. 😉







African Hoopoe | Afrikawiedehopf


Wir kommen am Gate an, fahren hindurch und finden direkt dahinter die Anmeldung für die Campsite. In den letzten Tagen haben uns immer wieder andere Camper vor den Affen und dem aktuellen Hyänenproblem bei Northgate gewarnt.

Beim Check-In fragen wir, ob wir die Campsite tauschen können, da wir dann zwei Tage dieselbe haben. Sie prüft das Ganze und wir fangen etwas SmallTalk an, während wir warten. Sie ist, sagen wir mal stämmig, hat ein rundes Gesicht, lachende Augen und spricht überraschend gutes Englisch und lässt auch die oft typische Mürrigkeit vermissen.

Wir fragen sie einfach direkt nach den Hyänenproblemen, während sie die Bücher prüft und schaut, dass wir zwei Nächte dieselbe Campsite haben.

Sie: "Ja die sind ein Problem... Camper haben sie angefüttert."

Wir: "Kann das gefährlich werden."

Sie: "Nein, einfach ignorieren, dann gehen sie wieder."

Wir: "Aber wurde nicht letzte Woche jemand gebissen?"

Sie: "Tatsächlich, ein Südafrikaner. Er hat versucht eine Hyäne aus der Hand zu füttern, da hat sie ihm in den Unterarm gebissen."

Wir schauen ungläubig ob der Dummheit mancher Menschen und auch sie schüttelt nur den Kopf.

Es geht etwas hin und her und dann sagt sie uns, dass wir die Campsite tauschen können heute Abend und verabschiedet uns mit den Worten: "Und passt auf die Hunde auf, wenn ihr Abends zu den Ablutions geht."

Wir: "Kommen auch Wildhunde ins Camp?"

Sie: "Nein, die Hyänen."

Ich: "Klar machen wir, aber Hyänen sind Katzen..." und drehen uns um, um zu gehen.

Sie: "Das kann nicht sein. Hyänen sind Hunde, da irrst du dich."

Nun habe ich ja 2018 mit Fußbruch ca. 150 Stunden Safari-Live gesehen und da gab es gerade junge Hyänen in Kenia und die wohl Hyänen vernarrteste Guide überhaupt, also habe ich sehr viele Stunden Hyänen live bei Youtube beobachtet und dieses Detail hat sich festgesetzt.

Ich: "Nein ganz bestimmt nicht, Hyänen zählen zu Unterordnung der katzenartigen Raubtiere."

Mara verdreht mittlerweile die Augen... 😏

Sie: "Ich lebe hier, aber das habe ich noch nie gehört."

Ich: "Ich würd's ja googeln." 😉

>> hier sei erwähnt, dass wir in einer sehr heiteren Stimmung waren und das ganze Gespräch ein sehr freundschaftlicher und lustiger Schlagabtausch war <<

Sie: "Aber ICH kann es googeln. Ihr wartet solange hier."

Sie holt ihr Handy raus, und sucht ein paar Minuten im Netz, schaut uns an: "Das gibt es doch nicht!!!" 🤩 😄

Wir lachen herzlich, sie kann kaum glauben, dass da einer aus Europa kommt und ihr was erzählen kann über den Busch, was sie nicht weiß und fängt an zu tippen: "Das muss ich meinen Freundinnen schreiben."

Wir verabschieden uns, sie wünscht uns eine gute Nacht und wir ihr auch. Wir tuckern zur Campsite und finden Martin und Claudia. Die beiden haben doch noch auf uns gewartet, denn Martin hat einen heißen Tipp bekommen, dass am südlichen Khwai, Löwen in einem Gebüsch direkt am Khwai liegen sollen.

Wir beichten den beiden unsere Leoparden-Sichtung und überlegen zusammen ob es sich lohnen könnte, da am nächsten Morgen nochmal vorbeizufahren. Irgendwann des Abends haben wir uns dagegen entschieden, so viel Zeit auf pures Glück zu verwenden.

Wir gehen kurz auf Toilette und unermüdlich satteln wir wieder auf. Martin reckt seinen Löwenriecher in den Wind. Wir hängen uns an die beiden dran und versuchen den Hattrick für den Tag.

- Wildhunde
- Leopard
- Löwen?


Sala Sentle,
Robin & Mara
Teil 3223. Juli 2022
Ein Abend unter Hyänen

Wir fahren Richtung südlicher Khwai aus dem Camp raus und folgen so ziemlich der schlimmsten Rumpelpiste aller Zeiten. Durchschnittsgeschwindigkeiten von unter 5 km/h, gut, dass es nur die ersten 10 Minuten so losgeht und danach schnell besser wird.

Die Sonne schickt wunderschönes Licht am Khwai entlang und wir folgen dem Fluss entlang des Ufers. Eine genaue Beschreibung der Stelle hat Martin nicht, aber die Löwen müssen wohl direkt in einem Waldstück liegen, dass man auf dem Weg am Fluss entlang umrundet. Zuerst sehen wir aber ein paar Lieblinge von uns im Gras und ich muss mich belehren lassen... Bateleure können doch ganz hübsch sein. 😄



Bateleur | Gaukler



Yellow-billed Kite | Schwarzmilan-aegyptius



Wir tuckern weiter, schauen unter jeden Busch und Baum und in jeden Wald hinein und wir sehen nix. Anders Martin, er hält an und meldet sich via Funk, dass dort 2 Löwen unter den Bäumen liegen. 🤩

Die beiden regen sich quasi gar nicht. Man sieht Fell, nur ein ganz klein wenig. Wie er die da gesehen hat bleibt uns ein Rätsel, aber sie sind da. Wir versuchen eine zeitlang eine bessere Position zu finden, aber keine Chance. Solange die so flach auf dem Boden liegen und seelig schnarchen macht es keinen Sinn hier zu stehen. Wir werden hier wieder zurückfahren, aber geben uns noch ein kleines Stück und folgen dem Fluss weiter.

Wir kommen an eine schöne Stelle für einen Sundowner. Ein Auto steht dort schon... vier Südafrikaner stehen um die Motorhaube, Bierdosen auf dem Wagen abgestellt und nur in nassen Shorts. Sie waren gerade schwimmen und bedeuten uns, dass das Wasser herrlich erfrischend ist. 😕

Jedem das Seine. Morgen früh werden wir hier wieder vorbeikommen und tolle Bilder von Hippos machen. 😣

Wir wenden ohne eine erfrischende Abkühlung unsere Wagen und fahren wieder zurück in Richtung Camp. Bei den Löwen angekommen regt sich nicht viel. Es wird langsam richtig spät und wir wollen noch duschen und nicht zu spät kochen und das Camp aufbauen. Wir stimmen uns ab, dass wir uns noch 5 Minuten geben, gerade genug Zeit, dass die beiden Löwen dann doch mal ihre Köpfe heben.






Auf dem Rückweg genießen wir einfach die schöne Landschaft und untergehende Sonne. Ein Kingfisher flattert im Gegenlicht und hier und da stehen ein paar Elefanten am Fluss für's Abendbrot im Abendrot. 🙂










Wir kommen zurück ins Camp, bauen uns taktisch günstig auf und alle nutzen die Dusche. Ich bleibe noch, baue unser Zelt auf, bringe das Feuer zum brennen, bevor es komplett dunkel wird und passe auf das Camp auf wegen der Affen. Als die drei zurückkommen packe ich meinen Duschkram und mache mich auch noch auf zu den Ablutions. Die Sonne ist so gut wie weg.



Im letzten Dämmerlicht komme ich zurück und sehe zwei Hyänen auf dem Weg in Richtung Gate herstreunen. Ich behalte sie etwas nervös im Auge und sehe zu, dass ich ins Camp komme. Wir fangen mit den Vorbereitungen an und machen alles für unser Abendessen fertig als PLÖTZLICH und UNERWARTET eine Hyäne mitten im Camp steht. Keine zwei Meter neben dem Feuer und auch unsere Rufe und klappern schüchtern sie nicht ein. Sie zieht sich langsam zurück... wir stehen etwas ratlos rum und wundern uns, dass die so dreist sind. Damit haben wir trotz der Warnungen nicht gerechnet. 🙄 😮

Angefüttert von Idioten!!!

Und dabei bleibt es nicht an diesem Abend. Wir haben überall Licht positioniert, die Tische so gestellt, dass wir noch eine etwas sicherere Burg bauen, aber die Hyänen kommen auf leisen Pfoten und lassen sich durch nichts mehr abschrecken. Insgesamt 5x stehen diese riesigen Viecher (zumindest kommt es einem so vor, wenn man im Stuhl sitzt) plötzlich im Camp, genau neben einem. Man könnte sie fast anfassen, so sehr haben sie hier ihren Respekt verloren.

Das ist alles andere als entspanntes Campen. Da sie immer an der selben Stelle reinkommen, stellen wir unseren Tisch rechts neben uns und sind dann selber Schuld... da hängt noch eine Mülltüte dran, wenn auch mit fast nix drin, die Tiere wissen, dass da evtl. was zu holen ist. Die letzte Hyäne des Abends steht dann auch wieder unbemerkt genau neben dem Tisch auf dem ich meinen Arm liegen habe, beißt in die Tüte und reißt den ganzen Tisch mit weg. Wir brüllen rum, im Affekt fliegt mein Stuhl in ihre Richtung...

... UND AM SCHLIMMSTEN IST, DASS UNSER GIN VERSCHÜTTET WURDE!!! 😈

Nein, Spaß beiseite. Es reicht jetzt. Wir füllen noch einen Gin nach auf den Schock, leeren diesen und dann geht es um 22 Uhr ins Zelt. Ich ärgere mich immer noch maßlos über die Dummheit der Leute, die die angefüttert haben. Wenn sich die Situation so weiterhin darstellt und mehr Menschen zu Schaden kommen, dann müssen die Hyänen darunter leiden. Sie bringen das ihren Jungen bei und dann hat man bald ein Problem, dass man nur noch lösen kann, indem man das gesamte Rudel tötet. 🙁

Diese Nacht weckt mich Mara irgendwann. Sie muss mal austreten und ich soll aufpassen... das ist auch ein erstes Mal. Und ich entscheide mich spontan mitzukommen und nicht nur aufzupassen. Kaum sind wir wieder zurück im Zelt und haben den Reißverschluß geschlossen hören wir ein Rascheln hinter unserem Wagen. Im Mondschein läuft eine Hyäne direkt am Wagen entlang und durch's Camp. Das kennen wir und wäre unter anderen Umständen einfach eine weitere Sichtung gewesen, aber nicht hier, wo sie nicht nur auftauchen, wenn das Camp verlassen ist, sondern jede Furcht vor Feuer, Mensch und allem verloren haben.


Fazit Northgate
Im ersten Augenblick waren wir überrascht, den die Campsites bei Northgate liegen teilweise sehr schön am Khwai. Es ist eigentlich schöner als gedacht und auch von dem oft beschworenen Generator hören wir nichts. In den Ablutions hat es nach Sonnenuntergang keine Spülung mehr, aber es stehen große Wassereimer parat mit einem Eimer für die manuelle Spülung, ansonsten ist alles ok. Die aktuelle Situation lässt aber leider zu wünschen übrig. So sehr, dass wir für dieses Jahr Northgate gemieden haben. 3 von 5 Sternen

Das es jetzt schon ein Fazit hier gibt, macht eigentlich kein Sinn, da wir ja zwei Nächte gebucht haben, aber so viel sei gesagt... nein, das werden wir nicht und es war eine der besten Entscheidungen des Urlaubs, denn manchmal ist es eben so: Wo ein Wille ist, ist oft (k)ein Weg!




Sala Sentle,
Robin & Mara
Teil 3324. Juli 2022
Einmal Xakanaxa > Paradise Pools > Northgate in bewegten Bildern

Nachdem ihr schon in Bild und Wort folgen konntet, haben wir den Gamedrive auch einmal komplett als Video aufbereitet. 🙂


>>> auf's Bild klicken führt zum Video <<<

Viel Spaß beim Schauen und anbei noch eine kleine Zugabe... ich probiere ja gerne mal etwas künstlerisches aus, am liebsten mit Elefanten. 😁




Sala Sentle,
Robin & Mara
Teil 3427. Juli 2022
Ein kurzer Morgendrive im südlichen Khwai

Guten Morgen zusammen... wer von euch traut sich als erster aus dem Zelt und schaut ob die Hyänen hier noch rumlungern? 😐

Kopf rausstrecken, ein erster Silberstreif malt sich ab, na dann wollen wir es wagen und basteln unser Auto in Rekordzeit zusammen. Um 6:40 Uhr fahren wir aus dem Camp. Martin und Claudia lassen es locker angehen und bleiben den Morgen im Camp. Wir verabreden, dass sie nicht auf uns warten sollen, wenn es später als 9:30 Uhr wird, dann haben wir irgendwas gefunden und stehen an einer Sichtung. Dann trifft man sich spätestens Abends auf der Campsite wieder.


>>> Detailansicht hier klicken <<<

Es geht erstmal über die Hauptroute raus aus dem Camp. Von da wollen wir einen Bogen am Fluss zurück in Richtung Northgate schlagen. Wie immer ist es morgens noch kühl... die einzige Zeit des Tages bei der ich mal meinen Pullover überziehe, wenn wir mit offenen Fenstern durch die Landschaft fahren. Die Kühle sieht man auch manchem Tier an. Diese Wasserbock Mama und ihr kleines haben ihr Fell aufgestellt gegen die noch kalte Morgenluft.

Wie heißt es in einem Kinder Animationsflim so schön: "Es ist so FLAUSCHIG!!!"



Stellvertretend für unsere spätere Sichtung, allerdings in einiger Entfernung ein Büffel, der uns mürrisch anschaut. Später am Fluss sehen wir auf der anderen Seite eine riesige Büffelherde entlang des Khwai ziehen. Wie an einer Perlenschnur gezogen und "unendlich" lang. Zu weit weg für Fotos, aber wir werden sie später noch wiedersehen.



Kurz bevor wir zum Fluss kommen, ca. am Motswini Loop, labt sich eine Herde Elefanten an den Büschen. Auch diese hat wieder mehrere Jungtiere dabei. Die letzten Jahre müssen wirklich sehr geburtenreich gewesen sein. Es ist schon auffällig, dass wir egal wo immer viele junge Elefanten oder Kälber sehen. Uns freut's natürlich. 🙂







Viel ist nicht los heute morgen, dennoch findet man ja immer was schönes und so sind hier und da Antilopen im grünen Gras am Flußufer oder die obligatorischen Wasservögel suchen nach ihrer Morgenmahlzeit. Nahe der Stelle, an der gestern die Gruppe Südafrikaner ein erfrischendes Bad genommen hat, sehen wir einige Hippos im Wasser. Auch hier ist Nachwuchs mit dabei, entsprechend argwöhnisch beobachtet man uns.

Red Lechwe | Letschwe Antilope


Great Egret | Silberreiher


Red-billed Hornbill | Rotschnabel Toko




African Sacred Ibis | Heiliger Ibis




Wir hören ein Grunzen vom Wasser her, aber wir können beim besten Willen nicht erkennen, was diese Geräusche verursacht??! 🤨
...
..
.
DA! - Schon wieder. 🙄

Irgendwas muss da sein, es platscht auch im Wasser. Wir zücken das Fernglas, ich suche mit der Kamera das Wasser ab... aber es hilft alles nix. Es hört sich an, als ob ein großes Tier irgendwo im Wasser ist, vielleicht irgendwo direkt hinter dem Schilf und wir können es nur nicht entdecken. Manchmal sind die Tiere ja auch einfach extrem geschickt im Verstecken, wir werden es wohl nie erfahren.

Ein Foto der Szene haben wir dennoch gemacht, aber wir können nix entdecken, vermutlich einfach zu gut getarnt. 😏
...
..
.

😛 😄



Jaja, ich weiß... ich doof. 😉

Wir fahren ein Stück weiter und treffen einen Guide mit seinen Gästen. Wir können ihm nicht viel berichten, aber er sagt uns, dass wir einfach weiter dem Fluss folgen sollen. Ein kleines Rudel Wildhunde soll wohl direkt am Weg liegen. 🤩

Wie jetzt, schon wieder Wildhunde. Zwei Tage nacheinander und vorher nie welche gesehen, was für ein Glück.

Natürlich setzen wir unsere Fahrt jetzt zügig fort und tatsächlich, ca. einen Kilometer weiter liegen die Wildhunde im Sand naben der Piste. Einer trägt einen Sender um den Hals, insgesamt sind es vier Hunde, also ein wirklich sehr kleines Rudel, zumindest gehen wir nicht davon aus, dass sich hier nur ein Teil des Rudels ausruht, so habe ich das von Wildhunden zumindest noch nicht gehört.





Ganz schön müde sind sie alle, hochgeguckt wird nur selten. Aber sie sind ja auch ganz schön putzig, wenn sie friedlich schlafen. Er träumt wohl von Impalas die einfach mal stehenbleiben und freut sich drüber. 🙂



Der hier ist arg zerpflückt. Im rechten Ohr überall Katscher, das linke ist nur zum Teil vorhanden und, hier im Bild schwer zu erkennen, aber ein Teil der Nase fehlt auch. Kampferfahrener Geselle. 😮



Wir bleiben hier etwas stehen, haben vergessen die GoPro auszumachen, aber den Wagen natürlich auch so geschickt hingestellt, dass wir eine halbe Stunde lang einen Baumstamm auf dem Video haben. Total geschickt. 😗

Hier wird auf jeden Fall nicht mehr viel passieren und ein Blick auf die Uhr verrät, dass wir rechtzeitig zurück sind im Camp, wenn wir uns langsam aufmachen. Mara und ich haben den ganzen Drive lang diskutiert über den gestrigen Abend und ob man evtl. schauen sollte, ob man nicht eine andere Übernachtungsmöglichkeit sucht. Wir sind da etwas kontroverser Meinung, aber im Endeffekt einigen wir uns darauf, dass es auch schade wäre, wenn man den letzten, gemeinsamen Abend nicht in Ruhe verbringen kann.

Wir haben eine Maximalzahl im Kopf, was eine optionale Nacht kosten sollte und wollen einfach mal am Khwai Guesthouse anfragen, aktuell sollten wohl kaum alle Zimmer belegt sein.

Kurrichane Thrush - Rotschnabeldrossel


Gegen 9:10 Uhr sind wir zurück im Camp und unterbreiten wir unseren Vorschlag. Martin und Claudia haben schon ähnliche Gedanken dazu gehabt und wieder zeigt sich, wie stimmig wir unterwegs sind. 4 Dumme, ein Gedanke. 2.000 Pula legen wir als Obergrenze fest für das Zimmer und besprechen die Details bei einem starken Kaffee und Rührei mit gaaaanz vielen Tomaten. LECKER! 🙂

Während die beiden dann zusammenpacken habe ich Zeit noch ein paar Vögeln im Wald nachzujagen, unser Auto ist ja schon ready.

Red-billed Hornbill | Rotschnabel Toko


Arrow-marked Babbler | Weißstrichel-Drosselhäherling



Wir fahren zum Khwai Guesthouse und Claudia und ich schauen uns um und finden den Manager. Die Anlage sieht verlassen aus und aktuell hat es auch keinerlei Gäste. Dementsprechend kann er nichts zu Essen und auch kein Frühstück anbieten, ok verständlich. Allerdings können wir auch nirgends selber kochen, auch mit einem Gaskocher sei nicht ok. Das ist natürlich suboptimal und für die Nacht will er dann 3.400 Pula haben. Das macht ja keinen Sinn. 🤨

Wir lehnen dankend ab und beziehen uns darauf, dass wir ja wenigstens für uns selber kochen können müssen. Ich habe das Khwai Guest House aus 2018 sehr hilfsbereit in Erinnerung und er enttäuscht auch diesmal nicht. Er ruft mal einen befreundeten Manager an, ein neues Guesthouse wollte mit Start Corona öffnen, African Excursions, und vielleicht haben die ja eine Option für uns.

Er telefoniert, spricht mit uns simultan ein paar Details ab und klärt den Preis. 1.700 Pula die Nacht, es ist nur ein Stück weiter nördlich. Fast genau dort, wo wir 2018 im Stelzen-Selbstversorger-Zelt übernachtet haben. Wir bedanken uns für die Vermittlung und fahren rüber.

Die Fraktion: "Wir können auch nochmal Northgate campen bleibt beim Auto, die klügere Hälfte der Schöpfung soll entscheiden und sich die Anlage anschauen. Freudestrahlend kommen Claudia und Mara nach ein paar Minuten zurück. Die Anlage gefällt, es gibt zwar nichts zu Essen, Frühstück muss man mal schauen und die Barversorgung sieht mau aus... aber Rotwein sollte klappen, aber deshalb dann auch nur 1.500 Pula pro Zimmer. Wir können den Parkplatz nutzen um uns selber was zu kochen und dann die Lappa nutzen für den Abend. Das reicht doch völlig aus. 😎

Wir versammeln uns drinnen und werden von Theo, dem Manager, begrüßt. Er ist gerade mal 23 Jahre alt und freut sich riesig, dass er mal Gäste hat. Sonst kommen nur manchmal Gäste für eine Mittagspause vorbei. Sie knappsen ganz schön, frisch zur Eröffnung kam Corona und seitdem hatten sie kaum Gäste. Umso strahlender steht er uns jetzt gegenüber und irgendwie fühlt man sich direkt wohl. Nichts wirkt aufgesetzt und nachdem wir ihm die Probleme bei Northgate erzählen, die wir letzten Abend hatten, sagt er uns:

"Fühlt euch wie zu Hause, ihr seid jetzt bei Freunden" 🙂

Das glauben wir sofort. Wir verabreden uns für 18:00 Uhr Abends, bis dahin sind wir von unserem Drive zurück. Die Kartenzahlung funktioniert grad nicht, also verschieben wir das auf später; klar, KEIN PROBLEM. Wir zahlen lieber mit Karte, können ihm aber auch versichern, dass wir im Falle auch genug in Bar dabei hätten.


Mit einem sehr guten Gefühl, eine tolle Entscheidung getroffen zu haben, fahren wir vom Platz und machen uns auf, zum heutigen Gamedrive. So viel sei schonmal gesagt, es war eine fantastisch gute Entscheidung und unser schönster Abend der Reise.


Sala Sentle,
Robin & Mara
Teil 3506. Aug. 2022
Witness

Wir fahren bei African Excursions vom Hof und folgen der nördlichen Umgehung und fahren so weit, bis wir ganz vom Norden kommend runter stoßen können in Richtung des Khwai River Drives, den wir von unserem letzten Besuch dieser Region als so schön in Erinnerung behalten haben.

Auf dem Weg bietet sich anfangs noch das erwartet üppige Grün mit Wasser, aber schon nach kurzer Zeit wechselt das Bild und wir fahren an einer großen Brandfläche vorbei, wo es hier und dort auch immer noch schwelt und kokelt. Die Hauptpad dient teilweise als Feuerschneise, aber auch südlich der PAD sind manche Flächen verbrannt. Den Weg den wir nach Süden nehmen ist dann auch auf der einen Seite verbrannt und auf der anderen noch dichtes Buschwerk. 😕








Je weiter wir in Richtung des Flusses kommen, desto grüner wird es wieder und die Flammen haben es nicht so weit geschafft. Die Vögel der Gegend haben sich auf bewegliche Bäume geflüchtet wie es scheint... so zumindest sieht eine Giraffe aus, die wir beobachten. Im Profil ja noch ganz normal, aber mit etwas weniger Brennweite kann sie einem echt Leid tun, eine wahre Invasion tummelt sich auf ihr.





Oxpecker | Madenhacker


Bevor wir zum Fluss kommen ist es recht tierarm, hier und da mal eine Antilope, mal ein Greifvogel und ein paar Zebras... na immerhin mal wieder eine Ergänzung für die Serie "Afrika von Hinte(r)n" 😉



Yellow-billed Kite | Schwarzmilan-aegyptius


Wir folgen dem Khwai River Drive und sehen direkt unsere grauen Lieblinge. Immer mal wieder sehen wir ein paar einzelne oder kleine Gruppen am oder im Wasser. Bis zur Maghoto Campsite genießen wir dieses Bild und suchen uns den Weg, der am nächsten am Wasser entlang führt. Manchmal sind es Sackgassen, auch hier ist entweder mehr Wasser oder der Fluss hat seinen Verlauf leicht geändert, es existieren immer schon Wege die diese Stellen umfahren.







Bei Maghoto treffen wir Jennifer und Paul. Zwei Südafrikaner die exponiert auf ihrer Campsite direkt am Fluss stehen. 🙄

Wir halten kurz an und sprechen die beiden auf ihre Wahnsinns-Stelle an. Sie erzählen uns, dass sie hier schon ewig herkommen und die Betreiber der Campsite gut kennen. Deswegen dürfen sie an dieser Stelle stehen, obwohl das eigentlich gar keine richtige Campsite ist. Er berichtet uns davon, dass gestern Abend die Büffel hier durchgezogen sind. Die Guides gehen wohl von ca. 300-400 Tieren aus. Ganz in ihrer Nähe hat es einen der Büffel erwischt und sie hatten schon Angst, dass die Löwen auf ihrer "Campsite" mit dem Riss liegen und haben sich kaum aus dem Zelt getraut. 🤨

Es war dann aber wohl nur in den Büschen etwas entfernt der Campsite, naja reicht wohl auch. Paul hat den super Tipp für uns, dass wir dem Fluß weiter folgen sollen nach der Cutline, dort liegt wohl ein Elefantenkadaver und gestern haben sie dort ein Löwenrudel gesehen. Ich wusste gar nicht, dass man dem Fluss weiter folgen kann als bis zur Cutline (da waren wir das letzte Mal abgebogen, weil es nach Savuti weiterging) und bei der Möglichkeit auf Löwen, werden wir das sicherlich ausprobieren.

Wir verabschieden uns und kommen gar nicht mehr weit. Keine 200m weiter wimmelt es vor Elefanten. Ein irres Schauspiel entfaltet sich vor uns. Egal wo man hinschaut, so viele Elefanten, dass wir sie kaum mehr zählen können. Wir geben uns alle Mühe und kommen auf einer Strecke von nichtmals 2km auf sagenhafte 169 Elefanten. 🤩

Mit den Sichtungen vom morgen und den Elefanten auf dem Drive bis hierhin, sind das mehr als wir damals bei der Bootstour am Chobe gesehen haben. Der Khwai enttäuscht wirklich nicht und wir vier sind völlig fasziniert von diesem Anblick.

















Wow... Zeit abzutauchen, bevor wir uns noch völlig verzetteln beim Zählen! 😁




Bei den letzten Campsites am Ufer kommt ein Gamedrive Fahrzeug um die Ecke. Der Fahrer hält an und winkt uns vor, er lässt uns Platz und die Vorfahrt... denken wir. Aber NEIN, nicht dieser Guide!

Denn das hier ist der Namensgeber dieses Kapitels. "Witness"



Er deutet uns anzuhalten, keine Gäste hat er dabei, aber er muss uns unbedingt erzählen was er schon alles tolles gesehen hat an diesem Tag und wo wir hinfahren sollen. Wir hatten nichtmals gefragt und er sprudelt nur so los. 😎

"Also, ich habe da ein Löwenrudel mit ca. 16 Tieren gesehen. Ihr fahrt über die Cutline immer dem Weg folgend. Dann kommt ein großer Mopanewald, aber da fahrt ihr nicht durch. Haltet Ausschau nach einem Kameldorn dessen Stamm aus einem großen Termitenhügel steckt. Wenn ihr den gefunden habt, dann biegt er dort von der PAD ab und fahrt geradewegs runter, bis ihr zum Fluss kommt und biegt am Wasser nach links ab. Dem folgt ihr dann so ca. 1,5-2km und dort unter einem Busch liegen die Löwen!" 🙄 🤪

Alles Klar... das klingt ja einfach und auch so gar nicht, als ob man das eher nicht machen sollte. 😄
Während ich noch versuche mir diese Wegbeschreibung zu merken, geht es schon weiter.

"Und dann habe ich noch Wildhunde gesehen. Ein großes Rudel, mit vielen Welpen. Ihr folgt der Cutline nach Norden und müsst dann auf der Hauptpiste in Richtung Mababe abbiegen. So ca. 1,5km den Route entlang kommt eine Art Lichtung auf der rechten Seite, also eigentlich gibt es da viele solche Stellen, aber bei der liegen die dort alle im Schatten. Ihr müsst genau hinschauen, sonst übersieht man sie, also fahrt da langsam und guckt ganz genau unter alle Büsche."

Wildhunde mit Welpen???! Say no more!

Das muss ich ganz genau wissen und da ich seine Beschreibung beim ersten Mal auch nicht so ganz verstanden habe, frage ich mit unserer Tinkerskarte in der Hand nach. Kurzerhand springt er aus dem Auto um ganz sicher zu gehen, dass er mir den Weg auch nochmal ganz genau auf der Karte erklärt. 😁

Bild von M+C


Er überlegt kurz... "Ich weiß auch noch wo ein Hyänenbau ist. Die haben auch gerade Welpen... das ist aber etwas kompliziert zu finden..."

Es ist mittlerweile schon zu fortgeschrittener Stunde und wenn er seine Erklärung um die Löwen zu finden nicht kompliziert fand, dann lassen wir uns lieber erst gar nicht auch noch auf Hyänen ein. Ich lehne dankend ab.

"Vielen Dank Witness, aber wenn wir Wildhund Welpen und auch noch die Löwen finden, dann reicht es auch für heute!"

Da gibt er uns dann lachend auch recht und rät uns noch zuerst zu den Wildhunden zu fahren. Die dürften sich früher bewegen, so herum können wir noch beides schaffen. Wir berichten Martin und Claudia von unseren zahlreichen Optionen und entschließen uns seinem Rat zu folgen.

Ich nehme die Karte, Mara das Steuer in die Hand. Wir navigieren auf schnellstem Wege in Richtung Wildhunde. Es gibt einen "Abkürzung" zur Cutline, sieht zwar schlechter zu befahren aus, aber müsste schneller sein. Wir sind zügig unterwegs, fahren durch eine kleine Senke als unser WalkieTalkie angeht.

"Wendet ihr?, hier liegen zwei Löwen unter einem Busch"

🤨 Die haben wir wohl glatt übersehen. Das geben wir aber nicht zu und sagen nur, dass wir natürlich gerade nur am wenden sind. 😄

Wir fahren ein Stück zurück und sehen die beiden auf der anderen Seite der Senke stehen. Martins Löwenradar-Röntgenblick hat dort tatsächlich Löwen gesehen. Kaum zu erkennen und ganz versteckt, flach liegend unter dem Gebüsch.

Wir stehen auf der andern Seite der Senke und auf der anderen Seite des Gebüschs... 😗 😣 😊 😄



Wir deuten den beiden an, sie sollten mal zu uns kommen... wir sind hier echt voll dran vorbei gefahren. Ohne Martin und Claudia hätten wir dieses komplette Rudel, dass nur 3m neben dem Weg liegt einfach übersehen. Wer weiß wie viele Löwen wir schon gesehen haben oder hätten sehen können. Anscheinend sind wir einfach Löwenblind!!! 😮





Natürlich bleiben wir jetzt doch hier etwas stehen. Aber es locken uns noch die Wildhund Welpen und da sich hier wohl erstmal nicht viel tun wird, belassen wir es bei ein paar Bildern und hetzen die Cutline hoch. Selbst Elefanten zählen wir quasi nur im Vorbeifahren und halten nur ganz kurz für ein Beweisfoto. 😉





Wir kommen an der Hauptpiste an und fahren Richtung Mababe. Dabei immer den km-Stand im Blick. 1,2km - 1,5km - 1,8km - 2,1km 🙁 Es hat den Anschein, dass das Rudel vielleicht doch schon los ist. Er meinte ja ca. 1,5km. Ein paar hundert Meter geben wir uns noch und bei der nächsten Lichtung haben wir glück und es regt sich etwas unter einem Busch.

Wildhunde. Und was ein tolles Rudel. Wir zählen auch mit Hilfe unserer Videos am Ende 11 Erwachsene Tiere und 8 Welpen. 🤩

Sie liegen alle auf einem großen Haufen und das macht die Zählung wirklich nicht einfach. Alle schlafen und es hat wenig Bewegung. Nur ab und zu schaut mal einer Hoch. Zumeist die Welpen, da gibt es einen Unruhestifter, der immer mal wieder seine Brüder und Schwesterchen anstupst, drüber klettert oder beißt.

Fotografisch ein Horror, da man kaum mal an die Hunde rankommt, aber die Beobachtung ist prima. Was für ein riesiges Glück, dass wir Witness getroffen haben. Die hätten wir sonst logischerweise nie gesehen, da es ja keinen Grund hätte dort her zu fahren. 🙂

Apropros Witness. Als wir am nächsten Tag anderen Selbstfahrern davon erzählen kommt als Antwort nur: "Das war bestimmt Witness, der ist klasse!" Man kennt ihn hier. 🙂

Jetzt gibt es so viel Knuddelfaktor, wie ich rausholen konnte. 😄



















Zur Abwechslung mal eine Pfote, auch interessant. 😁


Nach einiger Zeit wechseln wir dann noch mal ein klein wenig die Position, so kriegen wir einen etwas besseren Blick auf die schlafenden Puppies, aber zu viel rangieren und stören wollen wir auch nicht, also bleibt es bei kleineren Korrekturen.





Die sind aber auch sowas von knuddelig und zum lieb haben!!! 🤩 😘









..... es hat ganz schön lange gedauert, aber irgendwann reißen wir uns los. Da sind ja noch die Löwen jenseits der Cutline und dort waren wir auch noch nie. Zwei gute Gründe und auch wenn dieser Tag bis hierhin schon Wahnsinn war, irgendwie sind wir wie im Rausch und jetzt versuchen wir aus unserem letzten, gemeinsamen Gamedrive auch alles rauszuholen.

Ob es uns gelingt?!

Das schreibe ich dann morgen früh. 😛


Sala Sentle,
Robin & Mara
Teil 3606. Aug. 2022
Ein Abend unter Freunden

Nach unserer aufregenden Sichtung bei den Wildhunden fahren wir noch einmal die Cutline runter und suchen den Einstieg in die weitere Route entlang des Khwai. Unsere Gebietskarte in der tinkers Map hört an der Cutline auf. Nur auf der großen Übersicht ganz vorne sieht man, dass es auch eine gelbe (= kleinere Route) entlang des Flusses gibt, die bis zum Abzweig Mababe Gate führt oder sogar noch ein Stück weiter bis zum Mababe Village. 😎

Wir finden den Abzweig, an dem ein Schild "Chobe Nationalpark" steht. Ist man hier aber eigentlich noch gar nicht. Die Strecke gehört noch zum Concession Gebiet, zumindest wenn man den Guides dort Glauben schenkt. Es geht ein Stück durch die Büsche und dann öffnet sich eine weite Fläche: "Giraffenland"



Mehrere Herden sind hier unterwegs. Es wirkt ein bisschen surreal, da wir vor wenigen Metern noch davon nichts geahnt hatten. Umso überraschter sind wir und schon wieder wieder begeistert. Wir tuckern durch diese Ebene mit kleineren Blockaden auf dem Weg, aber mit etwas Wartezeit wird artig Platz gemacht. 😉







Überhaupt fasziniert uns dieser "neue" Abschnitt entlang des Khwai ganz besonders. Es ist wirklich wunderschön hier, geht erstmal mehr oder minder immer direkt am Wasser entlang und die ganze Landschaft ist ein Traum. Wir sehen Wasservögel, Elefanten, am anderen Ufer die riesige Büffelherde immer im Hintergrund...

Normaler Rallenreiher? - dem Roberts nach, müsste es von der Schnabelfarbe her ein "Malagasy Pon Heron" sein, der in der Gegend bis August vorkommt. Da wir noch Anfang September haben, vielleicht nur etwas länger geblieben?!

Kann das jemand anhand des miesen Bildes bestimmen?













Wir kommen an eine kleine Kehre am Fluss und ein paar Elefanten kommen gerade aus dem Wasser und verschwinden in den Mopanebüschen am Ufer. Während wir zählen interessiert sich ein junger Bulle etwas genauer für den Störenfried. Er macht etwas Terz, Rüsselschütteln und Ohren aufstellen. Wir sind weit genug weg, aber funken dennoch mal nach hinten, dass wir etwas rückfahrts fahren und mehr Platz lassen. Er will nicht weichen und bleibt jetzt trotzig im Weg stehen.

Nach einiger Zeit kommt ein Auto aus der anderen Richtung. Perfekt. Dann lassen wir den mal vor und er soll sein Glück versuchen an dem Eli vorbeizukommen. 😈

Der Dicke Kamerad denkt sich aber just in dem Augenblick, dass wir immer noch nicht weit genug zurück gefahren sind und unsere Entgegenkommer sehen wie er uns weiter vertreibt... Pech gehabt, jetzt bleiben die natürlich auch stehen und gucken erstmal was wir so machen. 😏

Irgendwann hat er dann ein Einsehen mit uns und trollt sich seiner Familie hinterher. Irgendwie haben wir es aber auch mit Elefanten, die uns den Weg verstellen oder denen wir im Weg stehen in diesem Urlaub?! 🙄

Auf jeden Fall ist Verlass auf Claudia, die hat immer ein Foto davon, wenn Elefanten um unser Auto stehen!! 😄

Foto von Claudia



(echt zu viele Striche für einen Tag... ) 🤪

Wir folgen dem Weg und halten brav Ausschau nach dem Kameldornbaum aus Witness Beschreibung, wie man die Löwen finden sollte. Aber wir können nichts entdecken. Es geht weg vom Wasser und dann stehen wir ziemlich eindeutig vor dem Eingang in den beschriebenen Mopanewald. Dann sind wir zu weit. Aber gesehen haben wir nix, was passen könnte. Egal, wir entscheiden uns dafür jetzt einfach nach Uhr weiter zu fahren. Wir haben eine grobe Idee wie lange wir zurück brauchen um 18 Uhr in der Lodge zu schaffen und quetschen uns durch den Mopane.

Quetschen ist hier echt das richtige Wort. Durch den Wald ist es extrem kurvig, man knartscht an den Ästen entlang und zu allem Überfluss sieht man auch ein paar Elefanten die zwischen den Büschen stehen. Nix wie weg hier, wir wollen nicht wieder mitten in eine Herde gelangen an einer Stelle wo es kein vor und zurück gibt. Einmal im Urlaub reicht ja. 😛

Aus dem Wald rauskommend ändert sich die Szenerie schon wieder.

Überall stehen tote Bäume auf einer weiten Fläche entlang des Wassers und alle Äste sind mit Geiern besetzt. Was eine coole Szenerie. Die ganz langsam in Richtung Horizont sinkende Sonne taucht das alles auch noch in schönes Licht. Wir vermuten irgendwo hier den toten Elefanten von dem uns die Südafrikaner am Khwai erzählt haben, aber entdecken können wir ihn nicht. Bei den vielen Geiern hier, muss aber irgendwo das Aas liegen.

Dreigestirn: White-backed / Hooded / Lappet-faced Vultures




Marabou Stork | Marabu... das ist übrigens derselbe, wie auf dem Bild oben. Lange Linse vs. die mittlere Brennweite




Und eine wieder mal sehr schöne Sichtung hat sich auch dazwischen gemogelt. 🙂

Bateleur | Gaukler



Wir fahren noch ein Stück weiter den Weg hinauf, bis wir auf eine lange gerade Route am Wasser entlang kommen. Wir sind den Büffeln jetzt näher, ich mache ein Tele-Panorama... das wäre aber dann zu klein hier, also nur ein Ausschnitt. Aber die Herde beeindruckt auch auf diese Entfernung. Büffel so weit man gucken kann.

Die Zeit diktiert unsere Rückfahrt und so wenden wir an dieser Stelle. Der Weg zurück ist nochmal sehr schön, einfach vorbei an der friedlichen Abendstimmung, ein paar Vögel am Wasser, badende Elefanten, so kann man es sich gefallen lassen.



Rufous-bellied heron | Rotbauchreiher




Pied Kingfisher | Graufischer


Da reitet er gen Sonnenuntergang...





Wir nehmen die schnellste und nicht die direkte Route, also Cutline hoch, links ab und dann einmal komplett um das Gebiet kurvend zurück zur Khwai Village. Da man auf der Umgeheung schneller fahren darf und es eine breite Piste ist, macht man hier gut Strecke. Wir sehen noch ein paar Elefanten am Rand und haben noch genug Zeit für einen kleinen Stop am Viewpoint um den Sonnenuntergang zu genießen und vielleicht mal ein Hippo mit aufgerissenem Maul zu erwischen... mir gelingt das nicht, aber ich glaube ich habe Martin fotografiert, während er den Moment verpasst hat. Auch was wert. 😄







Was für ein toller Tag!!!

Das war eindeutig der beste einzelne Gamedrive Tag der Reise. Soviel steht mal fest. Irre was wir alles gesehen haben.

- morgens schon viele Hippos und Wildhunde
- dann Löwen
- Wildhunde
- 259 Elefanten insgesamt
- die Fläche mit den Giraffenherden
- die Geierbäume und und und...

Wir kommen völlig glückseelig bei African Excursions an. Genauso beseelt strahlt uns ein Mann an, der neben Theo, dem Manager steht. Er wird uns als Bashin vorgestellt und ist der Koch. 🤨

Sie haben doch noch etwas organisiert und können uns ein Abendessen anbieten. Bashin erklärt uns, dass sie nicht viel haben, aber für ein einfaches Essen reicht es und er freut sich sehr, dass er wieder für Gäste kochen kann. Auch für ein klein wenig was für ein Frühstück haben sie noch organisiert. Für 100 Pula extra pro Zimmer, ist das geschenkt. 😗

Ich frage Bashin, was ihm denn fehlt? - unser Wagen ist schließlich voll und er kann sich gerne nehmen, was immer er braucht. Wir haben noch Kudusteaks die wir uns sonst heute gegrillt haben und fragen ob er die nutzen kann. Vor allem fehlt es an Gemüse und ganz viel Kleinkram den er gebrauchen kann. Gesagt, getan. Wir gehen zu unserem Auto und Bashin wühlt sich durch die Kisten, nimmt sich hier was, dort was und sammelt im Endeffekt zwei Kisten voll mit allem zusammen, was er gebrauchen kann. Er strahlt über beide Ohren und betont, wie sehr er sich freut, dass er nun für Gäste kochen kann, denn das ist seine Leidenschaft. 🤩 🙂

Ich krame noch ein großes Stück Fleisch extra raus, für die Angestellten und dann verabschieden wir uns auf die Zimmer zum Frischmachen und treffen uns später zum Abendessen wieder. Wir sind schon ganz gespannt, was es wohl geben wird. 😉





Wir sind zurück, Theo hat noch einen Rotwein gefunden, den es zum Essen gibt und dann taucht Bashin wieder auf und stellt sich förmlich neben dem Tisch auf.

"Guten Abend, ich bin Chef Bashin und habe heute für euch gekocht. Es gibt..."

Er zählt alles auf, über 50% davon kommen aus unserem Auto, aber irgendwie hat er es geschafft da 4 Gänge rauszuhauen und ein Buffet. 🙄 Viel zu viel für uns alleine, aber ich denke mal, die Angestellten haben sich später drüber gefreut. Es gibt unser Kudu mit einer Rotwein-Knoblauchsoße, Beef-Lasagne, gebratenes Gemüse, Bohnensalat und frischen Salat.

Wir "klönen" und versuchen so viel zu essen, dass es nicht noch den Anschein haben könnte, es würde uns nicht schmecken, aber es ist so viel, dass würden wir an zwei Abenden nicht schaffen.

Nach dem Essen fragen wir Theo ob er noch etwas anderes als Absacker da hat. Vielleicht Gin?!

Zögerlich holt er eine angebrochene Flasche Gordons unter dem Thresen hervor, ganz offensichtlich sein privater Bestand. Wie wir später erfahren, für über 40 Dollar gekauft, im Alkohol-Ban der letzten Monate, sind das alles unter der Hand Geschäfte und unverhältnismäßig teuer verkauft worden.

Wir merken das und Martin reagiert sofort. "Lass mal, wir haben Okavango Gin im Auto, wir holen den und ihr seid eingeladen!"

Theo kann es kaum glauben, den Gin gibt es noch nicht lange und er hat bei Facebook davon gelesen. "Den habt ihr dabei, ich muss mein Handy holen und ein Foto machen..."

Martin holt den Gin, Mara und ich organisieren Tonic-Dosen, Bashin holt Zitronen und Theo sein Handy. 😄

Die beiden bereiten 6 Gläser vor, servieren uns 4 davon und gehen zur Bar zurück. 🤨
"Nene, ihr seid eingeladen und wir würden uns freuen, wenn wir zusammen anstoßen können."

Theo schnappt sich direkt einen Stuhl und Bashin schleicht sich zögerlich näher und setzt sich. Er ist sehr verwundert und das er zusammen mit uns da sitzt und eingeladen ist, ist ganz offensichtlich ungewöhnlich. Theo mit seinen 23 Jahren kommt aus der Stadt, seine Eltern sind keine Farmer mehr und man merkt, dass er eine gute Schule genossen hat und auch einen ganz anderen, offenen Umgang mit uns als Gästen pflegt... und ab jetzt fängt ein richtig schöner, sehr lustiger Abend an. Ich versuche mich da kurz zu fassen, aber es wird textlastig. 😛 😉

Wir stoßen mehrfach an, alle trinken, nur Bashin setzt sein Glas jedesmal wieder ab ohne zu nippen. Wir fragen ob er gar keinen Alkohol trinkt und so geht es los, dass wir viel erfahren über Botswana, Land und Leute.

Mit den eigenen Eltern oder vor älteren zu trinken, das gehört sich einfach nicht. Das macht man nur unter Freunden und er ziert sich, außerdem muss er ja morgen früh raus um unser Frühstück zu machen. Theo neckt ihn und lacht sich jedesmal kaputt und es braucht etwas Überredungskünste vom "Boss", dass Bashin locker wird und sogar mal nippt nach dem Anstoßen.

Früher hat ihn seine Mutter immer mit dem Stock geweckt. Sie hat an die Tür geschlagen und gerufen "Aufstehn, aufstehn, aufstehn Bashin"... er hat dann das Badewasser am Fluss geholt und ist danach zur Schule. Theo meint, er würde nicht trinken, weil er dann Angst hat zu verschlafen und wir versichern Bashin, dass wir mit dem Stock an seine Tür schlagen, wenn wir nix zum Frühstücken haben. Ab da waren die Dämme dann echt gebrochen und gerade Bashin erzählte uns viel über sein Leben etc., z.B. das er nie nach Rezepten kocht, sondern immer nur nach dem Geruch. Er weiß dann einfach sofort was fehlt und so ist jedes Gericht einmalig. 🙂

Als er sich beworben hatte, kannte Theo ihn schon aus dem nationalen TV, denn Bashin war in der Jugend Tänzer in einer bekannten Truppe und öfter im Fernsehen zu sehen. Er hat 2 Töchter und fährt wann immer er frei hat erst 12 Stunden zu der einen und besucht dann weitere 12 Stunden Autpfahrt später die ältere, die in der Hauptstadt zur Schule geht. Seinen Töchtern soll es an nichts fehlen und er ist stolz, dass sie wissen, dass er ihr Papa ist. Und später einmal, da wird er viel Geld für die beiden bekommen. 😐 🤨

Tja so ist es... Theo ist ja nicht verheiratet, aber die Frauen aus seinem Stamm sind aber auch die teuersten. Bashin kann da nur beipflichten, aber es sind auch die besten. Sehr gute Elternhäuser und eine gute Ausbildung. Um das Thema und die verschiedenen Hochzeitsbräuche geht es wohl einen großteil des Abends. Natürlich "kauft" oder "verkauft" man keine Frauen in Botswana, aber die Mitgift entrichtet man eben an den Brautvater und das ist sehr teuer. Viele junge Botswani lassen sich deshalb außerhalb des Landes trauen, um diese Tradition zu umgehen, dass finden aber beide nicht gut.

Immerhin, eine Mitgift in Theos Stamm sind 15-20 Kühe, was pro Kuh gute 400$ ausmacht. 😮
Damit nicht genug, er muss dann auch neue Hochzeitsanzüge und Schuhe ("JA SCHUHE, das ist wichtig..." kommentiert Bashin") 😄 für die Großeltern, Vater, Cousins etc. pp. kaufen. Außerdem Essen und Getränke für das ganze Dorf und so eine Feier geht tagelang. Das Hochzeitszelt steht schon Tage vorher da und viele kommen vorbei und bleiben einfach so lange bis alles Essen und Trinken leer ist.

Und wenn man das alles schon investiert hat, dann "Mosadi wa tsama", frei übersetzt, "die Frau ist weggelaufen". Der traditionelle Brautlauf, irgendwann, ohne Vorankündigung nimmt die Braut Reißaus und läuft nach Hause. Die Familie des Bräutigams jagt sie und versucht sie vorher zu fangen. Schafft sie es bis nach Hause, dann bringt es Unglück für die Ehe. Ich vermute mal, dass die meisten Bräute wohl keine besonders schnellen Läuferinnen sind. 😗

So geht es hin und her an diesem Abend. Wir erzählen Traditionen aus Deutschland bei denen die beiden den Kopf schütteln, sie erzählen aus ihrem Leben und wir schütteln genauso oft den Kopf. Es ist einfach richtig schön und während der Abend vergeht stößt Theo mit uns an.

"Pula!!!"

Pula als Trinkspruch wird gerne sehr förmlich benutzt, z.B. bei der Fernsehübertragung zum Geburtstag des Präsidenten. Da Pula auch Regen heißt, ist es eben ein wichtiges Gut im Land. Ansonsten sagt man eigentlich Cheers. In einer geselligen Runde wird Pula als Trinkspruch nur unter Freunden verwendet und wenn man damit auch Respekt dem anderen gegenüber ausdrücken möchte. 😊

Wir verabschieden uns ins Bett, erinnern Bashin augenzwinkernd, dass wir ihn mit dem Stock holen, wenn es keinen Kaffee gibt und er versichert da zu sein. Er müsse nämlich noch unbedingt ein Foto mit uns machen für seine WhatsApp Gruppe. Da macht jeder Fotos, die die anderen nachmachen müssen. Er mit 4 Touristen aus Deutschland im Arm, da gewinnt er die nächste Runde bestimmt. 😄


Ein toller Abend, mit tollen Leuten.


Unsere Zählung macht einen ordentlichen Sprung an diesem Tag. 😎



Sala Sentle,
Robin & Mara
Teil 3707. Aug. 2022
Ein Gamedrive im Khwai

Traditionell gibt es noch ein kleines Video als Abschluss für den Tag. Einmal quer durch den Khwai... 🙂


>>> Auf das Bild klicken um zum Video zu gelangen. <<<


Sala Sentle,
Robin & Mara
Teil 3821. Aug. 2022
Erst links, dann rechts, dann Wasser...

Guten Morgäähhhn.


Was eine tolle Nacht gestern. Da lassen wir ganz gemütlich bei einem schönen Frühstück den Tag beginnen. Das Frühstück kredenzt Rico und kein Bashin zu sehen... müssen wir da doch jemand aus seinem Bett holen?! 😄 , aber NEIN, er taucht kurz später auf um sicher zu gehen, dass er ja auch noch ein Foto mit uns machen muss und erinnert uns daran.

Der Kreditkarten-Leser funktioniert für ein paar Minuten, da halte ich mich raus und halte unsere Unterkunft noch kurz im Bild fest.







Red-billed Firefinch | Senegalamarant... Erstsichtung. 🙂




Irgendwann ist es dann soweit.. gar nicht so spät sagt unser Tagebuch. 9:15h brechen wir auf, aber natürlich gibt es vorher noch die Fotosession. Überraschenderweise kommt die ganze Crew zusammen, alle wollen mit auf dem Foto sein. 😁

Theo gibt uns noch seine Mail-Adresse, damit wir ihm später das Bild schicken können. Das war dann auch das erste Bild, dass zu Hause fertig gemacht und verschickt wurde. Mit Sonnenbrille, das ist Theo und hinten zwischen den Damen sitzt Bashin.



Fazit: African Excursions
Wir können hier nur die Herzlichkeit und unseren Aufenthalt hier bewerten. Zu grade mal 50% des Preises, was beim drumherum für die Bewertung egal ist. Eine schöne, kleine Unterkunft, nichts besonderes, aber schön familiär. Vom Preisgefüge eine Alternative zum Khwai Guest House, für uns glatte 5/5 Sternen


Wir fahren ein letztes Stück noch zusammen, beim Abzweig zum Khwai River Drive heißt es dann Abschied nehmen. Martin und Claudia fahren weiter nach Savuti und wir wollen den Weg über Mababe Village nehmen, einmal rum um den Park und dann nach Southgate hoch. Kurz bevor wir uns trennen haben die Flammen eine letzte Barriere in den Weg gelegt... der Baum lag da gestern noch nicht. 🤨



Wir schauen kurz, rechts kann man durch die Böschung vorbei, aber Martin hat schon das Kabel seiner Winde in der Hand und plant den Baum zur Seite zu ziehen und die Straße frei zu machen. Eigentlich hätten wir ihn machen lassen sollen, dass haben wir noch letztes Wochenende zu Besuch bei den beiden in Hamburg bereut, aber die "Lass das bleiben, da geht nur was schief und wir stehen dumm hier" Mentalität hat dann doch gesiegt.

Jetzt stehen wir hier eh' gerade rum, dann können wir auch gleich Abschied nehmen. Beim Frühstück war schon alles gesagt, so bleibt uns nur gegenseitig eine gute Reise zu wünschen und dann sind wir wieder unterwegs... plötzlich wieder allein. 😐

Wenn man ein paar Tage zusammen unterwegs ist, dann fühlt es sich im ersten Moment komisch an, wenn man dann alleine unterwegs ist. So geht es uns zumindest, ein wenig Wehmut ist immer dabei. Der Tag bringt aber mit sich, dass wir da nicht allzu lange dran werden denken können, aber erstmal geht es gemütlich den Khwai River Drive entlang.

Da startet es mit einer wahren Afrika von Hinte(r)n Parade am Wasser. 😄



Wir haben natürlich die Kleinen im Blick, immer süß und immer gut versteckt in der Herde.











Schön, so können Gamedrives beginnen. 🙂
Und dann marschiert die ganze Herde durch's Wasser auf die andere Seite des Flusses, schönes Spektakel zum Schluss noch mal.



Unser Plan sieht so aus, dass durch das Chobe Gebiet dem Fluss folgend durchfahren und dann links hoch zur Umgehungspiste fahren um von dort aus dann über Mababe Village zu fahren. Außen um den Park rum und dann wieder zurück zum Southgate. Evtl. dort dann zum späten Nachmittag noch mal los, aber die Blackpools sind recht weit weg, daher wollen wir uns eher Zeit im Khwai nehmen und unsere neu entdeckte Lieblingsstrecke noch mal nutzen.

Bis dahin geht es entlang des Wassers und wieder sehen wir viele Elefanten und typische Bewohner dieser Gegend.

African Fish Eagle | Schreiseeadler





Fork-tailed Drongo | Trauerdrongo


Die haben wir vor Ort gar nicht so realisiert... da ist ja eine Erstsichtung mit drauf... Wattled Crane | Klunkerkranich



Lilac-breasted Roller | Gabelracke







Goliath Heron | Goliathreiher





Unterwegs treffen wir Paul und Jennifer auf ihrer Campsite direkt am Khwai wieder. Paul meint, man müsste wohl die erste Durchfahrt durch den Khwai schaffen um unseren Plan hinzubekommen, aber das könnte etwas tricky sein. "Don't make your tyres wet, when you're alone!" ist seine Warnung an uns.

Wir kommen in den Chobe Teil des River Drives.



Es geht direkt wieder gut los, hier ist einfach immer was zu sehen, es geht teils direkt am Wasser entlang, eine schmale Fahrspur und zu sehen ist immer was.

Magpie Shrike | Elsterwürger


Wieder eine Erstsichtung... den kennen wir noch nicht. 😎

Rufous-bellied Heron | Rotbauchreiher








Marabou Stork | Marabu und ein bissel was anderes... egal alles hübsch. 😛


Tsessebe Antelope


Die Picknick-Mentalität, die wir in diesem Urlaub allenortes erleben verwundert uns immer wieder aufs Neue. Es ist schon erstaunlich, wenn dann mit Blick auf's Wasser, Rücken zum Busch. Fast genau dort standen wir gestern 15 Minuten vor dem stinkigen Jungbullen... man badet auch mal im Khwai. Alles dennoch entspannt, von den Guides und Rangern hier völlig geduldet. Unabhängig des Schildes ist es eben doch eigentlich ein Teilstück des Khwai, offiziell beginnt der Chobe Nationalpark erst ab dem Mababe Gate. Hier gilt noch Khwai Regeln und die sind kaum vorhanden.



Saddle-billed Stork juvenile | Sattelstorch




Wir kommen wieder zu den Geierbäumen und alle Äste sind gut gefüllt. Manchmal wundert man sich, wie voll manche Bäume sind und andere frei bleiben. Da sitzen dann alle aufgereiht eng an eng. Während wir hier ein paar Bilder machen und ich mich an den einfachen Motiven an Flugaufnahmen teste steigt uns ein süßlicher Duft... NEIN! 🤢 , ein beißender Gestank in die Nase. 😵

Gestern haben wir den Elefantenkadaver nicht entdeckt, mit gedrehter Windrichtung riechen wir ihn erst, bevor wir einen kleinen Pfad in den Wald hoch finden und wir die Szenerie dann auch sehen. Es ist mehr oder minder alles abgefressen, die Verwesung auch dem Geruch nach, schon weit fortgeschritten. Es erklört die vielen Geier hier, aber nur einer pickt sich ein paar letzte Happen noch aus dem Schädel. Dafür eine Geierart die wir noch nicht ablichten konnten... heute ist mal wieder Erstsichtungstag. 😁



White-backed Vulture | Weißrückengeier




Hooded Vulture | Kappengeier



Angekommen an der angekündigten Wasserdurchfahrt haben wir direkt unseren Wahlspruch des Urlaubs im Kopf. "Wo ein Wille ist, ist oft..." ABER MOMENT MAL!



Ein kurzes Stück zurück führt eine neue Fahrspur nach linksm grob dem Fluss folgend. Wir nehmen diese Piste und kommen nach ein paar hundert Metern an eine Stelle an der man das Wasser doch noch kreuzen kann. Wir hatten erwartet, dass wir vor einem Zufluss standen an der Furt, es ist aber nur ein Wasserarm der sich hochgestaut hat und so lässt sich die Stelle dann doch umfahren. Weiter folgend führt der neue Weg wieder zurück zur Piste die wir befahren wollen, endet dann aber doch kurz davor an einer Stelle mit ein paar Knochen und einem Boden, der die braune Verfärbung von Verwesung aufweist. Offensichtlich wurde diese Piste von den Gamefahrzeugen genutzt um an einen Riss zu kommen und nicht allein dafür, die Wasserdurchfahrt zu umgehen. Zeigt uns auf jeden Fall, dass die Durchfahrt wohl eher nicht geklappt hätte.

Wir sehen unsere Spur, fahren das letzte Stück rüber und sehen rehcts der Spur die Büffelherde stehen. Hunderte Tiere, trotz riesigem panorama wird die Masse nicht deutlich.



Der Karte nach folgt der Weg dem Fluss und dann irgendwann kommt ein Abzweig. Links hoch zur Umgehungsstrecke, weg vom Wasser. Bis dahin müssen wir es schaffen, dann haben wir es geschafft und können den Weg hierher nehmen. Und wir haben Glück, denn der Weg entpuppt sich zwar als sehr schwer zu finden, denn hier war wohl tatsächlich seit Monaten niemand mehr, alles ist überwachsen und wir fahren quasi mitten durch hohes Gras, manchmal einer klar erkennbaren Spur, oftmals nur noch zwei grob erkennbaren Rinnen folgend. Aber das Wasser schlängelt sich rechts entlang, weit genug weg und nur selten mal zu sehen.

Ein paar Herden tummeln sich in der Mittagshitze, beim Grasen, entlang des Weges. Jeder schaut erstmal verwundert hoch, dass hier mal wieder jemand langkommt und dann haben wir es geschafft.







Das Ziel erreicht, ab jetzt geht es weg vom Wasser. 😎



Wir biegen nach links ab, es geht in einen dichten Mopanewald auf eine sehr ruppige Piste. Ausgewaschene Löcher sorgen dafür, dass wir nur langsam und vorsichtig vorkommen und plötzlich ist eines dieser Löcher mit Wasser und Schlamm gefüllt. Naja, noch kein Beinbruch, aber es wundert uns schon. Es ist nur ein kleines und klar nicht tiefes Stück, also durch. Nur 200m später kommen wir um eine Biegung und dann steht der ganze Wald unter Wasser??! 🙄

Was ist denn hier los. Etwas ratlos stehen wir am Rande des Wassers, damit haben wir jetzt so gar nicht gerechnet. Später nachgeschaut müssten wir hier in der Nähe des Pankwa Wasserlochs stehen.

Stellt sich die Frage, wie tief ist das Wasser?
Und davon ab, wo genau geht denn der weitere Weg lang?
Und davon ab, sehen wir auch kein Ende des Wassers!

Während wir noch überlegen ob es evtl. links am Wasser vorbei einen Weg geben könnte oder ob man es wagen könnte sich vorsichtig vorzutasten schwimmt mitten im Wald ein Hippo vorbei! 😮 😣
(leider haben wir da kein Foto gemacht... der Stresslevel war schon etwas gestiegen im Auto) 😉

Das beantwortet alle unsere Fragen. Zumindest stellenweise zu tief, mit Hippos vor Ort ist vortasten zu Fuß auch keine Option und unter dem Aspekt, dass wir wohl seit Monaten die ersten hier sind sollten wir auch nicht riskieren uns in diesem Nirgendwo festzufahren.

Ich drehe also mal schnell den Wagen... Mara hat mitgezählt im dichten Mopanewald. Wenden in 16 Zügen... 😄

Wo ein Wille ist, ist oft KEIN Weg!

Wir fahren zurück zum Abzweig und versuchen dann eben doch den Weg direkt zur Mababe Village. Der geht laut Karte aber dann doch nochmal direkt am Wasser entlang. Nach einem Stück ist es dann auch soweit und der Fluss kommt in Sicht... und erstmal toll, denn es ist wunderschön. Wir fahren genau auf der Böschung entlang des Ufers. 🤩



Das hebt die Stimmung direkt wieder, aber nicht genug um ein Foto zu machen von dem wunderschönen See vor dem wieder nur Minuten später stehen. Immerhin müssen wir hier nicht erst entscheiden und diskuttieren ob und wie man diesen Weg nehmen kann, wir sehen auf mindestens 100m nur Wasser vor uns, keine Chance, auch hier ist sofort klar.

Wo ein Wille ist, ist oft KEIN Weg!

Wir haben ja versprochen, dass hier ist der Tag, der das Motto geprägt hat. Irgendwo im Nirgendwo und jetzt gibt es nur noch den Weg zurück. Um zu dieser Erkenntnis zu kommen haben wir über eine Stunde benötigt und es ist mittlerweile 14 Uhr. 😐



Ohne Umschweife begeben wir uns wieder auf den Weg zurück, denn die Zeit könnte dann so langsam doch arg knapp werden. Während wir unterwegs sind entscheiden wir schon mal, dass wir die Cutline später hochnehmen werden und dann doch durch Northgate auf die Piste gehen, die geradewegs zum Southgate führt.

Der Fluss kommt wieder in Sicht und WAS IST DAS? 😣

Die Büffelherde hat sich weiter bewegt und auf die komplette Ebene zwischen uns und dem Fluss verteilt. Tja, da ist guter Rat teuer. Wir tasten uns noch ein paar Meter vor und bleiben dann zwischen zwei Gebüschen stehen mit besten Blick auf unseren Weg, der komplett verstellt ist. Motor aus, Fenster runter und dumm am Kopf kratzen, mehr bleibt uns nicht über. Ach doch, wir können uns noch böse anfunkeln lassen...



Unser Weg nach vorne ist blockiert... in die andere Richtung Wasser an dem man nicht vorbeikommt und die Uhr tickt auch einfach so weiter, könnte ja mal ne Pause machen. Das dümmste dran ist, dass wir uns ja selber hier reinmanövriert haben, konnte man zwar so nicht vorhersehen, aber leider auch keinen anderen dafür schuldig machen.

Und ein weiteres Mal, in kürzester Zeit...

Wo ein Wille ist, ist oft KEIN Weg!

Mara überlegt ob man nicht ein Stück zurück kann und dann einen weiten Bogen querfeldein am Wald entlang schlägt. So als Notfallplan, wenn gar nix geht. Ich bin eher auf so lange Warten, bis die Zeit nichts anderes mehr zulässt... und wie wir da so stehen und noch überlegen, was man machen kann, da lösen sich manche Dinge von ganz alleine, wenn auch nicht so wie geplant.

Wir stehen hier seit 15 Minuten, Motor aus und gucken doof aus dem Auto. Die große Herde teilt sich in mehrere kleinere Gruppen auf, die von links nach rechts ziehen und in einer dieser Gruppen bleibt ein Büffel stehen, schaut unser Auto an, wir schauen ihn an und plötzlich rennt das dusselige Vieh los. Erst folgen zwei, dann drei, dann ein Dutzend und dann die gesamte Büffelherde. 😮 😣

Wir stehen in einer großen Staubwolke, mitten in der Stampede und schauen uns verdutzt an.


>>> klick auf's Bild für's passende Video <<<


Naja, der Weg ist frei, aber ich schaue erstmal mit dem Fernglas auf die andere Flussseite, wenn ich da stehen würde, dann würde ich denken, dass da Löwen jagen und die Büffel flüchten oder sowas. (tatsächlich hatten wir gestern von der anderen Seite aus auch einmal die Herde rennen sehen) Dennoch wollen wir jetzt nicht mit der weißen Karre aus dem Staub auftauchen, auch wenn wir nix gemacht haben, außer da rumzustehen. Mittags ist aber mal wieder keiner unterwegs, den "Drive of Shame" 🤪 können wir uns also ersparen und wir sehen zu, dass wir auf den Weg kommen.

Jetzt lässt sich der restliche Weg zumindest besser planen und so ist auch wieder ein wenig Zeit und links und rechts ein paar Sichtungen.

Hamerkop | Hammerkopf






Paul und Jennifer haben auch am Fluss einen Picknickplatz bezogen. Sie plauschen mit einem anderen Auto und wir warten geduldig, halten dann auch selber noch kurz an und geben ihnen das Update, dass man Mababe aktuell nur über den Seeweg erreichen kann. Er schaut skeptisch auf unser unten rum nasses Auto... "You touched water!" 😗



Wir verabschieden uns, wünschen ihnen eine schöne Zeit und bedanken uns noch mal für den Tipp zu dieser neuen Gegend. Dann geht es weiter, Zeit zu verschenken haben wir heute auch nicht mehr.

Ein einzelnes Zebra...


... und zwei Zebras auf einem Bild. 😉 😁


Es geht hoch auf der Cutline, an einigen Elefanten vorbei, aber nur einer der kurz im Weg rumsteht. Unterwegs nach Southgate bleiben wir noch einmal auf einer der Brücken kurz vor der Khwai Village stehen, wo ein paar Graufischer sich von der Brücke ins Wasser stürzen und dann bleiben die Kameras aus. Die Strecke Northgate nach Southgate ist eine fürchterlich langweilige, fürchterlich ruppige, einfach fürchterliche Wellblechpiste. 😣 😏




Pied Kingfisher | Graufischer



Bei Southgate angekommen verschaffen wir uns einen kurzen Überblick, wir haben die #5, aber die liegt mitten im Camp. Die #10 gefällt uns besser. Wir fragen beim Check-In, aber heute sind sie fully booked. Außer uns ist nur ein anderes Fahrzeug zu sehen und dabei bleibt es dann auch. Wir gehen erstmal duschen und belegen dann die #10, nicht nur für heute, auch für den nächsten "fully booked" Tag, da waren dann immerhin drei Campsites besetzt.

Das Begrüßungskomitee in Form süßer Baumhörnchen ist schon da, es wird noch Wäsche gemacht, das Camp bezogen und tatsächlich brennt sogar frühzeitig unser Feuer, es gibt Steakstreifen mit gebratenen Nudeln und Gemüse... auf die Aufregung des Tages einen kräftigen Gin und dann schreiben wir noch ein paar Zeilen in unser Tagebuch.










Wir ziehen uns in unser Zelt zurück, haben fast Vollmond, was den Platz auch ohne Feuer erhellt. Ein paar Minuten nachdem wir im Zelt sind und Ruhe eingekehrt ist schleicht eine Hyäne über die Plätze, sie schaut kurz und trollt sich. So soll das sein.

Augen zu und Kraft tanken für morgen unter Afrikas Sternenhimmel... und einem irre klarem Mond heute Nacht.





Sala Sentle,
Robin & Mara
Teil 3927. Aug. 2022
36, 37, 38... ne warte mal, Stop 🙄

Wir lassen es ruhig angehen, schließlich haben wir hier noch eine weitere Nacht und den heutigen Tag komplett als ausgedehnten Gamedrive geplant. Southgate ist natürlich für die meisten eher eine Notlösung oder als Zwischennacht gedacht, aber wir haben bewusst hier zwei Nächte eingeplant, damit wir uns einmal das Gebiet der Blackpools anschauen können, an dem man sonst eigentlich nur vorbeifährt. So haben wir alles einmal gesehen und können unser Gesamtbild weiter abrunden.


>>> Detailansicht hier klicken <<<

Unser erster Blick des Morgens gilt demnach unserer Campsite, wir schauen uns mal den Bakkie genauer an, muss auf jeden Fall ordentlich geputzt werden... und ein paar Vögel springen schon durch's Geäst oder beäugen unser Frühstücksmüsli sehr genau.



Arrow-marked Babbler | Weißstrichel-Drosselhäherling


White-crested Helmetshrike | Weißschopf-Brillenwürger


Yellow-billed Hornbill | Gelbschnabeltoko



Auf dem Weg in Richtung der Blackpools ist in erster Linie die Vogelwelt schon wach. Überall finden sich schöne Motive, für den, der Willens ist auch Federvieh als Teil der Safarisichtungen einzubauen. Nur einmal rennen und springen plötzlich Impalas neben dem Auto her. Wir bleiben natürlich stehen und halten nach möglichen Verfolgern Ausschau, aber kurz danach geht ganz gemütlich eine andere Herde Impalas des Weges, völlig unbeeindruckt. Hier kommt wohl nichts mehr.



White-browed Sparrow-Weaver | Mahaliweber


Fork-tailed Drongo | Trauerdrongo


Gut ausgeschildert ist die Strecke, wir kommen am Abzweig vorbei und biegen rechts ab zu den Pools. Es geht weiterhin durch Buschland und vorbei an noch mehr gefiederten Gesellen, die trillernd den Morgen begrüßen.

Yellow-billed Hornbill | Gelbschnabeltoko


Burchells Sandgrouse | Fleckenflughuhn


Der nächste Abzweig und ihr ahnt es schon... 🤪



Scaly-feathered Finch | Snurrb


Crowned-Lapwing | Kronenkiebitz


An der ersten Gabelung fahren wir den Pitsi Drive, eine sehr gute Entscheidung. Die Landschaft öffnet sich und wir sehen eine ganze Ansammlung an Elefantenherden über die weite Graslandschaft ziehen. Das ist natürlich für uns ein wunderschönes Bild. 😁



Das Reisetagebuch wird gezückt und die Zählung beginnt. Aber PUUHHHHH, das ist echt nicht ganz einfach. Man steht weit weg, es gibt immer auch Gruppen von Büschen, die die Sicht versperren... nachdem wir beide zweimal durchgezählt haben, können wir uns weiterhin nicht einigen. 😄

Man muss das schon gewissenhaft und ordentlich ausführen, da sind wir uns einig, also schnappe ich mir die lange Linse und Mara das Fernglas und dann gehen wir von rechts nach links genau alles ab, damit wir eine verlässlichere Zahl bestimmen können.

Ich zähle so durch und murmel in Kopf mit. "10 - 20 - 30 --- 36-37-38... HÄÄÄHHHH???!" 🤨


Ich schaue noch mal genau hin und setze grade an, mit...

"Mara, ich glaube..."

"... da sind Nashörner mitten in der Herde!!!!!" beendet sie den Satz. 🤩



WOW, was für ein irres Glück. Damit haben wir so gar nicht gerechnet und dann auch noch eine Mutter mit ihrem Kalb und friedlich grasend inmitten der Elefanten. Was geht denn hier ab? 🤩

Aber Moment mal, ist das eigentlich wirklich so ganz richtig?, schauen wir uns den obigen Satz mal genau an. Eine Phrase stimmt nicht so ganz: Damit haben wir so gar nicht gerechnet...

Ich spule mal gedanklich zurück in den Moremi. Wir haben gerade unsere Leopardensichtung beendet und fahren vom Baum aus raus auf die Grasfläche. Dort sehen wir einen einzelnen Büffel. Wir sagen uns, dass wir damit jetzt 3 von 5 der Big5 voll haben und Martin ja unbedingt Löwen finden will, also klappt das bestimmt noch. Nashörner aber wohl eher nicht.

Da sage ich zu Mara: "Wenn wir Nashörner sehen, dann haben wir in den Blackpools wohl die besten Chancen, als wir 2018 welche aus dem Flieger gesehen haben müsste das auch die Gegend bei den Blackpools gewesen sein." 😛

Klugscheißer-Modus aktiviert, aber wirklich damit gerechnet und bis zu diesem Augenblick dran gedacht haben wir natürlich nicht wirklich. Es ist auf jeden Fall eine tolle Sichtung und so haben wir nach 2018 doch tatsächlich auch wieder die Big5 vollgemacht. 😁







Damit ist natürlich das Highlight des Tages schon durch. Wir fahren eine südliche Runde, erwarten mehr Wasser, aber fahren durch eine rumpelige, trockene Piste, ein paar Tümpel hat es, aber alles in allem ist es hier eher karg. Den Bogen nutzen wir aus, um danach zur Mokutshomo Picnic Site zu fahren und dort eine kleine Pause einzulegen.

Diese Giraffe war noch klasse... wer keine Arme hat und die Beine zu weit weg vom Kopf sind, der sucht sich andere Möglichkeiten um das juckende Ohr zu kratzen. 😄


Red-faced Mousebird | Brillenmausvogel






Am Picknickplatz angekommen ist da allerdings eher nicht dran zu denken, eine längere Pause einzulegen. Die letzten Jahre sind der Location eher schlecht bekommen, alles ist kaputt, der Ausblick über die Tsessebe Alley an der er liegt allerdings sehr schön.







Double-banded Sandgrouse | Nachtflughuhn


Alles kaputt...


... aber schöner Blick 😉





Da suchen wir uns lieber eine andere Pausenstelle und fahren wieder den Pitsi Drive zurück, sehen noch mal die Nashörner, die sich jetzt tief im Busch in den Schatten gelegt haben und fahren den oberen Bogen an der Ebene vorbei über den Motowana Drive.

Swallow-tailed Bee-eater | Schwalbenschwanzspint





Lilac-breasted Roller | Gabelracke


Während wir hier unterwegs sind fallen Mara die Augen zu. Oha! 😮 , jetzt heißt es Aufgepasst!! Die Erfahrung zeigt, dass sie mit ausgeruhten Augen ein echter Katzenfinder ist. Also fahre ich so vorsichtig wie es geht weiter und versuche sie nicht zu wecken. Soviel vorweg... das es kein unnötiger Cliffhanger wird hier, heute bestätigt sich die Regel nicht. 😛 😄

Ich steuere die Motsaudi Alley an und auch hier war ganz offensichtlich seit Monaten keiner mehr. Nirgends ist auch nur ein abgeknickter Ast am Rand der Fahrspur zu sehen, es geht durch hohes Gras und durch dichte Büsche.

Red-billed Quelea | Blutschnabelweber





Red-billed Quelea | Blutschnabelweber



Toll ist, dass bei den Blackpools im der tinkers Karte überall die Namen der Dives und Alleys stehen, so kann ich anhand unserer Zählungseinträge ganz genau nachvollziehen, wo wir hergefahren sind. 😄

Es geht also weiter über den Morangwa River Loop. Entlang des Mogogelo Drives, dort machen wir zwischendurch eine Pause an den Hippo Pools und dann noch eine Runde über die Unyati Road.

Am Loop treffen wir eine Filmcrew. Sie filmen aber nicht für ein spezielles Projekt, sondern sammeln einfach generell Material, dass sie für verschiedene Produktionen nutzen können. Etwas spannendes haben sie heute noch nicht gesehen, wir geben ihnen den Tipp es am Pitsi Drive zu versuchen, was dankbar angenommen wird. Den Versuch ist es wert.







In der Perspektive wirkt dieser Baum doch gigantisch und alles andere winzig, oder?! 🙄



Wir umrunden den Mogogelo Hippo Pool etwas abenteuerlich mitten durch das hohe Gras direkt am Ufer entlang. Der Weg ist extrem zugewachsen, aber noch erkennbar und dem Namen gerecht werdend tummeln sich locker zwei Dutzend Hippos im See und Wasservögel landen in Schwärmen und heben wieder ab. Hier gefällt es uns sehr gut, wir wenden und stellen uns an eine Stelle mit guten Überblick, holen unseren Pausensnack raus und genießen das bunte Treiben. 🙂



Enten 😗


Spur-winged Goose | Sporngans


Black-winged Stilt | Stelzenläufer




Von hier aus fahren wir langsam raus aus den Blackpools, sehr schön war es, sicher nicht unser Lieblingsgebiet, aber mit den Nashörnern hat es sich natürlich mehr als gelohnt und wir hätten nie mit so vielen Elefantensichtungen gerechnet. Entlang der Unyati Road und auf dem Weg in Richtung der Xini-Lagoon treffen wir auch noch mehr unserer grauen Freunde. 🙂






Lilac-breasted Roller | Gabelracke







Nix besonderes das nächste Bild, aber es gibt so Fotos, da freut man sich dann doch einen Ast, wenn man sie hat. Unterwegs waren immer wieder Fuchsmangusten unterwegs, aber mir wollte einfach kein Bild gelingen. Dann endlich habe ich mal eine erwischt... mehr braucht es doch gar nicht um glücklich zu sein. 😄

Yellow Mongoose | Fuchsmanguste







Eigentlich ist es schon etwas spät, aber jetzt wollen wir dennoch hoch zu den Xini Lagoons, die wir auf dem Weg hoch nach Thirdbridge nur angekratzt haben. Genug Zeit ist jetzt schon noch, aber um die Lagune komplett abzufahren, dafür reicht es eigentlich nicht und das schaffen wir auch nicht wirklich. Was wir sehen sind unglaublich viele Elefanten. Quasi an jeder Ecke stehen sie auf den Wegen, viele kleine oder auch größere Herden sind unterwegs. Das Licht wird zum Ende hin immer schöner und am knuddeligsten sind zwei ganz kleine Elefanten, die mit hoch erhobenen Rüsseln und aufgeschlagenen Ohren ihre Kräfte messen, ganz wie die Großen. 😊

Davon habe ich nicht ein Bild, aber im Video haben wir die beiden festgehalten. 🙂

Deswegen gibt es jetzt die Xini Lagoon als Bilderflut und die Endabrechnung der Elefanten ganz zum Schluss... aber keine Sorge, nur ein paar Beispielbilder für Elis, ihr müsst jetzt nicht durch dutzende Eli-Bilder scrollen. (aber auch nur weil die meistens wenig hübsch gegen die sinkende Sonne standen...) 😗



Saddle-billed Stork | Sattelstorch






Tsessebe - Leierantilope


Kori Bustard | Riesentreppe




Blue Waxbill | Angola-Schmetterlingsfink


Red-billed Hornbill | Rotschnabeltoko








Tja... haben wir gedacht wir hätten heute viele Elefanten in den Blackpools gesehen... haben wir, aber mit weiteren 170 in den Xini Lagoons verdoppeln wir diese Zahl sogar noch. Wahnsinn, was ein ergiebiger Tag heute. Das treibt unsere Zählung ja doch noch unerwartet hoch und zumindest noch in Richtung der 2018er Zahlen. Hätten wir nicht mit gerechnet. 🙂


Um 17:50h sind wir zurück im Camp und waren wirklich den ganzen Tag lang unterwegs. Wir richten schnell unser Camp ein und haben wieder die #10. Es sind heute 4 Plätze belegt, unter anderem mit dem Dummschwätzer aus Xakanaxa, da versuchen wir uns einfach mal geschickt aus deren Sichtfeld zu halten. Also schnell unter die Dusche, noch eben ein Bild von der Elefantenherde am Camp machen und die Tageszählung final abschließen... 😉

Es gibt heute die letzten Kudusteaks aus Maun mit Tomaten, Gurken und Feta Salat... den letzten Rest unserer Nudeln von gestern und Schluck Wein gepaart mit einem sehr zufriedenen Lächeln auf dem Gesicht.






Fazit Southgate
Wir haben oft gelesen, dass es hier nicht schön ist und ich kann auch verstehen warum. Der Großteil der Plätze liegt offen verteilt rund um die Ablutions, man sieht die nahen Häuser der Parkmitarbeiter, das ist nicht sonderlich idyllisches. Aber wenn man die höheren Nummern bekommt, also #8, #9 oder unsere #10, dann hat man durchaus schöne Plätze die etwas separat liegen. Die #8 unter dem großen Baum ist dabei wohl am besten. Kein Favourit der Platz, leider keine direkt dran gelegenen Gamedrive Möglichkeiten, daher 3 von 5 Sternen.


Unsere aktuelle Zählung beläuft sich nach diesem Tag auf:



Morgen geht es zu unserem persönlichen "Da haben wir uns mal was gegönnt"-Highlight der Reise. Unserem privaten Elefantenhaus!!! 🤩


Sala Sentle,
Robin & Mara
Teil 4028. Aug. 2022
In Ton und Bild durch die Blackpools und die Xini Lagoon

Gestern habe ich ja noch das Video vergessen... 😮

>>> ein Klick auf's Bild führt zum Video <<<


Sala Sentle,
Robin & Mara
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