Nur schwer können wir uns nach dem Frühstück von diesem traumhaften Übernachtungsplatz losreißen. Der Wagen springt sofort an, wir bleiben aber bei unserer umgeplanten Route.
Zunächst geht es durch die Schlucht des Ganamub zur D3707.
An Tieren treffen wir lediglich eine größere Gruppe Paviane, bei der wir allerdings lange verweilen. Die Gruppe bietet eine spektakuläre Vorstellung in einer senkrechten Felswand. Es wird gespielt, getobt und sich gejagt, als würden sich die Tiere auf dem Boden befinden. Jeder Absturz wäre tödlich, aber über so etwas machen sich die Affen keine Gedanken. Als Kletterer beobachtet man das Treiben mit einer Mischung aus Neid und Bewunderung. Leider liegt die Felswand noch im tiefen Schatten und braune Paviane auf braunem Fels bildet auch keinen großen Kontrast. So gibt es von dieser Vorstellung leider kein einziges Foto.
Kurz bevor wir die D3707 erreichen passieren wir ein Gate. Das kennen wir noch nicht. Auf einer Tafel stehen die Preise geschrieben. 100N$ pro Person und Fahrzeug. Das Gate ist jedoch unbesetzt, so dass wir weiterfahren.
Bei der Viehtränke, die hier an der D3707 liegt, herrscht großer Andrang. Eine Herde nach der anderen strebt dem Wasser entgegen.
Wir bleiben nur wenige Kilometer auf der D3707 und biegen dann auf die Giribes Plains in Richtung Signal Hill und Obias ab. Am Signal Hill machen wir selbstverständlich halt, denn den Ausblick von diesem Hügel darf man sich nicht entgehen lassen. Erst von hier oben zeigt sich das Besondere der Giribes Plains. Die riesige Fläche ist komplett von Feenkreisen durchsetzt.
Als wir den Obias erreichen, finden wir auch dort ein neues Gate vor. Gleicher Preis wie am Ganamub und ebenfalls unbesetzt.
Im dichten Gras entdecken wir ein Nachtflughuhn mit zwei Küken. Die Kleinen sind wirklich perfekt getarnt. Ohne den Altvogel hätten wir die nie entdeckt.
Rasch sind wir wieder im Hoanib, wo wir schon bald auf die erste Herde Elefanten stoßen. Inzwischen sind wir uns auch sicher den Grund zu kennen, weshalb derzeit so viele Elefanten in den Trockenflüssen unterwegs sind. Die Schoten der Kameldornbäume Anabäume sind reif. Unter den Bäumen ist der Boden dicht davon bedeckt und die Elefanten sind emsig damit beschäftigt, diese aufzusammeln.
Nur wenige Kilometer weiter treffen wir die nächste Elefantenherde. Ebenfalls emsig damit beschäftigt Schoten zu fressen. Die Elefanten hier im Hoanib sind recht entspannt, so dass man sie stressfrei im Flussbett passieren kann.
Wir fahren weiter bis zum Mudorib Wasserloch, was erneut verwaist ist. Unterwegs haben wir aber noch einen Oryx getroffen.
Für die Fahrt nach Norden zum Hoarusib nehmen wir diesmal den Weg durch den Trockenfluss, welcher direkt gegenüber vom Mudorib in den Hoanib mündet. Diese Strecke ist neu für uns. Die ersten 25km sind ziemlich nervig zu fahren. Es geht die ganze Zeit direkt im Flussbett durch feinen, tiefen und verspurten Kies mit reichlich Wellblech. Dann erreichen wir eine weite offene Hochfläche. Hier gibt es relativ viel Gras und Büsche. Die Tierwelt nimmt zu, was sicherlich auch an dem künstlichen Wasserloch im Flussbett des Tsuxab liegt. In ausreichend Entfernung, um die Tiere nicht zu stören, machen wir Mittagspause.
Das Wasserloch scheint recht neu zu sein und auch an der Einmündung des Obias in den Hoanib gab es ein neues Wasserloch mit Solarpumpe. Hier scheint sich einiges zu tun. Wer steckt hinter dieser Initiative?
In diesem Gebiet sehen wir auch über mehrere Kilometer hinweg frische Nashornspuren auf den Weg. Die Verursacher entdecken wir leider nicht.
Dann senkt sich die Hochfläche sanft in Richtung Puros und Hoarusib. Leider ist es heute sehr dunstig. Bei klarem Wetter muss der Blick phänomenal sein.
Die Namaflughühner sind selbst auf so einer freien Fläche gut getarnt.
Im Dorf steuern wir erst einmal einen der kleinen Shops an, um Kekse zu kaufen. Im Shop läuft Musik in ohrenbetäubender Lautstärke. Kathrin beschwert sich ständig, dass ich zu laut Musik hören würde, aber diese Lautstärke bereitet selbst mir körperliche Schmerzen.
Obwohl in den letzten Jahren zahlreiche neue Campingplätze rings um Puros entstanden sind, entscheiden wir uns wieder für die Community Campsite. Die hat uns immer sehr gut gefallen und auch diesmal sind wir wieder begeistert. Wir bekommen Campsite Nr.3 welche von großen Bäumen beschattet wird. Die Sanitäranlagen sind wie bei allen Stellplätzen perfekt in die Büsche und Bäume integriert. Es gibt Feuerholz zu kaufen, welches direkt zum Stellplatz gebracht wird.
Nur 50m hinter unserem Stellplatz liegen große freie Sandflächen mit kleinen Dünen. Der Blick geht nach Westen und so haben wir den perfekten Sundownerplatz direkt vor unserer Haustür.
Wie gut die Toiletten in die Natur integriert sind zeigt sich nach dem Abendessen, als Kathrin nach einiger Zeit unverrichteter Dinge vom Toilettengang zurückkommt, weil Sie das Klo nicht gefunden hat. Glücklicherweise hat wenigstens einer von uns beiden einen guten Orientierungssinn 😛 , denn sehen kann man den Eingang zum Sanitärbereich in der Tat erst, wenn man wenige Meter davor steht.
Teil 2224. Apr. 2019
20.Tag (Mi. 09.01.2019) Tagesausflug Puros 126km
Beim Frühstück werden wir ausgezeichnet von einem Toko unterhalten. Er ist ein richtiges Model und die ganze Zeit am posieren. So ist es einfach Vögel zu fotografieren.
Der Puros-Canyon zeigt sich wieder einmal als fruchtbare Oase in Mitten der Wüste. Kaum sind wir im Canyon, fließ der Hoarusib als kleiner glasklarer Bach. Immer wieder kreuzt die Piste den Bach. Die Furten sind flach und einfach. Man sollte es allerdings tunlichst vermeiden, die Spuren zu verlassen, denn abseits davon gibt es viele Stellen mit Schwemmsand. Wenn das Auto da erst einmal drin festsitzt hat man schlechte Karten.
Gleich zu Beginn des Canyons treffen wir auf eine Herde Springböcke. Das war es dann aber auch schon für den Rest des Tages mit Wild.
Dafür gibt es aber einiges an Vögeln zu sehen und zu fotografieren.
Waffenkibitz
Dreibandregenpfeiffer
Was wir dafür umso mehr sehen sind Rinder. Alle unbeaufsichtigt. Eine Einladung für jeden Löwen. Überhaupt haben wir im Nordwesten jede Menge unbeaufsichtigte Viehherden gesehen. Da ist es vorprogrammiert, dass sich die Löwen bedienen. Die Bequemlichkeit der Viehhalter hat einen großen Anteil am Mensch-Tier-Konflikt im Nordwesten Namibias. Das es auch anders geht zeigen die Massai in Kenia und Tansania. Da werden auch Rinder in Gebieten mit sehr großer Löwenpopulation gehalten. Die Herden werden jedoch permanent bewacht und nachts in einen gesicherten Kral getrieben. Allerdings können wir uns in Deutschland wohl kaum mit erhobenem Zeigefinger über die Zustände in Namibia beschweren, denn bei uns sieht es nicht viel anders aus. Auch bei uns stehen nachts jede Menge Tiere unbeaufsichtigt auf den Weiden und wenn sich die Wölfe bedienen ist die Schreierei groß. Auch für uns in Deutschland finden sich Vorbilder, wie man es besser machen kann. In Rumänien gibt es erheblich mehr Raubtiere und auch mehr Nutztierherden. Dort werden aber die Herden auch heute noch bewacht. Meist durch Herdenschutzhunde. Sorry für den Exkurs, aber dass musste mal gesagt werden. Wenn mich Dinge ärgern, muss ich sie loswerden.
Weiter geht’s im Hoarusib. So stark wie der Hoarusib fließt, gehe ich davon aus, das uns die Felsenengstelle der Dubis-Pforte durchaus vor ernsthafte Probleme stellen kann. Als wir das letzte Mal hier waren, war der Wasserstand in der Engstelle bereits grenzwertig und da floss der Hoarusib längst nicht so stark. Vor Ort stellen wir jedoch fest, das sich die Verhältnisse grundlegend verändert haben. Die Furt ist so flach, dass nur die Reifen nass werden.
Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten des Hoarusib gehören die Clay Castles. Bislang dachte ich immer, die Clay Castles würden alle im Skelettküsten Nationalpark liegen und wären somit für uns nicht erreichbar. Von Cruiser bekam ich diesmal jedoch die Koordinaten eines Clay Castles, welches außerhalb des Nationalparks liegt und gut erreichbar ist. Das ist unser nächstes Ziel. Das Clay Castle ist dann deutlich größer als erwartet. Ich frage mich, welcher geologische Vorgang sich hinter der Entstehung verbirgt?
Danach biegen wie unterhalb des Schoemann Camp nach Norden ab und fahren parallel zur Nationalparkgrenze durch beeindruckende Wüstenlandschaften. Leider ist es sehr diesig geworden was der Umgebung ziemlich die Farben entzieht. Wie schön muss es hier erst bei strahlendem Sonnenschein sein.
Nach einiger Zeit erreichen wir die Abzweigung zu einem spektakulären Aussichtspunkt. Das beginnt schon mit der Auffahrt. Ohne L4 geht da gar nichts. Auf der Spitze des Berges angekommen öffnet sich ein 360° Panorama über den Skelettküsten Nationalpark und das angrenzende Kaokovelt. Die Abfahrt auf rutschigem Geröll bietet dann noch ein wenig Nervenkitzel.
Unser nächstes Ziel ist der Khumib. Dorthin führen laut t4A zwei Wege. Der westliche Weg überquert auf der Landkarte allerdings die Nationalparkgrenze. Ich habe keine Lust irgendwann vor einem „Durchfahrt verboten Schild“ zu stehen, weshalb wir uns für den östlichen Weg entscheiden. Wenn einer von Euch Informationen über die Befahrbarkeit der westlichen Strecke hat, wäre ich für diese Info sehr dankbar.
Wir kommen an der Felsformation „Hole in the Rock“ vorbei. Das Loch wirkt zunächst recht klein und zeigt seine wahre Größe erst mit Kathrin als Maßstab.
Nördlich des Khumib machen wir unter einer markanten Felswand Pause. Die Temperaturen sind angenehm und ich nutze die Gelegenheit, mir ein wenig die Füße zu vertreten.
Im Flussbett des Khumib geht es dann nach Osten bis wir auf die D3707 treffen.
Da haben wir heute eine sehr schöne Ecke des Kaokovelts für uns neu entdeckt. Als großer Wüstenfan habe ich die Strecken entlang der Nationalparkgrenze sehr genossen. Solch karge Landschaften faszinieren mich immer wieder aufs Neue.
Die Rückfahrt auf der D3707 ist dann sehr entspannt. Für Kaokovelt-Verhältnisse ist die Piste wirklich gut in Schuss und mit 50-60km/h cruisen wir locker zurück nach Puros.
Da die Distanz zwischen den Tankmöglichkeiten aufgrund unserer Streckenänderung erheblich länger geworden ist, beschließen wir in Puros außerplanmäßig nachzutanken. In T4A ist zwar eine Tankmöglichkeit eingezeichnet, aber die scheint es dort in der Realität nicht zu geben. Wir fahren deshalb einfach in den Man-U-Shop und erkundigen uns nach der Möglichkeit Diesel zu kaufen. Das läuft dann alles ganz easy. Kurze Zeit später ist der Sprit-Dealer bei uns und wir fahren zusammen zum Ortsrand, wo er in einem Holzverschlag den Treibstoff lagert. Wir tanken 20l nach, das sollte ausreichen. Der Preis für den Liter beträgt 20N$. Das ist ungefähr das gleiche, wie ich in Deutschland bezahle und angesichts der Umstände vollkommen in Ordnung.
Den Rest des Tages verbringen wir auf der Campsite. Zwischendurch kommt eine große Ziegenherde vorbei und sorgt für Unterhaltung.
Als es zu dämmern beginnt starten wir das abendliche Standardprozedere: Sundowner – Braai – Lagerfeuer – Gin Tonics – gute Nacht.
Teil 2326. Apr. 2019
21.Tag (Do. 10.01.2019) Puros – Etambura 104km
Von unserem schönen Stellplatz können wir uns gar nicht losreißen und lassen uns deshalb reichlich Zeit. Ist aber auch kein Problem, denn die heutige Etappe ist recht kurz und die zu erwartenden Pistenverhältnisse moderat.
Erstes Ziel ist der Jan Joubert Kopje, welcher unweit des Campingplatzes am Rande des Flussbettes steht und einen schönen Überblick auf den südlichen Teil des weiten Hoarusib-Tals bietet.
Danach fahren wir die meiste Zeit direkt im Flussbett.
Außer einer größeren Gruppe Giraffen sehen wir keine Wildtiere. So wenige Sichtungen hatten wir im Hoarusib noch nie.
Auch im nördlichen Teil des Hoarusib-Tals erhebt sich ein Hügel neben dem Flussbett, von dem aus man gut diesen Teil des Tals überblicken kann. Den Ausblick genießen wir jedes Mal aufs Neue, wenn wir vorbei kommen.
Bevor sich das weite Tal zum engen oberen Hoarusib-Canyon wandelt verlassen wir es und wechseln über den Pass am Mount Himba Sphinx zum Khumib. Von der Passhöhe hat man einen herrlichen Blick zurück zum Hoarusib.
Entlang des Khumib fahren wir an vielen kleinen Himba-Kraals vorbei. Die meisten unbewohnt.
Bevor wir auf die D3707 treffen machen wir Mittagspause.
Kurz vor Orupembe verlassen wir die D3707 schon wieder. Unser Etappenziel ist bereits ausgeschildert.
Wenige Kilometer vor Ankunft in Etambura queren wir eine große rote Sandebene auf der sich Massen von Springböcken tummeln.
Insgesamt war die heutige Strecke so einfach wie erwartet. Die größte Herausforderung war noch die steile Auffahrt nach Etambura.
Wir sind auf gut Glück und ohne Voranmeldung nach Etambura gefahren. Es war aber nur eine Hütte belegt, so dass es kein Problem war, spontan unterzukommen. Hätte das nicht geklappt, wäre es auch kein Drama gewesen, denn ganz in der Nähe befindet sich die Marble Campsite, die wir als Backup vorgesehen hatten.
Der Preis von 800N$ pro Hütte ist für das gebotene extrem günstig. Die abgeschiedene Lage und der tolle Ausblick sind für sich genommen diesen Preis schon wert.
Die Ausstattung der Hütten ist einfach, lässt aber keinerlei Wünsche offen. Allein dass es hier oben fließend Wasser und gut funktionierende Duschen gibt sehe ich schon als Luxus an, denn jeder Liter Wasser muss mit dem Auto auf den Berg geschafft werden.
Der Gemeinschaftsbereich ist sehr gemütlich und die davor liegende Sundowner-Plattform ein Traum. Einziger Kritikpunkt ist die Küche. Man kann einzig auf dem Feuer des Grillplatzes kochen. Wie das funktionieren soll, wenn mehrere Parteien gleichzeitig kochen ist mir ein Rätsel. Ein paar Gaskocher wären eine gute Investition. Ich war jedenfalls froh, dass unser Wagen gleich hinter dem Haus stand und ich für die Nudeln unseren Gaskocher nutzen konnte, denn das kleine Feuer unter dem Grillrost reichte gerade einmal für den Potje.
Von unseren französischen Mitbewohnern bekommen wir kaum etwas mit. Die machen sich nur kurz einen Salat und sind dann schon vor dem Sonnenuntergang verschwunden. Auch gut, denn so können wir den Sonnenuntergang ganz für uns alleine genießen. Dabei ist der Sonnenuntergang für sich gar nicht so spektakulär. Viel beeindruckender ist zu beobachten, wie sich der Himmel von orange zu rot zu blau und letztendlich zu schwarz verfärbt.
Am Abend dann noch eine kurze Schrecksekunde als mir unvermutet ein Brillenglas aus der Brille fällt. Glücklicherweise habe ich Kunststoffgläser, so dass das Glas heile bleibt. Im ersten Moment denke ich, dass sich die Schraube an der Fassung gelockert hat, muss dann aber feststellen, dass das Gestell an dieser Stelle gebrochen ist. Da kauft man extra ein angeblich unzerstörbares Titangestell und dann so etwas. Wenigstens kann ich die Brille in einer Bastelstunde mit Tape reparieren. Sieht zwar scheiße aus, aber ich kann zumindest weiterhin scharf sehen. Verschwommen durch Afrika wäre echt ein Horrorszenario.
Meine Prothesen lassen mich auf dieser Reise ganz schön im Stich.
Heute steht uns eine lange und anspruchsvolle Etappe bevor. Wie anspruchsvoll ahnten wir zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht. Deshalb sind wir auch schon bei Beginn der Dämmerung auf den Beinen, denn wir wollen nicht schon beim Frühstück hetzen. Wir essen wieder auf der Sundowner-Plattform, die auch zu dieser Tageszeit ihren Reiz hat. Traumhaft zu beobachten, wie die Sonne nach und nach das Tal unter uns erobert.
Um 8:00Uhr starten wir. Die Ebene südlich von Etambura ist noch immer voll mit Springböcken. Zu dieser Tageszeit sind die Temperaturen noch angenehm und die Tiere sehr agil. Überall in der Ferne sieht man kleine Punkte über die Ebene hüpfen.
Die ersten Kilometer sind größtenteils sehr einfach zu befahren. Hier entdecken wir auch einen der Steinmänner. Es ist die einzige dieser Skulpturen, die wir auf dieser Reise entdecken. Anscheinend sind wir zu blind. Tiere können wir auf jeden Fall besser.
Immer wieder kommen wir an Himbasiedlungen vorbei. Die Region in der wir uns heute bewegen ist längst nicht so einsam, wie die meisten denken. Allerdings treffen wir nur ein einziges Auto.
Zwischendurch gibt es immer mal wieder etwas holprigere Passagen. Die Vegetation ist üppig. Hier muss es schon einigen Niederschlag gegeben haben.
Bevor wir die D3703 erreichen gilt es noch einen Pass zu überwinden, der die erste ernsthafte Herausforderung des Tages ist. Um langsam genug fahren zu können wähle ich L4. Bei solchem Geläuf muss man sich Zeit lassen.
Nach Erreichen der D3703 wird die Besiedelung noch dichter. Wir kommen an einer großen Wasserstelle vorbei. Es muss sogar reichlich Niederschlag gegeben haben. Wir sehen Himbagräber, die wie immer sehr gut gepflegt wirken.
Bei Otjitanda gabelt sich der Weg. Nach Westen geht es zum gefürchteten van Zyls Pass und nach Osten in die Heartbreak Hills, was mir zu diesem Zeitpunkt noch nichts sagte. Was dann auf den nächsten ca. 20km folgt steht dem van Zyls Pass in keiner Weise nach. Lediglich die Absturzgefahr fällt weg, da man fast die ganze Zeit in einer Art Hohlweg fährt. Es geht in einer Tour bergauf und bergab. Hat man in der Hoffnung auf Besserung eine Hügelkuppe erklommen, tut sich vor einem der nächste auf. Ich bin fast die ganze Zeit durchgehend in L4 unterwegs und bei einer besonders großen und steilen Felsstufe muss ich sogar alle Differenziale sperren, um dieses Hindernis zu überwinden. Wir kommen nur in Schrittgeschwindigkeit vorwärts; das ist mehr klettern als fahren. Ich bin aber immer wieder begeistert, wie souverän der LandCruiser die Strecke meistert. Der Schlüssel zum Erfolg sind 1,5bar Luftdruck, L4, 1.Gang und 1000-2000 U/min. Dazu natürlich Ruhe bewahren, sich Zeit lassen und die richtige Spurwahl.
Die Strecke ist auf jeden Fall eine Empfehlung für jeden 4x4 Enthusiasten. Wenn man die o.g. Grundsätze befolgt, sollte es auch kein Problem sein, den Wagen ohne Beschädigungen über diese Strecke zu bringen. Der Track in Kombination mit der abwechslungsreichen Landschaft lassen nie Langeweile aufkommen. Das wir auf einer offiziellen D-Straße unterwegs sind, ist in Anbetracht der Herausforderungen absurd. Immer wieder sieht man auch Himbas. Deren Verhalten lässt darauf schließen, dass sie noch nicht groß mit dem Tourismus in Berührung gekommen sind.
Erst kurz vor Okangwati nehmen wir uns die Zeit für eine längere Pause, denn erst jetzt können wir sicher abschätzen Epupa Falls im Hellen zu erreichen. Für die 160km bis hierher lag unsere Durchschnittsgeschwindigkeit bei unter 20km/h.
Die C43 von Okangwati nach Epupa Falls war super in Schuss. Nur bei einigen Revierquerungen musste ich mal unter 80km/h gehen.
In Epupa Falls ist richtig was los. Das sind wir gar nicht mehr gewohnt. Wir hatten keinen speziellen Campingplatz vergeplant. Vielmehr wollten wir einen Stellplatz direkt am Fluss. Das stellt sich als gar nicht so einfach heraus. Fündig werden wir auf der Omarungu Lodge. Dafür müssen wir uns mit dem ziemlich arroganten Auftreten des Managements rumärgern. Die wollen uns unseren Stellplatz erst nach Bezahlung nennen und wir wollen erst verbindlich buchen, wenn wir wissen, ob wir den Stellplatz direkt am Fluss bekommen. Letztendlich geht man doch auf unser Ansinnen ein. Keine Ahnung was solche Diskussionen bringen sollen, außer das man den Kunden verärgert. Von einem Bad im Pool nehmen wir Abstand, da er sehr verdreckt wirkt. Nachdem die Lodge jetzt von Gondvana übernommen wurde, wird sich hoffentlich einiges verbessern.
Wir installieren uns nur kurz auf unserem Platz und machen dann erst einmal einen Spaziergang zu den Fällen.
Unglaublich und auch erschreckend, wie sich hier alles verändert hat. Als wir 1996 zu ersten Mal an den Epupafällen waren gab es nur ein einsames Militärcamp und die Community Campsite. Dazu eine Hand voll Himbahütten. Heute gibt es mindestens ein halbes Dutzend Lodges und ein Dorf mit mehreren hundert Hütten. Als neuste Veränderung springt das breite Band der D3700 ins Auge.
Als wir auf die Campsite zurückkommen setzt starker Wind ein.
Als wir zurück kommen sehe ich, dass der Außenwasserhahn am Bushcamper tropft. Der hat sich heute anscheinend durch die Rüttelei gelockert. Mit dem umfangreichen Bordwerkzeug ist das aber schnell repariert.
Leider war es nicht möglich in der Lodge zu Essen, so dass ich selbst koche.
Teil 2503. Mai 2019
23.Tag (Sa. 12.01.2019) Epupa Falls – Kunene River Lodge 92km
Heute steht nur eine kurze Etappe an. Das passt nach dem gestrigen Tag sehr gut, auch wenn es gar nicht deshalb so geplant war, sondern weil wir die Kunene River Lodge so sehr mögen.
Nach dem Frühstück fahren wir als erstes zum Aussichtshügel oberhalb der Fälle. Eintritt 40N$ p.P.
Der Kunene führt aktuell viel Wasser, so dass neben dem Hauptfall in die Schlucht zahlreiche weitere Fälle zu sehen sind. Nur bei diesen Verhältnissen lohnt sich der Besuch des Aussichtshügels, dann aber ganz besonders.
Dann starten wir auf die neu trassierte D3700. Für mich persönlich ist die neue Piste ein großer Verlust gegenüber der bisherigen 4x4-Strecke. Man kommt kaum noch ans Ufer und es finden sich so gut wie keine Pausenplätze mehr am Fluss. Früher ist man lange Passagen direkt durch die Palmenhaine am Wasser gefahren. Heute verläuft die Piste meist etwas mehr im Hinterland und weite Bereiche des Ufers sind eingezäunt.
Das diese Sichtweise sehr egoistisch ist, ist mir bewusst. Von der einheimischen Bevölkerung wird die neue Piste sehr begrüßt. Verbesserte Infrastruktur ist Grundvoraussetzung für die weitere Entwicklung der Region.
Die Frage die sich mir stellt ist, ob man für eine 10m breite Piste unbedingt eine 30m breite Schneise durch die Landschaft fräsen musste, die sich wie eine große Wunde durch die Natur zieht. Etwas mehr Augenmaß wäre wünschenswert gewesen.
Wir haben Zeit und kehren für eine Erfrischung schon nach rund 30km ins neu errichtete Camp Cornie ein. Es handelt sich um eine sehr schön direkt am Ufer unter Palmen gelegene Campsite mit sehr guter Ausstattung. Wem der Rummel an den Fällen zu viel ist, der ist hier sicher gut aufgehoben. Wir haben uns den Platz auf jeden Fall schon einmal vorgemerkt.
Wir lesen noch ein bisschen und machen uns dann wieder auf den Weg.
Später wollen wir noch eine weitere Pause machen und finden nach langem Suchen auch einen schönen Schattenplatz am Ufer. Leider gibt es an dieser Stelle aber jede Menge nerviger Fliegen, so dass wir schon nach kurzer Zeit die Flucht ergreifen.
Für diejenigen, die sich die bisherige D3700 nicht zugetraut haben ist die Piste jetzt auf jeden Fall ein lohnendes Ziel, denn wenn man den vorherigen Zustand nicht kennt, bzw. ignoriert, ist es eine landschaftlich reizvolle Route.
Die Kunene River Lodge ist so schön wie eh und je. Eine grüne schattige Oase unter riesigen Bäumen direkt am Fluss. Von den Schäden der Überschwemmung in der letzten Regenzeit ist nichts mehr zu sehen. Was ich an dieser Lodge besonders schätze ist, dass die Campsites die beste Lage am Flussufer haben und die festen Unterkünfte in der 2.Reihe stehen. Bei den meisten Lodges ist es anders herum.
Wir haben viel Zeit auf der Campsite, aber es wird nie langweilig. Wir setzen uns ans Ufer zum lesen und beobachten die Tierwelt in der Umgebung. Schon bald taucht eine Gruppe Meerkatzen auf um zu checken, ob sich bei den neuen Besuchern etwas abstauben lässt. Dafür haben wir aber schon zu viel Erfahrung mit den kleinen Banditen und so müssen sie unverrichteter Dinge weiterziehen.
Später mache ich mich noch ein wenig auf die Pirsch nach Vögeln und Kleintieren. Ich entdecke zwar viel, kann aber kaum etwas auf den Chip bannen. In der dichten Vegetation der Kunene River Lodge sind fast immer Äste oder Blattwerk im Wege.
unbekannter Vogel männlicher Brillenweber (Dank an Matthias)
weiblicher Maskenweber ??? weiblicher Großer Goldweber (Dank an Matthias)
Es war möglich, sich noch bei unserer Ankunft spontan zum Dinner anzumelden. Diese Gelegenheit haben wir natürlich gerne wahrgenommen und sind deshalb schon zum Sundowner auf der Restaurant-Terrasse. Es ist ein starker Wind aufgekommen, der erst nach Einbruch der Dunkelheit wieder nachlässt. In der Dunkelheit erleuchten starke Strahler den Fluss vor der Restaurant-Terrasse und so können wir zahlreiche Fledermäuse bei der Insektenjagd beobachten.
Teil 2607. Mai 2019
24.Tag (So. 13.01.2019) Kunene River Lodge – Opuwo 131km
Die Nacht haben wir wieder einmal sehr gut geschlafen. Die hohen Temperaturen machen uns nichts mehr aus. Danach haben wir uns viel Zeit mit dem Frühstück gelassen, denn unsere heutige Etappe ist nur kurz. Trotzdem sind wir früh in Opuwo. Die Pisten sind in einem sehr guten Zustand, so dass wir weniger als 2h für die Strecke benötigen.
Nach 2 Wochen in der Wildnis gibt es viel zu erledigen. Großeinkauf, tanken und Bargeld ziehen. Außerdem bin ich auf der Suche nach einem Friseur, denn meine Kurzhaarfrisur übersteht keine 7 Wochen Urlaub und braucht zwischendurch mal ein Update.
ATM und Tanken sind schnell erledigt. Der Verbrauch von Palmwag bis nach Opuwo lag bei 16,5 Litern auf 100 Kilometer. Ich hätte mit mehr gerechnet.
In dem Einkaufszentrum beim OK Supermarket finde ich auch einen Friseur. Da in Afrika die Herrenfriseure sowieso alle mit Schermaschine arbeiten ist das für mich optimal und mit dem Ergebnis bin ich auch sehr zufrieden.
Der Fehler war dann, dass ich dachte es wäre eine gute Idee, sich bei der Gelegenheit auch gleich rasieren zu lassen. Die Rasur wurde jedoch ebenfalls mit der Schermaschine gemacht und ohne Aufsatz fühlte sich das an, als würde mir mit einer Drahtbürste das Gesicht gewaschen. Da hieß es ordentlich die Zähne zusammenbeißen.
Für den Großeinkauf wählten wir den neuen Superspar. Der Supermarkt hat eine sehr gute Auswahl, so dass man alles bekommt, was das Herz begehrt.
Opuwo hat sich auch seit unserem letzten Besuch weiter entwickelt und vergrößert. Noch immer zeigt sich die Stadt aber als Schmelztiegel der verschiedenen Völker Namibias. Für mich ist es die afrikanischste Stadt Namibias. Noch immer sieht man traditionell gekleidete Himbas im alltäglichen Straßenbild. Daneben aber auch viele Einheimische in aktueller westlicher Mode. Heute am Sonntag haben sich viele für den Kirchgang ganz besonders in Schale geschmissen. Wir kommen uns da in unseren Buschklamotten reichlich underdressed vor.
Auch die Schere zwischen arm und reich klafft hier weit auseinander. Vielen Einheimischen sieht man an, dass sie einen gewissen Wohlstand erlangt haben. Daneben sieht man aber auch viel Armut, was sich auch darin zeigt, dass man hier viel mehr angebettelt wird, als in anderen Städten des Landes.
Auch sehr viele Kinder sind am Betteln, bzw. wollen einem nicht benötigte Dienstleistungen, wie Autobewachung andienen. In diesem Zusammenhang fand ich es sehr interessant, dass mich auf dem Parkplatz des Superspar ein Schwarzer ansprach und mich bat, den Kindern auf gar keinen Fall irgendetwas zu geben. Ist für uns sowieso eine Selbstverständlichkeit, aber es ist gut zu sehen, dass die Problematik bettelnder Kindern inzwischen auch von der einheimischen Bevölkerung gesehen wird und die Erkenntnis gereift ist, dass Schulbildung wichtiger ist, als die Einkünfte durch Betteln.
Nachdem wir in der Stadt alles erledigt haben, fahren wir zur Opuwo Country Lodge. Die Campsite der Lodge ist unser üblicher Übernachtungsplatz, wenn wir in Opuwo sind. Die Campsite selbst ist nicht sehr schön und bietet nur wenig Schatten. Dafür sind die Sanitäranlagen aber sehr gut und man kann auch als Camper die gesamte Infrastruktur der Lodge mit nutzen.
Die Campingplatzkatze schein noch die Gleiche wie vor ein paar Jahren zu sein. Ein sehr zutrauliches und gepflegtes Tier.
Den Nachmittag verbringen wir dann am Pool der Lodge. Ich liebe diesen Platz und das nicht weil ich gerne Baden gehe, sondern wegen des netten Ambientes der schönen Aussicht von hier oben.
Am Pool treffen wir auch den Bruder der Campingplatzkatze. Das scheint ein echter Kampfkater zu sein, denn er ist von zahlreichen Kämpfen gezeichnet, und legt gegenüber Menschen ein sehr selbstbewusstes Auftreten an den Tag.
Wir bleiben gleich bis zu Abendessen hier und erleben einen spektakulären Sonnenuntergang.
Nach den Fleischmassen der letzten Tage sind wir froh, dass es auch Fisch auf der Speisekarte gibt. Eine willkommene Abwechslung.
Teil 2709. Mai 2019
25.Tag (Mo. 14.01.2019) Opuwo – Olifantrus 294km
Da gestern Sonntag war, konnten wir unsere zur Neige gehenden Bier- und Savanna-Vorräte noch nicht wieder aufstocken. Deshalb geht es heute zunächst in einen Liqour Store, bevor wir dann auf Asphalt zügig in Richtung Etosha Nationalpark fahren.
Kennt Ihr das auch? Man ist sich bei bestimmten Dingen so sicher, dass man deren Richtigkeit nicht mehr überprüft. Irgendwann wird man dann überraschend eines Besseren belehrt. Ich war felsenfest überzeugt, dass der Veterinärzaum die Südgrenze des Etosha Nationalparks bildet und das an der Westgrenze liegende Galton Gate deshalb vor der Veterinär-Kontrollstelle der C35 liegt. Umso überraschter war ich, als wir plötzlich an dieser Kontrollstelle standen. Wenn ich mir die Karte an dieser Stelle mal genauer angesehen hätte, hätte ich auch sofort erkannt, das der Veterinärzaun hier an der Westgrenze des Nationalparks ein wenig nach Norden verläuft, bevor er wieder nach Westen abknickt. Da standen wir also und hatten noch reichlich Fleisch im Kühlschrank. Überwiegend gutes Gamefilet. Glücklicherweise hatten wir eine sehr nette und hilfsbereite Beamtin. Wenn wir das Fleisch so weit anbraten würden, dass von außen kein rohes Fleisch und Blut zu sehen sei, könnten wir das Fleisch behalten. Also stand ich die nächste halbe Stunde auf den Parkplatz am Kocher, aber danach konnten wir wenigstens ohne Verluste passieren.
Das Einchecken am Galton Gate ging fix. Da wir hier nicht mit Karte zahlen konnten, sollten wir das in Okaukuejo erledigen. Das Plastiktütenverbot wurde recht lax gehandhabt. Ich wurde gefragt, ob wir Tüten dabei hätten und als ich eine aus dem Fahrgastraum klaubte war man zufrieden und wir konnten in den Park starten.
Unsere heutige Strecke im Park sollte uns über die Wasserlöcher Renostervlei, Rateldraf, Dolomietpunt, Duineveld und Nomad nach Olifantrus führen. Rateldraf hatte kein Wasser und entsprechend leer war es hier. Alle anderen Wasserlöcher waren gefüllt und von mehr oder weniger vielen Herbivoren bevölkert.
Leider war fast den ganzen Tag der Himmel mit Schichtwolken bedeckt, so dass wir sehr schlechtes Fotolicht hatten. Ich empfinde ja das Licht in Etosha immer als eher schlecht, aber bei Sonne ist es dann doch ein wenig besser.
Nach dem Gate führt die Strecke zunächst durch Mopanebusch und danach durch Dornbuschsavanne. In diesem Bereich war abseits der Wasserlöcher kaum ein Tier auszumachen. Erst ein paar Kilometer vor Duineveld öffnete sich die Landschaft und ab da konnten wir auf den weiten Flächen links und rechts der Piste immer wieder Tiere entdecken.
Bei Duineveld trafen wir auf Giraffen am Wasserloch.
Eine der Giraffen war am Kopf fürchterlich entstellt. Ich empfand den Anblick als sehr verstörend und extrem eklig. Sah aus wie Barteln bei einem Karpfen. Ich vermute mal, dass es sich um Parasiten handelt. Kann mir jemand sagen, was das ist? Habe so etwas bislang in all den Jahren in Afrika noch nie gesehen.
Darüber hinaus hatte der heutige Gamedrive nichts mehr zu bieten und am späteren Nachmittag kamen wir in Olifantrus an.
Man bekommt keinen Stellplatz zugewiesen, sondern kann aus den unbesetzten Plätzen frei wählen. Sonderlich schön ist der Campingplatz nicht, aber immer noch um einiges angenehmer als die riesigen Staubflächen, die in den großen Rastlagern als Campingplatz dienen. Im kleinen Shop kann man Feuerholz kaufen.
Wir machen eine erste Runde durch das Camp; besichtigen die ehemalige Elefantenschlachterei und das dazu gehörige Info-Center zum Culling im Etosha Nationalpark. Ein sehr kontroverses Thema.
Danach ging es zum Hide. Wir konnten gerade noch die Hinterteile der abziehenden Elefanten sehen. Zebras und Impalas bevölkerten aber dauerhaft die Umgebung des Wasserlochs.
Zum Sundowner gingen wir ein weiteres Mal zum Hide und hatten ein Deja vue, als wir wieder nur die Hinterteile der abziehenden Elefanten sahen. Da hatten wir heute aber ein ganz schlechtes Timing.
Nach dem Abendessen gingen wir noch einmal zum Hide und wurden für unsere Hartnäckigkeit belohnt. Jetzt gab es das volle Programm. Es war eine Gruppe Elefanten an Wasserloch und innerhalb der Gruppe gab es ordentlich Zoff. Es gab einen Unruhestifter, der sich mit der ganzen restlichen Gruppe anlegte und von dieser immer wieder in die Schranken verwiesen wurde. Gleichzeitig waren noch zwei Spitzmaulnashörner am Wasser, die immer mal wieder zwischen die Fronten gerieten, sich dadurch aber nicht verscheuchen ließen, sondern dem einen oder anderen Elefanten in den Hintern piekten, wenn diese zu aufdringlich wurden. Bei dieser Gelegenheit hörten wir das erste Mal Lautäußerungen von Nashörnern. Bislang hatte ich von den Hornträgern höchstens mal ein Schnauben gehört. Letztendlich vertrieben die Elefanten den Unruhestifter, welcher aber die nächste Stunde immer wieder mit lautem frustrierten Trompeten in der Nähe zu hören war. Was für ein Spektakel. Später kam dann noch eine Nashornkuh mit Kalb ans Wasserloch, so dass wir vier dieser Tiere gleichzeitig beobachten konnten.
Wer die rote Nachtbeleuchtung am Hide von Olifantrus kennt, weiß weshalb es keine Fotos von diesem nächtlichen Spektakel gibt.
Teil 2813. Mai 2019
26.01.2019 (Di. 15.01.2019) „Bergfest“ Olifantrus – Etosha Safari Village 256km
Die ganze Nacht über haben wir Löwen brüllen gehört. Zum Teil ganz nah, so dass man den Eindruck hatte, das die Tiere direkt an der Umzäunung des Camps waren.
Mit Beginn der Dämmerung stehen wir auf und sind schon kurz nach Gateöffnung auf der Piste. Frühstück haben wir ausgelassen. Das wird sollte später nachgeholt werden.
Anfangs ist noch ein wenig Schichtbewölkung am Himmel, aber es klart im Laufe des Vormittags auf und wir haben eine Zeit lang blauen Himmel.
Unser vormittäglicher Gamedrive führte uns über die Wasserlöcher Tobiroen, Teespoed, Bitterwater, Sonderkop, Ozonjuitji m’Bari, Charl Marais Dam und Grunewald zum Picknickplatz Phantom Forrest. Teespoed, Bitterwasser, Charl Marais Dam und Grunewald waren trocken. Das war vor allem beim Wasserloch Grunewald ärgerlich, da man im Gegensatz zu den anderen Wasserlöchern, an denen man automatisch vorbei kommt, dieses Wasserloch nur über einen 6km langen Stichweg erreicht. Auf diesem Stichweg und am Wasserloch war absolut nix los.
Der Anfang der oben genannten Strecke führt wieder durch dichten Mopanebusch. Entsprechend gab es dort kaum etwas zu entdecken. Da ist man schon froh über eine Gackeltrappe am Wegrand. Die Hähne dieser Vögel markieren immer sehr lautstark Ihr Revier. Häufig steigen sie dabei noch wie ein Senkrechtstarter in die Luft. Das habe ich aber leider nie auf ein Foto bannen können.
Ab Sonderkop öffnet sich dann die Landschaft und wir sahen viele Tiere.
An einem der ersten intakten Wasserlöcher standen jede Menge Kuhantilopen; die Hälfte davon Kälber.
Bald darauf stand ein einzelner Elefantenbulle direkt neben der Piste. Insgesamt machten sich die Dickhäuter im Etosha Nationalpark aber ziemlich rar.
Kurz vor Ozonjuitji m’Bari entdeckt Kathrin ein Rudel Löwen, welches sich auf die Piste zubewegt. Sie sind anscheinend auf der Suche nach einem schattigen Schlafplatz und suchen sich dafür einen Busch direkt neben unserem Auto aus. Es handelt sich um eine Gruppe Junglöwen. Zwei Weibchen und zwei Männchen. Die soziale Bindung in dieser Gruppe scheint sehr stark zu sein, denn sie schmusen sehr intensiv miteinander und suchen ständig Körperkontakt zueinander. Sie sind auch noch nicht so abgeklärt, wie ältere Löwen, die uns sicherlich komplett ignoriert hätten. Die Junglöwen beobachten uns jedoch fast die ganze Zeit mit der für Katzen typischen Mischung aus Neugier und Vorsicht.
Die Löwen scheinen satt zu sein, denn sie zeigen keinerlei Interesse an einer vorbei ziehenden Gruppe Oryx.
Am in der Nähe liegenden Wasserloch Ozonjuitji m’Bari stehen jede Menge Gnus und Zebras. Da haben sich die Junglöwen anscheinend ein gutes Revier ausgesucht.
Am Picknickplatz Phantom Forrest nimmt dann eine der schlimmsten Pausen, die wir je in Afrika hatten, ihren Lauf. Das die Picknicksite hässlich und heruntergekommen ist, spielt dabei keine Rolle. Kurz nachdem wir den Frühstückstisch gedeckt haben und mit dem Essen begonnen haben tauchen die ersten Bienen auf. Da sie sich nicht für unser Essen, sondern aus unerfindlichen Gründen für den Geschirrschrank interessieren, nehmen wir dass zunächst noch nicht für voll. Innerhalb der nächsten 10 Minutenschwirren dann aber einige hundert Bienen um uns herum und auch wenn unser Tisch nicht deren primäres Ziel ist, sind wir mitten im Schwarm. Sie sind auch nicht wirklich aggressiv, aber bei der Menge verirrt sich schon mal eine Biene in die Kleidung und sticht zu. In Afrika ist ja bekanntlich alles etwas extremer und so ist auch der Bienenstich um einiges heftiger, als ich es von unseren europäischen Bienen kenne. Wir versuchen so schnell wie möglich zusammenzupacken, um zu verschwinden, was inmitten der umherschwirrenden Bienen nicht leicht ist, will man doch auch weitere Stiche so gut wie möglich verhindern.
Nach dieser Episode überlegen wir, wie es weitergehen soll. Da wir aufgrund unserer Flucht vor unserem Zeitplan sind, beschließen wir Okaukuejo nicht direkt anzusteuern, sondern über die Wasserlöcher Natco, Adamax, Okondeka, Wolfsnes und Leeubron zu fahren. Von den genannten Wasserlöchern ist nur Okondeka gefüllt und wie immer Anziehungspunkt sehr vieler Tiere. Schon auf der Anfahrt sieht man, wie aus allen Himmelsrichtungen die Tiere dem Wasserloch entgegenstreben.
1996 hatten wir an diesem Wasserloch unseren ersten Löwen in freier Wildbahn gesehen. Diesmal sind keine Katzen zu entdecken.
Inzwischen haben sich mehrere Gewitterzellen gebildet, die sich aber noch weit entfernt im Osten befinden.
In Okaukuejo wollen wir dann erst einmal unser Permit bezahlen und erleben mal wieder ein Musterbeispiel afrikanischer Bürokratie, welche hier im Etosha Nationalpark bekanntermaßen besonders ausgeprägt ist. Obwohl wir wie gesagt ein Permit für 4 Tage haben, welches wir in bar auch schon am Galton Gate hätten bezahlen können, ist es hier in Okaukuejo nur möglich für den gestrigen und heutigen Tag zu zahlen. Wir sollen morgen wiederkommen und dann für die restlichen beiden Tage zahlen. Das ist aber für uns keine Option, da wir nicht in Okaukuejo übernachten und morgen auch nicht über dieses Rastlager fahren wollen. Zumindest ist es alternativ auch möglich, morgen in Namutoni zu bezahlen. Was die Nummer soll, kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen. Man weiß nicht, ob man lachen oder weinen soll.
Wir machen eine längere Mittagspause auf der Campsite und nehmen eine erfrischende Dusche. Wir haben auch noch einiges an Gamefilet übrig. Damit uns dass nicht am Gate abgenommen wird, mache ich aus dem Fleisch leckeres Geschnetzeltes mit Zwiebeln und Kräutern, was sich ganz vorzüglich als kalter Snack für zwischendurch eignet. Es muss nicht immer Biltong sein. Eine Portion kommt in den Kühlschrank, der Rest wird für später eingefroren.
Bevor wir weiterfahren geht es noch auf den Aussichtsturm. Inzwischen haben sich rings um uns Gewitterzellen gebildet aus denen es zum Teil heftig regnet.
Die letzte Etappe des Tages führt uns über die Wasserstellen Pan, Nebrownii, Gemsbokvlakte, Gaseb und Ombika zum Anderson Gate. Nur Nebrownii und Gemsbokvlakte führen Wasser.
Bei Pan stehen wir, wie es der Name schon andeutet, direkt an der Pfanne und haben einen beeindruckenden Blick auf die sich über der Pfanne austobenden Gewitter.
Auf dieser Strecke erwischt uns dann auch der erste Gewitterguss und entsprechend ist auch an den gefüllten Wasserlöchern kein Betrieb.
Wir haben den Nachmittag schon als ergebnislos abgehakt, da müssen wir eines der größten Dramen miterleben, dass wir je in Afrika mit angesehen haben. Kurz vor dem Gate steht ein noch sehr kleines Gnukalb allein in der Ebene. Von der Mutter weit und breit keine Spur. Das hat auch ein Schakal mitbekommen. Wäre die Mutter in der Nähe, würde sich der Schakal niemals an das kleine Gnu heran trauen, aber so sieht er die Chance, seine Verpflegung für längere Zeit zu sichern. Der viel kleinere Schakal hat dabei natürlich nicht die Möglichkeit das Gnu sofort zu töten, sondern muss es erst schwächen, um an sein Ziel zu kommen. Immer wieder attackiert der Schakal das Gnu, welches sich dann direkt vor die Motorhaube unseres Wagens flüchtet und ganz herzzerreißend „gnöht“. Rein emotional würden wir das kleine Gnu am liebsten auf den Schoß nehmen und retten, der Verstand sagt uns aber, dass dies nun einmal der Lauf der Natur ist und der Schakal vielleicht auch Nachwuchs hat, deren Überleben er damit sichert. (Am nächsten Tag sehen wir auch in der Tat junge Schakale in diesem Gebiet.) Der Schakal lässt sich durch unsere Anwesenheit nicht beirren und attackiert das Gnu weiter. Man sieht, wie es auf der Flucht schwächer wird. Immer häufiger gerät es ins Straucheln und bleibt in den Büschen hängen. Der Schakal nutzt jede Gelegenheit um zuzuschnappen. Den letzten Akt des Dramas erleben wir nicht mehr mit, da die beiden im dichten Gebüsch verschwinden und nicht wieder auftauchen.
Nur wenige Kilometer hinter dem Anderson Gate erreichen wir das Etosha Safari Village, unser bevorzugtes Domizil für den mittleren Etosha Nationalpark. Die Campsite ist sehr schön auf einer Wiese. Kein Vergleich zu der staubigen Fläche in Okaukuejo. Auch die Waschhäuser sind in einem Top Zustand. Als Haustiere gibt es Perlhühner und Warzenschweine auf der Campsite. Eigentlich schade, dass man den Platz nur zum schlafen nutzt.
Das Shebeen-Restaurant im Village ist geschlossen, da Nebensaison ist. Wir können aber problemlos in der Lodge zu Abend essen. Das stellt sich als sehr gute Wahl heraus.
Zu unserer Überraschung reißt der Himmel kurz vor Sonnenuntergang ein wenig auf und lässt die Sonne ein wenig hindurchblinzeln. So können wir auf der fantastisch gelegenen Restaurant-Terrasse, bei Livemusik, einen standesgemäßen Sundowner genießen.
Zum Abendessen sitzen wir draußen auf der Veranda. Das Buffet ist sehr abwechslungsreich und lecker. Eine schöne Abwechslung zum doch recht häufigen Braai. Auf der Lodge gibt es auch mehrere sehr, sehr niedliche Katzen, die sich über jede Streicheleinheit freuen.
Schon um 6:30Uhr sind wir am Gate und können in kürzester Zeit passieren.
Unser Weg führt uns diesen Vormittag über die Wasserlöcher Gemsbokvlakte, Olifantsbad, Aus, Oudongab, Homob, Sueda, Salvadora und Rietfontein zum Picknickplatz östlich des Etosha Lookouts.
Noch vor dem ersten Wasserloch sehen wir einen Steppenfalken im schönsten Licht direkt neben der Piste sitzen. So ist es einfach Vögel zu fotografieren.
Gemsbokvlakte liegt dann zunächst verlassen vor uns. Schon bald kommt aber ein Schakal zum Trinken und in der Ferne kündigt sich schon eine größere Herde Zebras an.
Die vegetationslose helle Ebene rund um Gemsbokvlakte, in Kombination mit den Zebras, bildet die idealen Voraussetzungen für ein paar stylische Schwarzweiß-Fotos.
Normalerweise hat man im Bereich der Wasserlöcher Sueda und Salvadore immer gute Gelegenheiten um Löwen zu sehen. Heute ist leider gar nichts los. Weder Katzen noch deren potentielle Beute. So bleibt mir hier lediglich, den meistfotografierten Baum Namibias ein weiteres Mal abzulichten.
Auch auf dem weiteren Weg bis zur Mittagspause gibt es keine spektakulären Highlights, aber wir können uns auch an den gewöhnlichen Sichtungen erfreuen. Derzeit gibt es zum Beispiel jede Menge neugeborene Springbockkitze, die auf stakeligen Beinen die Welt erkunden.
Unter einem Busch sehe ich eine Fuchsmanguste.
Der Picknickplatz östlich des Etosha Lookout ist für mich der einzige Picknickplatz im gesamten Nationalpark, an dem man auch tatsächlich gerne Picknick machen möchte. Schön am Rande der Pfanne gelegen, ohne Umzäunung, mit einem großen Schattendach und funktionierenden Toiletten bietet er alles was man für eine angenehme Rast braucht.
Alle andern Picknickplätze im Park sind eine Frechheit. Meist versteckt im Busch, kahl und trist ohne viel Schatten und ohne Aussicht. Dazu umgeben von einem hohen Zaun, kommt man sich eher vor, wie in einem Straflager, denn auf einem Picknickplatz. Vom desolaten Zustand der allermeisten Toiletten will ich gar nicht reden. Eigentlich stelle ich in diesem Zusammenhang keine großen Ansprüchen, denn meistens machen wir an Stellen Pause, wo es überhaupt keine Infrastruktur gibt. Wenn in einem Nationalpark aber so streng überwacht wird, dass man das Auto nur an den dafür vorgesehenen Stellen verlässt, wie das im Etosha Nationalpark der Fall ist, sollten diese Plätze auch in einem ordentlichen und ansprechenden Zustand sein. Dazu bedarf es nicht viel. Eine schöne Lage mit Aussicht, ein paar schattige Plätze sowie Ordnung und Sauberheit würden schon ausreichen.
Nach der Pause fahren wir über Goas, Noniams, Nuamses, Beitia, Kalkheuwel, Chudop und Koinachas zum von Lindequist Gate. Nachdem am Vormittag strahlender Sonnenschein herrschte, haben sich inzwischen wieder Gewitterwolken gebildet.
Hier im Osten des Parks scheint es auch in den letzten Tagen schon häufiger geregnet zu haben. Es steht einiges an Wasser in der Landschaft. Somit sind die Tiere nicht auf die Wasserlöcher angewiesen und verteilen sich mehr in der Fläche. Ich mag das sehr gerne, denn so ist der Gamedrive viel spannender, als wenn man lediglich an den Wasserlöchern mit Tierbeobachtungen rechnen kann.
So sehen wir am Rand der Pfanne mehrfach Tüpfelhyänen und zwischen Kalkheuwel und Chudop sehen wir ein Breitmaulnashorn.
Nur wenige Kilometer weiter steht eine große Gruppe Giraffen direkt an der Pfanne. Hier gibt es weder Busch noch Baum. Wir fragen uns, was die Tiere antreibt, sich hier zu versammeln.
Chudop war dann wie immer eine sichere Bank, wenn es darum geht, Giraffen beim trinken zu beobachten. Ich war noch nie an diesem Wasserloch, ohne Giraffen beobachten zu können. Hier gibt es Giraffen-Garantie
Beim Verlassen des Parks durch das von Lindequist Gate werden wir nicht nur nach Fleisch, sondern auch nach Eiern gefragt. Gestern am Anderson Gate wollte das niemand wissen und auch an allen anderen Veterinär Gates hat sich niemand für Eier interessiert. Es ist diese Unberechenbarkeit und Willkür, die mich an den Veterinär Gates so tierisch nervt. Eine vernünftige Verpflegungsplanung ist so kaum möglich. Die Frage nach den Eiern ignoriere ich einfach und es wird auch nicht weiter nachgefragt. Bezüglich Fleisch zeige ich den Kühlschrank, was dann prompt dazu führt, dass mich die Kontrolleurin nach einem Bier anschnorrt. Das lehne ich ab.
Gegen 19:00Uhr erreichen wir die Leadwood Campsite. Die Campsite liegt schattig im dichten Busch, leider ohne Aussicht. Jeder Stellplatz hat sein privates Waschhaus. Die Abwaschspüle teilen sich immer 2 Stellplätze. Der große Pluspunkt der Campsite besteht aber in der fußläufig entfernten Onguma Bush Lodge, wo wir bereits im Vorfeld zum Dinner reserviert haben.
Direkt an das Restaurant der Lodge angrenzend liegt ein sehr schönes Wasserloch, welches auch gut besucht ist. Als wir ankommen sehen wir gerade noch 4 Geparde abziehen, welche am Nachmittag in Sichtweite ein Impala gerissen haben.
Nachdem die Raubkatzen weg sind, trauen sich auch die anderen Tiere wieder ans Wasserloch. Der Sonnenuntergang fällt aufgrund der starken Bewölkung heute aus; nicht aber der Sundowner.
Während des Dinners sind zahlreiche Impalas und mehrere Schakale am Wasserloch zu beobachten. Dazu gibt es die ganze Zeit ein starkes Wetterleuchten. Was für eine herrliche Atmosphäre.
Beim Absacker auf der Campsite hören wir ganz in der Nähe Löwen brüllen. Da Campsite und Lodge umzäunt sind, lohnt es sich nicht, die Wildtierkamera aufzustellen.
Teil 3021. Mai 2019
28.Tag (Do. 17.01.2019) Etosha Nationalpark 222km
Zum Sonnenaufgang sind wir schon wieder im Park.
Im weichen morgendlichen Licht ist ein Garbarhabicht??? Singhabicht (Dank an Konni) mein erstes Fotomotiv.
Dann geht es über die Wasserlöcher Ngobib, Okerfontein und Springbokfontein nach Westen zu unserem gestrigen Picknickplatz, an dem wir auch heute wieder brunchen wollen.
hungriger Blick
Auf dem Ngobib-Loop treffen wir auf drei Nashörner. Eine Kuh mit Ihrem Kalb und dazu noch ein Bulle, der großes Interesse an der Kuh zeigt und damit für ordentlich Aufregung in der kleinen Gruppe sorgt.
Als nächstes sitzt ein Raubvogel, den ich nicht bestimmen kann, Modell. Es ist ein juveniler Singhabicht. Dank an Konni für die Bestimmung.
Auf dem Weg zum Picknickplatz läuft uns dann noch als Highlight eine Rappenantilope über den Weg. Highlight deshalb, weil ich diese Antilopenart bislang noch nicht im Etosha Nationalpark beobachten konnte.
Auf der Picknicksite treffen wir auf 4 nette chinesische Studenten, die im Gegensatz zur Masse Ihrer Landsleute nicht in einer großen Gruppe, sondern als Selbstfahrer unterwegs sind. Sie kommen von Halali und sagen uns, dass es Ihr größter Wunsch sei, Giraffen zu sehen. Da kann Ihnen geholfen werden. Ich empfehle Ihnen das Wasserloch Chudop, denn da hat man fast schon Giraffen-Garantie. Wie angenehm, einmal solch einen bescheidenen Sichtungswunsch zu hören. Die allermeisten Touristen sind nur auf Katzen aus.
Auf dem Rückweg entdeckt Katrin aus dem fahrenden Auto heraus eine Löwin, die ca. 200m von der Piste entfernt im hohen Gras unter einem Busch liegt. Wie sie die entdecken konnte ist mir ein völliges Rätsel.
Selbstverständlich machen auch wir einen Abstecher nach Chudop, wo wir wie erwartet mit Giraffen belohnt werden. Am interessantesten ist dabei ein Kampf direkt neben unserem Wagen.
Auf dem Weg nach Namutoni halten wir noch bei einem kleinen Springbock-Kitz, welchen direkt neben der Piste liegt und auch liegen bleibt, als wir direkt daneben anhalten.
In Namutoni treffen wir dann die Chinesen wieder. Sie bedanken sich überschwänglich für den Tipp mit Chudop. Sie hätten dort mehr Giraffen gesehen, als Sie je zu hoffen gewagt hätten. Da Sie auf dem Weg zurück nach Halali an der Löwin vorbeikommen, versuchen wir Ihnen so gut wie möglich die Stelle zu beschreiben. Sie waren ganz aus dem Häuschen bei dem Gedanken, eventuell sogar einen Löwen zu sehen. Ich wünsche Ihnen, dass es geklappt hat.
Es ist wirklich ein Trauerspiel mit ansehen zu müssen, wie das Fort Namutoni zusehends weiter verfällt. Dabei ist es noch gar nicht so lange her, dass das Fort restauriert wurde und Namutoni für mich das mit Abstand Schönste aller Restcamps im Park war.
Zum Abschluss unseres Gamedrives machen wir noch eine Runde um die Fisherpan. Dabei sehen wir auch ein Paar Paradieskraniche, von denen ich inzwischen gelernt habe, dass es sich bei ihnen um echte Raritäten handelt. Leider flimmert die Luft in der Mittagshitze, so dass auf die Entfernung keine wirklich scharfen Fotos möglich sind.
Im Verbindungskanal zwischen Fisher Pan und Etosha Pan steht noch Wasser und deshalb haben sich hier zahlreiche Wasservögel eingefunden. Am auffälligsten sind die vielen Flamingos. Leider stehen fast alle am gegenüber liegenden Ufer.
Direkt an dem Damm auf dem die Piste diesen Kanal überquert liegt ein Kudukadaver, an dem sich schon viele Geier eingefunden haben. Wie immer ein interessantes, aber auch ekliges Schauspiel. Allein schon die Geräuschkulisse ist ein Erlebnis.
Wir beschließen dann bereits am frühen Nachmittag den Gamedrive zu beenden und nach Onguma zurück zu fahren, um die Lodge zu genießen. Dabei verabschiedet uns ein Blessbock in der Nähe des Gates.
Den ganzen restlichen Tag bis zum Abendessen verbringen wir in der Lounge der Onguma Bush Lodge, von der aus man eine schönen Blick über das Wasserloch hat und auch nach dem Dinner bleiben wir noch lange sitzen. Das Wasserloch ist gut besucht. Im Laufe der Zeit sehen wir Impalas, Springböcke, Gnus, Kudus, Schakale und eine Hyäne.
Der Etosha Nationalpark lässt mich mal wieder mit zwiespältigen Gefühlen zurück. Ich bin durchaus offen für verschiedenste Nationalpark-Konzepte. Ich mag unberührte Wildnisparks, wie z.B. Moremi oder CKGR ebenso gerne wie voll durchorganisierte Parks a la KTP oder KNP. Etosha ist aber leider nichts von beiden und vereint eher die Nachteile der beiden Kategorien. Man möchte gerne sein wie KTP oder KNP, bekommt es aber einfach nicht auf die Reihe. Man versucht alles zu organisieren, scheitert dabei aber an der Kompetenz der eigenen Mitarbeiter. Gleichzeitig lässt man die Infrastruktur verfallen, ohne den Besuchern aber die Freiheiten eines Wildnisparks zu bieten. Alles nix Halbes und nix Ganzes.
Der große Pluspunkt des Parks ist dafür die Tierwelt. Dabei gefiel mir am besten, was von den meisten als großen Nachteil in der Regenzeit ansehen wird. Die Tiere sind nicht mehr so stark an den Wasserlöchern konzentriert. Mir gefällt das so viel besser, weil dadurch auch die Strecken zwischen den Wasserlöchern viel interessanter werden, da es auch dort viel zu sehen gibt. Die meisten unserer Sichtungen waren abseits der der Wasserlöcher. Dadurch das die Tiere im Park jede Scheu vor Autos verloren haben kommt man sehr dicht an sie heran was perfekt zum fotografieren ist. Ein etwas dichteres Wegenetz würde ich mir wünschen.
Ich hoffe, der Park erhält in den nächsten Jahren ein klareres Profil. Verdient hätte er es allemal.
Heute haben wir eine lange Überführungsetappe vor uns, weshalb wir sehr früh starten.
In Tsumeb tanken wir voll und machen mal wieder einen Großeinkauf. Fleisch kaufen wir in der German Butchery. Dem Namen nach hätte ich hier überwiegend weiße Kundschaft erwartet, aber obwohl der Laden gerammelt voll ist, sind die Schlachterin und ich die einzigen Weißen im Laden. Abschließend werden auch die Alkoholbestände wieder aufgefüllt und dann geht es schon weiter.
Bislang hatte ich es auf den tausenden Gravelkilometern dieser Reise gut geschafft, unsere Windschutzscheibe vor Schäden zu bewahren. Bei entgegenkommenden Fahrzeugen bremste ich ab und fuhr so weit wie möglich links außen. Ich überholte nur, wo dies mit großem Abstand möglich war und fuhr nie dicht an voraus fahrende Fahrzeuge auf. Ausgerechnet auf der Asphaltstraße von Tsumeb nach Grootfontein erwischte es mich dann doch. Während ich auf der gut ausgebauten Straße mit 120km/h unterwegs war, wirbelt eine Windhose plötzlich Dreck und Steine von der Bankette auf. Ein Stein trifft die Windschutzscheibe direkt in meinem Sichtfeld und sofort ist ein 10cm langer Riss da, der sich in den nächsten Minuten immer länger wird.
In Grootfontein klären wir die Möglichkeit einer Reparatur. Da eine neue Scheibe geklebt werden muss und der Kleber vor der Weiterfahrt erst trocknen muss, würde die Reparatur fast einen halben Tag dauern. Die Zeit ist es uns nicht wert und wir sind ja auch nicht das einzige Fahrzeug mit kaputter Windschutzscheibe auf den Straßen. Der Riss hört dann im Laufe des Tages auch auf sich zu vergrößern und im Laufe der Zeit lerne ich es auch, ihn im Blickfeld zu ignorieren.
Wir kommen weiterhin gut voran. Auf Asphalt sowieso, aber auch die Gravelpiste nach Tsumkwe ist in so guten Zustand, dass ich fast durchgehend mit 90-100km/h unterwegs bin.
Heute gilt es wieder ein Veterinär-Gate zu passieren und mit diesen Anlagen stehe ich auf dieser Reise anscheinend auf dem Kriegsfuß. Ich fahre langsam auf das Gate zu und halte bei zwei uniformierten Mädels, die auf der Fahrerseite direkt neben der Fahrbahn an einem Schreibtisch sitzen. Die beiden ignorieren mich. Dafür kommt von der Beifahrerseite ein Mann angeschossen. Es trägt keine Uniform und hatte wohl auf der anderen Fahrbahnseite unter einem Schattenbaum gesessen. Ohne Begrüßung muss ich mir erst einmal eine Standpauke anhören, weshalb ich nicht bei dem Stopschild 5m weiter vorne angehalten habe. Es ist rasch klar, dass es Ihm nur darum geht, sich an weißen Südafrikanern abzureagieren, für die er uns anscheinen hält. Zumindest muss ich mir eine ganze Reihe Vergleiche mit Südafrika anhören, wo ich mich ja schließlich auch an Gesetze halten müsse und dies würde er von mir auch in Namibia erwarten. Ich lasse Ihn reden und stelle auf Durchzug. Widerworte oder Diskussionen bringen in solchen Fällen gar nichts. Irgendwann hat er sich abreagiert und wir können weiterfahren, denn in dieser Fahrtrichtung hat er noch nicht einmal einen Grund zur Kontrolle. Es zeigt sich aber mal wieder: Gib einem schwachen Menschen Macht und Du erkennst seinen wahren Charakter. Das mit dem Stopschild passiert mir in Afrika dummerweise immer mal wieder. Als Mitteleuropäer ist man es einfach gewohnt neben der Amtsperson zu halten.
In Tsumkwe tanken wir noch einmal voll. Only Cash.
Die Zufahrt zum Khaudom wurde anscheinend ausgebaut. Von der viel beschriebenen Tiefsandstrecke ist nichts mehr zu sehen. Zwar einspurig, aber die meiste Zeit geschottert oder zumindest auf festem Sand, kommt man sehr gut voran.
Kurz vor dem Nationalpark machen wir noch einen Abstecher zum Dorslandboom, einem großen Baobab, der zurzeit voll belaubt ist und einen schönen schattigen Pausenplatz bietet.
Am Gate erfahren wir zu unserer Überraschung, dass das Sikereti Camp jetzt generell nicht mehr für Übernachtungen zur Verfügung steht. Als ich einwende, dass auf der offiziellen Homepage noch immer die Info steht, dass das Camp zwar verfallen ist, man dort aber noch übernachten darf, holt der sehr freundliche Ranger den Chiefwarden, da er uns mit seinen Befugnissen nicht weiterhelfen kann. Der Chiefwarden ist dann auch gleich zur Stelle und als wir uns gegenseitig mit „Hallo I’m Thomas“ begrüßen ist das Eis auch gleich gebrochen. Thomas erläutert mir ausführlich die Situation. Das MET möchte die Homepage nicht ändern, weil man die schlechte Publicity einer Campschließung fürchtet. Er selbst hat aber Sikereti gesperrt, da es in den sozialen Netzwerken in letzter Zeit sehr viele negative Berichte und Bilder des heruntergekommenen Camps gibt. Wenn keiner mehr dort übernachten darf, kann auch niemand mehr beschweren, dass er auf einer katastrophalen Campsite übernachten musste. Dies auch vor dem Hintergrund, dass von der KfW massiv Geld für die Nationalparks im Nordosten zur Verfügung gestellt wurde und der Wiederaufbau von Sikereti eines der nächsten Projekte ist. Wir äußern unser volles Verständnis für seine Situation und bitten Ihn gleichzeitig um Hilfe in unserer Situation. Letztendlich verständigen wir uns darauf, dass wir keinerlei Bilder von Sikereti posten und darauf hinweisen, dass Sikereti in absehbarer Zeit in neuem Glanz erstrahlen wird. Dafür dürfen wir ausnahmsweise doch in Sikereti übernachten.
Insgesamt liegen wir gut in der Zeit, weshalb wir beschließen zum Sundowner zum Wasserloch Tsoanafontein zu fahren. Der Weg dorthin führt die meiste Zeit durch ein saftig grünes Tal mit vielen kleinen Wasserstellen. Man sollte meinen, das Gelände wäre ein Paradies für jeden Pflanzenfresser, doch im Gegensatz zum kargen und öden Etosha Nationalpark, in dem es vor Tieren nur so wimmelt, ist hier tote Hose. Wir sehen keinen einzigen Pflanzenfresser.
Der Hide am Wasserloch liegt sehr idyllisch.
Am Wasserloch gibt es jede Menge Vögel. Auffällig ist ein großer Schwarm Klaffschnäbel. Im Baum über dem Hide turnt die ganze Zeit ein Büffelweber??? herum, der überhaupt keine Scheu vor uns zeigt.
Pünktlich zum Sundowner erscheinen dann ein paar Schakale auf der Bildfläche. Die ersten Säugetiere in diesem Nationalpark. Da die Strecke zurück zum Camp etwas länger ist, können wir leider nicht bleiben, bis die Sonne hinter dem Horizont verschwunden ist.
Den ganzen Tag über hatten wir strahlenden Sonnenschein. Die Schönwetterwolken bildeten nur wenige kleine Gewitterzellen, die sich auch rasch wieder auflösten.
Teil 3229. Mai 2019
30.Tag (Sa. 19.01.2019) Khaudum National Park 173km
Morgens packen wir nur schnell zusammen und brechen ohne Frühstück auf. Für Ihre tägliche Dosis Koffein hat sich Kathrin bereits am Vorabend eine Thermoskanne Kaffee gekocht. Seitdem Sie das macht, ist der frühe Aufbruch, ohne Frühstück, kein Problem mehr.
Unsere heutige Strecke führt uns zunächst über die Wasserlöcher Soncana, Baikiaea, Toro Kora, Leeupan und Burkea zur Khaudum Campsite.
Mit den Tiersichtungen gestaltet es sich weiterhin schwierig, so dass wir auch mal einen Blick für die kleinsten Bewohner des Nationalparks haben.
Der Grund weshalb sich die Tiersichtungen in Grenzen halten liegt zum einen an dem sehr unübersichtlichen Gelände und zum anderen an der großen Fluchtdistanz der Tiere. Die Gründe für die große Fluchtdistanz sind mit nicht bekannt. Wird hier viel gewildert, oder sind die Tiere aufgrund der wenigen Besucher einfach keine Autos gewohnt?
Hin und wieder öffnet sich aber die Landschaft und wir sehen an diesen Stellen auch häufiger Tiere.
Am Wasserloch Leeupan nehmen wir einen kurzen Stehimbiss zu uns. Richtig essen wollen wir erst auf der Khaudum Campsite.
Unterm Strich sehen wir auf unserer vormittäglichen Tour Steinböckchen, Giraffen, Pferdeantilopen, Oryx, Gnus und Warzenschweine. Speziell war es mit den Elefanten. Die ganze Zeit über haben wir Spuren und Hinterlassenschaften der Dickhäuter gesehen. Manchmal haben wir sie auch gehört. Gesehen haben wir sie aber erst in der Nähe des Wasserlochs Burkea und auch dort nur einen Rücken in der Ferne.
Kurz nach Mittag erreichen wir die Khaudum Campsite. Die rufen hier schon einen stolzen Preis auf, dafür ist aber auch alles perfekt. Die Campsite hat einen traumhaften Blick auf den Khaudum Omaramba und ist mit sehr guten Sanitäreinrichtungen ausgestattet. Alles ist sehr gepflegt. Man steht auf feinem Sand und es macht den Eindruck, dass dieser jeden Tag frisch geharkt wird. Er liegen keinerlei dornige Zweige rum und so kann man hier die ganze Zeit barfuß umher laufen, was ich sehr genieße.
Inzwischen haben sich ringsum große Gewitterzellen aufgebaut, aber wir haben wieder einmal Glück und bekommen nix ab. Wir essen erst einmal in Ruhe und widmen uns dann der Körperpflege, was gestern ein wenig zu kurz kam.
Zum Abendgamedrive entscheiden wir uns für eine Runde durch den Khaudum Omaramba und zum Wasserloch Doringstraat. Die westliche Zufahrt zum Wasserloch ist sehr nervig, denn der Tiefsand ist extrem bumpy. Wir werden ordentlich durchgeschüttelt. Die östliche Zufahrt ist vom Geläuf her wesentlich angenehmer, dafür aber auch stark zugewachsen. Durch die genannten Umstände liegen wir bereits deutlich hinter Plan und die Zeit sitzt uns im Nacken, da steht plötzlich ein Elefant mitten auf dem Weg. Das ist mal wieder typisch. Den ganzen Tag über sucht man die Viecher vergebens und wenn man es dann gar nicht gebrauchen kann, blockieren sie den Weg. Wir müssen uns jedenfalls erst einmal in Geduld üben, bis der Elefant sich endlich bequemt, den Weg frei zu machen. Nur wenige Meter von der Piste entfernt ist er bereits unseren Blicken entschwunden. Das ist dann immer sehr spannend, wenn man dann diesen Punkt passiert. Man weiß nie, ob der Elefant in unmittelbarer Nähe auf einen lauert, oder schon längst weitergezogen ist. In diesem Fall war nichts mehr von ihm zu sehen.
Zurück im Khaudum Omaramba zeigte sich dann die Tierwelt des Parks von Ihrer besten Seite.
Man kommt zwar an die meisten Tiere nicht so dicht heran, dafür stehen sie nicht langweilig in der Gegend rum, sondern sind immer in Bewegung, wenn sie einen gewahr werden.
Nur die Elefanten lassen sich nicht beeindrucken.
Bei den Elefanten haben wir dann auch wieder reichlich Zeit vertrödelt, so dass wir erst im letzten Büchsenlicht zurück auf unserer Campsite sind.
Bei den Vorbereitungen zum Abendessen fängt es leicht zu regnen an. Kaum habe ich die Markise als Regenschutz aufgespannt, hört es aber schon wieder auf. Zur Vorsicht lasse ich die Markise aber aufgespannt.
Fazit Khaudum Nationalpark: Wir waren das erste Mal hier und wurden in vieler Hinsicht überrascht. In den allermeisten Fällen positiv. Der Khaudum NP unterscheidet sich in vielen Bereichen deutlich von den meisten anderen Nationalparks Namibias. Am ehesten ist er mit den Nationalparks im Caprivi zu vergleichen. Die Infrastruktur ist auf ein gesundes Minimum begrenzt. Die 2-Fahrzeuge Regelung nach Aussage der Verantwortlichen am Gate lediglich eine Empfehlung, aber keine Vorschrift. Ein den Verhältnissen im Park angemessen ausgerüstetes Fahrzeug wird allerdings erwartet. Viel wird über den Tiefsand im Park geschrieben, dabei ist der auch nicht schlimmer als in den Nationalparks Botswanas. Der LandCruiser ist überall problemlos im 2.Gang durchgetuckert. Allerdings sind die Wege im Park häufig stark zugewachsen. Das Schlagen der Äste und Zweige an den Wagen ist die permanente Geräuschkulisse die einen begleitet, wenn man durch den Park fährt. Da wir immer mit offenen Fenstern in den Nationalparks unterwegs sind, sind wir jetzt bestens über die auf den Pflanzen lebenden Insekten und Raupen informiert.
Der Park ist sehr einsam. Wir haben während unseres gesamten Aufenthalts kein einziges anderes Auto gesehen.
Auch wenn ich in der Regenzeit von einer üppigeren Vegetation ausgegangen war, so war ich dennoch überrascht vom dichten Buschwerk. Häufig ist man sogar in Wäldern unterwegs, was ich hier nie erwartet hätte.
Die Wasserlöcher sich alle traumhaft gelegen. Man sieht ihnen überhaupt nicht an, dass sie künstlich sind. Sie wirken wie kleine Seen in der Landschaft und gehören für mich zu den schönsten Wasserlöchern, die ich in Afrika kenne.
Ich denke Vogelliebhaber kommen im Khaudum noch eher auf Ihre Kosten, als diejenigen, deren Fokus mehr bei den Säugetieren liegt. Man sieht viele Vögel und hört noch viel mehr. Leider kann ich viele Vögel die ich höre, trotzdem nicht finden. Von der Bestimmung anhand des Gesangs mal ganz zu schweigen.
Teil 3305. Juni 2019
31.Tag (So. 20.01.2019) Khaudum – Divundu 232km
Am morgen muss ich feststellen, dass es vielleicht doch keine so gute Idee war, die Markise über Nacht aufgespannt zu lassen. Zwar würden wir so auch bei Regen trocken den Wagen verlassen können, dafür ist uns aber der Blick versperrt, ob sich eventuell ein paar tierische Mitbewohner einen trockenen Schlafplatz unter unserer Markise gesucht haben. So ist es schon ein wenig spannend nach draußen zu gehen, aber die Sorgen waren unbegründet. Alles leer.
Im Gegensatz zu den letzten Tagen begrüßt uns kein strahlend blauer Himmel. Das Wetter hat sich gegenüber gestern Abend nicht verändert. Weiterhin ziehen große Gewitterzellen über den Himmel.
Wir verlassen den Khaudum Nationalpark nicht auf dem direkten Weg, sondern machen noch einen Schlenker durch Khaudum- und Cwiba Omuramba. Der Abstecher hat sich auf jeden Fall gelohnt. Neben diversen flüchtenden Herden entdecke ich kurz vor dem Gate auf der gegenüber liegenden Talseite zwei Geparde. Leider verziehen sie sich sofort in den Wald, als sie sich entdeckt fühlen.
Jetzt bin ich sehr gespannt auf die berühmt berüchtigte Piste nach Norden zur B8. Durch den Regen der letzten Tage ist der Sand zwar nicht ganz so tief wie im trockenen Zustand, dafür aber deutlich schwerer. Ich muss zwischendurch immer wieder bis in den 1.Gang runterschalten, weil der Tiefsand ordentlich Wiederstand bietet. Trotzdem haben wir die haben wir die Strecke in gut 2 Stunden bewältigt.
An der B8 pumpen wir die Reifen auf und dann geht es gleich weiter nach Divundu. Dort wird der Tank gefüllt und kurz nach Mittag haben wir bereits unser Tagesziel, die Nunda River Lodge, erreicht.
Wir bekommen mit Platz 8 einen der schönen Plätze direkt am Okavango. Neben unserem Platz liegen noch die Plätze 2,3 und 7 direkt am Fluss.
Bis zu unserem nachmittäglichen Gamedrive in die Mahango Core Area ist noch reichlich Zeit, die ich beabsichtige in der Hängematte zu verbringen.
Daraus wird aber nichts. Während ich lese, höre ich es im Schilf am Ufer rascheln. Als ich aufstehe kann ich ein Hippo sehen. Da hatte aber einer Hunger. Leider steht das Schilf sehr dicht und wenn mal etwas von dem Hippo zu sehen ist, dann meist nur der dicke Hintern. Deshalb gibt es auch kein vorzeigbares Foto.
Die Fischer auf dem Fluss scheinen sich im übrigen nicht groß an den Hippos zu stören.
Kaum bin ich wieder in der Hängematte, da scheucht mich gegen 15:00Uhr ein Gewitter auf und die Zeit bis zur Abfahrt zum Gamedrive müssen wir im Auto verbringen.
Um 16:00Uhr starten wir in Richtung Mahango Core Area. Bis zum Nationalpark ist die Gegend dicht besiedelt. Wir kommen an zahlreichen Gehöften vorbei.
Unser erstes Ziel im Park ist das Mahango Wasserloch westlich der Hauptstraße. Die nördliche Zufahrt ist sehr schön und führt duch das sanfte Tal eines Omuramba. Am Wasserloch hat sich eine Gruppe von fünf Elefantenbullen eingefunden. Im Gegensatz zu den Herden geht es bei diesen Junggesellengruppen meist viel entspannter zu. Noch während wir die Elefanten beobachten fängt es erneut zu regnen an.
Um zu den Floodplains des Okavango zu gelangen wählen wir für die Weiterfahrt den südlichen Weg vom Wasserloch zur Hauptpiste. Dieser ist allerdings wesentlich länger, hat teilweise Tiefsand und führt die meiste Zeit durch dichten Busch. Der nördliche Weg ist wesentlich angenehmer zu fahren.
Beim großen Baobab machen wir einen längeren Stop.
Wir lassen den Blick über die weite Ebene der Floodplains schweifen, wo zahlreiche Vögel zu entdecken sind. Dazwischen immer wieder Lechwe Antilopen.
Leider ist der Himmel durch die vielen Gewitterwolken extrem düster. Das wirkt sich natürlich stark auf die Tierfotografie aus, denn für längere Brennweiten reicht das Licht vorn und hinten nicht.
Das der Park bereits um 18:30Uhr seine Pforten schließt finden wir ziemlich blöd, denn es ist noch rund eine Stunde bis zum Sonnenuntergang. Den Sundowner verlegen wir deshalb erst auf unsere Campsite und später dann an die Bar der Lodge. Es hat ein wenig aufgerissen und die Lage der Lodge lässt uns einen spektakulären Sonnenuntergang erleben.
Zum Abendessen gehen wir ins Restaurant der Lodge. Es gibt Kuduschnitzel, was extrem lecker ist. Das bislang beste Lodgeessen dieser Reise.
Während wir unsere nachmittägliche Runde durch den Park gedreht haben, ging über unserer Campsite ein heftiger Schauer nieder. Da war es natürlich dumm, dass wir die Stühle auf der Campsite stehen gelassen hatten. So verbringen wir den restlichen Abend leider mit nassem Hintern.
Teil 3421. Juni 2019
32.Tag (Mo. 21.01.2019) Divundu – Kongola 291km
Da es auf Gamedrive geht, starten wir ohne Frühstück. Auf der Straße ist trotzdem schon ordentlich was los. Unmengen Kinder sind auf dem Weg zur Schule. Das ist auch so eine Sache, bei der man deutlich sieht, wie sehr sich das Luxusleben in Deutschland von der Lebenswirklichkeit in Afrika unterscheidet. In Deutschland beklagen sich die Schulen immer häufiger über die ständige Zunahme der Eltern-Taxis, während die Kids in Afrika oftmals kilometerweit und stundenlang zu Fuß auf dem Weg zur Schule sind.
Wir überqueren den Okavango und biegen wenige Kilometer weiter von der B8 ab, um in die Buffalo Core Area zu gelangen. Diesen Teil des Bwatbwata Nationalparks kennen wir noch nicht.
Für jede Core Area muss separat gezahlt werden. Dafür ist der Eintritt mit 45,-N$ pro Person sehr günstig. Es stehen auch sehr gute Karten des Parks kostenlos zur Verfügung.
Bevor wir zu den Floodplains des Okavango kommen, führt der Weg durch ein schönes Waldgebiet. Hier beobachten wir eine ganze Zeit lang eine Gruppe Meerkatzen. Das Schöne dabei ist, die Tiere bei Ihrem natürlichen Verhalten beobachten zu können. Im Gegensatz zu vielen Ihrer Artgenossen ignoriert uns die Gruppe total und sieht uns nicht als ergiebige Futterquelle an.
Nach dieser schönen Beobachtung erreichen wir schon bald das Flußufer. Der Weg führt jetzt fast bis an die botswanische Grenze am Ufer entlang. Eine wunderschöne Landschaft zeigt sich uns. Wir sind ganz begeistert.
Hier am Ufer kommen wir auch vielen Wasservögeln sehr nah. Dieser Rallenreiher liefert uns eine witzige Show, wie er immer wieder sein Gefieder streubt.
Eigentlich müsste das Gebiet Warthog Core Area heißen, denn so viele Warzenschweine wie hier haben wir noch nirgends gesehen. Büffel sehen nur am gegenüber liegenden Ufer. Leider sind die Schweine sehr scheu.
Außer den zuvor genannten Vertretern sehen wir an Säugetieren nur noch Impalas, Lechwes und eine Rappenantilope. Darüber hinaus aber jede Menge Vögel.
In der Buffalo Core Area gibt es auch eine sehr schön gelegene Picknick Site. So etwas findet sich viel zu selten in den Nationalparks. Die Picknick Site liegt etwas erhöht direkt an Ufer und bietet eine weiten Blick über die Überschwemmungsebene.
Während Kathrin abwäscht versuche ich ein paar der Vögel zu fotografieren, die über uns in den Bäumen zwitschern. Leider komplett erfolglos.
Nach dem Picknick machen wir uns dann auf den Weg in die Kwando Core Area. Die B8 bis zum Kwando ist dabei so langweilig wie immer.
Hier in der Kwando Core Area fühlen wir uns sofort wieder wie zu Hause. Ich bin immer wieder von der Landschaft begeistert. Der Ausblick vom ehemaligen südafrikanischen Militärcamp ist wie immer die perfekte Ouvertüre für den Aufenthalt im Park. Mit Verwunderung habe ich gerade in einem aktuellen Thread gelesen, dass mehrere Besucher aufgrund der Pistenverhältnisse schon nach wenigen Kilometern umgedreht haben. Bei uns waren die Wege mit niedrigem Luftdruck gut zu fahren.
Es hat sich einiges im Park getan. An den Abzweigungen stehen jetzt Wegweiser und es gibt insgesamt 3 Hides an 3 verschiedenen Wasserstellen.
Wir checken nur kurz auf der Nambwa Campsite ein. Dabei haben wir Glück und bekommen die sehr schön direkt am Fluss gelegene Campsite Nr.2.
Um 16:00Uhr starten wir zu einem nachmittäglichen Gamedrive zum Horseshoe und entlang des Kwando
Wir fahren bis runter zur botswanischen Grenze, aber viel zu sehen ist dabei nicht. Lediglich Rietböcke gibt es dieses Jahr jede Menge. Danach am Fluss entlang zurück zum Horseshoe, wo wir beim Hide den restlichen Tag verbringen.
Im Gegensatz zu unseren bisherigen Besuchen in dieser Region sehen wir erstaunlich wenig Elefanten. Hin und wieder eine kleine Herde im Dickicht, aber insbesondere am Horseshoe ist kaum was los. Ich kenne es so, dass hier am Nachmittag eigentlich immer mindestens eine Herde am Wasser ist. Diesmal ist für lange Phasen kein einziger Elefant am Wasser. Ist aber vielleicht auch nur eine Momentaufnahme, denn wir sehen viele frische Spuren von Elefantenherden. Demnach scheint in der Zeit, als wir den Ausflug zur botswanischen Grenze gemacht haben, hier deutlich mehr losgewesen zu sein.
Während wir am Horseshoe verweilen kommen lediglich 2 Elefantenbullen vorbei. Bei einem der beiden ist das linke Hinterbein extrem verkrüppelt. Entweder ist das Knie übergeklappt, oder die Hüfte ausgekugelt. Das Tier scheint aber gut mit seiner Behinderung zurecht zu kommen, denn er sieht gut genährt aus. Zum Glück rennt Elefanten ja das Futter auch nicht davon und hier in der Gegend findet sich auch das ganze Jahr über reichlich Wasser und Nahrung.
Bei Sonnenuntergang machen wir uns auf den Rückweg zur Campsite.
Auch beim Rückweg haben wir keinen der großen grauen Roadblocks, die hier ansonsten an der Tagesordnung sind.
Wir grillen mal wieder. Diesmal gibt es Rumpsteak mit Gemsquash.
Nach meinem Augenmaß haben wir diese Nacht Vollmond und so hat man einen schönen Blick auf den vom Mondlicht beschienenen Kwando. Vereinzelt schweben Glühwürmchen durch die Nacht. Dazu eine einzigartige Geräuschkulisse durch das Klimpern der Xylophon-Frösche. Das ist für mich eine perfekte afrikanische Nacht.
Heute hatten wir mal wieder den ganzen Tag strahlenden Sonnenschein und nur wenige Wolken am Himmel, was mich dazu veranlasst über das ideale Wetter in der Regenzeit zu sinnieren. Für mich sieht der perfekte Tag in der Regenzeit so aus, dass nach einer trockenen Nacht der Tag mit wolkenlosem Himmel erwacht. Bis zum Mittag bilden sich dann Schönwetterwolken, die sich im Laufe des Nachmittags zu gewaltigen Gewitterzellen verbinden, zwischen denen es aber immer auch Bereiche mit blauem Himmel gibt. Am späten Nachmittag entladen sich dann kurze aber heftige Gewitter und zum Sonnenuntergang ist der Regen vorbei und die Sonne geht zwischen den Wolken dramatisch unter. Das Tolle an unserer Reise war, dass viele Tage genau so aussahen.
Teil 3525. Juni 2019
33.Tag (Di. 22.01.2019) Kongola – Nkasa Rupara National Park 139km
Schon früh bin ich auf den Beinen und genieße, wie am anderen Flussufer der Tag anbricht. Das geschieht jeden Tag und ist doch immer wieder ein Erlebnis. Sind das noch die Überreste des Urmenschen in uns, für die es keine Selbstverständlichkeit war, sondern jeden Tag aufs Neue ein mit Spannung erwartetes Wunder, ob die Sonne wieder aufgeht.
Heute beginnen wir den Tag mit einem ausgedehnten Frühstück auf unserer schönen Campsite. Dabei werden wir aufs Beste von den in den Bäumen wohnenden Baumhörnchen unterhalten. Die haben untereinander andauernd Zoff und sind sich in einer Tour am jagen. Dabei springen sie auch schon mal aus über 5m Höhe auf den Boden. Beim ersten Mal bekommen wir noch einen gehörigen Schrecken, aber den Hörnchen scheint das nicht das Geringste auszumachen. Vor lauter Aufregung sind die kleinen Tierchen permanent am zwitschern und pfeifen. Dadurch kann ich sie immer schnell im Geäst entdecken. Warum fällt es mir dann bei Vögeln so schwer, sie anhand des Zwitscherns und Pfeifens zu orten?
Wir lassen uns Zeit, aber irgendwann ist alles gepackt und wir müssen weiter.
Wir lassen es aber weiterhin ruhig angehen. Anstatt eines ausgedehnten Gamedrives fahren wir nur zum Hide am Horseshoe und richten uns dort gemütlich ein. Bis kurz vor Mittag bleiben wir hier, obwohl es kaum Tiere zu sehen gibt. An Säugetieren lässt sich kein einziges blicken.
Dafür entdecke ich in den Bäumen hinter dem Hide einen Baumhopf. Für mich eine Erstsichtung. Im Gegensatz zu seinem scheuen Verwandten, dem Wiedehopf, kann ich mich sehr nah heranschleichen und so gelingen mir ein paar recht akzeptable Fotos.
Später taucht dann noch eine Familie Klunkerkraniche am Wasser auf.
Als wir den Horseshoe verlassen sehen wir zwei Lechwes; die ersten größeren Tiere des Tages.
Mangels Tieren, nehme ich auch mal ein paar Blüten ins Visier.
Wieder auf dem Asphalt geht es auf direktem Weg in den Nkasa Rupara Nationalpark. Dieser ist durch die neuen Stahlbrücken jetzt auch für den durchschnittlichen Namibiatouristen gut zu erreichen. Auch für diesen Nationalpark scheinen in letzter Zeit reichlich Fördergelder geflossen zu sein.
Kurz vor den Toren des Nationalparks erreichen wir unser heutiges Tagesziel, die Nkasa Rupara Community Campsite. Das war ein sehr guter Tipp von Freunden, die zwei Monate früher hier übernachtet haben. Sehr schöne Lage an einem Nebenarm des Linyanti. Alles ist nagelneu. Nur die riesigen Bäume unter denen wir im Schatten stehen sind uralt.
Um 16:00Uhr brechen wir zum nachmittäglichen Gamedrive in den Nkasa Rupara National Park auf. Leider müssen wir erfahren, dass das Gate bereits um 18:00Uhr schließt, so dass es heute nur für eine kleine Runde reicht. Sehr attraktiv sind diese Öffnungszeiten für die Besucher nicht. Da kann der Park nicht mit den anderen Parks in der Umgebung mithalten.
Auch gilt der Eintritt nicht für 24h, sondern pro Tag. Dadurch müssen wir innerhalb von 24h zwei Mal Eintritt zahlen, da wir morgen früh noch einmal auf Gamedrive gehen wollen. Ob das alles so mit rechten Dingen abgeht, oder Abzocke ist?
Der Park selbst ist landschaftlich sehr schön. Das Okavangodelta in klein. Laut Infotafel am Eingang soll es hier auch die identische Tierwelt wie im Delta geben. Das können wir aus eigener Erfahrung allerdings nicht bestätigen. Wir sehen nur Impalas, Paviane, Lechwe, Warzenschweine und eine riesige Büffelherde.
Bei den Vögeln ist vor allem eine sehr große Geierkolonie bemerkenswert, die gleich mehrere Bäume in Beschlag nimmt.
Darüber hinaus sind sehr viele Bienenfresser anzutreffen.
Den Sonnenuntergang erleben wir auf unserer Campsite, wobei die Sonne leider schon früh hinter hohen Bäumen verschwindet. Somit gibt es den Sundowner ohne spektakulären Sonnenuntergang.
Heute hatten wir mal wieder sehr gutes Wetter. Strahlend blauer Himmel mit Schönwetterwolken und für die Jahreszeit recht niedrigen Temperaturen. Abends fast schon frisch.
An diesem Abend haben wir mal ausnahmsweise nicht gegrillt. Dafür gab es eines meiner liebsten Campinggerichte – Labskaus.
Das mit der Dunkelheit einsetzende Froschkonzert rundete den Tag perfekt ab.
Teil 3627. Juni 2019
34.Tag (Mi. 23.01.2019) Nkasa Rupara National Park – Kasane 329km
Am Morgen ist der Himmel überwiegend bedeckt. Den Sonnenaufgang erleben wir nur durch einige wenige Wolkenlücken.
Es geht gleich wieder in den Nationalpark.
Warum sich diese Gabelracke so aufgeplustert hat, wissen wir nicht. An den Temperaturen kann es nicht gelegen haben, denn es ist wie immer bereits am Morgen angenehm warm.
Der Wasserstand im Linyanti-Sumpf ist zur Zeit sehr niedrig. Es hat die letzten Tage in der Region auch wenig geregnet und so sind alle Wege im Park leicht und ohne Einschränkung zu befahren.
Wir kommen bis zum Flußbett des Linyanti. Der Galeriewald, den Ihr im Hintergrund seht, liegt schon in Botswana.
Tiere sehen wir aber trotzdem kaum. Warzenschweine und Impalas gibt es zwar in Massen, aber das war es auch schon. Man könnte sagen: „Landschaft Top – Tierwelt Flop“.
Dafür finden wir einen sehr schönen Frühstücksplatz mit weitem Blick über die Floodplains und grasenden Impalas im Hintergrund.
Kurz vor Mittag verlassen wir den Park. Zwischen dem Nationalpark und der Hauptstraße herrscht ein unübersichtliches Gewirr an Pisten, von denen nur die wenigsten im Navi verzeichnet sind. Da ist es besser, sich auf die Beschilderung vor Ort zu verlassen.
Der Grenzübergang in Ngoma Bridge geht ruckzuck. Innerhalb von nur 15min. sind wir aus Namibia ausgereist und nach Botswana eingereist.
Bei der Einreisekontrolle nach Botswana werden wir lediglich nach Lebensmitteln gefragt, nicht aber nach Feuerholz oder Plastiktüten. Frischfleisch haben wir nicht. Beim Gemüse wird die Paprika requiriert, die Möhren dürfen wir behalten. Mich nerven die sich ständig ändernden Vorschriften. Man weiß nie was auf einen zukommt, weshalb wir unseren Bestand an frischen Lebensmitteln auch so weit wie möglich vor reduziert hatten, bevor wir die Grenze passiert haben.
Auf der Transitstrecke nach Maun sehen wir mehrere Elefanten, von denen einige auch direkt vor uns die Fahrbahn überqueren. Auf dieser Strecke sollte man sich im eigenen Interesse an die Geschwindigkeitsgrenze halten.
Bevor wir nach Kasane fahren, halten wir am Sedudu-Gate, um ein Permit für die botswanischen Nationalparks zu kaufen. In Botswana ist es so, dass man an jeder DWNP-Zahlstelle ein landesweit gültiges Permit erwerben kann. Da die Bürokratie beim DWNP sehr umständlich und langsam ist, wollen wir gleich für unseren ganzen Aufenthalt bis zum 8.Februar ein Permit erwerben, denn wir wollen unsere Zeit lieber in den Parks, als am Gate verbringen. Das haben wir in Botswana immer so gemacht und es hat bislang auch immer geklappt. Diesmal übertreffen die Angestellten aber alles bislang erlebte. Es ist Ihnen einfach nicht beizubringen, dass wir für einen so langen Zeitraum ein Permit haben wollen, obwohl wir unterwegs an weiteren Zahlstellen vorbeikommen. Auch geht es nicht in Ihre Köpfe, dass wir jeden Tag in einem Nationalpark seien werden, auch wenn wir zwischen durch außerhalb übernachten. Sie bekommen unsere Übernachtungsbuchungen einfach nicht mit unseren Nationalparkaufenthalten überein. Auf die Fragen, weshalb wir das Risiko eingehen wollen, so weit im Voraus zu bezahlen, hätten wir gerne geantwortet: „weil Ihr beim DWNP so ein bürokratischer, umständlicher und langsamer Haufen seid, das gerade auch meisterlich unter Beweis stellt und wir uns so eine Nummer nur einmal antun wollen“. Natürlich haben wir das nur gedacht und sind freundlich geblieben, auch wenn sich Kathrin in dieser Situation eine Valium gewünscht hat, denn Ihre Selbstbeherrschung wurde auf eine harte Probe gestellt. Letzten Endes bekamen wir nur ein Permit für unsere Tage bis Maun und müssen dort erneut zum DWNP. Der ganze Akt hat rund eine Stunde gedauert.
In Kasane übernachten wir wie immer auf der Campsite der Chobe Safari Lodge. Zunächst will man uns Campsite Nr.4 geben. Die kleinste und schlechteste Campsite des ganzen Platzes. Dafür reservieren wir nicht ein Jahr im Voraus. Wir intervenieren und können auf Campsite Nr.3 wechseln. Die hatten wir schon mehrfach und sind damit sehr zufrieden.
Am Nachmittag besuchen wir selbstverständlich noch die Chobe Riverfront. Vorher buchen wir aber erst noch unsere Boottouren für den nächsten Tag. Wir haben die Bootstouren wieder bei der Agentur Nkwe gebucht und wie bei den letzten Malen hat alles perfekt geklappt.
Dann geht es an die Chobe Riverfront. Mit dem Permit in der Tasche können wir das Gate jetzt direkt passieren. Wir fahren auf direktem Weg an den Fluss. Sehen aber schon auf dem Weg dorthin die ersten Tiere.
Auf den Floodplains tobt das Leben. Jede Menge Tiere aus vielen verschiedenen Arten. Jetzt wissen wir auch, weshalb wir bislang nur so wenige Elefanten gesehen haben. Die sind alle hier. Hunderte stehen auf den weiten Ebenen und es kommen permanent welche aus dem Hinterland hinzu, oder verlassen die Ebenen ins Hinterland.
Bei den Elefanten sind neben den Herden auch viele Bullen vor Ort. Während die Herden friedlich miteinander umgehen, kommt es zwischen den Bullen immer wieder zu Rangeleien.
Die Tiere sind hier an der Riverfront extrem relaxt. Die Fluchtdistanz beträgt max. einen Meter, d.h. man muss aufpassen, dass man die Tiere nicht umfährt, denn die gehen nicht vom Weg, wenn man kommt.
Unser Ziel für heute ist Serondela. Hinter der Chobe Game Lodge verlassen die Wege das Flussufer und führen durch unübersichtliches Buschland. Auch hier stehen überall Elefanten und durch das unübersichtliche Gelände sieht man sie häufig erst sehr spät. Da ist es schon sehr gut, dass auch die Elefanten in diesem Gebiet sehr entspannt sind. Wäre es anders, würde hier so manches Auto auf der Seite liegen.
Kurz vor Serondela gibt es einen schönen Aussichtspunkt über den Fluss.
Als wir in Serondela ankommen ist es schon nach 18:00Uhr, weshalb wir uns entschließen über eine der Feuerschneisen zur Transitstrecke zu fahren. Dabei zeigen sich noch einige Tiere im goldenen Licht der tief stehenden Sonne.
Kurz vor Erreichen der Transitstrecke treffen wir zu unserer großen Überraschung und Freude auf eine Gruppe Honigdachse, welche auf den Weg herumtoben. Sowie sie uns entdecken verschwinden sie leider ins dichte Unterholz. Für ein Foto war die Begegnung viel zu kurz. Mache Bilder bleiben einzig im Kopf erhalten.
Bei Sonnenuntergang sind wir dann zurück auf der Campsite.
Im sehr guten und sauberen Waschhaus richten wir uns wieder ein wenig zivilisierter her, dann hier in der Chobe Safari Lodge kochen wir natürlich nicht selbst, sondern genießen das sehr gute Dinner-Buffet, welches auch einer der Hauptgründe ist, weshalb wir uns in Kasane immer für diese Campsite entscheiden.
Teil 3701. Juli 2019
35.Tag (Do. 24.01.2019) Kasane 2km
Wie Ihr schon an den gefahrenen Kilometern sehen könnt, sind wir heute nicht auf Gamedrive gefahren. Vielmehr haben wir uns dafür entschieden, den Wagen heute weitgehend stehen zu lassen und sowohl vormittags, als auch nachmittags eine Bootstour auf dem Chobe zu unternehmen. Wir haben uns für beide Touren wieder ein privates Boot bei der Agentur Nkwe gemietet. Durchgeführt wurden beide Fahrten von Chobe Cherry Safaris. Mit denen waren wir auch schon bei vorherigen Reisen auf Bootstour und immer sehr zufrieden.
Vor der morgendlichen Bootstour stärken wir uns aber erst einmal am Frühstücks-Buffet der Chobe Safari Lodge, welches wie alle anderen Buffets der Lodge sehr zu empfehlen ist. Die Auswahl ist riesig. Da ist für jeden Geschmack das passende zu finden.
Als wir uns nach dem Frühstück für die Bootstour fertig machen, können wir einen weiteren Vorteil des Frühstücks-Buffets miterleben. Auf unserer Nachbarcampsite sitzt ein französisches Paar gerade beim Frühstück und gerät dabei ins Visier einer Bande Meerkatzen, welche anscheinend regelmäßig während der Frühstückszeit auf der Suche nach passenden Opfern die Campsite durchstreift. Die Affen gingen dabei sehr geschickt vor und waren mehrfach erfolgreich. Der Franzose war davon dann so verärgert, dass er mit seiner Kaffeetasse nach einem Affen geworfen hat, als dieser sich mal wieder bedient hatte. Den Affen hat er natürlich nicht getroffen, dafür hatte er jetzt aber auch noch eine zerbrochene Kaffeetasse. Ich musste mir die ganze Zeit ein Grinsen verkneifen. Es war schon sehr witzig, wie die Affen die angebliche Krone der Schöpfung vorgeführt haben. Mit den Worten eines Sportreporters würde ich sagen, dass die Affen dank überlegener Taktik früh in Führung gegangen sind und der Gegner dann durch ein Eigentor seine Niederlage besiegelt hat.
Nach diesem amüsanten Zwischenfall machten wir uns auf den Weg zur ersten Bootstour. Wir wurden dafür direkt mit dem Boot am Steg der Chobe Safari Lodge abgeholt.
Der Vorteil einer vormittäglichen Bootstour ist, dass man die meiste Zeit ganz allein auf dem Fluss ist. Kein Vergleich mit dem Massenauflauf am Nachmittag. Ein weiterer Vorteil ist der wesentlich größere Aktionsradius der privaten Boote. Während die üblichen Touren meist nur im Bereich von Sedudu Island unterwegs sind, gingen unsere Fahrten immer bis nach Serondela.
Unsere Vormittagstour begann dann wie eigentlich alle Bootstouren erst einmal mit ein paar Vögeln.
Lilytrotter
Klaffschnabel
African Fisheagle
Dann tauchte direkt neben unserem Boot ein sehr großes Krokodil auf.
Bei den Floodplains angekommen, war dann auch das erste Großwild zu sehen.
Hier am Chobe halten sich die Hippos nicht an die sonst üblichen nächtlichen Fresszeiten und sind auch tagsüber häufig an Land anzutreffen. Das kenne ich nur aus dieser Region. Sehr schön für den Fotografen.
Dann lassen sich die ersten Elefanten blicken.
Reiher gibt es hier am Wasser natürlich auch jede Menge.
Als wir noch etwas weiter nach Westen fahren, werden es immer mehr Elefanten. Ich hätte nicht gedacht, bereits am Vormittag so viele Dickhäuter am Fluss anzutreffen, denn normalerweise kommen Elefanten erst nachmittags an die Tränke.
Gruppenkuscheln
Auf der Rückfahrt macht uns unser Guide noch auf einen Red Bishop aufmerksam. Diesen farbenfrohen Webervogel kannte ich noch nicht.
Zwischen den beiden Bootstouren ging es dann zum Einkaufen, woher auch die zwei heute gefahrenen Kilometer stammen. Bis auf Frischwaren und Alkohol kauften wir heute alle Vorräte für unsere Tour bis Maun. Mit Abstand am besten sortiert war der Spar Supermarkt. Leider mussten wir feststellen, dass es in ganz Kasane keine Light-Getränke gab.
Um 15:00Uhr starteten wir zur Nachmittagstour.
Zu Anfang wieder Vögel. African Fisheagles sieht man praktisch die ganze Zeit und auch der African Darter ist keine Seltenheit.
Dann trafen wir wieder auf eine Gruppe planschender Elefanten. Ich habe den Eindruck, dass die Schwergewichte das Baden so sehr lieben, weil es Ihnen die Illusion von Leichtigkeit bietet. Das ermöglicht ihnen ganz andere Bewegungsmuster als an Land. Es ist auch nicht alles das, wonach es auf den ersten Blick aussieht.
Als nächstes sehen wir zwei große Reiher auf der Wiese stehen. Ich glaube Es sind ein Purpurreiher und ein zwei Goliathreiher; ein Jugendlicher und ein Erwachsener. Sehr schön anzusehen, aber etwas Besonderes wird die Begegnung erst, als sich plötzlich ein Fischadler mit dem Goliathreiher anlegt. Keine Ahnung, was der Auslöser war, aber es geht zum Glück ohne Blutvergießen über die Bühne.
Dann folgt das absolute Highlight des Tages. Wir sehen ein gerade neu geborenes Hippobaby neben seiner Mutter an Land. Das kann man nur ganz selten beobachten. So klein und speckig sind selbst Hippos niedlich.
Als nächstes ein Elefantencrossing durch den Fluss - direkt vor unserem Boot.
Wir sehen einen Graufischer, der beim Fischfang erfolgreich war und mit seiner für den kleinen Vogel sehr großen Beute auf den Rand eines Mokoros landet. Langsam lassen wir uns näher treiben, um ihn nicht zu verscheuchen. Die nächsten 20min. ist der Vogel damit beschäftigt seine Beute weich zu klopfen. Immer wieder schlägt er den Fisch mit voller Wucht auf die Bootskante. Anscheinend kann er solch eine große Beute nur schlucken, wenn alle Gräten gebrochen sind. Ein Wunder, dass er den Fisch überhaupt runter bekommen hat.
Einige Hippos sind sehr aggressiv. Teilweise stürmen Sie sogar extra vom Land ins Wasser, um einen zu verfolgen. Dabei springen Sie zum Teil wie ein wütender übergewichtiger Delfin aus dem Wasser. Leider sind die Fotos davon nichts geworden.
Langsam machen wir uns auf den Rückweg. Dabei wird das Licht immer besser und er ergeben sich noch einige schöne Tierbilder.
Heute hatten wir jede Menge toller Tiererlebnisse und einige ganz außergewöhnliche Begegnungen. Als unser Guide bei dem Hippobaby selbst seinen Fotoapparat zückte, wussten wir, dass wir da etwas ganz außergewöhnliches sehen durften.
Leider musste ich aber auch feststellen, dass ich bei Tieraufnahmen meine Belichtungszeiten noch weiter verkürzen muss. Auf dem großen Bildschirm sieht man doch recht häufig eine leichte Unschärfe, wenn die Tiere in Bewegung waren.
Die Bootstouren haben jeweils 1.500,-Pula gekostet. Nicht billig, aber wenn man bedenkt, was man ansonsten für mache Dienstleistung in Afrika zahlen muss, voll akzeptabel. Dafür kann man sich uneingeschränkt auf die Tiererlebnisse fokussieren, die einem wichtig sind. In einem größeren Boot hätten wir ganz sicher nicht 20min. bei dem Pied Kingfisher verbracht.
Unser Guide, dessen Namen ich leider vergessen habe, war sehr gut. Perfekt geschultes Auge, an allen Tieren interessiert und sehr empathisch, hat er das Boot immer in die optimale Position gebracht.
Pünktlich zum Sundowner waren wir zurück auf der Campsite. Dort auf dem Gelände gibt es eine sehr schön am Fluss gelegene Sundownerbar, die wir heute besuchten, um die Sonne hinter den Horizont zu trinken.
Zum Abendessen ging es wieder ans Buffet der Chobe Safari Lodge.
Teil 3804. Juli 2019
36.Tag (Fr. 25.01.2019) Kasane – Ihaha 110km
Nachdem wir den gestrigen Tag auf dem Wasser verbracht haben, geht es heute wieder ganz klassisch mit dem Wagen auf Gamedrive.
Vom Sedudu Gate fahren wir auf direktem Weg ans Flussufer. Noch bevor wir dort ankommen, verbleiben wir aber eine ganze Weile bei einer Gruppe Impalas, welche in Mitten üppig grüner Büsche ein sehr schönes Bild abgibt.
Am Chobe angekommen gibt es zunächst jede Menge Vögel zu sehen. In dieser Beziehung unterscheidet sich unser Gamedrive nicht von den gestrigen Bootstouren.
Rallenreiher
Silberreiher
??? junger Stelzenläufer
Sporengänse
Beim Anblick der Gänse meinte Kathrin: „Ich muss zu Hause unbedingt dran denken, dass Gänseessen für den Vereinsstammtisch zu organisieren.“ 😎 😗
Dann erleben wir eine sehr große Herde Impalas beim Frühsport. Aus purer Freude an der Bewegung läuft die ganze Herde kreuz & quer und hin & her über die Floodplains. Ein herrlicher Anblick. Da ist soviel Lebensfreude.
Weiter ging es zu den Puku Flats. Eine große flache, vom Chobe umschlossene, Halbinsel. An Tieren war hier nix los, aber wir fanden einen landschaftlich sehr schönen Pausenplatz, direkt neben einem Früchte tragenden Kapernbusch.
Gegen Mittag sind wir zurück in Kasane. Als erstes kaufen wir die Frischwaren für die nächsten Tage ein, tanken voll und lassen uns dann vom Mittags-Buffet der Chobe Safari Lodge verwöhnen, bevor es für die nächsten Tage wieder in die Wildnis geht. Wir wollen auch den Wassertank des Bushcampers wieder vollmachen. Dafür fragen wir an der Rezeption nach einem Schlauch. Die Rezeptionistin darf das nicht selbst entscheiden und muss für so eine Lapalie extra beim Management der Lodge nachfragen. Letztendlich ist es dann kein Problem, Wasser zu bekommen, aber es ist mal wieder sehr umständlich.
Als wir beim Boteti River Camp anrufen, um eine Campsite und Dinner zu reservieren, erfahren wir, dass das Camp derzeit wegen Renovierung geschlossen ist. Schnell reservieren wir noch einen Platz auf der Khumaga Campsite im Makgadikgadi National Park.
Dann brechen wir auf nach Ihaha. Bis zu den Puku Flats fahren wir die identische Strecke, wie am Vormittag. Inzwischen sind sehr viel mehr Elefanten am Fluss erschienen.
Als wir an einem Busch vorbei fahren, hören wir ein ganz merkwürdiges Geräusch. Es hört sich wie ein technisches Geräusch an und zunächst denken wir, es ist etwas an unserem Auto. Erst mit etwas Verzögerung bemerken wir, dass das Geräsch aus dem Busch kommt und von einem Vogel erzeugt wird. Der war nicht gut zu fotografieren, aber ich hoffen, dass die Birder unter Euch trotzdem erkennen können, um was für ein Exemplar es sich handelt.
??? Zweifarbenwürger
Später treffen wir auf eine große Gruppe Giraffen, von denen eine einen ganzen Schwarm Madenhacker zu versorgen scheint.
Immer wieder treffen wir auf Elefanten.
Während aber die Elefanten östlich von Ihaha vollkommen relaxt sind und Autos komplett ignorieren, erntet man von den Elefanten westlich Ihaha hin und wieder ein entrüstetes Kopfschütteln. Hier ist halt schon deutlich weniger Tourismus und die Dickhäuter nicht ganz so sehr an Autos gewöhnt.
Mit einigen weiteren Tierbegegnungen nähern wir uns Ihaha.
Langspornkibitz
Auch bei den Pavianen gibt es gute und schlechte Reiter.
Um 17:30 treffen wir in Ihaha ein. Wir können Feuerholz ordern, welches aber erst nach Einbruch der Dunkelheit geliefert wird. Ein Glück, dass wir noch eine Ladung dabei hatten.
Wenn ich mich recht erinnere, hatten wir Campsite Nr.5. Bevor wir uns häuslich einrichten, muss ich erst einmal den Spaten schwingen und den Platz von den Hinterlassenschaften der Elefanten befreien. Auf der Nachbarcampsite steht ein sehr nettes australisch-niederländisches Paar – Wendy & Gilles. Die beiden sind in den Flittermonaten auf Weltreise und hatten sich ganz spontan für die Tour von Kasane nach Maun entschieden. Es ist Ihre erste Nacht in der afrikanischen Wildnis und sie sind sehr aufgeregt und haben viele Fragen. Wir könnnen Ihnen einige wichtige Tips geben und Ihnen so etwas die Aufregung nehmen.
Der Sonnenuntergang ist ein Traum. Dramatische Wolkenbilder, wohin man schaut. Dazu stehen im Westen Büffel und im Osten Giraffen am Fluss.
Wir sind gerade fertig mit dem Abendessen, da bemerken wir die ersten Elefanten ganz in der Nähe unserer Campsite. Ab diesem Moment bestimmen die Dickhäuter das Abendprogramm und fordern unsere ganze Aufmerksamkeit. An Tagebuch schreiben, o.ä. ist nicht zu denken. Zeitweise sind wir vollständige umzingelt und es ist schwierig, die Übersicht zu behalten. Überall an den Büschen der Campsite stehen sie und sind am fressen. Auf der Wiese zum Fluss grast darüber hinaus ein Hippo.
Das ganze wird von kräftigem Wetterleuchten über Namibia untermalt. Bei uns bleibt es aber trocken.
Teil 3908. Juli 2019
37.Tag (Sa. 26.01.2019) Ihaha – Linyanti 160km
Unsere Wildtierkamera zeigt uns, dass die ganze Nacht über Elefanten in der Nähe waren. Auch der nächtliche Wachdienst hat sich auf der Kamera mehrfach verewigt.
Vor dem Frühstück machen wir einen Gamedrive in Richtung Westen. Als Umkehrpunkt ist Serondela geplant. Für den Hinweg wählen wir die Pisten im Hinterland, die aber keinen nennenswerten Sichtungen bieten. Als wir dann kurz hinter Serondela zu den Floodplaines kommen, ändert sich das schlagartig.
Auch heute treffen wir wieder eine großer Herde Impalas beim Frühsport. Dieses Verhalten scheint hier an der Tagesordnung zu sein, ist mir bislang aber noch nie zu Gesicht gekommen.
Nur wenige Kilometer westlich von Serondela können wir unseren Augen kaum trauen, kommt uns doch in aller Seelenruhe ein Leopard entgegen geschlendert. Es handelt sich um einen sehr schönen und eleganten jungen Kater. Sein Auftreten ist äußerst selbstbewusst und er lässt sich in keinster Weise durch unsere Anwesenheit stören. Insgesamt bin ich bei dieser rund 20 minütigen Begegnung einige 100m im Rückwärtsgang unterwegs. Es ist noch viel schöner, wenn einem das Tier die ganze Zeit entgegen kommt, als wenn man ihm hinterher fährt. Vor allem zum fotografieren ist es perfekt. Immer mal wieder lässt er das typische heisere Bellen/Husten der Leoparden hören. Bemerkenswert ist auch, dass wir die gesamte Zeit über ganz allein mit dem Leoparden sind. Man findet also auch an der Chobe River Front noch seine einsamen Tiererlebnisse.
Irgendwann setzt der Leopard seinen Weg im dichten Gebüsch der Uferböschung fort, wo wir ihm nicht folgen können und so setzen auch wir ganz beflügelt unseren Weg fort.
Das nächste was uns besonders ins Auge fällt ist ein Baum voller Geier. Bald darauf können wir den Grund riechen, denn am Ufer liegt ein bereits ziemlich vergammelter Elefantenkadaver. Ein Festessen für die Aasfresser. Ich ignoriere den Gestank so gut es geht. Man muss für ein gutes Foto auch mal bereit sein zu leiden.
Zum Frühstück geht es noch einmal zurück nach Ihaha, denn unsere Campsite hatte den idealen Schattenbaum für ein Frühstück mit Blick auf den Chobe River.
Während Kathrin sich danach um den Abwasch kümmert, gehe ich Vögel und Blumen fotografieren.
Nach dem Frühstück erfolgt dann ein weiterer Gamedrive entlang der Riverfront, bis zum Ngoma Gate.
Das gegenüber liegende Ufer ist kein Schutzgebiet, sondern Farmland, und so sieht man hin und wieder auch namibische Fischer auf dem Fluss.
In diesem Teil der Riverfront sieht man kaum noch Elefanten, dafür aber jede Menge Herbivoren. Ideale Beute für Löwen, aber von denen sehen wir dieses Jahr keinen einzigen an der Riverfront.
Bei der Ausfahrt durch das Ngoma Gate schnorrt mich der Ranger nach „something from Germany“ an. Boah, wie mich das nervt. Ganz besonders bei Amtspersonen, die es ja immer in der Hand haben, einem das Leben schwer zu machten, wenn man Ihrer „Bitte“ nicht nachkommt. Von mir gibt’s trotzdem nix.
An der Asphaltstraße nach Kachikau gibt es eine nagelneue Puma-Tankstelle. Alles sieht betriebsbereit aus und sogar der Shop ist gefüllt. Trotzdem ist die Tankstelle geschlossen – nach den letzten Infos hier aus dem Forum sogar dauerhaft. Da fragt man sich schon, was da los ist, denn das Investment war sicherlich nicht gering.
Die Sandpiste hinter Kachikau lässt sich gut befahren und die Cutline sogar noch besser. Die meiste Zeit können wir bequem im 3. oder 4. Gang durch das Buschland cruisen.
Zu unserer Überraschung ist eine der kleinen Pfannen, welche die Cutline durchquert, gut mit Wasser gefüllt und gerade ist eine große Herde von Elefanten beim trinken und baden.
Interessant ist auch, dass sich selbst an diesen temporären Wasserstellen sofort Wasservögel einfinden. Da frage ich mich schon, wie die von diesen Wasserstellen erfahren.
Hin und wieder gibt es auf der Cutline natürlich noch immer tiefsandige Passagen. In einer hat sich ein Armee LKW festgefahren. Die Soldaten fragen nach einem Spaten und wir helfen natürlich gerne aus. Allerdings führt auch die Buddelei nicht zum Erfolg und so müssen Sie warten bis ihre Kameraden mit einem weiteren LKW kommen um sie rauszuziehen.
Am frühen Nachmittag erreichen wir Linyanti. Wie beim letzten Mal bekommen wir wieder Campsite Nr.1, mit traumhaften Blick auf den Linyanti Swamp.
Als ich die Heckklappe öffne, stehe ich vor einer großen Sauerei. Die Strecke war zwar einfach zu fahren, aber auch recht schaukelig, was anscheinend dazu geführt hat, dass eine Dose Cola und eine Dose Bier explodiert sind. Dadurch ist unser Getränkekarton aufgeweicht und auseinander gefallen, was zu weiteren Verlusten geführt hat. Die nächste Zeit bin ich also erst einmal damit beschäftigt die Sauerei zu beseitigen.
Inzwischen hat es zugezogen und hin & wieder tröpfelt es ein wenig. Über dem Sumpf stehen große Gewitterzellen. Schön dass es dabei zu dieser Jahreszeit trotzdem angenehm warm bleibt.
Die ganze Zeit über sind Elefanten in den Büschen rings um die Campsite unterwegs. Da wird vor allem der Besuch des Waschhauses zur Mutprobe, denn das steht recht weit von der Campsite entfernt in unübersichtlichem Gelände inmitten der Büsche.
Heute lernen wir Lysann & Matthias aus München näher kennen, die auf der Nachbarcampsite stehen. Die beiden fahren eine ähnliche Route wie wir und zusammen mit Wendy & Gilles sind wir eine super Truppe, die sich bis Maun immer wieder treffen wird. Matthias kannte mich auch schon hier aus dem Forum. Die beiden sind schon seit fast 7 Wochen unterwegs und so gibt es reichlich Gesprächsstoff.
Beim Sonnenuntergang lässt sich unser Stern nur kurz sehen.
Dach wir gegrillt und den restlichen Abend sitzen wir zusammen mit Lysann & Matthias am Lagerfeuer. Heute hat es so viele Mosquitos wie auf der gesamten Reise noch nicht.
Über Namibia sehen wir heftiges Wetterleuchten. Bei uns bleibt es aber wiederum trocken.
Mehrfach bemerken wir Armeepatrolien.
Teil 4016. Juli 2019
38.Tag (So. 27.01.2019) Linyanti – Savuti 96km
Kurz vor dem Morgengrauen fängt es an zu regnen, hört aber pünktlich zum Aufstehen wieder auf. Die Sonne scheint nur durch eine kleine Wolkenlücke, was aber für einen Regenbogen ausreicht.
Wir beginnen den Tag mit einer Runde auf dem Riverdrive. Dieser kleine Loop ist die einzige Gamedrivemöglichkeit in Linyanti. Der Weg ist sehr zugewachsen und man hat nur an wenigen Stellen einen Blick auf den Fluss. Außer einem verspäteten Hippo sind keinerlei Tiere zu sehen.
Dann machen wir uns auf den direkten Weg nach Savuti. Lysann & Matthias wollen heute auch weiter nach Savuti. Aufgrund der vielen Horrorgeschichten über die direkte Verbindung (u.a. hier im Forum), hatten die beiden zunächst vor über die Cutline und das Goha Gate zu fahren. Sie fragen, ob Sie sich uns anschließen dürfen und selbstverständlich dürfen sie. Die erste Hälfte der Verbindung ist einfach; sogar einfacher als die Cutline.Dann steigert sich die Schwierigkeit aber erheblich. Es gilt einige Schlammlöcher zu durchfahren und dazwischen müssen wir uns mit heftigem Tiefsand auseinandersetzen. Der Tiefsand für sich wäre nicht das Problem. Schwierig wird es dadurch, dass hier in letzter Zeit anscheinend ausschließlich Armeelastwagen gefahren sind, die eine breitere Spur als normale Geländewagen haben. Dadurch kann ich nur auf einer Seite in einer vorhandenen Spur fahren und muss mir die zweite Spur selbst durch den tiefen Sand ziehen. Da muss der Wagen über lange Strecken im 1.Gang kräftig ackern. Letztendlich sind wir aber in einer guten Stunde im Bereich von Savuti angekommen, was deutlich schneller ist, als der Weg über Cutline und Goha Gate. Allein aus diesem Grund würde ich immer wieder die direkte Verbindung wählen.
Während es auf der Verbindungspiste keine Tiere zu sehen gab, ändert sich das schlagartig, als wir die weiten Grasflächen bei Savuti erreichen. Das erste was uns ins Auge fällt sind die vielen Wollhalsstörche. Aus mir nicht bekannten Gründen sind diese Vögel deutlich scheuer als andere Arten. Ein Foto aus der Nähe war nicht möglich.
Wir begeben uns auch gleich auf Gamedrive. Die Campsite kann warten.Unser erstes Ziel ist das Gebiet rings um die Harvey Pan. Hier gibt es zahlreiche Wasserstellen und es sind viele Tiere anzutreffen. Wir treffen auf eine große und sehr aufgeregte Herde Elefanten. Sie finden am Wasser nie wirklich zur Ruhe und laufen immer wieder aufgeregt trompetend hin und her. Der Grund dafür ist ein Elefantenbulle, der sich stark für die Weibchen der Herde interessiert, dabei aber auf wenig Gegenliebe stößt.
Nach einiger Zeit zieht die Herde genervt ab, macht aber schon nach kurzer Zeit panisch kehrt und rennt in eine andere Richtung. Da sind wir natürlich neugierig, was die Elefanten so erschreckt hat und machen uns gleich auf den Weg um nachzusehen. Schnell werden wir fündig und entdecken zwei prächtige Löwenmännchen mit einem Riss im dichten Gebüsch.
Aktuell sind sie allerdings sehr träge, so dass wir bald weiterfahren. Wir werden am Abend noch einmal hierher zurückkommen, in der Hoffnung auf etwas mehr Action.
Selbstverständlich gibt es bei den vielen Wasserstellen in diesem Areal auch zahlreiche Wasservögel.
Unser nächstes Ziel ist der Gipfel des Quarry Hill. Wir scheitern aber schon gleich am Beginn der Auffahrt. Der Knick, mit dem die Auffahrt aus der Ebene startet ist so stark, das wir mit unserem großen Hecküberstand aufsetzen würden. Da wären größere Straßenbauarbeiten an der Auffahrt nötig, aber so wichtig ist mir der Gipfel dann doch nicht. Da hoffe ich auf eine motivierte Südafrikaner-Gruppe, so dass es vielleicht bei unserem nächsten Besuch etwas wird.
Weiter geht es Richtung Süden bis zur Marsh. Hier ist in Sachen Tieren so gut wie nichts los.
Zum Brunch fahren wir dann zum großen Baobab. Das ist schon seit Jahren unser bevorzugter Picknickplatz, wenn wir in Savuti sind.
Nach dem Essen fahren wir zum Campingplatz. Wir bekommen die Campsite Nr.4, mit der wir sehr zufrieden sind. Der kleine Kiosk im Camp ist recht gut bestückt. Hier bekomme ich im Gegensatz zu Kasane sogar Cola light.
Den Nachmittag verbringen wir dann bis 17:00Uhr auf der Campsite. Ich wollte eigentlich lesen, komme aber kaum dazu. Die Tierwelt bietet auch auf unserer Campsite einen hohen Unterhaltungswert, so dass ich häufig den E-Reader zur Seite lege und mich unseren tierischen Besuchern widme. So hat z.B. ein Paar Tokos sein Nest in einer Baumhöhle des Schattenbaums unserer Campsite. Der Nachwuchs ist hungrig, und wird die ganze Zeit über versorgt. Dazu wird zwischen den Tokos lautstark kommuniziert. Auch andere Vögel lassen sich blicken. Dann läuft eine Fuchsmanguste über die Campsite und kurze Zeit später eine große Gruppe Zebramangusten. Dazu toben immer wieder Baumhörnchen durch das Geäst unseres Schattenbaums.
Erst spät starten wir auf unseren Abend-Gamedrive. Wir wollen auch nicht mehr groß umher fahren, sondern nur zu den Harvey Pans, um zu sehen, was die Löwen machen. Inzwischen haben sich große Gewitterwolken aufgetürmt.
Die Löwen sind dann schnell gefunden. Sie haben sich in der Zwischenzeit kugelrunde Bäuche angefressen. Von der Beute ist kaum noch etwas übrig. Außer uns sind nur noch Wendy & Gilles sowie Lysann & Matthias vor Ort. Bei so wenigen Fahrzeugen geht es sehr entspannt zu, was sich auch auf die Löwen zu übertragen scheint.
Normalerweise sind Löwen in diesem Zustand nicht sehr fotogen und liegen nur schlafend im Schatten. Unsere beiden Kater machen da glücklicherweise eine Ausnahme und präsentieren sich sehr schön der Kamera.
Leider hat sich der Fokus beim letzten Bild für den Ast anstatt für die Löwen entschieden. Ich wollte Euch die beiden Schmusekater aber nicht vorenthalten.
Beim Gehen sehen wir, dass einer der beiden Löweneine schwere Verletzung am rechten Hinterbein hat. Äußerlich ist zwar nichts zu sehen, aber er kann nur mit großer Mühe auftreten und auch die Beweglichkeit ist stark eingeschränkt. Ansonsten mach der Verletzte Löwe aber einen sehr guten Eindruck. Entweder hat er sich erst heute bei der Jagd verletzt, oder wird sehr gut von seinem Bruder/Kumpel mit versorgt.
Wo ein Löwenriss ist, sind natürlich auch die Schakale nicht weit. Inzwischen haben sie ungestörten Zugang zu den Resten der Beute.
Zurück auf der Campsite entdecke ich einen Perlkauz im Schattenbaum unserer Campsite. Allein dieser Baum ist schon ein sehr interessantes Biotop. Ich bin ganz happy, denn es ist die erste Eule, die wir jemals selbst gespottet haben. Ich war schon am verzweifeln, weil wir Eulen anscheinend gar nicht können. Anderen scheint das viel leichter zu fallen, wie man aus den vielen Eulenbildern in diversen Reiseberichten schließen kann. Auch diese kleine Eule hätte ich nie entdeckt, wenn Sie nicht lautstark Ihre Anwesenheit verkündet hätte. Dabei wusste ich zunächst gar nicht, dass es sich um eine Eule handelt. Der Ruf hörte sich für mich an, wie eine hungrige bettelnde Hauskatze und ich war neugierig, welcher Vogel solche Geräusche von sich gibt.
Den Sundowner gibt es auf unserer Campsite.
Zum Abendessen fegen starke Gewitterböen über die Campsite. Es bleibt zwar trocken, aber die T-Bone Steaks werden ordentlich mit Sand paniert. Beim Essen knirscht es zwischen den Zähnen. Starkes Wetterleuchten sorgt für eine beeindruckende Stimmung.
Lysann & Matthias sind direkt auf der Nachbarcampsite und so sitzen wir auch heute wieder nach dem Abendessen wieder zusammen am Lagerfeuer und lassen die Erlebnisse des Tages Revue passieren. Die Beiden fahren morgen weiter nach Maun, wo Sie versuchen wollen, kurzfristig noch freie Campsites im Moremi zu buchen. Wendy & Gilles haben Ihre Campsite am anderen Ende des weitläufigen Areals, das wollten sie nicht im dunkeln laufen, weshalb sie heute Abend nicht dabei waren.
Savuti ist auch diesmal seinem Ruf gerecht geworden. Für uns ist es eines der schönsten Gebiete in Botswana. Schon in der ersten halben Stunde hatten wir Löffelhunde, Löwen und panische Elefanten gesehen. Auch die Vogelwelt hat uns wieder beeindruckt. Wir waren noch nie in Savuti, ohne das wir herausragende Tiererlebnisse hatten.
Im Licht der Taschenlampe sehen wir immer wieder Springhasen in der Umgebung unserer Campsite umher hoppeln.