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Mit diesem RB bezwecke ich hauptsächlich, Euch Mut zu machen, Eure Afrikareisen nicht aufzuschieben, sondern einfach zu machen. Ihr tut nicht nur Euch, sondern auch den Menschen in Afrika, die vom Tourismus leben, etwas Gutes. Kurz vorweg: Wir hatten die Reise vor über einem Jahr geplant und gebucht, Start am 28.8.20 mit AF hin (HAM-CDG-NBO) und KLM zurück (NBO-AMS-HAM). Irgendwann bekommen ich die Nachricht, dass wir umgebucht worden sind: Statt morgens nach Paris schon am Abend vorher. Da ich ungern früh aufstehe, passte mir das eigentlich ganz gut. Als ich aber irgendwann auf unsere Buchungsseite gehe, stelle ich fest, dass der Flug HAM-CDG zwar tatsächlich umgebucht war, alle anderen Verbindungen aber gecancelt. Auf das Geld für die Tickets (BC!) warte ich noch heute. 😈 Ich habe mich dann mit den Camps in Verbindung gesetzt: eine Verschiebung wäre kein Problem. Als dann Kenia die Grenzen wieder aufgemacht hat und die Bedingungen raus waren, haben wir gebucht: am 8.9. mit LH hin und am 20.9. zurück. (War nicht viel teurer als der ursprüngliche Flug und sehr angenehm: in der BC waren wir hin zu 6t und zurück zu 8t.) Die wesentliche Bedingung für die Einreise nach Kenia ist ein negativer PCR-Test nicht älter als 96 h. Dann begann ich ein wenig zu rechnen: der 8.9. war ein Dienstag, Ankunft nach 20 Uhr. 96 h vorher ist Freitag Abend nach 20 Uhr. Wer macht mir denn am WE einen Test? Und Montag früh wäre mir zu riskant gewesen, wer weiß, ob wir das Ergebnis rechtzeitig erhalten hätten. (Mindestens 48 h, hieß es damals.) Im Netz die Info gefunden, dass die Frist ab Reiseantritt gerechnet wird. Die Botschaft angerufen und die Info bekommen, dass nicht das Datum des Tests zählt, sondern das des Ergebnisses. Inzwischen hatte auch am HHer Flughafen ein privates Testcenter aufgemacht, die auch am WE arbeiteten, aber ich dachte, wenn wir uns Freitag Mittag testen lassen, sind wir auf der sicheren Seite: weniger als 96 h bis Reiseantritt, falls das Testdatum zählt, und weniger als 96 h bis Ankunft, falls das Datum des Resultats zählt. Leider machte uns das Labor einen Strich durch die Rechnung: nach 8 h, also Freitag Abend, hatten wir schon das Ergebnis. 🤩 Als ich die Testergebnisse an das Nairobi Tented Camp weitergeleitet habe (die brauchten das für unseren Abholer), kam die Nachricht, dass die Behörden die Frist ab 8 Uhr des Tages berechnen, an dem der Test gemacht wird. Ob wir nicht einen Arzt kennen würden, der das Dokument umdatieren würde? 😕 😣 Glücklicherweise hat mich Jo vom Malaika Camp beruhigt: dass sei Unsinn, die Beamten würden gar nicht auf das Datum gucken, das Wort "negative" würde reichen. Wir sollten aber im Vorfeld ein Gesundheitsformular am PC ausfüllen, das einen QR-Code generieren würde, den wir beim Gesundheitscheck dann vorzeigen müssten. Das habe ich für mich erfolgreich gemacht, als ich es für Véro machen wollte, kam jedes Mal eine Fehlermeldung. Dann füllen wir das Formular bei der Einreise eben händisch aus, habe ich gedacht. 😗 Falsch gedacht: Als wir am LH-Schalter zum Check-in waren, wurde nach diesem Code (und den PCR-Tests) gefragt. Ohne kein Boarding! Ich habe dann das Formular am Smartphone ausgefüllt und nach etlichen Vertippern den Code erhalten. Inzwischen war die Gepäckabfertigung aber schon geschlossen, also zum Sperrgepäckschalter und dann im Schweinsgalopp zum Boarding. In Nairobi wurde dann der Code gescannt, ein Blick auf Testergebnis geworfen und die Körpertemperatur gemessen. Das war's. Und damit konnten 12 fantastische Tage beginnen! 🙂 (PS: Diesen Text zum Prozedere der Einreise hatte ich schon an anderer Stelle gepostet, falls sich jemand wundern sollte.)
Teil 216. Okt. 2020
Wir hatten damals eine ganz entspannte Luxusreise gebucht, und das kam so: Nachdem wir seit 2015 nicht mehr in Afrika waren (aus gesundheitlichen Gründen), hat mir Véro 2019 zum Geburtstag folgendes Geschenk gemacht: "Eine Reise nach Afrika"! (Aber nicht die abenteuerliche, stressige Variante, die wir früher gewählt hatten, sondern etwas Ruhigeres.) Ich habe mich sehr gefreut, aber dann überlegt, dass Véro das nur mir zuliebe gemacht hat und es ihr eigentlich gesundheitlich noch nicht so gut ging. Also habe ich ihr zu ihrem Geburtstag 7 Wochen später folgendes Geschenk gemacht: "Keine Reise nach Afrika"! Sie hat sich sehr gefreut, und so waren wir beide glücklich. 😎 Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein .... Fotobuch in diesem Forum vorgestellt wurde, und zwar von Guggu über ihre Zeit im Malaika Camp in der Masai Mara. Und da war es um uns geschehen - Véro hat auf ihr Geburtstagsgeschenk verzichtet. 🤩 😄 Zusätzlich zum Malaika-Camp (Hauptgrund des Besuchs: möglichst ein Crossing und Leoparden sehen 😎 ) habe ich dann noch das Nairobi Tented Camp gebucht: Zum einen wollte ich schon immer eine Giraffe vor Wolkenkratzern fotografieren, und zum anderen schien es mir praktisch zu sein - da wir abends ankommen würden, hätten wir sowieso eine Nacht im Hotel verbringen müssen - warum dann nicht 2 Nächte im Nairobi NP direkt neben dem Flughafen? Und da das Ganze möglichst entspannt sein sollte, haben wir uns BC-Tickets geleistet und für den Transfer in die Masai Mara Flüge mit Air Kenya.
Teil 316. Okt. 2020
8.9.20 HAM - NBO
Nach einem sehr angenehmen Flug wurden wir im Innern des Flughafens von einem Abholer vom NTC erwartet und durch die verschiedenen Kontrollen (Visum, Zoll, Gesundheit) geschleust, dann zu einem Fahrzeug gebracht, dass uns zum Eingang des Nairobi NP brachte, dort ein Fahrzeugwechsel und dann kamen wir endlich im Camp an. Man hat uns noch Dinner angeboten, aber wir waren sehr müde und wollten nur noch ins Bett und schlafen. Das stellte sich als nicht so einfach heraus: Es war mehrere Tage sehr regnerisch und kalt gewesen, das Camp liegt sehr schattig im Wald und hatte wohl längere Zeit keine Besucher gesehen (coronabedingt). Jedenfalls waren die Betten kalt und klamm, und obwohl wir jeder dicke Decken und eine Wärmflasche hatten, war an Schlaf kaum zu denken.
Nairobi NP, 9.9.20
Nach dem Frühstück war der erste Game Drive geplant. Da es immer noch sehr kalt war, fragten wir nach einer Decke für die Fahrt. Diese Bitte wurde abschlägig beschieden: die dürften sie uns wegen Corona nicht geben. 😈 Dieser erste Drive war sichtungsmäßig ein voller Erfolg: nicht nur sahen wir bald eine Gruppe von 5 White Rh., von denen ein männlicher Halbstarker vom Chef der Familie aus dem Verband vertrieben wurde, sondern wenig später noch einmal 3. Daneben verschiedene Vögel, Büffel, Kongonis, und es gelang mir auch das gewünschte Foto einer Giraffe vor der Skyline von Nairobi. (Leider war es am Vormittag noch bedeckt, so dass die Farben etwas zu wünschen übrig lassen.) 🙁
Teil 425. Okt. 2020
Nairobi NP, noch 9.9.20, nachmittags
Auch am Nachmittag konnten wir uns über das Sichtungsglück nicht beklagen. Nicht nur sahen wir wieder etliche White Rh., sondern auch ein männliches Black Rh. Dies hatte eine unschöne tiefe Wunde mitten auf der Brust und einige kleinere an der Seite, wahrscheinlich eine Auseinandersetzung mit einem männlichen Artgenossen. So viele Rh. an einem einzigen Tag hatten wir noch nie gesehen, ob das der Normalfall im Nairobi NP ist, konnte ich leider nicht erfahren. Unser Fahrer nuschelte leider ziemlich, jedenfalls hatte ich Schwierigkeiten, ihn zu verstehen. Viel gesagt hat er von sich aus auch nicht. Wahrscheinlich hat er diese Antilope vorgestellt, verstanden hatte ich ihn aber nicht.
So habe ich erst zu Hause mit dem Bestimmungsbuch erkannt, dass es sich hier um eine Erstsichtung für uns handelt: ein Suni hatten wir noch nie gesehen. Außerdem sahen wir natürlich die üblichen Verdächtigen: Zebras, Impalas, Giraffen, Büffel (keine Elefanten, die gibt es im Nairobi NP nämlich nicht), und diverse Vögel. Einige will ich Euch nicht vorenthalten: einen Whitebacked Vulture,
der prüft, ob die Fußnägel mal wieder geschnitten werden müssten, einen hübschen Little Bee-eater,
den nicht minder hübschen Hildebrandt’s Starling
sowie Kongonis:
Die beiden letzteren Arten werden wir in der Masai Mara nicht wieder sehen, aber ihre Pendants: Superb Starling und Topi. Ganz zum Schluss zeigte uns unser Fahrer noch einen im Grass liegenden Löwen, da war das Licht aber schon so schlecht, dass an ein Foto nicht mehr zu denken war. Im Camp zurück empfing ich eine email, dass Kenya Airways unseren Flug in die Masai Mara umgebucht hatte, ursprünglich sollten wir am frühen Nachmittag fliegen, nun hieß es Abflug 10:30. Nach dem Dinner, von dem ich nur noch erinnere, dass ich statt des bestellten Rotweins einen Weißwein bekam (das wurde dann aber korrigiert), habe ich mit dem Manager dann den geänderten Transfer besprochen. Aus einem mir nicht erfindlichen Grund (wir waren die einzigen Gäste, und ich kann mir nicht vorstellen, dass am nächsten Tag viele Neuankömmlinge erwartet wurden) nannte er uns eine absurd frühe Zeit (wann genau habe ich vergessen) für die Abfahrt aus dem Camp. Ich wusste nun aber, dass der Wilson Airport für die innerkenianischen Flüge direkt neben dem Park liegt, aber der Manager sagte, dass er die Information erhalten habe, dass unser Flug schon um 10 Uhr gehen würde. Immerhin konnte ich noch eine um 30 Minuten verschobene Abfahrtszeit aushandeln. Für die Nacht haben wir dann noch um je eine Extrawärmflasche gebeten, die wir auch bekamen. Mit je 2 Wärmflaschen im Bett haben wir dann einigermaßen geschlafen. Nach dem Frühstück am nächsten Morgen fuhr uns unser Fahrer dann zum Wilson Airport und brachte uns zur Abfertigung. Als wir um 8:30 damit durch waren, stellte sich heraus, dass der Flieger doch erst um 10:30 ging. So konnten wir uns noch 2 Stunden in der winzigen Abflug“halle“ langweilen.
Fazit Nairobi NP: Der recht kleine Park beherbergt eine erstaunliche Vielzahl an Tieren. Bis auf Elefanten gibt es die Big Five (Leoparden haben wir allerdings nicht gesehen), aber auch Geparde (auch nicht gesehen), Giraffen, viele Antilopenarten und eine reiche Vogelwelt. Wer ohnehin in Nairobi übernachten muss, macht keinen Fehler, wenn er diesen Park besucht. Fazit Nairobi Tented Camp: Das Camp ist sehr teuer. Das mag sich für einige relativieren, da auch alkoholische Getränke – Bier, Wein und Gin Tonic – inkludiert sind, war für uns aber kein Trost, da Véro gar keinen Alkohol getrunken hat und ich ein Glas Rotwein. Die Lage des Camps ist nicht sehr attraktiv – mitten im Wald, man hat keine Sicht von den Zelten. Für das Wetter zu der Zeit kann der Campbetreiber natürlich nichts. Aber dass die Betten feucht-klamm sind, hätte schon auffallen müssen. Dann hätte man dem mit mehreren Wärmflaschen entgegen wirken können. Aber dass so wenig auf unsere Wünsche eingegangen wurde (die Decke für den Gamedrive hätte man nach unserer Abreise ja waschen können!), war schon enttäuschend. Und dass man mir mitten ins Gesicht lügt, um mich früher los zu werden, mag ich ja nun gar nicht. Nairobi Tented Camp: Nie wieder!
Teil 530. Okt. 2020
10.9.20: Nach 17 Jahren endlich wieder Masai Mara!
Der Flug vom Wilson Airport nach Keekorok (hätte eigentlich (!) nach Olekiombo gehen sollen) war voll besetzt, aber trotzdem recht angenehm. Am Flugfeld warteten schon Jo und John auf uns. Zu Jo hatte ich ja schon telefonischen Kontakt gehabt, der Eindruck eines sympathischen, offenherzigen Menschen hat sich auch bestätigt. Und auch John, der Miteigentümer, nahm uns mit seiner herzlichen Art schnell für ihn ein. Ich stelle Euch die beiden mal kurz vor:
Jo links, John rechts. Das Gepäck wurde ins Auto gepackt, und dann ging es auch schon los, denn wir waren die einzigen Gäste. Gut für uns, schlecht für das Camp! 😗 Ich hatte ja gedacht, die beiden würden uns direkt ins Camp bringen, aber John fuhr gleich querfeldein (in der Mara darf offensichtlich immer noch offroad gefahren werden), und schon bald sahen wir die ersten Tiere: Topi:
Banded Mongoose:
Und Hunderte Geier (dies ist nur ein kleiner Ausschnitt).
Und dieser ist noch kleiner:
Kurze Zeit später nimmt John Fahrt auf. „Er hat wohl wieder was gesehen.“, meint Jo. Und in der Tat:
So kleine cubs haben wir noch nie gesehen! Das war ein Start, wie wir ihn nicht mal in unseren Träumen erwartet hätten! Um den Adrenalinpegel etwas runterzufahren, gab es dann noch einige der üblichen Verdächtigen: Thomson’s gazelle (Tommie):
Und Black-backed Jackal:
Und dann waren wir im Camp, wo der Lunch schon auf uns wartete.
Jo links, Véro rechts. 🤩
Teil 606. Nov. 2020
Noch 10.9.20 Nachmittags: Da der Vormittags-drive (der ja eigentlich nur ein Flughafen-Transfer war) etwas länger gedauert hatte, war es schon recht spät, als wir bereit für einen weiteren game-drive waren. (Zu den game-drives eine Anmerkung: Jo + John waren sehr flexibel - wann wir einen machen wollten, blieb uns überlassen. John war zwar ein ausgesprochener Fan des "Früher Vogel fängt den Wurm" Sprichworts und wäre am liebsten jeden Morgen um 6 vor Sonnenaufgang los, wer mich kennt, weiß, dass frühes Aufstehen so gar nicht meins ist. 😗 Aber in Afrika kann ich schon mal über meinen Schatten springen. 😎 Das Frühstück wurde dann irgendwo in der Mara unter einem Baum oder am Fluss eingenommen. Früh los hieß bei J+J aber nicht unbedingt früh zurück. Wenn es gerade sehr spannend zu werden versprach, sich andererseits der Hunger bedrohlich meldete, hat John auch schon mal im Camp angerufen und den Lunch zu uns kommen lassen. Einmal haben wir so 13,5 h im Auto verbracht - um 6 los, Frühstück und Lunch in der Mara und weit nach Einbruch der Dunkelheit um 19:30 zurück im Camp.)
Ausbeute des Nachmittags: Diese Schönheit
Eine Black mamba (eine Erstsichtung für uns):
Einer von 3 Brüdern:
Der 2. ist nicht weit entfernt, aber beschäftigt:
Dies Foto ist zwar technisch schlecht, mir gefällt aber der Gesichtsausdruck nach getaner Arbeit:
Das war also unser Ankunftstag im Malaika-Camp. Sehr zufrieden und müde sanken wir nach einem sehr guten Dinner in die Betten. Gute Nacht und LG aus HH, Karsten
Teil 715. Nov. 2020
Masai Mara, 11.9.20: Am Vorabend hatte ich Jo & John noch meine Herzenswünsche vorgetragen: 1. Leoparden: Leopardensichtungen waren auf unseren bisherigen Touren ausbaufähig: häufig weit entfernt und allgemein viel zu selten. Einschätzung der beiden: kein Problem, in der Vorwoche hätten sie jeden Tag Leoparden gesehen. 2. Ein crossing: Bei unseren beiden Mara-Aufenthalten waren wir auch zur Zeit der Wanderung der Gnus da, aber ein crossing hatten wir noch nicht miterlebt. Auch für dieses Mal hatte ich die Hoffnung schon aufgegeben, da ich vor unserer Reise auf Herdtracker gesehen hatte, dass die Riesenherden den Marafluss schon überquert hatten. Einschätzung der beiden: Trotzdem möglich. Wenn es längere Zeit nicht regnen sollte, würden die Herden wieder auf die andere Seite wandern. Es sei durchaus üblich, dass die Herden während ihres Aufenthalts in der Mara mehrmals den Fluss überqueren. Na dann, schaun mer mal!
Das Angebot, vor Sonnenaufgang loszufahren, haben wir (na gut, ich 😗 ) ausgeschlagen, ich hatte immer noch ein Schlafdefizit vom Aufenthalt im Nairobi Tented Camp. Auf der Fahrt sahen wir Topi, Tommies, Giraffen, einen White-browed Coucal (dies war definitiv keine birding Safari, Vögel kamen bei den ganzen Sichtungen zu kurz 😗 ), Impalas, Hyänen, diverse Geier und einen Marabou an einem Kadaver. Die Fotos erspare ich Euch, denn Ihr wollt doch lieber Löwen sehen, oder? (Und ich habe mir ein Limit von 300 Fotos für diesen Bericht gesetzt.)
Dann war es auch schon Zeit fürs Frühstück inmitten der Masai Mara. Das sah ähnlich aus wie bei Klaudi, nur dass John vorher noch eine Decke über die Kühlerhaube gebreitet hat. 😛 Die erste Sichtung nach dem Frühstück waren 2 vollgefressene Gepardenbrüder:
Da kam ganz unverhofft ein Steenbock des Wegs:
und näherte sich immer weiter den Geparden:
Es wurden Wetten abgeschlossen. Die Quoten sahen nicht gut aus für die Antilope. 😗 🤩 Und dann sprintete einer der Brüder los:
Teil 815. Nov. 2020
Noch 11.9.20, vormittags: Der Bauch war wohl doch zu schwer. So nah liegen Freude
und Frust beisammen:
Nach einer Stunde, in der wir Elands, wieder Tommies und eine große Gnuherde beobachten konnten, stießen wir auf eine Löwin, die aus einem Graben heraus die ankommenden Gnus fixierte. Aber die Gnus schienen sie bemerkt zu haben, denn sie hielten beim Grasen ausreichend Abstand, so dass die Löwin zu unserer Enttäuschung keinen Angriff startete. Unsere Enttäuschung hielt sich aber in Grenzen, als wir merkten, das die Löwin noch eine Schwester dabei hatte, die sich aus gutem Grund versteckt hielt:
Teil 917. Nov. 2020
Immer noch der Vormittag des 11.09.20: Nur 10 Minuten nach den kleinen Löwen treffen wir auf dies Paar bei der Produktion:
Allerdings habe ich hier ein wenig geschummelt: diese 3 Fotos sind in den letzten 2 Minuten unseres Aufenthalts bei den beiden entstanden. In den 20 Minuten zuvor war gemeinsames Relaxen angesagt, gefolgt von der Aufwachphase (von ihr), der Anmachphase (wieder von ihr), bis wir endlich unseren Voyeurismus befriedigen konnten. 😗 Dann sahen wir noch eine Gruppe Zebras bei der Durchquerung eines Flüsschens:
Das konnte man aber beim besten Willen nicht als crossing zählen. 😎 Damit war dann auch dieser Vormittag Geschichte. Nachmittags blieben wir im Camp, die Erlebnisse wollten erst mal verdaut werden. (Und wir streuen immer wieder gerne solche Entspannungsphasen ein. Früher konnte ich das nicht, aber inzwischen schließe ich mich da gerne meiner Frau an.) Und auch hier gab es noch eine interessante Sichtung:
Flap-necked Chameleon (Danke, Elvira!) Ein paar der Angestellten brachten uns das Tier auf einem Zweig.
(Kleiner Exkurs zu den Angestellten des Malaika-Camps Aufgrund unserer Erfahrungen sind wir keine Fans von Masai gewesen: Aufdringliches Betteln (Ngorongoro); im Kreis um uns sitzend und uns beim Aufbau des Zelts beobachtend, erst als ich Anstalten mache, mich zu entkleiden, um den Staub der Fahrt los zu werden, entfernen sie sich (Amboseli); Steine auf unser Auto werfend (Fahrt von Narok in die Mara), allerdings hatten wir in Narok einen Masai mitgenommen, der die Jungs ganz schön zusammenstauchte; noch einmal Steine auf der Strecke aus der Mara raus Richtung tansanische Grenze, diesmal leider ohne beschützenden Masai im Auto; und last but not least auf einem von Masai betriebenen Zeltplatz, wo man uns security anbot und nachdem wir abgelehnt hatten, das Angebot so modifizierte, dass wir es nicht mehr ablehnen konnten. 😗 😈 Ganz anders hier: die Angestellten waren im Umgang mit uns locker und entspannt, freundlich, aber nicht unterwürfig. Die Angestellten, die uns das Chamäleon zeigten, sprachen kein englisch, trotzdem verstanden wir uns prima. Unsere Kisuaheli-Brocken wurden lachend zur Kenntnis genommen. Unser (fast) privater Kellner und Mädchen für alles, Wilson, hatte eine herrlich ironische Art. Véro hat beim Dinner statt des Hauptgangs häufig die Suppe, die es als Vorspeise gab, noch mal bestellt, und auch das Dessert zurückgehen lassen mit der Bemerkung, das sei für Wilson. Einmal habe ich aber so geschwärmt, dass Véro den Nachtisch doch gegessen hat. Wilson kam, blickte auf den leeren Teller und meinte ganz trocken: "Intéressant!" (mit französischer Aussprache). 😎 Die beiden haben inzwischen über Whatsapp ein Tandem vereinbart, er bringt ihr Kisuaheli bei, sie ihm französisch. Es besteht aber kein Zweifel, dass Wilson der eifrigere Schüler ist. 😗 )
Teil 1020. Nov. 2020
Masai Mara, 12.09.20
Heute hab ich mich doch breit schlagen lassen, früh aufzustehen, d.h. 5:30 Wecken und heißes Wasser für die Dusche, Ingwerkekse und Kaffee in der Lapa und Punkt 6 Uhr Abfahrt. Wie jeden Morgen mit extra Decke und Wärmflasche auf jedem Sitz! Und beides ist bei diesen Morgentemperaturen hochwillkommen. Erster Stopp - Sonnenaufgang:
Dann findet John diesen im Gras kauernden African Savanna hare:
und 5 Minuten später eine Hyänenfamilie bei noch schlechten Lichtverhältnissen. (Daher keine Fotos) Grantgazellen:
und die üblichen Verdächtigen, Tommies und Gnus:
Ein Paar Schakale an einem Gnukadaver erspare ich Euch auch (nicht wegen des wenig appetittlichen Kadavers, sondern wegen störender Zweige). Da WE war, gab es ein paar Heißluftballons mehr als üblich: (Handyfoto)
Dann standen wir aber auch schon wieder bei einer Löwenfamilie:
Einer der Jüngeren machte sich auf Warthog-Jagd:
gab aber bald frustriert auf und holte sich Trost beim Bruder
und der Mama:
Nach einiger Zeit verabschiedeten wir uns von den Löwen:
denn es war Zeit fürs Frühstück:
Nach dem Frühstück sahen wir noch größere Gnu- und Zebraherden (die Hoffnung steigt!) sowie Elandherden. So viele Elands wie diesmal in der Mara hatte ich noch nie gesehen, und diesen Genießer will ich Euch nicht vorenthalten:
Zu den restlichen Fotos dieses Vormittags muss ich wohl nicht viel schreiben:
Dann ging es zum Lunch zurück ins Camp. Da wir der Meinung waren, dass wir für heute genug gesehen hatten, blieben wir den Rest des Tages dort.
Teil 1125. Nov. 2020
Masai Mara, 13.09.20
Heute haben wir ausgeschlafen und das Frühstück im Camp direkt am Mara-Ufer genommen. Dann ging es auf game drive, wobei sich zuerst die üblichen Verdächtigen zeigten, Impalas, Büffel, Zebras:
sowie Warthogs:
Auf dieser Reise gehörten Löwen aber auch schon beinahe zu den üblichen Verdächtigen:
Ein Landschaftsbild mit Suchaufgabe:
Hier ist schon die Auflösung: Whitebacked Vulture
Und dann kamen schon die nächsten Löwen, diesmal allerdings besondere: 2 von einst 4 mächtigen Brüdern, einer lebt allerdings schon nicht mehr.
Dieser hier hat nur noch ein Auge, deshalb auch als Scarface bekannt. Er wird aber immer noch gut von seinen Brüdern versorgt.
Es gibt in der Mara aber inzwischen so viele kräftige jüngere Männchen, dass es wohl nur eine Frage der Zeit ist, bis diese 3 die Macht (und wohl auch ihr Leben) abgeben müssen. Dann wurde es ruhiger, und ich hatte die Möglichkeit, auch mal ein paar Vögel zu fotografieren: Goliath Heron
Bateleur (die Bild-Datei ist fehlerhaft, die Originaldateien sind in HH, deshalb ein qualitativ nicht so gutes Ersatzfoto):
Whitebrowed Coucal:
Malachite Kingfisher mit Beute:
Wattled Lapwing:
Black-headed Heron:
Außerdem kamen wir an schlafenden Hyänen vorbei:
sahen diesen Reedbuck:
und rennende Gnus
und überhaupt wachsende Ansammlungen selbiger (die Hoffnung, ein Crossing zu erleben, steigt 😎 )
Dann sahen wir noch eine Löwin, die ihren Durst stillte,
bevor wir selbst unseren Lunch unter einem schattigen Baum mitten in der Mara zu uns nahmen.
Teil 1226. Nov. 2020
Masai Mara, noch 13.09.20
In dem Baum machten Superb Starlings:
und Longtailed Starlings:
einen Heidenlärm.
An einem Fluss sahen wir wieder eine Gruppe Zebras queren:
aber auch das zählt nicht als crossing. Schattenspiel:
Kurze Zeit später trafen wir wieder auf eine Gruppe Löwen beim Relaxen:
und Spielen:
Dann war es auch schon Zeit für die Sonnenuntergangsfotos:
Teil 1301. Dez. 2020
Masai Mara, 14.09.2020
Heute ging es wieder mal vor Sonnenaufgang los, zur Belohnung gab es ein schönes Foto davon:
Und nur 10 min später sahen wir diesen Löwen, den wir fast eine Stunde begleiten konnten:
Hier sieht man an seinem Atem, wie kalt es frühmorgens war:
Die Morgensonne genießt er sehr:
Schattenspiel:
Kurz darauf sahen wir noch eine Löwin im dichten Gebüsch, Impalas und etwas sehr Kurioses (leider ist das Foto sehr schlecht geworden): Ein Büffel, der einen anderen männlichen Büffel besprang. 🤪 Dann frühstückten wir am Mara-Fluss gegenüber der Mara Serena Lodge. (Das weckte Erinnerungen an 2003, als Véro dort eine schlimme Brech-Durchfall-Erkrankung behandeln und auskurieren ließ.) Nur weil wir frühstückten, hieß das nicht, dass der Fotoapparat Schonzeit hatte:
Mwanza Flat-headed Agama / Agama mwanzae: (Danke, Elvira!)
Sacred Ibis, Black-headed Heron und Cattle Egret:
Dies Paar habe ich in HH bestimmt, aber leider den Namen wieder vergessen (Arrow-marked Babbler, danke Elvira!):
Dann sahen wir unseren ersten (!) Elefanten auf dieser Reise. John erklärte uns, dass die Elefanten von den riesigen Gnuherden so genervt sind, dass sie sich zu dieser Zeit in die Wälder zurückziehen.
Auf der Rückfahrt zum Lunch sahen wir noch Büffel, Topi und diesen Strauß:
Teil 1402. Dez. 2020
Masai Mara, 14.09.20 nachmittags
Der Nachmittags Drive bescherte uns 2 der betagten Brüder:
Diese waren aber nicht in der Stimmung, auch nur ein Schnurbarthaar zu bewegen, so dass ich mich auf Detailaufnahmen konzentrieren konnte:
Und auch für den Lilac-breasted Roller in den Ästen über den Löwen fiel ein wenig Aufmerksamkeit ab:
Schon nach 5 min verließen wir die Löwen, um kurz darauf für ein Paar Tawny Eagle zu stoppen:
Bzw. für ein Landschaftsfoto mit Tawny Eagle:
Dann versuchte ein Strauß, möglichst graziös zu wirken:
Und auch noch mal mit Landschaft:
Wenig später verließ John die Pad, um querfeldein zu fahren. Ziemlich unmotiviert, wie es uns schien. Den Regenbogen hätten wir schließlich von der Straße aus genauso gut gesehen:
Aber sein Ziel war nicht der Regenbogen, sondern der Stock am Boden:
Ein Rock Python! Und dann passierte etwas Witziges: Eine Familie Southern Ground Hornbills interessierte sich für den Python. Nun ernähren sich die Ground Hornbills ja von Schlangen, und man konnte richtig sehen, was in den Köpfen der Vögel vor sich ging: "Lecker, aber ..."
Vor allen das Junge schien Hin- und hergerissen:
Im Auto wurden Wetten abgeschlossen, ob eins der Vögel zuschlagen würde oder der Python. Aber nichts von beidem passierte, die Hornbills sahen irgendwann ein, dass sie sich nach kleinerem Getier umsehen mussten. (Wenn man die Größe der Hornbills mit 0,9 m annimmt, dann kann man den Python auf gut 4 m Länge schätzen, ein ungewöhnlich großes Exemplar lt. Wikipedia.) Dann gab es noch einen schönen Sonnenuntergang:
bevor wir zurück ins Camp fuhren. Plötzlich fing es an zu regnen bzw. zu schütten, und wir mussten die Dach- und Seitenplanen festmachen, um nicht völlig durchnässt zu werden. Nicht so viel Glück wie wir hatte dieser Löwe, der plötzlich vor uns im Scheinwerferlicht auftauchte:
Teil 1505. Dez. 2020
Masai Mara, 15.09.20 Nach einem gemütlichen Frühstück am Ufer des Mara-Flusses sahen wir als erstes eine Leopard-tortoise. wir sollten heute noch 2 weitere sehen, hier die größte:
Es wurden natürlich sofort Witze gemacht - das sei ein gutes Omen, dass wir nun endlich Leoparden sehen würden. John fand es überhaupt nicht normal, dass wir bisher noch keine gesehen hatten. Wir haben schon gezielt gesucht, die Flussläufe abgefahren, aber außer einigen Bäumen mit sehr verwesten Kadavern in den Ästen haben wir keine Spuren gefunden. Dafür sahen wir nach einer Giraffengruppe ein junges totes Eland (der Grund für das Ableben war nicht ersichtlich) und natürlich einen Löwen (einen der 3 Brüder):
Schau mir in die Augen, Kleiner:
Dann eine Topimutter mit Jungem:
und einen Punk in praller Sonne:
Der hat dann die Nähe des Autos gesucht:
Véro war das noch nicht nah genug:
Wenn ich das gemacht hätte, wäre sofort die Scheidung eingereicht worden! 🤩
Das Katzenfestival ging mit dieser Gepardin
und ihren beiden Kleinen weiter:
Da letztere sich aber überhaupt nicht bewegten, fuhren wir bald weiter. Weitere Sichtungen neben den üblichen Verdächtigen Gnus, Zebras, Warthogs waren Tüpfelhyänen:
Hippomutter und Kalb:
und natürlich wieder faulenzende Löwen:
Dann fuhren wir zum Lunch zurück ins Camp.
Teil 1609. Dez. 2020
Noch 15.9.20, Nachmittags Wir waren mit unserem Lunch fertig, andere waren noch dabei:
Der Himmel war spektakulär, irgendwo regnete es, so ergaben sich schöne Fotomotive:
Leider war das Licht für die Elefantenfotos dadurch nicht so gut:
Aber da Elefantensichtungen selten waren und die beiden etwas Besonderes - der eine hatte nur einen Stoßzahn, der andere ein eingerissenes Ohrwaschel - werden sie hier festgehalten. Und dann war es auch schon Zeit für die Sonnenuntergangsfotos:
Teil 1710. Dez. 2020
Masai Mara, 16.9.20 Als wir an diesem Morgen um 6 Uhr ins Auto stiegen, ahnten wir nicht, dass wir erst um 19:30 wieder im Camp zurück sein sollten. 🤩 Der junge Tag hielt erst mal einen schönen Sonnenaufgang für uns bereit:
sowie frühstückende Hyänen:
Schakale und White-backed Vultures:
Dann fuhren wir auf den Look-out Hill,
um uns einen Überblick zu verschaffen:
Das sah doch schon recht vielversprechend aus.
Unten trafen wir Scarface wieder:
sowie die üblichen Verdächtigen:
Dann war aber erst mal wieder Frühstück am Fluss angesagt:
Saddle-billed Stork:
Nach dem Frühstück stellten wir fest, dass die Ansammlung der Gnus immer mächtiger wurde.
Kleiner Exkurs zum Thema Crossing: Die meisten von Euch werden im Fernsehen das ein oder andere Crossing gesehen haben: enorme Massen von Gnus und Zebras, die sich in den Fluss stürzen, mit Krokodilen um ihr Leben kämpfen und, falls erfolgreich, am anderen Ufer versuchen, die Böschung zu überwinden. Dabei wird aber ein entscheidender Teil der Realität unterschlagen: das stundenlange Palaver der Gnus, ob dies jetzt wirklich der richtige Zeitpunkt ist und der richtige Ort. Jedes Gnu äußert seine Meinung dazu: "Yeah!" - "No!" - "Yeah!" - "No!", und das stundenlang. Und wenn dann die ersten Gnus die Beine endlich im Wasser haben, fühlt sich ein Gnu nicht mehr an den Mehrheitsbeschluss gebunden und zieht weg. Und immer mehr ziehen hinterher, zu einem anderen Crossing Point. Und wenn sich dann endlich alle dort versammelt haben, beginnt das Spiel von neuem: sie ziehen wieder ab zu einem neuen C.P. (was in unserem Fall bedeutete, zurück zum ursprünglichen C.P.) Wir haben über 2 Stunden im Auto gesessen und dies Spiel beobachtet. Aber dann, endlich, bekam John vom gegenüberliegenden Ufer (auf jeder Seite des Flusses standen etwa 5 Autos), die Nachricht: "Es geht los!" Alle Autos fuhren dann in einem Höllentempo ans Ufer, um einen guten Beobachtungspunkt zu ergattern. Ich möchte nicht wissen, was los ist, wenn nicht nur 5, sondern wie in normalen Jahren 40 Autos im Rennen um die Pole Position sind. Erwähnte ich schon, dass John ein ausgezeichneter Fahrer ist? Jedenfalls ergatterten wir einen hervorragenden Aussichtspunkt:
Endlich, unser erstes Crossing! Der Auslöser glühte:
Wenn man genau hinsieht, erkennt man neben diesem Croc die Hornspitzen eines jungen Gnus:
Dieses Crossing dauerte insgesamt nur wenig mehr als 6 Minuten, aber wir waren mehr als happy.
John war der Meinung, dass dies noch nicht alles gewesen sei für den heutigen Tag. Um nichts zu verpassen, rief er im Camp an und orderte Lunch. In der Zwischenzeit fuhren wir noch ein wenig durch die Gegend:
bis wir das Auto mit dem Koch, etlichen Angestellten und unserem Lunch trafen:
Teil 1811. Dez. 2020
Masai Mara, noch 16.9.20, nachmittags Die Entscheidung, den Lunch mitten in der Masai Mara eingenommen zu haben, stellte sich als richtig heraus, wie die neuerlichen Ansammlungen zeigten:
Aber noch war Warten angesagt, die Gnus und Zebras rannten mal hierhin, und dann doch lieber wieder dahin:
Diese Gnus hatten die Hufe schon im Wasser, haben dann aber lieber wieder kehrt gemacht:
Und wieder wurde hin- und hergerannt:
Aber dann ging es wieder los:
Die Zebras erwiesen sich mal wieder als deutlich cleverer als die Gnus, ließen sie letzteren aus leicht verständlichen Gründen den Vortritt:
Ein Großteil war auf die andere Seite gekommen:
Etliche kehrten aber auch wieder um:
Der Grund hat sich mir nicht erschlossen, aber so hatte ich Gelegenheit, einige Fotos mit viel Staub und Gegenlicht zu schießen:
Der Spur-winged Lapwing, der sich den Gnus mutig entgegenstellte, beeindruckte mich besonders:
Dauer des Crossing 7 min, mit den Rückkehrern 35 min. Hochzufrieden kehrten wir ins Camp zurück.
Teil 1912. Dez. 2020
Masai Mara, 17.9.20
Heute haben wir erst mal wieder gemütlich im Camp am Mara-Ufer gefrühstückt, nachdem wir gestern so lange im Auto gesessen hatten. Dafür haben wir abgemacht, über Mittag wie am Tag zuvor nicht ins Camp zurückzufahren, denn es gab Hoffnung auf weitere Crossings. Diesmal wurde der Lunch aber gleich mitgenommen.
Löwensuchbild (2):
Topi in typischer Wächterstellung:
Lilac-breasted Roller:
Sie sammeln sich schon wieder:
Und wir müssen warten.
Das bietet Gelegenheit, einige Vögel abzulichten
Saddle-billed Stork:
Und dann geht es wieder los:
Denkste, Fehlalarm. Aber eine Stunde später war es endlich so weit:
Während die Massen schon auf der anderen Seite waren:
hatten einige Feiglinge keine Lust, sich ins Wasser zu begeben:
und haben es sogar geschafft, dass die Verwandschaft wieder umgekehrt ist:
Dies Crossing hat eine knappe Viertelstunde gedauert - oder knapp 100 Fotos. 🤩 Ihr seht, ich war gnädig mit Euch. 😎 Dann sind wir ins Camp zurück, denn den Sonnenuntergang wollten wir diesmal im Camp beim Dinner erleben:
Teil 2015. Dez. 2020
Masai Mara, 18.9.20
Heute haben wir uns für einen faulen Vormittag im Camp entschieden. Den Lunch wollten wir wieder direkt am Marafluss einnehmen, aber da hatte jemand etwas dagegen:
Wir sollten ins Hauptzelt zurück. Aber bevor alles abgeräumt war, hatte der Elefant schon entschieden, dass nichts (für ihn!) Leckeres zu holen war, und zog wieder ab.
Die Ebenen waren wieder voller Gnus:
aber heute sollten wir kein Crossing erleben. Stattdessen posierte dieser Grey-headed Kingfisher für uns:
Könnte es sich hier um die Unterart Halcyon leucocephala pallidiventris handeln? (Nein. Danke Elvira!) Wenig später standen wir mal wieder 😎 vor einem vollgefressenen Löwen:
der nur noch hecheln konnte:
Ein Zahn fehlte ihm leider auch!
Dann vertraten wir uns ein wenig die Beine an diesem schönen Ort:
Dann war es auch schon wieder Zeit für Sonnenuntergangsfotos:
Teil 2118. Dez. 2020
Masai Mara, 19.9.20
Unser letzter ganzer Tag im Malaika Camp war angebrochen, und der sollte es in sich haben. Wir sind früh los, und es dauerte nicht lange, bis wir auf ein großes Löwenrudel beim Frühstück trafen:
Die Jugendlichen konnten es trotz gut gefüllter Bäuche nicht lassen, ein Hippo zu verfolgen:
Die Mutter schaute nur amüsiert hinterher:
Das Hippo wurde nach allen Regeln der Kunst eingekreist:
Da das Hippo die Junglöwen aber konsequent ignorierte, verloren die Junglöwen das Interesse und kehrten zum Gnu-Frühstück zurück:
Ohnehin spielte sich das Ganze in unmittelbarer Nähe zum Hippopool ab:
Anschließend wurde der Durst an einem nahen Bach gestillt und gespielt:
Auf der Weiterfahrt hatten wir das Vergnügen, dies Eland auf Brautschau zu sehen:
und Verreaux's Eagle-owl: (leider ein schlechtes Foto)
Plötzlich begann John, in einem Affenzahn über die Savanne zu rasen ... (Diesen Cliffhanger müsst Ihr mir gestatten 😎 )
Teil 2220. Dez. 2020
Masai Mara, immer noch der Vormittag des 20.9.20
Da John sich bei dieser Fahrt über Stock und Stein sehr konzentrieren musste, kam die (erhoffte 😎 ) Erklärung etwas später: er hatte eine Nachricht erhalten, dass ein Leopard gesichtet wurde! Und in der Tat:
Darf ich vorstellen: die Leopardendame Luluka
Sie spazierte gemütlich auf dem Weg, während wir (und noch 4, 5 andere Autos - am Wochenende war etwas mehr los wegen der Einheimischen) sie immer wieder überholten, um sie von vorne zu erwischen. Dann verließ sie den Weg und schlug sich in die Büsche, die am Ufer des Flusses wuchsen:
Und alle rasten zur nächsten Furt, um die Leopardin auf der anderen Uferseite abfangen zu können. Alle? - Nein, einer nicht: John hatte den richtigen Riecher. Er zwängte das Auto in eine winzige Lücke zwischen den Bäumen und Büschen, und siehe da - Luluka ist zu ihrem Wurf und rief ihre Jungen:
(Entschuldigt die störenden Gräser im Vordergrund - ich habe Véro gebeten, auszusteigen und diese zu entfernen, aber sie wollte nicht 😈 😗 )
Sie hatte 2 Junge, das 2. war wesentlich ängstlicher und zeigte sich erst einige Zeit später. John erzählte, dass es sich um ihren 3. Wurf handelte, alle bisherigen hatte sie verloren - einen an Hyänen, einen an Löwen und beim 3. kennt man den Grund nicht.
Inzwischen hatten die anderen Guides ihren Irrtum natürlich mitbekommen und standen auch bei uns - da es aber so eng war, konnten die Wagen nur hinter uns stehen und die Insassen dürften nicht viel gesehen haben. Also schlug John irgendwann vor, den anderen auch eine Chance zu geben. Also ein letzter Blick auf Luluka:
(Wir haben später von John noch ab und zu Fotos von Luluka und ihren Jungen zu sehen bekommen - fürs erste haben sie also überlebt.)
Teil 2322. Dez. 2020
Masai Mara, weiterhin der Vormittag des 19.9.20 Nach diesem emotional aufputschenden Erlebnis haben wir erst mal in der Savanne gefrühstückt. Anschließend sahen wir ein Paar Bare-faced Go-away-bird:
ein Topi mit Jungem:
und ein Warthog, das sich eine Fango-Schönheitskur gönnte.
Ob es geholfen hat? 😗 Dann fuhren wir ins Camp zum Lunch zurück. Beim Lunch bekam ich von Jo eine schlechte Nachricht, mit der ich aber schon so halb gerechnet hatte: Unser Flug aus der Mara nach Nairobi am nächsten Tag war vom späten Nachmittag auf den Vormittag vorverlegt worden. Also entschlossen wir uns, diesen Nachmittag im Camp zu bleiben, um zu packen und ein wenig die Eindrücke zu verarbeiten. Abends hatten wir unser letztes Dinner mit Jo und John am Mara-Fluss 😣 :
Teil 2426. Dez. 2020
Masai Mara - Nairobi, 20.9.20
Wir hatten noch Zeit, gemütlich zu frühstücken, bevor es zum Keekorok-Flugfeld losging. Jo eröffnete uns, dass John uns alleine fahren würde, da Philipp, der 2. Guide des Camps, von einer enormen Ansammlung von Gnus und Zebras berichtet hatte, und er wollte sich das mögliche Crossing nicht entgehen lassen. (Wie John uns später berichtete, gab es tatsächlich ein spektakuläres Crossing, dass über 2 Stunden gedauert haben soll! 😈 Wenn er wollte, dass wir unseren Abschied bedauern, das hat er erreicht.) Die gesamte Crew hat uns sehr herzlich verabschiedet, und dann ging es auch schon los. Wenn diese beiden uns verabschieden wollten, dann haben sie es verschlafen:
Außer großen Herden sahen wir kurz vor dem Flugfeld noch diese Löwin bei ihrem Riss:
Obwohl vollgefressen, versuchte sie immer noch die Geier von dem Kadaver zu vertreiben:
Irgendwann hatte sie von den Spielchen aber die Nase voll und kehrte dem Ganzen den Rücken zu
und querte direkt hinter unserem Auto die Straße:
Noch ein letzter Blick zurück
dann durften die Geier übernehmen:
Wir warteten dann mit John zusammen auf unser Flugzeug (er hat es sich nicht nehmen lassen, uns noch zuzuwinken). Der Flug war wieder sehr angenehm, nur dass wir diesmal direkt hinter den Piloten saßen. Véro fand es etwas beunruhigend, dass der Pilot die ganze Zeit mit seinem Handy zugange war, ich hatte den Eindruck, dass er dem Copiloten vermitteln wollte, dass er ungetrübtes Vertrauen in ihn hätte. 😗 Durch die Vorverlegung des Inlandsflugs hatten wir nun viel Zeit in Nairobi. John hatte organisiert, dass unser Abholer uns in ein Gartenrestaurant (den Namen haben wir leider vergessen) bringt und uns nach ein paar Stunden wieder abholt. Abgesehen davon, dass es etwas kühl und bedeckt war, hat es uns gefallen: das Essen war lecker, wir konnten in Ruhe lesen und einige Vögel fotografieren: Diesen mir unbekannten (wer kann helfen? Natürlich Elvira): White-eyed slaty Flycatcher
und die Olive Thrush (seit 2010) Abyssinian Thrush (Danke, Elvira!):
Der Rückflug war nicht so angenehm wie der Hinflug (trotz BC haben wir nur wenig geschlafen). In HH haben wir dann das Testcenter für Reiserückkehrer am Flughafen gesucht und unseren Test gemacht. Im Nachhinein gesehen hätten wir lieber wieder zu Centogene gehen sollen. Erstens war die Prozedur dort nicht so unangenehm - nur Rachenabstrich und nicht in der Nase. (Véro meinte hinterher, nächstes mal geht sie lieber 2 Wochen in Quarantäne. 😄 ) Und zweitens hatte ich mein negatives Ergebnis nach 30 Stunden, Véro erst nach über 3 Tagen auf Nachfrage: "Ach, haben wir Ihnen das nicht geschickt? Tut uns leid." So musste ich 3 Tage lang alle Einkäufe erledigen! 😈 😎 😄 Ein Fazit des Malaika-Camps kann ich mir wohl sparen, unsere Begeisterung dürfte auch so rübergekommen sein. Und die Reise insgesamt? Für Véro war es die schönste Afrikareise überhaupt (allerdings auch, weil wir fast die ganze Zeit allein waren), für mich war es die Reise mit den spektakulärsten Sichtungen in unglaublich dichter Abfolge. Allerdings ziehe ich immer noch Selbstfahrerreisen im mit Zelt vor. Leider habe ich den Eindruck, dass ich langsam zu alt dafür bin.