4x4 Fahrkurs zu empfehlen für Nambia/ Botswana?

27 Antworten · 7'409 Aufrufe · gestartet 21. Mai 2019 von AfricaLovers
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7'307 Beiträge · seit 200624. Mai 2019 ·
Tinochika schrieb:
Ich glaube sogar, dass man beim Umschalten von 2x4 auf 4x4 beim Ford Ranger noch nicht einmal stehen bleiben muß. Das weiß bestimmt ein Fomi genauer, welcher vielleicht sogar einen Ford Ranger privat fährt.

... man kann bis Tempo 100 (oder sogar 120?) km/h auf 4x4 schalten.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
7'307 Beiträge · seit 200624. Mai 2019 ·
motorradsilke schrieb:Wenn da was kaputt gehen würde, dürften ja Autos mit permanentem Allrad auch nie schneller als 60 fahren.
Allrad ist auf Gravel immer besser.

... Fahrzeuge mit permanentem 4x4-Antrieb haben immer ein Mitteldifferenzial, welches es bei Fahrzeugen mit zuschaltbarem Allradantrieb nur in Ausnahmefällen gibt (z.B. Mercedes G, glaube ich). Bei den meisten Fahrzeugen sorgt eine Klauenkupplung für eine starre Verbindung zwischen vorne und hinten. Das ist so, als würde man bei einem Fahrzeug mit permanentem 4x4 das Mitteldifferenzial sperren.

Gruß
Wolfgang
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192 Beiträge · seit 200825. Mai 2019 ·
Hi,

"...das viele Überschlage von Touristenfahrzeugen vermieden werden können wenn 4x4 eingeschaltet war auf sehr schlechten Strecken. Das Fahrzeug ist viel stabiler in der Lenkung und man hat eine bessere Kontrolle. Das plötzliche ausscheren der Hinterachse kann so vermieden werden... "

Meine unbedeutende Meinung:
4x4 hilft auch nicht, wenn man schlicht und einfach mal zu schnell für den Untergrund unterwegs ist. Wenn einen die Hinterachse überholt, war man einfach mal zu schnell, 4x4 oder nicht, Asphalt, Schotter, Schnee, Eis, egal. Bodenhaftung bzw. Seitenführungskräfte weg. Physik ist zwar nicht mein Ding aber das lernst Du in jedem Fahrtraining 😗
"Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit - aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher." (Einstein)
zuletzt bearbeitet 25. Mai 2019
10 Beiträge · seit 201925. Mai 2019 ·
Cruiser schrieb:@ Ernst

Vielleicht solltest Du nochmal ein bißchen recherchieren. 😉

Das Verteilergetriebe geht auf losem Untergrund überhaupt nicht kaputt.
Man kann locker 80Km/h auf Gravel im 4x4 fahren.
Bei Land Cruiser haben alle die permanent 4x4 haben eine Centralsperre, dazu gehören einige Modelle vom 80, fast all 100 und auch der letzte 200. Auch einge Hilux, vorallem Auto fallen darunter.

Man soll 4x4, oder auch Centralsperre ausschalten, das gilt auch bei Tankstellen wo oft stark gewendet wird, auf Salzstraßen oder halt eben Asphalt. Auf sehr gutem Gravel kann man auch darauf verzichten.

Ich bin der Meinung das viele Überschlage von Touristenfahrzeugen vermieden werden können wenn 4x4 eingeschaltet war auf sehr schlechten Strecken. Das Fahrzeug ist viel stabiler in der Lenkung und man hat eine bessere Kontrolle. Das plötzliche ausscheren der Hinterachse kann so vermieden werden und das Bremsverhalten ist weitaus besser und stabiler.
Ich stimme 100% zu.
Während ich ein Afrika-Neuling bin, bin ich in einem Gebiet aufgewachsen, in dem 4x4 Pflicht ist. Ich habe viele, viele, viele tausend KMs auf tiefer Schnee, Schotter- und Allradstrecken und besaß (und benutzte!) 5 verschiedene 4x4-Fahrzeuge mit und ohne Differentialsperre.

Der einzige zusätzliche Punkt, den ich über Kies und einen Mietwagen sagen würde, ist der - speziell für die Land Cruiser der 70er Serie. Diese Fahrzeuge sind zwar erstaunlich leistungsfähig, haben aber einen technischen Fehler, der sich auf sandigen Pisten oder frisch geschotterten (tiefen Kies) Straßen zeigt. Die Hinterachse der 70er Serie ist ein paar CM schmaler als die Vorderachse, d.h. das Auto erzeugt zwei Spuren (leicht übertriebene Beschreibung). In Sand oder tiefem Kies, wo die Vorderräder tatsächlich eine eingezogene Spurrille bilden, wo Material zu den Seiten herausgedrückt wird, werden die Hinterräder gezwungen, auf diesen höheren Graten zu rollen. Dadurch wird der Sand oder Kies von den Hinterrädern verdichtet, die dann in die Spurrillen der Vorderräder "zurückfallen". Dies geschieht natürlich nicht nur einmal, sondern scheinbar unendlich oft, da die Hinterräder kämpfen, um den Spurrillen der Vorderräder zu folgen.
Dies kann zu einem Schwimmgefühl vom hinteren Ende des Fahrzeugs führen, wenn es von einer Spur zur anderen hin und her schwenkt. Wenn Sie es nicht gewohnt sind, auf Schotter zu fahren (in einem unbekannten Mietwagen mit hohem Schwerpunkt!), kann das ziemlich beunruhigend sein.
In dieser Situation kann das Fahren in 4H (mit entriegelten Differentialen natürlich!) enorm helfen, da die Vorderachse das Fahrzeug "zieht", was dazu beiträgt, es geradliniger zu fahren, als wenn es nur von den Hinterrädern "geschoben" wird (während sie das oben beschriebene Problem bekämpfen).
Auf jeden Fall fahren viele der AWD-Fahrzeuge ähnlich wie normale Autos, aber wenn Sie keine Schotter-, Sand- oder Gelände-Erfahrung haben und Sie sich entscheiden, einen Land Cruiser der Serie 70 zu mieten, dann ist Vorsicht geboten, da diese anders fahren und eine angepasste Technik erfordern, verglichen mit dem Fahren Ihres VW-Polo nach Penny, um Lebensmittel zu kaufen.
26 Beiträge · seit 201928. Mai 2019 ·
Cruiser schrieb:@ Ernst

[...]

Ich bin der Meinung das viele Überschlage von Touristenfahrzeugen vermieden werden können wenn 4x4 eingeschaltet war auf sehr schlechten Strecken. Das Fahrzeug ist viel stabiler in der Lenkung und man hat eine bessere Kontrolle. Das plötzliche ausscheren der Hinterachse kann so vermieden werden und das Bremsverhalten ist weitaus besser und stabiler.
Welche Wirkung hat Allrad auf mein Bremsverhalten?
Sind die Videos mit dem kritischen Fahrverhalten irgendwo zu sehen? Die würden mich ja interessieren.

Wir haben uns in den letzten drei Wochen Botswana (unser erstes Abenteuer dort und in der Trockenzeit) folgendermaßen orientiert:
- Lieber ein bisschen langsamer fahren
- Allrad hilft
- "beherzt" im Sand
- Lächeln und Spaß haben
- einfach mal ausprobieren

Und es hat super funktioniert. Einmal im Sand festgefahren (Allrad war aus). Und einmal ein anderes Pärchen aus dem tiefen Sand gezogen, nachdem sich zuvor ein Guide daran probiert hatte.

Grüße 🙂
Roman
Gast28. Mai 2019 ·
Man kann es mE auch so sehen/sagen: Auf losem Untergrund tritt im 2x4-Modus eher Schlupf an den Rädern auf, vor allem wenn man wegen des höheren Rollwiderstandes dazu verleitet wird, mehr (zu viel) Gas zu geben oder z. B. auch wenn die Traktion durch Massenkräfte verringert wird. Im 4x4-Modus wird das Antriebsmoment pro Achse halbiert und daher auch der Schlupf minimiert, das Auto läuft stabiler und auch die Piste wird geschont (Wellblech und Löcher entstehen auch durch Schlupf).
Das „Verspannen, wind up“ im zuschaltbaren 4x4-Modus oder beim Permanenten mit gesperrtem Mitteldifferential geschieht mE dann, wenn ZU WENIG Schlupf auftritt (harter, fester Untergrund) um die unterschiedlichen Wege der Vorder- und Hinterachse auszugleichen.
Grüße, Werner...
....der für obiges popular science schon von vielen Allradfexen gescholten wurde
zuletzt bearbeitet 28. Mai 2019
7'313 Beiträge · seit 200628. Mai 2019 ·
romeooo schrieb:
Sind die Videos mit dem kritischen Fahrverhalten irgendwo zu sehen? Die würden mich ja interessieren.
z.B. hier:
https://www.youtube.com/watch?v=EBmw6Wpfe6M

Herzliche Grüsse
Chrigu
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243 Beiträge · seit 201113. Juni 2019 ·
Ich finde, dass man den Unterschied auf Gravel ganz deutlich im Verhalten des Hilux merkt, wenn man H4 eingeschaltet hat ("Lock" an den Naben der Vorderräder vorausgesetzt). Das Verhalten des Fahrzeugs, Spurtreue, Kurvenlage, Bremsverhalten gewinnt aus meiner Sicht erheblich. Allerdings möchten einige Vermieter nicht, dass man dauerhaft in H4 fährt. Ich schätze vor allem deswegen, weil sie Angst haben, dass zu schnell gefahren wird.
zuletzt bearbeitet 13. Juni 2019