Im Dorf am Büro der Guides ist gerade eine Herde Ziegen und ein Esel dabei, die Blumen vor dem Büro abzufressen. Es kümmert aber niemand und auch wir wollen ihnen den Spaß nicht verderben!
Wer hier der Chef ist, ist klar! 😎
Wir zahlen nochmal nach und machen uns mit Abraham und Gabriel auf den Weg zum Canyon von Toro Toro, der gleich in der Nähe liegt. Mario, Anna und Lena wollen mit Abraham noch hinunter in den Canyon steigen, der Rest von uns ist faul und spaziert mit Gabriel zu einer Aussichtsplattform, wo man einen schönen Blick hat. 😎 Truthahngeier und Rabengeier fliegen vorbei und wir beneiden die 3 Wanderer nicht. Ganz schön weit da runter!
Blick hinüber nach Rimu Kipu
Wir lassen Uralt für die anderen am Parkplatz zurück und fahren zurück nach Toro Toro um noch ein paar Saurierspuren zu sehen. Mehr als 2500 soll es im Park geben, ein paar davon direkt beim Dorf.
Große Löcher führen in gerader Linie einen Hang hinauf… Aha….
🤩 Gabriel stellt einen kleinen Plastiksaurier dazu… die sind also von einem Stegosaurus und rund 75 Millionen Jahre alt. Ganz ehrlich – ich bin nicht traurig, dass diese Giganten ausgestorben sind! 😗
So langsam bekommen wir Lust auf ein schönes Bier. Wir bedanken uns bei Gabriel, geben ihm noch ein Trinkgeld und lassen ihn an der Kirche aussteigen.
Kirche von Toro Toro
Saurierhotel???
Was will das Kind von der Kuh? Nach Hause treiben?? 😄
Zurück in Rumi Kipu versorgt uns Annemarie mit Bier und wir genießen die Abendsonne auf der Terrasse. Die Sonne geht unter, trotzdem sind die Temperaturen angenehm lau. Hier ist ein wunderbarer Ort, um die Seele baumeln zu lassen.
Blick von Rumi Kipu aus
Um 19 Uhr gibt es ein liebevoll zubereitetes Abendessen: Kürbissuppe, Schweinelende mit Kartoffeln und Ratatouille und als Nachtisch Creme brulée. 😛 Dazu reichen uns Annemarie und Alfonso hausgemachten Malvensaft, Zitronenlimo und leckeren bolivianischen Weißwein. Was will man mehr! 😘 Morgen müssen wir leider sehr früh los und so fallen wir nach ein bisschen Quatschen und ein paar Runden Schafkopfen hundemüde in unsere bequemen Betten.
Fortsetzung folgt...
Teil 2221. Apr. 2021
On the road again… 400km in die Hauptstadt Boliviens
Wir haben aus unserem Fehler von vorgestern gelernt und stehen heute früh auf. Knapp 400 km liegen bis in Boliviens Hauptstadt Sucre vor uns. 🙁 Annemarie rät uns dringend davon ab, den direkten Weg nach Süden zu nehmen, auch wenn der nicht mal halb so lang wäre… wir folgen ihrem Rat und fahren auf der grottenschlechten Piste auf der wir gekommen sind zurück in Richtung Cochabamba. Wer weiß, wie schlecht die andere Straße wohl ist… Das Frühstück ist wieder extrem lecker 😛 und nachdem uns Annemarie noch mit Lunchpaketen versorgt hat, verabschieden wir uns von den beiden.
Fazit: Rumi Kipu war die beste Unterkunft unserer Reise. Annemarie und Alfonso sind unglaublich herzlich und der Nationalpark bietet einzigartige Landschaften. Hier würden wir alle gerne noch bleiben bzw. wieder kommen!
Um 7.30 Uhr sind wir unterwegs und kämpfen uns erneut durch das staubige Flussbett.
Die Sicht ist mitunter "unter Null"! 😣
Diesmal sehen wir zumindest etwas von der Umgebung … trotzdem ….
Desvio bleibt mein Unwort des Urlaubs!
Die erste Pause machen wir irgendwo (habe vergessen wo) zum Tanken, ein weiteres mal stoppen wir an einem Straßenstand, wo ein kleines Mädchen Keramik verkauft. 2 Erinnerungstassen (die gleichen hatte Annemarie) für den Kaffee zu Hause 😛 wandern in unser Auto – es sind nach einer Woche die ersten „Souvenirs“, die es gibt! 😄 In einem Hochtal machen wir Picknick und lassen uns Annemaries Lunchpakete schmecken! Die sind so reichhaltig, dass wir uns noch was davon für die Kaffeepause aufsparen!
Unter uns liegt ein See, in dem wir die ersten Flamingos, Ibisse und Enten entdecken.
Nachmittags haben wir Mizque erreicht, wo wir Kaffee trinken und uns ein bisschen die Beine vertreten. Kleiner Park in Mizque
Kirche von Mizque
Teil 2321. Apr. 2021
Ab hier wird die Straße zum Glück wieder besser! Auch heute fahren wir durch abwechslungsreiche Landschaften.
Es gibt Berge in allen Formen und Farben, Hochebenen und Flusstäler...
...glückliche freilaufende Schweine 😎 ...
... gemischte Tierherden...
... Lehmziegelhäuser, staubige Dörfer ...
... kleine Kirchen ...
... lustige Hunde, die an den Straße sitzen (wir haben bisher noch kein einziges totgefahrenes Tier gesehen!!!), und, und , und...
Man muss sich nur zu helfen wissen! 😗
Ein Kaktus ist schon mal einen Stopp wert!
Teil 2421. Apr. 2021
Obwohl es nicht langweilig wird, sind wir doch froh, als wir uns endlich Sucre nähern. Leider wird es schon wieder dunkel und wir kämpfen uns durch den recht lebhaften abendlichen Stadtverkehr. 🙁 Dank Maps.me erreichen wir ohne Zwischenfälle unsere Unterkunft, das Hostal Casarte Takubamba, das nur 4 Blocks vom Zentrum entfernt liegt. Es ist ein verschachteltes Stadthaus mit einem kleinen Café – sie wollen eines unserer Autos dort parken…. 🙄 Das wollen wir definitiv nicht – wäre schade um das Ambiente, wenn unsere Dreckskiste da stehen würde. 🤢 Wir fahren die Autos also in einen nahegelegenen Hinterhof, wo sie gegen eine kleine Gebühr bis übermorgen bleiben können. Wir bekommen zur Begrüßung noch einen Gutschein fürs Café 🙂 , dann bummeln wir noch durch das abendlich beleuchtete Sucre.
Der erste Eindruck ist sehr positiv! Wunderschöne Kolonialbauten, Kirchen, Parks, Cafés und Restaurants. Wir kehren in ein kleines Café am „Plaza 25 de Mayo“, dem Hauptplatz ein. Das Essen ist großartig, ich habe eine Tomatensuppe mit Avocado. 😛 Auch die anderen sind sehr zufrieden. Hier schmeckt auch ein gepflegter Drink! 😎 Später bummeln wir satt und zufrieden zurück in unser Hostal.
Fortsetzung folgt...
Teil 2524. Apr. 2021
Ein Tag in Boliviens weißer Stadt Sucre
Durch die verschachtelte Bauweise mit Innenhof und kleinem Garten, sind die Zimmer im Hostal Casarte Takubamba wunderbar ruhig. Unser Zimmer hat leider auch nur einen Blick hinunter ins Café, auch die Einrichtung ist bestenfalls zweckmäßig, dafür stört uns kein Lärm und wir haben eine erholsame Nacht.
Da unten wollten sie allen Ernstes unser Auto parken!!! 🤢
Zweckmäßige Einrichtung 😗
Gabi und Stefan sind von ihrem Zimmer total begeistert. Es liegt im oberen Stockwerk und hat einen Balkon mit Blick auf die Stadt. Das Frühstücksbuffet ist im hinteren Teil des Gartens aufgebaut und so genießen wir wie immer frische Früchte, Saft, Kaffee und alles mögliche zum Essen in der warmen Morgensonne.
Verschachteltes Hostal
Hier wurde das Frühstücksbuffet aufgebaut 🙂
Gemütlicher Garten im Hostal 😘
Wir wollen es heute ruhig angehen lassen. Jeder kann machen was er will, die Autos brauchen wir heute nicht. Schließlich wollen wir aber doch alle zunächst mal auf den Markt. Wir bummeln durch die Stadt, werfen einen Blick in eine von Sucres 20 Kirchen und tauchen dann ins bunte Markttreiben ein. 🙂
Das Angebot ist riesig, von Obst, Gemüse, Fleisch, Nudeln, Brot , Gewürze, Korbwaren, ...ist alles dabei.
Die Marktstände mit frisch gepresstem Fruchtsaft sind allseits beliebt!
Ich glaube es gibt allein 10 verschiedene Sorten Avocados und wir dürfen allerlei probieren. 😛 Dass wir gewarnt worden sind, wie leicht man sich in Bolivien eine Lebensmittelvergiftung einfangen kann, haben wir in dem Moment vergessen… 😗 Wir beschließen ein paar Vorräte einzukaufen – da macht der Markt dann gleich noch mehr Spaß!
Teil 2624. Apr. 2021
Vom Markt aus gelangen wir auf einen kleinen Platz
und stürzen uns dort auf die Auslagen in diversen Pullover-, Decken-, Tischdecken und Schal“läden“. 😎 Die Muster sind so schön! Den restlichen Vormittag verbringen wir mit Stöbern und einkaufen – vor allem wir Damen sind in unserem Element und mehrere Pullis, Schals und Decken wandern in unser Gepäck! 😄 Nächstes Mal bringe ich eine leere Tasche mit! Mario und Anna schlendern schließlich zurück zum Markt, um dort im oberen Stockwerk die Imbissstände zu testen. Wir anderen trauen uns nicht so ganz und wollen in einer Kneipe mit Saltenas versuchen – leider gibt es keinen Platz und so essen wir etwas nobler am Plaza de 25th Mayo, wo wir auf einem Aussichtsbalkon große Mengen Gemüse, Reis und Fleisch vertilgen. Der Balkon (Mitte) des Restaurants 😎
So macht Urlaub Spaß! 😛 Nach dem Essen bummeln wir noch ein bisschen durch die Straßen und genießen das Flair. Rund um den Plaza de 25th Mayo:
Portal der Kathedrale von Sucre
Kathedrale
Der Turm der Kathedrale ist geschmückt mit Apostelstatuen
Exkurs: Sucre liegt auf 2800 m Höhe und ist die konstitutionelle Hauptstadt Boliviens, allerdings hat hier nur der oberste Gerichtshof seinen Sitz, alle anderen Regierungsgebäude sind in La Paz. Die Stadt mit ihren wunderschönen weißen Häusern wurde 1538 von den Spaniern gegründet und ist seit 1991 UNESCO Weltkulturerbe. Sucre hat rund 240.000 Einwohner. 1623 wurde in Sucre eine der ersten Universitäten Südamerikas gegründet und neben den prächtigen Kolonialbauten, 20 Kirchen und schönen Plätzen gibt es viele kleine Cafés und gemütliche Kneipen.
Teil 2724. Apr. 2021
Da heute Sonntag ist, haben alle Kirchen und Museen geschlossen… Pech gehabt, macht aber nichts, so müssen wir keine Sehenswürdigkeiten abhaken sondern können einfach nur genießen. Sucre ist wunderschön – hier würden wir es locker auch länger aushalten. Als uns die Taschen mit den Einkäufen zu schwer werden bummeln wir zurück zum Hostal, wo wir einen Kaffee trinken und ein bisschen im Garten relaxen. 😎 Spätnachmittags laufen wir durch die sonnenwarmen Straßen den Berg hinauf zum Plaza Anzures – ein Tipp von den Hostal-Betreibern.
San Felipe de Neri
Steil sind die Straßen hinauf nach La Recoleta
Wir werden beobachtet 🙂 Hier oben liegt das ehemalige Kloster La Recoleta mit einem wunderschönen Arkadengang, der einen tollen Blick über die Stadt bietet.
Nach weiteren Pulloverkäufen (die werden wir auf dem Altiplano noch gut gebrauchen können!), bummeln wir wieder in die Stadt hinunter. Sucre ist der erste Ort, an dem wir auf eine nennenswerte Anzahl anderer Touris treffen – alles ist sehr entspannt und vor allem viele junge Leute sind unterwegs.
Abends landen wir in der selben Kneipe wie gestern, das Essen war einfach sooo lecker. 😛 😛 Hinter den Tresen entdecken wir einen dicken Schmöker über die Vögel Boliviens. Den müssen wir haben! Das kiloschwere Ding wandert in unsere Tasche und fortan sind wir abends damit beschäftigt, zu versuchen die gesehenen Vögel zu bestimmen! 😗
Im Hostal gönnen wir uns noch einen Drink im Café und spielen dann noch ein paar Runden Schafkopfen. Da wir nach den gemachten Erfahrungen ein bisschen Bammel vor dem morgigen Fahrtag (380km) haben, beschließen wir unterwegs zu frühstücken, damit wir ganz früh los können.
Fortsetzung folgt...
Teil 2827. Apr. 2021
Bolivien zündet ein Feuerwerk an Landschaften – 384 km nach Colchani
Die Vielfalt der Formen und Farben der bolivianischen Landschaften, die wir auf unserem Weg zum berühmten Salar de Uyuni durchqueren, wird uns heute verzaubern! 😘 Da wir heute früh los wollen, trinke wir um halb 7 nur einen schnellen Tee, holen Alt und Uralt aus der Garage und starten, bevor der morgendliche Verkehr in Sucre uns bremsen kann.
Fazit Sucre und Hostal Casarte Takubamba: Sucre ist eine wunderschöne Stadt, mit entspannten Leuten und jeder Menge Möglichkeiten. Ein Tag ist viel zu kurz und wir würden auf alle Fälle wiederkommen um länger zu bleiben! 🙂 Das Hostal ist sehr einfach, dafür aber absolut zentral, ein bisschen alternativ und die Betreiber sind sehr freundlich. Eher was für den kleineren Geldbeutel. Wir würden wieder hierherkommen.
Morgens ist es noch ruhig und wir sind schnell aus Sucre heraus. Gegen 9 finden wir abseits der Straße ein trockenes Flussbett, die Sonne wärmt und die Landschaft ist zauberhaft, so dass wir für ein Frühstück anhalten. Die 2 Liter Thermoskannen und unser Reisewasserkocher erweisen sich einmal mehr als Segen – wir haben schon in Sucre Wasser gekocht und eingefüllt, so dass wir jetzt wahlweise Kaffee oder Tee genießen können!
Die berühmte Bergarbeiterstadt Potosi – eigentlich ein „Muss“ für den Bolivienurlaub lassen wir aus Zeitgründen links liegen.
Potosi muss leider auf uns verzichten 😉
Es geht immer höher hinauf, in Uralt macht sich der Geruch von altem Gummi breit und Lena hat wieder einmal das „Fußwärme-Wellnessprogramm“ inklusive. Heute kommen wir erstmals über 4000 m! Wir sind alle ziemlich aufgeregt. Außer Mario und Lena, die schon mal in Nepal beim Trekking waren, ist es für uns eine Premiere!
Am Wegesrand entdeckt...
Teil 2927. Apr. 2021
Die Landschaft wird immer noch schöner – ich liebe diese weiten und kargen Hochebenen. Wir sehen Lamas, Alpakas, Esel, Schafe, Ziegen und Schafe. Wir halten immer wieder an um ein paar Fotos zu schießen:
Ein weites Hochtal verschlägt uns allen fast die Sprache – es ist so schön! Die Bilder können das leider nicht wiedergeben. Zum Glück stört es hier niemanden, wenn man einfach an der Straße stehenbleibt. Wir machen eine Pause und entdecken in der grünen Niederung Andengänse und Ibisse. Es ist majestätisch!
Teil 3027. Apr. 2021
Immer wieder wechseln Lamas über die Straße...
Die Landschaftsbilder sind vielfältig...
Im – wir taufen es so - Kakteental machen wir Picknick...
und erfreuen ein paar Schweinchen mit Gemüseresten!
Es gibt viele verschiedene Kakteen...
Teil 3127. Apr. 2021
Am Nachmittag sichten wir unsere ersten Vicunjas – die kleinen Wildkamele der Anden. 🙂
Ein Wegweiser macht auf eine "Sehenswürdigkeit" aufmerksam - die entpuppt sich als kleiner Canyon! Zeit um sich die Beine zu vertreten und ein paar Fotos zu machen:
Schließlich nähern wir uns endgültig dem Salar de Uyuni - hinter einer Biegung können wir das "Salzmeer" erstmals in der Ferne erblicken. 😎
Uyuni erreichen wir entspannt gegen 16 Uhr und so haben wir Zeit, bei den Marktständen Obst, Gemüse und Brot zu kaufen – 8 Leute essen ganz schön was weg! 😛 Noch schnell Alt und Uralt vollgetankt, dann fahren wir in Richtung Colchani, wo wir im Hotel Sal Luna Salada übernachten. Kurz vor Sonnenuntergang sind wir da – der erste Eindruck ist nicht der Beste! 😵 Von außen ist alles staubig und eine Baustelle. 😣 Kaum haben wir aber die Rezeption gefunden, sind wir wie verzaubert. Das Hotel ist innen wunderschön! 😘 Es gibt viele Nischen mit Kaminfeuern und Sitzecken, bunte Kissen und bequeme Stühle. Rezeptionsbereich
Gang zu den Zimmern - Die Sitzecken haben oft Blick hinauf auf den Salar, der im Abendlicht pastellfarben schimmert. Alles ist aus Salz, die Fußböden sind mit Salzsplit bedeckt! Toll!!!
Teil 3227. Apr. 2021
Und weil es so schön ist 😘
Stefan und Gabi bekommen ein Upgrade für ein riesiges Zimmer mit Top-Aussicht. Aber auch unser Zimmer ist sehr schön. Auf den Betten sind sogar Heizdecken! Es wird das letzte Mal sein, dass wir es so richtig schön warm haben!
Unser Zimmer
Mario und Anna machen noch einen Spaziergang, dann treffen wir uns alle in der Bar, wo wir einen Gratis-Willkommenscocktail genießen! 😎 Abends haben wir Plätze im Restaurant reserviert.
Das Buffet ist reichhaltig und lecker. 😛 😛 Es gibt sehr viel verschiedenes Gemüse, Kochbananen, Salate, Suppen aber auch Fleisch. Wir können das erste mal Alpaka testen! Sehr schmackhaft!
Den restlichen Abend verbringen wir bei einer Runde Billard auf holprigen Tischen, Jonas und Lena testen den „Spa-Bereich“ mit einem Thermalbecken. Es ist eine der besten Unterkünfte der Reise!
Fortsetzung folgt...
Teil 3302. Mai 2021
Weiß soweit das Auge reicht! Über den Salar de Uyuni nach San Juan, 160km
Die Nacht im Salzhotel war richtig schön kuschelig warm! Morgens leuchtet der Salar im schönsten Morgenlicht. 😎
Das Frühstücksbuffet ist super lecker: Säfte, Obst, Gebäck, Müsli und und und… 😛 Für die nächsten Tage stecken wir ein paar Coca-Blätter ein. Nur so zur Vorsicht. 😉 Bei Hilvert haben wir schon selbstgemachte Coca-Bonbons gekauft und seine Frau hat uns erklärt, wie man Coca-Blätter richtig kaut! Heute müssen wir nicht viele Höhenmeter überwinden. Wie das Hotel Sal Luna Salada liegt auch unser Ziel San Juan, südlich des Salar de Uyuni auf rund 3700m.
Fazit: Das Hotel Sal Luna Salada ist ein klarer Tipp! Einsam gelegen auf einer kleinen Anhöhe mit Blick über den Salar, gemütliche warme Zimmer, stilvolles Ambiente und sehr leckeres Essen!
Frohgemut treten wir in den frischen Morgen...
Alt und Uralt warten auf uns...
aber was ist das?? Oh nein! Uralt hat einen Platten! 😣 Tja – wird nix mit einem frühen Start. Reifen wechseln ist angesagt! 😈 Da bin ich froh, dass Stefan und M. das gleich in die Hand nehmen. Auch ein bolivianischer Guide kommt uns zur Hilfe. 🙂 Wir sind ein bisschen unsicher, ob es eine gute Idee ist, mit dem Ersatzreifen über den Salar zu fahren, der Bolivianer meint aber, das ist kein Problem. Wir telefonieren mit Warren, dem Chef von Petita und er meint auch, es ist O.K. Wir sollen den Reifen in San Juan flicken lassen. Na dann… Irgendwann ist der Reifen drauf und es kann losgehen. 😎
Exkurs: Der Salar de Uyuni ist mit rund 11.000 qkm der größte Salzsee der Erde. Geschätzte 10 Milliarden Tonnen Salz lagern hier. An der tiefstem Stelle soll die Salzschicht angeblich 200 m dick sein. Die reichen Industrienationen strecken bereits ihre gierigen Finger nach diesem Schatz aus. Das Lithium wird für Akkus für Handys und E-Autos benötigt. Entstanden ist der Salar vor rund 10.000 Jahren, als der Lago Tauca austrocknete und die Salzwüste zurückblieb. Inseln aus versteinerten Korallen erheben sich aus dem Salzmeer. Eine davon, die Isla Incahuasi ist unser Ziel.
Als wir ein Stück über den Salar gefahren sind, wird mir klar – für diese Landschaft fehlt mir jeglicher Vergleich.
Endlose, weiße Weite, am Horizont einige Berge, die Ausmaße sind gefühlt gigantisch!
Unser erster Stopp ist ein aufgegebenes Salzhotel.
Hier finden sich auch ein Denkmal, das der Dakar-Rallye gewidmet ist, die seit 2009 in Südamerika stattfindet.
Wir spazieren durch die verlassenen Hotelräume...
Schon ein bisschen spooky 😕
... rund um das Hotel...
Augestapelte Salzsteine!
... und zu den bunten Fahnen die an die Ralley erinnern. Alles sehr bizarr.
Teil 3402. Mai 2021
Als wir weiterfahren, bemerken wir immer wieder wassergefüllte Löcher in der Straße, die ansonsten gut zu befahren ist. Da sollte man nicht hineinfahren. Groß ist die Gefahr mit dem Reifen einzubrechen und steckenzubleiben. Für ein Foto taugen die „Augen des Salar“ allerdings auf jeden Fall!
Es ist nicht ganz einfach, auf der Piste zu bleiben. Wegweiser gibt es keine, alles ist blenden Weiß. Ohne Maps.me wäre das sicher schwieriger gewesen. So fahren wir – mal links, mal rechts neben der auf der Karte verzeichneten Piste in nordwestlicher Richtung. 😗 Am späteren Vormittag kommt die Isla Incahuasi in Sicht.
Die Insel inmitten der Salzwüste ist unglaublich. Über und über bewachsen von Kakteen, dazwischen versteinerte Korallen. Vögel und Schmetterlinge leben hier – drumherum nichts als die endlose weiße Weite! 🤩 Vergleichbares habe ich noch nie gesehen. Die Zahl der Touristen hält sich in Grenzen. Es gibt ein paar Indigenas die Souvenirs verkaufen und ein kleines Restaurant samt Ticket-Büro. Nachdem wir bezahlt haben spazieren wir auf dem markierten Weg über die Insel, wobei wir gefühlt tausende Fotos schießen - vorsicht - Fotoalarm! 😗
Die Kameras sind allerdings mit den extremen Kontrasten ziemlich gefordert. Die riesigen uralten Säulenkakteen finde ich unglaublich schön!
Die Säulenkakteen Trichocereus (ich finde das klingt wie ein Dinosaurier!!! 🙂 ) sind bis zu 1200 Jahre alt!
Teil 3502. Mai 2021
Auf dem höchsten Punkt der Insel hat man einen guten Blick über den Salar!
Wo ist hier Himmel und wo Erde?
Mittags treffen wir uns zu einem leckeren Picknick.
Bitte nicht am Picknickplatz...!
Yellow finch
Der Black Hooded Sierra Finch hofft auf Reste der Ananas...
Teil 3602. Mai 2021
Natürlich versuchen wir uns auch an den obligatorischen Spaßfotos – das ist gar nicht so einfach!
So entstehen Spaßfotos!
Erster Versuch...
Gulliver bei den Lilliputanern 😎
Tausche Pferd gegen Fuchs! 😗
So sehen Adventurecars aus! 😎
Gegen 15 Uhr brechen wir auf in Richtung Süden, nach San Juan. Immer wieder halten wir um den Salar zu bewundern und Fotos zu machen:
Am Rande des Salars ist der Untergrund ganz schön schmierig und ich bin ein bisschen nervös – Uralt lässt uns diesmal aber nicht im Stich und so erreichen wir wieder festen Untergrund. 🙂 Die Piste ist grottig – Querrillen und Staub. 😣 So rumpeln wir in Richtung San Juan.
Vicunjas am Wegesrand...
Kurz bevor wir das Dorf erreichen, es ist kurz vor 17 Uhr, spendieren wir noch einem gestrandeten Bolivianer Benzin für sein Motorrad, das dankbar angenommen wird. Das Dorf strahlt ein verlassenes Mexiko-Westernflair aus. 😉 Wir finden unsere Unterkunft – graue Mauern, kein Hinweis. Innen ist das Hostal Magia San Juan überraschend schön! 🙂
Wir werden sehr freundlich empfangen und beziehen die einfach ausgestatteten Zimmer.
Auf den Betten türmen sich gefühlt zehn Schichten Decken. M. und ich nehmen unsere Schlafsäcke mit. Stefan, Mario, M. und ich machen uns auf die Suche nach jemandem, der unseren Reifen flickt. Wir klingeln an mehreren vielversprechend aussehenden Türen, stottern uns auf Spanisch durch 😮 und werden irgendwann zum Reifenflicker geschickt. Der entpuppt sich als zahnloser älterer Bolivianer, der gerade in Richtung Dorfkneipe unterwegs ist. 😕 Wir erklären ihm unser Problem und er nickt dazu. Wir verstehen das mal so, dass er bereit ist, unseren Reifen zu flicken. 😗 Wir vereinbaren noch, dass wir den Reifen um 8 Uhr am nächsten Morgen abholen werden. Ob das passt? Er nickt auf alle Fälle und rollt dann den Reifen, der ihm bis zur Hüfte reicht in seine „Werkstatt“. Dann schließt er ab und geht in die Kneipe… 😮 Wir werden sehen! 😉 Für den Abend haben wir Essen bestellt. Bis es soweit ist, gönnen wir uns ein Bierchen und spielen Karten. 😛 Im winzigen „Restaurant“ brennt ein Feuer im Kamin und auf dem Esstisch brennen Kerzen. Es ist sehr stimmungsvoll. 😘 Leider ist es auch sehr kalt – mit Woolpower Skiunterwäsche und Daunenjacke geht es aber. Das Essen ist total lecker, ich habe aber nicht aufgeschrieben, was es gab. Satt und zufrieden fallen wir schließlich in unsere Betten. Dank unserer warmen Schlafsäcke brauchen wir nicht alle Decken. 🙂 Wenn man alle auf dem Bett lässt, fühlt man sich als läge man unter einem Sack Zement, so schwer sind die Dinger!
Fortsetzung folgt...
Teil 3703. Mai 2021
Von San Juan in die Wüste und zu bunten Bergen
Früh morgens um 7 Uhr lassen wir uns ein leckeres Frühstück schmecken. 😛
Fazit: Hostal Magia San Juan: Die Unterkunft ist ein idealer Ausgangspunkt für Tagesausflüge in die Siloli Wüste und zu einigen näher gelegenen Lagunen. Großen Komfort (z.B. Heizung) darf man nicht erwarten, die Betreiber sind aber sehr freundlich und das Essen ist richtig lecker und frisch gekocht! In San Juan bekommt man Benzin (Schwarzmarkt), kann Geld wechseln und ein paar Snacks gibt es im Kramerladen auch. Wir würden jederzeit wieder kommen.
Wir beladen die Autos und wollen los – denkste! 😈 Uralt springt nicht an! 😈 😈 O.K. Da war doch ein Überbrückungskabel…. Kurz mal an Alt gehängt …. Uralt knattert und spuckt, aber er läuft! 😕 Wir fahren zur „Werkstatt“ während Gabi und Stefan sich schon mal auf die Suche nach Benzin machen. Unser Reifen ist tatsächlich pünktlich fertig… vielleicht hat er ihn einfach aufgepumpt??!! 😕 Nein – er hält den restlichen Urlaub einwandfrei! 🙂 Wechseln müssen wir ihn leider selber, während uns der Chef grinsend zusieht! 😣
Staubige Dorfstraße von San Juan 😎 Dann ist auch das geschafft und wir finden den Rest unserer Gruppe beim einzigen Kramerladen im Dorf. Hier gibt es Schwarzmarktbenzin, welches Stefan und M. mittels „Schlauch-Ansaugen“ in den Tank befördern. Bei der geschäftstüchtigen Inhaberin können wir ein paar Euro wechseln, Quinoa-Riegel kaufen und gegen Bezahlung auch noch mal schnell die Toilette benutzen. All-inklusive praktisch! 🤩
Wo ist bei dem Hund wohl hinten und wo vorne?? Hauptsache er lebt noch! 😗
Wir sind zum Glück gerade fertig, als mehrere noble Jeeps, samt Guides und etliche Italiener im Laden einfallen. 🤨 Puhh so viel Aktion sind wir nicht mehr gewöhnt. Mittlerweile ist es auch schon 10 Uhr!!! 🙁 Wir ergreifen die Flucht.
Nach einem kurzen Stopp bei der hübschen Adobe-Kirche fahren wir zunächst Richtung Süden und biegen dann ab Richtung Chile. Die Straße scheint auf der Karte die beste zu sein.
Bald kommt der auf der Chilenisch-bolivianischen Grenze liegende 5869m hohe Vulkan Ollagüe in Sicht, der uns auf den nächsten Kilometern begleiten wird.
Der Berg ist wunderschön und noch aktiv, wie man an den Rauchwolken erkennen kann. Ursprünglich wollten wir hier mal die Grenze überqueren und in Chile weiterfahren. Da der Grenzübertritt aber angeblich sehr langwierig ist, da sich die beiden Länder nicht wirklich grün sind, ich keine gesicherten Kenntnisse zwecks Benzinversorgung finden konnte und generell die Zeit etwas knapp ist, verwarfen wir die Idee jedoch wieder.
Die bizarren, teilweise mit immergrünen Yaretas bewachsenen Felsen sind toll!
Die immergrünen Yaretas wachsen nur wenige Millimeter pro Jahr!
Der Ollagüe schlägt uns in seinen Bann! Hier entsteht eines unserer Lieblingsfotos der Reise:
Es ist kaum Verkehr und die Straße ist recht gut befahrbar, so dass wir flott vorwärtskommen. Als die Grenze schon fast in Sichtweite ist, biegen wir nach Süden ab. Auf die Wüste und die Lagunen freuen wir uns schon unglaublich!
Teil 3803. Mai 2021
Gegen Mittag erreichen wir die erste Lagune, die Laguna Chulluncani.
Was man nicht alles für ein interessantes Foto tut... 😗
Kein Mensch ist hier unterwegs und wir machen am Ufer der Lagune mit Blick auf die ersten Flamingos und ein paar Enten ein kühles Picknick.
Die bunten Berge erinnern ein bisschen an das isländische Landmannalaugar. Die Temperaturen ebenso… 😎
Je nachdem, wo die Sonne steht und wo man selbst steht, leuchtet die Landschaft in den unterschiedlichsten Farben! 🤩
Eine weitere wunderschöne Lagune, wir glauben es ist die Laguna de Pastos Grandes (angeschrieben ist hier nix!) 😗
Teil 3903. Mai 2021
Letzter Blick auf die Lagune
Mitten in der Wüste bleiben wir schließlich stehen. Die Weite, Ruhe und Einsamkeit verschlägt uns wirklich die Sprache. Wer unwirtliche und raue Wüsten mag, der ist hier richtig! Es ist fantastisch!
Am Nachmittag nähern wir uns dem Hotel Tayka el Desierto – wir fahren über eine Kuppe und da ist es: 🤩 Wie ein Außenposten der Zivilisation – eine Raumstation auf dem Mars – unglaublich, wie es da mitten im Nichts vor uns liegt!
Wir werden super freundlich empfangen und beziehen die großen Zimmer, die wiederum über große Stapel Decken verfügen.
Strom wird über Solarzellen und kleine Windräder erzeugt. Nachts ist also eine Taschenlampe von Nöten. Im großzügigen Restaurant gibt es den ganzen Tag über kostenlosen Tee. 🙂
Die Panoramafenster geben den Blick auf die einsame Wüste frei – wir lieben es! 😘
Teil 4003. Mai 2021
Blick aus den Panoramafenstern! 😎
Nach dieser Stärkung erkunden wir noch etwas die Gegend. Im Schleichtempo 😗 – das Hotel liegt auf rund 4700 Höhenmetern!
M. und ich spazieren zunächst auf einer Fahrspur entlang und beschließen dann, zwecks Aussicht noch einen wirklich kleinen Hügel zu besteigen.
Um ehrlich zu sein… ich schaffe es nicht bis nach oben. 🤢 Total kurzatmig beschließe ich für mich, das die Aussicht von nicht ganz oben auch schön ist! 😗 Ich habe mich ein bisschen übernommen und als ich zurück im Hotel noch ein Sundowner-Bier trinke muss ich das so richtig büßen. Mir ist übel und Kopfweh habe ich auch. Selbst schuld. 🤢 Mir fällt ein, irgendwo gelesen zu haben, dass Alkohol in großen Höhen nicht gut verträglich ist. 😣 So kommt es, dass unsere letzten Bierchen bis nach La Paz weiterfahren, wo wir sie Lewis und seinem Kumpel schenken, die die Autos in Empfang nehmen. Zum Glück lässt sich die Übelkeit mit ein paar Runden Schafkopfen vertreiben. 😗 Das Abendessen ist im Preis inbegriffen und wir sind total begeistert. Die Leute hier geben sich unglaublich viel Mühe! Alles ist liebevoll angerichtet und es gibt mehrere Gänge. 😛
Damit es ein bisschen wärmer ist, stehen gasbetriebene Heizstrahler im Restaurant, so dass man es auch ohne Daunenjacke aushalten kann. Die Ober sind schick angezogen und die Speisekarte ist schön gestaltet. Das hätten wir hier nicht erwartet. In meinem Tagebuch habe ich über das Essen geschrieben: Das Beste bisher!! 😛 😛 Hundemüde von den Eindrücken und vermutlich auch wegen der Höhe fallen wir schon um 9 Uhr ins Bett. Wir freuen uns unglaublich auf den morgigen Tag, wenn wir nach Süden ins Reserva Nacional de Fauna Andina Eduardo Avaroa fahren wollen. 🙂