Reisebericht

8 Wochen entschleunigt in BOT, NAM & SA 10-11/2019

von @Zugvogel · begonnen 01. Jan. 2020 · 68 Teile

Teil 2106. Apr. 2020
Tag 14 - 14. Oktober 2019 – Irrfahrten rund um Third Bridge, 74km
Moremi, Third Bridge Campsite, No. 5

Teil 1

Des Nachts hatten wir ausser Hyänen- und Honey-Badger auch Besuch einer Zebraherde. Am Morgen sind jedoch alle verschwunden. Wir wollen heute östlich von Third Bridge in die Region 'Dead Tree Island' fahren. Allenfalls bis Xaxanaxa. Der Sonnenaufgang ist phänomenal. Die ersten Elefanten zeigen sich im Schilf, ebenso Zebras.







Es herrscht eine ungemein friedliche Morgenstimmung.





Über eine harmlose Wasserdurchfahrt geht es für uns in Richtung Dead Tree Island. Landschaftlich fantastisch, tiertechnisch ist nix los 😕 . Es ist sehr trocken hier. Alle auf der Karte eingezeichneten Lagunen liegen brach! Andere Autos treffen wir kaum. Kreuz und quer geht es für uns durch die tolle Landschaft.









Wir verfransen uns ordentlich. So weit rein in dieses Gebiet wollten wir eigentlich nicht fahren 😵 .





Auf dem Rückweg tauchen immerhin einige Giraffen und Warzenschweine auf.









Und im Gehölz irgendwo erwischt Dani einen Bennettspecht, eine Erstsichtung für uns.


Bennettspecht / Bennett's Woodpecker



Hin und wieder sehen wir entfernt einen Raubadler, Gaukler oder Schreiseeadler. So langsam geht uns die Trockenheit und der viele aufgewirbelte Feinstaub auf den Geist. Etwas mehr Tiere dürften nach den vielen abgespuhlten Kilometern schon sein! 😮

Umso glücklicher sind wir, als wir in weiter Entfernung eine grosse Herde Red Lechwes durch den Feldstecher ausmachen können.









Wir frühstücken (am Mittag!) im Schatten eines grossen Baumes im Beisein der Lechwes. Sobald Wasser vorhanden ist nimmt die Tiervielfalt gleich wieder zu. Endlich gelingt auch mal ein akzeptables Fish Eagle-Foto 🙂 .


Schreiseeadler / African Fish Eagle

Via Umweg um die Fourth Bridge gehts noch 'kurz' zu den Hippo Pools. Hier ist wieder jede Menge Wasser vorhanden und das Leben tobt trotz Mittagshitze 🤩 .




Purpurhuhn / African Swamphen


Tanzender Brauner Sichler (Glossy Ibis) mit Nimmersatt im Hintergrund

Löffler, Glockenreiher, Seiden- und Rallenreiher sowie die Erstsichtung eines Purpurhuhns. Unsere Vogelliste füllt sich langsam, aber sicher. Nicht zu vernachlässigen sind natürlich auch die Krokodile und Hippos hier.


Glockenreiher (und Stelzenläufer)








Black Heron / Glockenreiher


Hier sind auch gut die charakteristischen gelben Füsse zu erkennen 😄


Rallenreiher / Squacco Heron

Hippo Pools – ein Ort, der uns wiederum begeistert und deutlich besser gefällt, als die Region, welche wir heute Morgen besucht haben!


Ein weiteres prächtiges Nilwaran-Exemplar

Auf dem Rückweg zur Campsite treffen wir auf mehrere friedliche Elefantengruppen, die zum Wasser ziehen. Der Kleine hier ist zuckersüss...





Zurück in Third Bridge stellen wir fest, dass unsere Campsite im Laufe des Morgens von Elefanten in Beschlag genommen wurde. Die frischen Haufen zeugen davon. Gut haben wir alles, ausser Tisch und Stühle, weggeräumt 😗 .


Kardinalspecht / Cardinal Woodpecker


Graulärmvogel / Grey Go-away Bird



Wir ruhen etwas und essen was Kleines zu Mittag. Während ich eine Papaya zuschneide kommt ein neugieriger jüngerer Elefant zu Besuch. Da er klar signalisiert, dass er auch gerne was von der Frucht hätte, ziehe ich mich (zusammen mit der Papaya 😉 ) für einen kurzen Moment ins Auto zurück 😈 . Danach kehrt aber schnell wieder Ruhe ein.

Die Fotofalle zeigt, dass auf unserer Campsite während wir weg waren mehr los war, als auf ganz Dead Tree Island 😣 . Ein stetes Kommen und Gehen...









Teil 2207. Apr. 2020
Teil 2 - 14. Oktober 2019

Das Ziel für unseren Nachmittagsdrive ist unumstritten: Hippo Pools. Liegt gleich um die Ecke und hat uns heute Mittag so gut gefallen, dass wir nochmals hinwollen 😎 .


Third Bridge



Auf dem Weg dorthin sehen wir frische Löwenspuren auf der Pad. Den Verursacher finden wir wieder einmal nicht 😐 .


Sattelstroch / Saddle-billed Stork



So erfreuen wir uns heute Nachmittag der vielen Wasservögel im weichen Abendlicht. Auch nicht schlecht!


Löffler / African Spoonbills


Silberreiher / Western Great Egret


Der allgegenwärtige Waffenkiebitz / Blacksmith Lapwing


Blaustirn-Blatthühnchen / African Jacana




Brauner Sichler / Glossy Ibis


Kampfläufer / Ruff


Brauner Sichler / Glossy Ibis


Braunkehlreiher / Slaty Egret



Nachdem wir eine ganze Weile alleine um die Hippo Pools gekurvt sind kommen wir an einem Tümpel mit einem älteren Schweizer Ehepaar ins Gespräch. Es ist immer wieder schön, sich auch für solche Momente Zeit nehmen zu können. Ohne das Gefühl, der nächsten Sichtung hinterherjagen zu müssen 🙂 .






Rotschnabeltoko / Southern Red-billed Hornbill



Wir verabreden uns mit unseren Landsleuten für eine gemeinsame Bootstour am nächsten Morgen früh. Ein weiteres deutsches Päärchen ist auch mit von der Partie. Während wir unterwegs sind ist wiederum ordentlich etwas los auf der Campsite:





Ein Purpurreiher, welchen wir bisher noch nicht häufig angetroffen haben sowie ein Goliathreiher gegen den pinken Abendhimmel runden den Tag ab.


Goliathreiher / Goliath Heron





Wir machen uns zufrieden auf den Rückweg.



Zurück auf der Campsite kommt heute leider kein Hippo zu Besuch. Auf die Hyänen ist jedoch Verlass. Ab ca. halb neun Uhr patroullieren sie die Campsites in regelmässigen Abständen 🤩 .



Da es morgen früh auf die Bootstour ab Mboma Island geht, verräumen wir bereits heute Abend alle unsere sieben Sachen und legen uns vor zehn Uhr schlafen.

Teil 2316. Apr. 2020
Tag 15 - 15. Oktober 2019 – Von Wasserwegen und Überraschungen am Khwai, 100km
Moremi, North Gate Campsite, MK04

Teil 1

Da heute zusammen mit zwei anderen Paaren eine Bootstour ab Mboma Island geplant ist, holt uns der Wecker bereits um fünf Uhr aus den Federn. Nebenan grasen zwei Buschböcke.

Das auf der Kamerafalle aufgenommene Stachelschwein wird leider das Einzige des Urlaubs bleiben. Wir haben tief und fest geschlafen und den kleinen Kerl verpasst. Und dies nur um fünf Minuten! 😠 Irgendwann, ja irgendwann wird es hoffentlich auch mit uns und den Stachelschweinen klappen... So eines mal von Nahe zu sehen, würden wir glatt mit einem Leoparden tauschen 😗 .



Um viertel vor sechs fahren wir los zur Mboma Island Boat Station. Wir entscheiden uns, die Route im Gegenuhrzeigersinn zu fahren, während die anderen Vier im Urzeigersinn 'endlich' auf Katzen hoffen. Scheinbar hatten sie in den letzten Tagen weniger Glück als wir.

Beinahe gleichzeitig treffen wir um kurz nach sieben bei der Boat Station ein. Spektakuläre Sichtungen gab es auf beiden Strecken nicht. Über den Scharlachspint,



die noch etwas verschlafene Pavianfamilie







und die quirligen Baumhörnchen freuen wir uns jedoch sehr.



Die drei Bootsmänner vor Ort sind ausser sich vor Freude über Kundschaft. Wir vereinbaren einen zweistündigen Bootstrip; Tops wird unser Guide sein. Zuerst genehmigen wir uns alle noch ein kleines Frühstück, danach wird die Tour bezahlt und los gehts.


Mboma Boat Station



Zuerst fahren wir durch sehr enge und wenig tiefe Kanäle. Die Männer wissen nicht, wie lange sie die Touren von hier aus noch anbieten können! Bereits einige hundert Meter nach dem Start der Tour sieht unser Guide eine Löwin auf einem kleinen Hügel liegen. Besonders unsere Mitfahrer sind hin und weg!



Bald verschwindet sie im hohen Gras.




Goliathreiher / Goliath Heron



Vermutlich ist die Löwin zusammen mit ihrem Rudel hinter einer Herde Büffel her, denen wir auch bald schon begegnen. Toll, alle diese Tiere für einmal aus einer anderen Perspektive zu erleben.







Wir geniessen die vielseitige Vogelwelt


Weissstirnspint / White-fronted Bee-eater


Blaustirnblatthühnchen / African Jacana


Schlangenhalsvogel / African Darter

und die Seerosen 😘 .



Sobald wir im Hauptkanal eintreffen, tauchen auch die ersten Flusspferde auf, die gehörig Abstand halten aber doch immer wieder schnaubend auftauchen und uns grimmig (so interpretieren wir das zumindest) entgegen starren.





Elefanten sehen wir bald darauf. Irgendwann haben wir im Laufe des Morgens das Glück, sie ganz nah im Wasser anzutreffen. Mehrheitlich werden uns jedoch Hinterteile präsentiert 🤪 .





Tops ist ein umsichtiger und humorvoller Guide. Seine Kenntnisse zur Avifauna und dem Okavango Delta scheinen unerschöpflich. Es macht Spass, mit ihm unterwegs zu sein.

Zum ersten Mal in diesem Urlaub sehen wir Marabus!


Marabu im Flug



Und wir sehen nicht nur Marabus, wir treffen sie an ihrem Brutplatz, der sog. Heronry an!





Auf einer Insel vertreten wir uns kurz die Beine, dann müssen wir bereits umdrehen. Es sind auch schon zwei Stunden vergangen 🤩 . Wahnsinnig, wie man Zeit und Raum in dieser Umgebung verändert wahrnimmt...







Dank den Adleraugen unseres Guides entdecken wir auf dem Rückweg ein Babykrokodil





und erneut ein Elefantenhinterteil.





Dieser Bootstrip hat es in sich! Es ist fantastisch, das Delta vom Wasser aus zu erleben. So werden uns die Dimensionen dieses Paradieses, aber auch seine Fragilität immer bewusster.












Aus einer Water Lily bastelt unser Guide eine Halskette, ein bisschen Touristen-Feeling muss wohl sein 😉

Nach über drei Stunden sind wir zurück am Bootsanleger. Die Tour war für alle ein voller Erfolg und in dieser Gruppe sehr angenehm. Wir bedanken uns herzlich bei Tops, unterhalten uns noch lange mit den Jungs und unseren Mitfahrern, machen ein Erinnerungsfoto


Herzliche Grüsse, falls ihr das lest!

und verabschieden uns um halb zwölf von der Gruppe. Schliesslich ist unser heutiges Etappenziel die North Gate Campsite.



Wir nehmen einen der drei Guides mit nach Third Bridge und erfahren von ihm allerlei Wissenswertes über Botswana, die Politik im Lande, seine Arbeit und Familie. Besonders für die Menschen, welche Boots-Trips und Mokoro-Touren hier in der Gegend anbieten ist die aktuelle Dürresituation sehr schwierig. Von Maun aus können bereits seit Monaten keine Touren mehr stattfinden!

Aktuell kommen scheinbar auch nicht mehr viele Touristen zur Mboma Boat Station…
Teil 2417. Apr. 2020
Teil 2

In Third Bridge legen wir eine kleine Mittagspause ein, machen uns dann aber bald auf den Weiterweg. Dani möchte nochmals zu den Hippo Pools. Das sag ich sicherlich nicht nein 😉 . Eine White-winged Tern kommt als Erstsichtung mit dazu. Ansonsten sind dieselben Vögel wie gestern hier versammelt, ebenso Hippos, einige Elefanten und Lechwes.

Der Glockenreiher präsentiert sich von seiner besten Seite.


Glockenreiher / Black Heron



Via ‚Hauptstrasse‘ geht es nach Xaxanaxa und dann weiter in Richtung North Gate. Auch heute sind die Temperaturen erbarmungslos. Für einmal sind wir mit geschlossenen Fenstern unterwegs und gönnen uns die Annehmlichkeit der Landcruiser-Klimaanlage 😗 .



Die Region am Khwai River präsentiert sich sehr tierreich. Wir werden bald schon von den ersten Elefanten begrüsst. An den Dombo Hippo Pools sehen wir neben den Namensgebern auch Rötelpelikane, Marabus und Nimmersatte.


Marabus / Marabou Stork


Rötelpelikane / Pink-backed Pelicans



Leider liegen der Bird Hide bzw. die Dombo Hippo Pools am Nachmittag im schlechten Licht.





Trotzdem sind wir froh, uns nochmals etwas ausserhalb des Fahrzeuges bewegen zu können. Im Busch nebenan hüpft ein Paradiesschnäpper-Weibchen. Fotos gibt es von der nervösen Dame leider keine 😈 .





Immer dem Wasser entlang arbeiten wir uns langsam in Richtung North Gate.









Heerscharen an Tieren, allen voran Elefanten und gehäuft auch Wasserböcke, prägen das Bild. Auch einen Zimtroller sehen wir zum ersten Mal in diesem Urlaub, leider nur im Flug und ohne Foto.







Wir kommen nur langsam voran. Alle paar Meter erfreut uns das nächste Fotosujet.





Während wir an irgendeiner Flussbiegung ein riesiges Krokodil fotografieren erspähe ich im Hintergrund ein Game Drive-Fahrzeug, welches sich verdächtig lange an derselben Stelle aufhält. Hier könnte es was Spannendes zu sehen geben 🤩 !



Ein wunderschöner Leopard liegt im hohen Gras. Was für ein Glück! Wir stellen uns dazu und geniessen die folgende gute Stunde, welche wir mit diesem majestätischen Tier verbringen dürfen.







Der Leopard ist etwas mager, scheint ansonsten aber gesund zu sein



und fühlt sich seinem Verhalten nach zu urteilen pudelwohl 😎 .





Ohne die mittlerweile vier Fahrzeuge zu beachten schleicht er sich durchs Gras, rollt sich wohlig auf der Pad und kommt keine zwei Meter von unserem Fahrzeug entfernt zum Liegen.







Sorry für die vielen Fotos, wir sind noch nicht am Ende 😄 .









Weiter geht’s ins hohe Gras, einigen Red Lechwe entgegen.



Einen seriösen Annäherungsversuch macht der hagere Kerl jedoch nicht.



Immer wieder dreht sich der Leopard in unsere Richtung. Und dies im besten Abendlicht. Noch selten hat sich eine dieser Katzen so kooperativ gezeigt 😛 .





Irgendwann legt sich der Leopard hin und ist nicht mehr zu sehen. Von den Antilopen wurde er mittlerweile entdeckt. Da muss er sich wohl ein anderes Abendbrot suchen. Wir sind geflasht, verlassen den Getupften dann irgendwann und machen uns auf in Richtung North Gate Campsite.

Es folgt gleich darauf die Familie Hornrabe, auch dies eine Erstsichtung in diesem Urlaub.


Hornrabe / Southern Ground-Hornbill



Der Sonnenuntergang am Wasser ist der letzte Höhepunkt dieses wundervollen Tages!





Um viertel vor sieben treffen wir müde aber glücklich auf unserer Campsite ein. Es folgt die übliche Routine: Feuer machen, leckeres Wildfleisch grillieren, dazu gefüllte Gemsquash und Knoblauchbrot.



Der Hyänen- und Honeybadgerbesuch lässt nicht lange auf sich warten und die Insektenwelt ist im positiven und negativen Sinne sehr aktiv 😗 . Die Mücken fressen uns bei lebendigem Leibe, dafür erspähen wir reihenweise Gottesanbeterinnen und hübsche Nachtfalter. Ebenso eine stattliche Spinne (kann die jemand identifizieren?).



Später hören wir mehrmals eine Scops Owl rufen. Sobald wir uns aber ihrem Ruf nähern, hört sie wieder auf 😣 . Obwohl wir alle Bäume in unserer Umgebung ableuchten, können wir sie leider nicht auffinden. Hier haben wir also noch grosses Verbesserungspotential und wären gerne annähernd so erfolgreich wie die Eulenmuckels 😉
Teil 2524. Apr. 2020
Tag 16 - 16. Oktober 2019 – Vom Moremi zum sagenumworbenen Savuti, 181km
Chobe Nationalpark, Savuti Campsite No. 7

Teil 1

Unser letzter Morgen im Moremi bricht an 🙁 . Natürlich wollen wir den nochmals in vollen Zügen geniessen und ausnützen. Gestern Nacht kam einzig eine stattliche Hyäne auf der Campsite vorbei, ansonsten war es (mindestens um unsere Kamerafalle) ruhig.



Wie beinahe jeden Morgen sind wir die Ersten auf den Beinen. Bei unseren Campnachbarn rührt sich nix. Das sind wir uns von der Kalahari oder dem Krüger so überhaupt nicht gewohnt 🙄 .





Wir starten dort, wo wir gestern aufgehört haben: mit einer Gruppe Southern Ground Hornbills. Leider viel zu weit weg für ein gescheites Foto. Bei fantastischem Morgenlicht fahren wir dem Khwai River entlang.

Am Wasser treffen wir auf einen eifrigen Kupferschwanzkuckuck,



einen Sattelstorch



und einen nassen Schreiseeadler.





Weit entfernt sehen wir zwei Klunkerkraniche – eine weitere Erstsichtung. Was für ein Auftakt mit diesen eleganten Vögeln! Nun haben wir alle Kranicharten im südlichen Afrika zusammen 🙂 .


Klunkerkranich / Wattled Crane

Im Gebiet, wo wir gestern den Leoparden gesehen haben kurven wir ein bisschen rum. Leider lässt sich die gefleckte Katze nicht mehr auffinden. Dafür gibt es hier wieder jede Menge Wasservögel.


Rallenreiher / Squacco Heron



Beim Weiterfahren nehme ich im Augenwinkel neben der Pad im Schlamm ein braunes Hinterteil wahr – eine Löwin - Stopp! 🤩
Rückwärtsgang rein und schon stehen wir neben der prächtigen Dame.



Die Löwin trinkt eine Weile, dreht sich mehrmals zu uns um und spaziert dann gemächlich zu einem Termitenhügel in der Nähe.





Dort macht sie es sich im Schatten gemütlich. Vermutlich hat die Löwin irgendwo ihre Jungen versteckt, ihre Zitzen sind stark angeschwollen...

Mittlerweile hat sich ein Game Drive Fahrzeug dazugesellt, später nochmals eines. Da sich hier wohl nicht mehr viel tun wird und wir die Löwin vorhin ja für uns alleine hatten, machen wir uns auf die Weiterfahrt. Einen Felsentoko können wir als Erstsichtung in unser Robert's App loggen. Mehr als ein Beweisfoto gelingt uns leider nicht 😄 .



Elefanten tummeln sich am Wasser, ebenso mehrere Büffel-Reiher-Taxis.









Man kann es einfach nicht anders schreiben: hier ist das Paradies!









Einen Braunkehlreiher sowie einen Grünschwanz-Glanzstar können wir ebenfalls im Gras ausmachen. Von Zweiterem finde ich leider kein brauchbares Bild.


Braunkehlreiher / Slaty Egret




Immat. Sattelstorch / Saddle-billed Stork

Unser Drive führt uns weiter zu den Dombo Hippo Pools. Beim Hide tut es gut, unsere steifen Glieder zu strecken. Hier am Wasser herrscht ein munteres Treiben.


Rötelpelikane





Die Hippos suhlen sich im Wasser, während sich die Krokodile ein Sonnenbad gönnen. Rötelpelikane, Löffler, Nimmersatte, Nilgänse, Graureiher und Stelzenläufer beschäftigen sich in und am Wasser.




African Spoonbill / Löffler


Nimmersatte im Flug / Yellow-billed Storks

Ein Paar Sumpfwürger (Swamp Boubou) macht sich lautstark im Bäumchen nebenan bemerkbar.



Langsam wird es heiss und wir machen uns auf den Rückweg in Richtung North Gate. Neben schönen Elefantensichtungen haben wir auch nochmals Begegnungen mit Zebra-, Lechwe- und Impalaherden. Alle ziehen sie in Richtung lebenspendendes Wasser.


Hier noch ein wunderschön ausgefärbter Sattelstorch

Die Löwin ist leider nicht mehr neben ihrem Termitenhügel anzutreffen.



Gegen halb elf Uhr verlassen wir das Moremi Game Reserve, welches uns fantastische Sichtungen und nette Begegnungen beschert hat. Immer mehr können wir die Faszination verstehen, welche Reisende für diesen einzigartigen Ort empfinden! 🙂





Via ‚Hauptstrasse‘, welche mehr aus Potholes, als aus Piste besteht, geht es in Richtung Mababe. Auch hier treffen wir auf den einen oder anderen Elefanten. In Khwai fragen wir nach frischem Brot. Dieses ist leider bereits ausgegangen oder aber heute überhaupt nicht verfügbar. So richtig kriegen wir das nicht raus... 😗



Wir sind froh, dass wir irgendwann die Abzweigung in Richtung Mababe Gate des Chobe Nationalparks erreichen. Hier ist es knochentrocken. Aber die Piste ist in einem deutlich besseren Zustand, als die ‚Hauptstrasse‘ von eben. Bereits nach kurzer Zeit rollen wir vors Mababe Gate, wo wir sehr freundlich und aufgestellt empfangen werden.



Nach dem üblichen Papierkrieg geht es los via Marsh Road in Richtung Savuti. Die Pad ist weit weniger schlimm als erwartet. Ein entgegenkommendes Österreichisches Päärchen hat uns von der schlimmsten Strecke berichtet, welche sie je befahren hätten. (Das hat man davon, wenn man von Kasane direkt nach Khwai fährt!)

Stellenweise ist sie aber wirklich in einem desolaten Zustand 😈 . Trotz Hitze haben wir mehrere Elefanten-, Impala- und Giraffensichtungen. Auch Gabelracken begleiten unsere Fahrt. So wird es nie langweilig.

Gerade als wir eine kurze Mittagspause einlegen wollen stellen wir fest, dass sich Büchsen mit Tonic aus einem Pack gelöst haben und durch die ‚rumplige‘ Fahrt aufgeschlagen sind. Auch die Mehlpackung hat ein grosses Loch bekommen 😮 . Halb so schlimm – sie stand ja zum Glück in einer Kartonbox. Wir putzen, essen dann was Kleines und fahren bald weiter...
Teil 2624. Apr. 2020
Teil 2 - 16. Oktober 2019

In Savuti angekommen müssen wir uns erneut bei der Nationalparkbehörde, wie auch bei SKL anmelden. Bei SKL ist die zuständige Person lange nicht aufzufinden. Unsere Campsite No. 7 liegt unter einem grossen Kameldornbaum und bietet reichlich Platz. Neben mehreren Feuerstellen sind auch ein ‚Hyänen-sicherer‘ Abfalleimer sowie ein ‚Elefanten-sicherer‘ Wasserhahn verbaut. Der Platz ist keine Schönheit. Macht nix, lange hält uns sowieso nichts hier.


Lannerfalke / Lanner Falcon


Swainsonfrankolin

Wir ruhen uns kurz aus und machen uns vor fünf nochmals auf zu einem Game Drive. Zuerst gilt es, die verschiedenen Wasserlöcher ausfindig zu machen. Mindestens deren drei sollen es sein, auf unserer Tinkers Map sind jedoch keine Wasserlöcher, sondern nur unzählige Pfannen eingezeichnet 🤨 . Dank OSM und den beiden Reiseführern wissen wir irgendwann ungefähr, wo wir hinfahren wollen.

Bei den Harvey‘s Pans geniesst eine Giraffe voller Madenhacker das kühle Nass.





Es scheinen gehörig Parasiten vorhanden zu sein!



Danach ist Flaute angesagt. Immerhin zeigen sich zwei Schabrakenschakale und ein Elsterwürger (Magpie Shrike).



Die Landschaft mit den vielen Hügeln und dem (trockenen) Flussbett des Savuti gefällt uns super. Wir entschliessen uns, noch das Wasserloch im Bereich Savuti Marsh aufzusuchen, was sich als Glückstreffer herausstellen wird 😎 .



Rund ums Wasserloch lümmelt ein achtzehnköpfiges Löwenrudel!





Zwei stattliche Mähnenlöwen,







einige Teenager und Mütter





sowie fünf süsse Löwenbabies. Klasse!





Spannend wird es, als ein Dickhäuter auftaucht



und sich zur Runde gesellt.





Den ersten Löwen wird es unwohl. Sie machen den Abgang. Ein Teil des Rudels bleibt ziemlich entspannt liegen. Herr Elefant macht aber ziemlich schnell klar, wer ab nun das Sagen hat.

Einfach unglaublich…





Irgendwann ist das Licht weg und die Zeit drängt. Um sieben müssen wir zurück im Camp sein. Zusammen mit dem letzten anderen anwesenden Selbstfahrer machen wir uns auf den Rückweg. Zackig, aber immer innerhalb der erlaubten Geschwindigkeitslimite von 40 km/h geht es das Flussbett hinauf. So richtig abschätzen, wie lange wir zurück ins Camp haben werden, können wir nicht.

Noch ganz ‚geflasht‘ vom riesigen Löwenrudel sichtet Dani bereits das nächste Highlight. Unsere erste Eulensichtung des Urlaubs! Selbstverständlich bremsen wir für die zwei Gefiederten.


Milchuhus / Verreaux's Eagle Owl oder auch Giant Eagle Owl

Im Spass sage ich zu Dani, dass eine kurze Leopardensichtung auch noch drin liegen würde. Aber das dann vielleicht doch etwas zu viel des Guten wäre... 😉

Und schon sitzt er neben uns!



Es ist bereits fast komplett eingedunkelt. Ein Beweisbild gelingt gerade noch so mit Iso6400. Der Kleine sitzt so nahe und rührt sich nicht, dass man ihn am liebsten unterm Kinn kraulen würde 😗 .

Einige Minuten vor 'Gateschliessung' treffen wir überglücklich zurück auf der Campsite ein. Wir sind so richtig müde von den vielen Eindrücken. Was für ein einmaliger Tag! Aufs Feuer verzichten wir, gibt es heute doch leckeres Linsen-Hähnchen-Curry.

Das wars dann auch schon für diesen wirklich speziellen Sichtungstag! Wir hauen uns früh aufs Ohr und träumen vom legendären Savuti...
Teil 2702. Mai 2020
Tag 17 - 17. Oktober 2019 – Katzenakrobatik und ein unerwartetes Zusammentreffen, 65km
Chobe Nationalpark, Savuti Campsite No. 7

Teil 1

Bereits um fünf Uhr sind wir auf den Beinen und fahren kurz nach halb sechs in Richtung Savuti Marsh Wasserloch. Unterwegs im Savuti Channel erspähen wir nochmals mehrere Milchuhus, jedoch haben sie sich nun im dichten Geäst der Bäume versteckt. Auch die ersten Giraffen und Elefanten sind frühmorgens bereits unterwegs.

Am Wasserloch liegen wieder die beiden Mähnenlöwen von gestern Abend 🤩 .





Im goldenen Morgenlicht und ausser uns erst ein weiteres Fahrzeug vor Ort 🙂 .





Trotz rigorosem Aussortieren wird nun eine Bilderflut auf euch zukommen 🤩 .













Entzückt stellen wir fest, dass sich mit der Zeit weitere Löwen aus dem Busch schälen und ans Wasserloch kommen 🙂 .







Wir zählen zu Beginn sechs Tiere, irgendwann sind es zwölf. Nur die fünf Cubs und eine der Löwinnen von gestern bleiben verschwunden.





Ein Raubadler beäugt die Szenerie etwas kritisch.



Besonders die Halbwüchsigen sind in Spiellaune.









Es ist eine wahre Freude ihnen zuzuschauen!









Wo man hinschaut - überall kommt es zu Rangeleien 🤩 .



Ein bisschen Ruhe kehrt ein, als Papa zum trinken kommt...







Die hält aber nicht lange an...











Das Spektakel dauert über eineinhalb Stunden.









Zeit und Raum spielen irgendwie keine Rolle mehr...







Danis Kamera läuft heiss 😉 .







Irgendwann beginnt sich das Rudel langsam in den Schatten der Büsche und Bäumchen zurückzuziehen.





Und Frieden kehrt ein 😉 .



Beinahe zumindest...







Noch nie konnten wir ein solch grosses Löwenrudel in einer solch entspannten Atmosphäre beobachten. Und so aktiv. Wir sind überwältigt!

Leider halten sich einige der Gamedrive-Fahrzeuge nicht an die Regeln und verlassen immer wieder die Wege. Teilweise hat man das Gefühl, dass sie den Löwen im Gebüsch fast über die Pfoten fahren! 😈 Mehrheitlich nehmen die Tiere unsere Anwesenheit jedoch sehr gelassen neugierig zur Kenntnis.



Irgendwann lösen wir uns von der Szenerie und erhaschen in den Büschen südlich vom Wasserloch noch einen Blick auf zwei Löwendamen mit den Jungtieren. Die haben ja noch gefehlt 😛 . Sie sind gut versteckt im Schatten und so fahren wir weiter.





An der Marabou Pan laben sich drei Elefanten am Wasser.



Ein Schmarotzermilan hat eben eine Taube erbeutet und rupft sie nun. Irgendwann wird ihm die Situation zwischen den Elefantenfüssen zu heiß und er entflieht mit seiner Mahlzeit auf den nächsten Baum.


Schmarotzermilan / Yellow-billed Kite

Es gesellen sich weitere Elefantenbullen dazu. Die Szenerie bleibt aber mehrheitlich friedlich. Man scheint sich zu kennen.







Auch für Familie Warzenschwein hat es noch Platz.



So langsam aber sicher machen wir uns auf den Rückweg. Heute wollen wir endlich wieder mal eine längere Mittagspause einlegen, bevor es erneut auf Pirsch geht.





Bei Leopard Rock treffen wir auf zwei Felsentokos. Toll, dass wir sie dieses Mal von Nahem bestaunen können!


Felsentoko / Bradfield's Hornbill

Via Flussbett fahren wir nördlich in Richtung Campsite und hätten beinahe ein Rudel Wild Dogs überrollt 🤩 !





Drei der Wildhunde liegen auf der Strasse, während sich der Rest des Rudels gleich daneben unter einem grossen Baum verteilt hat.







Auf eine Sichtung dieser gefährdeten Tiere haben wir so gehofft in diesem Urlaub. Die Sichtungsfee meint es wirklich gut mit uns heute 😊









Lange stehen wir beim Rudel, welches aus sieben erwachsenen Tieren und sechs bereits etwas grösseren Pups besteht.







Wir sind das einzige Fahrzeug weit und breit! Die Tiere liegen mehrheitlich herum, interagieren jedoch immer mal wieder miteinander. Auch heute ist es brüllend heiss.









Zur Abkühlung scharren sich die Hunde immer wieder kühlen Sand auf ihre Bäuche.



So wird es doch kurz vor zwölf, bis wir zurück ins Camp kommen 😗 .


Zwergspint / Little Bee-eater



Dieser Morgen hat mehr als gelohnt!

Wir wärmen die Curry-Resten von gestern und relaxen dann auf dem Platz. Eine Menge an Eindrücken will verarbeitet werden...



Teil 2803. Mai 2020
Teil 2 - 17. Oktober 2019

Kurz nach halb vier rollen wir wieder vom Platz. Ziel sind zuerst die Wild Dogs und danach das Savuti Marsh Wasserloch. Der Nachmittag ist schnell erzählt. Die Wild Dogs sind noch vor Ort, jedoch haben sie sich oberhalb des Flussbetts in den Schatten zurückgezogen und wir sehen nur hin und wieder ein Ohr.

Weiter geht es zum Wasserloch, wo es zuerst sehr ruhig ist. Mal kommt ein Schakal vorbei,



dann ein sehr vorsichtiger Impala-Bock. Die Löwen müssen noch irgendwo in der Nähe sein...

Ein Elefantenbulle bringt etwas Bewegung in die Sache.













Später folgen weitere seiner Kollegen.



Irgendwann können wir in unserem Rücken auch wieder einige Mitglieder des Löwenrudels ausfindig machen. Die beiden Männchen liegen im Schatten. Im hohen Gras wuselt es. Dass sich viele der OSV's nicht an die Regeln halten und zu den Löwen in den Busch rein fahren stört uns sehr 😈 . Auf dieses Spiel haben wir keine Lust mehr!

Wir sagen den Warzenscheinen





und Elefanten tschüss.





Da wir die Löwen am Morgen ja im besten Licht hatten und sie sich aktuell im Dickicht aufhalten und das Wasserloch sowieso noch von den sechs Elefanten besetzt wird, fällt uns der Abschied weniger schwer als gestern Abend.

Auf der Suche nach den Wild Dogs erspähen wir unseren ersten europäischen Bienenfresser. Wir freuen uns sehr, auch wenn er sich nicht fotografieren lässt 🤨 .

Anschliessend finden wir einige der Wildhunde von heute Morgen nochmals im tiefen Busch.





Leider ist das Licht bereits weg. Für uns trotzdem eine Sichtung, die wir so schnell nicht vergessen werden!









Auf der Rückfahrt zum Camp sehen wir ein sehr junges Elefantenkalb ohne Schwanz und mit frischer Wunde. Was da wohl passiert sein mag? Hatten die berüchtigten Elefanten jagenden Savuti-Löwen hier ihre Pfoten im Spiel?

Das Feuer brennt schon bald. Das Abendessen besteht aus Cheese-Bacon-Grillern mit Baked Potatoes und Salat.



Nun sind wir seit gut zweieinhalb Wochen hier im südlichen Afrika. Und all der Eindrücke noch keinesfalls müde... Schade müssen wir morgen bereits wieder weiter. Savuti hat uns bzgl. Tiersichtungen mehr als überzeugt!

Nur die Campsite gehört dank Generator, Hundegebell, Musik und relativ eng gelegenen Campsites nicht zu unseren Favoriten 🤨 .
Teil 2909. Mai 2020
Tag 18 - 18. Oktober 2019 – Vom Savuti nach Kasane, 227km
Kasane, Senyati Safari Camp

Auch heute wollen wir den frühen Morgen noch ausnutzen und verlassen das Camp kurz nach halb sechs. Wir statten als erstes der Harvey‘s Pan einen Besuch ab, dort ist aber ausser Impalas niemand zu sehen. Also weiter in Richtung Flussbett.

Auf einem abgestorbenen Baum sitzt ein Milchuhu und blickt bedächtig auf uns herab. Bele, der ist für dich 🙂 :



Bei den Wildhunden herrscht leider tote Hose. Die sind wohl weitergezogen. Also weiter zum Savuti Marsh Wasserloch, wo ebenfalls die Impalas vorherrschen. Die Spuren des grossen Löwenrudels führen auf der Pad nach Norden. Sie sind nicht mehr aufzufinden.





Trotzdem ist es sehr schön, am Wasserloch zu sitzen und das Kommen und Gehen der Tiere zu beobachten. Abgesehen von den drei Kaffernbüffel dreht ein Schakal ausdauernd seine Runden ums Wasserloch.









Dazu kommen Heerscharen an Helmperlhühnern, Turteltauben und Flughühnern.





Die Bühne gehört heute Morgen den 'üblichen Verdächtigen'. Nicht minder schön…








Schmarotzermilan / Yellow-billed Kite

So langsam zieht es uns aber weiter. Auch dem dritten Wasserloch bei der Marabou Pan wollen wir noch einen Besuch abstatten.


Rot- und Gelbschnabeltokos


Weissflügeltrappe / Northern Black Korhaan

Auf dem Weg dorthin treffen wir auf eine lange Fahrzeugkolonne. Der Verursacher des Staus ist ein Leopard, welcher unter einem Busch im Schatten liegt:



Nach einer Weile wird es uns zu bunt und wir fahren vorbei. Dieses Gedränge mögen wir (besonders in Afrika) überhaupt nicht 🙄 . Und Leoparden hatten wir schon in schönerem Ambiente 😗 .


Gabelracke / Lilac-breasted Roller

Bei der Marabou Pan herrschen wieder Elefanten und Schwarzmilane vor. Ein nettes Treiben.



Da wir heute noch nach Kasane 'müssen', verweilen wir nicht lange. Via Flussbett lassen wir uns wieder nördlich treiben. Zwerspinte, Impalas und viele Kudus begleiten unseren Weg.


Zwergspint / Little Bee-eater


Gabelracke / Lilac-breasted Roller



Dann stehen wieder zwei Gamedrive-Fahrzeuge vor uns. Was gibt es hier zu sehen? 🤩



Ein stattliches Leopardenmännchen liegt einige Meter entfernt im Schatten. Die beiden anderen Fahrzeuge machen sich bald schon aus dem Staub und wir können alleine geniessen! Zum Glück wird die Piste durch das Flussbett nur wenig befahren. (Womöglich, weil sie nicht auf der Tinkers Map verzeichnet ist?!)







Wir sind hin und weg. Zwei Leoparden an einem Tag - und der hier ist ein Prachtsexemplar!











Nach einer guten dreiviertel Stunde zieht sich der Kuder ins dichte Blattwerk eines Baumes zurück. Man kann ihn noch knapp mit dem Feldstecher identifizieren, wenn man weiss wo er liegt. Für uns das Zeichen zum Aufbruch.

Nach einem kurzen Toiletten-Stopp auf der Campsite rollen wir auf teilweise miserabler Piste zum Goha-Gate, welches heute erstaunlicherweise nicht besetzt ist. Liegt es an den Wahlen, die an diesem Wochenende in Botswana stattfinden?



Unterwegs haben wir für diesen Urlaub die Erstsichtung zweier Weissgesichtseulen


Weissgesichtseule / Southern White-faced Owl



sowie eines Weissscheitelwürgers. Interessant auf dem Weg ist ansonsten nur ein einige Tage alter Elefantenkadaver, der jedoch bisher erst wenig angefressen wurde. Und es sind auch keine Geier in Sicht…


Europäischer Bienenfresser / European Bee-eater



Gegen Mittag kommen wir in Kachikau an. Dort pumpen wir unsere Reifen auf und essen was Kleines zu Mittag (womöglich die restlichen Cheese Griller von gestern Abend 😉 ).

Weiter geht es auf bester Asphaltstrasse via Transitroute durch den Chobe nach Kasane, wo wir unsere Vorräte auffüllen und Pulas ziehen. Um halb fünf sind wir im Senyati Safari Camp, wo wir die Campsite Nr. 3 erhalten; mit Blick auf den Elefantenkorridor. Die Campsite ist gut gefüllt. Hier am Rande der Anlage haben wir jedoch unsere Ruhe.

Auch am Wasserloch herrscht Hochbetrieb. Jedoch tierischer Art!







Der Underground-Hide bietet tolle Beobachtungsmöglichkeiten aus ungewohnter Perspektive.







Fasziniert erleben wir, wie der eine oder andere Elefant nur wenige Meter neben unseren Köpfen vorbeizieht. Wir sitzen ihnen sozusagen zu Füssen 😄 .









Gruppe um Gruppe zieht an uns vorbei.







Wir geniessen bis es dunkel wird








'Sharing is caring'





und richten uns dann auf der Campsite ein.

Leckere Chicken-Sosaties und gefüllte Butternut runden den Abend ab. Morgen werden wir es für einmal gemütlich angehen und erst am Nachmittag zu einer Bootstour auf dem Chobe aufbrechen. Mal schauen, ob wir das mit dem 'Ausschlafen' noch hinkriegen 😄
Teil 3015. Mai 2020
Tag 19 - 19. Oktober 2019 – Eine nachmittägliche Bootstour auf dem Chobe, 38km
Kasane, Senyati Safari Camp

Unsere innere Uhr sorgt dafür, dass wir heute auch ohne Wecker um fünf Uhr wach sind. Dani macht sich auf zum Wasserloch für den Sonnenaufgang, während ich noch etwas liegen bleibe.





Gegen halb acht wird es uns bereits zu heiss im Zelt und wir stehen auf.


Streifenskink

Heute Morgen ist nach einem gemütlichen Frühstück Aufräumen, Wäsche waschen, Fotos aussortieren und Relaxen angesagt. Das Wasserloch ist verweist. Dafür bekommen wir regelmässigen Besuch von Eidechsen, Braundrosslingen, Tokos, Staren und Zebramangusten auf der Campsite. Es ist auch wieder mal schön, etwas gemütlicher unterwegs zu sein. Das Senyati Camp bietet sich dafür an 🙂 .


Bei diesen Temperaturen und der geringen Luftfeuchtigkeit trocknet die Wäsche in eine halben Stunde 😄

Um viertel nach zwei fahren wir los zum Bootsanleger von SM Tours in Kasane. Unser Boot ist klein und sehr gut gefüllt 😵 . Mit unserem Guide JK werden wir anfangs überhaupt nicht warm. Eine grosse Klappe, viele wirklich nicht lustige Witze und irgendwie einfach unsympathisch. Mit der Zeit drücken seine Qualitäten jedoch durch 🙂 . Es muss auch für ihn schwierig sein, Personen mit absolut unterschiedlichem ‚Afrika-Hintergrund‘ alle auf einem Boot zu vereinen und zufrieden zu stellen.


Heiliger Ibis / African Sacred Ibis




Schreiseeadler / African Fish Eagle


Rechts unten ist auch der Jungvogel zu erkennen


Schlangenhalsvogel / African Darter

Die für uns wichtigsten Punkte beachtet JK jedoch sehr wohl: Er stellt das Boot an den Sichtungen jeweils möglichst so, dass man nicht gegen das Licht fotografieren muss, er schaut, dass alle auf dem Boot eine gute Sicht haben und er stoppt das Boot auch für Vögel. Passt also soweit doch!


Graufischer / Pied Kingfisher



So sind wir nach den anfänglichen Schwierigkeiten doch recht schnell im 'Geniessermodus'.


Angola-Mönchskuckuck / Coppery-tailed Coucal




Zwergspint / Little Bee-eater

Die 39°C treiben die Tiere schaarenweise ans Wasser. Wir können grosse Impala- und Lechweherden beobachten, ebenso grasende Hippos und viele Krokodile. Wie zum Beispiel dieses Prachtexemplar hier:







Auch die Wasservögel sind wie gewohnt gut vertreten. Hervorzuheben ist für diesen Urlaub die Erstsichtung eines Riesenfischers sowie von Langspornkiebitzen. Ansonsten verzeichnen wir schöne Begegnungen mit den üblichen Vertretern der Tierwelt Botswanas.











Das eindrücklichste Erlebnis dieser Bootstour ist es jedoch, zwei Flusspferdmännchen beim Revierkampf beobachten zu dürfen 🤩 .







Das Blut floss in Strömen. JK's 'they are just playing' konnten wir nicht wirklich glauben...





Für uns sieht das definitiv nach einer ernsteren Sache aus 😣 . Auf alle Fälle sind wir fasziniert. Und die restliche Gruppe auch. So können wir länger verweilen und dem Kampf der beiden Kolosse beiwohnen.





Später stattem wir einem Paar Scherenschnäbel einen kurzen Besuch ab.


Afrikanische Scherenschnäbel / African Skimmers



Dann geht es auch bereits wieder zurück. Ein wunderbarer Sonnenuntergang rundet die Fahrt ab. Wir sind versöhnt.



In Kasane entscheiden wir uns für ein schnelles Abendessen bei Nando‘s. Die Qualität des Essens und Freundlichkeit der Angestellten liegen deutlich über den Erwartungen.

An der Bar in Senyati gönnen wir uns noch einen G&T mit Blick auf das Wasserloch. Die Elefanten sind wieder in grosser Zahl anwesend. Eine Herde gibt der nächsten die Klinke in die Hand. Nach einer Dusche mit warmem Wasser aus dem Donkey liegen wir bereits um halb zehn in unserem Dachzelt.

Morgen fahren wir an die Chobe Riverfront und queren den Park von Ost nach West. Was wird uns erwarten?
Teil 3118. Mai 2020
Tag 20 - 20. Oktober 2019 – Via Chobe Riverfront nach Muchenje, 131km
Muchenje Campsite No. 1

Weil Senyati ca. 23km vom Sedudu Gate des Chobe Nationalparks entfernt liegt stehen wir heute bereits um viertel vor fünf auf. Die Handgriffe beim Zusammenräumen sitzen bereits sehr gut und wir rollen um viertel nach fünf vom Platz.

Auf der Hauptstrasse nach Kasane begegnen wir einer Fünfergruppe Giraffen mitten auf der Strasse. Kein Wunder warnen überall Verkehrstafeln vor Wild auf der Strasse! Ansonsten verläuft die Fahrt ereignislos. Darüber sind wir auch ganz froh, noch ist es stockdunkel.

Am Sedudu Gate ist nur ein weiteres Auto zugegen. Da haben wir mit mehr gerechnet! Schnell ist das Check-in-Procedere absolviert und wir rollen in Richtung der berühmten Chobe Riverfront. Vieles kommt wir bekannt vor, zwölf Jahre ist es jedoch bereits her seit meinem letzten Besuch hier. Dani ist zum ersten Mal an der Chobe Riverfront...


Sporengans / Spur-winged Goose

Lange beobachten wir einen eifrigen Nimmersatt bei seiner Futterbeschaffung.







Am Wasser herrscht bereits reges Treiben bei den Impalas und Wasservögeln. An einem Elefantenkadaver laben sich Kappen- und Ohrengeier. Es stinkt bestialisch und wir halten es nicht lange aus.


Imm. Kappengeier / Imm. Hooded Vulture

Neben den Weissstirnspinten sind auch wieder Scharlachspinte unterwegs, gefolgt von vereinzelten Europäischen Bienenfressern. Diese Vogelart gehört definitiv zu unseren Lieblingen.


Europäischer Bienenfresser / European Bee-eater



An einem View Point über den Chobe River entdecken wir unseren ersten Braunkopfliest.

Nach einigen Kilometern sehen wir vor uns ein Game Drive Fahrzeug, welches einen Leoparden im dichten Busch aufgespürt hat. Wir stellen uns etwas weiter weg und schon bald bewegt sich der Leopard fort. Wir erspähen ihn mehrmals, gute Fotomöglichkeiten ergeben sich wegen dem dichten Busch aber keine. Diese kurze, aber schöne Sichtung behalten wir auch ohne Fotos in guter Erinnerung 🙂 .


Angola-Schmetterlingsfink / Blue Waxbill


Riesentrappe / Kori Bustard

Ansonsten erfreut uns heute vor allem die Vogelwelt. Die Tiere sind deutlich weniger scheu als andernorts.


The mighty Chobe




Stelzenläufer / Black-winged Stilt



An der Sedudu Picnic seit machen wir eine kurze Rast, fahren jedoch schon bald weiter. Es ist erst halb neun, aber die Sonne brennt erbarmungslos vom Himmel 😵 . Wir entscheiden uns, nicht den gesamten Tag im Chobe zu verbringen, sondern gegen Mittag bei Ngoma rauszufahren, auf der Campsite zu chillen und dann für einen Abend-Drive nochmals reinzufahren 😎 .




Schreiseeadler / African Fish Eagle



Am Himmel können wir eindrücklich eine grosse Gruppe Pelikane beobachten.





Trotz Hitze sehen wir noch das eine oder andere Kudu. Auch die Giraffen sind ein sicherer Wert.



Diese hier trägt irgendwie faszinierende Flecken 😮 .



Auch ein Löwenmännchen können wir schliesslich mit dem Feldstecher in weiter Ferne ausmachen. Auch hier gibt es leider kein Foto davon 😗 . Er war wirklich sehr weit weg...

Fasziniert beobachten wir westlich von Ihaha noch eine Elefantenherde, deren Mitglieder sich zum Schlafen auf den Boden gelegt haben. Auch sie sind platt von der Hitze...



Der letzte Abschnitt der Strasse ans Ngoma Gate ist sehr wellblechig und tiefsandig. Auch das haben wir irgendwann gemeistert. Wir sind kaputt!

Im schönen Muchenje erhalten wir die Campsite No. 1, gleich neben dem Viewing Deck und nahe beim Pool. Wir legen uns erstmals etwas schlafen. Später gönnen wir uns ein Bad im Pool und fahren nach sechzehn Uhr nochmals zum Park. Auch ohne spektakuläre Sichtungen wird es ein sehr schöner Nachmittag.






Sporengans / Spur-winged Goose

Ins warme Abendlicht getaucht gefällt uns die Flussszenerie ausserordentlich.



Impala-



und Büffelgruppen ziehen ans Wasser,





während sich Giraffen die letzten grünen Blätter des Tages schnappen.





Sporengänse und Pelikane sind in grosser Zahl entfernt auszumachen. Wir lassen uns treiben uns geniessen.




Klaffschnäbel / Openbills


Zwergspint / Little Bee-eater



Die Landschaft und die nicht vorhandenen anderen Fahrzeuge gefallen uns hier an der westlichen River Front sehr gut 😗 . Aufgrund der anhaltenden Dürre ist es sehr trocken. Der Baobab musste auch schon als Elefantenfutter herhalten:







Highlight dieses Nachmittags ist die Sichtung von hunderten von Scharlachspinten, welche sich auf einer Sandbank auf der anderen Flussseite des Chobe versammelt haben.





Eindrücklich! Leider ist auch diese Szenerie schwierig auf Bild zu bannen und wir begnügen uns mit einer Gruppe Spinte, welche bei uns in der Nähe sitzen.





Einmal mehr rundet ein magischer Sonnenuntergang diesen fantastischen Tag ab.





Afrika pur!







Gedämpft wird die Stimmung leider auf der Rückfahrt nach Muchenje 🙁 .

Zuerst freuen wir uns über Elefanten neben der Fahrbahn. Gleich darauf rast jedoch der PKW, der uns kurz zuvor überholt hat in eine Gruppe Zebramangusten! Als wir dort ankommen sind drei bereits tot, zwei versuchen kläglich, von der Strasse zu kriechen. Ihre Hinterbeine sind gelähmt. Die Situation bricht uns fast das Herz. Mir ist echt zum Heulen zu Mute... Ein fürchterlicher Abschluss eines ansonsten wunderschönen Afrika-Tages 😐 .
Teil 3210. Juni 2020
Tag 21 – 21. Oktober 2019 – Pelikane satt an der westlichen Chobe Riverfront, 47km
Muchenje Campsite No. 1

Kein Sternenhimmel ist zu sehen, als uns der Wecker heute Morgen früh um fünf Uhr aus dem Schlaf klingelt. Trotz bedecktem Himmel kann ich Dani knapp dazu motivieren, mit mir in den Park zu fahren 😐 . Zu sehen gibt es ja schliesslich immer was (denke ich mir). Bereits auf der Fahrt zum Nationalpark treffen wir auf zwei Tüpfelhyänen!

Nach misslungenem Eintrittsprocedere (der anwesende Nationalparksbeamte konnte uns aus unbekannten Gründen kein Permit ausstellen) dürfen wir trotzdem in den Park fahren und sollen später bei der Ausreise bezahlen. Hauptsache wir sind drin 🤪 .

Der Morgen ist sehr ruhig. Wir treffen auf Klaffschnäbel auf ihren Schlafbäumen, Paviane in grossen Familienverbänden und haufenweise Impalas und Kudus. Auch Zebras sind hier im Westteil des Parks häufig vertreten.

Auf den Floodplains entdecken wir einen frischen Büffelkalbriss von letzter Nacht. Viel ist nicht mehr übrig. Raubtiere oder Geier sind keine zu sehen, was uns doch etwas verwundert.

Fotos entstehen heute lange keine, Dani‘s Motivation hält sich bei diesen Lichtverhältnissen in Grenzen...



Nach einem leckeren Frühstück mit selbstgebackenen Roosterkoek-Brötchen von gestern Abend, geht es dann mit einer für uns ganz besonderen Sichtung los:





Mindestens hundert Rosapelikane haben sich am Flussufer versammelt.







Auch die Sonne zwängt sich langsam aber sicher zwischen den Wolken hervor und alle sind wieder glücklich 😉 . Nebenan landet ein Schreiseeadler



und gegenüber treffen sich die Schwarzmilane. Die Pelikane werden langsam aber sicher aktiver und bieten tolle Fotomotive. Gefiederpflege ist angesagt, was gar nicht so einfach aussieht, mit diesen grossen Schnäbeln 🤩 .







Wir fahren noch ein Stück weiter östlich, entscheiden uns bei immer heisser werdenden Temperaturen aber bald zur Umkehr. Nochmals geht es bei den Pelikanen vorbei,





die sich mittlerweile ins Wasser begeben haben. Immer wieder startet eine Gruppe mit Hilfe der Thermik gen Himmel.





Unglaublich, diese riesigen Vögel als Schwarm am Himmel zu beobachten.





Wir verabschieden uns von den Pelikanen, welche wir für immer mit dem Westteil der Chobe Riverfront verbinden werden.



Der Büffelriss vom Morgen ist wie vom Erdboden verschluckt. Unsere Hoffnung auf Raubtiersichtungen zerschlägt sich somit...



Eine schöne Sichtung wartet jedoch kurz vor Verlassen des Parkes noch auf uns. Eine Herde Roan Antilopen ist unterwegs vom Wasser zurück in die Büsche.





Diese schönen Antilopen sehen wir auf dieser Reise zum ersten Mal. Leider sind sie recht mager.




Klaffschnabel / African Openbill


Graureiher / Grey Heron

Gegen halb elf sind wir wieder am Gate. Die Dame, welche uns das Permit ausstellen kann ist gerade unterwegs. Die anderen beiden Anwesenden sind nicht dazu ermächtigt. Irgendwann kommt sie zurück und stellt uns etwas widerwillig das Permit aus 😣 . Nun ist es vollbracht und wir fahren zurück nach Muchenje.

Auch heute knackt das Thermometer die 40°-Grenze! Wir lümmeln im Schatten rum, streiten uns mit den Vervet Monkeys um unser Essen und geniessen nach drei Wochen Abstinenz ein ordentlich schnelles Wifi.

Dabei fliegen uns hübsche Angola-Schmetterlingsfinke (Blue Waxbills) um die Ohren.



Wegen der Hitze lassen wir unseren angedachten nachmittäglichen Gamedrive sausen und geniessen die Vogelwelt auf der Campsite.


Hübscher Muchenje-Garten

Neben den Angola-Schmetterlinksfinken besuchen uns auch ein Angola-Mönchskuckuck, Buntastrilde, ein Rotschnabel-Toko sowie ein Gelbbrustbülbül. Besonders freuen wir uns über den Maskenpirol (Black-headed Oriole), welcher kurz bevor das Licht weg ist durch die Büsche hüpft:






Game- bzw. Zebra-Viewing kann ich auch auf der Campsite nicht lassen 😉

Ein kurzer Sprung in den Pool und schon geniessen wir den Sonnenuntergang vom nahen Viewing Deck aus.







Es ist wunderschön friedlich hier. Leckere Burger vom Grill runden den Tag ab.





Morgen werden wir nach knapp drei Wochen Botswana für einen Abstecher zurück nach Namibia reisen. Wir freuen uns besonders auf die geplante Bootstour mit Dan von Mashi River Safaris...
Teil 3317. Juni 2020
Tag 22 – 22. Oktober 2019 – Auf Umwegen von Botswana zurück nach Namibia, 429km
Mavunje Campsite No. 2

Da wir eigentlich nochmal in den Chobe fahren wollten holt uns der Wecker um fünf aus dem Schlaf. Aufgrund des stark bewölkten Himmels entscheiden wir uns, dies bleiben zu lassen. Wir schlafen etwas länger, werden aber bald von den Vervet Monkeys aus dem Schlaf geholt. Die frechen Kerle turnen ums und übers Auto und machen einen wahnsinnigen Krach 😈 .


Grosser Goldweber / African Golden Weaver



Wir frühstücken gemütlich, drehen dann noch eine Birding-Runde ums Camp und verlassen Muchenje gegen neun Uhr. Hier hat es uns gut gefallen.





Der Grenzübertritt bei Ngoma Bridge verläuft relativ ereignislos. Wieder einmal wundern wir uns, welche Details irgendwo in eine Liste eingetragen werden müssen. Es ist jedoch wenig los und nach einer halben Stunde befinden wir uns wieder auf namibischem Boden 🙂 .


Diderikkuckuck / Diederik Cuckoo

Die Strasse nach Katima Mulilo ist bestens asphaltiert. So schnell waren wir schon lange nicht mehr unterwegs. Entlang der Strasse tauchen immer wieder Dörfer und viele Menschen auf. Die Zeit vergeht wie im Fluge.

In Katima kaufen wir im gut sortierten Shoprite ein. Holz finden wir an der Tankstelle und schon düsen wir über die B8 in Richtung Kongola. Auch heute ist es mit 40°C wieder sehr heiß und wir geniessen die Klimaanlage im Fahrzeug. Auch unser Kühlschrank bringt so wieder seine Leistung. In den letzten Tagen hatte er aber grosse Mühe mit dem Kühlen 🤨 .



Um halb eins treffen wir im Mavunje Camp ein und erhalten die Campsite Nr. 2. Die Campsites hier sind liebevoll gestaltet mit Dusch-, WC- und Waschhäuschen sowie Aufenthaltsdeck und Abwaschraum. Wir essen was Kleines zu Mittag und richten uns häuslich ein.


Das 'Wohnzimmer'



Da der Kühlschrank bereits wieder streikt, obwohl wir heute über drei Stunden gefahren sind, schauen wir uns das Ganze mal genauer an. Der Ventilator funktioniert nicht und kann so den Kompressor auch nicht kühlen 🙁 . Der Kühlschrank überhitzt. Wir pusten mit dem Kompressor den Staub raus, was aber auch keine Besserung bringt. Per SMS wenden wir uns an Savanna, um nachzufragen, wo wir das Problem in den nächsten Tagen beheben können.


Zwergspint / Little Bee-eater

Einige Telefonate später (der Mobilfunkempfang ist grottig) ist klar, dass nur Katima Mulilo Ersatz- bzw. Reparaturmöglichkeiten für den Kühlschrank bietet. So entschliessen wir uns schweren Herzens, statt an den Horseshoe im Bwabwata Nationalpark, die 125km zurück nach Katima zu fahren. Wir ärgern uns sehr, dass wir den Kühlschrank nicht früher genauer unter die Lupe genommen haben! 😈

In Katima angekommen weiss die Werkstatt bereits Bescheid. Erstmal muss jedoch ein neuer Ventilator besorgt werden. Und das dauert. Wir warten...


Der letzte Schrei in Botswana - Mais-Pops mit Chilly-Flava 😎

...und warten...



...und warten noch etwas länger 🙄 .

Nach mehr als einer Stunde kommt ein externer Mechaniker mit einem passenden Ventilator. Der funktioniert jedoch nicht! Wäre auch zu schön gewesen. Weg ist er wieder und taucht nach einer langen Weile mit einem viel zu kleinen alten Computer-Ventilator auf. Das ist alles, was in ganz Katima Mulilo aufzutreiben ist! So entschliessen wir uns, diesen zu montieren. Besser ein zu kleiner Ventilator am Fridge, als kein Ventilator 😗 .


Zum guten Glück haben wir Kabelbinder in allen Grössen und Formen mit dabei...

Nach über zweieinhalb Stunden, es beginnt bereits einzudunkeln, besitzt unser Kühlschrank zwar einen zu kleinen, aber funktionierenden Ventilator. Hoffen wir der hält! Auf unseren bisherigen Reisen hatten wir immer Probleme mit dem Kühlschrank. 2015 stieg er am Ende der Reise aus, 2016 war eine Sicherung durch, 2018 musste die gesamte Elektronik ausgetauscht werden und dieses Jahr der Ventilator! 😈 (Vermieter war übrigens nicht immer derselbe 😉 .)

Wir ziehen noch kurz Geld am ATM und fahren dann im Dunkeln zurück nach Mavunje. Wir krallen an die Hinterseite eines Lastwagens und rollen gemächlich mit 80km/h zurück ins Camp. Glücklicherweise verläuft die Fahrt ohne Probleme, obwohl viele Tiere und Menschen auf und neben der Strasse unterwegs sind.

Erschöpft treffen wir dort um neun ein. Dan hat sich bereits Sorgen gemacht, wo wir stecken. Er lacht über unsere Probleme und meint, dass das normal sei hier im Caprivi. Wir besprechen den morgigen Tag, essen nur noch etwas Kleines und legen uns dann schon bald schlafen. Schade konnten wir das Camp und die Umgebung hier heute so wenig geniessen. Umso mehr freuen wir uns auf die Bootstour mit Dan.
Teil 3423. Juni 2020
Tag 23 – 23. Oktober 2019 – Eine Bootstour auf dem Kwando, 0km
Njazanga Island

Aufgrund der Hitze haben wir letzte Nacht nicht wirklich gut geschlafen. Um sechs Uhr hält mich nichts mehr im Dachzelt 😕 . Dani folgt kurz darauf. Auch die ersten hyperaktiven Drosslinge, Bülbüls und Graulärmvögel sind unterwegs.





Vor dem Beginn unserer Bootstour wollen wir uns noch etwas in die Lounge am Kanal setzen.





Heftiger Wind verhindert dieses Vorhaben erfolgreich. Sandgestrahlt im Caprivi soll der Titel des heutigen Tages nicht heissen 😣 . So verkriechen wir uns in unser geschütztes Freiluftwohnzimmer, schreiben Tagebuch, lesen und quatschen.





Kurz nach zehn ist es endlich so weit. Gemeinsam mit Lynne und Brian, einem Ehepaar aus Simbabwe und zwei deutschen Pärchen, welche 'nur' einen Tagestrip geplant haben, geht es los in Richtung Bootsanlegestelle. Die Fahrt hinten auf dem Pick-up ist rumplig. Immerhin sehen wir unterwegs einen hübschen Zimtroller. Diesen eher seltenen Vogel mögen wir sehr gerne. Aufgrund der Trockenheit kann Dan seine Bootstouren leider nicht mehr direkt vom Campingplatz aus starten.





Wir verteilen uns auf die beiden Boote und richten uns ein. Toll haben sich Lynne und Brian sich spontan dazu entschlossen, mit uns auf den Bootstrip zu kommen. Es entstehen sogleich spannende Gespräche und wir sind einmal mehr baff, wie offen, positiv und interessiert Leute häufig sind, wenn man ihnen auf dieselbe Art und Weise begegnet 🙂 .



Gleich um die Ecke treffen wir auf einen grossen Pod Hippos mit einem Schwarm Klaffschnäbel im Schlepptau.


Hippos, Klaffschnäbel und ein Nimmersatt



Einige Brachschwalben (Collared Pratincoles, Erstsichtung) sitzen auf der Sandbank nebenan. Was für schöne Vögel!





Wir dürfen runter vom Boot und uns den Tieren langsam zu Fuss nähern. Das gibt tolle Fotomöglichkeiten 🤩 .







Dan kennt 'seine' Hippos und ist total gelassen.





Lynne, Dani und die Hippos:





Dan steuert das Boot geschickt durch die Untiefen im Kwando und stellt sich als sehr behutsamer Bootsführer heraus. Die Flusspferde haben sich an seine ruhige und langsame Fahrweise in ihrer Nähe gewohnt und sind eher neugierig als aggressiv. Wenn wir ihnen zu nahe kommen tauchen sie ab und gut ist es.





Obwohl es auch heute brüllend heiß ist, sind die Tiere am Kwando recht aktiv.


Purpurreiher / Purple Heron


Klaffschnäbel im Vorder- und Lechwes im Hintergrund

Das Mittagessen ist bereits aufgetischt, als wir auf Njazanga Island ankommen. Clement hat wunderbare Arbeit geleistet! Wir sitzen im Schatten eines grossen Baumes und geniessen. Zwischen dem Paar aus Simbabwe, Dan und uns zweien entwickeln sich angeregte Diskussionen. Die Dürre ist natürlich ein grosses Thema, ebenso die Schwierigkeiten im Tourismussektor hier im Caprivi und die angespannte Lage in Simbabwe. Die Zeit vergeht wie im Fluge, denn wir verstehen uns trotz Altersunterschied prächtig.

Schon ist zwei Uhr und wir schippern weiter flussabwärts, in Richtung der Grenze zu Botswana.


Klunkerkraniche / Wattled Cranes



Die Klunkerkraniche kriegen wir noch besser als im Moremi vor die Linse.






Senegalkiebitz / African Wattled Lapwing

Ebenso einen Malachiteisvogel. Dani ist mit den Fotos aber noch nicht ganz zufrieden 😗 .


Malachiteisvogel / Malachite Kingfisher

Bindenschwalben, ein Rotbauchreiher sowie ein Nachtreiher (Erstsichtungen) sind nur einige unserer speziellen Vogelsichtungen an diesem Nachmittag.


Nachtreiher / Black-crowned Night Heron

Wie immer sitzt der Graufischer äusserst fotogen auf seinem Ast...







In der Nähe der Namushasha Lodge treffen wir auf ein Kudu-Weibchen mit frisch gebrochenem rechtem Vorderlauf 🙁 . Scheinbar ist sie das Flussbord runtergestürzt. Wie kann das einem sonst so geschickten Tier nur passieren? Dan ist sich unsicher, ob ein Krokodil schneller sein wird, oder sie durch die Wildhüter erlegt wird, um ans begehrte Fleisch ranzukommen.

Bei der Kolonie der Weissstirnbienenfresser herrscht Hochbetrieb...







...und bei uns fliessen die gekühlten Getränke in Strömen. Weiter geht es mit freudigen Sichtungen: Flusspferde, Krokodile, jede Menge Vögel und ein Nilwaran auf der Suche nach einem Snack.







Wie schön, haben Lynne und Brian dieselben Interessen wie wir. Geduldig warten wir, was wohl geschehen wird.



Dann gehts ganz schnell und wir erleben für uns die Sichtung des Tages - einen 'Kill':







Danach zeigen sich nochmals Lechwes, Wasserböcke, Büffel, Buschböcke, Sitatunga, Reed Bucks und Kudus. Nur die Elefanten kommen heute Nachmittag nicht an den Fluss zum trinken. Dafür manövriert Dan unser Boot nochmals geschickt in die Nähe eines Malachiteisvogels.



Wir sind zufrieden 😎 .

Gegen Abend auf der Rückfahrt in Richtung Campsite dürfen wir uns ein kurzes Bad im Kwando gönnen. Scheinbar halten sich hier um die Ecke meist keine Hippos und Krokodile auf 🤩 . Die Abkühlung ist mehr als willkommen. Die Lufttemperatur ist auch nach fünf Uhr nachmittags kaum auszuhalten!



Während dem Sonnenuntergang beobachten wir mehrere Giraffen, welche ans Wasser kommen möchten. Sie sind wie gewohnt zögerlich. So ist es beinahe dunkel, als sie das Wasser erreichen.





Im letzten Licht ist uns auch noch ein Elefant vergönnt. Was für ein schöner Tag und was für eine friedliche Abendstimmung. Die Strapazen von gestern sind vergessen 😉 .





Später lassen wir das Boot lange in der Nähe eines Elefantenkadavers stehen. Dan hofft auf Hyänenbesuch. Gemäss einer Forschergruppe war gestern Abend ein ganzes Rudel vor Ort. Wir warten lange und tauschen während dieser Zeit Geschichten aus.

Besonders eindrücklich sind für uns die Erzählungen von Lynne und Brian, welche beide Farmer waren in Simbabwe, bevor sie vom Staat gewaltsam enteignet wurden! Auch sonst erfahren wir viel zur Situation in Simbabwe, aber auch zu den Schwierigkeiten, die Dan im Caprivi tagtäglich meistern muss. Wir sind beeindruckt, was diese Leute hier in Afrika teilweise durchmachen und dass sie den Glauben ins Gute im Menschen trotzdem nicht verloren haben. Chapeau!

Leider tut sich am Elefantenkadaver rein gar nichts. Im Stockdunkeln und mit Hilfe unserer Taschenlampen manövriert Dan das Boot nach acht Uhr zurück zum Camp. Abgesehen von einem halbherzigen Hippo-Angriff gibt es keine Aufreger 😄 . Auf 'unserer' Insel wartet Clement bereits mit einem leckeren Chicken-Potje auf uns. Dazu gibt’s Mealie Meal. Das Essen schmeckt wunderbar!

Wir sind alle zu müde, um noch lange am Feuer zu sitzen und legen uns schon bald in unsere Zelte. Es ist heiss!
Teil 3504. Juli 2020
Tag 24 – 24. Oktober 2019 – Vom Kwando an den Okavango, 232km
Ngepi Camp, Campsite No. 2

In der Nacht höre ich Löwen und Hyänen. Auch die Elefanten sind die ganze Zeit über am Wasser unterwegs. Wegen der Hitze schlafe ich nur mässig, Dani fühlt sich als wir morgens um fünf aufstehen bestens erholt 🤨 .

Während wir unseren Kaffee trinken, fallen grosse Regentropfen vom Himmel. Nach dem Schauer machen wir uns wieder auf zum Boot. Es herrscht eine mystische Morgenstimmung. Fotos vom Camp haben wir leider weder gestern Abend noch heute Morgen gemacht 😊 . Hier jedoch die wunderbare Aussicht zum gegenüberliegenden Ufer:





Gleich nebenan kreuzt eine kleine Elefantenherde den Kwando schwimmend. Hier ist die Lagune trotz Wassermangel sehr tief. Wir nähern uns zu Fuss und staunen, wie auch die Kleinsten wohlbehalten auf der anderen Seite ankommen.





Mit dem Boot können wir ihnen folgen und beobachten nochmals mehrere kleine Elefantenherden in und am Wasser. Fantastisch diesen Tieren so nah zu sein, ohne dass sie sich gestört fühlen.





Naja, diesen hier hat es dann doch etwas genervt, dass wir ihn beim frühmorgendlichen Bad stören 😉 .



Das Wetter heute Morgen dürfte besser sein. Zwar hat der Regen aufgehört, jedoch bedecken dunkle Wolken den Himmel. Die Landschaft präsentiert sich grau in grau. Nichtdestotrotz haben wir nochmals schöne Sichtungen. Viele Zwerspinte sind fleissig auf Insektensuche.



Später können wir trotz minutenlangen Warnrufen eines Lechwe-Bockes und einer Gruppe Reed Bucks im Fluchtmodus auch nach langer Suche den vermuteten Leoparden nicht entdecken. Der hat sich zu gut versteckt! Ein posierender Riesenfischer entschädigt uns für die verpasste Sichtung:


Riesenfischer / Giant Kingfisher



Fürs Frühstück geht es nochmals zum Camp auf der Insel zurück. Erneut entstehen spannende Gespräche und wir erhalten eine Einladung von Lynne und Brian, sie in Zimbabwe besuchen zu kommen. Das werden wir uns definitiv überlegen für 2020. Schliesslich schwärmen sie von den dortigen Nationalparks und deren Tierwelt.
(Aktuell: Leider findet diese Reise 'Corona-bedingt' nun natürlich nicht statt 🙁 .)



Nun müssen wir aber definitiv zurück nach Mavunje. Dan hat heute eine weitere Safari geplant und wir sind bereits zu spät dran. Trotzdem fährt er recht gemächlich über den Kwando. Für diesen Flusspferdbullen aber vermutlich doch zu schnell. Er scheint nicht erfreut über unsere Durchquerung seines Reviers!



Um halb zwölf sind wir zurück auf Mavunje, begleichen unsere Rechnung und verabschieden uns von Dan, Lynne und Brian. Was für tolle Menschen durften wir in diesen Tagen kennenlernen!

Leider hat unser Kühlschrank als wir zurück kommen wiederum mediterrane Temperaturen! Zwar funktioniert der Ventilator nun ordentlich, aber die zweite Batterie hat trotz Solarpanel den Geist aufgegeben. Schon etwas enttäuschend, dass der Kühlschrank nicht mal 24h lang hält. Trotz mehr als 350km gefahrenen Kilometern am Tag zuvor...

Auf bester Asphaltstrasse fahren wir ohne Zwischenfälle nach Divundu, wo wir im quirligen Ngepi-Camp die Campsite No. 2 zugeteilt bekommen.



Diese ist schön im Schatten unter Bäumen gelegen, nahe bei Bar und Restaurant mit Blick auf den Okavango-Fluss. Wir richten uns ein, geniessen ein erfrischendes Bad im Krokodil- und Hippo-sicheren Pool im Fluss und spazieren in der Dämmerung durchs Camp. Für Fotos ist es bereits zu dunkel. Die Erstsichtungen von einem Weissbrauen-Spornkuckuck und einem Weissbrauenrötel möchten wir jedoch nicht unerwähnt lassen. Ebenso hören wir den typischen Ruf der Rotnacken-Nachtschwalben.

Das Abendessen gönnen wir uns im Restaurant. Neben leckerem Salat gibt es Kartoffelstock, Blumenkohlgemüse und leckere Pork-Ribs.

Leider fühle ich mich heute bereits schon den ganzen Tag schlapp und kann das Nachtessen nicht sonderlich geniessen. Zurück auf der Campsite geht es dann auch gleich ins Bett. Nur an Schlaf ist leider nicht zu denken... 😕
Teil 3611. Juli 2020
Tag 25 – 25. Oktober 2019 –, Buffalo und Mahango Core Area, 163km
Ngepi Camp, Campsite No. 20

Leider erweist sich unser Campingplatz diese Nacht nicht als ideal. Während wir gerne schlafen würden, feiern die Leute an der Bar bis nach Mitternacht. Der Weg zu ihrem Camp führt auch gleich neben unserem Zelt vorbei. So sind wir immer wieder wach. Später geht beim Fahrzeug nebenan die Alarmanlage los und irgendwann prasselt starker Regen auf unser Dach. Dies ist immerhin sehr positiv zu werten!

Trotzdem sind wir am fünf Uhr auf den Beinen und fahren los in Richtung Buffalo Core Area des Bwabwata Nationalparks. Obwohl der Park gleich gegenüber von Ngepi liegt, muss man einen Umweg von etwa 30km über die Brücke bei Divundu fahren.


Karte Buffalo Core Area

Kurz nach sechs sind wir am Gate, bezahlen den sehr günstigen Eintritt (2x40 NAD für uns und 1x10 NAD für den Landcruiser) und düsen los. Wir sind die ersten im Park 🙂 .









Sable Antilopen, grosse Kudu-Gruppen und Warzenschweine prägen die morgendliche Frühe. Später entdecken wir auch immer wieder Buschböcke und Impalas sowie ein einzelnes Roan.


Wasserbock


Buschbock


Graulärmvögel / Grey Go-away Birds





Unten am Wasser ist noch etwas mehr los.






Marabu / Marabou Stork

Marbus, Reiher in allen Grössen und unterschiedlich gefiedert, Kiebitze, Störche, Gänse und neben einem Paar Klunkerkranichen auch zwei African Skimmer. Ein scheuer Goldbugpapagei präsentiert uns leider nur seinen Hintern:





Wir lassen uns treiben und geniessen die Ruhe und Abgeschiedenheit hier.




Höckerenten / Knob-billed Ducks


Witwenenten / White-faced Whistling Ducks


Graufischer / Pied Kingfisher


Angola-Mönchskuckuck / Coppery-tailed Coucal

Auch ohne Hammer-Sichtungen gefällt es uns sehr gut.




Majestätische Sable-Antilope


Klunkerkraniche / Wattled Crane


Nimmersatt / Yellow-billed Stork


Löffler und Nimmersatt


Löffler


Sporengänse / Spur-winged Goose

Leider treffen wir immer wieder auf verendete Tiere. Weil keine Aasfresser zu sehen und die Kadaver völlig intakt sind, tippen wir auch hier auf Anthrax. Wir versuchen, uns an den lebendigen Tieren zu erfreuen. Neben einer kleinen Sable-Familie,



wird uns auch noch ein erster Elefant gegönnt.




Gabelracke / Lilac-breasted Roller


Juv. Schreiseeadler / juv. African Fish Eagle







Ein letzter schöner Ausblick, bevor es zurück zum Gate geht...





Gegen Mittag verlassen wir den Park. Mittlerweile haben sich hier auch andere Selbstfahrer eingefunden. Irgendwie können wir es nicht nachvollziehen, wieso diese erst so spät im Camp losfahren. Die Tiere hängen nämlich nur noch im Schatten rum 🤩 .



In Divundu decken wir uns mit einem leckeren Eis und einer Boerewors fürs Abendessen ein. Zurück in Ngepi bitten wir um eine andere Campsite. Der Platz ist fast ausgebucht, jedoch sei die 20 noch frei. Da wir diese gestern auf unserem Spaziergang gesehen haben und sie genau unseren Ansprüchen (ruhig, schattig, Blick auf den Fluss) entspricht, willigen wir ein.

Wir verbringen einen ruhigen Nachmittag im Camp. Dani, der sich heute nicht so gut fühlt schläft eine Runde im Zelt. Ich sitze im Schatten und geniesse das Gezwitscher der Vögel. Neben einigen Mohrenrallen, Drosslingen und Graulärmvögeln besucht uns auch ein wunderschöner African Paradise Flycatcher – wie immer ist er oder sie zu schnell für ein Foto 😣 .

Am späteren Nachmittag geht es für uns in die Mahango Core Area. Diese liegt einige Kilometer südlich von Ngepi. Auch hier kostet der Eintritt 2x40NAD pro Person und 10 NAD fürs Fahrzeug. Der Staff ist sehr motiviert und freundlich hier. Genau zwei Stunden haben wir Zeit, dann müssen wir wieder draussen sein.







Die ersten Tiere, welche wir antreffen sind Sable und Roan Antilopen sowie Zebras. Die letzteren haben heute Morgen in der Buffalo Core Area gefehlt! Wir fahren dem Fluss entlang, wobei die Fahrspur leider mehrheitlich ca. 100m entfernt durch den Busch führt. Hin und wieder geht eine Spur in Richtung Wasser. Dort tobt auch heute Nachmittag das pralle Leben:













Im Busch erspähen wir wieder einmal einen Schwalbenschanzspint, ebenso mehrere Bradfield‘s Hornbill und Rotbauchwürger. Am Wasser unten sind grosse Mengen an Blaustirn-Blatthühnchen, Sporengänsen, Höckerenten und Reiher aktiv. Dazu wie gewohnt Lechwes, Impalas und Warzenschweine.


Scharlachspint / Carmine Bee-eater



Beim Giant Baobab machen wir einen Foto-Stopp.



Unser Tun wird von den Pavianen genaustens beobachtet,



sie halten jedoch gebührend Abstand. Wir fahren runter bis nach Kechwe und dann wieder hoch zum Parkausgang.









Pünktlich zum Sonnenuntergang, der in den Wolken verschwindet sind wir raus aus dem Park. Verabschiedet werden wir von einer Gruppe wunderschöner Roan Antilopen.





Zurück in Ngepi grillen wir eine leckere Boerewors mit Kartoffeln und gefüllten Gemsquash. Ein Rascheln im Baum neben uns stellt sich als hübsche Ginsterkatze heraus. Zuerst glauben wir, dass sie auf unser Essen aus ist. Wir merken aber bald, dass die Ginsterkatze sich nicht um uns schert und in aller Ruhe auf Jagt geht. Was für ein toller Tagesabschluss! 🙂

Da sich Dani weiterhin nicht wahnsinnig fit fühlt liegen wir schon bald im Dachzelt. Unsere Nachbarn machen kurz noch etwas Radau, danach ist aber Ruhe. Eindeutig besser als letzte Nacht. Die Campsite No. 20 ist wirklich zu empfehlen!
Teil 3701. Aug. 2020
Tag 26 – 26. Oktober 2019 – Zurück nach Botswana an den Panhandle, 54km
Shakawe River Lodge, Campsite No. 2

Heute Morgen wollen wir die Vogelwelt des Ngepi Camps geniessen. Wir sind zwar bereits um sechs Uhr wach, gehen den Tag jedoch gemütlich an. Wir starten mit einem Frühstück mit Flussblick, begleitet von einem lautstarken Trupp Hartlaub‘s Babbler.


Weissbürzeldrossling / Hartlaub's Babbler

Der Himmel ist stark bewölkt. Ein Regenschauer zwingt uns nochmals ins Zelt. Die Natur freut sich 🙂 .


Goldbugpapagei / Meyer's Parrot


Black Crake / Mohrenralle


Weissbrauenrötel / White-browed Robin-Chat

Lesen und Birden prägen unseren Morgen. Leider sind die Lichtverhältnisse für Fotos auf der unterirdischen Seite. Wir geniessen die Vogelvielfalt hier trotzdem sehr.


Goldbugpapageien


Weissbürzeldrossling / Hartlaub's Babbler

Das Mittagessen lassen wir uns an der Bar schmecken. Dazu erhalten wir regelmässigen Besuch eines Paradiesschnäpperpaares.


weibl. Paradiesschnäpper / fem. African Paradise Flycatcher


männl. Paradiesschnäpper / male African Paradise Flycatcher



Ein Weissbauchnektarvogel hüpft durchs Gestrüpp,


Weissbauchnektarvogel / White-bellied Sunbird

während sich ein Grosser Goldweber



und ein Gelbsteissbülbül den Bird Pool genauer anschauen.



Auch diese zwei Gefiederten sind mit von der Partie:


Gelbsteissbülbül / Dark-capped Bulbul


Grosser Goldweber / African Golden Weaver

Wir checken noch kurz unsere Mails und hüpfen danach erneut in den Pool im Okavango. Die Erfrischung tut gut 😎 .







Um halb zwei rollen wir vom Platz. Über die C48 geht es auf der Transitroute durch den Mahango Nationalpark. Bald schon erreichen wir den 'Mohembo Border Post'. Mittlerweile sind wir geübte Grenzgänger. Den eigenen Kugelschreiber mitbringen verkürzt das Aus- bzw. Einreiseprocedere massiv! 😉

In Namibia werden wir durch einen eher mürrischen, aber effizienten Grenzbeamten abgefertigt. In Botswana ist der Empfang sehr freundlich und ebenfalls effizient. Bereits nach einer viertel Stunde sind wir durch. Unser Beleg der letzten Einreise nach Botswana mit der Zahlung der Versicherungs- und Strassennutzungsgebühr reicht. Auch vom Zoll werden wir durchgewunken und schon befinden wir uns wieder in Botswana.

Kurze Zeit später befinden wir uns bereits im Getümmel von Shakawe. Wir füllen unseren Tank mit Diesel. Für die letzten mehr als 1100km haben wir drei Viertel bzw. ca. 150l Diesel gebraucht. Dies ergibt einen Verbraucht von <15l/100km. Geht in Ordnung… Im relativ gut sortierten Choppies erhalten wir Frischprodukte, einige Wasserkanister und im Liquorama kann ich sogar einen neuen Sack Eis auftreiben. Unverzichtbar bei diesen Temperaturen 🤩 .

Nun sind es nur noch etwa zehn Kilometer bis zur Shakawe River Lodge. Wir erhalten die Campsite No. 2, welche zu Beginn noch besetzt ist. Diese befindet sich gleich oberhalb der Kolonie der Weissstirnbienenfresser.



Die kleinen Kerle sind eifrig mit der Futterbeschaffung für ihre Brut beschäftigt. Ein Wiedehopf hat seinen Bau gleich im Baum auf Campsite drei. Hier wird uns definitiv nicht langweilig werden 😄 .


Weissstirnbienenfresser / White-fronted Bee-eater





Wir erkunden uns nach Birding- bzw. Bootstouren für Morgen, werden aber auf später vertröstet. Ein Guide werde bei uns auf der Campsite vorbeikommen. So spazieren wir selbständig übers Lodge-Gelände und sehen neben den Bienenfressern auch einige andere Vogelspezies. Eine Gruppe Steppenbaumhopfe, ein Riesenfischer, der prächtige Schreiseeadler, weitere Grosse Goldweber, Gelbsteissbülbüls sowie ein Gelbbauchbülbül sind hier unter anderem zu erwähnen.


Riesenfischer / Giant Kingfisher


Mangobaum



Im Wald neben der Lodge begegnen wir ausserdem zwei Buschböcken sowie frischen Elefantenhinterlassenschaften.





Den Sundowner-Gin Tonic gönnen wir uns auf der Campsite mit Blick auf den Okavango. Schön ist das Leben! Dani legt sich danach nochmals schlafen. Die 'Erkältung' hat ihn weiterhin fest im Griff. Ich koche leckere Pasta mit Thunfischsauce, welche wir später gemeinsam verspeisen.

Leider kommt der versprochene Bird Guide der Lodge (wie erwartet) nicht auf unserer Campsite vorbei. Wir werden uns Morgen drum kümmern müssen…

Leider ist der Abend weniger ruhig als erhofft. Vom nahegelegenen Dorf dröhnt Popmusik herüber. Es ist Samstagabend. Auf der Campiste ist ansonsten nicht viel los. Ausser uns ist nur die Nummer eins besetzt. Alle anderen Campsites sind auch nicht gerade schön... Später hören wir einen Woodford-Kauz rufen. Auch hier fruchtet unsere Suche nach dem Verursacher leider nicht.
Teil 3812. Aug. 2020
Tag 27 – 27. Oktober 2019 – Ein lange gehegter (Eulen-) Traum wird wahr, 0km
Shakawe River Lodge, Campsite No. 2
Teil 1



Der heutige Morgen steht ganz im Zeichen der Erholung. Wir sind in der Morgendämmerung bereits wach, gehen den Tag aber gemütlich an. Die Weissstirnspinte sind bereits eifrig auf Futtersuche. Wir setzen uns dazu und beobachten.


Weissstirnspinte / White-fronted Bee-eater


Schreiseeadler mit Beute / African Fish Eagle


Weissbürzeldrossling / Hartlaub's Babbler



Das Wetter ist deutlich besser als vorhergesagt. Das kommt dem Fotografenherz natürlich grad recht!





Eine Grüne Fruchttaube verspeist genüsslich Beeren,





während ein Halsband-Bartvogel durchs Geäst tanzt.



Auch Haubenbartvögel, Gelbsteissbülbüls, Maskenbülbüls, Gelbbrustbülbüls und Grosse Goldweber kommen zu Besuch, während der Wiedehopf fleissig Beute zur Nesthöhle bringt.


Gelbbrustbülbül / Yellow-bellied Greenbul


Wiedehopf / African Hoopoe



Die Stars des Morgens bleiben jedoch die Weissstirnspinte.







Der Panhandle ist für Vogelinteressierte wirklich das Paradies auf Erden!





Während wir frühstücken landet ein African Fish Eagle mit Beute auf einem Baum nebenan. Da Dani stark erkältet ist legt er sich im Laufe des Morgens nochmals hin. Ich schleiche den Vögeln übers Lodge-Gelände hinterher.


Gelbbrustbülbül


Steppenbaumhopf / Green Wood-hoopoe


Grosse Goldweber / African Golden Weaver







Diese Vogelvielfalt ist einfach unglaublich. Mit der Kamera erwische ich nur hin und wieder einen. Dani ist am Mittag bei den Bienenfressern erfolgreicher:











Falls jemand schon genug hat, bitte einfach nach unten scrollen 😉 .









Diese Campsite mit eigener Vogelkolonie sucht definitiv ihresgleichen:











Auch heute ist es wieder heiß. Im Schatten der grossen Bäume hier lässt es sich aber gut aushalten. Eine Abkühlung im Pool trägt ebenfalls dazu bei. Das Wetter ist super und wir sind happy.


Maskenbülbül / Red-eyed Bulbul


Unsere schattige Campsite No. 2





Gleich geht es mit dem zweiten Teil weiter...
Teil 3912. Aug. 2020
Tag 27 – 27. Oktober 2019 - Teil 2

Um vier Uhr nachmittags haben wir uns zu einer Bootstour verabredet. Unser Guide ‚Lax‘ ist gut vorbereitet und schon tuckern wir los. Wir passieren mehrere Kolonien Weissstirnspinte, treffen aber auch auf ihre Verwandten, die Scharlach- und Zwergspinte.


Gut getarnter juveniler Schreiseeadler


Scharlachspint


Zwergspint


Weissstirnspint

Krokodile und Hippos werden in langsamem Tempo passiert. Der Wasserstand des Okavango ist aktuell ca. 1-1.5m niedriger als sonst zu dieser Jahreszeit...





Bald schon merken wir, dass ‚Lax‘ bei der Vogelidentifikation nicht sehr sattelfest ist. Zuerst denken wir, er will uns 'verarschen' mit einigen falschen IDs 😈 . Bald schon stellen wir jedoch fest, dass er sich wirklich nicht gut auskennt mit den Vögeln. Das ist sehr schade, weil die Lodges hier am Panhandle eigentlich bekannt sind für ihre qualitativ hochstehenden 'Birding Cruises'. Zugegebenermassen sind wir darüber ziemlich enttäuscht 🙁 ! Ansonsten taugt er als Guide aber ganz gut. Er stellt das Boot jeweils richtig ins Licht, fährt langsam und hält jeweils sofort an, wenn wir etwas sehen, was uns interessiert.




Rotkappenschwalben / Wire-tailed Swallows


Hammerkopf / Hamerkop

Auch auf drei Elefanten treffen wir heute. Das werden vermutlich die letzten Elefanten des Urlaubs sein... Abschiedsbilder gibt es keine, sie befinden sich im dichten Papyrus. Die Vögel (und auch wir) haben heiss 😣 .








Wassertriel / Water Thick-Knee


Kleine Streifenschwalbe / Lesser Striped Swallow


Riesenfischer / Giant Kingfisher


Schwarzbrust-Schlangenadler / Black-chested Snake Eagle



Zu den Highlights dieser Bootstour gehören definitiv der Weissrücken-Nachtreiher mit seinen grossen Kulleraugen,



eine grosse Gruppe African Skimmer



sowie Collared Pratincoles auf einer Sandbank im Okavango.


Braunkehl-Uferschwalbe / Brown-throated Martin











Star des Abends ist jedoch unser grimmig auf uns herabblickender gefiederter Freund: die Pel‘s Fishing Owl!


Bindenfischeule / Pel's Fishing Owl

Diese finden wir im dichten Blattwerk eines hohen Baumes auf Höhe Shakawe Stadt. Diese Sichtung haben wir uns für diesen Urlaub so sehr gewünscht! 🙂



Wir sind ausser uns vor Freude, obwohl fototechnisch noch sehr viel Luft nach oben besteht. Glücklich verlassen wir die ‚Grumpy Owl‘ und tuckern langsam zurück nach Süden.







Am Himmel haben sich Wolken aufgetürmt. In der Nähe gehen Blitze nieder und es donnert. Eine Wahnsinns-Stimmung! Bisher ist jedoch noch kein Tropfen Regen gefallen...







Zurück in der Lodge begrüsst uns dieses schon mehrfach kritisch beäugte Schild:



Im Restaurant der Lodge gönnen wir uns leckere Pizzas aus dem Holzofen und stossen auf unsere Eule an. Gute Nacht!



Teil 4008. Sept. 2020
Tag 28 – 28. Oktober 2019 – Kilometer fressen zwischen Shakawe und Ghanzi, 443km
Ghanzi, Thakadu Bush Camp

Obwohl wir heute viel Strecke vor uns haben gehen wir den Morgen gemütlich an.


Schlangenhalsvogel / African Darter



Ist auch kein Problem, da wir bereits um halb sechs wach sind 😉 . Die Weissstirnspinte sind bereits eifrig auf Nahrungssuche. Rundherum zwitschert und krächzt es.





Heute geht es Dani's Gesundheit endlich besser. Während er den Vögeln mit der Kamera hinterher pirscht geniesse ich die Morgenstimmung.


Halsband-Bartvogel / Black-collared Barbet


Gelbsteissbülbül / Dark-capped Bulbul


Weissstirnspint / White-fronted Bee-eater




Mangrovenreiher / Green-backed Heron, eine Erstsichtung für uns!

Die Sonne scheint und es wird bereits warm. An diesem wunderbaren Ort hätten wir es problemlos noch eine Nacht länger ausgehalten 😗 .


Goldbugpapagei / Meyer's Parrot




Gelbsteissbülbül / Dark-capped Bulbul


Rotzügel-Mausvogel / Red-faced Mousebird




Graulärmvogel / Grey Go-Away Bird



Ein ordentlich aufgedunsenes Rind mit einem Krokodil im Schlepptau treibt flussabwärts.







Weiter geht es mit schöneren Sichtungen. Vom netten Guide Jack lässt sich Dani nochmals kurz mit dem Boot zur Bienenfresser-Kolonie fahren. Diese wird von der Morgensonne schön angestrahlt. Auch ein Giant Kingfisher lässt sich ablichten.


Riesenfischer / Giant Kingfisher


Links der noch nicht komplett ausgefärbte Jungvogel

















Währenddessen packe ich unsere sieben Sachen zusammen.



Kurz vor neun sind wir an der Reception und werden leider sehr unfreundlich empfangen. Eigentlich möchten wir ja nur unsere Rechnung begleichen! Keines der vier Kreditkartengeräte ist in der Lage, sich mit dem Netzwerk zu verbinden. Die Receptionistin lässt es jedoch so aussehen, als würden unsere KK nicht funktionieren 😈 . Schnell kommen wir dem Problem aber auf die Spur. Leider hat die Receptionistin keinerlei Lösungsansätze. Unserer Bitte, das KK-Gerät bzw. das W-Lan neu zu starten, kommt sie nur sehr widerwillig nach. Nach mehreren gescheiterten Versuchen geben wir auf. Da dies unser zweitletzter Tag in Botswana ist, reichen unsere Bargeldreserven nicht mehr aus. Als wir die Dame fragen, wie wir nun vorgehen sollen schickt sie uns auf die nächste Bank. Wir sollen eine Überweisung machen. Mal schauen, ob das klappt 😵 .

Da gemäss einem anderen anwesenden Gast die Bank in Shakawe gestern ‚out of oder‘ war, entschliessen wir uns in Richtung Ghanzi loszufahren. Abgesehen von der heutigen Receptionistin war die Shakawe River Lodge für uns ein Highlight. Einen fahlen Beigeschmack hinterlässt das eben Erlebte aber trotzdem… 🙁

Die Strecke nach Ghanzi ist abgesehen von einigen Potholes in deutlich besserem Zustand als erwartet. So kommen wir schneller voran, als von Tracks4Africa prognostiziert. Immer wieder verursachen Ziegen, Schafe oder Strausse einen Roadblock. Aufgepasst! 🤩

Bis auf den Kuke Veterinary Check Point werden wir an allen Check Points durchgewunken. Beim Kuke-Zaun müssen wir alle unsere Schuhe desinfizieren, was wir selbstverständlich anstandslos machen. Auch wenn wir unsere Trekkingschuhe seit Windhoek nicht mehr gebraucht haben 😉 . Nach Fleisch, Milchprodukten und/oder Gemüse und Früchten werden wir erstaunlicherweise nicht gefragt.

Kurz nach fünfzehn Uhr treffen wir in Ghanzi ein. Zuerst starten wir einen Zahlungsversuch auf der FNB Bank, diese schliesst jedoch in zwanzig Minuten und es warten mehr als zwanzig Leute in einer Reihe. Heute ist Zahltag...

In der Hartland Butchery kaufen wir uns Fleisch für die ersten Tage im KTP. Die Auswahl ist deutlich besser als vor drei Wochen. Geduldig vakuumiert der Metzger unsere (aus seiner Sicht) ‚Mini-Portionen‘ 😗 . Wir sind mehr als zufrieden mit der Ausbeute.

Danach decken wir uns im Shoprite und im Spar mit Frischwaren, sowie im Liquorama mit Savanna, Bier und Wein ein. Die Geschäfte sind rappelvoll. Trotzdem herrscht eine sehr entspannte und freundliche Stimmung. Man merkt, dass die Leute wieder über Bares verfügen.

Bei der netten Verkäuferin im Liquorama erkundigen wir uns, wo wir unsere leeren Wasserkanister auffüllen können. Auch dies ist hier in Ghanzi möglich und sie erklärt uns den Weg zu ‚Aqua Maze‘. Eine viertel Stunde später haben wir auch das durch. 7 Pula pro 5L Wasser.

Nur noch tanken und schon haben wir innerhalb von zwei Stunden alles Nötige erledigt. Mit der Zeit wird man effizient! 😎

Müde, aber zufrieden kommen wir im Thakadu Bush Camp an. Das Angebot, für zwei Drittel des offiziellen Preises in einem der Meru-Zelte zu übernachten, schlagen wir aus. Schliesslich haben wir sowieso nicht mehr viele Zeltnächte vor uns. Als Campsite wählen wir dieselbe wie letztes Mal: Mongoose. Ganz am Ende der Anlage gelegen bietet sie viel Privatsphäre und Ruhe.



Im Abolution Block begegnet Dani einer nicht ganz kleinen, aber hübschen Spinne 🤩 .



Das Nachtessen lassen wir uns wie vor drei Wochen im Restaurant schmecken. Es gibt leckeres Kudu Seswaa (‚pulled Kudu‘) mit Pap bzw. Reis.



Pap(p)-satt sind wir danach auf alle Fälle. Wir schicken einige Grüße und Fotos nach Hause und legen uns kurz darauf schlafen. Zum ersten Mal seit vielen Wochen hat es abgekühlt. Eine Wohltat!
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