🙂 🙂 🙂 Wer den Bericht ohne Kommentare lesen möchte, klickt einfach 🙂 🙂 🙂 🙂 🙂 🙂 auf die Sonne oben rechts neben dem Titel! 🙂 🙂 🙂 --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- 6. September 2021
Nachdem Simone (tigris) bereits heute früh auf der Rückfahrt vom Frankfurter Flughafen, als ich im Auto auf dem Smartphone tippend auf der Rückbank saß, vermutete, dass ich schon mit dem Reisebericht begonnen hätte 😗 , will ich mal besser keine weiteren lästernden Rückfragen diesbezüglich abwarten, sondern bediene gerne das entsprechende Klischee 🤪 .
Allerdings wird es heute natürlich nur einen kleinen Einstieg geben und ich setze auch gleich eine Warnung an den Anfang: es gab bei unserer Reise keine Probleme oder gar Katastrophen, keine schlechte Stimmung, keine Enttäuschungen - nix dergleichen! Wer also Tratsch und Klatsch erhofft, sollte besser nicht weiterlesen 😛 . Dieser Bericht wird hauptsächlich aus sehr vielen Bilder von ebenso vielen Tieren Botswanas bestehen - über diese betreute Art des Reisens habe ich ja schon viel geschrieben! Allerdings gab es durchaus Besonderheiten bei dieser Tour, aber dazu später mehr!
Hier ein Foto von unserer ersten Station am Boteti (Zebra geht immer 😉 )
und hier die Route:
17. August 2021: Anreise mit LH und Airlink von Frankfurt über Johannesburg nach Maun (Ankunft 18. August 2021) 18. August 2021: Boteti River Camp, feste Unterkünfte 19. August 2021: Boteti River Camp, Campsite 20. August 2021: CKGR, HATAB DEC03 (Letiahau) 21. August 2021: CKGR, HATAB DEC03 (Letiahau) 22. August 2021: CKGR, HATAB DEC03 (Letiahau) 23. August 2021: Maun /Mochaba Crossing 24. August 2021: Moremi HATAB MGR06 25. August 2021: Moremi HATAB MGR06 26. August 2021: Khwai Magotho MAG07 27. August 2021: Khwai Magotho MAG07 28. August 2021: Khwai Magotho MAG07 29. August 2021: Khwai Guesthouse 30. August 2021: Savuti HATAB CNP24 31. August 2021: Savuti HATAB CNP24 01. September 2021: Chobe Riverfront HATAB CNP 02 02. September 2021: Chobe Riverfront HATAB CNP 02 03. September 2021: Kasane Chobe River Cottages 04. September 2021: Kasane Chobe River Cottages 05. September 2021: Rückflug von Kasane über Johannesburg 06. September 2021: Ankunft in Frankfurt
Wie es zu dieser Reise kam, wann wir mit der Planung begonnen haben und welche Hindernisse wir überwinden und welche Höhen und Tiefen wir durchschreiten mussten, bis es wirklich zu dieser Reise kam - das erfahrt Ihr dann im nächsten Kapitel....!
Achja, und natürlich auch, wer denn (außer Simone) überhaupt die 8 Leutchen sind, die in diesem Bericht zusammen im Spezial-Landcruiser durch das wunderschöne Botswana holpern und rumpeln werden 😎 !
Liebe Grüße von Bele
P.S. Weil einige gefragt haben: die Fotos sind mit der Sony RX10 IV gemacht (eine Bridgekamera).
Teil 208. Sept. 2021
Die (sehr lange 😵 ) Geschichte unserer Reise:
2018 war ich mit meiner guten Freundin und Kollegin Renate (Rennade im Forum) auf einer tollen Bushways-Tour in Botswana. Kurz nach unserer Rückkehr waren wir uns einig: das war nicht das letzte Mal 🙂 ! Passend dazu hatte ich seit längerer Zeit die Idee, bzw. den Wunsch im Kopf, so eine Tour nur mit Leuten zu fahren, die man schon kennt, und die außerdem zeitlich etwas entzerrt ist. Die Touren aus dem Programm von Bushways sind schön, aber eher dafür da, um das Land in flottem Tempo kennen zu lernen.
Dass man eine solche Reise nach Absprache mit Bushways tatsächlich als private Gruppe buchen kann, wusste ich – und so mussten nur noch die passenden Leute gefunden und die Tour geplant werden. Schnell war klar, dass außer Renate auch Matthias (fotomatte) für den eulenmuckelfreien Reisesommer 2020 Interesse an einer solchen Tour hat. Simone (tigris) war ebenfalls – zumindest meiner Erinnerung nach – ganz schnell dabei. Na, das war doch schon eine gute Basis! Auch Petra, eine Kollegin von Renate und mir, sowie ihr Mann Hans zeigten Interesse, als das Thema mal im Lehrerzimmer aufkam. Die Beiden waren kurz zuvor in Südafrika gewesen, und Ihr wisst ja, wie das mit diesem Virus ist (nein, ich spreche nicht von C. 😎 ).
Also nahm ich schon im Oktober 2018 Kontakt mit Heiko Genzmer, dem Mitinhaber von Bushways auf, denn mir war klar, dass man für 2020 schnell aktiv werden muss. Die HATAB-Campsites werden zwei Jahre im Voraus vergeben, also waren wir schon spät dran. Heiko (Südafrikaner, mit einer Deutschen aus dem Schwabenländle verheiratet) und ich sind seit 2014 in Kontakt und als ich ihn fragte, mit wem ich eine solche Tour am besten bespreche, meinte er: "Mit mir!"
Die Planung (in einem Mischmasch aus Deutsch, Englisch und Schwäbisch) zusammen mit ihm war nicht nur sehr effektiv, sondern auch total witzig, denn Heiko hat einen herrlichen Humor 😄 . Schnell stellte sich heraus, dass so eine Tour eigentlich nicht teurer ist als eine aus dem Katalog, sofern man überhaupt einen direkten Vergleich anstellen kann. Nach Rücksprache mit den anderen wurden auch ein paar feste Unterkünfte eingeplant, da sich einige der-Neulinge nicht sicher waren, ob sie das Campen die ganze Zeit über aushalten. Inzwischen waren nämlich auch noch Evi sowie Beate mit ihrem Mann Eberhard zu der Gruppe dazugestoßen, alles totale Afrikaneulinge. Die Frauen sind Volleyballkolleginnen und langjährige Freundinnen von meiner Kollegin Petra. Somit waren wir also schon 9 interessierte Leute und der Preis von Bushways wurde damit mehr als akzeptabel.
Ziemlich schnell haben wir einen Knopf dran gemacht, diese Tour gebucht und 25% des Reisepreises angezahlt. Im Gegensatz zur dann tatsächlich stattgefundenen Reise war die alte einen Tag kürzer (nur eine Nacht Savuti). In Kasane hatten wir nur außerdem ganz ursprünglich nur eine Nacht, über Bushways in der Chobe Safari Lodge gebucht. Bei der genaueren Besprechung stellte sich dann heraus, dass einige in der Gruppe doch gerne an die Victoria Falls fahren würden und wir daher einen Tag mehr in Kasane benötigen. In der Chobe Safari Lodge war nichts mehr frei, die anderen Angebote von Bushways haben uns nicht gefallen, und so haben wir die CSL gecancelt und auf eigene Faust zwei Nächte in den Chobe River Cottages gebucht.
Im Juli 2019 gab es dann das erste gemeinsame Treffen der damals aktuellen „Reisegruppe“ bei mir zuhause, und zwar am Sonntag nach dem Büsnautreffen. Dort haben sich die beiden „Gruppierungen“ ohne gemeinsame Schnittmenge zum ersten Mal kennengelernt und man hat sofort gemerkt, dass die Chemie stimmt! Für uns 9 habe ich dann direkt bei SAA in Frankfurt Flüge gebucht.
Da wir eigentlich mit 10 Teilnehmern kalkuliert hatten, waren wir noch auf der Suche nach einem oder einer Freiwilligen – und die fanden wir dann in Form von Elke (fiedlix) aus dem Forum. Matthias, Simone und ich kennen Elke ja schon von diversen Büsnautreffen, und die anderen waren sich sicher, dass das schon passt, wenn wir drei dieser Meinung sind – und zack war Elke Nummer 10 in unserer Truppe! Schnell buchte sie noch Flüge von München und ein Cottage in Kasane dazu.
Und nun konnte es eigentlich losgehen – wir musste nur noch bis August 2020 warten! 🙂
Dachten wir….. 😗 😈 ............ !!!
Als noch keiner wusste, wer oder was Covid19 ist, fing es bei SAA kräftig an zu kriseln. Trotzdem gab es noch einen Wechsel des Flugzeugtyps, also mussten auch alle Sitzplätze wieder umgebucht werden. Dann kam die Trennung von Airlink, und plötzlich war unser Anschlussflug verschwunden. Weder bei SAA noch bei Airlink bekamen wir Auskunft darüber, wie wir an unser Geld für diesen einen Flug kommen oder wie wir ihn direkt auf Airlink umbuchen können.
Irgendwann im Frühjahr 2020 wurde uns klar, dass Corona unser Leben komplett auf den Kopf stellen würde und wir uns auch gedanklich darauf vorbereiten müssen, dass unsere Reise wohl nicht stattfinden wird. Parallel zur Corona-Krise wurde es auch immer finsterer um SAA und schlussendlich waren wir beinahe froh, dass sowieso alles storniert wurde oder werden musste.
Die Anzahlungen bei Bushways und bei den Chobe River Cottages ließen wir stehen. Es war zwar völlig unklar, wann die Reise tatsächlich stattfinden würde, zumal Matthias und ich für 2021 bereits wieder eine Tour mit den Eulenmuckels geplant und sogar den Wagen dafür schon gebucht hatten. Aber es war uns sofort klar, dass wir es irgendwann versuchen und daher das Geld nicht zurückhaben wollen.
Von SAA hätten wir unser Geld aber gerne zurückbekommen, nur war das nicht so einfach, was uns viele Nerven gekostet hat. Wie schon in dem SAA-Thread geschrieben, hat es dann aber schlussendlich im Dezember 2020 per Anwalt geklappt.
Mit Ruth und Uwe waren Matthias und ich übereingekommen, dass wir unsere jeweiligen 2020er-Touren und somit auch unsere 2021er-Tour um ein Jahr verschieben, so dass ich bereits im Herbst 2020 mit Heiko begann, die ursprünglich geplante Tour für 2021 wieder neu aufzusetzen. Ein paar kleine Änderungen gab es wegen der Verfügbarkeit, aber schlussendlich gefiel mir die Runde sogar besser!
Nachdem wir im Dezember unser Geld von SAA bekommen hatten und die Daten der Bushwaystour feststanden, buchten wir für 7 von uns sofort die neuen Flüge, dieses Mal über ein Reisebüro hier bei mir. Swiss hatte eine tolle Verbindung ab Stuttgart im Angebot, in Kooperation mit Airlink, das Ganze unter 1000 Euro, was in den Sommerferien für so einen Gabelflug ein guter Preis ist.
Leider hatten sich bei Eberhard, dem Mann von Beate, inzwischen gesundheitliche Probleme ergeben, so dass sie für 2021 nicht zusagen konnten. Da wir uns aber alle nicht sicher waren, was tatsächlich in 2021 sein würde und ob Eberhard bis dahin nicht wieder fit wäre, haben wir nicht weiter nach neuen Mitreisenden gesucht. Elke buchte wieder selber ab München.
Im Frühjahr 2021 waren wir eigentlich alle einigermaßen zuversichtlich, dass unsere Reise stattfinden würde, wir wurden nach und nach geimpft und alles schien sich ein bisschen zu normalisieren – bis diverse Varianten des Virus immer bedrohlicher wurden 🙁 . In diesem Zusammenhang wurde Botswana zum Virusvariantengebiet erklärt. Zunächst beunruhigte uns das noch nicht so sehr, weil sich immer wieder so viele Veränderungen ergaben und man überhaupt nicht abschätzen konnte, wie es im August sein würde.
Je näher unsere Abreise rückte, desto besorgter wurden wir aber, denn Botswana war auf der VV-Liste festzementiert und eine zweiwöchige Quarantäne könnte ja durchaus für den einen oder die andere ein Problem bedeuten. Bei Petra, Renate, Evi (wenn auch nicht verbeamtet und an einer anderen Schule) und mir wäre die zweite Quarantänewoche in die erste Schulwoche gefallen, bei Simone und Elke wären beide Wochen ein Problem geworden, Matthias hätte auch keinen Spaß und nicht wirklich Zeit bei der Sache gehabt, nur Hans als Rentner wäre fein raus gewesen Im Juni suchten dann Renate, Petra und ich das Gespräch mit unserer Schulleitung. Diese musste uns mitteilen, dass für die verbeamteten Lehrerinnen (Petra und Renate) ein Dienstvergehen vorliegen würden, wenn sie wissentlich ihren Unterricht nicht antreten könnten. Ich dagegen könne meine Stunden vor- und nacharbeiten.
Diese Besprechung im Musiksaal gehört zu meinen schlimmsten Erinnerungen der ganzen Planungszeit 😵 ! Denn eigentlich hatten wir gehofft, dass ein Auge zugedrückt wird, zumal wir schon für Vertretungen gesorgt hatten und auch Onlineunterricht eine Alternative gewesen wäre (aus unserer wohl recht naiven Sicht 😐 ). Evi, wie gesagt auch im Schuldienst, hatte ich gedanklich dann schon gestrichen. Parallel dazu musste Elke passen, denn eine Änderung ihres Dienstplanes wäre nicht möglich gewesen.
Simone, die sich in den Kopf gesetzt hatte, nach Botswana zu reisen, komme was wolle, bastelte sich ein Modell zurecht, mit dem sie ihre Vorgesetzten überzeugen wollte und war sich sicher, dass dies klappt. Matthias ist sein eigener Chef und hat sich selber freigegeben, und ich startete gleich mit dem Vorarbeiten meiner Stunden und war somit gedanklich auch am Start!
Plötzlich standen wir also (nur) noch zu dritt da. Matthias, Simone und ich....
Jetzt galt es, mal wieder Kontakt zu Bushways aufzunehmen, um zu klären, bis wann wir uns entscheiden müssen und was eine Tour zu dritt denn kosten würde. Denn irgendwie waren wir uns einig: wir lassen uns diese Reise nicht nehmen, aber würden wir die Reise mit so wenig Leuten auch zahlen können?
Also schrieb ich Heiko an, dass wir nur noch sehr wenige sind, die reisen können (was ihm ja auch klar war, er verfolgte die ganzen Entwicklungen natürlich auch), und mit wie vielen Leuten wir denn ernsthaft über die Tour nachdenken könnten. Seine erste Reaktion: "Hey Mabele, I suppose the main question will be how few is few 😉 , less than 4 pax wont make sense, our surcharge will be so high it will be cheaper to do a lodge tour. If you could keep the group to a minimum of 4 we can make a plan. your trip will DEFINITELY run if you guys can make it here. the main thing for us at the moment is keeping our team busy and giving them the opportunity to keep their skills and earn some money to take home, so while the "money man" in me wishes there WAS a "better tour", ...... the "father and business man" in me just wants to give my team a reason to live."
Ich wollte dann mal Zahlen hören, aber leider bekam ich zunächst keine Reaktion. Auf meine Nachfrage, ob er denn immer noch keine Berechnung gemacht hätte, kam dann diese Heiko-typische Antwort 🤪 :
>>>Hi , Ja hab ich, ich habe auch für 3 personen ein costing gemacht und war zu erschreckt es dir zu schicken 😕 <<<
Schlussendlich hat er mir dann aber doch die Kosten für 3 und für 4 Personen zukommen lassen mit folgender Einleitung 😄 :
>>>so….. mein Liebe Mabele erst mal hinsetzen und ein glas Wasser trinken, dan zahlen lesen 😉 und ruhig atmen…. das überlebst du schon langsam einatmen……. und …… aus……<<<
Auch wenn es ein riesiger Unterschied zwischen 3 und 4 Personen war, waren wir uns schnell einig: auch wenn wir nur zu dritt sein würden, wir werden die Tour irgendwie bezahlen! Eine Lodgetour kam für uns nicht in Frage, auch wenn Heiko uns dafür schon einen groben Plan geschickt hatte. Und plötzlich kam der Anruf von Evi: sie kann auch mit! Juhu 🤪 . Aber zu früh gefreut: ein paar Tage später begannen die Vorgesetzten von Simone rumzuzicken, sie soll plötzlich unbezahlten Urlaub nehmen, statt Homeoffice machen zu dürfen, was natürlich finanziell ein Loch in ihre Kasse reißen würde.
Aber sie bleibt stur: die Vier Unbeirrbaren werden reisen, koste es , was es wolle!
Parallel zu der Virusvariantengebietentwicklung hatte sich noch ein ganz anderes Problem aufgetan. Plötzlich waren nämlich unsere Swissflüge verschwunden, als ich zufällig mal in unsere Buchung geschaut hatte 🤩 . Leider hatte das Reisebüro übersehen, dass es eine Flugstreichung oder Änderung gab, und hatte nicht fristgerecht auf die Mail von Swiss reagiert. Nach einigen Telefonaten war dann aber geklärt, dass wir auf LH umbuchen oder stornieren können (einen kleinen Teil der Stornokosten musste das Reisebüro tragen) – ohne jeglichen finanziellen Nachteil.
Diese Sache mit Swiss war schlussendlich Glück im Unglück, denn so konnten Renate, Petra und Hans sogar kostenfrei stornieren, was ohne die Flugänderung nicht möglich gewesen wäre, nur Verschieben wäre eine Option gewesen.
Matthias, Simone, Evi und ich buchten auf LH ab FFM um. Allerdings zeichnete sich irgendwann mal wieder ein Streik bei der Bahn in den Ferien ab, so dass wir gleich noch einen Parkplatz am Terminal dazu nahmen.
Mitte/Ende Juli wurde dann in den Medien berichtet, dass Geimpfte nicht in Quarantäne müssten, wenn sie nachweisen könnten, dass ihre Impfung gegen die jeweilige Variante im Reisegebiet wirkt. Bei dieser schwammigen Aussage blieb es zunächst und niemand konnte so recht etwas damit anfangen. Allerdings ließ mich Petra wissen, dass sie und Hans noch keine andere Reise gebucht hätten und gegebenenfalls bereit wären, doch wieder aufzuspringen, falls die Quarantäne gekippt werden würde. Auch Elke deutete so etwas an. Selbst Beate fing an zu grübeln, ob sie nicht doch, wenn auch ohne ihren Mann, dem es zwar besser, aber nicht vollständig gut ging, mitreisen sollte. Lediglich Renate machte eine klare Aussage: sie hatte inzwischen eine andere Reise gebucht und wollte sich auch nicht dem Stress aussetzen, eventuell dann unterwegs in Botswana zu erfahren, dass es doch wieder strengere Bestimmungen gäbe. Dass ausgerechnet Renate komplett absagen musste, mit der ich ja ursprünglich die Idee zu dieser Tour hatte, die sich so sehr auf diese Reise gefreut hatte und mit der ich immer total gerne unterwegs bin – das hat mir meine Freude, dass wir nun doch vielleicht unbeschwert reisen können, komplett vermiest 🙁 . Für mich hat sich das (bis heute) völlig falsch angefühlt.
Tja, und dann kam, einen Tag nach Schulferienbeginn, dieser ominöse Freitag, der 30. Juli! Bereits am Vormittag konnte man online in diversen Pressemitteilungen lesen, dass nicht etwa endlich eine Liste über wirksame Impfungen mit Hinweisen auf die entsprechenden Reiseländer vorliegt, sondern dass Botswana komplett von der Liste der Virusvariantengebiete gestrichen wird 🤩 . Auch wenn wir diese heimliche Hoffnung hatten: daran geglaubt hatte niemand von uns. Plötzlich standen wir also vor einer ganz anderen Situation, die Telefone, bzw. Chatportale zwischen uns liefen heiß, klar war aber: alle, also Hans, Petra und Elke warten ab, bis das RKI diese Info auf seiner Seite veröffentlicht hat. Parallel blockte mein Reisebüro aber schon mal Flüge für die beiden. Einige von euch wissen vielleicht noch, dass ausgerechnet an diesem Freitag nicht mittags, sondern erst recht spät abends die RKI-Seite aktualisiert wurde. Inzwischen wurde dann auch klar, dass – für mich und ich denke, für alle anderen auch, völlig überraschend Beate doch mitkommen möchte, also hieß es schnell noch einen Flug blockieren. Leider fehlte ihre Kreditkartennummer für die Flugbuchung, denn sie war an diesem Wochenende unterwegs. So schickte sie nachts noch ihren Bruder in ihre Wohnung, der die Karte suchen und die Daten dann weiterleiteten musste. Elke beschloss dann auch, mit LH zu fliegen, damit wir schon ab Frankfurt gemeinsam reisen (bisher hatte sie immer BA gebucht), sie nahm selber mit meiner Sachbearbeiterin im Reisebüro Kontakt auf. Diese beschloss dann (genervt wie schon oft vom RKI) , dass sie am Samstag, obwohl sie da eigentlich frei hatte, morgens noch schnell ins Büro kommt, um die Flüge fest zu machen, falls das RKI bis dahin Fakten geschaffen hätte.
So war es dann auch – und plötzlich hatte sich unsere Reisegruppe verdoppelt! Krass!!!
Wir waren alle völlig aus dem Häuschen. Beate schrieb am nächsten Morgen nach ihrem super spontanen Entschluss: „Was hab ich da eigentlich gemacht 😮 ???“ 😄
Heiko freute sich natürlich sehr, sowohl für uns als auch für seine Firma, schnell wurden noch die fehlenden festen Unterkünfte nachgeordert und die ganzen Kleinigkeiten wie mehr Zelte und Matratzen organsiert.
Auch mussten für die drei Neuen aus der Region (Hans, Petra, Beate) noch PCR-Test-Termine am Flughafen Stuttgart gebucht werden. Auf Grund der langen Reisedauer und der Pflicht, in Botswana einen Test, der nicht älter als 72 Stunden nach Abstrich ist, vorzuweisen, musste ich schon einiges an Rechen- und Recherchearbeit leisten und wir hatten uns dann für diese Variante entschieden. Auch hier gab es Stolpersteine – die Teststation, bei der wir ursprünglich reserviert hatten, machte im Juli plötzlich vorübergehend dicht – aber zum Glück gab es im anderen Terminal noch eine, die sogar inzwischen ein erweitertes Angebot hatte, so dass wir die alten Termine storniert und dort die 12-Stunden-Version gebucht haben. Ein zweiter Auto-Stellplatz musste auch noch in FFM organisiert werden – dann hatten wir aber soweit alles zusammen. Montags gab es dann gleich ein spontanes Treffen mit den „neuen Alten“, um viele Details zu klären, was Packen, das Campen im Busch usw. betrifft, denn wir hatten ja nur noch starke 2 Wochen bis zum Abflug.
Diese 2 Wochen verbrachte ich hauptsächlich damit, die Sturm- und Hagelschäden vom 23. Juni, als mein Haus und mein Auto von dem Unwetter voll getroffen wurden, weiter zu beseitigen (u.a. stand mein kompletter Keller unter Wasser und es musste jede Menge Zeug gesichtet und entsorgt werden) bzw. mit der Versicherung zu klären, was nicht gerade zu meiner Entspannung beitrug. Kurz vor der Abreise kam dann noch das Gerücht auf, dass unsere Unterkunft in Kasane pleite sei, schnell wurde schon mal von Bushways ein Angebot für eine Alternative gemacht, aber nach ein paar Stunden war klar, dass es sich um fake news, bzw. eine Namensverwechslung handelt. Ich musste diverse Katzen- und Haussitter*innen organisieren und lange Listen mit Anweisungen für sie schreiben, noch diverse Mitbringsel organisieren und – ach ja – Packen 😈 , die von mir so sehr gehasste Disziplin, stand ja auch noch auf dem Programm.
So kam es, dass Matthias am Sonntag (vor dem Abflug am Dienstag) ein ziemliches Nervenbündel vorfand, als er abends bei mir eintraf 🙄 😊 🤢 . Am nächsten Tag stand ja der PCR-Test an, und der Einfachheit halber hatten wir besprochen, dass er ihn zusammen mit uns am Stuttgarter Flughafen macht.
Da dieser Teil für mich schon zur Anreise zählt, werde ich davon aber erst im nächsten Kapitel erzählen.
Und damit es heute wenigstens ein Foto gibt, hier mal unsere „Reisegruppe“ fast am Ende der Tour, zusammen mit unseren beiden Begleitern von Bushways. Danke an Matthias 😘 – er hat das Bild mit Selbstauslöser gemacht, als wir gerade den Chobe NP verlassen haben!
Von links nach rechts: Matthias (fotomatte), Simone (tigris), KD (Camp Chef), meine Wenigkeit, Elke (fiedlix), Beate, Petra, Evi, Hans und Diteko (DT), unser Guide.
LG Bele
Teil 308. Sept. 2021
Now goes it loose - 16.08. , 17.08. und 18.08.2021
Montagfrüh, ich wache mit Halskratzen und 37,7°C erhöhter Temperatur auf 😣 . Perfekte Bedingungen für einen PCR-Test 😈 . Matthias und ich hatten zwar am Sonntagabend noch Selbsttests gemacht, aber was wissen die schon… 😕
Um 10 Uhr treffen wir uns am Stuttgarter Flughafen bei Ecocare – alles geht recht zügig und so sitzen wir dann ab nachmittags vor dem Laptop , wo die Mail mit dem Ergebnis ankommen soll. Das Warten ist die Hölle 🤢 . Ich bin mir sicher, dass ich positiv bin und male mir schon aus, wie ich die anderen am Dienstag zu ihrer Reise ohne mich verabschiede 🙁 . Auch Matthias ist alles andere als entspannt! Kurz vor 18 Uhr die Erlösung: Matthias und ich sind negativ, Evi folgt etwas später ebenfalls negativ. Beate ist die nächste, und dann beginnt das große Warten auf Petra und Hans. Um 21.39 Uhr, nach vielen Telefonaten bekommen sie endlich ihr Negativergebnis. Elke schreibt mir um kurz vor 6 Uhr am Dienstag, dass sie auch negativ ist. Nun fehlt noch Simone. Sie arbeitet bis 12 Uhr und will dort ihr PDF ausdrucken. Aber es kummd ned…. Dann die Erlösung um 12.22. Uhr, auch Nr.8 ist negativ. 🙂
Wir aus dem Schwabenländle machen uns mit 2 Autos dann am Nachmittag auf den Weg nach Frankfurt. Das klappt alles soweit gut, auch Simone ist schon da. Allerdings ist der Mann am LH-Check-In-Schalter etwas überfordert. Wohin fliegen wir? Nach Botswana? Über Südafrika? Dann müssen wir einen Gesundheitsfragebogen vorzeigen, sonst kann er uns nicht einchecken. Wir widersprechen – wenn überhaupt, dann müssen wir den erst im Flugzeug ausfüllen. Nein – doch – nein - doch - NEEEIIIN 😈 ! Wir haben gewonnen! Elke hat ein ähnliches Problem in München, die schicken sie sogar zu einem Bezahl-PC, wo sie das Papier ausfüllen und ausdrucken soll. Als sie dort ist, kommt eine Lautsprecherdurchsage und sie wird zurückbeordert: alles gut, sie braucht das nicht.
Man merkt, dass durch die ständig wechselnden Bestimmungen ein ziemliches Durcheinander herrscht – wer soll da auch noch durchblicken 🙄 ! Was aber durchgängig ist: das Testergebnis ist der Eintritt in die Reisewelt!
Ansonsten klappt alles gut, auch Elkes Zubringerflug macht sich pünktlich auf den Weg Wir kaufen sogar kräftig Gin und Wiskey im Duty Free ein. Zwar sind wir uns alles andere als sicher, ob wir diesen Alkohol in Botswana einführen dürfen (dort herrscht zu unserer Reisezeit Alkoholverkaufsverbot), und wir wollen natürlich auch keine Regeln brechen. Aber wir gehen einfach mal davon aus, dass der Zoll dort uns dann schon sagen wird, was Sache ist - und wenn es dumm läuft, ist der Alkohol eben weg. So what.... 😗
Der Flug nach Johannesburg ist unspektakulär, die Maschine ca. zu 75% ausgelastet (oder was meinen die anderen?). Einzig der Food-Designer des Lufthansa-Caterers hat wohl einen Clown gefrühstückt: es gibt morgens nach dem Aufwachen nicht etwa ein eingeschweißtes Brötchen mit Plastikbutter- und Käse – nein, vor uns liegt ein eiskalter Wrap gefüllt mit Gemüse und Zwiebeln, dazu ein kränklichbeiger Müsliriegel sowie ein BASF-Joghurt 🤢 . Zu allem Überfluss ist mein Wrap auch noch grün eingefärbt, so dass ich erstmal prüfe, ob dies Schimmel oder Kunst ist 😊 . Da aber alle Wraps so aussehen, gehe ich davon aus, dass dies Absicht ist. Welche Idee auch immer sich dahinter verbergen mag 😐 ! Im Flugzeug bekommen wir auch den ominösen Gesundheitsfragebogen und füllen ihn brav aus.
In Johannesburg müssen wir wie immer zuerst durch die Passkontrolle und bekommen einen Stempel. Dort will man auch unser Testergebnis sehen. Nächste Wartestelle ist der Transit-Check-In-Schalter von Airlink. In den guten alten Zeiten, als SAA und Airlink noch mehr oder weniger eins waren, bekam man schon in Frankfurt die Bordkarte für Maun. Nun muss man die sich dort abholen und natürlich wieder die Reiseeintrittskarte in Form des negativen Testergebnisses vorzeigen. Dies wird auch sehr sorgfältig geprüft, was ich durchaus vertrauenserweckend finde. Womit wir überhaupt nicht punkten können ist unser Gesundheitsfragebogen, den wir pflichtbewusst vorzeigen. Die Dame am Schalter winkt ab. Sie versteht nicht, warum diese Formulare immer wieder an die Transitpassagiere verteilt werden. Okay, dann eben Ablage P 😄 .
Im Transitbereich ist es lotterleer, trotzdem haben ein paar Läden und Lokale geöffnet. Der Kellner im Mugg&Bean strahlt, als wir zu acht bei ihm aufschlagen. Wir gönnen uns nach dem Nicht-Frühstück im Jumbojet ein Heißgetränk und Pommes. Bald geht es weiter mit Airlink, wo wir einen leckeren Snack serviert bekommen, wie immer hübsch verpackt. Na bitte, geht doch!
Als wir uns Maun nähern, kann man von oben erkennen, dass es recht viel Wasser gibt.
Tatsächlich ist der Thamalakane dieses Jahr durch den vielen Regen sehr voll, auch wenn keine wirkliche Flutwelle von Angola angekommen ist, und hat rund um Maun teilweise Flutebenen gebildet.
Die Immigration läuft unkomplizierter ab als erwartet. Wir werden sehr geordnet auf Stühlchen vor dem Flughafengebäude platziert und müssen dort einen Fragebogen ausfüllen und unser Testergebnis vorzeigen. Ein Schnelltest wird nicht durchgeführt, obwohl ich öfters davon gelesen habe und mir dies als die letzte Hürde erschienen ist in meinen Überlegungen, was alles schief gehen könnte.
Danach dürfen wir an den Schalter und den gewohnten Einreisezettel ausfüllen (mit blauem Durchschlag). Alles brav abgeben, einen Stempel in den Pass hauen lassen und das war’s dann auch schon.
Ups, nein 🤩 , nachdem wir das Gepäck abgeholt haben (juhu, alles angekommen!) müssen wir durch den Zoll. Das war früher nie ein Problem, aber jetzt scheinen die Damen und Herren etwas zu viel Zeit zu haben und sind sehr pingelig. Unser Alkohol interessiert sie überhaupt nicht! Aber der Apfel in Evis Rucksack fällt der Kontrolle zum Opfer und ich muss eine längere Diskussion sowie ein Extragespräch mit dem Healthofficer, der herbeigerufen wird, wegen meiner Masken über mich ergehen lassen. Bushways hatte mich gebeten, waschbare Masken, gerne auch gebraucht, die bei uns ja nicht mehr erlaubt sind, mitzubringen, da die ärmere Bevölkerung sich Einwegmasken nicht leisten kann und sehr an diesen Auswaschbaren interessiert ist, auch wenn sie weniger Schutz bieten. Besser so eine Maske als gar keine! Eine Sammlung im Bekanntenkreis hat dann ca. 10 kg Masken ergeben, sehr viele von den professionellen, meist noch nagelneuen fabrikgenähten Masken mit Beschichtung, auch für Kinder, aber eben auch selbstgenähte. Diese wurden argwöhnisch beäugt, was ich inzwischen auch verstehe, woran wir aber nicht gedacht hatten. Schließlich will sich Botswana ja keine Viren an unsauberen Masken einfangen.
Nachdem aber geklärt war, dass alle gewaschen und hygienisch sauber sind, durfte ich endlich auch raus zu den anderen, die sich bereits um den mir zuwinkenden Diteko geschart hatten 🙂 !
Und an diesem Punkt beginnt unsere Reise nun wirklich 🙂 😘 🤩 🤪 .
Alles wirkt plötzlich ganz leicht, uns sind bestimmt Tonnen von Steinen vom Herzen gefallen, als wir endlich im Landcruiser sitzen. Die Stimmung ist trotz Schlafmangel euphorisch: wir haben es geschafft. Wir sind in Botswana und alles wird gut!
Bushways hatte uns im Vorfeld angeboten, eine Einkaufsliste zu schicken, damit Softdrinks, Knabberzeugs und Peacefull Sleep schon vorab besorgt werden können und wir keine Zeit in Maun verlieren. Nicola, die Officemanagerin, mit der ich viele Details der Reise zum Schluss geklärt habe, war höchstpersönlich für uns einkaufen und so können wir mit gefüllten Fächern Maun ganz schnell hinter uns lassen. Noch haben wir eine lange Strecke bis Khumaga vor uns, aber wir genießen jeden Zentimeter davon. Matthias und ich grinsen uns immer wieder glückseligdämlich an, und auch den drei Volleyballmädels scheint die wilde Fahrt zu gefallen!
Zwischendurch fließen bei mir auch ein paar Tränchen, die Anspannung fällt langsam ab und ich beginne zu glauben, dass das alles wahr ist- zum Glück trage ich ja gerne eine Sonnenbrille, also kann ich getrost ein bisschen vor mich hinheulen und der Fahrtwind trocknet die Tränen auch ganz schnell wieder….
Im Boteti River Camp erwarten uns sehr hübsche Chalets und ein wunderbares Abendessen. Ein paar von uns erfrischen sich zuvor noch im Pool, andere genießen das Aussichtsdeck.
Der Boteti hat noch richtig schön Wasser und die Fähre ist in Betrieb.
Vor 20 Uhr müssen wir mit Essen fertig sein, denn zu unserer Reisezeit ist Ausgangssperre von 20 Uhr bis 5 Uhr und die Angestellten müssen von Mish, dem Manager, noch ins Dorf gefahren werden. Danach fallen wir auch ziemlich schnell in die gemütlichen Betten mit dem riesigen Moskitonetz – einfach herrlich!
Und morgen geht es dann so richtig los – ein wunderschöner Tag am Boteti liegt vor uns! (und ich muss endlich nicht mehr so viel schreiben - danke für eure Geduld beim Lesen 😘 !
Teil 409. Sept. 2021
regsal schrieb:Liebe Bele Ich bin voller Bewunderung, dass du bei diesen Schwierigkeiten und Umständen bei der Planung eurer Reise immer daran geglaubt hast, dass diese Reise machbar ist und nicht aufgegeben hast!! Diese Ungewissenheiten und das Warten muss eine richtige Qual gewesen sein.... Wir haben ja unsere geplante Reise an die Skeletoncoast von letztem Jahr auch verschoben und sind voller Zuversicht am 21.Oktober Richtung Namibia zu fliegen. Nach 5 Reisen als Lodgehopper dieses Mal das erste Mal mit Dachzelt.... 😉 Ich freue mich auf deine Erzählungen und sicher tolle Bilder!
Mit lieben Grüssen Regina
Liebe Regina,
schön zu hören, dass es bei euch auch bald losgeht, sofern nichts dazwischen kommt!
Ich nutze jetzt deinen Beitrag, um etwas Prinzipielles zu klären. Es wurde schon öfters geschrieben, dass es toll sei, dass ICH nie aufgegeben habe. Man muss dazu aber ganz klar sagen, dass es einfach DIE GANZE GRUPPE war (zunächst 10, dann später 8, mal nur 3, dann wieder 4 usw…) die nie aufgegeben hat! Es musste so viel in den zurückliegenden 2,5 Jahren besprochen, geklärt und dann entschieden werden, und das Tolle war: wir waren immer einer Meinung! Es ist ja gar nicht so einfach, mit 10 Leuten einen Konsens zu finden, und das teilweise auch noch unter Zeitdruck. Aber bei uns hat es einfach geflutscht, anders kann man es nicht bezeichnen. Wir waren zwar manchmal enttäuscht, aber es war auch immer auch eine Mischung aus gesundem Fatalismus und dennoch viel Optimismus dabei. Es wurde nie genörgelt oder gejammert - wir waren oder sind einfach eine coole Truppe 🙂 !
Dazu kam die Unterstützung von Heiko Genzmer von Bushways, für ihn war die Situation ja auch nicht leicht seit Corona, um es mal milde zu formulieren. Er hat mich und damit auch uns mit viel Humor, aber eben auch mit genauen und fairen Informationen jederzeit unterstützt, wenn wir eine Entscheidung treffen mussten. Da er oft zwischen D und BOT hin und herfliegt, konnte er mir auch immer sagen, wie der Ablauf beim Reisen ist und mir versichern, dass es machbar ist. Bis zuletzt wollte er keine Restzahlung, solange nicht klar war, ob wir tatsächlich anreisen können. Klar lief das auch auf Vertrauensbasis, weil wir uns inzwischen ein bisschen kennen, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand nicht mit ihm klarkommt!
Hier noch ein kleiner Ausschnitt aus unserer Kommunikation- das versteht man zwar vielleicht nur, wenn meinen Bericht von 2017 kennt, aber egal: Als er mir den Preis für die 3, bzw.4 Personen nannte, wollte ich nochmal wissen, ob dieser sich tatsächlich auf die zuletzt geplante Tour bezieht, nicht dass er inzwischen Campsites wieder abgegeben hat und wir z.B. in Zweizwei landen. Seine Antwort:
>>>yes, 9 nights Kaziikini, 9 nights Zwei zwei, no resupply, so baked beans for the last 5 days<<<
Oder als ich ihn gefragt habe, ob er uns einen Tipp für den PCR-Test in Kasane geben könne, auch wenn wir diesen Teil nicht über BW gebucht haben. Seine Antwort (zunächst):
>>>No chance, that would make me a nice guy<<<
So ging das eben die ganze Zeit 😄 und hat die Sache etwas lockerer erscheinen lassen als sie tatsächlich war.
Also nochmal: ich gebe die Bewunderung an meine Mitreisenden und an Heiko weiter…. 😘
Teil 509. Sept. 2021
19.08.2021 – Boteti River
Der Boteti spuckte mir seit 2013 immer wieder im Kopf rum. Damals war ich mit dem inzwischen leider verstorbenen/ermordeten Uli von Dombo Farm für ein paar Stunden dort und habe mich in die Gegend sofort verliebt.
Allerdings liegt der Boteti nicht oft an der Strecke und auch für diese Reise war er zunächst nur als Übernachtungsplatz auf dem Weg ins CKGR gedacht. Bei meiner allerersten Anfrage an Bushways, um mal die Preise zu sondieren, hatte ich nur 1 ÜN dort eingeplant, dafür 2 in Savuti. Wir hatten uns eine Obergrenze an Tagen=Kosten gesetzt, und irgendwo musste man zunächst Abstriche machen. Allerdings stand in Savuti nur 1 Nacht auf einer HATAB-Site zur Verfügung, also haben Heiko und ich über eine 2. Nacht am Boteti nachgedacht und schlussendlich fand ich die Idee perfekt.
Während der ganzen Zeit zwischen erster Planung und Abreise habe ich immer verfolgt, ob der Boteti denn nun Wasser hat oder nicht. 2020 hatte er richtig, richtig viel, dieses Jahr konnte ich nicht sooo viele Infos finden, aber es sah so aus, als ob wir noch Wasser vorfinden würden.
Wie schon geschrieben war es dann auch so 🙂 !
Nach einer sehr guten Nacht in dem bequemen Chalet stehen Matthias, Simone und ich (waren es wir drei? Ich auf jeden Fall….) schon um 6 Uhr auf der Aussichtsplattform und beobachten die afrikanische Dämmerung.
Danach finden wir uns pünktlich zu einem sehr ausgiebigen Frühstück unten am großen Tisch ein. Es gibt alles, was das Herz begehrt, Toast, Marmelade, Müsli, Pancakes, Eierspeisen usw…. Was für ein Kontrast zu dem giftgrünen Teil bei LH 🤢 .
Gut gestärkt stellen wir unser Gepäck bereit, das nachher aus den Chalets auf den Campingplatz gebracht wird und begeben uns zu unserem „Wohnzimmer“.
Ein Vögele (Groundscraper Trush/Akaziendrossel) ist um 7 Uhr im schlechten Licht auch schon unterwegs.
Schnell sind wir an der Fähre – Mish, der Manager des Boteti River Camps, ist – wenn ich das richtig verstanden habe – auch zuständig für die Organisation der Fähre.
Da stehen wir nun und warten, dass sie vom anderen Ufer die Fahrzeuge übersetzt. Wie man sieht, ist der Boteti wirklich noch recht tief.
Dann sind wir dran
und bald schon sind wir am Gate.
Ich hatte mich ja ganz vorsichtig auf den Boteti gefreuut und ein paar Zebras und Co. erhofft – aber was uns hier alleine an diesem Vormittag geboten wird, übertrifft alle meine Vorstellungen! Nein, Katzen haben wir keine gesehen, aber eine Fülle an Säugern und Vögeln. Diteko (DT) entdeckt jede Kleinigkeit und erklärt viel dazu.
Besonders beeindruckend war die Landschaft, die immer mit irgendwelchen Tieren dekoriert war. Ich schreibe jetzt nicht zu jedem Foto etwas, sondern lade sie mal einfach chronologisch hoch.
Dies hier ist allerdings gleich mal ein Highlight, wenn auch in schlechtem Light: Ein Milchuhukind mit einem Elternteil! Ist das nicht süß?
Weiter geht's mit dem Arche Noah-Feeling:
Dieses Zebra hatte den Anschluss an seine Herde verloren, die befand sich schon auf der anderen Uferseite und so macht es sich auf den Weg, wobei es ständig markerschüttern nach den anderen rief. So etwas hatte ich noch nie gehört – und leider habe ich nicht gefilmt und somit auch keinen Ton dazu! Es war allerdings so witzig, dass wir alle inklusive DT uns das Lachen nicht verkneifen konnten, obwohl wir eigentlich die Tiere immer respektieren und ernstnehmen….
Und noch eine Portion Arche Noah!
Viertel nach Zwölf stehen wir wieder am „Fähranleger“ und DT muss erstmal dem hinteren Auto mittels Überbrückungskabel beim Start helfen, nachdem es an Land gezogen worden war.
Danach setzen wir über und fahren zurück ins Boteti River Camp – hier beginnt nun unser Campingteil der Reise! Als wir auf unserer Campsite eintreffen, hat KD bereits alle Zelte aufgebaut und so können wir in Ruhe seinen leckeren Lunch und die Mittagspause genießen!
Teil 609. Sept. 2021
Immer noch 19. August 2021 – Boteti River Camp
Auch als Camper darf man die ganz Anlage nutzen und so genießen wir das wirklich sehr schöne Camp in vollen Zügen. Manche plantschen im Pool, andere duschen ausgiebig in den sehr netten Ablutions.
Leider habe ich kein Foto von unserer Campsite, aber sie ist sehr schön eingewachsen und richtig gemütlich. Trotzdem machen wir uns natürlich noch einmal auf den Weg in den Park, um 15.30 Uhr geht’s nochmal los zu einer etwas kürzeren Fahrt.
Dieses Mal haben wir viele nahe Tierbegegnungen (und natürlich das eine oder andere Vögele) und ab und zu kommen wir wegen der vielen Zebras nicht weiter:
Zum Schluss bieten uns die allgegenwärtigen und staubaufwirbelnden Zebras noch einen tollen Beinahe-Sonnenuntergang!
Was für ein Tag 🤩 – wir können gar nicht glauben, was wir alles gesehen haben, die Stimmung ist natürlich perfekt an diesem Abend und auch DT und KD, der uns unser erstes, sensationell leckeres Abendessen vom Campfire serviert, sind nur am Strahlen. Für sie ist es momentan auch keine Routine, mit Gästen unterwegs zu sein und sie freuen sich fast genau so über die Sichtungen wie wir. Noch nie haben ich DT, mit dem ich schon zweimal auf Tour war, so gelöst und fröhlich erlebt, es ist einfach nur schööööööön 🙂 😘 !
Gespannt auf die erste Nacht in unseren neuen "Unterkünften" krabbeln wir in unsere Zelte. Bushways hat es möglich gemacht, dass wir alle 2 Matten haben, obwohl so viele eigentlich nicht in die Hüllen, die auf dem Trailer befestigt werden, Platz haben. Aber DT und KD legen einfach ihre Matten oben in den Trailer hinein und schon passt es! Da wir nur 8 Gäste sind (12 können maximal mitfahren), hat es vermutlich noch etwas Platz im Inneren des Trailes! Auf jeden Fall sind wir froh, dass keiner von uns Prinzessin oder Prinz auf der Erbse spielen muss!
Morgen haben wir eine lange Fahrt ins CKGR vor uns – daher heißt es früh aufstehen, nämlich spätestens um 6 Uhr!
Teil 711. Sept. 2021
20. August 2021: Vom Boteti River zum CKGR (Teil 1)
DT hatte am Abend zuvor 6 Uhr als Aufstehzeit angegeben, damit meint er aber nicht, dass man um 6 Uhr mal langsam wach wird, sondern dass man alles gepackt hat und sein Zelt verlässt 😎 . Ich wusste das schon früheren Reisen, die anderen waren aber alle auch eher Typ „Lerche“ und so gibt es für DT nichts zu meckern!
Beim Zeltabbau wird uns von KD und DT geholfen, vor allem diejenigen von uns, die Zelttaschen mit Reißverschlüssen haben, müssen das widerspenstige Canvaszelt sorgfältig zusammenlegen und dann aufrollen, damit es auch in die Tasche passt und der Zipper noch zugeht. Ich habe zum Glück das andere, etwas geräumigere Taschenmodell mit Klettverschluss und wurschtel meine Unterkunft irgendwie zusammen. Basssd scho 😗 !
Noch eine kurze Anmerkung zur Verteilung der Unterkünfte: Chalets haben wir uns immer zu zweit geteilt, bei den Zelten haben wir alle ein Einzelzimmer gewählt außer Petra und Hans und Beate und Evi. Beate hatte zu Beginn etwas Bedenken wegen „Panik“, und so hat sich Evi mit ihr zusammen getan. Wir hatten zunächst noch ein Reservezelt an Bord, falls Evi und Beate doch getrennte Wege gehen wollen, aber irgendwie haben die beiden sich so aneinander gewöhnt (es gab ja abends auch noch viel Gesprächsbedarf, gell Evi?) , dass wir dann beim resupply in Maun das Zelt abgegeben und den Platz mit Futter und Getränken aufgefüllt haben 😄 .
Nach einem leckeren Frühstück, das zwar einfach, aber ausreichend ist (ich liebe vor allem den Toast vom Campfire), machen wir uns auf den Weg zu unserer Campsite im CKGR, der uns von Khumaga über Rakops und das Matswere Gate nach Letiahau führt. Um 8.11 Uhr sind wir in Rakops, wo wir die Teerpad verlassen und somit auch den Reifendruck reduzieren müssen.
Es gibt hier einige Singhabichte
und unglaublich viele Gleitaare 🤩 . Leider haben sie die unangenehme Eigenschaft, immer genau dann abzufliegen, wenn man anhält und den Fokus noch nicht ganz genau auf sie gerichtet hat...
Wir machen uns einen Spaß daraus, unser Glück immer wieder zu versuchen und DT hält auch immer wieder bereitwillig an.
Hände hoch! Der hier saß eben noch schön im Bild, beschließt aber dann, mein Sucherfeld teilweise zu verlassen 🤨
Der hier hat leider keinen Kopf 😗
Der nächste tut nur so, als ob er abfliegen möchte
Nein, dies hier ist kein Gleitaar, sondern das, was er nach seinem Abflug zurückgelassen hat (ich vermute, es war ein Erdhörnchen)
So geht das Spielchen bis zum Matswere Gate, wo wir um 9.36 Uhr eintreffen.
Dort sitzen unzählige Vögelchen in den Bäumen, da es auch ein kleines Wasserloch gibt.
Immer wieder stürzen sich große Trupps zum Trinken hinab. Manchmal ist der Grund der Aufruhr auch ein anderer, ich beobachte einen kleinen Greif, der immer wieder in die Menge stößt – Adlerauge Matthias entdeckt den zuständigen Little Sparrowhawk (Zwergsperber) im dichten Geäst.
Die Fahrt geht weiter Richtung Deception Valley und wieder hat es viele Gleitaare,
einen kooperativen
und einen jungen
Danach begegnen wir den ersten vierbeinigen Bewohnern der Zentralkalahari,
Durch den guten Regen dieses Jahr ist das Gras teilweise extrem hoch - und in Folge des vielen Futters gibt es aktuell auch eine Mäuseplage auf den Campsites, wo diverse Kabel und Leitungen von Selfdriverautos von den unzähligen Tierchen auf der Suche nach Flüssigkeit durchgenagt werden (in diversen Gruppen und Foren nachzulesen). Wir werden zum Glück verschont bleiben.
Um ca. 12 Uhr haben wir noch knapp 40 km bis zu unserer Campsite DEC03, die sich in der Nähe des Letiahau Wasserloches befindet.
Kurz darauf machen wir unsere Lunchpause (KD und DT achten sehr darauf, dass wir geregelte Mahlzeiten zu uns nehmen 😉 ) auf Kori 4, dazu dann später mehr.
Teil 811. Sept. 2021
20. August 2021: Vom Boteti River zum CKGR (Teil 2)
Auf der Kori-Campsite werden unsere Stühlchen ausgepackt und es gibt wie immer einen leckeren Lunch.
Der Mahaliweber freut sich über die kleine Pfütze, die sich unterhalb des Brauchwasserhahns bildet.
Übrigens gibt es seit kurz nach meiner letzten Reise mit Bushways eine Wasseraufbereitungsanlage in jedem Fahrzeug. Dort wird das Brauchwasser in Trinkwasser umgewandelt und dann in einen 10-Liter-Behälter umgefüllt, aus dem jeder sich seine Flasche auffüllen kann. DT ermutigt uns auch immer wieder zum Trinken. Das Wasser hat zwar im Abgang eine leicht erdig-staubige Note, aber ich dran denke, was das immer für ein Geraffel war mit den Plastikeinwegwasserkanistern (eine Umweltsauerei und Platz haben sie auch mächtig weggenommen), dann trinke ich gerne Wasser mit einem Gschmäckle. Wir machen uns ab und zu ein paar Tropfen Zitronensaft rein, dann kann man es wirklich gut trinken. Wenn ich mich so zurück erinnere, dann glaube ich, dass das Wasser gegen Mitte/Ende der Tour weniger Fremdgeschmack hatte, es kommt sicher drauf an, wo das Brauchwasser abgefüllt wurde.
Aber zurück zu Kori 4, dort habe ich eine Erstsichtung: ein farbenfrohes Pärchen von Granatastrilden (Violet-eared Waxbills).
Auch sonst gibt es viele Farbkleckse, viele Büsche und Bäume haben begonnen zu blühen, dazu kommt der betörende Geruch der Gräser. Es ist wirklich sehr schade, dass sich Gerüche nicht konservieren und im Bericht hochladen lassen
Auch die Dimension und Kargheit der Decetion Pan lässt sich nicht wirklich rüberbringen mit ein paar Fotos. Ich habe letztes (oder vorletztes ...man verliert ein bisschen die zeitliche Orientierung durch die Pandemie 🙄 ) Jahr das Buch "Der Ruf der Kalahari" gelesen - unvorstellbar, wie die Owens unter den damaligen Bedingungen dort leben konnten 😮 .
Unterwegs begegnen wir immer wieder den typischen Kalaharibewohnern.
Riesentrappen und Sekretärvögel fliegen immer wieder unvermutet und vorher teilweise unsichtbar vor uns auf – sie haben eine enorme Spannweite.
Diese beiden Ohren (die sich dann als vier entpuppen) entdeckt - zur großen Freude von Simone, die sie auf ihrer „Wanted“-Liste hatte - Elke. Sie ruft STOP, und kaum hält der Landcruiser, schon rennen die beiden Löffelhunde weg 😣 . Zum Glück sind sie aber neugierig und drehen sich noch einmal um!
Den Weg zu unserer Campsite müssen wir uns regelrecht bahnen, es ist alles ziemlich zugewachsen, man merkt, dass hier sehr wenig los ist. Wir haben im Park bisher auch nur auf Kori drei Autos im Convoi vorbei fahren gesehen, das wars meiner Erinnerung nach.
Auf der Sandpad direkt vor der Campsite zeigt uns DT dicke Löwenspuren, die Verursacher sind aber nicht zu sehen. Wir stellen zum ersten Mal unsere Behausungen auf, hier werden wir 3 Nächte bleiben. DT und KD bauen zusammen mit ein paar von uns das große mitgebrachte Schattendach auf, denn hier gibt es keine großen Bäume, die Schatten spenden könnten.
Nach einer kurzen Pause geht’s dann los zum Sundowner-Drive. Hier kann man (unten am Schatten) sehen, was einen großen Reiz der Bushways-Touren ausmacht: man fährt offen, nicht nur an der Seite, sondern auch das Dach wird aufgerollt, wenn es das Wetter zulässt. Strümpfig darf man auf die Sitzbänke stehen, sich an den Verstrebungen festhalten (was bei den Rumpelpisten auch nötig ist) und die Aussicht genießen. Was für ein grandioses Gefühl der Freiheit!
Das Letiahau-Wasserloch ist leider leer ( Pumpe kaputt), aber wir genießen einfach, was uns über den Weg läuft.
Gegen Ende ist dies eine große Oryxherde, dir wir in Ruhe beobachten, bis die Sonne untergegangen ist.
Zurück auf der Campsite erwartet uns schon das Dinner, das KD in unserer Abwesenheit gezaubert hat. Gegen 21 Uhr verschwinden wir – nach einem ausgiebigen Sicherheits-Briefing durch DT - müde von dem langen Tag in unsere Schlafsäcke. Der Beinahe-Vollmond steht über meinem Zelt – was für ein Anblick.
In der Nacht hören wir Eulen und in der Ferne Löwengebrüll! Jaaa, jetzt sind wir tatsächlich in der Wildnis und Einsamkeit Botswanas angekommen!
Teil 912. Sept. 2021
21. August 2021 – CKGR (der Vormittag)
Wir sind bereits unterwegs, als sich die Sonne über den Horizont schiebt.
DT ist sehr erfreut über unsere Pünktlichkeit und Disziplin und so starten wir bestgelaunt in den Tag und genießen die Farben und Tiere der Kalahari.
Ein junger Singhabicht hält es nicht lange mit uns aus und hebt von seinem Termitenhügel ab!
Wie ich dieses Licht und die vielen Blüten, die wir dieses Jahr erleben durften, liebe!!!
Unsere erste Katze der Reise ist eine African Wildcat, die aber so gar keine Lust hat, für uns Modell zu stehen. Ein schneller, völlig unvorbereiteter Schuss, und schon ist sie verschwunden!
Zwei junge Böcke aus dieser großen Springbockherde messen am frühen Morgen ihre Kräfte
Dieses Foto ist mit leichtem Bedauern verbunden: leider habe ich es nicht geschafft, auf dieser Reise eine Riesentrappe schön im Flug zu erwischen, nur dieses Suchbild ist mir geblieben. Aber frau muss ja auch noch Wünsche und Ziele fürs nächste Mal haben! Wobei es wirklich ärgerlich ist, denn es gab so viele Riesentrappen, die sich in die Lüfte geschwungen haben. Aber meistens völlig unvermittelt, ohne dass man sie vorher überhaupt gesehen hätte.
Ein Schakal darf auf keiner Runde fehlen, die sind wirklich massenhaft unterwegs.
Trappen am Boden klappt 😉
Der Steenbock versteckt sich einmal mehr, aber den krieg ich im Laufe unseres Aufenthaltes noch, soweit ich mich erinnere.
Der gestrenge Blick des Weißbürzelsinghabicht! War ja klar, dass genau dieser jetzt NICHT abfliegt, schließlich haben wir unsere Kameras perfekt eingestellt und positioniert. Aber das wäre ja zu einfach…. 😛 😎
Das nächste ist eine Erstsichtung für mich: ein Kapfuchs! Er/sie liegt in der Nähe des Baus, worin sich vermutlich Kleine befinden, aber wir bekommen sie nicht zu sehen, und auch das Elterntier verschwindet schnell im Gebüsch.
Um kurz nach halb zehn machen wir Coffee/Tea-Break wie jeden Tag. Früher gab es um 10 Uhr immer nur Obst, DT hat bei Bushways angeregt, doch auch Tee und Kaffee und Rusks anzubieten. Es war ihm unangenehm, wenn er andere Game-Drive-Fahrzeuge bei der Frühstückspause getroffen hat (vor allem in Parks, in denen man nur an bestimmten Stretchpoints Halt machen darf), und seine Gäste auf einem harten und vor allem kalten Apfel rumkauen mussten, wären die anderen Touristen genüsslich einen heißen Kaffee am kühlen Morgen geschlürft haben.
Danach passiert eine ganze Weile nicht viel, mal abgesehen von dem Gleitaar, der vermutlich einen der Nager in den Fängen hält, die die Autos kaputt machen (wenn man genau hinschaut, sieht man ein Schwänzchen)
Sowie die üblichen Verdächtigen
Dann gehen wir einem Tipp von Südafrikanern nach – das einzige Auto, das wir überhaupt treffen, soweit ich mich erinnere – und finden gut versteckt unter einem Busch gar nicht weit vom Letiahau-Waterhole entfernt zwei Löwenmänner. Vermutlich sind es diese beiden, deren Gebrüll wir nachts gehört haben.
Der eine trägt ein dekoratives Nasenpiercing
Da sich ihre Aktivitäten auf ein Minimum beschränken, was wir bei dieser Tageszeit und den herrschenden Temperaturen durchaus nachvollziehen können, fahren wir bald Richtung Camp, denn es ist Lunchtime!
Der Gepiercte schaut uns gelangweilt nach.....
Nach den beiden schläfrigen Jungs werden wir später nochmal schauen, wir wohnen ja nicht weit auseinander.
Bis dahin liebe Grüße von Bele
Teil 1012. Sept. 2021
21. August 2021 – CKGR (der Rest des Tages)
Zurück auf der Campsite beobachten wir einen Rotbauchwürger, der sich ein kleines Reptil zum Lunch geschnappt hat. Matthias hat das meines Wissens besser beobachtet und fotografisch dokumentiert. Matthias...? 😐
Unser Lunch sieht zum Glück etwas anders aus – heute gibt es Brunch, nämlich Spiegeleier, Baked Beans, Würstchen, Bacon, gebratene Tomaten und dazu Toast. Keine Ahnung, warum man vom Nichtstun so viel Appetit bekommen kann… 😮
Nach der ersten Löwensichtung der Reise ist die Stimmung natürlich noch besser als vorher, falls das überhaupt möglich ist. Inzwischen gibt es auch schon den einen oder anderen running gag, und es werden sich noch viele dazu gesellen. Beate (oder war es Simone, oder Petra – oder alle? 😕 ) hat darüber Buch geführt, ich muss da unbedingt mal reinschauen. Für die meisten Gags ist Evi zuständig, unter Mithilfe von DT. Nachdem er gemerkt hat, dass Evi Spaß versteht und überhaupt nicht beleidigt ist, wenn er ihre englischen Versprecher oder Wort- und Satzschöpfungen bei jeder passenden Gelegenheit ins Gespräch einbaut (völlig egal, ob es sich dabei um Erklärungen unterwegs, Briefings abends oder einfach beim Mittagessen nebenher handelt), gibt es für ihn (und manchmal auch für uns 😉 ) kein Halten mehr 😄 .
Ich hatte ja schon erwähnt, dass ich DT noch nie so entspannt und fröhlich erlebt habe wie auf dieser Tour (er hat dies im Nachgang auch bestätigt), aber dass er sich wirklich ständig halb kaputtlacht, das ist ganz neu für mich und sehr ansteckend 🤪 ! Er muss manchmal nur das erste Wort eines running gags erwähnen, und schon kringeln sich 10 Leute im Busch vor Lachen, er allen voran 😄 ! Kennt Ihr das, wenn einem das Lachen die ganze Zeit schon ganz weit oben sitzt und man mit Dauergrinsen unterwegs ist – und dann nur noch ein Wort fehlt, dass man laut losprusten muss? So ging es uns ganz oft – und das hat soooo gut getan. Ich kann mich nicht zurück erinnern, wann ich zuletzt so viel in so kurzer Zeit gelacht habe!
Wenn man in solch einer Stimmung ist, dann reichen auch ganz banale Versprecher, wie z.B. Evi’s „We are really in the middle of Norway!“ Das lässt sich morgens gut verwenden, wenn es saukalt ist 😗 , aber auch bei anderen Gelegenheiten immer wieder einbauen. Auch die logische-Erklärung „I have to prepare my body“ für ihre Frage, wann wir uns wofür und wie fertig machen müssen, lässt Spielraum für die Verwendung 😎 🤪 .
DT lässt seiner Fantasie und Kreativität freien Lauf und ab und zu höre ich von Matthias neben mir zwischen zwei Lachanfällen nur noch ein japsendes „I mach mir jetzt glei ind Hos vor Lacha“ 🤩 😄 .
Das Allerbeste ist aber, dass Evi immer „Botswania [Botsweijnia]“ bzw. als Adjektiv „botswanian“ sagt. Ich warne euch 🙄 : sagt es euch nicht zu oft vor – ihr bekommt es nicht mehr aus dem Sinn und könnt nicht mehr einfach nur Botswana sagen – ich spreche aus Erfahrung 😣 !
Und da sie DT und KD viel nach Sitten und Gebräuchen und Familienstand und und und fragt, taucht dieses Wort natürlich oft auf – zur großen Erheiterung aller. Es lässt sich auch sonst sehr leicht in die Konversation einbauen, ich schwörs 😉 ! Ach, was haben wir gelacht 🤪 !
Aber nicht etwa über Evi, sondern dank Evi! Das war wirklich gaaaanz großes Kino und hier mal ein fettes Dankeschön an sie 😘 , vor allem, dass sie sich trotzdem getraut hat, weiter das Gespräch auf Englisch zu suchen, da sie wirklich auch sehr interessiert an allem war und einige Dinge rausgefunden hat, die wir sonst heute noch nicht wüssten.
Und damit mich niemand falsch versteht: es ist auch überhaupt nicht doof oder so, was sie fragt und sagt, sondern sie hat einfach ein Talent für diese unfreiwillige Situationskomik. Das führt dazu, dass DT, wenn sie etwas zu ihm sagt oder fragt und sie dabei nicht ganz deutlich spricht, nochmal nachhakt – natürlich in der Hoffnung, dass er einen weiteren running gag für unsere Sammlung geliefert bekommt! Nachdem er nachgefragt hat („Please repeat!“) , sitzt er dann mit leicht geneigtem Kopf und einem süffisantem Lächeln im Gesicht da und lauscht Evis Worten – meist gefolgt von einer Lachsalve 😄 !
Auch KD bringt uns oft zum Kichern – eines der Wörter auf Deutsch, die er kann, ist KAPUTT. Man glaubt nicht, wofür man „kaputt“ alles verwenden kann, für fehlende Dinge, für ausgegangene Dinge, für Vögel, die wegfliegen…. 🤨 Eigentlich braucht man wirklich nicht viele Worte, um im Ansatz negative Zustände zu beschreiben…kaputt passt meistens! Und wenn dann wirklich mal was KAPUTT ist, dann ist das auch schon wieder total witzig – warum auch immer…. 😐 Wir lassen uns auf jeden Fall keine Chance entgehen, zu Lachen – viel und laut!
Aber wo war ich stehen geblieben? Im Zweifelsfall in Botswanien…. 😗
Also, nach der Mittagspause auf unserer Campsite, die in the middle of Norway in der Zentralkalahari liegt, welche sich wiederum in Botswanien befindet, pripären wir unsere bodies , denn um 15.30 Uhr geht es wieder auf Pirsch!
Gleich nach Ausfahrt aus dem Camp treffen wir auf diesen kooperativen Termitenschmätzer mit seinem gelben Blümle – weil er so schön modelt, bekommt er zwei Fotos (und weil es sonst nicht allzu viele heute gibt).
Wir schauen bei den Jungs vorbei - unter ihrem Busch könnte man sie glatt übersehen!
Auch jetzt hängen sie im Prinzip nur ab, Highlights sind ein Drehen von rechts nach links und ein Pfötchen auf der Mähne des Freundes (oder Bruders?). Immerhin kann man sie so in Ruhe beobachten und verfällt nicht in Hektik 😎 . Das Piercing existiert übrigens nicht mehr!
Also fahren wir noch eine kleine Runde und freuen uns, dass wir außer Erdhörnchen, einem Fleckenflughuhn, einem grünlichen Vögele (LH-Wrap?) und einem Steenbockmädel mit ihren großen Lauschern auch nochmal die Löffelhunde mit ihren großen Ohren antreffen.
Danach geht’s kurz vor Sonnenuntergang ein letztes Mal zu Löws! Wieder liegen sie nur rum - die Grundstimmung ist ..... meditativ 😉 . Der eine inzwischen auf dem Fahrweg, der andere noch unterm Busch.
Das höchste der Gefühle ist, dass sich der Löwe auf der Straße von der einen auf die andere Seite rollt.
Vielleicht sollte man dem König der Tiere mal irgendwie vermitteln, dass es nicht sehr majestetisch wirkt, wenn man bis zu den Schultern voll bekleidet, von da an abwärts aber ziemlich nackt, das Ganze gekrönt von einer dicken Wampe auf dem Rücken im botswanesischen Staub eines unidyllischen Fahrweges liegt!
Die nachdenklichen Blicke dagegen wirken sehr souverän….
Sein Kumpel/Bruder/whatever merkt, dass wir ungeduldig werden, erhebt sich und kann sich nicht so recht entscheiden, wohin er eigentlich will.
Also lässt er sich der Einfachheit halber kurze Zeit später mit einem Plumps ebenso in den Staub fallen.
Nachdem wir wieder ernst geworden sind 🤪 , genießen wir den magischen Augenblick in vollen Zügen, wie die Löwen unter dem Vollmond liegen
und auf der anderen Seite die Sonne untergeht.
Finde den Fehler!
Wir überlassen die beiden Löwenmänner ihren süßen Träumen und fahren das kurze Stück zurück ins Camp.
Heute Abend gibt es zum Nachtisch geröstete Marshmallows – und Evi meint, nachdem sie dieses Foto gemacht hat (danke 😘 ), zu DT, der mit weit aufgerissenem Mund in die Kamera schaut: "You can show this picture to your dentist!" Oh Yes, auch dieser Spruch kommt in die Sammlung – man denke nur schon mal vorab an aufgerissene Hippomäuler oder gähnende Löwen!
Bei Vollmond und immer noch leise vor mich hinkichernd krieche ich um Buschmitternacht (21 Uhr) in mein Zelt, denke kurz an meinen Jüngsten, der heute Geburtstag hat und lausche dann den nächtlichen Geräuschen.
Teil 1113. Sept. 2021
22. August 2021: Ausflug zur Sunday Pan / CKGR
Für heute ist ein (fast)Ganztagesausflug geplant. Dank seniler Bettflucht hüpfen einige von uns bereits um 5.40 Uhr im Camp herum und versuchen, den Vollmond (+ Stern rechts daneben am Bildrand) zu fotografieren.
KD denkt sich wohl seinen Teil 😎
Pünktlich wie immer verlassen wir zum Sonnenaufgang das Camp, KD lassen wir daheim. Er hat einiges zu erledigen (Essen vorbereiten, Waschen, Duschen, Campbewachen usw.).
Diteko ist wie immer ständig am Spähen – er würde uns zu gerne einen Geparden zeigen (wie er mir später erzählt), aber das soll nicht klappen im CKGR. Egal – wir werden heute so viele „kleine“, aber ganz spezielle Dinge erleben, wer braucht da einen Geparden 😕 ?
Okay, die erste Sichtung so kurz nach unserem Frühstück ist nicht gerade sonderlich appetitlich: der Schakal macht sich genüsslich über…. Kacke her, die zweite Portion scheint von einer Hyäne zu stammen. Hmmmm, lecker 🤢 ! Dabei lässt er uns nie aus den Augen – man merkt ihm an, dass er nicht so recht weiß, ob er uns trauen kann. Eigentlich würde er gerne wegrennen, aber das geht bei diesen ganzen Leckerbissen, die ihm hier auf dem Staubtablett serviert werden, doch nicht, oder 😐 ?
Wir wünschen ihm weiterhin guten Appetit und fahren zu der Gruppe von Oryxen mit Gnu. Auch wenn das vielleicht nicht jeder verstehen kann, aber dieses Foto ist tatsächlich eines meiner Lieblingsfotos der Reise (okay, davon gibt es allerdings auch eine ganze Menge…).
Sind die nicht süüüüß? Ich habe ja lange über eine Giraffe als Haustier im Garten nachgedacht 😎 , aber aus Platzgründen tendiere ich inzwischen zu einem Oryx-Kind 😘 !
Dafür, dass ich keine Gnus mag hab ich mir echt Mühe mit dem Foto gegeben, oder?
Schakale sind hier inflationär
Den Springböcken schmecken die frischen Blüten – und dazu die Morgensonne, was will man mehr!
Um 7.55 Uhr haben wir eine sehr spezielle Sichtung! Matthias glast mal wieder die Gegend ab, und nahezu zeitgleich sehen er und DT Schakale und einen Singhabicht, der im Gras sitzt (für den Singhabicht - links - braucht Ihr etwas Fantasie!).
Und da ist noch etwas – DT kombiniert, dass dort ein Honigdachs unterwegs sein muss, weil Schakale und Singhabichte ihnen in der Hoffnung auf leichte Beute folgen. Während er dies erklärt, ruft Matthias auch schon „Honeybadger“!
Leider kann man die Action fotografisch nicht so gut rüberbringen, wie sie tatsächlich war…. Der Singhabicht fliegt immer wieder auf, der Schakal, bzw. die Schakale, es waren ja zwei, nur sieht man den zweiten auf den nächsten Bildern nicht mehr, folgen dem Dachs.
Dieser lässt sich mal kurz ablichten, geht dann aber weiter auf Futtersuche, gefolgt von den Schakalen.
Und jetzt kommt mein großer Auftritt 🤩 . Ich bin ja wirklich ein blindes Huhn, aber heute sitzt mein Korn der Reise für mich bereit! Ich rufe STOPP, und nicht mal Chefspotter Diteko und Adlerauge Abglas-Matte haben etwas gesehen!
Ganz vorsichtig tastet sich DT mit unserem Riesenfahrzeug heran, er muss den Baum umrunden, ohne mein Korn zu vertreiben 😮 . Und da sitzt er: ein Fleckenuhu! MEIN Fleckenuhu 🙂 😘 .
Er lässt uns viele Fotos von sich machen.
Selbst die Augenlider bestehen aus kleinen Federchen 😘
Uhu ohne Augen
Zweimal hüpft er eine Etage höher, um der Sonne (und vielleicht auch uns?) zu entkommen, und setzt sich jedes Mal in eine andere Pose.
Dann wirft er uns einen deutlichen „Wollt Ihr nicht mal langsam weiterfahren“-Blick zu.
Okay, Botschaft verstanden! Für mich ist der Tag eigentlich schon gelaufen, wir können zurück fahren 😉 !
Aber da ist ja noch der niedliche Steenbok, dem die Blüten genau so gut schmecken wie den Springböcken
Außerdem ein Steppenfalke...
...wenn auch „kapppuuuut“ 😗 😄
Und ein festzementierter Singhabicht (aber warte Bürschchen, dich erwische ich heute noch! 🙄 )
Dann sind wir wieder beim Kapfuchsbau, noch ist alles ruhig dort.
Die Erdhörnchen sind wachsam, vielleicht haben sie auch den Löffelhund bemerkt, der in der Nähe jagt.
Heute habe ich von Heiko Genzmer, der die Fotos gesehen hat, erfahren, wie dieses Tier heißt: Fat Eared Box 😄 🤪 Er ist völlig ins Jagen vertieft und lässt sich von uns nicht stören:
Danach ist es Zeit für den Coffeebreak – in the middle of Norway!
Ich mach‘ hier auch einen Break – mal schaun, ob ich heute noch den Rest des Tages schaffe…. Edit: Das wird nichts mehr, bin zu lange am Telefon gehangen 😎 !
Gute Nacht!
Teil 1214. Sept. 2021
Bevor es hier weitergeht, muss ich leider Evi einen Punkt bei der Sprüche-Wertung abziehen 🙁 - "Norway" geht wohl an Beate. Zumindest hat Evi, die hier mitliest, mir das heute früh so geschrieben und wer könnte es besser wissen als sie 😕 : "Norway" gehört tatsächlich nicht zu meinen "Schöpfungen". 😄 Wenn ich mich recht erinnere war es in der Kalahari, wo D.T. erklärt hat, dass es hier so kalt wie "nowhere" ist, oder so ähnlich...... Es war dann Beate die Norway verstanden hat."
22. August 2021: Ausflug zur Sunday Pan - der Rest
Nach der Kaffeepause machen wir uns auf den Weg zu unserem eigentlichen Ziel (auch wenn hier definitiv der Weg das Ziel ist und die Sunday Pan auf diesem Wegweiser eh nicht vermerkt ist.... 😎 )!
Unterwegs treffen wir noch diverse Vögelchen (hier ein Erdschmätzer)
und schauen bei Kapfuchsens vorbei. Da gibt es aktuell etwas Knatsch: ein Schakal interessiert sich zu sehr für den Bau und so gibt es, verborgen von vielen Büschen nur schemenhaft zu erkennen, einen kurzen Kampf. Danach zieht der Schakal von dannen…
Ein junger Bateleur Eagle (Gaukler) fliegt vor uns auf
Die unvermeidbare Riesentrappe,
speziell geformte Landschaft
und besondere Pflanzen (in diesem Fall einen Hoodia gordonii) ziehen an uns vorbei:
Dann für die Birder eine Neusichtung: ein Orange River Francolin (Rebhuhnfrankolin).
Kurz vorm Sunday Pan Wasserloch sitzt ein Greif hoch oben auf einem Baum, erst denken wir an einen jungen Martial Eagle, aber er entpuppt sich nach der Fotoanalyse als ein junger Schwarzbrustschlangenadler.
Am Wasserloch ist wenig los und so fahren wir den Berg hinauf zu einer der Campsites.
Man hat dort eine schöne Aussicht
und umflattert von diversen Vögeln (Camper haben hier eine Tränke installiert) genießen wir unseren Lunch.
Danach geht es den Berg wieder runter
und zurück Richtung Heimat.
Unterwegs treffen wir die üblichen Verdächtigen (das Oryxkind ist noch ganz klein und sooo süß!)
Kurz vor Ende der Tour, es ist schon fast 16 Uhr, macht mir dieser Singhabicht noch die Freude, mitten im besten Licht von seinem Ansitz zu starten – diese Bilder sind mir mindestens genau so viel wert wie ein Gepard – denn ich finde Greife, vor allem wenn sie fliegen, total faszinierend 🤩 !
Nach einer kurzen Pause im Camp geht’s nochmal los zum Sonnenuntergang mit Oryx – DT kennt keine Gnade 😎 !
Morgen endet unser Aufenthalt in der Zentralkalahari, uns steht eine lange Fahrt nach Maun bevor. Bis dahin liebe Grüße von Bele
Teil 1315. Sept. 2021
23. August 2021: Vom CKGR über Maun nach Mochaba Crossing
So, da ich heute etwas später los muss hau‘ ich mal noch schnell das Transfer-Kapitel raus, damit dieser unangenehme Teil erledigt ist 🤢 . Der Plan für heute ist zügig, aber ohne Hektik übers Deception Valley zum Matswere-Gate zu fahren und dann über die Cutline nach Makalamabedi, wo wir wieder auf den Boteti treffen. Von dort dann nach Maun zum Resupply und Einkaufen und anschließend raus aus der Stadt Richtung South Gate ins Mochaba Crossing Camp.
Kurz vor 7 Uhr haben wir das komplette Camp abgebaut und in den Trailer verladen. Die Logistik funktioniert wie folgt: jeder bringt so früh wie möglich sein Gepäck auf die bereits ausgelegte Plane, die Matten zur entsprechenden großen Hülle und baut dann sein (hoffentlich leeres) Zelt ab. Danach darf man zur Belohnung das Frühstück zu sich nehmen. DT und KD bauen dann schon mal ein WC-Zelt ab, das Schattendach war bereits gestern verschwunden, als wir am späten Nachmittag von unserer Tour zurückkamen. Die Dusche wurde irgendwann abends noch demontiert. Während nach dem kurzen Frühstück dann ein paar von uns Mädels den Abwasch erledigen, bauen die anderen den Rest des Camps ab, Tische, Stühle, Feuerstelle, zweites WC (nach dem letzten Call), das Gepäck und die Zelte werden in den Trailer verladen, die Mattenhüllen obendrauf, Plane drüber gespannt – fertig! Das Ganze ist eine perfekt einstudierte Choreografie zwischen DT und KD, da sitzt jeder Handgriff, das Timing passt ohne große Worte – und unser Achter-Team fügt sich zur großen Freude der Beiden reibungslos ein, nachdem klar ist, wer am besten was erledigt. Keiner steht blöd rum und lässt die anderen schaffen, sondern jeder packt da an, wo er eine Hilfe ist. So werden wir uns auf der ganzen Tour immer erstaunlich früh und entsprechend bestgelaunt zum nächsten Ziel unserer Reise aufmachen können 🙂 .
Auf dem Weg zum Gate verabschieden wir uns von unseren Nachbarn der letzten Tage.
Vor allem der Gleitaar erstaunt mich – ich wusste nicht, dass er auch rüttelt (Nur Beweisfoto, das Licht war noch zu schlecht)!
Tschüss Fleckenuhu!
Tschüss Oryfamilie
Tschüss großes weites NICHTS!
Tschüss Sekretär
DT hofft ja immer noch auf einen Geparden, aber es ist wieder "nur" ein Schakal 😎
Sogar die Fat Eared Boxes ( 😎 😄 ) lassen sich nochmal blicken, geben aber dann schnell Fersengeld – die Pfötchen fliegen hoch!
An einer schönen Stelle machen wir Pause,
DT und KD checken das Terrain ganz genau, bevor sie uns erlauben, hinter die Büsche zum Pinkeln (bushy-bushy) zu gehen.
Ich hatte ganz vergessen zu erzählen: vorgestern war nämlich eine Wildcat plötzlich aus einem Busch herausgesprungen, nachdem wir ihn für unsere Zwecke benutzt hatten. Da sind einige von uns dann doch ziemlich erschrocken 🤩 - man vergisst leicht, dass man sich mitten in der Wildnis befindet und bestimmt viel mehr Tiere uns beobachten, als wir denken…. 😗
KD funktioniert kurzentschlossen die Spülschüssel zum Lenkrad um, schaltet und kuppelt ein bisschen und beschließt, ab jetzt den Trailer zu fahren 😄 .
Man kann hier übrigens auch unser großes Wasserfass sehen, das wir im CKGR dringend benötigt haben, denn dort kann man kein Wasser nachfassen. Wir werden uns aber in Maun von ihm trennen, denn ab da gibt es immer Brauchwasserzapfstellen an den Public Campsites, die wir nutzen dürfen, um unseren Tank aufzufüllen.
Nachdem wir das Matswere-Gate hinter uns gelassen haben, wird es zäääh. Wir fahren stundenlang auf dieser oder ähnlicher Piste. Die einzige Abwechslung ist die Querung des Vet Fence bei Kuke Corner.
Wenn man sich die Karte anschaut, wird klar, dass das nicht spannend werden kann 😵 .
Diese langweilige Strecke nutze ich (hier im Bericht, nicht damals vor Ort), um ein bisschen von Diteko zu erzählen. Nach zwei sehr schönen Touren mit ihm 2017 mit meinen Kindern und 2018 mit Renate habe ich ihn schon zu Beginn der Planung als Guide angefragt, da mir seine Art sehr liegt. DT arbeitet seit 1999 bei Bushways, laut Heiko ist er sein erster festangestellter Mitarbeiter. DT kam damals völlig unerfahren in Maun an, er stammt aus Francistown und hatte keine Bush-Erfahrung, daür aber eine große Begeisterung für die Natur und den großen Wunsch, in diesem Sektor zu arbeiten. Er hat uns selber erzählt (nachdem Heiko mir das auch schon gesagt hatte), dass er als ganz junger Kerl, etwas verrückt und mit blondgefärbten Haaren, bei Bushways aufgeschlagen ist. Einige Jahre lang ist er dann mit Heiko, der damals noch selber die Touren der frischgegründeten Firma als Guide gefahren hat, mit an Bord gewesen, er hat dort von ihm alles gelernt, Fahren, Kochen, Guiden, Alles….. Zitat Heiko: >>>DT hat der überlebensrekord rekord aufgestellt von "mit Heiko auf safari arbeiten"<<< 🤪
Auch heute ist DT noch so begeistert wie früher von der Natur seines „beautiful Botswana“ – bei schönen Sichtungen macht er selber auch Fotos mit dem Smartphone und auch wenn er daheim ist, schaut er immer noch sehr gerne Natur-Dokus an. Lachend erzählt er, dass im Kampf um die Fernbedienung zunächst seine Schwestern und seine Freundin die Daily Soaps schauen dürfen, und dann sei er an der Reihe mit Nationale geographic tv oder ähnlichem!
Durch Corona wurde die Anzahl der Guides bei Bushways natürlich erheblich reduziert – umso mehr freut es mich, dass er weiterhin für diese Company fährt und mein Wunsch, ihn als Guide zu haben, erfüllt wurde! Und nicht nur ich, sondern die ganze Gruppe ist glücklich mit ihm. Da ist auf der einen Seite sein Wissen, seine Erfahrung und sein Fahrkönnen, seine ruhige und trotzdem bestimmte Art, auf der anderen Seite aber sein Humor und sein ansteckendes Lachen -dies alles trägt wesentlich dazu bei, dass die Reise so besonders ist 😘 !
Genug geschwärmt 😛 – wir erreichen endlich den Boteti und machen hier Rast.
Es gibt auch jede Menge Reiher und entsprechend viel zu beobachten, aber Fotos habe ich dann keine mehr gemacht, warum auch immer...
DT klärt mit mir ab, was alles zu erledigen ist in Maun und lässt uns dann dort beim Choppies in Flughafennähe raus. Wir ziehen Pula und ergattern einige Softdrinks und Knabberzeugs, währenddessen tanken DT und KD den Landcruiser voll und befüllen den Trailer im Lager von Bushways mit neuen Lebensmitteln. In der Stadt wird die Maskenpflicht übrigens konsequent umgesetzt und niemand kann einen ATM-Schalterraum oder einen Laden betreten, ohne vorher persönlich von einem Mitarbeiter oder einer Mitarbeiterin die Hände desinfiziert zu bekommen. Ehrlich gesagt fühle ich mich nicht anders als in Deutschland beim Einkaufen, zumal eh nicht so viele Leute unterwegs sind wie sonst. Ich kenne ja Maun von einigen anderen Besuchen her, der Unterschied zu damals ist enorm! Man sieht vielleicht mal einen Bushcamper auf den Straßen und Parkplätzen und keine oder kaum Touristen beim Einkaufen. Das ist für uns zwar recht entspannt, aber für Botswana, das ja zu einem nicht unerheblichen Teil vom Tourimus lebt, fatal! Matthias wird von Einheimischen angesprochen und gefragt, wo wir herkommen und es wird ihm signalisiert, wie glücklich die Leute sind, endlich mal wieder Touristen zu sehen!
Wir sind dann froh, als DT und KD endlich dort wieder eintreffen, wo sie uns abgesetzt haben, denn es ist heiß und uns ist langweilig (obwohl es einen 30minütigen kostenlosen Wlan-Hotspot dort mitten auf dem Choppies&Co.-Gelände gibt). Wir räumen unsere Einkäufe ein und dann kommt auch noch Nicola, die Bushwaysoffice-Managerin. Ich muss noch die Einkäufe, die sie vorab für uns erledigt hatte, abrechnen, und übergebe ihr auch noch wie vereinbart ein Geschenk für Misha und Christian von Okavango Air Rescue von einem lieben Forumsmitglied, das bei ihnen schon mal hospitiert hatte. Da ich die beiden selber nicht treffen kann, hat Nicola versprochen, das Päckchen weiterzuleiten (was auch geklappt hat!).
Von Maun fahren wir weiter Richtung South Gate und übernachten in Mochabe Crossing, das seit einiger Zeit auch im Besitz von Bushways ist. Vier von uns beziehen wunschgemäß ein Chalet, der Rest baut die Zelte auf. Dinner essen wir aber gemeinsam auf der Campsite, wie immer bewährt zubereitet von KD. Wir sind auch die einzigen Gäste und die schöne Lapa ist verwaist. Nur die sehr nette Managerin ist da und freut sich ganz doll über die mitgebrachten Masken!
Abends wird noch schwer auf den Smartphones rumgedaddelt, denn hier gibt es Wifi! Nachdem unsere Lieben daheim wissen, dass wir bisher noch nicht vom Löwen gefressen wurden und auch sonst alles bestens ist, verschwinden wir in unsere diversen Etablissements!
Morgen geht’s in den Moremi – *freu* 🙂 😘 !
Teil 1415. Sept. 2021
Bevor ich später auf eure so netten Beiträge 🙂 eingehe, noch schnell ein fotografischer Nachtrag: Diteko hat nicht nur zwischendurch Tiere, sondern auch sich und uns fotografiert 😎 . Das Foto hat er mir freundlicherweise eben zur Verfügung gestellt - es wurde am 22.8., also quasi "gestern" in der Zentralkalahari aufgenommen!
LG Bele
Teil 1516. Sept. 2021
24. August 2021: Von Mochaba Crossing in den Moremi – Teil 1
Bereits um 6.50 Uhr verlassen wir Mochaba Crossing, heute musste allerdings auch nur das halbe Camp abgebaut werden, 6 Zelte (inkl. das von DT und KD), kein Dusch- und kein Bushybushyzelt.
Die vier Luxusschnäggla 😛 , die sich die beiden Chalets gemietet hatten, erzählen, dass sich sie nachts in ihr Zelt zurückgesehnt haben, da man mangels Moskitonetz nicht lüften konnte. Zwar gibt es eine Klimaanlage, aber wer nutzt die schon nachts? So richtig toll sauber wären die Chalets wohl auch nicht gewesen. Allerdings sei es fein gewesen, mal wieder seine eigene Dusche und seine eigene Toilette gehabt zu haben.
Die Ablutions der Campsite, die wiederum ja auch ziemlich staubig und karg ist, sind auch nicht so mein Geschmack, das typische recht große, nüchterne Haus mit ein paar Waschbecken und ein paar WC- und Duschkabinen. Die Temperatur der Dusche war sehr wechselhaft – DT fragte mich gestern nach dem Duschen besorgt, ob ich überhaupt warmes Wasser gehabt hätte. Das schon – immer mal wieder 😄 .
Aber da ist Jammern auf hohem Niveau, von der Entfernung hats gerade so gepasst, bis nach Kaziikini, das landschaftlich netter liegt und inzwischen auch noch verbessert wurde, hätte es uns nicht mehr gereicht, in Maun wollten wir nicht übernachten. Vielleicht tut sich ja in Sachen Ablutions und Moskitonetze noch was, wenn der Tourismus mal wieder richtig anläuft und wieder Geld in die Kassen gespült wird (kleine Wink mit dem Zaunpfahl rüber zu Bushways 😗 😎 ).
Nun aber los Richtung Moremi bei erneut wunderbarem Wetter, es ist warm, die Luft ist klar, der Himmel ist blau 🙂 . Das Schöne ist ja, dass man sich ab Höhe Kaziikini (wenn ich mich richtig erinnere) zwar noch nicht im Game Reserve, aber bereits in einem Schutzgebiet befindet, ich hab extra nochmal nachgefragt: „Yes its a concession...Shandereka or Kazikini Community Trust“. Dies hat zur Folge, dass man hier bereits viele Tiere antrifft, und dies auch noch in einer teils atemberaubenden Landschaft. Wir kommen aus dem Staunen und Genießen nicht mehr raus! Ich liebe diese wilde, völlig unberührte Natur Botswanas so sehr!
Zwei African Hawk Eagle (Afrkan.Habichtsadler)
Junger Black-shouldered Kite (Gleitaar)
Junger Bateleur-Eagle (Gaukler)
Um kurz nach 9 Uhr sind wir dann am Gate,
dort hoffen diverse Vögel darauf, dass etwas für sie abfällt.
Arrow-marked Babbler (Braundrossling)
Wir müssen uns zum Glück nichts auf dem Boden suchen, sondern bekommen von KD Getränke, Kekse und Obst auf dem Landcruiser bereitgestellt, während Diteko uns registriert.
Im nächsten Teil cruisen wir dann zu unserer Campsite – bis dahin liebe Grüße von Bele
Teil 1616. Sept. 2021
24. August 2021: Von Mochaba Crossing in den Moremi MGR06– Teil 2
Nun geht es also zu unserer Campsite. Diese hat wie so Vieles, was diese Reise betrifft, eine längere Geschichte. Nach dem tollen Aufenthalt auf der MGR08 mit Renate im Jahr 2018 wollten wir natürlich unbedingt diese Campsite haben und dort 3 Nächte bleiben. Von HATAB haben wir dann die Nr.7 (bei Xakanaxa) zugeteilt bekommen – knapp daneben ist auch vorbei 🤩 😈 !
Aber logisch, bei 2 Jahren Buchungsvorlauf waren wir ja mit unseren 1,5 Jahren schon reichlich spät dran 😗 – und jeder will auf die 8! Davon abgesehen mussten wir froh sein, überhaupt noch etwas zu bekommen im Moremi, es war damals so, dass wir unsere Route ein bisschen doof stricken mussten, nämlich zuerst direkt nach Khwai (damals 2 ÜN) von Maun aus, dann von Norden her auf die Nr.7 runter und dann wieder noch oben raus nach Khwai und dort noch eine Nacht im Guesthouse, weil es diese 3 Nächte am Stück eben nur zu diesem bestimmten Zeitpunkt gab.
Beim Verschieben von 2020 auf 2021 ergab sich dann (da ja viele verschoben haben und es auch noch Bestandsbuchungen gab), dass wir zwar direkt von Maun in den Moremi konnten auf die Nr.7, aber nur 2 Nächte. Okay, kein Problem bzw. sogar noch besser, machen wir eben eine Nacht in Khwai mehr, wenn wir schon nicht die 8 bekommen und außerdem mussten wir jetzt nicht diese Schleife fahren.
Kurz vor der Abreise hat mir Heiko dann geschrieben, dass sie uns zwar auf die Nr.8 haben umbuchen können (juhu 🙂 ), aber dass ich mich nicht zu früh freuen soll, weil dieses Gebiet noch ziemlich unter Wasser steht - und außerdem sind ja die Brücken kaputt 🙁 (Grüße an KD gehen raus). Es könne gut sein, dass wir auf einer ganz anderen Campsite landen 😣 .
So war es dann auch, wir bekommen at the end oft he day die Nr.6, die in the middle of Norway zwischen 1st und 2nd Bridge liegt.
Schlussendlich war es sehr schön dort, jede Menge Lagunen voller Wasser in der Nähe (wenn auch nicht in Sichtweite unserer Campsite wie bei der Nr.8) und wirklich seeeehr einsam! Auf dem Weg dorthin musste unser Guide öfters mal Äste abschneiden, damit wir überhaupt durchkommen, hier war wohl schon lange niemand mehr gefahren. Wir haben DT extra gefragt, wie erstens HATAB darauf kommt, genau dort eine Campsite auszuweisen und wie die Guides die dann finden? Antwort: HATAB fährt wohl alles ab und sucht sich Stellen aus, die geeignet sind und an die Selbstfahrer nicht so leicht kommen, die Guides bekommen Beschreibungen und wohl auch GPS-Daten.
Einsam war es HATAB-Sites hin oder her sowieso im Moremi dieses Jahr wegen Corona, ich kann mich kaum an eine Begegnung mit einem anderen Fahrzeug erinnern.
Jetzt aber los – hier sind die Bilder von unserer Fahrt vom South Gate über diverse Loops zu unserer Campsite, wo wir so gegen 15 Uhr angekommen sind. Unterwegs erleben wir atemberaubende und abwechslungsreiche Landschaften und eine artenreiche Tierwelt.
Tsessebe (Leier- oder Halbmondantilope)
Saddle-billed Stork, immature (junger Sattelstorch) mit Graureiher
Glossy Ibis (Brauner Sichler)
Pied Kingfisher (Graufischer)
Black-winged Stilt (Stelzenläufer)
Gabelracken, die ja schon sitzend ziemlich bunt sind, brennen beim Flug ein wahres Farbenfeuerwerk ab. Diese hier zwitschert mir zu, dass sie gleich abfliegen wird - danke! 😉 😘
Leider ist die eine Schwinge "kapuuuud" 😎
Eine große Gruppe von Black Heron (Glockenreiher)
Goliath Heron (Goliathreiher)
White-faced whistling duck (Witwenpfeifgänse)
Ich finde ja diese Borsten so witzig!
" You can show this picture to your dentist" 😄 😄 😄
African Spoonbill (Löffler)
First Bridge ist in keinem gutem Zustand, was aber egal ist, weil drumrum alles trocken ist. War wohl vor ein paar Wochen noch anders, da musste man, ob man wollte oder nicht, drüber fahren!
Hamerkop (Hammerkopf)
Das musste ich auch erst nochmal im Buch nachschauen: Common Moorhen (ich würde sagen, immature, denn auf einem anderen Foto, wo der Kopf von vorne drauf ist, kann ich schon ein bisschen rot oben am Schnabelansatz erkennen)
Kurz vor unsere Campsite werden wir argwöhnisch beäugt - wer stört hier unsere Ruhe?
Ich hoffe, man kann anhand der Fotos ein bisschen erkennen, was für eine Artenvielfalt in wunderschöner Landschaft wir angetroffen haben! 🙂 (Und wenn ich mal weniger faul bin, schreib ich noch die Namen teilweise dazu)
Den Rest (wenn auch nicht mehr viel) gibts im letzten Kapitel zu diesem Tag. Bis dahin liebe Grüße von Bele
Teil 1718. Sept. 2021
24. August 2021: Von Mochaba Crossing in den Moremi MGR06– Teil 3
Nachdem wir unser Camp installiert haben, brechen wir noch zu einer kurzen, beschaulichen Runde im schönen Nachmittagslicht auf. Auf der einen Seite stehen Giraffen, auf der anderen Zebras:
Ein übermütiger Impala-Bock:
"Unser" Pool:
Zwei juvenile Yellow-billed Storks bei der Abendmeditation:
Leider ist das Licht schon recht schwach, als wir beobachten können, wie ein Waffenkibitz einen Klunkerkranich hasst (ja, das heißt so, das ist ein zoologisch/ornithologischer Begriff, den ich auch erst neulich in meiner Vogelgruppe gelernt habe). Ich hab's leider nicht gefilmt, jetzt müsst Ihr euch eben die einzelnen Fotos zusammendenken 🤪 .
Der kleine Kerl bringt den großen Kranich am Ende sogar zu einer Vollbremsung und einem Richtungswechsel.
Als endlich Ruhe herrscht, schreitet er davon, dabei wirft sein Körper in der tiefstehenden Sonne einen Schatten auf seinen Hals (ich war kurz verwundert über diese zweierlei Farben !).
Der Nachmittag geht mit ein paar kitschigen Giraffenbildern in den Abend über
Zum Schluss wird uns auch noch die Zunge herausgestreckt 😛
Kurz vor Sonnenuntergang wird nochmal schnell gebirdet: African Hoopoe und Coucal:
Auch wenn wir heute keine Katzen gesehen haben, wurden wir von Botswanias Landschaften und Tieren mehr als verwöhnt! 🙂
Selbst Günter Jauch hat sich vor einiger Zeit bei „Wer wird Millionär“ dahingehend geäußert (Zitat aus einem Artikel):
"Das verriet Nora Eckartsberg schon in der letzten Folge. Sie will mit ihrem Großvater zu einer Safari nach Afrika aufbrechen! Dann will es Jauch genau wissen. „Haben Sie sich schon für das Land entschieden, wo sie die Safari hin machen wollen?“ Eckartsberg verneint. Tansania stehe auf der Wunschliste. Und dann gibt es Reisetipps von Günther Jauch, berichtet RTL! „Botswana! Unfassbar! Für mich die schönste Reise, die ich in meinem ganzen Leben gemacht habe.“ Faszinierend sei für ihn die Vielfalt der Tierwelt gewesen. „Und die Sicherheit, mit der man die ganzen Tiere da sieht. Ich dachte, man muss eine Woche warten, bis man da einen Löwen sieht. Aber ich war die erste Nacht da, mache morgens den Reißverschluss runter [Anmerkung von mir: ich mache meinen immer hoch morgens ;-) ]. Und als ob jemand eine Klappe in der Hand hätte, ,Löwen, die erste‘, ging in 300 Meter Entfernung ein Löwenrudel vorbei. Ich fand es sehr beeindruckend.“
Okay, das mit der Löwen- bzw. Katzensicherheit klappt bei uns noch nicht so sonderlich gut 😎 , auch morgen werden wir ohne auskommen müssen. Dafür werden wir andere schöne Erlebnisse haben und einfach das Leben in the middle of Norway genießen!
Bis dahin liebe Grüße von Bele
Teil 1819. Sept. 2021
25. August 2021: Ein Tag im Moremi südlich von Third Bridge – Teil 1
Heute müssen wir keine Zelte abbauen und sind entsprechend früh dran (ca. 6.30 Uhr).
Morning has broken…
Wie schon angedeutet, werden wir heute wieder keine Katzen sehen, es zählen mehr die kleinen und/oder ruhigeren Tiererlebnisse und natürlich die Landschaft!
Zur Strecke: wir werden uns heute Vormittag zur Third Bridge Campsite aufmachen, um unseren Brauchwassertank dort aufzufüllen. Da wir ja viel Zeit haben, fahren wir davor noch den Mboma-Loop ab.
Die Rotschnabelenten sind nur für’s Protokoll.
Im schwachen Morgenlicht weden wir mal wieder von den Hippos misstrauisch beäugt.
Der Mond steht noch am Himmel und wir erfreuen uns an der faszinierenden Landschaft, die meistens mit irgendwelchen Tieren dekoriert ist.
Hier eines meiner Lieblingsbilder der Reise (ich liebe Red Lechwes und ich liebe die Landschaft!!!).
Matthias, wie meistens mit seinem Fernglas bewaffnet und bereits im Wagen stehend ruft plötzlich „Honeybadger! 🤩 “. Sofort checkt DT die Info und macht sich auf den Weg zu der Sichtung. Dies ist mal wieder ein Beispiel dafür, dass es eben nicht so, ist, dass man bei einer Tour mit Guide dröge im Auto sitzt und sich von Tier zu Tier chauffieren lässt, sondern DT hat uns von Anfang an aufgefordert, selbst mit zu suchen, zumal er sitzend weniger sieht (theoretisch 😎 ) als wir hinten stehend!
Der Dachs versucht sich im Gras zu verstecken ...
....aber nicht mit mir!
Gelbschnabeltoko (eh klar, oder?)
Immer wieder kommt es vor, dass unser Weg schwer oder gar nicht befahrbar ist dank der Fällarbeiten der Elefanten. Danke Simone 😘 für diese Fotos „Man at work“ – Diteko muss immer mal wieder ein bisschen aufräumen, damit wir weiterfahren können.
Die Verursacher stehen und gehen überall rum…
Die Hippos in der Gemüsesuppe sehen vielleicht lustig aus, es verbirgt sich aber ein Problem dahinter, denn dieses grüne Zeugs sind invasive Pflanzen, die man kaum mehr losbekommt und alles zuwachsen, was für das empfindliche Ökosystem des Okavango Deltas ganz schlecht ist.
Wir tuckern weiter und erfreuen uns an Giraffen, Rotschnabelmadenhacker und einem BraunkopfStreifenliest (danke Matthias 😘 ).
Büffel! Hatten wir schon Büffel? Ich tu mir ehrlich gesagt etwas schwer, eine emotionale Bindung zu diesen (Rind)Viechern aufzubauen, meistens schauen sie schlechtgelaunt in die Gegend, außerdem bietet ihre langweilige Farbe wenig Kontrast (geht mir mit Elefanten und Hippos auch manchmal so, deshalb mag ich bunte Vögel und Schmetterlinge so sehr!).
Ich erfreue mich lieber an ihrem so ursprünglichen, naturbelassenen, unaufgeräumten Habitat (gefällt mir als Messi natürlich besonders gut – sieht aus wie daheim 😗 )
Diteko muss mal wieder anhalten, weil irgendetwas unsere Weiterfahrt blockiert und so haben wir Zeit, uns unseren blinden Passagier etwas näher anzuschauen.
Eine kleine Gottesanbeterin, deren merkwürdigen Gang, ähnlich wie ein Chamäleon, roboterhaft zwei Schritte vor und einen wieder zurück…. Sieht man auf den Bildern leider nicht, denkt es euch einfach! Was mich wundert: wie bekommt sie diese ganzen Beine unterschiedlicher Art mit den vielen Segmenten unter Kontrolle? 😮 😐
Sieht schon sehr graziös aus, oder?
Zum Schluss besucht sich noch fröhlich vor sich hintrippelnd Matte und mich hinten auf den billigen Plätzen und wird dann - natürlich sanft - hinausbefördert, bevor wir wieder Fahrt aufnehmen.
Auf dem Mbola-Loop sehen wir viele Elefanten (u.a. zerlegen sie fachmännisch eine Knob Thorn Acacia) und erfreuen uns an den Pelikanen, die über uns Formationsflüge durchführen.
Dieser kleine Kerl will uns das Fürchten beibringen! 😄
Gnu darf natürlich auch nicht fehlen
Crested Barbet (Haubenbartvogel), den hatte ich auf anderen Reisen schon schöner, aber der Vollständigkeit halber…
Während Diteko auf der Third Bridge Campsite unseren Brauchwassertank auffüllt, lauere ich diesem White-crowned Shrike (Weißscheitelwürger) auf.
Matthias läuft zur Brücke vor, die ja bekanntermaßen nicht befahrbar ist. Ich weiß jetzt nicht, ob er ein Foto gemacht hat, hier mal eines aus einer FB-Gruppe geklaut (ich hoffe, ich komme dafür nicht in die Hölle 😣 🤩 😈 , ich finde aber den Beitrag nicht mehr, und kann daher den Fotografen nicht nennen, das Foto hatte ich schon vor einiger Zeit abgespeichert). Man kann zwar drüber gehen, aber fahren ganz und gar nicht! 😮
Am Wasser ist einiges los, aber das Gegen-, bzw. Mittagslicht ist grottig 🤢 .
African Fish Eagle
Three banded Plover (Dreibandregenpfeifer)
Und der ist auch nur fürs Protokoll, bzw. für die Liste, den sieht man nicht so oft, kein Wunder, er ist auch winzig: Kittlitz’s Plover (Hirtenregenpfeifer)
Bei den Giraffen fällt uns auf immer wieder auf, dass sie teilweise sehr dunkel sind hier im Moremi
Ein Gabelracke flitzt vorbei…
… und wir flitzen zur Mittagspause und Lunch ins Camp zurück 😉 !
Der Nachmittag wird ähnlich ruhig verlaufen, vermutlich verpassen wir den einen oder anderen Löwen - sehr zum Ärger von DT - nur um Minuten, aber knapp daneben ist eben auch vorbei 😗 . Dafür fliegen die Vögel mal wieder schön.... 😎
Liebe Grüße von Bele
Teil 1920. Sept. 2021
25. August 2021: Ein Tag im Moremi südlich von Third Bridge – Teil 2 (der Rest)
Uns erwartet ein leckerer Lunch bei der Rückkehr – wie immer eigentlich (danke Beate für das Foto 😘 )!
Danach gibt es eine ausgedehnte Pause, jeder geht so seinen Beschäftigungen nach (danke auch Simone für das nächste Foto 😘 ).
Übt Beate schon Vögel 😕 ?
Matthias fragt nämlich inzwischen die Birder-Neulinge immer mal wieder ab 😎 . Kurz nachdem wir wieder unterwegs sind, gleitet ein (großteils) weißer Vogel über seine schöne Heimat. "Und, was ist das?"
"Ein Löffler! ? 😐 "
"Ähm, die Farbe passt ja so einigermaßen 😗 , aber schaut mal die gelben Füße und vor allem den Schnabel an! "
Sind wir doch mal ehrlich, selbst nach ein paar Reisen ins südliche Afrika kommt man bei den Reihern immer wieder ins Grübeln, oder 😎 😵 ?
Es ist ein SilberSeidenreiher (Little Egret)! (Danke Konni, da hab ich mich in der Hektik bzw. unter Zeitdruck verschrieben!!! )
Dieses kleine Glubschauge ist eher was für Liebhaber: ein Greater Peinted Painted Snipe (Danke Friederike! 😘 )
Wir cruisen durch die Gegend, Diteko schaut immer mal wieder prüfend auf irgendwelche Löwenspuren im Sand, aber es ist keine Katze in Sicht. Vögel, immer nur Vögel.... 😉
Der Graulärmvogel hat ein sonderbares Flugbild – keine Ahnung, aus welchem Winkel ich das aufgenommen habe oder ob er immer so komisch fliegt!
Pied Kingfisher in dreifacher Ausfertigung (Graufischer)
Kein Vogel: Tsessebe, die schnellste, aber nicht unbedingt die hübscheste Antilope.
Das will sie nicht hören und macht sich aus dem Staub
Wir kommen wieder ans Wasser: junges Blaustirnblatthühnchen.
Dieser Saddlebilled Stork macht sich auf den Weg zu seinem Nachbarn.
Achtung – aus dem Weg
Anscheinend ist es dort nicht so interessant, denn er tritt schnell wieder den Rückflug an.
Was war das jetzt?
Alleingelassen zieht er seines Weges …. Der Freund im Wasser bleibt ihm wenigstens treu!
Abendstimmung zu Wasser und zu Land – man weiß hier wirklich nicht, wo man hinschauen soll, zum Glück hat man in unserem Fahrzeug einen Rundumblick, wenn man steht.
Der Schakal ist etwa so müde wie wir…wir würden jetzt gerne ins Camp zurückfahren, die Sonne ist schon verschwunden.
Aber da passiert es: unser Guide hat genug von uns und lässt uns in the middle of Norway hilflos in unserem Landcruiser zurück 🤩 !
Nein, so schlimm ist es doch nicht mit uns – es sind eher die Löwen, die ihn nerven, denn offensichtlich waren sie vor nicht allzu langer Zeit hier – genau als wir woanders waren. Ja, so passiert das eben auf Safari – kannsch nix macha!
Da(s) wäre unser Löwe gewesen – bzw. da ist er gelegen:
Diteko wirft dem unsichtbaren König der Tiere noch ein paar böse Blick und Gesten zu
und entschließt sich dann doch zur Weitereise mit uns 🙂 !
Lachend gibt er seine Safariweisheit zum Besten, die wir auf der Reise (und auch noch danach) gerne zitieren werden: "Never give up until the last day!"
Mal schaun, was es damit auf sich hat 😎 : morgen ist nämlich unser letzter (halber) Tag im Moremi, dann geht es nach Khwai.
Teil 2020. Sept. 2021
26. August 2021: Transfer von Moremi MGR06 nach Khwai Magotho MAG07 oder "Never give up until the last day" !Teil 1
Als wir in der Dunkelheit an unserem letzten Morgen im Moremi aufstehen und unsere Sachen packen, alles zum Trailer tragen, unsere Zelte abbauen und uns schnell ein Frühstück einwerfen, wissen wir noch nicht, dass dies ein sehr aufregender Tag, zumindest den Vormittag betreffend werden wird! Stopp – das stimmt so nicht ganz, denn für manche hat das Abenteuer bereits heute Nacht begonnen 🤩 ! Wird zumindest behauptet… 😕
Ich habe selig geschlafen und erzähle den anderen ganz begeistert, dass ich mich nach 8 Stunden Tiefschlaf so richtig fit und munter fühle. Alle schauen mich ungläubig an: „Ich konnte kein Auge zu tun, diese Elefanten die ganze Nacht!“ „Bei uns haben sie direkt überm Zelt an einem Ast gefressen, wir hatten Angst, dass ein Teil davon auf uns fällt!“ „Dieses Grummeln- richtig unheimlich!“ „Ich hab’s voll genossen, das Rascheln und Kauen und dieses Grollen, wenn sie miteinander kommunizieren!“
Äh, wie jetzt 🙄 – haben wir im selben Camp übernachtet?
Nachdem es 7 gegen 1 steht, werden die anderen aber wohl recht haben…. Mich beunruhigt nicht die Tatsache, dass Elefanten im Camp waren, sondern dass ich bei solchen Geräuschen nicht aufwache. Ich bin mir eigentlich sicher, einen leichten Schlaf zu haben und höre daheim auch jedes komische Geräusch nachts im Garten (Katzen, Käuze, Eulen, Waschbären, Suchhubschrauber…), wenn ich mit offenem Fenster schlafe. Daher war ich bis zu dieser Nacht im Moremi auch sicher, dass ich es mitbekomme, wenn bei mir jemand einbricht – auch wenn man das vielleicht sogar besser verschlafen sollte (dazu viel später auf der Reise noch eine kurze Geschichte 😗 ).
Naja, so ganz glaube ich das alles aber eh nicht – bis wir, nachdem schon alles geladen ist und es langsam dämmert, sehen, dass sich immer noch (oder wieder?) jede Menge Dickhäuter in der Nähe rechts von unserem Camps aufhalten.
Sie fressen friedlich vor sich hin, und so bewegt sich eine von uns (habe vergessen, wer es war) etwas zur Seite weg vom Landcruiser, um noch ein Foto aus diesem Winkel zu machen. Dies scheint einen der Elefanten sehr zu irritieren, denn er nähert sich uns plötzlich mit Drohgebärden und Trompeten 😮 . Nun erlebe ich zum ersten Mal, dass Diteko ernsthaft eingreifen muss. Er fordert die Person schnell auf, sich nahe zum Auto zu begeben und schlägt gleichzeitig kräftig auf die Motorhaube, um den drohenden Elefanten mit dem lauten Geräusch abzulenken bzw. ihm damit klar zu machen, wer hier der Boss ist 🤩 . Mit dem anderen Arm macht er ihm unmissverständliche Zeichen, wohin er sich bitteschön zu bewegen hat – nämlich weg von uns! Offensichtlich sprechen unser Guide und der Dickhäuter dieselbe Sprache – auf jeden Fall zieht der Vierbeiner sich zurück.
Wie in einem Theaterstück betritt aber gleichzeitig der nächste Schauspieler die Bühne, dieses Mal von links! Ein großes Hippo steht wie aus dem Erdboden gewachsen plötzlich auf dem Fahrweg.
Ehrlich gesagt habe ich richtig Respekt vor diesen Speckwalzen und klettere schnell ins Auto, von wo aus ich das Foto mache. Von rechts haben die Elefanten diesen neuen Störenfried inzwischen entdeckt und nun gelten ihre Drohgebärden ihm. Ohne lange zu überlegen, macht sich das Nilpferd vom Acker…
So, jetzt können wir endlich das Camp fertig aufräumen und aufbrechen! Um 6.46 Uhr verlassen wir den Platz und stellen fest, dass es auch auf der linken Seite, über die wir das Gebiet verlassen, von Elefanten nur so wimmelt. Einer überlegt noch kurz, ob er uns aufhalten will, aber dann haben wir freie Fahrt.
Weit kommen wir aber nicht – Matthias bricht in Entzückensrufe aus 😘 😄 : vor uns trippeln zwei winzige Federknäuel auf der Fahrspur hin und her - "Wachteln!"“
Genauer gesagt sind es Common (oder auch Kurichane) Buttonquails – was für ein langer Name für so kleine Bibberle. Auf Deutsch wird’s auch nicht kürzer: Rostkehl-Kampf-Wachtel! Gut, jetzt wissen wir das auch… 😎 (Für Nichtbirder sicher nicht ganz so spannend... 😗 ).
Diteko hat immer noch sein Löwentrauma und beginnt schon wieder zu spähen (never give up until…. Ihr wisst schon…. 😎 ). Es ist 7.03 Uhr.
Um 7.07 Uhr stoppt er das Fahrzeug schon wieder – so kommen wir nie nach Khwai!
Aufgeregt greift er zum Fernglas und erklärt uns, dass dort hinten große Aufregung herrscht, Gnus glotzen doof in eine Richtung, Vögel kreischen – und schon hat unser Guide den Grund entdeckt: voller Begeisterung ruft er: SERVAL! - 10 Adrenalinspiegel schnellen hoch und Diteko versucht, näher an das Geschehen heranzufahren. Daher rühren auch einige leider etwas unscharfe Bilder, zumal es um diese Uhrzeit noch kein wirkliches Licht zum Fotografieren gibt! Die Szenerie, die wir nun erleben dürfen, ist unglaublich, leider könnt Ihr die Geräusche nicht hören. Einige Gnus starren den Serval an, er starrt zurück.
Das tatsächliche Problem für ihn (oder umgekehrt?) sind aber zwei Klunkerkraniche, die seine Anwesenheit mit viel Geschrei kommentieren (hier sieht man nur einen).
Vermutlich haben sie Angst um ihr Gelege, das sich wohl irgendwo auf dem Gelände befindet. Den Serval scheint das wenig zu beeindrucken. Obwohl Diteko Angst hat, dass er schnell verschwindet, da es eine sehr scheue und damit auch selten zu sehende Katze ist, schleicht er zunächst und schreitet dann relativ gelassen (zumindest nach außen hin) dahin. Er wird ständig von den zeternden Klunkerkranichen eskortiert, mal sind sie vor ihm, dann wieder dahinter, um kurze Zeit wieder nach vorne zu fliegen oder zu rennen, mal laufen sie neben ihm her. (Vielleicht kann ich mich nachher in Ruhe noch entscheiden, welche Fotos ich wieder rausschmeiße, aber jetzt gibt es erstmal die volle Dröhnung, sorry).
Kurz biegt der Serval in ein Gebüsch ab und wir fürchten schon, ihn verloren zu haben, aber da taucht er an einer für uns sogar günstigeren Stelle wieder auf.
Diese Interaktion zwischen Katze und Vogel geht 5 Minuten lang – und dann haben die Kraniche ihn wohl dorthin gelotst, wo sie ihn haben wollen. Kurz bevor er aus unserem Blickfeld verschwindet, taucht noch eine Tüpfelhyäne in diesem Theaterstück der besonderen Art auf (rechts oben) – wie krass ist das denn? 🤩
3 Minuten später sind wir auf derselben Fahrspur wie sie unterwegs, kurze Zeit rennt sie – wenn auch in weiter Entfernung - vor uns her, dann verschwindet sie ins Gebüsch.
Uff, es ist inzwischen 7.15 Uhr, da stehen andere erst auf 😄 – und was haben wir schon alles erlebt 🤨 !
Wenn man bedenkt, dass diese Sichtung mit Serval und Hyäne gerade mal 8 Minuten gedauert hat, dann versteht man so richtig, was der Spruch „Zur rechten Zeit am rechten Ort“ zu bedeuten hat.
Nun können wir ja entspannt weiterfahren Richtung South Gate und dann nach Khwai, wir haben unser Sichtungsglück vermutlich für heute aufgebraucht… Aber wie sagt Diteko gerne? "You never know what happens! " 😎