Reisebericht

Kurzer RB Kenia Sept. 2020

von KarstenB · begonnen 16. Okt. 2020 · 24 Teile

Teil 2118. Dez. 2020
Masai Mara, 19.9.20

Unser letzter ganzer Tag im Malaika Camp war angebrochen, und der sollte es in sich haben. Wir sind früh los, und es dauerte nicht lange, bis wir auf ein großes Löwenrudel beim Frühstück trafen:
P1120474.JPGP1120475.JPG
Die Jugendlichen konnten es trotz gut gefüllter Bäuche nicht lassen, ein Hippo zu verfolgen:
P1120482.JPG
Die Mutter schaute nur amüsiert hinterher:
P1120484.JPG
Das Hippo wurde nach allen Regeln der Kunst eingekreist:
P1120485.JPGP1120486.JPGP1120487.JPGP1120488.JPG
Da das Hippo die Junglöwen aber konsequent ignorierte, verloren die Junglöwen das Interesse und kehrten zum Gnu-Frühstück zurück:
P1120492.JPG
Ohnehin spielte sich das Ganze in unmittelbarer Nähe zum Hippopool ab:
P1120543.JPGP1120531.JPG
Anschließend wurde der Durst an einem nahen Bach gestillt und gespielt:
P1120545.JPGP1120546.JPGP1120550.JPGP1120553.JPGP1120556.JPG
Auf der Weiterfahrt hatten wir das Vergnügen, dies Eland auf Brautschau zu sehen:
P1120564.JPG
und Verreaux's Eagle-owl: (leider ein schlechtes Foto)
P1120582.JPG
Plötzlich begann John, in einem Affenzahn über die Savanne zu rasen ...
(Diesen Cliffhanger müsst Ihr mir gestatten 😎 )
Teil 2220. Dez. 2020
Masai Mara, immer noch der Vormittag des 20.9.20

Da John sich bei dieser Fahrt über Stock und Stein sehr konzentrieren musste, kam die (erhoffte 😎 ) Erklärung etwas später: er hatte eine Nachricht erhalten, dass ein Leopard gesichtet wurde! Und in der Tat:
P1120589.JPG
Darf ich vorstellen: die Leopardendame Luluka
P1120592.JPGP1120597.JPGP1120601.JPG
Sie spazierte gemütlich auf dem Weg, während wir (und noch 4, 5 andere Autos - am Wochenende war etwas mehr los wegen der Einheimischen) sie immer wieder überholten, um sie von vorne zu erwischen.
Dann verließ sie den Weg und schlug sich in die Büsche, die am Ufer des Flusses wuchsen:
P1120614.JPG
Und alle rasten zur nächsten Furt, um die Leopardin auf der anderen Uferseite abfangen zu können.
Alle? - Nein, einer nicht: John hatte den richtigen Riecher. Er zwängte das Auto in eine winzige Lücke zwischen den Bäumen und Büschen, und siehe da - Luluka ist zu ihrem Wurf und rief ihre Jungen:
P1120629.JPGP1120631.JPGP1120632.JPG
(Entschuldigt die störenden Gräser im Vordergrund - ich habe Véro gebeten, auszusteigen und diese zu entfernen, aber sie wollte nicht 😈 😗 )
P1120633.JPGP1120635.JPGP1120636.JPGP1120642.JPG
Sie hatte 2 Junge, das 2. war wesentlich ängstlicher und zeigte sich erst einige Zeit später.
John erzählte, dass es sich um ihren 3. Wurf handelte, alle bisherigen hatte sie verloren - einen an Hyänen, einen an Löwen und beim 3. kennt man den Grund nicht.
P1120644.JPGP1120646.JPGP1120648.JPGP1120649.JPGP1120650.JPGP1120651.JPGP1120652.JPGP1120654.JPGP1120655.JPGP1120657.JPG
Inzwischen hatten die anderen Guides ihren Irrtum natürlich mitbekommen und standen auch bei uns - da es aber so eng war, konnten die Wagen nur hinter uns stehen und die Insassen dürften nicht viel gesehen haben. Also schlug John irgendwann vor, den anderen auch eine Chance zu geben. Also ein letzter Blick auf Luluka:
P1120661.JPG
(Wir haben später von John noch ab und zu Fotos von Luluka und ihren Jungen zu sehen bekommen - fürs erste haben sie also überlebt.)
Teil 2322. Dez. 2020
Masai Mara, weiterhin der Vormittag des 19.9.20
Nach diesem emotional aufputschenden Erlebnis haben wir erst mal in der Savanne gefrühstückt.
Anschließend sahen wir ein Paar Bare-faced Go-away-bird:
P1120673.JPG
ein Topi mit Jungem:
P1120697.JPG
und ein Warthog, das sich eine Fango-Schönheitskur gönnte.
P1120702.JPG
Ob es geholfen hat? 😗
Dann fuhren wir ins Camp zum Lunch zurück. Beim Lunch bekam ich von Jo eine schlechte Nachricht, mit der ich aber schon so halb gerechnet hatte: Unser Flug aus der Mara nach Nairobi am nächsten Tag war vom späten Nachmittag auf den Vormittag vorverlegt worden. Also entschlossen wir uns, diesen Nachmittag im Camp zu bleiben, um zu packen und ein wenig die Eindrücke zu verarbeiten.
Abends hatten wir unser letztes Dinner mit Jo und John am Mara-Fluss 😣 :
20200919_163540.jpg
Teil 2426. Dez. 2020
Masai Mara - Nairobi, 20.9.20

Wir hatten noch Zeit, gemütlich zu frühstücken, bevor es zum Keekorok-Flugfeld losging.
Jo eröffnete uns, dass John uns alleine fahren würde, da Philipp, der 2. Guide des Camps, von einer enormen Ansammlung von Gnus und Zebras berichtet hatte, und er wollte sich das mögliche Crossing nicht entgehen lassen. (Wie John uns später berichtete, gab es tatsächlich ein spektakuläres Crossing, dass über 2 Stunden gedauert haben soll! 😈 Wenn er wollte, dass wir unseren Abschied bedauern, das hat er erreicht.)
Die gesamte Crew hat uns sehr herzlich verabschiedet, und dann ging es auch schon los.
Wenn diese beiden uns verabschieden wollten, dann haben sie es verschlafen:
P1120711.JPGP1120712.JPG
Außer großen Herden sahen wir kurz vor dem Flugfeld noch diese Löwin bei ihrem Riss:
P1120723.JPG
Obwohl vollgefressen, versuchte sie immer noch die Geier von dem Kadaver zu vertreiben:
P1120727.JPGP1120728.JPG
Irgendwann hatte sie von den Spielchen aber die Nase voll und kehrte dem Ganzen den Rücken zu
P1120730.JPG
und querte direkt hinter unserem Auto die Straße:
P1120732.JPGP1120733.JPG
Noch ein letzter Blick zurück
P1120744.JPG
dann durften die Geier übernehmen:
P1120749.JPG
Wir warteten dann mit John zusammen auf unser Flugzeug (er hat es sich nicht nehmen lassen, uns noch zuzuwinken). Der Flug war wieder sehr angenehm, nur dass wir diesmal direkt hinter den Piloten saßen. Véro fand es etwas beunruhigend, dass der Pilot die ganze Zeit mit seinem Handy zugange war, ich hatte den Eindruck, dass er dem Copiloten vermitteln wollte, dass er ungetrübtes Vertrauen in ihn hätte. 😗
Durch die Vorverlegung des Inlandsflugs hatten wir nun viel Zeit in Nairobi. John hatte organisiert, dass unser Abholer uns in ein Gartenrestaurant (den Namen haben wir leider vergessen) bringt und uns nach ein paar Stunden wieder abholt. Abgesehen davon, dass es etwas kühl und bedeckt war, hat es uns gefallen: das Essen war lecker, wir konnten in Ruhe lesen und einige Vögel fotografieren:
Diesen mir unbekannten (wer kann helfen? Natürlich Elvira): White-eyed slaty Flycatcher
P1120751.JPG
und die Olive Thrush (seit 2010) Abyssinian Thrush (Danke, Elvira!):
P1120753.JPG
Der Rückflug war nicht so angenehm wie der Hinflug (trotz BC haben wir nur wenig geschlafen). In HH haben wir dann das Testcenter für Reiserückkehrer am Flughafen gesucht und unseren Test gemacht. Im Nachhinein gesehen hätten wir lieber wieder zu Centogene gehen sollen. Erstens war die Prozedur dort nicht so unangenehm - nur Rachenabstrich und nicht in der Nase. (Véro meinte hinterher, nächstes mal geht sie lieber 2 Wochen in Quarantäne. 😄 ) Und zweitens hatte ich mein negatives Ergebnis nach 30 Stunden, Véro erst nach über 3 Tagen auf Nachfrage: "Ach, haben wir Ihnen das nicht geschickt? Tut uns leid." So musste ich 3 Tage lang alle Einkäufe erledigen! 😈 😎 😄
Ein Fazit des Malaika-Camps kann ich mir wohl sparen, unsere Begeisterung dürfte auch so rübergekommen sein.
Und die Reise insgesamt? Für Véro war es die schönste Afrikareise überhaupt (allerdings auch, weil wir fast die ganze Zeit allein waren), für mich war es die Reise mit den spektakulärsten Sichtungen in unglaublich dichter Abfolge. Allerdings ziehe ich immer noch Selbstfahrerreisen im mit Zelt vor. Leider habe ich den Eindruck, dass ich langsam zu alt dafür bin.
Zur Diskussion mit allen 139 Beiträgen