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Reisebericht · namibia-forum.ch

7 Wochen in der Regenzeit !? (Nam/BOT 2018/2019)

von Topobär · Dez. 2018 – Feb. 2019 · 52 Tage · Selbstfahrer · 55 Teile

Über diesen Reisebericht

Von Ende Dezember 2018 bis Anfang Februar 2019 sind wir mit einem selbst gefahrenen Toyota-Landcruiser-Bushcamper sieben Wochen durch die Kalahari, Namibia und Botswana unterwegs. Der Auftakt im Kgalagadi Transfrontier Park gehört gleich zu den stärksten Erlebnissen der ganzen Reise: Löwen, ein aufgescheuchter Leopard und eine Braune Hyäne an derselben Wasserstelle, an einem einzigen Morgen. Über die Namib-Dünen bei Sandwich Harbour und das Damaraland führt die Route ins Kaokoveld, wo uns ein technischer Defekt am Fahrzeug zwingt, das Hartmannstal zu streichen, dafür einen Tag länger in Purros zu bleiben und die Epupa-Fälle in die Tour einzubauen. Im Etosha-Nationalpark zeigt sich dann, was für uns den Reiz der Regenzeit ausmacht: Die Tiere drängen sich nicht an den wenigen Wasserlöchern, sondern verteilen sich über die ganze Fläche. Auf dem Weg in den Nordosten Namibias ziehen abends immer wieder dramatische Gewitterzellen mit spektakulären Sonnenuntergängen auf.

Auf der zweiten Hälfte durch Chobe, Savuti, Moremi und die Zentralkalahari bestimmen aufgeweichte Pisten und Schlammlöcher unser Tempo; mehrfach müssen wir zu Fuß die beste Spur suchen, bevor der Wagen durch den Modder ackert. Gerade hier gelingen uns so viele Leopardensichtungen wie nie zuvor auf einer Reise im südlichen Afrika. Nachts zieht immer wieder Wetterleuchten über den Horizont. Am Ende steht ein klares Fazit: Die Regenzeit, von der uns viele abraten, ist für uns die schönste Zeit, um durch dieses Land zu fahren.

Diese Zusammenfassung wurde automatisch erstellt und vom Autor freigegeben.

Teil 114. Feb. 2019

7 Wochen in der Regenzeit !? (NAM/BOT 2018/2019)

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Diese Reise durch das südliche Afrika war die längste Reise, die wir bislang unternommen haben und eine tolle Erfahrung. Wir haben viele unserer Lieblingsplätze in Namibia und Botswana besucht, gleichzeitig aber auch viel Neues entdeckt und erlebt.

Jetzt sind wir wieder zu hause und in Kürze werde ich mit meinem Reisebericht starten. Ich hoffe Euch damit ein wenig unterhalten zu können und gleichzeitig viele Informationen über das Selbstfahren und Campen für Euch zur Verfügung zu stellen. Fragen, Anmerkungen und Kommentare sind ausdrücklich erwünscht. Wer diese nicht lesen will, kann bekanntlich auf die Sonne klicken. Gleichzeitig werde ich an der einen oder anderen Stelle auch die Gelegenheit nutzen, Fragen an Euch zu stellen, denn manch ein Erlebnis lies uns mit offenen Fragen zurück.

Vor der Reise hatte ich in eine neue Kamera investiert. Ich bin meiner Vorliebe für Bridgekameras treu geblieben und habe mich für die Sony RX10iv entschieden. Dies auch aufgrund von Infos aus diesem Forum. Seit meinen analogen Zeiten hat mir das fotografieren nicht mehr so viel Spaß gemacht, wie mit dieser Kamera. Ob dadurch auch die Fotos besser geworden sind, müsst Ihr entscheiden, dann das liegt ja bekanntlich im Auge des Betrachters.

Mit der neuen Kamera habe ich mich jetzt auch ein wenig mehr den Vögeln gewidmet, aber speziell bei der Bestimmung habe ich mich häufig schwer getan. Bitte korrigiert mich, wo ich bei der Bestimmung falsch lag, bzw. erst gar nicht herausbekommen habe, was ich da abgelichtet habe.

Da es zwischen Kathrin und mir schon seit Jahre eine freundschaftliche Rivalität darüber gibt, wer von uns der bessere Spotter ist, haben wir uns diesmal dazu entschieden dieser Frage auf den Grund zu gehen. Dazu haben wir eine Liste von 25 interessanten und nicht so leicht zu spottenden Tieren erstellt und wollen mal sehen, wer davon am Ende des Urlaubs die meisten entdeckt hat. Dafür hat sich Kathrin sogar erstmals eine Brille zugelegt, wogegen Sie sich bislang immer gesträubt hatte.

Die Reise führte uns zwar durch 3 Länder, aber für die Zuordnung hier im Forum musste ich mich entscheiden. Ich habe den Bericht Namibia zugeordnet, da wir uns in dort am längsten aufgehalten haben.

Alles Gute
Thomas

Teil 215. Feb. 2019

Damit Ihr eine ungefähre Vorstellung habt, was auf Euch zukommt, stelle ich hier mal unseren ursprünglichen Reiseplan rein. Zum aller größten Teil konnten wir den Plan dann auch in die Praxis umsetzen.

📎 südlichesAfrika2018-2019.pdf

Teil 318. Feb. 2019

Prolog / Anreise / 1.Tag (Fr. 21.12.2018)
Hannover – Johannesburg – Mountain Sanctuary Park
127km mit dem Auto


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Packen am Limit. Erstmals haben wir das Gepäcklimit bis zum letzten Gramm und zum Teil sogar ein wenig darüber ausgenutzt. Die beiden Dufflebags haben exakt 23kg, beim Handgepäck ist mein Rucksack mit 10kg sogar etwas schwerer als erlaubt. Dazu hat jeder von uns beiden noch eine separate Fototasche. Wir wären sicherlich auch mit weniger Gepäck ausgekommen, hatten uns aber fest vorgenommen, im Urlaub keine Zeit mit Wäsche waschen zu vergeuden. Da wir die meiste Zeit nur T-Shirt und kurze Hose tragen werden, sollte sich das ausgehen.

Da wir nicht weit vom Flughafen entfernt wohnen, fährt Kathrin am Mittwoch zum Vorabend-CheckIn, gibt bereits das Gepäck auf und nimmt unsere Bordkarten in empfang. Dadurch ist es uns möglich, den Abreisetag noch als regulären Arbeitstag zu nutzen und direkt aus dem Büro zum Flughafen zu fahren. So leidenschaftlich gern, wie wir Reisen, ist jeder Urlaubstag kostbar und da sind solche Optimierungen für uns von großer Bedeutung.

Der Zubringerflug aus Hannover ist pünktlich, aber in Frankfurt gibt es Probleme, da die Maschine überbucht ist. Das betrifft uns nicht persönlich, da wir unsere Bordkarten ja bereits haben, aber der Abflug verzögert sich um eine Stunde, da es seine Zeit braucht, bis es genügend Freiwillige gibt, die bereit sind gegen ein Entgelt erst am nächsten Tag zu fliegen.

Auf dem Flug habe ich dann Probleme mit der Frau auf dem Sitz vor mir (und sie aus Ihrer Sicht sicherlich mit mir). Sie jammert und beschwert sich jedes Mal, wenn ich mit meinen Knien an Ihre Rückenlehne komme, dass ich Ihr Schmerzen bereiten würde. Aber was soll ich bitte sehr machen? Bei 1,96m Körpergröße lässt es sich nicht vermeiden, dass ich mit dem Knie hin und wieder an die Rückenlehne komme. Das man damit jemanden Schmerzen bereitet, kann ich aber beim besten Willen nicht nachvollziehen, es sei denn, es besteht eine erhebliche medizinische Indikation. Dann darf man aber nicht Economy fliegen, denn da gehört es dazu, mal einen Knuff vom Hintermann zu bekommen. Jedenfalls schlafe ich auch nicht besonders gut.

Mit etwas Verspätung landen wir in Johannesburg. Die Immigration geht zügig, das Gepäck kommt auch schnell und unser Abholer von Bushlore ist auch schon da. Kathrin kauft noch schnell eine lokale SIM-Card und zieht Bargeld und dann machen wir uns auf den Weg zum Autovermieter.

Bei der Fahrzeugübernahme haben Kathrin und ich die Aufgaben diesmal klar aufgeteilt. Kathrin kümmert sich um den Papierkram, die Unterkunftsbuchungen und das Satphone. Ich kümmere mich derweil um den Wagen. Trotzdem dauert es wieder 2h, bis wir vom Hof rollen.

Wir hatten uns diesmal wieder für einen LandCruiser Bushcamper entschieden, da er für unsere Reise einige sehr hilfreiche Features zu bieten hatte.

- 2.Kühlschrank, den wir als Freezer nutzen werden.
- 270° Markise - schützt vor Sonne und Regen
- Außendusche fürs Wildcampen bzw. Campsites ohne Ausstattung
- Winch für mögliche Schlammschlachten
- Innenraum für Starkregen

Dazu natürlich die 40 Jahre alte, bewährte LKW-Technik des LandCruisers. Der Wagen macht einen sehr guten Eindruck. Er hat noch nicht ganz 18.000km auf der Uhr, ist also gerade einmal eingefahren. Die Besohlung besteht aus 6 fabrikneuen hochwertigen Geländereifen. Die Ausrüstung ist wie gewohnt umfangreich und hochwertig.

Im Vorfeld hatte ich ein wenig Sorgen, wie es mit dem Platzangebot in der Fahrerkabine aussieht, da es sich beim LandCruiser Buschcamper um einen SingleCab handelt. Die Bedenken waren unbegründet. Selbst bei meiner Größe ist die Beinfreiheit vollkommen ausreichend. Zwischen den Sitzen gibt es genug Platz um dort das Fernglas, die beiden Fotoapparate und noch diversen Kleinkram zu lagern. Überschüssige Klamotten passen noch gut hinter die Sitze und dann gibt es ja noch das große in die Rückwand eingelassene Ablagefach auf Kopfhöhe. Da passt jede Menge rein. Im Laufe der Zeit wird das Fach allerdings auch zum schwarzen Loch, in dem alles verschwindet und sich nur sehr mühselig wiederfinden lässt.

Nachdem wir endlich unterwegs sind, gilt es erst einmal ein wenig Strecke zu machen. Den Großeinkauf haben wir erst kurz vor unserem heutigen Tagesziel geplant. Wenn man von Johannesburg in nördliche Richtung aufbrechen will, muss man immer durch das Nadelöhr Pretoria. Da gibt es bis heute keine Umgehungsstraße und man muss einmal durch die Stadt. Da stehen wir dann auch gleich einmal im Stau. Auf der N4 kommen wir dann zügig voran und verlassen diese in Mooinooi, wo ich mir den Superspar für unseren Großeinkauf ausgesucht habe.

Der Einkauf wird dann auch wirklich groß, denn wir stehen mit 3 vollen Einkaufswagen an der Kasse. Das Kassieren dauert dann natürlich und wir haben reichlich Zeit und viel Spaß mit den netten Verkäuferinnen an der Kasse. Die sind sehr interessiert einige deutsche Floskeln zu lernen. Besonders viele Spaß bereitet Ihnen das Wort „Tschüß“, da Sie Umlaute überhaupt nicht kennen. Aus dem Liqour Shop kommt dann noch ein weiterer Einkaufswagen mit Getränken hinzu. Das Ganze verstauen wir nur provisorisch, denn von hier aus ist es nicht mehr weit zu unserem Tagesziel.

Der Zeltplatz im Park liegt am Hang in den Magaliesbergen. Scheint ein beliebtes Ausflugsgebiet für die Feiertage zu sein, denn er ist bis zum letzten Platz belegt. Die Plätze liegen auch recht dicht beieinander, trotzdem ist es ruhig. Gutes und sehr sauberes Waschhaus.

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Auf dem Platz ist dann erst einmal die Einrichtung des Wagens zu bewerkstelligen. Rund 2 Stunden sind wir beschäftigt unsere Einkäufe und einen großen Teil unseres persönlichen Gepäcks zu verstauen. Glücklicherweise ist der Stauraum im Aufbau riesig und man bekommt alles gut unter.

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Danach wandert dann noch schnell eine Boerewoorst auf den Grill und der Salat dazu ist ebenfalls rasch zubereitet. Kaum mit dem Essen fertig, zieht es uns ins Oberdeck, denn inzwischen sind wir doch ganz schön platt.

Gute Nacht.

Teil 420. Feb. 2019

2.Tag (Sa. 22.12.2018)
Mountain Sanctuary Park – Kuruman
476km


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Verschlafen! Aber das war bei dem wenigen Schlaf in den vorherigen Nächten wohl auch nicht zu erwarten. In Afrika wollen wir eigentlich immer mit Beginn der Dämmerung aufstehen, aber heute werden wir erst wach, als die Sonne schon fast aufgegangen ist. Das muss noch besser werden. Wir haben beide aber auch sehr gut geschlafen. Das Bett ist breiter als beim Vorgänger-Modell. Eine echte Verbesserung.

Da wir uns trotzdem beim Frühstück nicht hetzen wollen, brechen wir erst um 8:30Uhr zu unserer kleinen Wanderung durch den Park auf. Wir machen eine Rundtour, welche uns zunächst zu einer kleinen Quelle und dann zu den Westpools führt. Bis zur Quelle führt ein deutlicher Pfad, aber die weitere Strecke zu den Westpools ist weglos und in dem Felsenlabyrinth ist ein guter Orientierungssinn gefragt. Glücklicherweise weht eine frische Brise, so dass die Temperaturen trotz unseres verspäteten Aufbruchs sehr angenehm für eine Wanderung sind.

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An den Westpools gibt es klasse Badestellen und wir ärgern uns, dass wir keine Badesachen dabei haben. Da schon einige Familien hier sind, können wir auch nicht einfach so ins Wasser springen.

Nach 2 Stunden sind wir zurück auf der Campsite. Das war ein schöner Urlaubsbeginn, aber jetzt liegen erst einmal viele Asphaltkilometer vor uns. Es gilt Strecke zu machen, damit wir morgen bis in den KTP kommen. Für solche öden Strecken habe ich diesmal extra eine Playlist auf dem Handy und ein AUX-Kabel mitgenommen, so dass für gute Musik gesorgt ist. Einer der ersten Songs ist 36° von 2Raumwohnung, was bei den inzwischen herrschenden Temperaturen perfekt passt.

Sowie wir die Magaliesberge verlassen, geht es nur noch durch langweiliges plattes Agrarland mit dem Charme der Magdeburger Börde. Die wenigen Ortschaften kündigen sich schon von weiten durch große Getreidesilos an, denn dass sind hier die einzigen auffälligen Landmarken. Je weiter wir nach Westen kommen, umso trockener wird die Landschaft und die Äcker werden immer häufige durch Weiden ersetzt.

Es weht die ganze Zeit ein starker Westwind. Da unser Wagen sehr schwach motorisiert ist und die Windschnittigkeit eines Scheunentores hat, kommen wir kaum über 100km/h. Der Himmel zeigt sich die meiste Zeit locker bewölkt. Zwischendurch fallen einige wenige Regentropfen.

Um 17:30Uhr kommen wir in der Red Sands Country Lodge an. Wir hatten nicht reserviert. Trotzdem ist es kein Problem, einen Platz zu bekommen. Der Name der Lodge ist Programm, denn der starke Wind wirbelt reichlich roten Sand auf. Die Campsite ist nicht sehr gemütlich, aber dafür sehr gut ausgestattet. Wir haben für uns ein eigenes verschließbares Waschhaus, welches keinen Vergleich mit einem Badezimmer in einer Mittelklasse Lodge zu scheuen braucht.

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Auf der Campsite stelle ich fest, dass ich es irgendwie geschafft habe, einen meiner Crocs zu verlieren. Muss bei einem der Zwischenstopps aus der Autotür gefallen sein. Glücklicherweise habe ich auf dieser Reise erstmals ein zweites Paar Crocs dabei, denn ansonsten hätte die Lebensqualität auf dieser Reise schon gelitten. Die Crocs waren nämlich während der Reise das einzige Schuhwerk welches ich getragen habe. Wenn möglich war ich sogar barfuß unterwegs.

Abends wurde nicht gegrillt oder gekocht, sondern das Restaurant der Lodge besucht. Es gab deftige ländliche Hausmannskost, was wir sehr zu schätzen wussten.

Durch die Campingplatzbeleuchtung und den Vollmond war es sehr hell, was mich nicht so gut schlafen lies.

Morgen wird es dann im KTP die ersten Tiere geben.

Teil 525. Feb. 2019

3.Tag (So. 23.12.2018)
Kuruman – Kgalagadi Transfrontier National Park (Kiliekrankie)
479km


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Gleich nach dem Frühstück brechen wir auf, denn auch heute gibt es ordentlich Kilometer abzuspulen und wir wollen zum Ende des Tages auch noch Zeit für eine kleinen Gamedrive im Nationalpark haben.

Wir entscheiden uns für die R31 über Van Zylsrus. Diese Strecke ist gegenüber der komplett asphaltierten Alternative über Upington kürzer, hat dafür aber 150km über Gravel. Da wir mit unserem Wagen auf Asphalt nur unwesentlich schneller als auf Gravel sind, lohnt der Umweg nicht. 25km vor Van Zylsrus ist Schluss mit dem Teer und bis Askham geht es auf recht tiefem und leicht verspurten Schotter weiter. Dafür hat es aber kaum Wellblech. Von Askham bis zum Gate bei Twee Revieren fahren wir dann wieder auf festem Geläuf durch das Nossob-Tal.

Kurz nach 13:00Uhr kommen wir am Gate an. Check-In für Nationalpark und Unterkünfte sowie die Immigation befinden sich im gleichen Gebäude. Überraschenderweise muss man erst den Check-In erledigen, bevor sich die Immigration um einen kümmert. Insgesamt haben wir in 15min. alles erledigt. Für die nächsten 3 Tage sind wir „staatenlos“.

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Heute ist es fast den ganzen Tag wolkenlos. Nur sehr vereinzelt sind kleine Schönwetterwolken zu sehen. Im Park scheint es noch nicht viel geregnet zu haben, den es zeigt sich nur sehr verhalten frisches Grün.

In Twee Revieren müssen wir noch warten bis um 14:00Uhr die Tankstelle wieder öffnet. Ich nutze die Zeit um Luft aus den Reifen zu lassen und die Windschutzscheibe von den vielen Insekten zu reinigen. Wir wollen beim Gamedrive schließlich einen guten Durchblick haben. Mit vollem Tank starten wir bald darauf zum Gamedrive. Es ist zwar eigentlich noch viel zu früh und zu heiß (um die 40°C), aber wir sind ungeduldig und wollen endlich Tiere sehen. Für heute haben wir uns das untere Nossobtal vorgenommen. Zunächst tut sich nur wenig. Allein den Springböcken scheint die Hitze nix auszumachen.

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Am Wasserloch Leeuwdril liegen zahlreiche Strauße, während am Wasserloch Rooiputs absolut tote Hose herrscht.

Am Wasserloch Kij Kij dann das erste Highlight; wie sehen 3 Löwen. Ein Weibchen und zwei Männchen liegen im Schatten unweit des Wasserlochs. Drum herum stehen zahlreiche durstige Pflanzenfresser und schauen sehnsüchtig zum begehrten Nass, zu dem sie sich aber nicht hintrauen.

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Da es noch früh ist, beschließen wir noch weiter bis zum Picknickplatz Melkvlei zu fahren. Auf der Strecke gibt es an einer Stelle mehrere Pfützen auf der Piste, anscheinend hat es hier in den letzten Tagen geregnet. Hier finden sich zahlreiche Greifvögel und Geier. Entweder direkt am Wasser oder in den Bäumen in der Nähe.

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Von den Grasfressern sieht man mehr Tiere liegen als stehen. Eine Gruppe Gnus liegt im Schatten auf der Piste und bleibt selbst liegen, als wir direkt daneben anhalten.

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Dann erreichen wir Melkvlei. Unter einem schattigen Baum machen wir Pause und nutzen die Gelegenheit um uns ein wenig die Beine zu vertreten. Die Nektarinen direkt aus dem Kühlschrank sind bei den Temperaturen herrlich erfrischend. Es gibt viele Vögel, die wohl auf Essensreste der Picknickplatz Besucher hoffen. In erster Linie Siedelweber Mahaliweber. (Danke Uwe)
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Um was es sich bei diesem Exemplar handelt weiß ich nicht, sieht aber reichlich mitgenommen aus. Durch Matthias Hilfe ist jetzt auch diese Wissenslücke gestopft. Es handelt sich um einen gerade flügge gewordenen Trauerdrongo.
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Nach der Pause geht es dann direkt nach Kiliekrankie. Bei den Löwen von Kij Kij hat sich nichts getan und ansonsten gibt es nichts Nennenswertes zu sehen.

Kiliekrankie entpuppt sich als absolute Traumunterkunft. Fünf auf einer Düne gelegene Lehmhütten mit großer Veranda über einem Dünenkessel mit Wasserloch. Der verantwortliche Ranger Willem heißt uns willkommen und zeigt uns unsere Unterkunft. Wir bekommen die Nr.5 ganz am linken Rand. Wir können direkt vor der Hütte parken, was sehr praktisch ist, da wir so alles im Auto lassen können, und jederzeit holen können, was wir benötigen. Die Ausstattung der Hütte lässt keinerlei Wünsche offen. Allerdings ist das Wasser extrem seifig.

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Willem macht uns dann noch auf eine Gruppe Löwinnen aufmerksam, die am Horizont unter einem Busch liegen.

Ich hänge erst einmal die Hängematte auf der Veranda auf und genieße den Ausblick. Kurz vor Sonnenuntergang erscheinen 2 Schakalpaare am Wasserloch. Leider geht die Sonne hinter den Hütten unter, so dass man den Sonnenuntergang selbst von der Veranda nicht beobachten kann.

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Kaum ist die Sonne untergegangen und es zum fotografieren zu dunkel, erscheinen die Löwinnen am Wasserloch. Sie löschen Ihren Durst und brechen dann in Richtung Auob zur Jagd auf.

Zum Abendessen grille ich zwei T-Bone Steaks und brate dazu Pilze und Zwiebeln. Immer wieder eine Offenbarung, wie gut das Rindfleisch im südlichen Afrika schmeckt.

Als es dunkel ist schalten wir die Beleuchtung am Wasserloch ein. Wir hören die Schakale heulen und sehen auch immer wieder Schakale und Hyänen am Wasserloch.

Teil 601. März 2019

4.Tag (Mo. 24.12.2018)
Kgalagadi Transfrontier National Park (Kiliekrankie – Bitterpan)
214km


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Wir stehen bereits um 5:00Uhr auf und starten bei Gate-Öffnung um 5:30Uhr. Die Sonne ist noch nicht aufgegangen.

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Unser erstes Ziel ist Kij Kij, denn wir hoffen, dass die Löwen noch vor Ort sind. Das ist zu unserem Glück auch der Fall und was wir dann erleben ist ganz großes Kino.

Inzwischen ist noch eine weitere Löwin hinzugekommen und die Tiere sind so früh am Morgen noch sehr aktiv. Es wird sich geputzt, geschmust und gespielt.

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Plötzlich halten alle 4 Löwen inne und rennen in Richtung der Dünen. Dort ist ein anscheinend ziemlich verpeilter Leopard unterwegs, der erst im letzten Moment mitbekommt, wo er da hinein geraten ist und sich gerade noch auf einen Baum flüchten kann. Von dort schaut er ziemlich erstaunt aus der Wäsche, wo er da hinein geraten ist.

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Allzu lange verweilen die Löwen nicht unter dem Baum, denn es scheint Ihnen klar zu sein, dass Sie die Gelegenheit den Leoparden zu erwischen, knapp verpasst haben. Kaum haben die Löwen das Feld geräumt, verlässt der Leopard den Baum und verkrümelt sich auf schnellstem Weg in die Dünen.

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Die Löwen haben inzwischen Ihren Weg zum Wasserloch fortgesetzt und wir folgen Ihnen, um sie beim trinken zu beobachten.

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Während die Löwen noch am trinken sind, taucht in Hintergrund eine Braune Hyäne auf. Im Gegensatz zum Leoparden ist die Hyäne sehr aufmerksam und checkt die Situation sofort. Noch ehe die Löwen auf sie aufmerksam werden, tritt sie im gestreckten Galopp den Rückzug an.

Eine Weile bleiben wir noch und machen uns dann auf den Weg nach Norden, zum Rastlager Nossob.

Beim Wasserloch Kransbrak liegt ein Oryx-Kadaver an dem sich mindestens 10 Schakale und eine Tüpfelhyäne bedienen. Vom Jäger keine Spur. Wie es bei Hyänen oft zu beobachten ist, legt sich das Tier nach der Mahlzeit zum Verdauen ins Wasser.

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Weiter geht es durch das Nossobtal. Inzwischen ist es wieder sehr heiß geworden und die Tiere ziehen sich in den Schatten der Bäume zurück.

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Am Picknickplatz Dikbaardskolk machen wir eine ausgedehnte Pause zum Brunch. Erstmals auf dieser Reise kommt unsere Markise zum Einsatz. Ohne das gute Stück hätten wir hier in der prallen Sonne gar keine Pause machen können.

Bei Kaspersdraai liegt ein kleines Löwenrudel in den Büschen direkt beim Wasserloch. Wir stellen fest, dass viele Wasserlöcher von Raubtieren besetzt sind, was für deren Beutetiere ein hartes Los ist. Sie stehen vor der Alternative zu verdursten oder einen der Ihren zu Opfern, aber vielleicht ist das auch eine zu menschliche Sichtweise der natürlichen Vorgänge.

In Marie se draai liegt eine Braune Hyäne mitten im Wasserloch und bleibt dort auch liegen, als wir nur wenige Meter daneben unseren Wagen parken. Wir hätten dieses nachtaktive Tier hier niemals in der Mittagszeit erwartet. Nach ein paar Minuten verlässt sie das Wasserloch und verzieht sich in einen Busch direkt neben der Piste. Wären wir erst jetzt hier angekommen, hätten wir sie niemals entdeckt. Mal wieder fragen wir uns, an wie vielen Tieren man wohl vorbei fährt, ohne sie zu entdecken.

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Im nassen Zustand ist so eine Braune Hyäne ein ganz schön mageres Tierchen.

In Nossob erhalten wir den Schlüssel für den Hinterausgang aus dem Rastlager, denn hier beginnt die Piste nach Bitterpan. Nur mit gültiger Reservierung darf man diese Piste fahren, weshalb das Gate für die Allgemeinheit verschlossen ist. Der Weg nach Bitterpan ist eine schmale Sandpiste, auf der einem zum Glück niemand entgegen kommen kann, da Einbahnstraße. Der Sand ist außer bei den Dünenauffahrten recht fest und hat zum Teil Wellblech gebildet. Bei den steileren Dünenauffahrten haben sich häufig tiefe Löcher gebildet, die für starke Verschränkungen sorgen und den Wagen ordentlich zum Schaukeln bringen. Ich versuche so sanft wie möglich den LandCruiser über die Strecke zu bringen, was bei einigen besonders langen oder steilen Anstigen dafür sorgt, dass ich ein zweites Mal Anlauf nehmen muss. Letztendlich kommt unser Trekker aber überall gut hoch. Für die 54km von Nossob bis Bitterpan brauchen wir deshalb über 2 Stunden.

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Die Tierwelt hält sich im Kgalagadi Transfrontier National Park in erster Linie in den beiden Flussbetten auf, weshalb es auf der Zufahrt nach Bitterpan nur wenig zu sehen gibt. Umso erstaunter sind wir, als Kathrin in der Nähe des Wasserlochs Klein Stofpan Löwen im hohen Grans und unter dichten Büschen entdeckt. Wie Sie das gemacht hat ist mir ein Rätsel. Selbst als ich angehalten habe, brauche ich eine Weile bis ich sie gefunden habe. Wir fragen uns wovon die hier leben, denn die Wasserlöcher auf der Zufahrt nach Bitterpan sind alle außer Betrieb und wir haben auch keinerlei potentielle Beute in der weiteren Umgebung entdecken können.

Unterwegs quittiert dann plötzlich das GPS seinen Dienst. Mit einem Mal ist der Bildschirm schwarz und lässt sich auch nicht wieder zum Leben erwecken. Hitzekollaps durch die Lage hinter der Windschutzscheibe in der prallen Sonne? Ist zum Glück nicht so ein großes Problem, denn ich hatte mir vor der Reise die Karten von Maps.me auf mein Smartphone geladen. Die Karten dieser App sind fast so detailliert, wie T4A. Wir hoffen aber trotzdem, dass sich das Navi über Nacht berappelt und morgen wieder zur Verfügung steht.

Gegen 16:00Uhr kommen wir im Wilderness Camp Bitterpan an, welches an der gleichnamigen Pfanne liegt. Das Camp ist das mit Abstand am einsamsten gelegene Wilderness Camp im KTP. Wir bekommen die äußere Unterkunft im Westen (links außen vom Parkplatz betrachtet). Die Wohneinheit ist sehr klein und nicht mehr als eine Einhausung der beiden Betten. Jede Unterkunft hat ein eigenes Badezimmer in einer separaten Hütte gegenüber des Schlafbereichs. Das Badezimmer ist wesentlich großzügiger gestaltet, als der Schlafbereich und lässt keinerlei Wünsche offen. Vor dem Schlafbereich befindet sich eine kleine Veranda mit zwei Stühlen und darunter ein umzäunter „Vorgarten“ mit einem Grill. Leider ist die Veranda so ausgerichtet, dass sie am Nachmittag in der prallen Sonne liegt und deshalb nicht nutzbar ist. Der einzige Ort an dem man sich aufhalten kann, bis es gegen Abend kühler wird, ist auf dem Bett.

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Bei dem "Turm" handelt es sich leider nicht um einen Aussichtsturm, sondern um die Einhausung des Wassertanks.

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Hinsichtlich kochen und essen ist die Einrichtung des Camps wirklich absurd. Es gibt nur eine Gemeinschaftsküche. Dort steht zwar für jede Wohneinheit ein Kühlschrank zur Verfügung, aber die meisten anderen Kücheneinrichtungen, wie z.B. Herd und Spüle sind nur doppelt vorhanden. Wenn es dann 4 unterschiedliche Parteien im Camp sind und alle gleichzeitig nach Sonnenuntergang (heute nicht sehr spektakulär) mit dem Kochen beginnen, wird das ganz schön unübersichtlich. Im Gegensatz zu den Herden befinden sich die Braais bei den Unterkünften, wo es aber wiederum keine Tische gibt. Der einzige Tisch ist sowieso der große Tisch in der Gemeinschaftsküche, wobei sich die Frage stellt, wer bei diesem Wetter drin essen will. Man gut, dass wir einen Campingtisch haben, den ich auf der Veranda aufstellen kann. Gleichzeitig kochen und grillen geht aber nicht, so dass ich erst die Beilage koche und mich dann um die Lammkoteletts auf dem Grill kümmere.

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Auch hier gibt es ein Wasserloch, welches nachts beleuchtet ist. Tagsüber war hier gar nichts los. Nach Einbruch der Dunkelheit sehen wir ein einsames Oryx.

Nachdem die ersten Nachbarn zu Bett gegangen sind, zeigt sich auch, dass dieses Camp sehr hellhörig ist. Man hört jeden Schnarcher und Toilettengang der Nachbarn.

Während ich Kiliekrankie jederzeit wieder buchen würde, ist es bei Bitterpan gut, dieses Camp mit seiner einsamen Lage mal erlebt zu haben. Einmal reicht aber auch.

Teil 706. März 2019

5.Tag (Di. 25.12.2018)
Kgalagadi Transfrontier National Park (Bitterpan – Twee Revieren)
143km


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Auch heute sind wir wieder pünktlich zur Gateöffnung um 5:30Uhr gestartet. Für die Abreise entscheiden wir uns für die Strecke nach Craig Lockhart. Schon bald geht die Sonne auf und die Landschaft ist durch das angenehm weiche Licht am Morgen noch schöner. Die Piste ist deutlich angenehmer zu fahren. Viel weniger Wellblech und ausgefahrene Löcher.

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Das Navi hat sich über Nacht erholt und versieht jetzt wieder brav seinen Dienst.

Tiere sind in den Dünen nicht zu entdecken, was sich aber ändert sowie wir das Auobtal erreichen, wo wir gleich von einer Gruppe Oryx begrüßt werden.

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Es gibt auch jede Menge Springböcke.

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Besonders viel Spaß macht uns ein kleines Springbockkitz, welches seinem Namen alle Ehre macht und Minuten lang um seine Mutter herumspringt. Ein Bild unbändiger Lebensfreude. Zu meiner Enttäuschung muss ich im Nachhinein dann aber feststellen, dass kein einziges meiner vielen Fotos die Situation auch nur annähernd wiedergeben kann. Zwar habe ich jede Menge Bilder, bei denen das Kitz mit allen vieren in der Luft ist, aber das kann man durch den eintönigen braunen Hintergrund und meinen erhöhten Fotostandpunkt nicht erkennen. Es sieht immer aus, als würde das Kitz sich zwar verrenken, aber auf dem Boden stehen.

Kurz vor Kamqua entdecken wir eine Leopardin, die am westlichen Talhang in Richtung Süden zieht. Zwischendurch kommt sie auch mal herunter und überquert mehrfach die Piste. Es ist eine ausgesprochen hübsche und zierliche Katze.

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Als vor uns Springböcke auftauchen hoffen wir kurz auf Jagdszenen, aber die Leopardin wird schnell entdeckt und verliert in Folge dessen das Interesse an den Springböcken. Nach einer ganzen Weile verzieht sich die Leopardin dann in den Schatten der Felsüberhänge oben am Hang. Insgesamt haben wir rund eine halbe Stunde mit der Leopardin verbracht und sind dabei über einen Kilometer durchs Tal gezogen. Es waren nie mehr als 5 Autos anwesend und alle haben sich sehr diszipliniert verhalten.

Der Magen knurrt und wir suchen zum Brunch den Picknick Platz Auchterlonie auf. Schöne Lage über dem Tal. Für Unterhaltung sorgt eine Fuchsmanguste.

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Natürlich schauen wir uns auch das kleine, im ehemaligen Farmhaus untergebrachte, Museum an. Selbst mit dem Museum kann man aus heutiger Sicht kaum ermessen, wie extrem hart das Farmleben in dieser Region gewesen sein muss.

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Auf dem weiteren Weg nach Twee Revieren sehen wir nur noch Vögel und Kleintiere, was für uns aber genauso schön wie die Big5 ist.

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Das Auobtal gefällt mir landschaftlich wesentlich besser als das Nossobtal, da man hier tatsächlich auch das Gefühl hat durch ein Tal zu fahren.

Kurz nach Mittag erreichen wir Twee Revieren. Unter den freien Stellplätzen können wir uns unbeschränkt einen aussuchen. Die meisten Stellplätze auf der großen staubigen Fläche bieten keinen Schatten und die wenigen mit Schatten sind natürlich schon längst belegt. Wieder einmal sind wir froh über unsere große Markise. Obwohl die Campsite nicht schön ist, beschließen wir, heute nicht noch einmal auf Gamedrive zu gehen. Wir waren bislang jeden Tag fast durchgehend auf Achse und brauchen jetzt einfach mal ein bisschen Zeit zum lesen und chillen. Zwischendurch suchen wir auch den Swimmingpool auf, der recht nett gelegen ist.

Als langjähriger Camper denkt man ja schon alles auf diesem Gebiet gesehen zu haben, wird dann aber doch immer mal wieder überrascht. So wie heute von unseren Zeltnachbarn, welche eine transportable Klimaanlage für Ihr Zelt dabei haben. Ich bin mir unsicher, ob ich neidisch bin oder es lächerlich finde, denn immerhin haben die Temperaturen hier im Park jeden Tag die 40°C überschritten.

Nach Sonnenuntergang gehen einige Campmitarbeiter über die Campsite und singen Weihnachtslieder. Auch viele Zelte sind weihnachtlich geschmückt und vor einem steht sogar ein Plastikweihnachtsbaum. Das alles ist hier in der Wüste schon ein sehr surreales Erlebnis.

Als Kompensation für den ruhigen Nachmittag in Camp gönnen wir uns heute einen Night-Gamedrive, welcher um 21:30Uhr startet. Schon nach 10m stoppt der Wagen zu ersten Mal und der Guide zeigt uns eine Eule auf einem Baum direkt am Wegesrand. Das geht ja schon mal gut los. Und so bleibt es auch für den Rest der Fahrt. Durch die hohen Tagestemperaturen im KTP scheint es hier besonders viele nachtaktive Tiere zu geben. Springhasen, Scrub Hares, Schakale, Kapfüchse, Löffelhunde, Genets und African Wildcats tauchen im Spotlight der Scheinwerfer auf. Leider sind alle zu weit entfernt oder zu wuselig, als dass ich auch nur ein einziges Foto hinbekomme, aber angeblich sind ja die wichtigsten Bilder die Bilder im Kopf. Nur leider habt Ihr nichts von den Bildern in meinem Kopf.

Teil 807. März 2019

6.Tag (Mi. 26.12.2018)
Twee Revieren – Kalahari Game Lodge
137km


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Wie meist, wenn es morgens auf Gamedrive geht, starten wir ohne Frühstück. Seit Kathrin sich am Vorabend für diese Frühstarts immer eine Thermoskanne Kaffee kocht ist das für uns beide viel entspannter. 😎 😗

Im südlichen Auob-Tal ist ziemlich tote Hose. Erste nennenswerte Sichtung ist eine Löwin im Gebüsch bei Auchterlonie. Sie liegt sehr versteckt und zeigt null Aktivität. Absoluter Tiefschlaf. Da ist der Blick zum alten Farmhaus Auchterlonie, oben am Hang schöner.

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Später sehen wir einige der wenigen Giraffen des KTP. Diese scheinen sich überwiegend im Auob-Tal aufzuhalten. Im weiteren Verlauf zeigt sich dann allerlei Kleinvieh. Besonders freuen wir und über die Erdmännchen, die wir fast übersehen hätten, da sie sich unter eine Gruppe Borstenhörnchen gemischt hatten.

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Wenig später treffen wir Susi (Susi65) & Michael, die uns entgegenkommen. Die beiden hatten uns schon gestern gesehen, aber wir hatten unseren Focus anscheinend nur auf die Tiere gerichtet und nichts mitbekommen – peinlich. 😊 Ein kurzer Plausch auf der Piste, aber mehr ist nicht drin, da wir für alle anderen Fahrzeuge ein Verkehrshindernis sind. Unsere Ziele liegen in entgegengesetzten Richtungen und so müssen wir uns schon bald wieder voneinander verabschieden. Zum Glück sehen wir uns am kommenden Wochenende in Hamburg, dann haben wir mehr Zeit.

Zwischen dem Dertiende Boorgat und dem Veertiende Boorgat liegen zwei Geparde im Schatten unter einem großen Baum. Ich kann ja verstehen, dass die Tiere bei den herrschenden Temperaturen den Schatten aufsuchen, aber aus meiner Sicht als Fotograf kann ich das nicht gutheißen. Gerade jetzt kurz vor Mittag sind die Unterschiede zwischen dem gleißenden Sonnenlicht und dem dunklen Schatten fotografisch kaum beherrschbar. Zumindest für mich.
Aus den prallen Bäuchen und dem zum Teil noch blutverschmierten Fell können wir entnehmen, dass die beiden heute schon erfolgreich waren und wir nicht mehr mit weiteren Aktivitäten rechnen dürfen.

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Mittagspause machen wir in Mata-Mata, bevor es dann dort über die Grenze nach Namibia geht. Am Grenzposten ist nix los und wir sind ruckzuck wieder auf der Piste. Roadtax für Namibia: 295N$

Fazit KTP:
Der Park hat mir deutlich besser gefallen, als bei unserem ersten Besuch. Von meinen Lieblingsparks ist er aber trotzdem noch weit entfernt. Der große Pluspunkt waren natürlich die vielen Katzen, die einem hier über den Weg laufen, ohne das man groß danach suchen muss.
Mit den Wilderness Camps haben wir jetzt auch eine sehr schöne Übernachtungsalternative zu den staatlichen Restcamps gefunden. Selbst Bitterpan ist noch um Längen besser als die staatlichen Restcamps. Die Campsites Polentswa und Rooiputs sind in der Hochsaison aber anscheinend nur noch mit Vitamin B zu bekommen.
Die Landschaft im Park ist ganz nett, haut mich aber auch nicht vom Hocker. Da finden sich deutlich ansprechendere Ziele.
Was mich nach wie vor am meisten stört sind die eingeschränkten Gamedrivemöglichkeiten. Immer nur die beiden Flusstäler hoch- und runterjuckeln ist schon recht eintönig.
Wir werden den Park sicherlich immer mal wieder besuchen, aber 3 Nächte sind für uns vollkommen ausreichend.
Ich weiß, dass viele von Euch den KTP lieben, aber Geschmäcker sind bekanntlich verschieden.

Aus dem Einkauf im Kalahari Farmstall wird nichts, da wegen Weihnachten geschlossen.

Nach wenigen Kilometern ist dann auch schon unser Tagesziel erreicht – die Kalahari Game Lodge.
Die Campsites liegen rund 1km flußaufwärts im Auobtal und sind extrem gut ausgestattet. Jede Campsite verfügt über ein eigenes Schattendach, Spüle und Dusche/WC. Alles in Topzustand und sehr sauber.

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Das Gelände der Lodge ist in zwei Bereiche aufgeteilt. Zum einen der allgemeine Gamedrivebereich, auf dem man als Selbstfahrer zu jeder Tag- und Nachtzeit unterwegs sein darf. Die große Runde in diesem Bereich sind ca. 23km. Dann gibt es noch das Löwenareal, in das man nur im Rahmen eines geführten Gamedrives kommt.

Wir lassen es ruhig angehen und beschließen auf der Campsite zu bleiben. Für mich bedeutet das Hängematte, Vogelpirsch und Training.

Ich muss zugeben, dass ich die meiste Zeit lesend in der Hängematte verbracht habe, da man diese hier perfekt unter dem Schattendach aufhängen konnte.

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Zwischendurch habe ich mich aber auch in die Sonne gewagt und bin ein wenig den Vögeln hinterhergeschlichen. Auffällig für mich waren dabei die Bienenfresser, von denen ich 2 Arten auch recht passabel auf dem Chip bannen konnte.

??? junger Schwalbenschwanz-Spint (Dank an fidel und Uwe)
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Schwalbenschwanz-Spint / Swallow-Tailed Beeater
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…und dann war da noch die Sache mit dem Training.
Wie einige von Euch vielleicht schon mitbekommen haben ist meine zweite große Leidenschaft neben dem Reisen das Klettern. In dieser Sportart bin ich im Norddeutschen Landesverband recht engagiert und nur 10 Tage nach Rückkehr aus dem Urlaub würden die Norddeutschen Bouldermeisterschaften stattfinden, wo ich zum Routenbau eingeteilt war. Dazu muss man fit sein und so konnte ich nicht über 7 Wochen lang in Afrika auf der faulen Haut liegen. Unser Unterstand bot gute Trainingsmöglichkeiten und die galt es zu nutzen. Bei den herrschenden Temperaturen leistete der innere Schweinehund beträchtlichen Wiederstand, aber letztendlich raffte ich mich auf.

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Heute blieb der Grill kalt, denn wir gingen in die Lodge zum Dinner. Der Weg von der Campsite bot sich als netter Spaziergang an. Man bewegt sich auf dieser Art von Reisen viel zu wenig und da bin ich immer für jeden kleinen Weg dankbar, den man zu Fuß gehen kann. Bei diesem Spaziergang konnten wir auch den Sonnenuntergang genießen.

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Zum Abendessen gab es vorweg einen leckeren Salat und als Hauptgericht Springbockkeule. Das war sehr passend für die Region, denn in den letzten Tagen konnten wir abertausende dieser Antilopen sehen.

Pappsatt ging es dann im Dunkeln zurück zur Campsite. Der Spaziergang war besser als so mancher Night-Gamedrive. Im Schein unserer Taschenlampen konnten wir Genets, Springhasen und Löffelhunde ausmachen.

Beim allabendlichen Tagebuchschreiben nerven dann die vielen Insekten, die sich von meiner Stirnlampe angezogen fühlen und mir um den Kopf schwirren. Inzwischen hat es auch zugezogen, weshalb es in dieser Nacht kaum abkühlt.

Teil 913. März 2019

7.Tag (Do. 27.12.2018)
Kalahari Game Lodge – Namibrand Family Hideout
499km


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Heute stand in erster Linie Fahren und Einkaufen auf der Agenda. Somit brauchten wir nicht schon in aller Frühe aufzubrechen. Zwar sind wir wie immer kurz vor Sonnenaufgang aufgestanden, haben es dann aber beim Frühstück gemütlich angehen lassen. Kathrin hatte sich beim letzten Einkauf anscheinend mit den Tomaten verrechnet, denn es waren noch jede Menge übrig. Da wir heute frisches Obst & Gemüse einkaufen würden, bestand Ihr Frühstück somit in erster Linie aus Tomaten.

Die C15 durch das Auob Tal war wie glatt gebügelt und lies sich sehr angenehm fahren. War das Tal zu Anfang noch in üppiges Grün gekleidet, waren vor Gochas auf vielen Kilometern alle Bäume im Tal gerodet und die Baumstümpfe verkohlt. Es tut in der Seele weh, diesen Raubbau an der Natur mit anzusehen.

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Von Gochas bis Maltahöhe führt die Strecke durch absolut langweilige und öde Landschaft. Alles topfeben mit kargem Buschland. Zu meiner Überraschung gibt es aber selbst hier Touristen-Lodges.

In Mariental dann der erste Einkauf seit einer Woche. Der Spar ist sehr gut sortiert und was noch wichtiger ist: Auf dem Parkplatz kann man ungestört und in aller Ruhe den Wagen packen, ohne belästigt zu werden. Den Tank haben wir ebenfalls gefüllt.

Weiter geht es nach Maltahöhe und ab diesem kleinen Dorf wird die Landschaft sehr, sehr schön. Alle schwärmen immer von der D707. Die D830 von Maltahöhe zum Namibrand kann da locker mithalten. Anscheinend eine noch recht unbekannte Strecke, an der es auch keinerlei Unterkünfte gibt und die deshalb vielleicht nicht so im Fokus steht.

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Die D830 beginnt im Osten noch auf der Hochebene, und schlängelt sich schon bald durch ein schmales tief eingeschnittenes Tal hinunter ins Tiefland. Dort weitet sich die Landschaft zu prächtigen Ebenen, welche von hohen Bergen durchsetzt sind. Am Ende fährt man auf die Weiten der Namib zu.

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Vom Ende der D830 sind es nur noch wenige Kilometer bis zum Namibrand Reserve und dem darin liegenden Namibrand Family Hideout, zu dem auch 2 Campsites gehören. Wir bekommen die Campsite „Orion“. Die liegt im Gegensatz zur Campsite „Venus“ zwar etwas offener, hat dafür aber ein Wasserloch in Sichtweite.
Die Campsite ist sehr gut ausgestattet. Zum einen gibt es einen Sanitärbereich mit allem, was das Herz begehrt und zum anderen einen Unterstand, der vor Sonne und Wind schützt. Alles aus Canvas.

Die Lage ist traumhaft. Ein weiter Blick über die Grasebenen und gleich hinter der Campsite beginnen die ersten Dünen.

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Leider geht ein heftiger Wind, der sich im Laufe des Nachmittags bis zum Abend zu einem veritablen Sturm entwickelt. Dem ist dann auch der Unterstand nicht mehr gewachsen. Überall ist Sand in der Luft und alles knirscht. Auch die Tiere scheinen sich alle verkrochen zu haben, denn nicht ein einziges lässt sich an der Wasserstelle blicken.

Zum Sonnenuntergang verschafft uns der Sandsturm ganz besondere Lichtverhältnisse.

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Ansonsten vermiest uns der Sturm den Abend aber sehr. Man kann es einfach nicht genießen. Beim Abendessen schmeißt er einem die Getränke um und weht das Essen vom Teller. Wir machen Lammkottelets mit frischem Salat, denn der muss gegessen werden, solange er noch frisch ist. Den Salat muss man ständig wieder einfangen und durch das Balsamico-Dressing sehe ich aus wie ein Schwein. Das es beim Essen kräftig zwischen den Zähnen knirschst, bräuchte eigentlich nicht mehr extra erwähnt werden.

Es ist sternenklar. Die geplanten Nachtaufnahmen fallen aber ebenfalls dem Sturm zum Opfer.

Teil 1015. März 2019

8.Tag (Fr. 28.12.2018)
Namibrand Familiy Hideout
21km


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Nachts hat der Wind nachgelassen und als wir aufstehen ist es fast windstill. Noch vor Sonnenaufgang werden wir von Andrew zu einem Education Walk durch die Dünen abgeholt. Der hat sich voll gelohnt und ich kann den Walk nur empfehlen. Wir lernen viel über das Ökosystem der Namib im Allgemeinen und im Namibrand Reserve im Speziellen. Gemeinsam lesen wir die Spuren der Nacht

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Der Sand hat noch eine angenehme Temperatur und so verschwinden die Schuhe für den Rest der Wanderung im Rucksack.

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Das auffälligste Tier im Namibrand Reserve ist ganz klar der Oryx, von denen es hier jede Menge Exemplare zu sehen gibt. Auch über diese Tiere können wir noch einiges Neues lernen. Jetzt wissen wir zum Beispiel woran man als Jäger, der den Spuren eines Oryx folgt, erkennen kann, ob es sich um einen Bullen oder eine Kuh handelt und ob es ein altes oder junges Tier ist.
Während die Bullen beim kötteln anhalten und somit alle Droppings auf einem Haufen liegen, gehen die Weibchen einfach weiter und verteilen ihre Hinterlassenschaften in der Fläche. Alte Oryx fangen an zu schlurfen. Man sieht vom Hufabdruck aus eine Schleifspur im Sand, da sie die Hufe nicht mehr richtig anheben und die Hufspitze durch den Sand ziehen.

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Interessant sind auch die Informationen über den Kameldorn. Dieser Baum prägt die Landschaft des Namibrand Reserves ganz besonders. Die Wurzeln reichen bis zu 60m in die Tiefe und dehnen sich im gleichen Maße auch horizontal aus. Um zu keimen benötigen die Samen über einen Zeitraum von rund 40 Tagen ein gewisses Maß an Feuchtigkeit. Durch die zunehmende Dürre fehlen solche Perioden hier im Reserve schon seit langem und so gibt es seit mehreren Jahrzehnten keine neuen Schösslinge des Kameldorns in der Region. Damit der Kameldorn hier nicht ausstirbt, hat man im Namibrand Reserve jetzt mit der künstlichen Aufforstung dieser Bäume begonnen.
Da es im Namibrand Reserve keine Termiten gibt, sieht man auch noch die Skelette von Kameldornbäumen, die bereits vor Jahrzehnten abgestorben sind.

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Noch während wir unterwegs sind, setzt der Sandsturm wieder ein. Bis zum Mittag befinden wir uns in einem Sandstrahlgebläse, dem wir nicht entkommen können. Selten hat ein Frühstück so zwischen den Zähnen geknirscht und wir sehen aus wie paniert.
Da möchte man gerne mal zwischendurch duschen, aber damit haben wir leider ein kleines Problem. Ausgerechnet in der Dusche funktioniert das kalte Wasser nicht. An allen anderen Wasserhähnen funktioniert es. Zu einer anderen Jahreszeit könnte man das ignorieren, aber jetzt im Sommer ist das mittels Sonnenkollektoren erzeugte Warmwasser kochend heiß. Da bleibt nur eine Eimerdusche am Wasserhahn im Freien, nachdem der Wind endlich nachgelassen hat.

Auch unsere Campsite wird im Übrigen von einem mächtigen Kameldorn beschattet.

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Am frühen Nachmittag lässt dann der Sturm endlich nach und wir können endlich die Ruhe und Einsamkeit dieser wunderschönen Campsite genießen. Die Temperaturen sind deutlich angenehmer als im KTP.

Jetzt verlassen auch die Tiere die Plätze an denen sie Schutz vor dem Sturm gesucht haben und es setzt ein richtiger Run auf unser Wasserloch ein. Über Stunden folgt eine Gruppe Oryx der anderen. So lange und intensiv haben wir Oryx noch nie beobachten können. So wissen wir jetzt auch, was für Laute Oryx von sich geben, bzw. dass sie überhaupt Laute von sich geben. Bislang hatten wir diese Antilopen immer nur sehr still erlebt. Jetzt erlebten wir aber, wie ein Bulle hinter einer Kuh her war und sich dabei ganz ähnlich anhörte, wie ein röhrender Hirsch.

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Vereinzelt kamen auch Springböcke vorbei und auch von Vögeln war das Wasserloch gut besucht. Zum fotografieren der Vögel war mir das Wasserloch aber zu weit entfernt, bzw. konnte ich mich nicht aufraffen meinen bequemen Schattenplatz unter dem Kameldorn zu verlassen.

Am Abend fahren wir noch die Selfdrive-Runde, welche durch eine traumhafte Halbwüstenlandschaft führt. Über den Bergen im Hinterland haben sich im Laufe des Tages beeindruckende Gewitterwolken gebildet und es sieht so aus, als würde es dort jetzt kräftig regnen. Andrew hatte bei unserer Wanderung auch gesagt, dass dort in den Bergen noch genug Regen fallen würde, um erfolgreich Landwirtschaft betreiben zu können.

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Die Strecke ist einfach zu fahren. Nur zweimal müssen Dünenpassagen bewältigt werden und die stellen auch keine große Herausforderung dar.
Die zweite Dünenquerung ist kurz vor Ende der Runde und wir beschließen hier den Sundowner zu zelebrieren. Leider verschwindet die Sonne schon früh hinter den Bergen, noch bevor sich der Himmel abendlich färbt.

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Zurück auf der Campsite setzt wieder der Wind ein und wir sehen eine Wand aus Sand auf uns zukommen. Zum Glück handelt es sich nur um eine einzelne gewaltige Böe, denn danach ist gleich wieder Ruhe. Der Sand in der Luft sorgt dann noch für ein ganz besonderes Licht, bevor es dunkel wird.

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Das Abendessen können wir heute bei Windstille genießen und werden dabei vom Wetterleuchten über den Bergen im Osten unterhalten.

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Wirklich schade, dass unser Aufenthalt hier auf der Campsite des Namibrand Family Hideout so unter dem Sturm gelitten hat. Selbst so hat es uns noch sehr gut gefallen, aber bei guten Wetterbedingungen ist das sicher eine der schönsten Campsites im Bereich der Namib. Das ausgerechnet das kalte Wasser in der Dusche nicht ging war Pech und wäre unter anderen Bedingungen sicher nicht so nachteilig gewesen, wie ausgerechnet bei unserem Aufenthalt.

Mit Andrew hatten wir einen sehr angenehmen und kompetenten Guide.

Teil 1120. März 2019

9.Tag (Sa. 29.12.2018)
Namibrand Family Hideout – Sesriem
246km


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Frühstück bei Windstille – was für ein Genuss. Abfahrt um 8:00Uhr. Das Gebiet verabschiedet sich mit der Sichtung eines Löffelhunds. Der gibt leider gleich Fersengeld und will sich nicht fotografieren lassen.

Auf der C27 geht es auf direktem Weg nach Sesriem. Die Piste hat ordentliches Wellblech. Erst wenn der Wagen bei 80-90 km/h ins „schweben“ kommt, kann man die landschaftlich sehr schöne Strecke genießen. Abbremsen für und anfahren nach Fotostops sind natürlich trotzdem eine arge Rappelei. Das schüttelt einem fast die Plomben raus.

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Wir waren fast 10 Jahre nicht mehr in Sesriem und sind erstaunt, was sich hier in den letzten Jahren getan hat. Als wir das letzten mal hier waren, gab es nur die Sossusvlei-Lodge und die NWR-Campsite. Eine weitere Campsite hinter der Tankstelle wurde gerade gebaut. Jetzt gibt es einen riesigen Rasthof und jede Menge neue Unterkünfte. Entsprechend gibt es hier Touristenmassen, wie wir sie bislang auf dieser Reise noch nicht erlebt haben.

Entsprechend sind wir froh, hier einen Stellplatz auf der NWR-Campsite reserviert zu haben. Wir bekommen den Platz Nr. 15, welcher am Rand der Anlage liegt und einen tollen Schattenbaum bietet. Es ist allerdings Milimeterarbeit, unter dem Baum einen passenden Platz zu finden, an dem wir unser Hubdach ausklappen können.
Der Campingplatz wird ja oftmals wegen seiner Größe kritisiert, aber uns gefällt es hier sehr gut. Wir würden diesen Platz noch immer den anderen Campingplätzen der Gegend vorziehen. Man hat noch immer das Gefühl in der Wüste zu übernachten.
Im Baum unserer Campsite ist auch ein kleines Siedelwebernest mit reichlich Flugverkehr und so ist für Unterhaltung während der Siesta gesorgt. Es dauert ewig, bis ich wenigstens ein einziges brauchbares Foto von diesen flinken Vögeln im Kasten habe.

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Bis 14:00Uhr verbringen wir die heißesten Stunden des Tages auf unserer Campsite. Genug Bücher haben wir beide auf diese Reise mitgenommen.

Dann machen wir uns auf den Weg ins Sossusvlei. Wieder einmal frage ich mich nach dem Sinn, dass die 60km von Sesriem zum 2x4 Parkplatz asphaltiert sind, während man bis Sesriem ordentlich auf Wellblechpisten durchgeschüttelt wird. Anders herum wäre es für mich nachvollziehbarer. Auch die 60km/h sind verwunderlich, darf man auf dem Gravel doch mit bis zu 100km/h unterwegs sein. Entsprechend hält sich auch kaum jemand an die 60km/h.

Da ich auch auf Gravel mit 2,0 bar vorne und 2,5bar hinten unterwegs war und für die Strecke zum 2x4 Parkplatz nicht extra aufgepumpt habe, können wir gleich weiter nach hinten ins Sossusvlei fahren. Mit der richtigen Spurwahl und ein wenig Schwung an den tiefsandigsten Stellen lassen sich die 5km bis nach ganz hinten gut fahren.
Wieder einmal bewährt es sich antizyklisch unterwegs zu sein. Während am frühen Morgen hier die Völkermassen unterwegs sind, ist es jetzt herrlich leer. Außer uns nur ein weiteres Auto.

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Weiter geht’s zum Deadvlei Parkplatz, denn der Besuch dieser Pfanne soll der Höhepunkt des heutigen Tages werden. Auch hier stehen nur wenige Fahrzeuge. Wir verzichten darauf eine der umliegenden Dünen zu besteigen und laufen direkt ins Vlei. Es weht ein angenehmer Wind und die Bedingungen sind für die Tages- und Jahreszeit sehr angenehm.

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Klar ist das Licht zu dieser Zeit nicht so gut wie am frühen Morgen, aber dafür ist außer uns kaum jemand mehr hier. Die Schwächen beim Licht kann man auch gut ausgleichen, wenn man die Möglichkeiten moderner Fotoapparate etwas ausreizt.

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So tot wie der Name einem weißmachen will ist das Deadvlei gar nicht. In einem der abgestorbenen Kameldornbäume hat ein Schildrabe sein Nest errichtet.

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Hier im Deadvlei tobe ich mich dann erstmals so richtig mit meiner neuen Kamera aus. Letztendlich kommen dabei auch keine anderen Bilder heraus, als man sie schon tausendfach gesehen hat, aber ich habe meinen Spaß und bin glücklich, dass man hier auch tagsüber gute Aufnahmen machen kann.

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Als wir das Deadvlei verlassen, wird es gerade wieder etwas voller. Wir haben wirklich den idealen Zeitpunkt erwischt. Ich möchte gar nicht wissen, wie viele Menschen hier morgens unterwegs sind. An sich stören mich die Menschen hier auch nicht, aber die Fotos sehen halt schon besser mit einer menschenleeren weißen Fläche aus.

Auf dem Rückweg fällt mir ein Fahrzeug auf dem Parkplatz auf, an dem das Licht brennt. Es gehört zwei Britinnen (oder Amerikanerinnen) die mit uns zusammen im Deadvlei waren. Ich rechne schon damit, den beiden Starthilfe geben zu müssen, aber der Wagen springt an. Dafür treffen wir die beiden 2km später wieder. Sie haben sich im tiefen Sand voll eingegraben. Na dann habe ich wenigstens auch dieses Mal die Winch nicht umsonst dabei, auch wenn ich sie noch nie für mich selbst gebraucht habe. Ich fahr mich immer nur mit Fahrzeugen ohne Winch fest.

Der Tag schreitet voran und das Licht in den Dünen wird immer schöner.

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Zum Sundowner fahren wir zur Elim Düne, da es von dort nicht mehr weit bis zur Campsite ist. Wir sind allerdings faul und verzichten auf die Besteigung der Düne.

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Zum Abendessen haben wir einen Tisch in der Sossusvlei Lodge reserviert. Das ist ein netter Spaziergang von 15min. von unserer Campsite aus. Vor allem nach dem Essen ist so ein kleiner Verdauungsspaziergang ganz angenehm. Das Buffet ist noch immer der Knaller. Dafür würden wir immer wieder hierher kommen. Allein die Vorspeisen nehmen einen ganzen Raum ein und draußen auf der Terrasse gibt es 4 verschiedene Grillstationen, wo man sich frisch etwas zubereiten lassen kann. Bei den Getränken hapert es aber ein wenig. Wein gibt es nur in Flaschen, was ein Problem ist, wenn nur einer Wein trinkt und sich nicht an dem Abend abschießen will. Dry Lemon oder Bitter Lemon waren gar nicht zu bekommen. Das war bei den bisherigen Restaurants besser. Insgesamt ist es auch ein ganz schöner Massenauflauf. Zusammen mit uns sind hier sicher an die 200 Personen am speisen. Das ist dann so ein bisschen wie bei mir in der Firmenkantine.

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Zurück auf der Campsite gibt es noch den einen oder anderen GinTonic und wir lauschen den Barking Geckos, die wir erstmals auf dieser Reise hören.

Teil 1222. März 2019

10.Tag (So. 30.12.2019)
Sesriem – Walvis Bay
375km


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Wir frühstücken auf unserer Campsite und können danach beim Zusammenpacken sehr schön die gelebte Praxis der namibischen Mülltrennung miterleben.

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Der von den Touris brav in die verschiedenen Mülleimer getrennte Abfall wird von den NWR-Mitarbeitern in einem großen schwarzen Müllsack zusammengekippt, der dann zu den anderen schwarzen Säcken auf den Pickup wandert. In meiner Naivität hatte ich tatsächlich gedacht, dass zumindest so gut recycelbaren Materialien, wie Glas und Metall auch getrennt entsorgt werden.

In Solitaire machen wir einen Versorgungsstop in der Bäckerei. Für ein zweites Frühstück nehmen wir uns Apfelkuchen mit.

Die C14 bietet noch einmal eine Steigerung in Sachen Wellbleck. Dieses ist teilweise so heftig, dass der Rollwiederstand so groß ist, dass unser schwach motorisierter Wagen im 5.Gang nicht mehr über 80km/h kommt und ich deshalb in den 4.Gang runterschalten muss.

Es geht durch den Kuiseb-Canyon.

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Ein paar Kilometer hinter dem Kuiseb Canyon zweigt nach Süden ein Weg zu einem Aussichtspunkt ab, den wir nehmen. Lange Zeit fragt man sich auf der Ebene, wo den hier eine Aussicht sein soll und steht dann plötzlich an der Abbruchkante zum Kuiseb.

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Hier gibt es sogar Sitzgelegenheiten mit Schattendach. Wir nutzen diese Gelegenheit, machen eine längere Pause und lassen uns den sehr leckeren Apfelkuchen aus Solitaire schmecken - ganz ausgezeichnet.

Um die Mittagszeit treffen wir in Walvis Bay ein. Zunächst fahren wir an die Lagune. Während wir die Flamingos beobachten beratschlagen wir, wie wir den Nachmittag verbringen wollen.

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Wir entscheiden uns zum Pelican Point zu fahren. Dafür geht es auf der Salzstraße D1986 zwischen Lagune und Saline entlang bis diese an den Stand zum offenen Mehr führt. Hier am Strand ist ordentlich was los. Scheint ein sehr beliebtes Wochenendausflugsziel zu sein. Zahlreiche Familien haben sich hier häuslich eingerichtet. Pavillons sind das mindeste. Viele haben auch gleich ein eigenes Dixiklo mitgenommen. Es wird geangelt, gebraait und am Strand gespielt.

Wir müssen hier die Straße verlassen. Weiter geht es durch stark verspurten Tiefsand, weshalb wir erst einmal den Reifendruck auf 1,5bar reduzieren. Mit diesem Luftdruck arbeitet sich der Landcruiser gut durch das tiefe Geläuf. Nervig ist dabei nur, dass er permanent schlingert, wie ein Betrunkener auf dem Nachhauseweg. Doch dazu später mehr.

Je weiter wir uns von der Straße entfernen, umso leerer wird es und hinter dem Leuchtturm haben wir die Landzunge, welche die Lagune vom offenen Meer trennt, ganz für uns allein. Unser Ziel ist die Robbenkolonie welche hier anscheinend so gute Lebensbedingungen hat, dass sie in den letzten Jahren immer mehr gewachsen ist.

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Vor kurzem wurde die nächste Generation Robben geboren. Es wuseln jede Menge der kleinen knuffigen schwarzen Fellknäule umher. Ebenso viele liegen jedoch auch tot am Strand. Die Sterblichkeitsrate bei Jungtieren scheint sehr hoch zu sein. Man ist umgeben von einer olfaktorischen Wolke aus Fisch und Verwesung.

Ich pirsche mich gleich auf allen Vieren näher an die Tiere. Kathrin hat keine Lust durch den Sand zu kriechen und hält sich deshalb lieber im Hintergrund.

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Für mich ist der Pelican Point die beste Örtlichkeit in Namibia, um Robben zu beobachten. Ich ziehe dieses Gebiet Cape Cross deutlich vor. Durch die schwierige Anfahrt mit dem verspurten Tiefsand ist hier nix los. Wir waren diesmal die ganze Zeit die einzigen Menschen nördlich des Leuchtturms. Sehr angenehm ist auch, dass es keinerlei Barrieren zwischen den Tieren und den Menschen gibt. Es bleibt Mensch und Tier überlassen, wie sehr man sich annähert. Das ist perfekt zum fotografieren, bei uns zog nur leider der Himmel zu, als wir gerade ankamen.
Von Bekannten weiß ich, dass man sogar im Meer zusammen mit den Robben schwimmen kann und die Tiere in Ihrem Element sehr zutraulich und neugierig sind. Allerdings muss man für dieses Vergnügen entweder sehr kälteresistent sein, oder einen Neoprenanzug dabei haben. Bei mir war beides nicht der Fall, weshalb ich auf dieses Vergnügen verzichten musste.

Auf dem Rückweg machten wir noch einen Fotostop an dem kleinen Verbindungskanal zwischen Saline und Lagune. Das scheint ein sehr fischreicher Bereich sein, denn es wimmelte von Seevögeln. Die meisten schwammen oder standen im flachen Wasser, während die Brandseeschwalben ??? darüber in der Luft schwebten.

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Für den Abend hatten wir uns mit Adolf (Cruiser) und Ellen verabredet. Wir konnten unseren Wagen bei Ihnen im Garten abstellen, und dort übernachten. Das war eine super Sache, denn es sollte ein feuchtfröhlicher Abend werden. An dieser Stelle deshalb noch einmal unseren herzlichen Dank für den schönen Abend und die tolle Übernachtungsmöglichkeit.
Zum Abendessen hatten die beiden das Anchors ausgesucht. Die perfekte Wahl. In fußläufiger Entfernung, direkt im Hafen gelegen, serviert die Küche Bestes aus dem Meer. Der Service ist sehr aufmerksam. Eine willkommene Abwechslung zur ansonsten doch sehr fleischlastigen Küche auf dieser Reise.
Bei für die Küste sehr milden Temperaturen saßen wir anschließend noch lange auf der Terrasse zusammen. Der Gesprächsstoff ging uns nie aus.
Wie immer habe ich bei den Gesprächen mit Adolf auch viel über das Reisen im südlichen Afrika und vor allem über Fahr- und Fahrzeugtechnick gelernt.
So weiß ich jetzt, weshalb unser Wagen im Tiefsand so geschlingert ist. Seit in dem von uns gemieteten LandCruiser-Modell auch der V8-Motor verbaut wird, ist die Vorderachse breiter geworden. Die Hinterachse wurde aber unverändert belassen. Dadurch fahren die Hinterräder immer auf der Kante der Vorderradspur und sind immer bestrebt in die eine oder andere Spur zu rutschen, was dann zum Schlingern führt. Auch die Kippstabilität leidet unter den unterschiedlichen Achsbreiten. Inzwischen gibt es Spacer, die die Hinterachse auf die Maße der Vorderachse verbreitern. Die meisten privaten LandCruiser sind inzwischen damit ausgerüstet. Unser Mietwagen leider nicht. Ich habe Buschlore über diesen Sachverhalt informiert. Mal sehen, ob die Fahrzeuge zukünftig mit Spacern ausgestattet werden.
Ein weiterer guter Tipp, den ich hier gerne weitergebe, war bei Reifen mit gutem Flankenaufbau (BFGoodrich oder Cooper), auf unbefestigten Strecken grundsätzlich mit 1,5 bar (bei unserem schweren Aufbau hinten 2,0bar) zu fahren. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um Sand, Fels oder Waschbrettpiste handelt. Neben dem erhöhten Fahrkomfort wird dadurch auch das Risiko eines Platten deutlich minimiert. Wir haben uns fortan an diesen Rat gehalten und sind sehr gut damit gefahren.

Teil 1327. März 2019

11.Tag (Mo. 31.12.2018)
Walvis Bay – Swakopmund
153km


Wieso braucht man von Walvis Bay nach Swakopmund 153 Kilometer? Ganz einfach indem man einen Umweg über Sandwich Harbour fährt.

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Im kühlen Küstenklima hatten wir eine sehr angenehme Nacht. Nachdem wir uns von Ellen & Adolf verabschiedet haben, brechen wir um kurz vor acht auf, denn für 8:00Uhr haben wir uns mit unserem Guide JP auf einem Parkplatz an der Promenade verabredet. Als wir dort ankommen werden wir bereits von Ihm erwartet.
Da es heute richtig durch die Dünen gehen wird, lassen wir als erstes die Luft vorn bis auf 1,0bar und hinten auf 1,3bar ab.
Wir haben Glück. Aufgrund des Feiertages und der sehr ungünstig gelegenen Gezeiten sind wir heute das einzige Auto. Am Vortag war JP noch mit 8 Fahrzeugen im Schlepptau unterwegs.

Hinter den Salinen verlassen wir die Straße und es geht am tief verspurten Sandstrand in Richtung Süden weiter. Zwischendrin geht es immer mal wieder durch bewachsene Minidünen, die ein echtes Labyrinth darstellen können.

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Auch hier gibt es schon einiges zu sehen. Der erste von vielen Schakalen und ein von Wind frei gelegtes Grab der Topnaar. Dieses San-Volk lebt entlang der Küste und des Kuiseb. Die Toten werden einfach im Sand begraben und so kommt es immer mal wieder vor, dass Gräber vom Wind wieder frei gelegt werden.

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Dann erreichen wir die Nationalpark-Grenze und es geht erst einmal wieder am stark verspurten Strand entlang. Der Wagen ist aus bekannten Gründen kräftig am schlingern.

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Bald darauf erreichen wir die tidenabhängige Passage, die am Fuße der Dünen entlang nach Sandwich Harbour führt. Bei Hochwasser reicht das Meer bis an den Fuß der Dünen und die Strecke ist unpassierbar.

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Der Weg nach Sandwich Harbour führt ausschließlich über diese tidenabhängige Passage am Fuße der Dünen. Für den Rückweg können leistungsstarke Fahrzeuge auf eine Strecke im Hinterland ausweichen, die aber über hohe Dünen führt. Mit unserem untermotorisierten Wagen ist diese Strecke nicht zu machen und so müssen wir auf der tidenabhängigen Strecke auch wieder zurück.
Dummerweise liegen die Gezeiten heute sehr ungünstig. Es ist bereits wieder auflaufendes Wasser. Die Nachmittags-Tide kommt heute allerdings auch nicht in Frage, da Sylvester ist.
Auf all diese Umstände hatte uns unser Guide bereits bei der Buchung aufmerksam gemacht. Uns störte das nicht groß, denn für unseren ersten Besuch in Sandwich Harbour reichte der Erlebniswert auch so vollkommen aus.

Bevor wir uns an die tidenabhängige Passage wagen, fahren wir ein wenig in die Dünen hoch, um uns einen Überblick über die Strecke zu verschaffen. Die Dünen sind nur moderat, aber mit dem LandCruiser sind wir schon am Limit.

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JP meint wir können es wagen, müssen uns aber beeilen und können uns auch nicht lange in Sandwich Harbour aufhalten. Dabei haben wir die Wahl haben, direkt an die Lagune zu fahren, oder hoch auf die Aussichtsdüne oberhalb der Lagune.

Bereits auf der Hinfahrt umspülen vereinzelt große Wellen unsere Räder. Da heißt es Ruhe bewahren und mit langsamer aber konstanter Geschwindigkeit auf Kurs bleiben. Wie mag das wohl auf der Rückfahrt werden?

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Wir erreichen ohne Zwischenfall Sandwich Harbour und entscheiden uns für die Aussichtsdüne. Dafür stellen wir unseren Wagen am Fuß der Düne ab und wechseln in den Wagen von JP. Der LandCruiser hätte nicht die geringste Chance die Düne zu erklimmen.
Der Blick von der Aussichtsdüne ist unbeschreiblich. So etwas Schönes habe ich nur selten gesehen. Wir sind so hoch über die Lagune, als wären wir mit einem Rundflug unterwegs. Unter uns sehen wir die Flamingos über die Lagune fliegen.

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Hier könnte ich Stunden verbringen, aber die Gezeiten nehmen keine Rücksicht darauf und so müssen wir uns schon bald schweren Herzens losreißen und den Rückweg antreten. Jetzt geht es schon deutlich häufiger durch die Brandung. Insgesamt erinnert mich dieser Streckenabschnitt stark an die Lange Wand. Es ist wirklich sehr beeindruckend, wenn mehrere hundert Meter hohe Dünen direkt ins Meer abfallen und ich kenne das in dieser Dimension auch nur in der Namib.

Als wir die Brandungszone hinter uns haben, fällt auch die Anspannung von uns ab. Jetzt können wir es wesentlich ruhiger und entspannter angehen. Der Zeitdruck ist weg. Wir machen erst einmal Frühstückspause. Dabei fällt mir leider mein Implantat raus und ich kann mich den Rest der Reise mit der Gewindestange im Mund rumärgern.

Ab hier wählen wir dann auch eine andere Strecke, als beim Hinweg. Zuerst geht es durch die Dünenausläufer der Namib und danach durch das Kuiseb-Delta zur Ostseite der Salinen.

Mit dem Fortuner bei der Namibdurchquerung hätten wir diese kleineren Dünen am Rand der Namib gar nicht mehr richtig wahrgenommen. Mit dem Landcruiser befand ich mich aber fast permanent am Limit. Gar nicht mal so sehr wegen der schwachen Motorleistung, als vielmehr aufgrund des hohen Gewichts und des hohen Schwerpunkts. Vor allem Schräglagen und Querbelastungen waren echt gruselig, da man immer wieder das Gefühl hatte, dass die Kiste gleich umfällt. Auch die Slipfaces mussten sehr konzentriert angegangen werden, damit man nicht in Schräglage gerät.

Mit erreichen des Kuiseb-Deltas wird die Fahrt sehr entspannt. Jetzt gibt es nur noch Minidünen. Zu unserer Überraschung drückt hier an mehreren Stellen Wasser an die Oberfläche und bildet kleine Teiche auf denen Wasservögel schwimmen.

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Auch ansonsten nimmt die Tierwelt zu. Wir sehen u.a. Springböcke und Schakale.

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Bei den Salinen endet unsere Tour und wir erreichen wieder die Straße

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Kathrin & JP
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JP war ein hervorragender Guide. Er war die ganze Zeit über sehr um uns bemüht und auch in seinem ganzen Wesen ein ausgesprochen netter Typ. Ich hatte den Eindruck, er macht sich große Sorgen, dass wir unzufrieden sein könnten, da wir aufgrund unseres Fahrzeuges und der Gezeitenlage nur sehr eingeschränkt unterwegs waren. Mehrfach versichere ich Ihm deshalb, dass wir mit der Tour absolut zufrieden sind und es uns von vornherein klar war, nicht das volle Programm machen zu können. Für uns haben wir das Maximum erlebt, was an diesem Tag und mit unserem Auto möglich war. Was will man mehr?
Als JP mir zum Abschied sagt, dass er sehr beeindruckt war, was ich mit dem Bushcamper alles gefahren bin und dass ich mich kein einziges Mal festgefahren habe, geht das runter wie Honig.

Ich werde die Tour auch mit einem Bushcamper wieder fahren. Mir geht es bei dieser Tour nicht darum, die höchsten Dünen zu befahren. Diesen Spaß werde ich mir lieber in Form einer erneuten Namibdurchquerung gönnen. Vielmehr möchte ich die Landschaft genießen, weshalb ich beim nächsten Mal einen Tag auswählen werde, an dem die Gezeiten so günstig liegen, dass man die maximale Zeit zwischen ablaufendem und auflaufendem Wasser nutzen kann.

Inzwischen ist es kurz nach Mittag und wir machen uns auf zum Großeinkauf für die nächsten 2 Wochen im Damaraland und Kaokovelt. In der neuen Dune Mall bekommen wir alles was wir benötigen.
Die Dune Mall könnte auch in jeder europäischen Großstadt stehen und würde selbst dort zu den besseren Adressen zählen. Wirklich beeindruckend, wie sich Walvis Bay in den letzten Jahren entwickelt hat. Man hat den deutlichen Eindruck, dass die Stadt boomt. Auch der Hafen expandiert; dort stehen jetzt zwei nagelneue und riesige Containerbrücken. Die sind jetzt das erste, was man von Walvis Bay sieht, wenn man sich aus der Wüste der Stadt nähert.
Ich glaube hier könnte ich auch gut leben. Es gibt alles, was sich der verwöhnte Mitteleuropäer wünscht und der Freizeitwert der Stadt ist echt hoch.

Zwischen Walvis Bay und Swakopmund ist Highlive am Strand. Wie es aussieht, wollen hier Tausende ins neue Jahr feiern und haben dafür gefühlt Ihren halben Hausstand mitgebracht. Vor allem der Bereich um Düne 7 ist zur Partymeile geworden.
Der Verkehr zwischen den beiden Städten hat auch enorm zugenommen.

In Swakopmund wollen wir uns nicht lange aufhalten. Lediglich der Jetty statten wir einen Besuch ab. Es ist bei uns inzwischen lieb gewonnene Tradition, hier für die überbackenen Austern mit Weißwein einzukehren und dabei Blick über die Strandpromenade schweifen zu lassen.

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Was deutlich auffällt ist, dass in Namibia inzwischen auch eine schwarze Mittelschicht entsteht. An Orten, wo man früher nur Weiße traf, sind inzwischen im gleichen Maße auch Schwarze unterwegs. Eine Entwicklung die positiv stimmt.

Noch kurz tanken und dann ab nach Sophia Dale. Bei Manfred haben wir 12kg gefrorenes Grillfleisch und einiges an Wurstwaren bestellt. Es liegt schon alles bereit, als wir ankommen. Für den abendlichen Braai nehmen wir noch Rinderfilet dazu. Jetzt zeigt sich der Vorteil des als Gefrierschrank genutzten zweiten Kühlschranks im Buschcamper. In früheren Zeiten hätte es bei der anstehenden Tour in der zweiten Woche nur noch Dosenfutter gegeben.

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Zum Rinderfilet gibt es frischen Salat. Ohne Sturm gleich viel einfacher zu essen.

Leider hat es heute Abend viele Mücken, so dass wir ziemlich zerstochen sind. Das ist aber nicht der Grund, dass wir wie fast immer in Afrika Mitternacht nicht erleben und Sylvester verschlafen. Es passt hier nur einfach nicht in den Lebensrhythmus so lange wach zu bleiben.

Jetzt sind Kathrin und ich schon 32 Jahre zusammen. 😘

Teil 1428. März 2019

12.Tag (Di. 01.01.2019)
Swakopmund – Spitzkoppe
206km


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Auf der Campsite wurde nur sehr verhalten gefeiert und Feuerwerk gab es gar nicht. So haben wir auch diese Nacht sehr gut geschlafen.

Das neue Jahr beginnt dann eher schlecht. Der Wagen springt nicht an. Es klackert lediglich das Relais des Anlassers, aber das war es auch schon. So richtig können wir das Problem nicht einschätzen, denn die Kühlschränke laufen, was darauf hindeutet, dass die Zusatzbatterien noch Saft haben. Weshalb dann die Starterbatterie nicht auf die Zusatzbatterien zurückgreifen kann, entzieht sich meiner Kenntnis. Dummerweise sind die Starterbatterien so kompliziert verbaut, dass man nicht an sie ran kommt, ohne den kompletten Aufbau auseinander zu nehmen. Deshalb fällt auch ein Überbrücken von den Zusatzbatterien zur Starterbatterie aus.

Zum Glück ist Swakopmund vom Prinzip her der ideale Ort für solch ein Problem. Wir bekommen von Manfred unkompliziert Starthilfe und in Swakopmund gibt es jede Menge Werkstätten… …die heute an Neujahr natürlich alle geschlossen sind. Wir nehmen kontakt zu Bushlore auf, die uns empfehlen eine neue Batterie zu kaufen. Das geht auch am Feiertag, da die Engen-Tankstellen auch Batterien verkaufen. Die Tankstelle hat dann tatsächlich eine große Auswahl, nur stimmen die Bezeichnungen leider in keiner Weise mit den Bezeichnungen vom Toyota Manual überein. Wir telefonieren erneut mit Bushlore und bekommen auch die passende Info, welche Batterie in der Lage ist, unseren Motor zuverlässig zum Leben zu erwecken. Der Einbau ist dann noch einmal kompliziert, da die Pole spiegelverkehrt zur bisherigen Batterie liegen und die Anschlüsse deshalb alle verlegt werden müssen. Außerdem ist sie etwas flacher. Glücklicherweise ist der Bordwerkzeug bei Bushlore sehr umfangreich und die Jungs von der Tankstelle recht pfiffig, so dass wir zu guter Letzt alles installiert haben.

Nach dem Batteriewechsel springt der Wagen problemlos an, so haben wir die Hoffnung haben, dass jetzt alles in Ordnung ist. Auf Wunsch von Bushlore nehmen wir die alte Batterie mit.

Mit mehreren Stunden Verspätung geht es dann gegen Mittag aus Swakopmund los. Unser erstes Ziel ist das im Swakop River gelegene Restaurant von Goanikontes. Bei der Anfahrt durch die hier annähernd vegetationslose Mondlandschaft der Namib rechnet man nicht damit, auf eine grüne Oase mit großen Bäumen zu treffen. Das Restaurant schein ein sehr beliebtes Ausflugsziel der Swakopmunder zu sein, denn fast alle Tische sind belegt. Das Kuchenbuffet ist riesig. Nach dem Ärger am Vormittag beschließen wir, uns mit einem leckeren Stück Kuchen zu belohnen.

Dann geht es zum eigentlichen Ziel des heutigen Tages. Wir wollen den Khan-Riverbed Trail befahren. Für uns Neuland und ich hatte bislang auch so gut wie keinerlei Informationen über diese Strecke.

Die ersten Kilometer geht es durch die Schlucht des Swakop Rivers.

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Allzu lange kann es noch nicht her sein, dass der Swakop gelaufen ist, denn die getrockneten Lehmschollen machen noch einen sehr frischen Eindruck und zeigen noch keine Anzeichen von Erosion.

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Die Felsformationen, welche die Schlucht begrenzen sind beeindruckend. Vereinzelte Basaltadern zeigen, wo vor Millionen von Jahren Lava durch Risse an die Oberfläche kam. Das muss hier ein Traum für Geologen sein.

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Meist lässt sich der Weg gut fahren, aber an der einen oder anderen Stelle muss der Wagen auch mal die Grenzen seiner Verschränkungsfähigkeit ausreizen.

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Der Swakop River ist die meiste Zeit stark verbuscht und die Spur in zahlreichen Passagen sehr eng. Es gibt auch immer wieder Weggabelungen, bei denen man nicht weiß, welche Fahrspur die Beste ist. Wirklich verfahren kann man sich aber in solch einer Schlucht nicht. Die letzte Flut hat die Fahrspuren zum Teil stark ausgespült, was zu zum Teil unangenehmen Schräglagen führt.

Dann ist der Punkt erreicht, an dem der Khan River von Norden kommend in den Swakop mündet. Die Schlucht des Khan River zeigt sich wesentlich offener und lässt sich auch wesentlich einfacher fahren. Ab hier gibt es nur noch einfaches Gelände.

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Die Landschaft bleibt spektakulär. Eine von beeindruckenden Bergen umgebene Schlucht. Auch Tiere finden sich, wenn auch recht scheu. Wir sehen Kudus, Paviane, Klippspringer und einen Strauß. Sehr schön für uns, wieder eine neue interessante Strecke entdeckt zu haben. Mich wundert stark, dass man nur so wenig über diesen Trail hört und in Erfahrung bringen kann. Dabei bietet er sich perfekt für eine Tagesausflug von Swakopmund an und ist durch die moderate Schwierigkeit für viele geeignet. Hier kann man in der Nähe der Zivilisation für die anspruchsvolleren und einsameren Trockenflüsse im Norden üben.

Leider läuft uns durch den späten Start die Zeit davon und so nutzen wir die Gelegenheit, als auf Höhe zwischen Arandis und Trekkopje eine Gravelroad die Schucht kreuzt, diese zu verlassen. Schnell sind wir auf der B2 und sehen schon bald unser heutiges Tagesziel, die Spitzkoppe. Bis wir dann tatsächlich dort ankommen, dauert es aber noch rund eine Stunde. Der Berg dominiert die Landschaft schon von weitem. Bei der Anfahrt von Süden zeigen sich Spitzkoppe und Pontoks von Ihrer schönsten Seite.

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Der Check in ist rasch erledigt. Noch immer kann man sich seine Campsite frei wählen. Vorher suchen wir aber noch die Duschen auf, denn diesen Luxus gibt es nur hier beim Gate. Die (für uns) neuen Duschen sind richtig gut.
Dann geht es auf die Suche nach einer Campsite und wir haben Glück. Unsere bevorzugte Ecke ist das Gebiet um Campsite 11. Das ist ganz im Westen, zwischen Spitzkoppe und Sugarloaf. Hier sieht man die schönsten Sonnenuntergänge des Gebietes. Wir haben schon Sorgen, ob wir überhaupt eine nette Campsite finden, da es echt voll ist. Doch wir haben Glück und finden einen für unseren Geschmack perfekten Stellplatz.

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Direkt hinter unserem Stellplatz befindet sich ein kleinerer Felsen, den ich am späten Nachmittag noch erklimmen will. Vor dem letzten Aufschwung streiche ich aber die Segel. Hier in der Wildnis will ich keinen Absturz riskieren.

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Die Dassies sind da wesentlich besser unterwegs. Wenn sie sich nicht gerade die Sonne auf den Pelz scheinen lassen, beeindrucken Sie mich mit Ihren Kletterkünsten.

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Über eine Stunde lang müssen wir vor Sonnenuntergang das schrille Summen einer Drohne ertragen. Ich bin ja gar nicht so intolerant, dass ich Drohnen komplett aus der Umwelt verbannen will. Auch finde ich die Luftaufnahmen welche mit Hilfe der Drohnen entstehen meist sehr beeindruckend und habe mir auch schon das eine oder andere Mal solch ein Hilfsmittel gewünscht. Ich würde mir von den Piloten aber soviel Rücksichtnahme wünschen, dass nur kurz geflogen wird. Muss die Drohne minutenlang auf der Stelle in der Luft verharren, anstelle zwischenzulanden. Schön wäre es, wenn die Piloten nur schnell die Fotos machen würden und dann wieder landen. Wer um des Fliegens wegen mit der Drohe unterwegs ist, soll das dort machen, wo er niemanden stört. Gerade in Namibia sollte es dafür reichlich Platz geben.

Der Sonnenuntergang hält, was wir uns von unserer Campsite versprochen haben. Dabei versinkt die Sonne nicht hinter dem Horizont, sondern im Küstennebel.

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Es ist überraschend kühl für die Jahreszeit. Schon bevor die Sonne untergegangen ist, muss ich mir eine dünne Fleecejacke überziehen und nach dem Abendessen rücken wir immer näher ans Feuer.

Zum Abendessen grillen wir Rumpsteaks. Das Fleisch von Manfred ist klasse. Dazu brate ich Zwiebeln und Champignons.

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Nach wie vor ist das Gebiet um die Spitzkoppe für mich einer der schönsten Campingplätze Namibias. Hier haben wir bereits bei unserer ersten Namibiareise vor über 20 Jahren übernachtet und sind seitdem viele Male zurückgekehrt.

Teil 1501. Apr. 2019

Die ganzen Tierliebhaber unter Euch muss ich noch ein wenig um Geduld bitten. Die nächsten 12 Tage geht es durch Damaraland und Kaokovelt. Dort gibt es zwar schon die eine oder andere Tierbegegnung, aber die Landschaft steht ganz klar im Vordergrund. Doch danach geht es in den Etosha Nationalpark und ab da verschieben sich die Schwerpunkte und die Tiere stehen für die restliche Reise ganz klar an erster Stelle.

13.Tag (Mi. 02.01.2019)
Spitzkoppe – Twyfelfontein
225km

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Der Preis für einen schönen Sundownerplatz ist ja häufig, dass man vom Sonnenaufgang nichts mitbekommt. So auch an unserem Stellplatz. Trotzdem sind wir natürlich bei Tagesanbruch auf den Beinen und heißen den Tag beim Frühstück willkommen.

Ich glaube die Longdrop-Toiletten, welche zwischen den Stellplätzen verteilt auf dem Areal stehen sind auch neu. Machen zumindest einen guten Eindruck.

Unser erstes Ziel ist der Rock-Arch. Durch eine kleine Schlucht läuft man vom Parkplatz nur 5min. und schon steht man unter diesem Naturdenkmal.

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Wir haben großes Glück und können diesen Platz ganz für uns allein genießen. Das kommt wohl nicht so häufig vor.

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Danach geht es weiter zum Rockpool. Über eine flach ansteigende Platte geht es zu dieser kleinen Wasserstelle in den Felsen. Sie ist nur noch schwach gefüllt.

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Ich würde mich gerne noch ein wenig bewegen und vom Pool aus kann ich eine Linie erkennen, auf der ich hoffe, den Gipfel des Felsmassives oberhalb des Rockpools zu erreichen. Kathrin begleitet mich noch eine Weile, aber als es steiler wird verzichtet Sie und geht schon einmal zum Auto zurück.
Was Ihr Sorgen macht ist der Rückweg, denn steile Platten sind im Aufstieg immer noch einfacher als im Abstieg.

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Es folgt dann eine ca. 45° steile Rinne, was aber gut geht, da man sie ausspreizen kann. Nach einem deutlich flacheren Stück kommt dann eine ca. 3m hohe senkrechte Passage. Das ist ganz klar die Schlüsselstelle. Danach scheint der restliche Weg bis zum Gipfel nur noch über flach ansteigende Platten zu führen. Was tun? Ich will da hoch, aber auch kein unnötiges Risiko eingehen. Ich schaue mich gründlich um, denn die Steilstufe ist ca. 50m breit und da muss es doch Möglichkeiten geben. Schon bald finde ich einen Wandbereich mit Griffen, die für den Aufstieg reichen sollten. Abklettern würde ich daran aber nicht wollen. Nach einiger Zeit habe ich aber auch dafür eine Lösung gefunden. An einer Stelle ich die Steilstufe zwar stark überhängend, dafür aber nur 2m hoch und der Boden darunter ist eben. Hier kann ich runter springen. Das machen die Dassies auch so.

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Die Wand lässt sich dann so gut erklettern wie erhofft und der restliche Weg zum Gipfel ist so einfach wie erwartet.

Belohnt werde ich mit einer fantastischen Aussicht. Direkt unter mir ist der Parkplatz, wo Kathrin an unserem Auto steht.

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Ich fotografiere Kathrin mit dem Tele…
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…und Kathrin fotografiert mich mit dem Weitwinkel
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Danach widme ich mich dem Ausblick auf die Spitzkoppe und die Pontoks.

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Der Abstieg funktioniert dann auch wie geplant. Da zur Zeit hier im Forum wieder Diskussionen über das beste Schuhwerk für Namibia laufen, möchte ich darauf hinweisen, dass ich auch bei dieser Tour meinen geliebten Crocs treu geblieben bin. 😗

Bei den Duschen an der Rezeption gibt es auch einen Schlauch. Wir nutzen die Gelegenheit, um unseren Wassertank wieder aufzufüllen und dann geht es auf direktem Weg nach Uis. Dort tanken wir noch einmal voll und ergänzen unsere Vorräte. Unsere Kartoffel-Notreserve, die wir gleich zu Beginn der Reise gekauft haben ist vergammelt (eklige Sauerei 🤢 ) und Feuerholz brauchen wir ebenfalls.

Weiter zum Brandberg und zur Brandberg White Lady Lodge.

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Dort fahren wir in den Ugab Richtung Westen. Unser Plan ist es, ca. 15km im Flussbett zu fahren und dann nach Norden in Richtung Twyfelfontein abzubiegen. Der Ugab zeigt sich sehr abwechslungsreich. Mal breit und flach, mit großen Bäumen und dann wieder schmaler, dicht mit Schilf bewachsen und Wasserdurchfahrten.

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Genau in einer solchen Passage trafen wir dann den ersten Elefanten des Urlaubs. Schlecht sichtbar hinter einer Kurve stand er direkt neben dem Weg im hohen Schilf und lies es sich schmecken. Eine Umfahrung des Dickhäuters war nicht möglich und so dicht wollte ich auf keinen Fall an Ihm vorbei fahren. Also hieß es warten, aber nachdem das Tier sich in einer halben Stunde kaum vom Fleck gerührt hatte, musste Plan B her. Wir drehten und fuhren bis zur Brandberg White Lady Lodge zurück und dort auf einen Track, welcher nördlich des Ugab nach Westen zu den „Abandoned Damara Huts“ führt und dort dann auf unsere ursprünglich geplante Route trifft.

Hier gab es tolle Aussichtspunkte auf das Brandbergmassiv.

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Richtung Norden führte der Track entlang einer Grenze, wo flache rote Dünen auf schwarze Felsen treffen. Auf dem Satellitenbild ist das gut zu erkennen. Das Geläuf ist hier zum Teil schon sehr rau und am Pass zum Goantagab musste ich erstmals auf dieser Reise auf L4 schalten; dass dann aber auch gleich für längere Passagen.

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Blöderweise erwische ich dann die Piste, die im Flussbett des Goantagab verläuft, anstatt wie geplant die Piste parallel zum Flussbett. Weshalb blöderweise? Weil das Fluss hier aus sehr tiefem Splitt besteht, das dem Landcruiser noch mehr Wiederstand entgegensetzt als tiefer Sand. Der Wagen muss ordentlich ackern und es riecht nach heißem Gummi von der starken Reibung der Reifen im Splitt.

Ich bin froh, als wir den Fluss nach Norden verlassen können.

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Wenige Kilometer östlich von Mowani überqueren wir den Aba Huab und erreichen die D2612.

Die Strecke war sehr abwechslungsreich. Fels, Schotter sowie Tiefsand in Dünen und Flusstälern. Karge Hochebenen, weite Grasebenen, Trockenflussbetten und Berge. Dabei über weite Strecken das Brandberg-Massiv im Blick. Es wurde nie langweilig. An Tieren haben wir allerdings nur Paviane gesehen.

Um 18:00Uhr kommen wir in Mowani an. Wir bekommen Campsite Nr.5. Feuerholz gibt es nicht zu kaufen.

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Die Campsites hier lassen keinerlei Wünsche offen; die Campnachbarn dagegen sehr wohl. Über uns in den Felsen läuft Musik und es wird laut dazu gesungen. Untermalt wird das ganze vom Summen einer Drohne, die lange Zeit über den Campsites schwebt. Wer es schafft, einen Drohnenantrieb ohne diese penetrante Geräuschkulisse zu entwickeln, wird sehr reich werden.

Bevor die Sonne untergeht stromere ich auch erst einmal ein wenig durch die Felsen hinter der Campsite.

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Mit dem Sonnenuntergang wird es dann erst einmal ruhig. Tolle Stimmung am Himmel und man kann den Sundowner direkt auf der Campsite erleben.

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Auch heute weht wieder ein kühler Wind und ich brauche meine Fleecejacke. Hätte ich zu dieser Jahreszeit nicht mit gerechnet.

Zum Abendessen grille ich Kalb und dazu gibt es kurzgebratenes Gemüse.

Leider setzt später noch einmal für einige Zeit die Musik von der Nachbarcampsite ein.

Teil 1602. Apr. 2019

14.Tag (Do. 03.01.2019)
Twyfelfontein – Gai-As
205km

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Heute Vormittag war Elefantensafari angesagt. Wir gingen auf die Suche nach Wüstenelefanten und fuhren kurz nach Sonnenaufgang ohne zu frühstücken los. Von einem Guide der Mowani Mountain Lodge hatten wir die Info erhalten, dass wir am ehesten im Huab westlich von de Riet fündig werden.

Wir wählten den Track südlich des Aba Huab, entlang des Airstrips der Twyfelfontein Country Lodge. Unterwegs machten wir noch einen kurzen Abstecher zum Dam, da sich hier häufig Tiere zum Trinken einfinden. Außer einem Schwarm Flughühner, die sich mit Wasser beluden war aber tote Hose, so dass wir schon bald weiterfuhren.

Bei De Riet fuhren wir ins Flussbett des Huab und 10km weiter westlich wurden wir fündig. Ein stattlicher Bulle lag an der Uferböschung und weitere Elefanten standen weiter hinten in den Büschen.

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Die Elefanten im Hintergrund verschwanden schon bald aus unserem Blickfeld, aber der Bulle blieb liegen. Er wackelte nur hin und wieder mit den Ohren oder bewegte ein wenig den Rüssel. Erwachsene Elefanten legen sich nur für kurze Zeit hin. Normal sind rund 15min., aber nicht länger als 30min. Das wollte ich nutzen und schöne Fotos von einem sich erhebenden Elefanten schießen. Nach 45min. lag der Elefant noch immer und wir begannen uns Sorgen zu machen. Zwischendurch hatte sogar ein Safariwagen 3m neben dem Elefanten angehalten, aber auch dass hatte zu keiner größeren Reaktion des Dickhäuters geführt. War dies nun ein besonders müder Elefant, oder hatte er sich hier hingelegt, um zu sterben?
Die Zeit war schon recht fortgeschritten und wir hatten noch einiges an Strecke vor uns. Wir mussten weiter, beschlossen aber am nächsten Tag unsere Strecke zu ändern und noch einmal hier vorbei zu fahren, um zu sehen, was mit dem Elefanten los war.

Auf dem gleichen Weg wie bei der Hinfahrt ging es zurück nach Twyfelfontein. Wir steuerten noch kurz die Tankstelle der Twyfelfontein Country Lodge an, um unseren Tank wieder randvoll zu machen. Die Tankstelle liegt nicht bei der Lodge, sondern mehrere Kilometer davon entfernt beim Airstrip.

Danach ging es vorbei an der meistüberschätzen Sehenswürdigkeit Namibias, dem Burned Mountain, in Richtung Doros Crater.

Dabei kamen wir an dieser Felsformation vorbei, die wie ein natürlicher Kultplatz für Fruchtbarkeitsrituale aussah.
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Diesmal wollten wir für den Weg zum Ugab eine neue, uns unbekannte Strecke ausprobieren, den Divorce Pass. Der Doros Crater kam schon bald in Sicht. Wir fuhren östlich von Ihm entlang in Richtung Süden.

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Bevor es zum Pass ging machten wir Mittagspause unter einem Schattenbaum. Der knurrende Magen forderte sein Recht.

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Zunächst sah es für lange Zeit nicht so aus, als würde der Pass seinem bedeutungsschwangerem Namen gerecht werden. Das Geläuf war zwar sehr holperig und man hatte den Eindruck der Weg sei mit Ziegelsteinen geschotterte worden, aber das allein macht noch keine anspruchsvolle Strecke aus.

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Die letzten 5 Kilometer bis zum Ugab hatten es dann aber in sich. Das Geröll wurde noch größer, wenn es nicht gleich über große Stufen im gewachsenen Fels ging. Dazu kamen steile Auf- und Abfahrten, bevor es dann als dramatischen Höhepunkt extrem steil hinunter in den Ugab ging. Kurz vor dem Ugab standen wir noch an einem Aussichtspunkt 200m über dem Talgrund und fragten uns wie wir wohl von hier hinunter zum Fluss kommen. Die Frage wurde dann gleich hinter der nächsten Kurve beantwortet und lautete: „In direkter Linie“. Nur wenige hundert Meter Fahrstrecke weiter standen wir schon im Flussbett. Von Vorteil war dabei, dass der Track eine Rinne entlang führt und deshalb keine Absturzgefahr besteht.

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Hier sieht man gut, weshalb auch in solch einem Gelände ein niedriger Luftdruck von Vorteil ist.
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Jetzt kennen wir auch diese Verbindungsstrecke zwischen Ugab und Huab. Wenn man nicht gerade ein 4x4-Enthusiast auf der Suche nach Herausforderungen ist, gibt es keinerlei Grund diese Strecke zu fahren. Die Alternativstrecken über das Save the Rhino Camp oder den Zebracanyon sind schneller, einfacher und landschaftlich schöner. Ich wüsste jedenfalls derzeit keinen Grund den Divorce Pass noch einmal zu fahren.

Die Strecke durch den Ugab bis zum Save the Rhino Camp entpuppt sich dann zu unserer Überraschung als landschaftliches Highlight. Weshalb habe ich noch nirgends gehört und gelesen, wie schön die Fahrt durch den Ugab hier ist. Dabei ist er auch noch ganz einfach zu befahren. Easy going mit einem Geländewagen.

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Beim Save the Rhino Camp biegen wir dann wieder nach Norden ab, um durch die Schlucht mit der Quelle zurück auf die Hochebene zu fahren. Die Sonne steht inzwischen schon tief, so dass die Schlucht komplett im Schatten liegt und sich deshalb keine schönen Fotomotive mehr finden lassen.

Unser Tagesziel, die natürliche Wasserstelle von Gai-As, erreichen wir erst kurz vor Sonnenuntergang. Die Elefantensafari und der Divorce Pass haben mehr Zeit in Anspruch genommen, als geplant. Bei unserem Eintreffen flieht eine kleine Herde Bergzebras. Es verwundert uns nicht, dass die Tiere so scheu sind, denn unweit der Wasserstelle liegt ein relativ frischer Zebrakadaver. Hier waren Löwen oder Hyänen vor nicht allzu langer Zeit erfolgreich.

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Da ich an dem einzigen Wasserloch weit und breit einiges an nächtlichen Aktivitäten erwarte installiere ich unsere Wildtierkamera direkt an der Tränke.

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Nach Installation der Wildtierkamera ziehen wir uns ein paar hundert Meter bis zu den Ruinen zurück, da wir die Tiere nicht durch unsere Anwesenheit vom Besuch des Wasserlochs abhalten wollen. Hier genießen wir den Sundowner und schlagen unser Camp auf.

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Was nach Sonnenuntergang folgt ist die kälteste Nacht dieser Reise. Von der nahe gelegenen Küste weht ein kräftiger, kalter Wind und bläst den Seenebel ins Landesinnere. Es ist dann auch stockfinster. Mond und Sterne werden vom Nebel verschuckt. Ich hätte nicht gedacht, auf dieser Reise mit langer Hose und Windstopper am Lagerfeuer zu sitzen. Es gibt wieder Kalbfleisch, diesmal aber mit Ratatouille.

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Teil 1704. Apr. 2019

15.Tag (Fr. 04.01.2019)
Gai-As - Hoada
270km


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Als wir aufstehen ist es windstill, dafür stehen wir aber im dichten Nebel. Wir frühstücken trotzdem vor Ort und noch währenddessen beginnt der Nebel aufzureißen und die Sonne kommt heraus. Bevor wir starten sammle ich die Wildtierkamera ein. Das Wasserloch hatte diese Nacht Besuch von mehreren Hyänen und einem Schakal.

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Unser erstes Ziel ist Klein Gai-As. Auch hier soll es angeblich eine Wasserstelle geben, die wir aber nicht finden können. Dafür ist das hier eine sehr schöne, geschützte und anscheinend auch beliebte Örtlichkeit zum campen.

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Wir wollen sehen, was aus dem Elefanten von gestern geworden ist. Deshalb fahren wir nicht auf direktem Weg nach Norden zum Huab, sondern zunächst wieder zurück bis zur Kreuzung, an der der Weg nach Süden zum Save the Rhino Camp abzweigt und an der wir nach Norden zum Huab abbiegen. Herrlich diese Strecke zu fahren. Für mich einer der landschaftlichen Höhepunkte im Damaraland. Der schönste Weg vom Ugab zum Huab.

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Der Elefant ist nicht mehr da. War wohl nur ganz besonders müde. Ein wenig ärgere mich allerdings auch, denn ich hab die ganze Zeit vergeblich mit Kamera im Anschlag gesessen und wahrscheinlich ist er sofort aufgestanden, sowie wir losgefahren waren.

Ganz in der Nähe steht ein Steinböckchen im Flussbett.

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Von hier aus wollen wir jetzt im Huab weiter nach Westen fahren, bis wir wieder auf die Piste von Gai-As zur C39 stoßen.

Nach einigen Kilometern stoßen wir auf eine Gruppe Elefanten, die beiderseits der Fahrspur stehen. Wir zählen über 10 Tiere. Da ist erst einmal kein Durchkommen. Als dann auch noch die Leitkuh einen aufdringlichen Bullen in seine Schranken weißt, ist für uns klar, dass wir hier nicht weiterfahren können. Wir möchten es nicht mit einem frustrierten und schlecht gelaunten Bullen zu tun bekommen, der seine Wut an uns auslässt.

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Wir drehen um und suchen eine Umfahrung. Nach ein paar Kilometern findet sich ein Weg, der diesen Flussabschnitt südlich umgeht.

Kurz vor den Huabsümpfen erreichen wir wieder den Fluss. Der Weg führt am Ufer entlang. Es geht durch dichtes Gebüsch und auf dem Track befinden sich jede Menge Elefantenspuren. Hier möchte ich den Dickhäutern nicht begegnen, denn man bemerkt sie wahrscheinlich erst ein paar Meter bevor man in sie rein fährt. Ausweichmöglichkeiten gibt es nicht und schnell zurücksetzen ist auch so gut wie unmöglich. So ziemlich die ungünstigste Stelle die man sich denken kann, um einem Elefanten zu begegnen. Wir haben aber Glück und treffen keinen.

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Danach wird das Flussbett so schmal, dass der Weg noch einmal für kurze Zeit ins Hinterland führt, bevor es über einen kleinen steilen Pass zurück zum Fluss und zur Furt geht.

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Hier an der Furt kommt uns eine Motorradgruppe von Gravel-Travel entgegen. Ralf führt die Gruppe persönlich. Die Welt ist echt klein, dass wir uns ausgerechnet hier treffen. Ich selbst bin die Motorradtour durch Damaraland und Kaokovelt auch schon zweimal mit Ralf gefahren. Leider können wir nur kurz klönen, denn er muss sich um seine Schützlinge kümmern.

Einige Kilometer hinter der Furt führt ein kurzer Abstecher nach Süden zu einem Aussichtspunkt, den wir für eine verspätete Mittagspause nutzen.

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Die Strecke bis zur C39 zieht sich dann ganz schön hin. Der Track ist einfach, aber nicht schnell zu befahren. Es geht auf weiten Strecken durch rote Fels- und Gerölllandschaften. Man könnte denken, sich auf dem Mars zu befinden.

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Dazwischen zeigen sich aber immer wieder auch Pflanzen, die es schaffen, mit diesen widrigen Lebendbedingungen fertig zu werden.

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Endlich erreichen wir die C39, welche sich genau wie die sich anschließende C40 sehr zügig fahren lässt. Erst als es zum Grootbergpass hoch geht, wird die Piste holperig. Auf diesen Pistenabschnitt ist schon lange kein Grader mehr gefahren.

Hier bekommen wir dann auch das erste Mal etwas von der Regenzeit mit. Direkt nördlich der Piste ist der Himmel pechschwarz und es regnet dort heftig.

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Bei uns bleibt es zwar trocken, aber wir wollen morgen weiter nach Norden und sind gespannt, was uns da erwartet.

Kurz vor Hoada werden wir von einem schwer bewaffneten Polizei-Roadblock aufgehalten. Diese afrikanische Krankheit scheint sich jetzt auch in Namibia auszubreiten. Bislang kannte ich das nur an den Ausfallstraßen von Windhoek, aber diesmal hatten wir das bereits zwischen Walvis Bay und Swakopmund und jetzt schon wieder. Ich frage mich immer, was sich die Polizei von diesen Roadblocks verspricht.

Um 19:00Uhr erreichen wir die Hoada Campsite. Wir bekommen Stellplatz Nr.1, den wahrscheinlich schlechtesten Stellplatz der Campsite. Nicht inmitten der Felsen, sondern am Rande in Sichtweite auf das Staffcamp und in Hörweite des Generators.
Die Sanitäranlagen sind allerdings erste Sahne. Jeder Stellplatz hat seinen eigenen Sanitärbereich und der ist mit viel Liebe zum Detail in die Felsen integriert. Auch Feuerstelle und Spülplatz sind top.
Ich verkrümle mich erst einmal und kraxle im letzten Licht des Tages auf den Felsen umher. Das ist echt nett hier.

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Den ganzen Tag über hatte sich beim Starten immer mal wieder die Batteriewarner gemeldet. Ich habe die Befürchtung, dass wir einen heimlichen Verbraucher haben, der an der Starterbatterie saugt. Aus Sorge, dass der Wagen morgen nicht anspringt, klemme ich die Batterie ab. So kann sie sich zumindest nicht entleeren.

In der Dunkelheit wimmelt es dann von Heuschrecken und Käfern, die sich leider sehr zu uns hingezogen fühlen.

Teil 1805. Apr. 2019

16.Tag (Sa. 05.01.2019)
Hoada – Khowarib
190km


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Wir frühstücken auf der Campsite. Danach räumen wir zusammen und ich klemme die Starterbatterie an. Der Wagen startet dann auch problemlos, aber gleichzeitig gibt der Batteriewächter einen penetranten Dauerton von sich, der auch nicht wieder aufhört. Ich versuche alles Mögliche, aber Elektrik ist ganz klar nicht meine Stärke. Die Handyverbindung ist hier auch so schlecht, dass eine Abstimmung mit Bushlore scheitert. Zwischenzeitlich bin ich soweit, das Kabel zum Batteriewächter zu kappen, traue mich dann aber doch nicht, da ich nicht abschätzen kann, was das für Folgen hätte.

Wir beschließen die legendäre Falkenberg-Garage in Kamanjab aufzusuchen, in der Hoffnung dort schnell und unkompliziert Hilfe zu bekommen. Die Fahrt nach Kamanjab ist die Hölle. Fast eine Stunde lautstarker Tinitus.

Die Falkenberg-Garage hält, was ihr Ruf verspricht. Die Ursache des Problems ist ruckzuck gefunden. Das Relais, welche die 3 Batterien untereinander steuert und eigentlich dafür sorgen soll, dass die Starterbatterie geschont wird, ist durchgebrannt. Dadurch ist es anscheinend zu einer Regelung gekommen, bei der die Starterbatterie als erstes verbraucht wird. Ein passendes Ersatzteil hat Falkenberg nicht auf Lager und ist auch der Meinung, dass die Teile nichts taugen. Als Lösung für unser Problem überbrückt er das Relais. Jetzt sind die 3 Batterien so miteinander verbunden, als wären sie eine große Batterie. Solange wir jeden Tag fahren, sollte das kein Problem sein, wenn das Auto längere Zeit steht, sollen wir nachts den Kühlschrank runterdrehen. Mit 200N$ lies sich der Defekt günstig beheben.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verlassen wir die Werkstatt. Zum einen sind wir natürlich froh, dass uns das Batterieproblem nicht sehr lange aufgehalten hat, zum anderen ist es natürlich sehr schade, dass wir jetzt unsere Tour durch das Kaokovelt umstellen müssen. Ich kann noch nicht abschätzen, wie das jetzt mit der neuen Schaltung der Batterien läuft. Damit ist es mir zu riskant gleich in den nächsten Tagen in den äußersten Nordwesten des Kaokovelts zu fahren und dort wild zu campen. Ich möchte nicht im Hartmannstal stehen und der Wagen springt morgens nicht an. Aus diesem Grund canceln wir das Hartmannstal, bleiben einen Tag länger in Purros und bauen die Epupafälle in unsere Tour mit ein.

Jetzt im Nachhinein bin ich natürlich schlauer und weiß, dass die 3 Batterien so großzügig dimensioniert sind, dass wir problemlos ins Hartmannstal hätten fahren können. Ja, ja, hinterher ist man immer schlauer, aber so haben wir auch für die nächsten Reisen noch Ziele.

Die Planungen für den heutigen Tag wurden durch die Reparatur und den Umweg über Kamanjab natürlich auch über den Haufen geworfen. Eigentlich wollten wir den Otjitheka 4wd Trail fahren, aber dafür ist es uns jetzt zu spät. Vor allem, da wir auch nicht wissen, wie sich die gestrigen Regenfälle auf die Strecke ausgewirkt haben. Somit bleibt auch diese Strecke ein Ziel für zukünftige Reisen.

Wir beschließen, über Kamdescha zum Khowarib 4wd Trail zu fahren und über diesen dann zu unserem heutigen Tagesziel, der Khowarib Lodge.

Vorher tanken wir noch voll. Dabei erkläre ich einem Nuss-Schnitzer erst einmal, dass ich ein höflicher Mensch bin und mich selbstverständlich mit Namen vorstelle, wenn sich mein Gegenüber mir ebenfalls mit Namen vorgestellt hat. Diese Höflichkeit dazu auszunutzen, mir eine Nuss mit meinem Namen aufdrängen zu wollen ist nicht in Ordnung. Dem hat er nichts entgegenzusetzen und wir klönen noch nett, bis der Tank voll ist.

Zuerst sind einige Kilometer Aspalt angesagt und auch danach ist die Piste bis zum Veterinär Gate in Kamdescha ganz passabel. Das Veterinär Gate passieren wir unkontrolliert, denn in unserer Richtung gibt es keine Restriktionen.

Der Khowarib 4wd Trail führt überwiegend durch das Revier des gleichnamigen Flusses. Dieser ist anscheinend nach den letzten Regenfällen gelaufen und am Beginn des Trails sind noch keine Fahrzeugspuren im teilweise schlammigen Flussbett zu sehen. Ich werde ganz sicher nicht das erste Fahrzeug sein, dass den Trail wiedereröffnet und entscheide mich deshalb für die Alternativstrecke durch die Berge und die Serengeti Plains nach Umumbaaitjie am Beginn der Khowarib-Schlucht.

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Die Strecke ist totlangweilig. Es geht die ganze Zeit durch öden Mopanebusch. Hin und wieder kommen wir an kleinen Farmen vorbei. Wovon das Vieh hier lebt ist mir ein Rätsel. Es ist kein einziger Grashalm zu sehen.

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Wenn ich da an die schönen Bilder von Bele, Matthias und den Eulenmuckels vom Otjitheka 4wd Trail denke, ist es schon sehr schaden, dass wir den nicht fahren konnten. Auch die Serengeti Plains werden ihrem Namen nicht gerecht. Zu dieser Jahreszeit ist das nur eine große öde Sandfläche.

Ein Problem stellt die Orientierung dar, denn der Regen hat vielfach die ohnehin nur schwach erkennbaren Spuren verwischt. An anderen Stellen befindet man sich dann in einem Spurenwirrwarr und weiß nicht so recht, welche man nehmen soll.
…und dann ist da noch der Bulldust. Immer wieder kommt man durch Felder dieses puderfeinen Lehms. Da heißt es dann so schnell wie möglich die Fenster hoch und die Belüftung auf Umluft, ansonsten ziert den Innenraum ruckzuck eine dicke Staubschicht. An einer Stelle ist der Bulldust so tief verspurt, dass ich aufsitze. Mit gesperrten Differentialen vorne und hinten gelingt es mir aber zum Glück, den Wagen rauszuschaukeln. Ich darf gar nicht dran denken, wie es wohl ist, seinen Wagen aus Bulldust auszugraben. Danach hat man bestimmt einen Lungenschaden.

Am Beginn der Khowarib-Schlucht stehen wir an einem Hoanib, der ebenfalls vor kurzem gelaufen ist. Ich erkunde den Fluss zu Fuß und stelle fest, dass die noch feuchte und extrem glitschige Lehmschicht an den meisten Stellen nur wenige Zentimeter dick ist und sich darunter fester trockener Sand befindet. Auf T4A können wir erkennen, dass es zwei verschiedene Strecken durch die Schlucht gibt. Die eine Strecke führt durch das Flussbett und die andere am Ufer, quer aber den Fluss häufig.

Wir entscheiden und für die Uferstrecke. Die nächsten Kilometer bin ich dann ordentlich zu Fuß unterwegs. Zum einen kann man bei den Querungen oftmals nicht erkennen, wo der Track am anderen Ufer das Flussbett wieder verlässt und zum anderen will ich die optimale Streckenführung erkunden, um nicht in einem verstecken Schlammloch festzustecken.

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Der Lehm ist nicht nur sehr glitschig, sondern auch extrem klebrig. Nach jedem Erkundungsgang wiegen die Crocs 1kg und der Wagen ist sicher auch um mindestens einen Zentner schwerer geworden.

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Die Querungen muss ich alle mit Schwung fahren, da in dem glitschigen Lehm die Gefahr besteht ansonsten nicht wieder los zu kommen, wenn man erst einmal steht. Die Ausfahrten sind vielfach eng, steil und steinig. Bei einer Ausfahrt hätte der Wagen nicht einen Zentimeter länger oder breiter sein dürfen.

Die Schlucht ist wirklich ein landschaftliches Highlight, vor allem der Ostteil. Da ist die langweilige Zufahrt schnell vergessen. Je weiter man nach Westen kommt, umso seltener werden die Flussquerungen. Dafür fließt hier aber auch noch Wasser.

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Im Westteil der Schucht gibt es dann auch wieder vermehrt Bulldust-Felder und tiefe Spurrinnen. Darin kommt es teilweise zu so starken Verschränkungen, dass ein Rad in der Luft ist.

Am Nachmittag erreichen wir die Khowarib Lodge. Die Campsite liegt im lockeren Mopanebusch oberhalb des Flusses. Man kann sich seinen Stellplatz selbst aussuchen. Wir entscheiden uns für die Nr.4. Jeder Stellplatz hat Wasseranschluss und Strom. Auch das Waschhaus ist top, nur leider geht das kalte Wasser nicht. Warum passiert das nur im Sommer?

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Vor ein paar Tagen hatten wir extra in der Lodge angerufen und uns zum Dinner für den heutigen Abend angemeldet. Jetzt will angeblich niemand mehr etwas davon wissen. Für mich macht es eher den Eindruck, dass man nur für uns nicht kochen will, denn in der Lodge selbst sind derzeit keine Gäste, und die anderen Camper versorgen sich wahrscheinlich selbst. Wir lernen daraus, uns zukünftig immer den Namen der Person geben zu lassen, mit der wir telefonisch etwas vereinbaren.

Ein bisschen peinlich ist der Lodge die Nummer mit dem Dinner schon, denn da wir uns heute selbst verpflegen müssen, bekommen wir dafür kostenlos reichlich Feuerholz gestellt.

Einen wirklichen Sonnenuntergang erlebt man hier in der Schlucht nicht. Die untergehende Sonne zaubert aber ein warmes Licht auf die Felsen.

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Zum Glück haben wir reichlich Grillfleisch dabei und auch beim Gemüse stellt sich noch kein Engpass ein. Wir grillen Rumpsteak und Rinderfilet. Dazu mache ich mal wieder Ratatouille.

Teil 1908. Apr. 2019

17.Tag (So. 06.01.2019)
Khowarib – Palmwag
148km


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Heute hatten wir nicht viel auf dem Programm und ließen uns viel Zeit. Aufgestanden sind wir trotzdem kurz vor Sonnenaufgang. Die Tage sind viel zu kostbar, um sie zu verschlafen.

Die Strecke nach Palmwag ist dann schnell gefahren. Die C43 präsentiert sich in einem super Zustand und nach nur einer Stunde sind wir am Ziel.

Wir checken auf der Campsite der Lodge ein und bekommen zunächst Stellplatz Nr.2 zugewiesen. Der gefällt uns nicht so sehr, da er keinerlei Aussicht hat, was aber gerade heute sehr schön wäre, da wir den größten Teil des Tages auf der Campsite verbringen werden. Ich schaue mich daraufhin ein wenig auf dem Campingplatz um und sehe, dass Stellplatz Nr.5 gerade geräumt wird. Wir Fragen bei der Rezeption ob wir dorthin wechseln können und bekommen das OK. Dieser Stellplatz hat eine eigene Lapa, von der aus man einen weiten Blick in die Natur hat.

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Etliche Stunden verbringen wir hier; lesen oder schauen einfach nur in die Landschaft. Zwischendurch versuche ich mich ein wenig darin Vögel abzulichten. Die wollen aber alle nicht still halten. Besonders lange bin ich hinter einem Paar Bokmakiris her, die permanent in Bewegung sind. Dabei zeigt sich, dass der Autofocus der neuen Kamera tatsächlich so extrem schnell ist, wie behauptet. Nur leider bedeutet das nicht zwingend, dass er auch auf den Vogel fokussiert. Meist ist irgendetwas direkt neben den Vogel scharf.

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Bei den noch kleineren und noch flinkeren Vögeln habe ich an diesem Tag überhaupt keinen Erfolg.

Der Elefant, welcher regelmäßig das Flussbett vor der Campsite besucht, lässt sich während unseres Aufenthalts leider nicht blicken.

Zwischendurch kommt auch ein Mitarbeiter der Lodge vorbei und bietet an, für 100N$ unseren Wagen zu waschen. Mit seiner Patina aus Schlamm und Bulldust ist er in der Tat sehr schmutzig. An und für sich ist mir die Optik erst einmal egal, aber man saut sich ständig selbst ein, wenn man am Auto hantiert. Aus diesem Grund nehmen wir das Angebot gerne an, und es dauert dann auch über eine Stunde, bist der Wagen sauber ist. So sauber war der Wagen letztmals, als wir ihn übernommen haben.

Um 14:00Uhr brechen wir auf in die „Day use Area“ der Palmwag Concession. Unser erstes Ziel ist die van Zyls Gat, eine tief eingeschnittene Klamm, bei der man den Wagen verlassen und ein wenig laufen kann. Hier befinden sich auch permanente Wasserstellen. Wenn hier nach einem starken Regen das Wasser fließt, muss das sehr spektakulär sein. Wir sind aber auch schon im trockenen Zustand sehr zufrieden.

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Unser nächstes Ziel war dann der Aub-Canyon. Auf dem Weg dorthin hielten wir nach Tieren Ausschau. In der Palmwag Concession gehen wir nicht auf die Pirsch nach bestimmten Tierarten, sondern sind froh über jedes Tier, dass wir überhaupt entdecken können. Die Lebensbedingungen sind hier so hart, dass es nicht die Tiermassen mancher Nationalparks zu sehen gibt. Am häufigsten begegnen wir Giraffen.

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Darüber hinaus sehen wir noch Strauße, Springböcke und einen Oryx.

Den Aub-Canyon steuern wir nicht wegen irgendwelcher Tiere, sondern wegen seiner landschaftlichen Schönheit an. Doch genau hier erleben wir unser heutiges Tier-Highlight. Direkt beim Parkplatz stehen zwei Elefanten im hohen Gras. Als sie weiterziehen entdeckt Kathrin, dass sie ein sehr kleines Elefantenbaby mit sich führen, welches vorher komplett im hohen Gras verborgen war. Ich schätze das Kleintier auf maximal eine Woche, was mir ein später hinzukommender Safari-Guide der Lodge bestätigt.

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Die Wege in der Concession sind nur langsam befahrbar und wir haben uns auch ansonsten reichlich Zeit gelassen. Die Sonne steht inzwischen schon tief und wir müssen uns auf den Weg machen. Wegen der Elefanten hatte ich fast vergessen ein Foto vom Aub-Canyon zu machen.

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Wir fahren zum nördlichen Gate, wo wir die Concession auf die C43 verlassen.

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Kurz vor Sonnenuntergang sind wir zurück auf der Campsite.

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Unseren Sundowner gönnen wir uns heute an der Bar mit ihrer schönen Aussichtsterrasse.

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Hier in Palmwag hat die Reservierung zum Dinner geklappt, so dass wir unseren faulen Tag auch beim Abendessen fortsetzen können. Da dass Essen ausgesprochen lecker und reichlich ist, kommt was kommen muss. Ich esse viel zu viel, bis absolut nichts mehr reinpasst. Da spannt der Bauch.

Später kommt auch hier ein kühler Wind auf, was dazu führt, dass erneut der Windstopper zum Einsatz kommt.

Teil 2010. Apr. 2019

18.Tag (Mo. 07.01.2019)
Palmwag – Ganamub
167km


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Beim Frühstück genießen wir den Ausblick von der Lapa. Leider lässt sich der Hauselefant auch heute nicht blicken. Dafür jede Menge Vögel, die aber alle nicht still halten.

Nach dem Frühstück tanken wir den Wagen noch einmal voll und los geht es in die Palmwag Concession.

Wie gestern sehen wir nur sporadisch Tiere.

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Je weiter wir auf dem Crowthers Trail nach Westen gelangen, umso trockener wird die Landschaft und umso seltener werden die Tiere. Zu Anfang sehen wir noch viele Elefantenspuren auf dem Track, von den Verursachern jedoch keine Spur.

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Hin und wieder kommen wir an Quellen vorbei, die mit ihrem frisch grünen Pflanzenbewuchs deutlich ins Auge fallen.

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Obwohl wir uns der Küste nähern, wird es recht schnell sehr heiß. Die Luft ist am flimmern und wenn man jetzt in größerer Entfernung Tiere entdeckt, hilft einem auch ein gutes Tele nicht weiter, da durch die flimmernde Luft keine scharfen Aufnahmen möglich sind.

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In Mitten einer völlig vegetationslosen Schotterebene treffen wir auf eine Giraffe mit Jungtier. Da fragt man sich, was die hier machen.

Dort wo sich der Weg nach Norden wendet, befindet sich ein exzellenter Aussichtshügel neben dem Weg. Wir fahren die steile Auffahrt zu einer kurzen Pause hoch und genießen den Blick in die Ferne.

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Bald darauf treffen wir auf eine große Gruppe Strauße. Erstaunlich wo noch überall Tiere leben können.

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Dann verschwindet auch das letzte bisschen Vegetation. Wir erleben Wüste pur.

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Über uns kreisen die Geier. Ob die hoffen, dass unser Auto schlapp macht?

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Auch hier ist die Qualität des Fotos grenzwertig. Durch die flimmernde Luft ist einfach kein wirklich scharfes Foto möglich.

Insgesamt habe ich den Eindruck, der Crowthers Trail hat an Beliebtheit gewonnen. Uns kommen an diesem Tag insgesamt 4 Fahrzeuge entgegen. Auch das Wellblech hat zugenommen und die steilen Auffahrten sind wesentlich ausgefahrener als ich es in Erinnerung hatte.

Als wir den Einzugsbereich des Mudorib erreichen wird es wieder grüner und wir machen erst einmal eine späte Mittagspause.

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Im Unterlauf des Mudorib halten sich wie immer viele Giraffen auf.

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Das Wasserloch an der Einmündung in den Hoanib ist dagegen verwaist.

Auch dieses Mal hat mir der Crowthers Trail wieder sehr gut gefallen. Die Strecke ist zwar recht einsam und sehr abseits gelegen, stellt fahrerisch und hinsichtlich der Orientierung aber keine großen Anforderungen. Gerade letzteres ist durch die vor kurzen erneuerte Beschilderung noch einfacher geworden. Nicht nur in der day visitors area, sondern auch im Rest der Concession.

Kaum sind wir im Hoanib, entdecken wir auf dem nördlichen Hochufer einen stattlichen Elefantenbullen. Da er oben auf dem Steilufer steht können wir sehr Dicht an Ihn heranfahren, ohne das er uns gefährlich werden kann. Das gibt ungewohnte Bilder aus der Froschperspektive. Ich kann mich nicht des Eindrucks erwehren, dass der Bulle ein wenig verstimmt ist, uns nicht scheuchen zu können.

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Der Hoanib präsentiert sich so schön wie eh und je. Mit seinen großen, häufig solitär stehenden, Bäumen wirkt es fast wie eine Parklandschaft.

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Tiere sehen wir allerdings kaum. Erst kurz vor de Port treffen wir wieder auf eine Gruppe Elefanten. Die sind sehr entspannt und so können wir schon bald im breiten Flussbett die kleine Herde passieren.

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Hinsichtlich der Elefantensichtungen in den Trockenflüssen können wir uns diesmal wirklich nicht beschweren. Wir haben fast den Eindruck, die Dickhäuter sind die am häufigsten vorkommenden Tiere im Nordwesten Namibias.

Gleich nach den Felsenengpass von de Port biegen wir nach norden in den Ganamub ab.

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Hier finden wir schon bald den perfekten Übernachtungsplatz. Für mich einer der schönsten Übernachtungsplätze in Namibia überhaupt. Die an einen Berghang angewehte Düne mit einem kleinen Plateau ist perfekt, um hier die Nacht zu verbringen. Von hier aus hat man einen weiten Panoramablick über die Mündung des Ganamub in den Hoanib. Als Untergrund gibt es warmen weichen Sand. Keine dornigen Planzen oder scharfkantigen Steine weit und breit. Meine Schuhe bleiben hier die ganze Zeit im Auto.

Bevor ich es mir gemütlich mache, kümmere ich mich noch um das Solarpaneel. Das ist vom Staub und Dreck der letzten Tage ziemlich verdreckt und in der Leistung eingeschränkt. Da ist putzen angesagt.

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Bis zum Sonnenuntergang genießen wir einfach nur die Weite, Stille und Einsamkeit dieses einmaligen Ortes.
Mit Beginn der Dämmerung entzünde ich dann das Lagerfeuer und beginne mit der Zubereitung des Abendessens. Es gibt Gamefilet mit Gemüsereis. Kochen und Grillen ist meine Aufgabe. Danach habe ich dann Feierabend und kann mich meinem Reisetagebuch widmen, währen sich Kathrin um den Abwasch kümmert. Über die Jahrzehnte sind Kathrin und ich ein beim Camping perfekt aufeinander abgestimmtes Team geworden.

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In einem anderen Reisebericht ging es ja vor kurzem auch um die beste Konfiguration der Campsite in der Wildnis. Auf diesem Foto könnt Ihr unseren bevorzugten Campaufbau erkennen. So hat man den Wagen im Rücken. Küche, Kühlschrank und Licht jederzeit zur Hand und einen schönen Blick auf das Lagerfeuer, welches die nähere Umgebung beleuchtet.

Dies wird die erste Nacht ohne externen Strom, nach der Reparatur. Somit gehen wir mit dem ungewissen Gefühl zu Bett, ob der Wagen am nächsten Morgen anspringt.

Teil 2112. Apr. 2019

19.Tag (Di. 08.01.2019)
Ganamub – Puros
159km


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Nur schwer können wir uns nach dem Frühstück von diesem traumhaften Übernachtungsplatz losreißen. Der Wagen springt sofort an, wir bleiben aber bei unserer umgeplanten Route.

Zunächst geht es durch die Schlucht des Ganamub zur D3707.

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An Tieren treffen wir lediglich eine größere Gruppe Paviane, bei der wir allerdings lange verweilen. Die Gruppe bietet eine spektakuläre Vorstellung in einer senkrechten Felswand. Es wird gespielt, getobt und sich gejagt, als würden sich die Tiere auf dem Boden befinden. Jeder Absturz wäre tödlich, aber über so etwas machen sich die Affen keine Gedanken. Als Kletterer beobachtet man das Treiben mit einer Mischung aus Neid und Bewunderung. Leider liegt die Felswand noch im tiefen Schatten und braune Paviane auf braunem Fels bildet auch keinen großen Kontrast. So gibt es von dieser Vorstellung leider kein einziges Foto.

Kurz bevor wir die D3707 erreichen passieren wir ein Gate. Das kennen wir noch nicht. Auf einer Tafel stehen die Preise geschrieben. 100N$ pro Person und Fahrzeug. Das Gate ist jedoch unbesetzt, so dass wir weiterfahren.

Bei der Viehtränke, die hier an der D3707 liegt, herrscht großer Andrang. Eine Herde nach der anderen strebt dem Wasser entgegen.

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Wir bleiben nur wenige Kilometer auf der D3707 und biegen dann auf die Giribes Plains in Richtung Signal Hill und Obias ab. Am Signal Hill machen wir selbstverständlich halt, denn den Ausblick von diesem Hügel darf man sich nicht entgehen lassen. Erst von hier oben zeigt sich das Besondere der Giribes Plains. Die riesige Fläche ist komplett von Feenkreisen durchsetzt.

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Als wir den Obias erreichen, finden wir auch dort ein neues Gate vor. Gleicher Preis wie am Ganamub und ebenfalls unbesetzt.

Im dichten Gras entdecken wir ein Nachtflughuhn mit zwei Küken. Die Kleinen sind wirklich perfekt getarnt. Ohne den Altvogel hätten wir die nie entdeckt.

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Rasch sind wir wieder im Hoanib, wo wir schon bald auf die erste Herde Elefanten stoßen. Inzwischen sind wir uns auch sicher den Grund zu kennen, weshalb derzeit so viele Elefanten in den Trockenflüssen unterwegs sind. Die Schoten der Kameldornbäume Anabäume sind reif. Unter den Bäumen ist der Boden dicht davon bedeckt und die Elefanten sind emsig damit beschäftigt, diese aufzusammeln.

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Nur wenige Kilometer weiter treffen wir die nächste Elefantenherde. Ebenfalls emsig damit beschäftigt Schoten zu fressen. Die Elefanten hier im Hoanib sind recht entspannt, so dass man sie stressfrei im Flussbett passieren kann.

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Wir fahren weiter bis zum Mudorib Wasserloch, was erneut verwaist ist. Unterwegs haben wir aber noch einen Oryx getroffen.

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Für die Fahrt nach Norden zum Hoarusib nehmen wir diesmal den Weg durch den Trockenfluss, welcher direkt gegenüber vom Mudorib in den Hoanib mündet. Diese Strecke ist neu für uns. Die ersten 25km sind ziemlich nervig zu fahren. Es geht die ganze Zeit direkt im Flussbett durch feinen, tiefen und verspurten Kies mit reichlich Wellblech. Dann erreichen wir eine weite offene Hochfläche. Hier gibt es relativ viel Gras und Büsche. Die Tierwelt nimmt zu, was sicherlich auch an dem künstlichen Wasserloch im Flussbett des Tsuxab liegt. In ausreichend Entfernung, um die Tiere nicht zu stören, machen wir Mittagspause.

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Das Wasserloch scheint recht neu zu sein und auch an der Einmündung des Obias in den Hoanib gab es ein neues Wasserloch mit Solarpumpe. Hier scheint sich einiges zu tun. Wer steckt hinter dieser Initiative?

In diesem Gebiet sehen wir auch über mehrere Kilometer hinweg frische Nashornspuren auf den Weg. Die Verursacher entdecken wir leider nicht.

Dann senkt sich die Hochfläche sanft in Richtung Puros und Hoarusib. Leider ist es heute sehr dunstig. Bei klarem Wetter muss der Blick phänomenal sein.

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Die Namaflughühner sind selbst auf so einer freien Fläche gut getarnt.

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Im Dorf steuern wir erst einmal einen der kleinen Shops an, um Kekse zu kaufen. Im Shop läuft Musik in ohrenbetäubender Lautstärke. Kathrin beschwert sich ständig, dass ich zu laut Musik hören würde, aber diese Lautstärke bereitet selbst mir körperliche Schmerzen.

Obwohl in den letzten Jahren zahlreiche neue Campingplätze rings um Puros entstanden sind, entscheiden wir uns wieder für die Community Campsite. Die hat uns immer sehr gut gefallen und auch diesmal sind wir wieder begeistert. Wir bekommen Campsite Nr.3 welche von großen Bäumen beschattet wird. Die Sanitäranlagen sind wie bei allen Stellplätzen perfekt in die Büsche und Bäume integriert. Es gibt Feuerholz zu kaufen, welches direkt zum Stellplatz gebracht wird.

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Nur 50m hinter unserem Stellplatz liegen große freie Sandflächen mit kleinen Dünen. Der Blick geht nach Westen und so haben wir den perfekten Sundownerplatz direkt vor unserer Haustür.

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Wie gut die Toiletten in die Natur integriert sind zeigt sich nach dem Abendessen, als Kathrin nach einiger Zeit unverrichteter Dinge vom Toilettengang zurückkommt, weil Sie das Klo nicht gefunden hat. Glücklicherweise hat wenigstens einer von uns beiden einen guten Orientierungssinn 😛 , denn sehen kann man den Eingang zum Sanitärbereich in der Tat erst, wenn man wenige Meter davor steht.

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Teil 2224. Apr. 2019

20.Tag (Mi. 09.01.2019)
Tagesausflug Puros
126km


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Beim Frühstück werden wir ausgezeichnet von einem Toko unterhalten. Er ist ein richtiges Model und die ganze Zeit am posieren. So ist es einfach Vögel zu fotografieren.

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Der Puros-Canyon zeigt sich wieder einmal als fruchtbare Oase in Mitten der Wüste. Kaum sind wir im Canyon, fließ der Hoarusib als kleiner glasklarer Bach. Immer wieder kreuzt die Piste den Bach. Die Furten sind flach und einfach. Man sollte es allerdings tunlichst vermeiden, die Spuren zu verlassen, denn abseits davon gibt es viele Stellen mit Schwemmsand. Wenn das Auto da erst einmal drin festsitzt hat man schlechte Karten.

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Gleich zu Beginn des Canyons treffen wir auf eine Herde Springböcke. Das war es dann aber auch schon für den Rest des Tages mit Wild.

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Dafür gibt es aber einiges an Vögeln zu sehen und zu fotografieren.

Waffenkibitz
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Dreibandregenpfeiffer
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Was wir dafür umso mehr sehen sind Rinder. Alle unbeaufsichtigt. Eine Einladung für jeden Löwen. Überhaupt haben wir im Nordwesten jede Menge unbeaufsichtigte Viehherden gesehen. Da ist es vorprogrammiert, dass sich die Löwen bedienen. Die Bequemlichkeit der Viehhalter hat einen großen Anteil am Mensch-Tier-Konflikt im Nordwesten Namibias. Das es auch anders geht zeigen die Massai in Kenia und Tansania. Da werden auch Rinder in Gebieten mit sehr großer Löwenpopulation gehalten. Die Herden werden jedoch permanent bewacht und nachts in einen gesicherten Kral getrieben.
Allerdings können wir uns in Deutschland wohl kaum mit erhobenem Zeigefinger über die Zustände in Namibia beschweren, denn bei uns sieht es nicht viel anders aus. Auch bei uns stehen nachts jede Menge Tiere unbeaufsichtigt auf den Weiden und wenn sich die Wölfe bedienen ist die Schreierei groß. Auch für uns in Deutschland finden sich Vorbilder, wie man es besser machen kann. In Rumänien gibt es erheblich mehr Raubtiere und auch mehr Nutztierherden. Dort werden aber die Herden auch heute noch bewacht. Meist durch Herdenschutzhunde.
Sorry für den Exkurs, aber dass musste mal gesagt werden. Wenn mich Dinge ärgern, muss ich sie loswerden.

Weiter geht’s im Hoarusib. So stark wie der Hoarusib fließt, gehe ich davon aus, das uns die Felsenengstelle der Dubis-Pforte durchaus vor ernsthafte Probleme stellen kann. Als wir das letzte Mal hier waren, war der Wasserstand in der Engstelle bereits grenzwertig und da floss der Hoarusib längst nicht so stark. Vor Ort stellen wir jedoch fest, das sich die Verhältnisse grundlegend verändert haben. Die Furt ist so flach, dass nur die Reifen nass werden.

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Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten des Hoarusib gehören die Clay Castles. Bislang dachte ich immer, die Clay Castles würden alle im Skelettküsten Nationalpark liegen und wären somit für uns nicht erreichbar. Von Cruiser bekam ich diesmal jedoch die Koordinaten eines Clay Castles, welches außerhalb des Nationalparks liegt und gut erreichbar ist. Das ist unser nächstes Ziel. Das Clay Castle ist dann deutlich größer als erwartet. Ich frage mich, welcher geologische Vorgang sich hinter der Entstehung verbirgt?

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Danach biegen wie unterhalb des Schoemann Camp nach Norden ab und fahren parallel zur Nationalparkgrenze durch beeindruckende Wüstenlandschaften. Leider ist es sehr diesig geworden was der Umgebung ziemlich die Farben entzieht. Wie schön muss es hier erst bei strahlendem Sonnenschein sein.

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Nach einiger Zeit erreichen wir die Abzweigung zu einem spektakulären Aussichtspunkt. Das beginnt schon mit der Auffahrt. Ohne L4 geht da gar nichts. Auf der Spitze des Berges angekommen öffnet sich ein 360° Panorama über den Skelettküsten Nationalpark und das angrenzende Kaokovelt. Die Abfahrt auf rutschigem Geröll bietet dann noch ein wenig Nervenkitzel.

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Unser nächstes Ziel ist der Khumib. Dorthin führen laut t4A zwei Wege. Der westliche Weg überquert auf der Landkarte allerdings die Nationalparkgrenze. Ich habe keine Lust irgendwann vor einem „Durchfahrt verboten Schild“ zu stehen, weshalb wir uns für den östlichen Weg entscheiden. Wenn einer von Euch Informationen über die Befahrbarkeit der westlichen Strecke hat, wäre ich für diese Info sehr dankbar.

Wir kommen an der Felsformation „Hole in the Rock“ vorbei. Das Loch wirkt zunächst recht klein und zeigt seine wahre Größe erst mit Kathrin als Maßstab.

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Nördlich des Khumib machen wir unter einer markanten Felswand Pause. Die Temperaturen sind angenehm und ich nutze die Gelegenheit, mir ein wenig die Füße zu vertreten.

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Im Flussbett des Khumib geht es dann nach Osten bis wir auf die D3707 treffen.

Da haben wir heute eine sehr schöne Ecke des Kaokovelts für uns neu entdeckt. Als großer Wüstenfan habe ich die Strecken entlang der Nationalparkgrenze sehr genossen. Solch karge Landschaften faszinieren mich immer wieder aufs Neue.

Die Rückfahrt auf der D3707 ist dann sehr entspannt. Für Kaokovelt-Verhältnisse ist die Piste wirklich gut in Schuss und mit 50-60km/h cruisen wir locker zurück nach Puros.

Da die Distanz zwischen den Tankmöglichkeiten aufgrund unserer Streckenänderung erheblich länger geworden ist, beschließen wir in Puros außerplanmäßig nachzutanken. In T4A ist zwar eine Tankmöglichkeit eingezeichnet, aber die scheint es dort in der Realität nicht zu geben. Wir fahren deshalb einfach in den Man-U-Shop und erkundigen uns nach der Möglichkeit Diesel zu kaufen. Das läuft dann alles ganz easy. Kurze Zeit später ist der Sprit-Dealer bei uns und wir fahren zusammen zum Ortsrand, wo er in einem Holzverschlag den Treibstoff lagert. Wir tanken 20l nach, das sollte ausreichen. Der Preis für den Liter beträgt 20N$. Das ist ungefähr das gleiche, wie ich in Deutschland bezahle und angesichts der Umstände vollkommen in Ordnung.

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Den Rest des Tages verbringen wir auf der Campsite. Zwischendurch kommt eine große Ziegenherde vorbei und sorgt für Unterhaltung.

Als es zu dämmern beginnt starten wir das abendliche Standardprozedere:
Sundowner – Braai – Lagerfeuer – Gin Tonics – gute Nacht.

Teil 2326. Apr. 2019

21.Tag (Do. 10.01.2019)
Puros – Etambura
104km


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Von unserem schönen Stellplatz können wir uns gar nicht losreißen und lassen uns deshalb reichlich Zeit. Ist aber auch kein Problem, denn die heutige Etappe ist recht kurz und die zu erwartenden Pistenverhältnisse moderat.

Erstes Ziel ist der Jan Joubert Kopje, welcher unweit des Campingplatzes am Rande des Flussbettes steht und einen schönen Überblick auf den südlichen Teil des weiten Hoarusib-Tals bietet.

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Danach fahren wir die meiste Zeit direkt im Flussbett.

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Außer einer größeren Gruppe Giraffen sehen wir keine Wildtiere. So wenige Sichtungen hatten wir im Hoarusib noch nie.

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Auch im nördlichen Teil des Hoarusib-Tals erhebt sich ein Hügel neben dem Flussbett, von dem aus man gut diesen Teil des Tals überblicken kann. Den Ausblick genießen wir jedes Mal aufs Neue, wenn wir vorbei kommen.

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Bevor sich das weite Tal zum engen oberen Hoarusib-Canyon wandelt verlassen wir es und wechseln über den Pass am Mount Himba Sphinx zum Khumib. Von der Passhöhe hat man einen herrlichen Blick zurück zum Hoarusib.

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Entlang des Khumib fahren wir an vielen kleinen Himba-Kraals vorbei. Die meisten unbewohnt.

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Bevor wir auf die D3707 treffen machen wir Mittagspause.

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Kurz vor Orupembe verlassen wir die D3707 schon wieder. Unser Etappenziel ist bereits ausgeschildert.

Wenige Kilometer vor Ankunft in Etambura queren wir eine große rote Sandebene auf der sich Massen von Springböcken tummeln.

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Insgesamt war die heutige Strecke so einfach wie erwartet. Die größte Herausforderung war noch die steile Auffahrt nach Etambura.

Wir sind auf gut Glück und ohne Voranmeldung nach Etambura gefahren. Es war aber nur eine Hütte belegt, so dass es kein Problem war, spontan unterzukommen. Hätte das nicht geklappt, wäre es auch kein Drama gewesen, denn ganz in der Nähe befindet sich die Marble Campsite, die wir als Backup vorgesehen hatten.

Der Preis von 800N$ pro Hütte ist für das gebotene extrem günstig. Die abgeschiedene Lage und der tolle Ausblick sind für sich genommen diesen Preis schon wert.

Die Ausstattung der Hütten ist einfach, lässt aber keinerlei Wünsche offen. Allein dass es hier oben fließend Wasser und gut funktionierende Duschen gibt sehe ich schon als Luxus an, denn jeder Liter Wasser muss mit dem Auto auf den Berg geschafft werden.

Der Gemeinschaftsbereich ist sehr gemütlich und die davor liegende Sundowner-Plattform ein Traum. Einziger Kritikpunkt ist die Küche. Man kann einzig auf dem Feuer des Grillplatzes kochen. Wie das funktionieren soll, wenn mehrere Parteien gleichzeitig kochen ist mir ein Rätsel. Ein paar Gaskocher wären eine gute Investition. Ich war jedenfalls froh, dass unser Wagen gleich hinter dem Haus stand und ich für die Nudeln unseren Gaskocher nutzen konnte, denn das kleine Feuer unter dem Grillrost reichte gerade einmal für den Potje.

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Von unseren französischen Mitbewohnern bekommen wir kaum etwas mit. Die machen sich nur kurz einen Salat und sind dann schon vor dem Sonnenuntergang verschwunden. Auch gut, denn so können wir den Sonnenuntergang ganz für uns alleine genießen. Dabei ist der Sonnenuntergang für sich gar nicht so spektakulär. Viel beeindruckender ist zu beobachten, wie sich der Himmel von orange zu rot zu blau und letztendlich zu schwarz verfärbt.

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Am Abend dann noch eine kurze Schrecksekunde als mir unvermutet ein Brillenglas aus der Brille fällt. Glücklicherweise habe ich Kunststoffgläser, so dass das Glas heile bleibt. Im ersten Moment denke ich, dass sich die Schraube an der Fassung gelockert hat, muss dann aber feststellen, dass das Gestell an dieser Stelle gebrochen ist. Da kauft man extra ein angeblich unzerstörbares Titangestell und dann so etwas. Wenigstens kann ich die Brille in einer Bastelstunde mit Tape reparieren. Sieht zwar scheiße aus, aber ich kann zumindest weiterhin scharf sehen. Verschwommen durch Afrika wäre echt ein Horrorszenario.

Meine Prothesen lassen mich auf dieser Reise ganz schön im Stich.

Teil 2430. Apr. 2019

22.Tag ( Fr. 11.01.2019)
Etambura – Epupa Falls
231km


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Heute steht uns eine lange und anspruchsvolle Etappe bevor. Wie anspruchsvoll ahnten wir zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht. Deshalb sind wir auch schon bei Beginn der Dämmerung auf den Beinen, denn wir wollen nicht schon beim Frühstück hetzen. Wir essen wieder auf der Sundowner-Plattform, die auch zu dieser Tageszeit ihren Reiz hat. Traumhaft zu beobachten, wie die Sonne nach und nach das Tal unter uns erobert.

Um 8:00Uhr starten wir. Die Ebene südlich von Etambura ist noch immer voll mit Springböcken. Zu dieser Tageszeit sind die Temperaturen noch angenehm und die Tiere sehr agil. Überall in der Ferne sieht man kleine Punkte über die Ebene hüpfen.

Die ersten Kilometer sind größtenteils sehr einfach zu befahren. Hier entdecken wir auch einen der Steinmänner. Es ist die einzige dieser Skulpturen, die wir auf dieser Reise entdecken. Anscheinend sind wir zu blind. Tiere können wir auf jeden Fall besser.

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Immer wieder kommen wir an Himbasiedlungen vorbei. Die Region in der wir uns heute bewegen ist längst nicht so einsam, wie die meisten denken. Allerdings treffen wir nur ein einziges Auto.

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Zwischendurch gibt es immer mal wieder etwas holprigere Passagen. Die Vegetation ist üppig. Hier muss es schon einigen Niederschlag gegeben haben.

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Bevor wir die D3703 erreichen gilt es noch einen Pass zu überwinden, der die erste ernsthafte Herausforderung des Tages ist. Um langsam genug fahren zu können wähle ich L4. Bei solchem Geläuf muss man sich Zeit lassen.

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Nach Erreichen der D3703 wird die Besiedelung noch dichter. Wir kommen an einer großen Wasserstelle vorbei. Es muss sogar reichlich Niederschlag gegeben haben. Wir sehen Himbagräber, die wie immer sehr gut gepflegt wirken.

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Bei Otjitanda gabelt sich der Weg. Nach Westen geht es zum gefürchteten van Zyls Pass und nach Osten in die Heartbreak Hills, was mir zu diesem Zeitpunkt noch nichts sagte. Was dann auf den nächsten ca. 20km folgt steht dem van Zyls Pass in keiner Weise nach. Lediglich die Absturzgefahr fällt weg, da man fast die ganze Zeit in einer Art Hohlweg fährt. Es geht in einer Tour bergauf und bergab. Hat man in der Hoffnung auf Besserung eine Hügelkuppe erklommen, tut sich vor einem der nächste auf. Ich bin fast die ganze Zeit durchgehend in L4 unterwegs und bei einer besonders großen und steilen Felsstufe muss ich sogar alle Differenziale sperren, um dieses Hindernis zu überwinden. Wir kommen nur in Schrittgeschwindigkeit vorwärts; das ist mehr klettern als fahren. Ich bin aber immer wieder begeistert, wie souverän der LandCruiser die Strecke meistert. Der Schlüssel zum Erfolg sind 1,5bar Luftdruck, L4, 1.Gang und 1000-2000 U/min. Dazu natürlich Ruhe bewahren, sich Zeit lassen und die richtige Spurwahl.

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Die Strecke ist auf jeden Fall eine Empfehlung für jeden 4x4 Enthusiasten. Wenn man die o.g. Grundsätze befolgt, sollte es auch kein Problem sein, den Wagen ohne Beschädigungen über diese Strecke zu bringen. Der Track in Kombination mit der abwechslungsreichen Landschaft lassen nie Langeweile aufkommen. Das wir auf einer offiziellen D-Straße unterwegs sind, ist in Anbetracht der Herausforderungen absurd.
Immer wieder sieht man auch Himbas. Deren Verhalten lässt darauf schließen, dass sie noch nicht groß mit dem Tourismus in Berührung gekommen sind.

Erst kurz vor Okangwati nehmen wir uns die Zeit für eine längere Pause, denn erst jetzt können wir sicher abschätzen Epupa Falls im Hellen zu erreichen. Für die 160km bis hierher lag unsere Durchschnittsgeschwindigkeit bei unter 20km/h.

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Die C43 von Okangwati nach Epupa Falls war super in Schuss. Nur bei einigen Revierquerungen musste ich mal unter 80km/h gehen.

In Epupa Falls ist richtig was los. Das sind wir gar nicht mehr gewohnt. Wir hatten keinen speziellen Campingplatz vergeplant. Vielmehr wollten wir einen Stellplatz direkt am Fluss. Das stellt sich als gar nicht so einfach heraus. Fündig werden wir auf der Omarungu Lodge. Dafür müssen wir uns mit dem ziemlich arroganten Auftreten des Managements rumärgern. Die wollen uns unseren Stellplatz erst nach Bezahlung nennen und wir wollen erst verbindlich buchen, wenn wir wissen, ob wir den Stellplatz direkt am Fluss bekommen. Letztendlich geht man doch auf unser Ansinnen ein. Keine Ahnung was solche Diskussionen bringen sollen, außer das man den Kunden verärgert. Von einem Bad im Pool nehmen wir Abstand, da er sehr verdreckt wirkt. Nachdem die Lodge jetzt von Gondvana übernommen wurde, wird sich hoffentlich einiges verbessern.

Wir installieren uns nur kurz auf unserem Platz und machen dann erst einmal einen Spaziergang zu den Fällen.

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Unglaublich und auch erschreckend, wie sich hier alles verändert hat. Als wir 1996 zu ersten Mal an den Epupafällen waren gab es nur ein einsames Militärcamp und die Community Campsite. Dazu eine Hand voll Himbahütten. Heute gibt es mindestens ein halbes Dutzend Lodges und ein Dorf mit mehreren hundert Hütten. Als neuste Veränderung springt das breite Band der D3700 ins Auge.

Als wir auf die Campsite zurückkommen setzt starker Wind ein.

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Als wir zurück kommen sehe ich, dass der Außenwasserhahn am Bushcamper tropft. Der hat sich heute anscheinend durch die Rüttelei gelockert. Mit dem umfangreichen Bordwerkzeug ist das aber schnell repariert.

Leider war es nicht möglich in der Lodge zu Essen, so dass ich selbst koche.

Teil 2503. Mai 2019

23.Tag (Sa. 12.01.2019)
Epupa Falls – Kunene River Lodge
92km


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Heute steht nur eine kurze Etappe an. Das passt nach dem gestrigen Tag sehr gut, auch wenn es gar nicht deshalb so geplant war, sondern weil wir die Kunene River Lodge so sehr mögen.

Nach dem Frühstück fahren wir als erstes zum Aussichtshügel oberhalb der Fälle. Eintritt 40N$ p.P.

Der Kunene führt aktuell viel Wasser, so dass neben dem Hauptfall in die Schlucht zahlreiche weitere Fälle zu sehen sind. Nur bei diesen Verhältnissen lohnt sich der Besuch des Aussichtshügels, dann aber ganz besonders.

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Dann starten wir auf die neu trassierte D3700. Für mich persönlich ist die neue Piste ein großer Verlust gegenüber der bisherigen 4x4-Strecke. Man kommt kaum noch ans Ufer und es finden sich so gut wie keine Pausenplätze mehr am Fluss. Früher ist man lange Passagen direkt durch die Palmenhaine am Wasser gefahren. Heute verläuft die Piste meist etwas mehr im Hinterland und weite Bereiche des Ufers sind eingezäunt.

Das diese Sichtweise sehr egoistisch ist, ist mir bewusst. Von der einheimischen Bevölkerung wird die neue Piste sehr begrüßt. Verbesserte Infrastruktur ist Grundvoraussetzung für die weitere Entwicklung der Region.

Die Frage die sich mir stellt ist, ob man für eine 10m breite Piste unbedingt eine 30m breite Schneise durch die Landschaft fräsen musste, die sich wie eine große Wunde durch die Natur zieht. Etwas mehr Augenmaß wäre wünschenswert gewesen.

Wir haben Zeit und kehren für eine Erfrischung schon nach rund 30km ins neu errichtete Camp Cornie ein. Es handelt sich um eine sehr schön direkt am Ufer unter Palmen gelegene Campsite mit sehr guter Ausstattung. Wem der Rummel an den Fällen zu viel ist, der ist hier sicher gut aufgehoben. Wir haben uns den Platz auf jeden Fall schon einmal vorgemerkt.

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Wir lesen noch ein bisschen und machen uns dann wieder auf den Weg.

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Später wollen wir noch eine weitere Pause machen und finden nach langem Suchen auch einen schönen Schattenplatz am Ufer. Leider gibt es an dieser Stelle aber jede Menge nerviger Fliegen, so dass wir schon nach kurzer Zeit die Flucht ergreifen.

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Für diejenigen, die sich die bisherige D3700 nicht zugetraut haben ist die Piste jetzt auf jeden Fall ein lohnendes Ziel, denn wenn man den vorherigen Zustand nicht kennt, bzw. ignoriert, ist es eine landschaftlich reizvolle Route.

Die Kunene River Lodge ist so schön wie eh und je. Eine grüne schattige Oase unter riesigen Bäumen direkt am Fluss. Von den Schäden der Überschwemmung in der letzten Regenzeit ist nichts mehr zu sehen. Was ich an dieser Lodge besonders schätze ist, dass die Campsites die beste Lage am Flussufer haben und die festen Unterkünfte in der 2.Reihe stehen. Bei den meisten Lodges ist es anders herum.

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Wir haben viel Zeit auf der Campsite, aber es wird nie langweilig. Wir setzen uns ans Ufer zum lesen und beobachten die Tierwelt in der Umgebung. Schon bald taucht eine Gruppe Meerkatzen auf um zu checken, ob sich bei den neuen Besuchern etwas abstauben lässt. Dafür haben wir aber schon zu viel Erfahrung mit den kleinen Banditen und so müssen sie unverrichteter Dinge weiterziehen.

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Später mache ich mich noch ein wenig auf die Pirsch nach Vögeln und Kleintieren. Ich entdecke zwar viel, kann aber kaum etwas auf den Chip bannen. In der dichten Vegetation der Kunene River Lodge sind fast immer Äste oder Blattwerk im Wege.

unbekannter Vogel männlicher Brillenweber (Dank an Matthias)
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weiblicher Maskenweber ??? weiblicher Großer Goldweber (Dank an Matthias)
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Es war möglich, sich noch bei unserer Ankunft spontan zum Dinner anzumelden. Diese Gelegenheit haben wir natürlich gerne wahrgenommen und sind deshalb schon zum Sundowner auf der Restaurant-Terrasse. Es ist ein starker Wind aufgekommen, der erst nach Einbruch der Dunkelheit wieder nachlässt.
In der Dunkelheit erleuchten starke Strahler den Fluss vor der Restaurant-Terrasse und so können wir zahlreiche Fledermäuse bei der Insektenjagd beobachten.

Teil 2607. Mai 2019

24.Tag (So. 13.01.2019)
Kunene River Lodge – Opuwo
131km


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Die Nacht haben wir wieder einmal sehr gut geschlafen. Die hohen Temperaturen machen uns nichts mehr aus. Danach haben wir uns viel Zeit mit dem Frühstück gelassen, denn unsere heutige Etappe ist nur kurz. Trotzdem sind wir früh in Opuwo. Die Pisten sind in einem sehr guten Zustand, so dass wir weniger als 2h für die Strecke benötigen.

Nach 2 Wochen in der Wildnis gibt es viel zu erledigen. Großeinkauf, tanken und Bargeld ziehen. Außerdem bin ich auf der Suche nach einem Friseur, denn meine Kurzhaarfrisur übersteht keine 7 Wochen Urlaub und braucht zwischendurch mal ein Update.

ATM und Tanken sind schnell erledigt. Der Verbrauch von Palmwag bis nach Opuwo lag bei 16,5 Litern auf 100 Kilometer. Ich hätte mit mehr gerechnet.

In dem Einkaufszentrum beim OK Supermarket finde ich auch einen Friseur. Da in Afrika die Herrenfriseure sowieso alle mit Schermaschine arbeiten ist das für mich optimal und mit dem Ergebnis bin ich auch sehr zufrieden.

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Der Fehler war dann, dass ich dachte es wäre eine gute Idee, sich bei der Gelegenheit auch gleich rasieren zu lassen. Die Rasur wurde jedoch ebenfalls mit der Schermaschine gemacht und ohne Aufsatz fühlte sich das an, als würde mir mit einer Drahtbürste das Gesicht gewaschen. Da hieß es ordentlich die Zähne zusammenbeißen.

Für den Großeinkauf wählten wir den neuen Superspar. Der Supermarkt hat eine sehr gute Auswahl, so dass man alles bekommt, was das Herz begehrt.

Opuwo hat sich auch seit unserem letzten Besuch weiter entwickelt und vergrößert. Noch immer zeigt sich die Stadt aber als Schmelztiegel der verschiedenen Völker Namibias. Für mich ist es die afrikanischste Stadt Namibias. Noch immer sieht man traditionell gekleidete Himbas im alltäglichen Straßenbild. Daneben aber auch viele Einheimische in aktueller westlicher Mode. Heute am Sonntag haben sich viele für den Kirchgang ganz besonders in Schale geschmissen. Wir kommen uns da in unseren Buschklamotten reichlich underdressed vor.

Auch die Schere zwischen arm und reich klafft hier weit auseinander. Vielen Einheimischen sieht man an, dass sie einen gewissen Wohlstand erlangt haben. Daneben sieht man aber auch viel Armut, was sich auch darin zeigt, dass man hier viel mehr angebettelt wird, als in anderen Städten des Landes.

Auch sehr viele Kinder sind am Betteln, bzw. wollen einem nicht benötigte Dienstleistungen, wie Autobewachung andienen. In diesem Zusammenhang fand ich es sehr interessant, dass mich auf dem Parkplatz des Superspar ein Schwarzer ansprach und mich bat, den Kindern auf gar keinen Fall irgendetwas zu geben. Ist für uns sowieso eine Selbstverständlichkeit, aber es ist gut zu sehen, dass die Problematik bettelnder Kindern inzwischen auch von der einheimischen Bevölkerung gesehen wird und die Erkenntnis gereift ist, dass Schulbildung wichtiger ist, als die Einkünfte durch Betteln.

Nachdem wir in der Stadt alles erledigt haben, fahren wir zur Opuwo Country Lodge. Die Campsite der Lodge ist unser üblicher Übernachtungsplatz, wenn wir in Opuwo sind. Die Campsite selbst ist nicht sehr schön und bietet nur wenig Schatten. Dafür sind die Sanitäranlagen aber sehr gut und man kann auch als Camper die gesamte Infrastruktur der Lodge mit nutzen.

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Die Campingplatzkatze schein noch die Gleiche wie vor ein paar Jahren zu sein. Ein sehr zutrauliches und gepflegtes Tier.

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Den Nachmittag verbringen wir dann am Pool der Lodge. Ich liebe diesen Platz und das nicht weil ich gerne Baden gehe, sondern wegen des netten Ambientes der schönen Aussicht von hier oben.

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Am Pool treffen wir auch den Bruder der Campingplatzkatze. Das scheint ein echter Kampfkater zu sein, denn er ist von zahlreichen Kämpfen gezeichnet, und legt gegenüber Menschen ein sehr selbstbewusstes Auftreten an den Tag.

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Wir bleiben gleich bis zu Abendessen hier und erleben einen spektakulären Sonnenuntergang.

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Nach den Fleischmassen der letzten Tage sind wir froh, dass es auch Fisch auf der Speisekarte gibt. Eine willkommene Abwechslung.

Teil 2709. Mai 2019

25.Tag (Mo. 14.01.2019)
Opuwo – Olifantrus
294km


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Da gestern Sonntag war, konnten wir unsere zur Neige gehenden Bier- und Savanna-Vorräte noch nicht wieder aufstocken. Deshalb geht es heute zunächst in einen Liqour Store, bevor wir dann auf Asphalt zügig in Richtung Etosha Nationalpark fahren.

Kennt Ihr das auch? Man ist sich bei bestimmten Dingen so sicher, dass man deren Richtigkeit nicht mehr überprüft. Irgendwann wird man dann überraschend eines Besseren belehrt.
Ich war felsenfest überzeugt, dass der Veterinärzaum die Südgrenze des Etosha Nationalparks bildet und das an der Westgrenze liegende Galton Gate deshalb vor der Veterinär-Kontrollstelle der C35 liegt. Umso überraschter war ich, als wir plötzlich an dieser Kontrollstelle standen. Wenn ich mir die Karte an dieser Stelle mal genauer angesehen hätte, hätte ich auch sofort erkannt, das der Veterinärzaun hier an der Westgrenze des Nationalparks ein wenig nach Norden verläuft, bevor er wieder nach Westen abknickt.
Da standen wir also und hatten noch reichlich Fleisch im Kühlschrank. Überwiegend gutes Gamefilet. Glücklicherweise hatten wir eine sehr nette und hilfsbereite Beamtin. Wenn wir das Fleisch so weit anbraten würden, dass von außen kein rohes Fleisch und Blut zu sehen sei, könnten wir das Fleisch behalten. Also stand ich die nächste halbe Stunde auf den Parkplatz am Kocher, aber danach konnten wir wenigstens ohne Verluste passieren.

Das Einchecken am Galton Gate ging fix. Da wir hier nicht mit Karte zahlen konnten, sollten wir das in Okaukuejo erledigen. Das Plastiktütenverbot wurde recht lax gehandhabt. Ich wurde gefragt, ob wir Tüten dabei hätten und als ich eine aus dem Fahrgastraum klaubte war man zufrieden und wir konnten in den Park starten.

Unsere heutige Strecke im Park sollte uns über die Wasserlöcher Renostervlei, Rateldraf, Dolomietpunt, Duineveld und Nomad nach Olifantrus führen. Rateldraf hatte kein Wasser und entsprechend leer war es hier. Alle anderen Wasserlöcher waren gefüllt und von mehr oder weniger vielen Herbivoren bevölkert.

Leider war fast den ganzen Tag der Himmel mit Schichtwolken bedeckt, so dass wir sehr schlechtes Fotolicht hatten. Ich empfinde ja das Licht in Etosha immer als eher schlecht, aber bei Sonne ist es dann doch ein wenig besser.

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Nach dem Gate führt die Strecke zunächst durch Mopanebusch und danach durch Dornbuschsavanne. In diesem Bereich war abseits der Wasserlöcher kaum ein Tier auszumachen. Erst ein paar Kilometer vor Duineveld öffnete sich die Landschaft und ab da konnten wir auf den weiten Flächen links und rechts der Piste immer wieder Tiere entdecken.

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Bei Duineveld trafen wir auf Giraffen am Wasserloch.

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Eine der Giraffen war am Kopf fürchterlich entstellt. Ich empfand den Anblick als sehr verstörend und extrem eklig. Sah aus wie Barteln bei einem Karpfen. Ich vermute mal, dass es sich um Parasiten handelt. Kann mir jemand sagen, was das ist? Habe so etwas bislang in all den Jahren in Afrika noch nie gesehen.

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Darüber hinaus hatte der heutige Gamedrive nichts mehr zu bieten und am späteren Nachmittag kamen wir in Olifantrus an.

Man bekommt keinen Stellplatz zugewiesen, sondern kann aus den unbesetzten Plätzen frei wählen. Sonderlich schön ist der Campingplatz nicht, aber immer noch um einiges angenehmer als die riesigen Staubflächen, die in den großen Rastlagern als Campingplatz dienen. Im kleinen Shop kann man Feuerholz kaufen.

Wir machen eine erste Runde durch das Camp; besichtigen die ehemalige Elefantenschlachterei und das dazu gehörige Info-Center zum Culling im Etosha Nationalpark. Ein sehr kontroverses Thema.

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Danach ging es zum Hide. Wir konnten gerade noch die Hinterteile der abziehenden Elefanten sehen. Zebras und Impalas bevölkerten aber dauerhaft die Umgebung des Wasserlochs.

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Zum Sundowner gingen wir ein weiteres Mal zum Hide und hatten ein Deja vue, als wir wieder nur die Hinterteile der abziehenden Elefanten sahen. Da hatten wir heute aber ein ganz schlechtes Timing.

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Nach dem Abendessen gingen wir noch einmal zum Hide und wurden für unsere Hartnäckigkeit belohnt. Jetzt gab es das volle Programm. Es war eine Gruppe Elefanten an Wasserloch und innerhalb der Gruppe gab es ordentlich Zoff. Es gab einen Unruhestifter, der sich mit der ganzen restlichen Gruppe anlegte und von dieser immer wieder in die Schranken verwiesen wurde. Gleichzeitig waren noch zwei Spitzmaulnashörner am Wasser, die immer mal wieder zwischen die Fronten gerieten, sich dadurch aber nicht verscheuchen ließen, sondern dem einen oder anderen Elefanten in den Hintern piekten, wenn diese zu aufdringlich wurden. Bei dieser Gelegenheit hörten wir das erste Mal Lautäußerungen von Nashörnern. Bislang hatte ich von den Hornträgern höchstens mal ein Schnauben gehört.
Letztendlich vertrieben die Elefanten den Unruhestifter, welcher aber die nächste Stunde immer wieder mit lautem frustrierten Trompeten in der Nähe zu hören war. Was für ein Spektakel.
Später kam dann noch eine Nashornkuh mit Kalb ans Wasserloch, so dass wir vier dieser Tiere gleichzeitig beobachten konnten.

Wer die rote Nachtbeleuchtung am Hide von Olifantrus kennt, weiß weshalb es keine Fotos von diesem nächtlichen Spektakel gibt.

Teil 2813. Mai 2019

26.01.2019 (Di. 15.01.2019) „Bergfest“
Olifantrus – Etosha Safari Village
256km


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Die ganze Nacht über haben wir Löwen brüllen gehört. Zum Teil ganz nah, so dass man den Eindruck hatte, das die Tiere direkt an der Umzäunung des Camps waren.

Mit Beginn der Dämmerung stehen wir auf und sind schon kurz nach Gateöffnung auf der Piste. Frühstück haben wir ausgelassen. Das wird sollte später nachgeholt werden.

Anfangs ist noch ein wenig Schichtbewölkung am Himmel, aber es klart im Laufe des Vormittags auf und wir haben eine Zeit lang blauen Himmel.

Unser vormittäglicher Gamedrive führte uns über die Wasserlöcher Tobiroen, Teespoed, Bitterwater, Sonderkop, Ozonjuitji m’Bari, Charl Marais Dam und Grunewald zum Picknickplatz Phantom Forrest. Teespoed, Bitterwasser, Charl Marais Dam und Grunewald waren trocken. Das war vor allem beim Wasserloch Grunewald ärgerlich, da man im Gegensatz zu den anderen Wasserlöchern, an denen man automatisch vorbei kommt, dieses Wasserloch nur über einen 6km langen Stichweg erreicht. Auf diesem Stichweg und am Wasserloch war absolut nix los.

Der Anfang der oben genannten Strecke führt wieder durch dichten Mopanebusch. Entsprechend gab es dort kaum etwas zu entdecken. Da ist man schon froh über eine Gackeltrappe am Wegrand. Die Hähne dieser Vögel markieren immer sehr lautstark Ihr Revier. Häufig steigen sie dabei noch wie ein Senkrechtstarter in die Luft. Das habe ich aber leider nie auf ein Foto bannen können.

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Ab Sonderkop öffnet sich dann die Landschaft und wir sahen viele Tiere.

An einem der ersten intakten Wasserlöcher standen jede Menge Kuhantilopen; die Hälfte davon Kälber.

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Bald darauf stand ein einzelner Elefantenbulle direkt neben der Piste. Insgesamt machten sich die Dickhäuter im Etosha Nationalpark aber ziemlich rar.

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Kurz vor Ozonjuitji m’Bari entdeckt Kathrin ein Rudel Löwen, welches sich auf die Piste zubewegt. Sie sind anscheinend auf der Suche nach einem schattigen Schlafplatz und suchen sich dafür einen Busch direkt neben unserem Auto aus. Es handelt sich um eine Gruppe Junglöwen. Zwei Weibchen und zwei Männchen. Die soziale Bindung in dieser Gruppe scheint sehr stark zu sein, denn sie schmusen sehr intensiv miteinander und suchen ständig Körperkontakt zueinander. Sie sind auch noch nicht so abgeklärt, wie ältere Löwen, die uns sicherlich komplett ignoriert hätten. Die Junglöwen beobachten uns jedoch fast die ganze Zeit mit der für Katzen typischen Mischung aus Neugier und Vorsicht.

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Die Löwen scheinen satt zu sein, denn sie zeigen keinerlei Interesse an einer vorbei ziehenden Gruppe Oryx.

Am in der Nähe liegenden Wasserloch Ozonjuitji m’Bari stehen jede Menge Gnus und Zebras. Da haben sich die Junglöwen anscheinend ein gutes Revier ausgesucht.

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Am Picknickplatz Phantom Forrest nimmt dann eine der schlimmsten Pausen, die wir je in Afrika hatten, ihren Lauf. Das die Picknicksite hässlich und heruntergekommen ist, spielt dabei keine Rolle. Kurz nachdem wir den Frühstückstisch gedeckt haben und mit dem Essen begonnen haben tauchen die ersten Bienen auf. Da sie sich nicht für unser Essen, sondern aus unerfindlichen Gründen für den Geschirrschrank interessieren, nehmen wir dass zunächst noch nicht für voll. Innerhalb der nächsten 10 Minutenschwirren dann aber einige hundert Bienen um uns herum und auch wenn unser Tisch nicht deren primäres Ziel ist, sind wir mitten im Schwarm. Sie sind auch nicht wirklich aggressiv, aber bei der Menge verirrt sich schon mal eine Biene in die Kleidung und sticht zu. In Afrika ist ja bekanntlich alles etwas extremer und so ist auch der Bienenstich um einiges heftiger, als ich es von unseren europäischen Bienen kenne. Wir versuchen so schnell wie möglich zusammenzupacken, um zu verschwinden, was inmitten der umherschwirrenden Bienen nicht leicht ist, will man doch auch weitere Stiche so gut wie möglich verhindern.

Nach dieser Episode überlegen wir, wie es weitergehen soll. Da wir aufgrund unserer Flucht vor unserem Zeitplan sind, beschließen wir Okaukuejo nicht direkt anzusteuern, sondern über die Wasserlöcher Natco, Adamax, Okondeka, Wolfsnes und Leeubron zu fahren. Von den genannten Wasserlöchern ist nur Okondeka gefüllt und wie immer Anziehungspunkt sehr vieler Tiere. Schon auf der Anfahrt sieht man, wie aus allen Himmelsrichtungen die Tiere dem Wasserloch entgegenstreben.

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1996 hatten wir an diesem Wasserloch unseren ersten Löwen in freier Wildbahn gesehen. Diesmal sind keine Katzen zu entdecken.

Inzwischen haben sich mehrere Gewitterzellen gebildet, die sich aber noch weit entfernt im Osten befinden.

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In Okaukuejo wollen wir dann erst einmal unser Permit bezahlen und erleben mal wieder ein Musterbeispiel afrikanischer Bürokratie, welche hier im Etosha Nationalpark bekanntermaßen besonders ausgeprägt ist. Obwohl wir wie gesagt ein Permit für 4 Tage haben, welches wir in bar auch schon am Galton Gate hätten bezahlen können, ist es hier in Okaukuejo nur möglich für den gestrigen und heutigen Tag zu zahlen. Wir sollen morgen wiederkommen und dann für die restlichen beiden Tage zahlen. Das ist aber für uns keine Option, da wir nicht in Okaukuejo übernachten und morgen auch nicht über dieses Rastlager fahren wollen. Zumindest ist es alternativ auch möglich, morgen in Namutoni zu bezahlen. Was die Nummer soll, kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen. Man weiß nicht, ob man lachen oder weinen soll.

Wir machen eine längere Mittagspause auf der Campsite und nehmen eine erfrischende Dusche. Wir haben auch noch einiges an Gamefilet übrig. Damit uns dass nicht am Gate abgenommen wird, mache ich aus dem Fleisch leckeres Geschnetzeltes mit Zwiebeln und Kräutern, was sich ganz vorzüglich als kalter Snack für zwischendurch eignet. Es muss nicht immer Biltong sein. Eine Portion kommt in den Kühlschrank, der Rest wird für später eingefroren.

Bevor wir weiterfahren geht es noch auf den Aussichtsturm. Inzwischen haben sich rings um uns Gewitterzellen gebildet aus denen es zum Teil heftig regnet.

Die letzte Etappe des Tages führt uns über die Wasserstellen Pan, Nebrownii, Gemsbokvlakte, Gaseb und Ombika zum Anderson Gate. Nur Nebrownii und Gemsbokvlakte führen Wasser.

Bei Pan stehen wir, wie es der Name schon andeutet, direkt an der Pfanne und haben einen beeindruckenden Blick auf die sich über der Pfanne austobenden Gewitter.

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Auf dieser Strecke erwischt uns dann auch der erste Gewitterguss und entsprechend ist auch an den gefüllten Wasserlöchern kein Betrieb.

Wir haben den Nachmittag schon als ergebnislos abgehakt, da müssen wir eines der größten Dramen miterleben, dass wir je in Afrika mit angesehen haben. Kurz vor dem Gate steht ein noch sehr kleines Gnukalb allein in der Ebene. Von der Mutter weit und breit keine Spur. Das hat auch ein Schakal mitbekommen. Wäre die Mutter in der Nähe, würde sich der Schakal niemals an das kleine Gnu heran trauen, aber so sieht er die Chance, seine Verpflegung für längere Zeit zu sichern. Der viel kleinere Schakal hat dabei natürlich nicht die Möglichkeit das Gnu sofort zu töten, sondern muss es erst schwächen, um an sein Ziel zu kommen. Immer wieder attackiert der Schakal das Gnu, welches sich dann direkt vor die Motorhaube unseres Wagens flüchtet und ganz herzzerreißend „gnöht“. Rein emotional würden wir das kleine Gnu am liebsten auf den Schoß nehmen und retten, der Verstand sagt uns aber, dass dies nun einmal der Lauf der Natur ist und der Schakal vielleicht auch Nachwuchs hat, deren Überleben er damit sichert. (Am nächsten Tag sehen wir auch in der Tat junge Schakale in diesem Gebiet.) Der Schakal lässt sich durch unsere Anwesenheit nicht beirren und attackiert das Gnu weiter. Man sieht, wie es auf der Flucht schwächer wird. Immer häufiger gerät es ins Straucheln und bleibt in den Büschen hängen. Der Schakal nutzt jede Gelegenheit um zuzuschnappen. Den letzten Akt des Dramas erleben wir nicht mehr mit, da die beiden im dichten Gebüsch verschwinden und nicht wieder auftauchen.

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Nur wenige Kilometer hinter dem Anderson Gate erreichen wir das Etosha Safari Village, unser bevorzugtes Domizil für den mittleren Etosha Nationalpark. Die Campsite ist sehr schön auf einer Wiese. Kein Vergleich zu der staubigen Fläche in Okaukuejo. Auch die Waschhäuser sind in einem Top Zustand. Als Haustiere gibt es Perlhühner und Warzenschweine auf der Campsite. Eigentlich schade, dass man den Platz nur zum schlafen nutzt.

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Das Shebeen-Restaurant im Village ist geschlossen, da Nebensaison ist. Wir können aber problemlos in der Lodge zu Abend essen. Das stellt sich als sehr gute Wahl heraus.

Zu unserer Überraschung reißt der Himmel kurz vor Sonnenuntergang ein wenig auf und lässt die Sonne ein wenig hindurchblinzeln. So können wir auf der fantastisch gelegenen Restaurant-Terrasse, bei Livemusik, einen standesgemäßen Sundowner genießen.

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Zum Abendessen sitzen wir draußen auf der Veranda. Das Buffet ist sehr abwechslungsreich und lecker. Eine schöne Abwechslung zum doch recht häufigen Braai. Auf der Lodge gibt es auch mehrere sehr, sehr niedliche Katzen, die sich über jede Streicheleinheit freuen.

Teil 2916. Mai 2019

27.Tag (Mi. 16.01.2019)
Etosha Safari Village – Onguma (Leadwood Campsite)
274km


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Schon um 6:30Uhr sind wir am Gate und können in kürzester Zeit passieren.

Unser Weg führt uns diesen Vormittag über die Wasserlöcher Gemsbokvlakte, Olifantsbad, Aus, Oudongab, Homob, Sueda, Salvadora und Rietfontein zum Picknickplatz östlich des Etosha Lookouts.

Noch vor dem ersten Wasserloch sehen wir einen Steppenfalken im schönsten Licht direkt neben der Piste sitzen. So ist es einfach Vögel zu fotografieren.

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Gemsbokvlakte liegt dann zunächst verlassen vor uns. Schon bald kommt aber ein Schakal zum Trinken und in der Ferne kündigt sich schon eine größere Herde Zebras an.

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Die vegetationslose helle Ebene rund um Gemsbokvlakte, in Kombination mit den Zebras, bildet die idealen Voraussetzungen für ein paar stylische Schwarzweiß-Fotos.

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Normalerweise hat man im Bereich der Wasserlöcher Sueda und Salvadore immer gute Gelegenheiten um Löwen zu sehen. Heute ist leider gar nichts los. Weder Katzen noch deren potentielle Beute. So bleibt mir hier lediglich, den meistfotografierten Baum Namibias ein weiteres Mal abzulichten.

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Auch auf dem weiteren Weg bis zur Mittagspause gibt es keine spektakulären Highlights, aber wir können uns auch an den gewöhnlichen Sichtungen erfreuen. Derzeit gibt es zum Beispiel jede Menge neugeborene Springbockkitze, die auf stakeligen Beinen die Welt erkunden.

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Unter einem Busch sehe ich eine Fuchsmanguste.

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Der Picknickplatz östlich des Etosha Lookout ist für mich der einzige Picknickplatz im gesamten Nationalpark, an dem man auch tatsächlich gerne Picknick machen möchte. Schön am Rande der Pfanne gelegen, ohne Umzäunung, mit einem großen Schattendach und funktionierenden Toiletten bietet er alles was man für eine angenehme Rast braucht.

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Alle andern Picknickplätze im Park sind eine Frechheit. Meist versteckt im Busch, kahl und trist ohne viel Schatten und ohne Aussicht. Dazu umgeben von einem hohen Zaun, kommt man sich eher vor, wie in einem Straflager, denn auf einem Picknickplatz. Vom desolaten Zustand der allermeisten Toiletten will ich gar nicht reden.
Eigentlich stelle ich in diesem Zusammenhang keine großen Ansprüchen, denn meistens machen wir an Stellen Pause, wo es überhaupt keine Infrastruktur gibt. Wenn in einem Nationalpark aber so streng überwacht wird, dass man das Auto nur an den dafür vorgesehenen Stellen verlässt, wie das im Etosha Nationalpark der Fall ist, sollten diese Plätze auch in einem ordentlichen und ansprechenden Zustand sein. Dazu bedarf es nicht viel. Eine schöne Lage mit Aussicht, ein paar schattige Plätze sowie Ordnung und Sauberheit würden schon ausreichen.

Nach der Pause fahren wir über Goas, Noniams, Nuamses, Beitia, Kalkheuwel, Chudop und Koinachas zum von Lindequist Gate. Nachdem am Vormittag strahlender Sonnenschein herrschte, haben sich inzwischen wieder Gewitterwolken gebildet.

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Hier im Osten des Parks scheint es auch in den letzten Tagen schon häufiger geregnet zu haben. Es steht einiges an Wasser in der Landschaft. Somit sind die Tiere nicht auf die Wasserlöcher angewiesen und verteilen sich mehr in der Fläche. Ich mag das sehr gerne, denn so ist der Gamedrive viel spannender, als wenn man lediglich an den Wasserlöchern mit Tierbeobachtungen rechnen kann.

So sehen wir am Rand der Pfanne mehrfach Tüpfelhyänen und zwischen Kalkheuwel und Chudop sehen wir ein Breitmaulnashorn.

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Nur wenige Kilometer weiter steht eine große Gruppe Giraffen direkt an der Pfanne. Hier gibt es weder Busch noch Baum. Wir fragen uns, was die Tiere antreibt, sich hier zu versammeln.

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Chudop war dann wie immer eine sichere Bank, wenn es darum geht, Giraffen beim trinken zu beobachten. Ich war noch nie an diesem Wasserloch, ohne Giraffen beobachten zu können. Hier gibt es Giraffen-Garantie

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Beim Verlassen des Parks durch das von Lindequist Gate werden wir nicht nur nach Fleisch, sondern auch nach Eiern gefragt. Gestern am Anderson Gate wollte das niemand wissen und auch an allen anderen Veterinär Gates hat sich niemand für Eier interessiert. Es ist diese Unberechenbarkeit und Willkür, die mich an den Veterinär Gates so tierisch nervt. Eine vernünftige Verpflegungsplanung ist so kaum möglich.
Die Frage nach den Eiern ignoriere ich einfach und es wird auch nicht weiter nachgefragt. Bezüglich Fleisch zeige ich den Kühlschrank, was dann prompt dazu führt, dass mich die Kontrolleurin nach einem Bier anschnorrt. Das lehne ich ab.

Gegen 19:00Uhr erreichen wir die Leadwood Campsite. Die Campsite liegt schattig im dichten Busch, leider ohne Aussicht. Jeder Stellplatz hat sein privates Waschhaus. Die Abwaschspüle teilen sich immer 2 Stellplätze. Der große Pluspunkt der Campsite besteht aber in der fußläufig entfernten Onguma Bush Lodge, wo wir bereits im Vorfeld zum Dinner reserviert haben.

Direkt an das Restaurant der Lodge angrenzend liegt ein sehr schönes Wasserloch, welches auch gut besucht ist. Als wir ankommen sehen wir gerade noch 4 Geparde abziehen, welche am Nachmittag in Sichtweite ein Impala gerissen haben.

Nachdem die Raubkatzen weg sind, trauen sich auch die anderen Tiere wieder ans Wasserloch. Der Sonnenuntergang fällt aufgrund der starken Bewölkung heute aus; nicht aber der Sundowner.

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Während des Dinners sind zahlreiche Impalas und mehrere Schakale am Wasserloch zu beobachten. Dazu gibt es die ganze Zeit ein starkes Wetterleuchten. Was für eine herrliche Atmosphäre.

Beim Absacker auf der Campsite hören wir ganz in der Nähe Löwen brüllen. Da Campsite und Lodge umzäunt sind, lohnt es sich nicht, die Wildtierkamera aufzustellen.

Teil 3021. Mai 2019

28.Tag (Do. 17.01.2019)
Etosha Nationalpark
222km


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Zum Sonnenaufgang sind wir schon wieder im Park.

Im weichen morgendlichen Licht ist ein Garbarhabicht??? Singhabicht (Dank an Konni) mein erstes Fotomotiv.

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Dann geht es über die Wasserlöcher Ngobib, Okerfontein und Springbokfontein nach Westen zu unserem gestrigen Picknickplatz, an dem wir auch heute wieder brunchen wollen.

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Auf dem Ngobib-Loop treffen wir auf drei Nashörner. Eine Kuh mit Ihrem Kalb und dazu noch ein Bulle, der großes Interesse an der Kuh zeigt und damit für ordentlich Aufregung in der kleinen Gruppe sorgt.

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Als nächstes sitzt ein Raubvogel, den ich nicht bestimmen kann, Modell. Es ist ein juveniler Singhabicht. Dank an Konni für die Bestimmung.

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Auf dem Weg zum Picknickplatz läuft uns dann noch als Highlight eine Rappenantilope über den Weg. Highlight deshalb, weil ich diese Antilopenart bislang noch nicht im Etosha Nationalpark beobachten konnte.

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Auf der Picknicksite treffen wir auf 4 nette chinesische Studenten, die im Gegensatz zur Masse Ihrer Landsleute nicht in einer großen Gruppe, sondern als Selbstfahrer unterwegs sind. Sie kommen von Halali und sagen uns, dass es Ihr größter Wunsch sei, Giraffen zu sehen. Da kann Ihnen geholfen werden. Ich empfehle Ihnen das Wasserloch Chudop, denn da hat man fast schon Giraffen-Garantie. Wie angenehm, einmal solch einen bescheidenen Sichtungswunsch zu hören. Die allermeisten Touristen sind nur auf Katzen aus.

Auf dem Rückweg entdeckt Katrin aus dem fahrenden Auto heraus eine Löwin, die ca. 200m von der Piste entfernt im hohen Gras unter einem Busch liegt. Wie sie die entdecken konnte ist mir ein völliges Rätsel.

Selbstverständlich machen auch wir einen Abstecher nach Chudop, wo wir wie erwartet mit Giraffen belohnt werden. Am interessantesten ist dabei ein Kampf direkt neben unserem Wagen.

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Auf dem Weg nach Namutoni halten wir noch bei einem kleinen Springbock-Kitz, welchen direkt neben der Piste liegt und auch liegen bleibt, als wir direkt daneben anhalten.

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In Namutoni treffen wir dann die Chinesen wieder. Sie bedanken sich überschwänglich für den Tipp mit Chudop. Sie hätten dort mehr Giraffen gesehen, als Sie je zu hoffen gewagt hätten. Da Sie auf dem Weg zurück nach Halali an der Löwin vorbeikommen, versuchen wir Ihnen so gut wie möglich die Stelle zu beschreiben. Sie waren ganz aus dem Häuschen bei dem Gedanken, eventuell sogar einen Löwen zu sehen. Ich wünsche Ihnen, dass es geklappt hat.

Es ist wirklich ein Trauerspiel mit ansehen zu müssen, wie das Fort Namutoni zusehends weiter verfällt. Dabei ist es noch gar nicht so lange her, dass das Fort restauriert wurde und Namutoni für mich das mit Abstand Schönste aller Restcamps im Park war.

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Zum Abschluss unseres Gamedrives machen wir noch eine Runde um die Fisherpan. Dabei sehen wir auch ein Paar Paradieskraniche, von denen ich inzwischen gelernt habe, dass es sich bei ihnen um echte Raritäten handelt. Leider flimmert die Luft in der Mittagshitze, so dass auf die Entfernung keine wirklich scharfen Fotos möglich sind.

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Im Verbindungskanal zwischen Fisher Pan und Etosha Pan steht noch Wasser und deshalb haben sich hier zahlreiche Wasservögel eingefunden. Am auffälligsten sind die vielen Flamingos. Leider stehen fast alle am gegenüber liegenden Ufer.

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Direkt an dem Damm auf dem die Piste diesen Kanal überquert liegt ein Kudukadaver, an dem sich schon viele Geier eingefunden haben. Wie immer ein interessantes, aber auch ekliges Schauspiel. Allein schon die Geräuschkulisse ist ein Erlebnis.

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Wir beschließen dann bereits am frühen Nachmittag den Gamedrive zu beenden und nach Onguma zurück zu fahren, um die Lodge zu genießen. Dabei verabschiedet uns ein Blessbock in der Nähe des Gates.

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Den ganzen restlichen Tag bis zum Abendessen verbringen wir in der Lounge der Onguma Bush Lodge, von der aus man eine schönen Blick über das Wasserloch hat und auch nach dem Dinner bleiben wir noch lange sitzen. Das Wasserloch ist gut besucht. Im Laufe der Zeit sehen wir Impalas, Springböcke, Gnus, Kudus, Schakale und eine Hyäne.

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Der Etosha Nationalpark lässt mich mal wieder mit zwiespältigen Gefühlen zurück. Ich bin durchaus offen für verschiedenste Nationalpark-Konzepte. Ich mag unberührte Wildnisparks, wie z.B. Moremi oder CKGR ebenso gerne wie voll durchorganisierte Parks a la KTP oder KNP. Etosha ist aber leider nichts von beiden und vereint eher die Nachteile der beiden Kategorien. Man möchte gerne sein wie KTP oder KNP, bekommt es aber einfach nicht auf die Reihe. Man versucht alles zu organisieren, scheitert dabei aber an der Kompetenz der eigenen Mitarbeiter. Gleichzeitig lässt man die Infrastruktur verfallen, ohne den Besuchern aber die Freiheiten eines Wildnisparks zu bieten. Alles nix Halbes und nix Ganzes.

Der große Pluspunkt des Parks ist dafür die Tierwelt. Dabei gefiel mir am besten, was von den meisten als großen Nachteil in der Regenzeit ansehen wird. Die Tiere sind nicht mehr so stark an den Wasserlöchern konzentriert. Mir gefällt das so viel besser, weil dadurch auch die Strecken zwischen den Wasserlöchern viel interessanter werden, da es auch dort viel zu sehen gibt. Die meisten unserer Sichtungen waren abseits der der Wasserlöcher. Dadurch das die Tiere im Park jede Scheu vor Autos verloren haben kommt man sehr dicht an sie heran was perfekt zum fotografieren ist. Ein etwas dichteres Wegenetz würde ich mir wünschen.

Ich hoffe, der Park erhält in den nächsten Jahren ein klareres Profil. Verdient hätte er es allemal.

Teil 3123. Mai 2019

29.Tag (Fr.18.01.2019)
Onguma - Sikereti (Khaudum Nationalpark)
524km


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Heute haben wir eine lange Überführungsetappe vor uns, weshalb wir sehr früh starten.

In Tsumeb tanken wir voll und machen mal wieder einen Großeinkauf. Fleisch kaufen wir in der German Butchery. Dem Namen nach hätte ich hier überwiegend weiße Kundschaft erwartet, aber obwohl der Laden gerammelt voll ist, sind die Schlachterin und ich die einzigen Weißen im Laden. Abschließend werden auch die Alkoholbestände wieder aufgefüllt und dann geht es schon weiter.

Bislang hatte ich es auf den tausenden Gravelkilometern dieser Reise gut geschafft, unsere Windschutzscheibe vor Schäden zu bewahren. Bei entgegenkommenden Fahrzeugen bremste ich ab und fuhr so weit wie möglich links außen. Ich überholte nur, wo dies mit großem Abstand möglich war und fuhr nie dicht an voraus fahrende Fahrzeuge auf. Ausgerechnet auf der Asphaltstraße von Tsumeb nach Grootfontein erwischte es mich dann doch. Während ich auf der gut ausgebauten Straße mit 120km/h unterwegs war, wirbelt eine Windhose plötzlich Dreck und Steine von der Bankette auf. Ein Stein trifft die Windschutzscheibe direkt in meinem Sichtfeld und sofort ist ein 10cm langer Riss da, der sich in den nächsten Minuten immer länger wird.

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In Grootfontein klären wir die Möglichkeit einer Reparatur. Da eine neue Scheibe geklebt werden muss und der Kleber vor der Weiterfahrt erst trocknen muss, würde die Reparatur fast einen halben Tag dauern. Die Zeit ist es uns nicht wert und wir sind ja auch nicht das einzige Fahrzeug mit kaputter Windschutzscheibe auf den Straßen.
Der Riss hört dann im Laufe des Tages auch auf sich zu vergrößern und im Laufe der Zeit lerne ich es auch, ihn im Blickfeld zu ignorieren.

Wir kommen weiterhin gut voran. Auf Asphalt sowieso, aber auch die Gravelpiste nach Tsumkwe ist in so guten Zustand, dass ich fast durchgehend mit 90-100km/h unterwegs bin.

Heute gilt es wieder ein Veterinär-Gate zu passieren und mit diesen Anlagen stehe ich auf dieser Reise anscheinend auf dem Kriegsfuß. Ich fahre langsam auf das Gate zu und halte bei zwei uniformierten Mädels, die auf der Fahrerseite direkt neben der Fahrbahn an einem Schreibtisch sitzen. Die beiden ignorieren mich. Dafür kommt von der Beifahrerseite ein Mann angeschossen. Es trägt keine Uniform und hatte wohl auf der anderen Fahrbahnseite unter einem Schattenbaum gesessen. Ohne Begrüßung muss ich mir erst einmal eine Standpauke anhören, weshalb ich nicht bei dem Stopschild 5m weiter vorne angehalten habe. Es ist rasch klar, dass es Ihm nur darum geht, sich an weißen Südafrikanern abzureagieren, für die er uns anscheinen hält. Zumindest muss ich mir eine ganze Reihe Vergleiche mit Südafrika anhören, wo ich mich ja schließlich auch an Gesetze halten müsse und dies würde er von mir auch in Namibia erwarten. Ich lasse Ihn reden und stelle auf Durchzug. Widerworte oder Diskussionen bringen in solchen Fällen gar nichts. Irgendwann hat er sich abreagiert und wir können weiterfahren, denn in dieser Fahrtrichtung hat er noch nicht einmal einen Grund zur Kontrolle. Es zeigt sich aber mal wieder: Gib einem schwachen Menschen Macht und Du erkennst seinen wahren Charakter.
Das mit dem Stopschild passiert mir in Afrika dummerweise immer mal wieder. Als Mitteleuropäer ist man es einfach gewohnt neben der Amtsperson zu halten.

In Tsumkwe tanken wir noch einmal voll. Only Cash.

Die Zufahrt zum Khaudom wurde anscheinend ausgebaut. Von der viel beschriebenen Tiefsandstrecke ist nichts mehr zu sehen. Zwar einspurig, aber die meiste Zeit geschottert oder zumindest auf festem Sand, kommt man sehr gut voran.

Kurz vor dem Nationalpark machen wir noch einen Abstecher zum Dorslandboom, einem großen Baobab, der zurzeit voll belaubt ist und einen schönen schattigen Pausenplatz bietet.

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Am Gate erfahren wir zu unserer Überraschung, dass das Sikereti Camp jetzt generell nicht mehr für Übernachtungen zur Verfügung steht. Als ich einwende, dass auf der offiziellen Homepage noch immer die Info steht, dass das Camp zwar verfallen ist, man dort aber noch übernachten darf, holt der sehr freundliche Ranger den Chiefwarden, da er uns mit seinen Befugnissen nicht weiterhelfen kann. Der Chiefwarden ist dann auch gleich zur Stelle und als wir uns gegenseitig mit „Hallo I’m Thomas“ begrüßen ist das Eis auch gleich gebrochen.
Thomas erläutert mir ausführlich die Situation. Das MET möchte die Homepage nicht ändern, weil man die schlechte Publicity einer Campschließung fürchtet. Er selbst hat aber Sikereti gesperrt, da es in den sozialen Netzwerken in letzter Zeit sehr viele negative Berichte und Bilder des heruntergekommenen Camps gibt. Wenn keiner mehr dort übernachten darf, kann auch niemand mehr beschweren, dass er auf einer katastrophalen Campsite übernachten musste. Dies auch vor dem Hintergrund, dass von der KfW massiv Geld für die Nationalparks im Nordosten zur Verfügung gestellt wurde und der Wiederaufbau von Sikereti eines der nächsten Projekte ist.
Wir äußern unser volles Verständnis für seine Situation und bitten Ihn gleichzeitig um Hilfe in unserer Situation. Letztendlich verständigen wir uns darauf, dass wir keinerlei Bilder von Sikereti posten und darauf hinweisen, dass Sikereti in absehbarer Zeit in neuem Glanz erstrahlen wird. Dafür dürfen wir ausnahmsweise doch in Sikereti übernachten.

Insgesamt liegen wir gut in der Zeit, weshalb wir beschließen zum Sundowner zum Wasserloch Tsoanafontein zu fahren. Der Weg dorthin führt die meiste Zeit durch ein saftig grünes Tal mit vielen kleinen Wasserstellen. Man sollte meinen, das Gelände wäre ein Paradies für jeden Pflanzenfresser, doch im Gegensatz zum kargen und öden Etosha Nationalpark, in dem es vor Tieren nur so wimmelt, ist hier tote Hose. Wir sehen keinen einzigen Pflanzenfresser.

Der Hide am Wasserloch liegt sehr idyllisch.

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Am Wasserloch gibt es jede Menge Vögel. Auffällig ist ein großer Schwarm Klaffschnäbel. Im Baum über dem Hide turnt die ganze Zeit ein Büffelweber??? herum, der überhaupt keine Scheu vor uns zeigt.

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Pünktlich zum Sundowner erscheinen dann ein paar Schakale auf der Bildfläche. Die ersten Säugetiere in diesem Nationalpark. Da die Strecke zurück zum Camp etwas länger ist, können wir leider nicht bleiben, bis die Sonne hinter dem Horizont verschwunden ist.

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Den ganzen Tag über hatten wir strahlenden Sonnenschein. Die Schönwetterwolken bildeten nur wenige kleine Gewitterzellen, die sich auch rasch wieder auflösten.

Teil 3229. Mai 2019

30.Tag (Sa. 19.01.2019)
Khaudum National Park
173km


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Morgens packen wir nur schnell zusammen und brechen ohne Frühstück auf. Für Ihre tägliche Dosis Koffein hat sich Kathrin bereits am Vorabend eine Thermoskanne Kaffee gekocht. Seitdem Sie das macht, ist der frühe Aufbruch, ohne Frühstück, kein Problem mehr.

Unsere heutige Strecke führt uns zunächst über die Wasserlöcher Soncana, Baikiaea, Toro Kora, Leeupan und Burkea zur Khaudum Campsite.

Mit den Tiersichtungen gestaltet es sich weiterhin schwierig, so dass wir auch mal einen Blick für die kleinsten Bewohner des Nationalparks haben.

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Der Grund weshalb sich die Tiersichtungen in Grenzen halten liegt zum einen an dem sehr unübersichtlichen Gelände und zum anderen an der großen Fluchtdistanz der Tiere. Die Gründe für die große Fluchtdistanz sind mit nicht bekannt. Wird hier viel gewildert, oder sind die Tiere aufgrund der wenigen Besucher einfach keine Autos gewohnt?

Hin und wieder öffnet sich aber die Landschaft und wir sehen an diesen Stellen auch häufiger Tiere.

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Am Wasserloch Leeupan nehmen wir einen kurzen Stehimbiss zu uns. Richtig essen wollen wir erst auf der Khaudum Campsite.

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Unterm Strich sehen wir auf unserer vormittäglichen Tour Steinböckchen, Giraffen, Pferdeantilopen, Oryx, Gnus und Warzenschweine. Speziell war es mit den Elefanten. Die ganze Zeit über haben wir Spuren und Hinterlassenschaften der Dickhäuter gesehen. Manchmal haben wir sie auch gehört. Gesehen haben wir sie aber erst in der Nähe des Wasserlochs Burkea und auch dort nur einen Rücken in der Ferne.

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Kurz nach Mittag erreichen wir die Khaudum Campsite. Die rufen hier schon einen stolzen Preis auf, dafür ist aber auch alles perfekt. Die Campsite hat einen traumhaften Blick auf den Khaudum Omaramba und ist mit sehr guten Sanitäreinrichtungen ausgestattet. Alles ist sehr gepflegt. Man steht auf feinem Sand und es macht den Eindruck, dass dieser jeden Tag frisch geharkt wird. Er liegen keinerlei dornige Zweige rum und so kann man hier die ganze Zeit barfuß umher laufen, was ich sehr genieße.

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Inzwischen haben sich ringsum große Gewitterzellen aufgebaut, aber wir haben wieder einmal Glück und bekommen nix ab. Wir essen erst einmal in Ruhe und widmen uns dann der Körperpflege, was gestern ein wenig zu kurz kam.

Zum Abendgamedrive entscheiden wir uns für eine Runde durch den Khaudum Omaramba und zum Wasserloch Doringstraat. Die westliche Zufahrt zum Wasserloch ist sehr nervig, denn der Tiefsand ist extrem bumpy. Wir werden ordentlich durchgeschüttelt. Die östliche Zufahrt ist vom Geläuf her wesentlich angenehmer, dafür aber auch stark zugewachsen. Durch die genannten Umstände liegen wir bereits deutlich hinter Plan und die Zeit sitzt uns im Nacken, da steht plötzlich ein Elefant mitten auf dem Weg. Das ist mal wieder typisch. Den ganzen Tag über sucht man die Viecher vergebens und wenn man es dann gar nicht gebrauchen kann, blockieren sie den Weg. Wir müssen uns jedenfalls erst einmal in Geduld üben, bis der Elefant sich endlich bequemt, den Weg frei zu machen. Nur wenige Meter von der Piste entfernt ist er bereits unseren Blicken entschwunden. Das ist dann immer sehr spannend, wenn man dann diesen Punkt passiert. Man weiß nie, ob der Elefant in unmittelbarer Nähe auf einen lauert, oder schon längst weitergezogen ist. In diesem Fall war nichts mehr von ihm zu sehen.

Zurück im Khaudum Omaramba zeigte sich dann die Tierwelt des Parks von Ihrer besten Seite.

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Man kommt zwar an die meisten Tiere nicht so dicht heran, dafür stehen sie nicht langweilig in der Gegend rum, sondern sind immer in Bewegung, wenn sie einen gewahr werden.

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Nur die Elefanten lassen sich nicht beeindrucken.

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Bei den Elefanten haben wir dann auch wieder reichlich Zeit vertrödelt, so dass wir erst im letzten Büchsenlicht zurück auf unserer Campsite sind.

Bei den Vorbereitungen zum Abendessen fängt es leicht zu regnen an. Kaum habe ich die Markise als Regenschutz aufgespannt, hört es aber schon wieder auf. Zur Vorsicht lasse ich die Markise aber aufgespannt.

Fazit Khaudum Nationalpark:
Wir waren das erste Mal hier und wurden in vieler Hinsicht überrascht. In den allermeisten Fällen positiv. Der Khaudum NP unterscheidet sich in vielen Bereichen deutlich von den meisten anderen Nationalparks Namibias. Am ehesten ist er mit den Nationalparks im Caprivi zu vergleichen. Die Infrastruktur ist auf ein gesundes Minimum begrenzt. Die 2-Fahrzeuge Regelung nach Aussage der Verantwortlichen am Gate lediglich eine Empfehlung, aber keine Vorschrift. Ein den Verhältnissen im Park angemessen ausgerüstetes Fahrzeug wird allerdings erwartet.
Viel wird über den Tiefsand im Park geschrieben, dabei ist der auch nicht schlimmer als in den Nationalparks Botswanas. Der LandCruiser ist überall problemlos im 2.Gang durchgetuckert. Allerdings sind die Wege im Park häufig stark zugewachsen. Das Schlagen der Äste und Zweige an den Wagen ist die permanente Geräuschkulisse die einen begleitet, wenn man durch den Park fährt. Da wir immer mit offenen Fenstern in den Nationalparks unterwegs sind, sind wir jetzt bestens über die auf den Pflanzen lebenden Insekten und Raupen informiert.

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Der Park ist sehr einsam. Wir haben während unseres gesamten Aufenthalts kein einziges anderes Auto gesehen.

Auch wenn ich in der Regenzeit von einer üppigeren Vegetation ausgegangen war, so war ich dennoch überrascht vom dichten Buschwerk. Häufig ist man sogar in Wäldern unterwegs, was ich hier nie erwartet hätte.

Die Wasserlöcher sich alle traumhaft gelegen. Man sieht ihnen überhaupt nicht an, dass sie künstlich sind. Sie wirken wie kleine Seen in der Landschaft und gehören für mich zu den schönsten Wasserlöchern, die ich in Afrika kenne.

Ich denke Vogelliebhaber kommen im Khaudum noch eher auf Ihre Kosten, als diejenigen, deren Fokus mehr bei den Säugetieren liegt. Man sieht viele Vögel und hört noch viel mehr. Leider kann ich viele Vögel die ich höre, trotzdem nicht finden. Von der Bestimmung anhand des Gesangs mal ganz zu schweigen.

Teil 3305. Juni 2019

31.Tag (So. 20.01.2019)
Khaudum – Divundu
232km


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Am morgen muss ich feststellen, dass es vielleicht doch keine so gute Idee war, die Markise über Nacht aufgespannt zu lassen. Zwar würden wir so auch bei Regen trocken den Wagen verlassen können, dafür ist uns aber der Blick versperrt, ob sich eventuell ein paar tierische Mitbewohner einen trockenen Schlafplatz unter unserer Markise gesucht haben. So ist es schon ein wenig spannend nach draußen zu gehen, aber die Sorgen waren unbegründet. Alles leer.

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Im Gegensatz zu den letzten Tagen begrüßt uns kein strahlend blauer Himmel. Das Wetter hat sich gegenüber gestern Abend nicht verändert. Weiterhin ziehen große Gewitterzellen über den Himmel.

Wir verlassen den Khaudum Nationalpark nicht auf dem direkten Weg, sondern machen noch einen Schlenker durch Khaudum- und Cwiba Omuramba. Der Abstecher hat sich auf jeden Fall gelohnt. Neben diversen flüchtenden Herden entdecke ich kurz vor dem Gate auf der gegenüber liegenden Talseite zwei Geparde. Leider verziehen sie sich sofort in den Wald, als sie sich entdeckt fühlen.

Jetzt bin ich sehr gespannt auf die berühmt berüchtigte Piste nach Norden zur B8. Durch den Regen der letzten Tage ist der Sand zwar nicht ganz so tief wie im trockenen Zustand, dafür aber deutlich schwerer. Ich muss zwischendurch immer wieder bis in den 1.Gang runterschalten, weil der Tiefsand ordentlich Wiederstand bietet. Trotzdem haben wir die haben wir die Strecke in gut 2 Stunden bewältigt.

An der B8 pumpen wir die Reifen auf und dann geht es gleich weiter nach Divundu. Dort wird der Tank gefüllt und kurz nach Mittag haben wir bereits unser Tagesziel, die Nunda River Lodge, erreicht.

Wir bekommen mit Platz 8 einen der schönen Plätze direkt am Okavango. Neben unserem Platz liegen noch die Plätze 2,3 und 7 direkt am Fluss.

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Bis zu unserem nachmittäglichen Gamedrive in die Mahango Core Area ist noch reichlich Zeit, die ich beabsichtige in der Hängematte zu verbringen.

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Daraus wird aber nichts. Während ich lese, höre ich es im Schilf am Ufer rascheln. Als ich aufstehe kann ich ein Hippo sehen. Da hatte aber einer Hunger. Leider steht das Schilf sehr dicht und wenn mal etwas von dem Hippo zu sehen ist, dann meist nur der dicke Hintern. Deshalb gibt es auch kein vorzeigbares Foto.

Die Fischer auf dem Fluss scheinen sich im übrigen nicht groß an den Hippos zu stören.

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Kaum bin ich wieder in der Hängematte, da scheucht mich gegen 15:00Uhr ein Gewitter auf und die Zeit bis zur Abfahrt zum Gamedrive müssen wir im Auto verbringen.

Um 16:00Uhr starten wir in Richtung Mahango Core Area. Bis zum Nationalpark ist die Gegend dicht besiedelt. Wir kommen an zahlreichen Gehöften vorbei.

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Unser erstes Ziel im Park ist das Mahango Wasserloch westlich der Hauptstraße. Die nördliche Zufahrt ist sehr schön und führt duch das sanfte Tal eines Omuramba. Am Wasserloch hat sich eine Gruppe von fünf Elefantenbullen eingefunden. Im Gegensatz zu den Herden geht es bei diesen Junggesellengruppen meist viel entspannter zu. Noch während wir die Elefanten beobachten fängt es erneut zu regnen an.

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Um zu den Floodplains des Okavango zu gelangen wählen wir für die Weiterfahrt den südlichen Weg vom Wasserloch zur Hauptpiste. Dieser ist allerdings wesentlich länger, hat teilweise Tiefsand und führt die meiste Zeit durch dichten Busch. Der nördliche Weg ist wesentlich angenehmer zu fahren.

Beim großen Baobab machen wir einen längeren Stop.

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Wir lassen den Blick über die weite Ebene der Floodplains schweifen, wo zahlreiche Vögel zu entdecken sind. Dazwischen immer wieder Lechwe Antilopen.

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Leider ist der Himmel durch die vielen Gewitterwolken extrem düster. Das wirkt sich natürlich stark auf die Tierfotografie aus, denn für längere Brennweiten reicht das Licht vorn und hinten nicht.

Das der Park bereits um 18:30Uhr seine Pforten schließt finden wir ziemlich blöd, denn es ist noch rund eine Stunde bis zum Sonnenuntergang. Den Sundowner verlegen wir deshalb erst auf unsere Campsite und später dann an die Bar der Lodge. Es hat ein wenig aufgerissen und die Lage der Lodge lässt uns einen spektakulären Sonnenuntergang erleben.

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Zum Abendessen gehen wir ins Restaurant der Lodge. Es gibt Kuduschnitzel, was extrem lecker ist. Das bislang beste Lodgeessen dieser Reise.

Während wir unsere nachmittägliche Runde durch den Park gedreht haben, ging über unserer Campsite ein heftiger Schauer nieder. Da war es natürlich dumm, dass wir die Stühle auf der Campsite stehen gelassen hatten. So verbringen wir den restlichen Abend leider mit nassem Hintern.

Teil 3421. Juni 2019

32.Tag (Mo. 21.01.2019)
Divundu – Kongola
291km


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Da es auf Gamedrive geht, starten wir ohne Frühstück. Auf der Straße ist trotzdem schon ordentlich was los. Unmengen Kinder sind auf dem Weg zur Schule. Das ist auch so eine Sache, bei der man deutlich sieht, wie sehr sich das Luxusleben in Deutschland von der Lebenswirklichkeit in Afrika unterscheidet. In Deutschland beklagen sich die Schulen immer häufiger über die ständige Zunahme der Eltern-Taxis, während die Kids in Afrika oftmals kilometerweit und stundenlang zu Fuß auf dem Weg zur Schule sind.

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Wir überqueren den Okavango und biegen wenige Kilometer weiter von der B8 ab, um in die Buffalo Core Area zu gelangen. Diesen Teil des Bwatbwata Nationalparks kennen wir noch nicht.

Für jede Core Area muss separat gezahlt werden. Dafür ist der Eintritt mit 45,-N$ pro Person sehr günstig. Es stehen auch sehr gute Karten des Parks kostenlos zur Verfügung.

Bevor wir zu den Floodplains des Okavango kommen, führt der Weg durch ein schönes Waldgebiet. Hier beobachten wir eine ganze Zeit lang eine Gruppe Meerkatzen. Das Schöne dabei ist, die Tiere bei Ihrem natürlichen Verhalten beobachten zu können. Im Gegensatz zu vielen Ihrer Artgenossen ignoriert uns die Gruppe total und sieht uns nicht als ergiebige Futterquelle an.

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Nach dieser schönen Beobachtung erreichen wir schon bald das Flußufer. Der Weg führt jetzt fast bis an die botswanische Grenze am Ufer entlang. Eine wunderschöne Landschaft zeigt sich uns. Wir sind ganz begeistert.

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Hier am Ufer kommen wir auch vielen Wasservögeln sehr nah. Dieser Rallenreiher liefert uns eine witzige Show, wie er immer wieder sein Gefieder streubt.

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Eigentlich müsste das Gebiet Warthog Core Area heißen, denn so viele Warzenschweine wie hier haben wir noch nirgends gesehen. Büffel sehen nur am gegenüber liegenden Ufer. Leider sind die Schweine sehr scheu.

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Außer den zuvor genannten Vertretern sehen wir an Säugetieren nur noch Impalas, Lechwes und eine Rappenantilope. Darüber hinaus aber jede Menge Vögel.

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In der Buffalo Core Area gibt es auch eine sehr schön gelegene Picknick Site. So etwas findet sich viel zu selten in den Nationalparks. Die Picknick Site liegt etwas erhöht direkt an Ufer und bietet eine weiten Blick über die Überschwemmungsebene.

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Während Kathrin abwäscht versuche ich ein paar der Vögel zu fotografieren, die über uns in den Bäumen zwitschern. Leider komplett erfolglos.

Nach dem Picknick machen wir uns dann auf den Weg in die Kwando Core Area. Die B8 bis zum Kwando ist dabei so langweilig wie immer.

Hier in der Kwando Core Area fühlen wir uns sofort wieder wie zu Hause. Ich bin immer wieder von der Landschaft begeistert. Der Ausblick vom ehemaligen südafrikanischen Militärcamp ist wie immer die perfekte Ouvertüre für den Aufenthalt im Park. Mit Verwunderung habe ich gerade in einem aktuellen Thread gelesen, dass mehrere Besucher aufgrund der Pistenverhältnisse schon nach wenigen Kilometern umgedreht haben. Bei uns waren die Wege mit niedrigem Luftdruck gut zu fahren.

Es hat sich einiges im Park getan. An den Abzweigungen stehen jetzt Wegweiser und es gibt insgesamt 3 Hides an 3 verschiedenen Wasserstellen.

Wir checken nur kurz auf der Nambwa Campsite ein. Dabei haben wir Glück und bekommen die sehr schön direkt am Fluss gelegene Campsite Nr.2.

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Um 16:00Uhr starten wir zu einem nachmittäglichen Gamedrive zum Horseshoe und entlang des Kwando

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Wir fahren bis runter zur botswanischen Grenze, aber viel zu sehen ist dabei nicht. Lediglich Rietböcke gibt es dieses Jahr jede Menge. Danach am Fluss entlang zurück zum Horseshoe, wo wir beim Hide den restlichen Tag verbringen.

Im Gegensatz zu unseren bisherigen Besuchen in dieser Region sehen wir erstaunlich wenig Elefanten. Hin und wieder eine kleine Herde im Dickicht, aber insbesondere am Horseshoe ist kaum was los. Ich kenne es so, dass hier am Nachmittag eigentlich immer mindestens eine Herde am Wasser ist. Diesmal ist für lange Phasen kein einziger Elefant am Wasser. Ist aber vielleicht auch nur eine Momentaufnahme, denn wir sehen viele frische Spuren von Elefantenherden. Demnach scheint in der Zeit, als wir den Ausflug zur botswanischen Grenze gemacht haben, hier deutlich mehr losgewesen zu sein.

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Während wir am Horseshoe verweilen kommen lediglich 2 Elefantenbullen vorbei. Bei einem der beiden ist das linke Hinterbein extrem verkrüppelt. Entweder ist das Knie übergeklappt, oder die Hüfte ausgekugelt. Das Tier scheint aber gut mit seiner Behinderung zurecht zu kommen, denn er sieht gut genährt aus. Zum Glück rennt Elefanten ja das Futter auch nicht davon und hier in der Gegend findet sich auch das ganze Jahr über reichlich Wasser und Nahrung.

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Bei Sonnenuntergang machen wir uns auf den Rückweg zur Campsite.

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Auch beim Rückweg haben wir keinen der großen grauen Roadblocks, die hier ansonsten an der Tagesordnung sind.

Wir grillen mal wieder. Diesmal gibt es Rumpsteak mit Gemsquash.

Nach meinem Augenmaß haben wir diese Nacht Vollmond und so hat man einen schönen Blick auf den vom Mondlicht beschienenen Kwando. Vereinzelt schweben Glühwürmchen durch die Nacht. Dazu eine einzigartige Geräuschkulisse durch das Klimpern der Xylophon-Frösche. Das ist für mich eine perfekte afrikanische Nacht.

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Heute hatten wir mal wieder den ganzen Tag strahlenden Sonnenschein und nur wenige Wolken am Himmel, was mich dazu veranlasst über das ideale Wetter in der Regenzeit zu sinnieren.
Für mich sieht der perfekte Tag in der Regenzeit so aus, dass nach einer trockenen Nacht der Tag mit wolkenlosem Himmel erwacht. Bis zum Mittag bilden sich dann Schönwetterwolken, die sich im Laufe des Nachmittags zu gewaltigen Gewitterzellen verbinden, zwischen denen es aber immer auch Bereiche mit blauem Himmel gibt. Am späten Nachmittag entladen sich dann kurze aber heftige Gewitter und zum Sonnenuntergang ist der Regen vorbei und die Sonne geht zwischen den Wolken dramatisch unter.
Das Tolle an unserer Reise war, dass viele Tage genau so aussahen.

Teil 3525. Juni 2019

33.Tag (Di. 22.01.2019)
Kongola – Nkasa Rupara National Park
139km


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Schon früh bin ich auf den Beinen und genieße, wie am anderen Flussufer der Tag anbricht. Das geschieht jeden Tag und ist doch immer wieder ein Erlebnis. Sind das noch die Überreste des Urmenschen in uns, für die es keine Selbstverständlichkeit war, sondern jeden Tag aufs Neue ein mit Spannung erwartetes Wunder, ob die Sonne wieder aufgeht.

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Heute beginnen wir den Tag mit einem ausgedehnten Frühstück auf unserer schönen Campsite. Dabei werden wir aufs Beste von den in den Bäumen wohnenden Baumhörnchen unterhalten. Die haben untereinander andauernd Zoff und sind sich in einer Tour am jagen. Dabei springen sie auch schon mal aus über 5m Höhe auf den Boden. Beim ersten Mal bekommen wir noch einen gehörigen Schrecken, aber den Hörnchen scheint das nicht das Geringste auszumachen. Vor lauter Aufregung sind die kleinen Tierchen permanent am zwitschern und pfeifen. Dadurch kann ich sie immer schnell im Geäst entdecken. Warum fällt es mir dann bei Vögeln so schwer, sie anhand des Zwitscherns und Pfeifens zu orten?

Wir lassen uns Zeit, aber irgendwann ist alles gepackt und wir müssen weiter.

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Wir lassen es aber weiterhin ruhig angehen. Anstatt eines ausgedehnten Gamedrives fahren wir nur zum Hide am Horseshoe und richten uns dort gemütlich ein. Bis kurz vor Mittag bleiben wir hier, obwohl es kaum Tiere zu sehen gibt. An Säugetieren lässt sich kein einziges blicken.

Dafür entdecke ich in den Bäumen hinter dem Hide einen Baumhopf. Für mich eine Erstsichtung. Im Gegensatz zu seinem scheuen Verwandten, dem Wiedehopf, kann ich mich sehr nah heranschleichen und so gelingen mir ein paar recht akzeptable Fotos.

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Später taucht dann noch eine Familie Klunkerkraniche am Wasser auf.

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Als wir den Horseshoe verlassen sehen wir zwei Lechwes; die ersten größeren Tiere des Tages.

Mangels Tieren, nehme ich auch mal ein paar Blüten ins Visier.

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Wieder auf dem Asphalt geht es auf direktem Weg in den Nkasa Rupara Nationalpark. Dieser ist durch die neuen Stahlbrücken jetzt auch für den durchschnittlichen Namibiatouristen gut zu erreichen. Auch für diesen Nationalpark scheinen in letzter Zeit reichlich Fördergelder geflossen zu sein.

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Kurz vor den Toren des Nationalparks erreichen wir unser heutiges Tagesziel, die Nkasa Rupara Community Campsite. Das war ein sehr guter Tipp von Freunden, die zwei Monate früher hier übernachtet haben. Sehr schöne Lage an einem Nebenarm des Linyanti. Alles ist nagelneu. Nur die riesigen Bäume unter denen wir im Schatten stehen sind uralt.

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Um 16:00Uhr brechen wir zum nachmittäglichen Gamedrive in den Nkasa Rupara National Park auf. Leider müssen wir erfahren, dass das Gate bereits um 18:00Uhr schließt, so dass es heute nur für eine kleine Runde reicht. Sehr attraktiv sind diese Öffnungszeiten für die Besucher nicht. Da kann der Park nicht mit den anderen Parks in der Umgebung mithalten.

Auch gilt der Eintritt nicht für 24h, sondern pro Tag. Dadurch müssen wir innerhalb von 24h zwei Mal Eintritt zahlen, da wir morgen früh noch einmal auf Gamedrive gehen wollen. Ob das alles so mit rechten Dingen abgeht, oder Abzocke ist?

Der Park selbst ist landschaftlich sehr schön. Das Okavangodelta in klein. Laut Infotafel am Eingang soll es hier auch die identische Tierwelt wie im Delta geben. Das können wir aus eigener Erfahrung allerdings nicht bestätigen. Wir sehen nur Impalas, Paviane, Lechwe, Warzenschweine und eine riesige Büffelherde.

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Bei den Vögeln ist vor allem eine sehr große Geierkolonie bemerkenswert, die gleich mehrere Bäume in Beschlag nimmt.

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Darüber hinaus sind sehr viele Bienenfresser anzutreffen.

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Den Sonnenuntergang erleben wir auf unserer Campsite, wobei die Sonne leider schon früh hinter hohen Bäumen verschwindet. Somit gibt es den Sundowner ohne spektakulären Sonnenuntergang.

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Heute hatten wir mal wieder sehr gutes Wetter. Strahlend blauer Himmel mit Schönwetterwolken und für die Jahreszeit recht niedrigen Temperaturen. Abends fast schon frisch.

An diesem Abend haben wir mal ausnahmsweise nicht gegrillt. Dafür gab es eines meiner liebsten Campinggerichte – Labskaus.

Das mit der Dunkelheit einsetzende Froschkonzert rundete den Tag perfekt ab.

Teil 3627. Juni 2019

34.Tag (Mi. 23.01.2019)
Nkasa Rupara National Park – Kasane
329km


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Am Morgen ist der Himmel überwiegend bedeckt. Den Sonnenaufgang erleben wir nur durch einige wenige Wolkenlücken.

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Es geht gleich wieder in den Nationalpark.

Warum sich diese Gabelracke so aufgeplustert hat, wissen wir nicht. An den Temperaturen kann es nicht gelegen haben, denn es ist wie immer bereits am Morgen angenehm warm.

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Der Wasserstand im Linyanti-Sumpf ist zur Zeit sehr niedrig. Es hat die letzten Tage in der Region auch wenig geregnet und so sind alle Wege im Park leicht und ohne Einschränkung zu befahren.

Wir kommen bis zum Flußbett des Linyanti.
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Der Galeriewald, den Ihr im Hintergrund seht, liegt schon in Botswana.

Tiere sehen wir aber trotzdem kaum. Warzenschweine und Impalas gibt es zwar in Massen, aber das war es auch schon. Man könnte sagen: „Landschaft Top – Tierwelt Flop“.

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Dafür finden wir einen sehr schönen Frühstücksplatz mit weitem Blick über die Floodplains und grasenden Impalas im Hintergrund.

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Kurz vor Mittag verlassen wir den Park. Zwischen dem Nationalpark und der Hauptstraße herrscht ein unübersichtliches Gewirr an Pisten, von denen nur die wenigsten im Navi verzeichnet sind. Da ist es besser, sich auf die Beschilderung vor Ort zu verlassen.

Der Grenzübergang in Ngoma Bridge geht ruckzuck. Innerhalb von nur 15min. sind wir aus Namibia ausgereist und nach Botswana eingereist.

Bei der Einreisekontrolle nach Botswana werden wir lediglich nach Lebensmitteln gefragt, nicht aber nach Feuerholz oder Plastiktüten. Frischfleisch haben wir nicht. Beim Gemüse wird die Paprika requiriert, die Möhren dürfen wir behalten. Mich nerven die sich ständig ändernden Vorschriften. Man weiß nie was auf einen zukommt, weshalb wir unseren Bestand an frischen Lebensmitteln auch so weit wie möglich vor reduziert hatten, bevor wir die Grenze passiert haben.

Auf der Transitstrecke nach Maun sehen wir mehrere Elefanten, von denen einige auch direkt vor uns die Fahrbahn überqueren. Auf dieser Strecke sollte man sich im eigenen Interesse an die Geschwindigkeitsgrenze halten.

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Bevor wir nach Kasane fahren, halten wir am Sedudu-Gate, um ein Permit für die botswanischen Nationalparks zu kaufen. In Botswana ist es so, dass man an jeder DWNP-Zahlstelle ein landesweit gültiges Permit erwerben kann. Da die Bürokratie beim DWNP sehr umständlich und langsam ist, wollen wir gleich für unseren ganzen Aufenthalt bis zum 8.Februar ein Permit erwerben, denn wir wollen unsere Zeit lieber in den Parks, als am Gate verbringen. Das haben wir in Botswana immer so gemacht und es hat bislang auch immer geklappt. Diesmal übertreffen die Angestellten aber alles bislang erlebte. Es ist Ihnen einfach nicht beizubringen, dass wir für einen so langen Zeitraum ein Permit haben wollen, obwohl wir unterwegs an weiteren Zahlstellen vorbeikommen. Auch geht es nicht in Ihre Köpfe, dass wir jeden Tag in einem Nationalpark seien werden, auch wenn wir zwischen durch außerhalb übernachten. Sie bekommen unsere Übernachtungsbuchungen einfach nicht mit unseren Nationalparkaufenthalten überein. Auf die Fragen, weshalb wir das Risiko eingehen wollen, so weit im Voraus zu bezahlen, hätten wir gerne geantwortet: „weil Ihr beim DWNP so ein bürokratischer, umständlicher und langsamer Haufen seid, das gerade auch meisterlich unter Beweis stellt und wir uns so eine Nummer nur einmal antun wollen“. Natürlich haben wir das nur gedacht und sind freundlich geblieben, auch wenn sich Kathrin in dieser Situation eine Valium gewünscht hat, denn Ihre Selbstbeherrschung wurde auf eine harte Probe gestellt. Letzten Endes bekamen wir nur ein Permit für unsere Tage bis Maun und müssen dort erneut zum DWNP. Der ganze Akt hat rund eine Stunde gedauert.

In Kasane übernachten wir wie immer auf der Campsite der Chobe Safari Lodge. Zunächst will man uns Campsite Nr.4 geben. Die kleinste und schlechteste Campsite des ganzen Platzes. Dafür reservieren wir nicht ein Jahr im Voraus. Wir intervenieren und können auf Campsite Nr.3 wechseln. Die hatten wir schon mehrfach und sind damit sehr zufrieden.

Am Nachmittag besuchen wir selbstverständlich noch die Chobe Riverfront. Vorher buchen wir aber erst noch unsere Boottouren für den nächsten Tag. Wir haben die Bootstouren wieder bei der Agentur Nkwe gebucht und wie bei den letzten Malen hat alles perfekt geklappt.

Dann geht es an die Chobe Riverfront. Mit dem Permit in der Tasche können wir das Gate jetzt direkt passieren. Wir fahren auf direktem Weg an den Fluss. Sehen aber schon auf dem Weg dorthin die ersten Tiere.

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Auf den Floodplains tobt das Leben. Jede Menge Tiere aus vielen verschiedenen Arten. Jetzt wissen wir auch, weshalb wir bislang nur so wenige Elefanten gesehen haben. Die sind alle hier. Hunderte stehen auf den weiten Ebenen und es kommen permanent welche aus dem Hinterland hinzu, oder verlassen die Ebenen ins Hinterland.

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Bei den Elefanten sind neben den Herden auch viele Bullen vor Ort. Während die Herden friedlich miteinander umgehen, kommt es zwischen den Bullen immer wieder zu Rangeleien.

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Die Tiere sind hier an der Riverfront extrem relaxt. Die Fluchtdistanz beträgt max. einen Meter, d.h. man muss aufpassen, dass man die Tiere nicht umfährt, denn die gehen nicht vom Weg, wenn man kommt.

Unser Ziel für heute ist Serondela. Hinter der Chobe Game Lodge verlassen die Wege das Flussufer und führen durch unübersichtliches Buschland. Auch hier stehen überall Elefanten und durch das unübersichtliche Gelände sieht man sie häufig erst sehr spät. Da ist es schon sehr gut, dass auch die Elefanten in diesem Gebiet sehr entspannt sind. Wäre es anders, würde hier so manches Auto auf der Seite liegen.

Kurz vor Serondela gibt es einen schönen Aussichtspunkt über den Fluss.

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Als wir in Serondela ankommen ist es schon nach 18:00Uhr, weshalb wir uns entschließen über eine der Feuerschneisen zur Transitstrecke zu fahren. Dabei zeigen sich noch einige Tiere im goldenen Licht der tief stehenden Sonne.

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Kurz vor Erreichen der Transitstrecke treffen wir zu unserer großen Überraschung und Freude auf eine Gruppe Honigdachse, welche auf den Weg herumtoben. Sowie sie uns entdecken verschwinden sie leider ins dichte Unterholz. Für ein Foto war die Begegnung viel zu kurz. Mache Bilder bleiben einzig im Kopf erhalten.

Bei Sonnenuntergang sind wir dann zurück auf der Campsite.

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Im sehr guten und sauberen Waschhaus richten wir uns wieder ein wenig zivilisierter her, dann hier in der Chobe Safari Lodge kochen wir natürlich nicht selbst, sondern genießen das sehr gute Dinner-Buffet, welches auch einer der Hauptgründe ist, weshalb wir uns in Kasane immer für diese Campsite entscheiden.

Teil 3701. Juli 2019

35.Tag (Do. 24.01.2019)
Kasane
2km


Wie Ihr schon an den gefahrenen Kilometern sehen könnt, sind wir heute nicht auf Gamedrive gefahren. Vielmehr haben wir uns dafür entschieden, den Wagen heute weitgehend stehen zu lassen und sowohl vormittags, als auch nachmittags eine Bootstour auf dem Chobe zu unternehmen. Wir haben uns für beide Touren wieder ein privates Boot bei der Agentur Nkwe gemietet. Durchgeführt wurden beide Fahrten von Chobe Cherry Safaris. Mit denen waren wir auch schon bei vorherigen Reisen auf Bootstour und immer sehr zufrieden.

Vor der morgendlichen Bootstour stärken wir uns aber erst einmal am Frühstücks-Buffet der Chobe Safari Lodge, welches wie alle anderen Buffets der Lodge sehr zu empfehlen ist. Die Auswahl ist riesig. Da ist für jeden Geschmack das passende zu finden.

Als wir uns nach dem Frühstück für die Bootstour fertig machen, können wir einen weiteren Vorteil des Frühstücks-Buffets miterleben. Auf unserer Nachbarcampsite sitzt ein französisches Paar gerade beim Frühstück und gerät dabei ins Visier einer Bande Meerkatzen, welche anscheinend regelmäßig während der Frühstückszeit auf der Suche nach passenden Opfern die Campsite durchstreift. Die Affen gingen dabei sehr geschickt vor und waren mehrfach erfolgreich. Der Franzose war davon dann so verärgert, dass er mit seiner Kaffeetasse nach einem Affen geworfen hat, als dieser sich mal wieder bedient hatte. Den Affen hat er natürlich nicht getroffen, dafür hatte er jetzt aber auch noch eine zerbrochene Kaffeetasse.
Ich musste mir die ganze Zeit ein Grinsen verkneifen. Es war schon sehr witzig, wie die Affen die angebliche Krone der Schöpfung vorgeführt haben. Mit den Worten eines Sportreporters würde ich sagen, dass die Affen dank überlegener Taktik früh in Führung gegangen sind und der Gegner dann durch ein Eigentor seine Niederlage besiegelt hat.

Nach diesem amüsanten Zwischenfall machten wir uns auf den Weg zur ersten Bootstour. Wir wurden dafür direkt mit dem Boot am Steg der Chobe Safari Lodge abgeholt.

Der Vorteil einer vormittäglichen Bootstour ist, dass man die meiste Zeit ganz allein auf dem Fluss ist. Kein Vergleich mit dem Massenauflauf am Nachmittag. Ein weiterer Vorteil ist der wesentlich größere Aktionsradius der privaten Boote. Während die üblichen Touren meist nur im Bereich von Sedudu Island unterwegs sind, gingen unsere Fahrten immer bis nach Serondela.

Unsere Vormittagstour begann dann wie eigentlich alle Bootstouren erst einmal mit ein paar Vögeln.

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Lilytrotter

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Klaffschnabel

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African Fisheagle

Dann tauchte direkt neben unserem Boot ein sehr großes Krokodil auf.

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Bei den Floodplains angekommen, war dann auch das erste Großwild zu sehen.

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Hier am Chobe halten sich die Hippos nicht an die sonst üblichen nächtlichen Fresszeiten und sind auch tagsüber häufig an Land anzutreffen. Das kenne ich nur aus dieser Region. Sehr schön für den Fotografen.

Dann lassen sich die ersten Elefanten blicken.

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Reiher gibt es hier am Wasser natürlich auch jede Menge.

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Als wir noch etwas weiter nach Westen fahren, werden es immer mehr Elefanten. Ich hätte nicht gedacht, bereits am Vormittag so viele Dickhäuter am Fluss anzutreffen, denn normalerweise kommen Elefanten erst nachmittags an die Tränke.

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Gruppenkuscheln

Auf der Rückfahrt macht uns unser Guide noch auf einen Red Bishop aufmerksam. Diesen farbenfrohen Webervogel kannte ich noch nicht.

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Zwischen den beiden Bootstouren ging es dann zum Einkaufen, woher auch die zwei heute gefahrenen Kilometer stammen. Bis auf Frischwaren und Alkohol kauften wir heute alle Vorräte für unsere Tour bis Maun. Mit Abstand am besten sortiert war der Spar Supermarkt. Leider mussten wir feststellen, dass es in ganz Kasane keine Light-Getränke gab.

Um 15:00Uhr starteten wir zur Nachmittagstour.

Zu Anfang wieder Vögel. African Fisheagles sieht man praktisch die ganze Zeit und auch der African Darter ist keine Seltenheit.

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Dann trafen wir wieder auf eine Gruppe planschender Elefanten. Ich habe den Eindruck, dass die Schwergewichte das Baden so sehr lieben, weil es Ihnen die Illusion von Leichtigkeit bietet. Das ermöglicht ihnen ganz andere Bewegungsmuster als an Land. Es ist auch nicht alles das, wonach es auf den ersten Blick aussieht.

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Als nächstes sehen wir zwei große Reiher auf der Wiese stehen. Ich glaube Es sind ein Purpurreiher und ein zwei Goliathreiher; ein Jugendlicher und ein Erwachsener. Sehr schön anzusehen, aber etwas Besonderes wird die Begegnung erst, als sich plötzlich ein Fischadler mit dem Goliathreiher anlegt. Keine Ahnung, was der Auslöser war, aber es geht zum Glück ohne Blutvergießen über die Bühne.

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Dann folgt das absolute Highlight des Tages. Wir sehen ein gerade neu geborenes Hippobaby neben seiner Mutter an Land. Das kann man nur ganz selten beobachten. So klein und speckig sind selbst Hippos niedlich.

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Als nächstes ein Elefantencrossing durch den Fluss - direkt vor unserem Boot.

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Wir sehen einen Graufischer, der beim Fischfang erfolgreich war und mit seiner für den kleinen Vogel sehr großen Beute auf den Rand eines Mokoros landet. Langsam lassen wir uns näher treiben, um ihn nicht zu verscheuchen. Die nächsten 20min. ist der Vogel damit beschäftigt seine Beute weich zu klopfen. Immer wieder schlägt er den Fisch mit voller Wucht auf die Bootskante. Anscheinend kann er solch eine große Beute nur schlucken, wenn alle Gräten gebrochen sind. Ein Wunder, dass er den Fisch überhaupt runter bekommen hat.

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Einige Hippos sind sehr aggressiv. Teilweise stürmen Sie sogar extra vom Land ins Wasser, um einen zu verfolgen. Dabei springen Sie zum Teil wie ein wütender übergewichtiger Delfin aus dem Wasser. Leider sind die Fotos davon nichts geworden.

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Langsam machen wir uns auf den Rückweg. Dabei wird das Licht immer besser und er ergeben sich noch einige schöne Tierbilder.

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Heute hatten wir jede Menge toller Tiererlebnisse und einige ganz außergewöhnliche Begegnungen. Als unser Guide bei dem Hippobaby selbst seinen Fotoapparat zückte, wussten wir, dass wir da etwas ganz außergewöhnliches sehen durften.

Leider musste ich aber auch feststellen, dass ich bei Tieraufnahmen meine Belichtungszeiten noch weiter verkürzen muss. Auf dem großen Bildschirm sieht man doch recht häufig eine leichte Unschärfe, wenn die Tiere in Bewegung waren.

Die Bootstouren haben jeweils 1.500,-Pula gekostet. Nicht billig, aber wenn man bedenkt, was man ansonsten für mache Dienstleistung in Afrika zahlen muss, voll akzeptabel. Dafür kann man sich uneingeschränkt auf die Tiererlebnisse fokussieren, die einem wichtig sind. In einem größeren Boot hätten wir ganz sicher nicht 20min. bei dem Pied Kingfisher verbracht.

Unser Guide, dessen Namen ich leider vergessen habe, war sehr gut. Perfekt geschultes Auge, an allen Tieren interessiert und sehr empathisch, hat er das Boot immer in die optimale Position gebracht.

Pünktlich zum Sundowner waren wir zurück auf der Campsite. Dort auf dem Gelände gibt es eine sehr schön am Fluss gelegene Sundownerbar, die wir heute besuchten, um die Sonne hinter den Horizont zu trinken.

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Zum Abendessen ging es wieder ans Buffet der Chobe Safari Lodge.

Teil 3804. Juli 2019

36.Tag (Fr. 25.01.2019)
Kasane – Ihaha
110km


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Nachdem wir den gestrigen Tag auf dem Wasser verbracht haben, geht es heute wieder ganz klassisch mit dem Wagen auf Gamedrive.

Vom Sedudu Gate fahren wir auf direktem Weg ans Flussufer. Noch bevor wir dort ankommen, verbleiben wir aber eine ganze Weile bei einer Gruppe Impalas, welche in Mitten üppig grüner Büsche ein sehr schönes Bild abgibt.

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Am Chobe angekommen gibt es zunächst jede Menge Vögel zu sehen. In dieser Beziehung unterscheidet sich unser Gamedrive nicht von den gestrigen Bootstouren.

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Rallenreiher

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Silberreiher

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??? junger Stelzenläufer

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Sporengänse

Beim Anblick der Gänse meinte Kathrin: „Ich muss zu Hause unbedingt dran denken, dass Gänseessen für den Vereinsstammtisch zu organisieren.“ 😎 😗

Dann erleben wir eine sehr große Herde Impalas beim Frühsport. Aus purer Freude an der Bewegung läuft die ganze Herde kreuz & quer und hin & her über die Floodplains. Ein herrlicher Anblick. Da ist soviel Lebensfreude.

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Weiter ging es zu den Puku Flats. Eine große flache, vom Chobe umschlossene, Halbinsel. An Tieren war hier nix los, aber wir fanden einen landschaftlich sehr schönen Pausenplatz, direkt neben einem Früchte tragenden Kapernbusch.

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Gegen Mittag sind wir zurück in Kasane. Als erstes kaufen wir die Frischwaren für die nächsten Tage ein, tanken voll und lassen uns dann vom Mittags-Buffet der Chobe Safari Lodge verwöhnen, bevor es für die nächsten Tage wieder in die Wildnis geht. Wir wollen auch den Wassertank des Bushcampers wieder vollmachen. Dafür fragen wir an der Rezeption nach einem Schlauch. Die Rezeptionistin darf das nicht selbst entscheiden und muss für so eine Lapalie extra beim Management der Lodge nachfragen. Letztendlich ist es dann kein Problem, Wasser zu bekommen, aber es ist mal wieder sehr umständlich.

Als wir beim Boteti River Camp anrufen, um eine Campsite und Dinner zu reservieren, erfahren wir, dass das Camp derzeit wegen Renovierung geschlossen ist. Schnell reservieren wir noch einen Platz auf der Khumaga Campsite im Makgadikgadi National Park.

Dann brechen wir auf nach Ihaha. Bis zu den Puku Flats fahren wir die identische Strecke, wie am Vormittag. Inzwischen sind sehr viel mehr Elefanten am Fluss erschienen.

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Als wir an einem Busch vorbei fahren, hören wir ein ganz merkwürdiges Geräusch. Es hört sich wie ein technisches Geräusch an und zunächst denken wir, es ist etwas an unserem Auto. Erst mit etwas Verzögerung bemerken wir, dass das Geräsch aus dem Busch kommt und von einem Vogel erzeugt wird. Der war nicht gut zu fotografieren, aber ich hoffen, dass die Birder unter Euch trotzdem erkennen können, um was für ein Exemplar es sich handelt.

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??? Zweifarbenwürger

Später treffen wir auf eine große Gruppe Giraffen, von denen eine einen ganzen Schwarm Madenhacker zu versorgen scheint.

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Immer wieder treffen wir auf Elefanten.

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Während aber die Elefanten östlich von Ihaha vollkommen relaxt sind und Autos komplett ignorieren, erntet man von den Elefanten westlich Ihaha hin und wieder ein entrüstetes Kopfschütteln. Hier ist halt schon deutlich weniger Tourismus und die Dickhäuter nicht ganz so sehr an Autos gewöhnt.

Mit einigen weiteren Tierbegegnungen nähern wir uns Ihaha.

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Langspornkibitz

Auch bei den Pavianen gibt es gute und schlechte Reiter.

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Um 17:30 treffen wir in Ihaha ein. Wir können Feuerholz ordern, welches aber erst nach Einbruch der Dunkelheit geliefert wird. Ein Glück, dass wir noch eine Ladung dabei hatten.

Wenn ich mich recht erinnere, hatten wir Campsite Nr.5. Bevor wir uns häuslich einrichten, muss ich erst einmal den Spaten schwingen und den Platz von den Hinterlassenschaften der Elefanten befreien.
Auf der Nachbarcampsite steht ein sehr nettes australisch-niederländisches Paar – Wendy & Gilles. Die beiden sind in den Flittermonaten auf Weltreise und hatten sich ganz spontan für die Tour von Kasane nach Maun entschieden. Es ist Ihre erste Nacht in der afrikanischen Wildnis und sie sind sehr aufgeregt und haben viele Fragen. Wir könnnen Ihnen einige wichtige Tips geben und Ihnen so etwas die Aufregung nehmen.

Der Sonnenuntergang ist ein Traum. Dramatische Wolkenbilder, wohin man schaut. Dazu stehen im Westen Büffel und im Osten Giraffen am Fluss.

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Wir sind gerade fertig mit dem Abendessen, da bemerken wir die ersten Elefanten ganz in der Nähe unserer Campsite. Ab diesem Moment bestimmen die Dickhäuter das Abendprogramm und fordern unsere ganze Aufmerksamkeit. An Tagebuch schreiben, o.ä. ist nicht zu denken. Zeitweise sind wir vollständige umzingelt und es ist schwierig, die Übersicht zu behalten. Überall an den Büschen der Campsite stehen sie und sind am fressen. Auf der Wiese zum Fluss grast darüber hinaus ein Hippo.

Das ganze wird von kräftigem Wetterleuchten über Namibia untermalt. Bei uns bleibt es aber trocken.

Teil 3908. Juli 2019

37.Tag (Sa. 26.01.2019)
Ihaha – Linyanti
160km


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Unsere Wildtierkamera zeigt uns, dass die ganze Nacht über Elefanten in der Nähe waren. Auch der nächtliche Wachdienst hat sich auf der Kamera mehrfach verewigt.

Vor dem Frühstück machen wir einen Gamedrive in Richtung Westen. Als Umkehrpunkt ist Serondela geplant. Für den Hinweg wählen wir die Pisten im Hinterland, die aber keinen nennenswerten Sichtungen bieten. Als wir dann kurz hinter Serondela zu den Floodplaines kommen, ändert sich das schlagartig.

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Auch heute treffen wir wieder eine großer Herde Impalas beim Frühsport. Dieses Verhalten scheint hier an der Tagesordnung zu sein, ist mir bislang aber noch nie zu Gesicht gekommen.

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Nur wenige Kilometer westlich von Serondela können wir unseren Augen kaum trauen, kommt uns doch in aller Seelenruhe ein Leopard entgegen geschlendert. Es handelt sich um einen sehr schönen und eleganten jungen Kater. Sein Auftreten ist äußerst selbstbewusst und er lässt sich in keinster Weise durch unsere Anwesenheit stören. Insgesamt bin ich bei dieser rund 20 minütigen Begegnung einige 100m im Rückwärtsgang unterwegs. Es ist noch viel schöner, wenn einem das Tier die ganze Zeit entgegen kommt, als wenn man ihm hinterher fährt. Vor allem zum fotografieren ist es perfekt. Immer mal wieder lässt er das typische heisere Bellen/Husten der Leoparden hören. Bemerkenswert ist auch, dass wir die gesamte Zeit über ganz allein mit dem Leoparden sind. Man findet also auch an der Chobe River Front noch seine einsamen Tiererlebnisse.

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Irgendwann setzt der Leopard seinen Weg im dichten Gebüsch der Uferböschung fort, wo wir ihm nicht folgen können und so setzen auch wir ganz beflügelt unseren Weg fort.

Das nächste was uns besonders ins Auge fällt ist ein Baum voller Geier. Bald darauf können wir den Grund riechen, denn am Ufer liegt ein bereits ziemlich vergammelter Elefantenkadaver. Ein Festessen für die Aasfresser. Ich ignoriere den Gestank so gut es geht. Man muss für ein gutes Foto auch mal bereit sein zu leiden.

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Zum Frühstück geht es noch einmal zurück nach Ihaha, denn unsere Campsite hatte den idealen Schattenbaum für ein Frühstück mit Blick auf den Chobe River.

Während Kathrin sich danach um den Abwasch kümmert, gehe ich Vögel und Blumen fotografieren.

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Nach dem Frühstück erfolgt dann ein weiterer Gamedrive entlang der Riverfront, bis zum Ngoma Gate.

Das gegenüber liegende Ufer ist kein Schutzgebiet, sondern Farmland, und so sieht man hin und wieder auch namibische Fischer auf dem Fluss.

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In diesem Teil der Riverfront sieht man kaum noch Elefanten, dafür aber jede Menge Herbivoren. Ideale Beute für Löwen, aber von denen sehen wir dieses Jahr keinen einzigen an der Riverfront.

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Bei der Ausfahrt durch das Ngoma Gate schnorrt mich der Ranger nach „something from Germany“ an. Boah, wie mich das nervt. Ganz besonders bei Amtspersonen, die es ja immer in der Hand haben, einem das Leben schwer zu machten, wenn man Ihrer „Bitte“ nicht nachkommt. Von mir gibt’s trotzdem nix.

An der Asphaltstraße nach Kachikau gibt es eine nagelneue Puma-Tankstelle. Alles sieht betriebsbereit aus und sogar der Shop ist gefüllt. Trotzdem ist die Tankstelle geschlossen – nach den letzten Infos hier aus dem Forum sogar dauerhaft. Da fragt man sich schon, was da los ist, denn das Investment war sicherlich nicht gering.

Die Sandpiste hinter Kachikau lässt sich gut befahren und die Cutline sogar noch besser. Die meiste Zeit können wir bequem im 3. oder 4. Gang durch das Buschland cruisen.

Zu unserer Überraschung ist eine der kleinen Pfannen, welche die Cutline durchquert, gut mit Wasser gefüllt und gerade ist eine große Herde von Elefanten beim trinken und baden.

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Interessant ist auch, dass sich selbst an diesen temporären Wasserstellen sofort Wasservögel einfinden. Da frage ich mich schon, wie die von diesen Wasserstellen erfahren.

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Hin und wieder gibt es auf der Cutline natürlich noch immer tiefsandige Passagen. In einer hat sich ein Armee LKW festgefahren. Die Soldaten fragen nach einem Spaten und wir helfen natürlich gerne aus. Allerdings führt auch die Buddelei nicht zum Erfolg und so müssen Sie warten bis ihre Kameraden mit einem weiteren LKW kommen um sie rauszuziehen.

Am frühen Nachmittag erreichen wir Linyanti. Wie beim letzten Mal bekommen wir wieder Campsite Nr.1, mit traumhaften Blick auf den Linyanti Swamp.

Als ich die Heckklappe öffne, stehe ich vor einer großen Sauerei. Die Strecke war zwar einfach zu fahren, aber auch recht schaukelig, was anscheinend dazu geführt hat, dass eine Dose Cola und eine Dose Bier explodiert sind. Dadurch ist unser Getränkekarton aufgeweicht und auseinander gefallen, was zu weiteren Verlusten geführt hat. Die nächste Zeit bin ich also erst einmal damit beschäftigt die Sauerei zu beseitigen.

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Inzwischen hat es zugezogen und hin & wieder tröpfelt es ein wenig. Über dem Sumpf stehen große Gewitterzellen. Schön dass es dabei zu dieser Jahreszeit trotzdem angenehm warm bleibt.

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Die ganze Zeit über sind Elefanten in den Büschen rings um die Campsite unterwegs. Da wird vor allem der Besuch des Waschhauses zur Mutprobe, denn das steht recht weit von der Campsite entfernt in unübersichtlichem Gelände inmitten der Büsche.

Heute lernen wir Lysann & Matthias aus München näher kennen, die auf der Nachbarcampsite stehen. Die beiden fahren eine ähnliche Route wie wir und zusammen mit Wendy & Gilles sind wir eine super Truppe, die sich bis Maun immer wieder treffen wird. Matthias kannte mich auch schon hier aus dem Forum. Die beiden sind schon seit fast 7 Wochen unterwegs und so gibt es reichlich Gesprächsstoff.

Beim Sonnenuntergang lässt sich unser Stern nur kurz sehen.

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Dach wir gegrillt und den restlichen Abend sitzen wir zusammen mit Lysann & Matthias am Lagerfeuer. Heute hat es so viele Mosquitos wie auf der gesamten Reise noch nicht.

Über Namibia sehen wir heftiges Wetterleuchten. Bei uns bleibt es aber wiederum trocken.

Mehrfach bemerken wir Armeepatrolien.

Teil 4016. Juli 2019

38.Tag (So. 27.01.2019)
Linyanti – Savuti
96km


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Kurz vor dem Morgengrauen fängt es an zu regnen, hört aber pünktlich zum Aufstehen wieder auf. Die Sonne scheint nur durch eine kleine Wolkenlücke, was aber für einen Regenbogen ausreicht.

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Wir beginnen den Tag mit einer Runde auf dem Riverdrive. Dieser kleine Loop ist die einzige Gamedrivemöglichkeit in Linyanti. Der Weg ist sehr zugewachsen und man hat nur an wenigen Stellen einen Blick auf den Fluss. Außer einem verspäteten Hippo sind keinerlei Tiere zu sehen.

Dann machen wir uns auf den direkten Weg nach Savuti. Lysann & Matthias wollen heute auch weiter nach Savuti. Aufgrund der vielen Horrorgeschichten über die direkte Verbindung (u.a. hier im Forum), hatten die beiden zunächst vor über die Cutline und das Goha Gate zu fahren. Sie fragen, ob Sie sich uns anschließen dürfen und selbstverständlich dürfen sie.
Die erste Hälfte der Verbindung ist einfach; sogar einfacher als die Cutline.Dann steigert sich die Schwierigkeit aber erheblich. Es gilt einige Schlammlöcher zu durchfahren und dazwischen müssen wir uns mit heftigem Tiefsand auseinandersetzen. Der Tiefsand für sich wäre nicht das Problem. Schwierig wird es dadurch, dass hier in letzter Zeit anscheinend ausschließlich Armeelastwagen gefahren sind, die eine breitere Spur als normale Geländewagen haben. Dadurch kann ich nur auf einer Seite in einer vorhandenen Spur fahren und muss mir die zweite Spur selbst durch den tiefen Sand ziehen. Da muss der Wagen über lange Strecken im 1.Gang kräftig ackern.
Letztendlich sind wir aber in einer guten Stunde im Bereich von Savuti angekommen, was deutlich schneller ist, als der Weg über Cutline und Goha Gate. Allein aus diesem Grund würde ich immer wieder die direkte Verbindung wählen.

Während es auf der Verbindungspiste keine Tiere zu sehen gab, ändert sich das schlagartig, als wir die weiten Grasflächen bei Savuti erreichen. Das erste was uns ins Auge fällt sind die vielen Wollhalsstörche. Aus mir nicht bekannten Gründen sind diese Vögel deutlich scheuer als andere Arten. Ein Foto aus der Nähe war nicht möglich.

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Wir begeben uns auch gleich auf Gamedrive. Die Campsite kann warten.Unser erstes Ziel ist das Gebiet rings um die Harvey Pan. Hier gibt es zahlreiche Wasserstellen und es sind viele Tiere anzutreffen.
Wir treffen auf eine große und sehr aufgeregte Herde Elefanten. Sie finden am Wasser nie wirklich zur Ruhe und laufen immer wieder aufgeregt trompetend hin und her. Der Grund dafür ist ein Elefantenbulle, der sich stark für die Weibchen der Herde interessiert, dabei aber auf wenig Gegenliebe stößt.

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Nach einiger Zeit zieht die Herde genervt ab, macht aber schon nach kurzer Zeit panisch kehrt und rennt in eine andere Richtung. Da sind wir natürlich neugierig, was die Elefanten so erschreckt hat und machen uns gleich auf den Weg um nachzusehen.
Schnell werden wir fündig und entdecken zwei prächtige Löwenmännchen mit einem Riss im dichten Gebüsch.

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Aktuell sind sie allerdings sehr träge, so dass wir bald weiterfahren. Wir werden am Abend noch einmal hierher zurückkommen, in der Hoffnung auf etwas mehr Action.

Selbstverständlich gibt es bei den vielen Wasserstellen in diesem Areal auch zahlreiche Wasservögel.

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Unser nächstes Ziel ist der Gipfel des Quarry Hill. Wir scheitern aber schon gleich am Beginn der Auffahrt. Der Knick, mit dem die Auffahrt aus der Ebene startet ist so stark, das wir mit unserem großen Hecküberstand aufsetzen würden. Da wären größere Straßenbauarbeiten an der Auffahrt nötig, aber so wichtig ist mir der Gipfel dann doch nicht. Da hoffe ich auf eine motivierte Südafrikaner-Gruppe, so dass es vielleicht bei unserem nächsten Besuch etwas wird.

Weiter geht es Richtung Süden bis zur Marsh. Hier ist in Sachen Tieren so gut wie nichts los.

Zum Brunch fahren wir dann zum großen Baobab. Das ist schon seit Jahren unser bevorzugter Picknickplatz, wenn wir in Savuti sind.

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Nach dem Essen fahren wir zum Campingplatz. Wir bekommen die Campsite Nr.4, mit der wir sehr zufrieden sind. Der kleine Kiosk im Camp ist recht gut bestückt. Hier bekomme ich im Gegensatz zu Kasane sogar Cola light.

Den Nachmittag verbringen wir dann bis 17:00Uhr auf der Campsite. Ich wollte eigentlich lesen, komme aber kaum dazu. Die Tierwelt bietet auch auf unserer Campsite einen hohen Unterhaltungswert, so dass ich häufig den E-Reader zur Seite lege und mich unseren tierischen Besuchern widme. So hat z.B. ein Paar Tokos sein Nest in einer Baumhöhle des Schattenbaums unserer Campsite. Der Nachwuchs ist hungrig, und wird die ganze Zeit über versorgt. Dazu wird zwischen den Tokos lautstark kommuniziert. Auch andere Vögel lassen sich blicken.
Dann läuft eine Fuchsmanguste über die Campsite und kurze Zeit später eine große Gruppe Zebramangusten. Dazu toben immer wieder Baumhörnchen durch das Geäst unseres Schattenbaums.

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Erst spät starten wir auf unseren Abend-Gamedrive. Wir wollen auch nicht mehr groß umher fahren, sondern nur zu den Harvey Pans, um zu sehen, was die Löwen machen. Inzwischen haben sich große Gewitterwolken aufgetürmt.

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Die Löwen sind dann schnell gefunden. Sie haben sich in der Zwischenzeit kugelrunde Bäuche angefressen. Von der Beute ist kaum noch etwas übrig. Außer uns sind nur noch Wendy & Gilles sowie Lysann & Matthias vor Ort. Bei so wenigen Fahrzeugen geht es sehr entspannt zu, was sich auch auf die Löwen zu übertragen scheint.

Normalerweise sind Löwen in diesem Zustand nicht sehr fotogen und liegen nur schlafend im Schatten. Unsere beiden Kater machen da glücklicherweise eine Ausnahme und präsentieren sich sehr schön der Kamera.

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Leider hat sich der Fokus beim letzten Bild für den Ast anstatt für die Löwen entschieden. Ich wollte Euch die beiden Schmusekater aber nicht vorenthalten.

Beim Gehen sehen wir, dass einer der beiden Löweneine schwere Verletzung am rechten Hinterbein hat. Äußerlich ist zwar nichts zu sehen, aber er kann nur mit großer Mühe auftreten und auch die Beweglichkeit ist stark eingeschränkt. Ansonsten mach der Verletzte Löwe aber einen sehr guten Eindruck. Entweder hat er sich erst heute bei der Jagd verletzt, oder wird sehr gut von seinem Bruder/Kumpel mit versorgt.

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Wo ein Löwenriss ist, sind natürlich auch die Schakale nicht weit. Inzwischen haben sie ungestörten Zugang zu den Resten der Beute.

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Zurück auf der Campsite entdecke ich einen Perlkauz im Schattenbaum unserer Campsite. Allein dieser Baum ist schon ein sehr interessantes Biotop. Ich bin ganz happy, denn es ist die erste Eule, die wir jemals selbst gespottet haben. Ich war schon am verzweifeln, weil wir Eulen anscheinend gar nicht können. Anderen scheint das viel leichter zu fallen, wie man aus den vielen Eulenbildern in diversen Reiseberichten schließen kann. Auch diese kleine Eule hätte ich nie entdeckt, wenn Sie nicht lautstark Ihre Anwesenheit verkündet hätte. Dabei wusste ich zunächst gar nicht, dass es sich um eine Eule handelt. Der Ruf hörte sich für mich an, wie eine hungrige bettelnde Hauskatze und ich war neugierig, welcher Vogel solche Geräusche von sich gibt.

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Den Sundowner gibt es auf unserer Campsite.

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Zum Abendessen fegen starke Gewitterböen über die Campsite. Es bleibt zwar trocken, aber die T-Bone Steaks werden ordentlich mit Sand paniert. Beim Essen knirscht es zwischen den Zähnen. Starkes Wetterleuchten sorgt für eine beeindruckende Stimmung.

Lysann & Matthias sind direkt auf der Nachbarcampsite und so sitzen wir auch heute wieder nach dem Abendessen wieder zusammen am Lagerfeuer und lassen die Erlebnisse des Tages Revue passieren. Die Beiden fahren morgen weiter nach Maun, wo Sie versuchen wollen, kurzfristig noch freie Campsites im Moremi zu buchen. Wendy & Gilles haben Ihre Campsite am anderen Ende des weitläufigen Areals, das wollten sie nicht im dunkeln laufen, weshalb sie heute Abend nicht dabei waren.

Savuti ist auch diesmal seinem Ruf gerecht geworden. Für uns ist es eines der schönsten Gebiete in Botswana. Schon in der ersten halben Stunde hatten wir Löffelhunde, Löwen und panische Elefanten gesehen. Auch die Vogelwelt hat uns wieder beeindruckt. Wir waren noch nie in Savuti, ohne das wir herausragende Tiererlebnisse hatten.

Im Licht der Taschenlampe sehen wir immer wieder Springhasen in der Umgebung unserer Campsite umher hoppeln.

Teil 4119. Juli 2019

39.Tag (Mo. 28.01.2019)
Savuti – Mogotho
126km


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Als wir früh am morgen aufbrechen ist der Himmel noch bedeckt. Aktuell ist nicht abzusehen, wie sich das Wetter über den Tag entwickeln wird.

Unser erstes Ziel ist wieder die Harvey Pan. Die beiden Löwen sind aber nicht mehr zu finden. Insgesamt ist in der Gegend heute wenig zu sehen.

Wir fahren durch den ausgetrockneten Channel bis zur Marsh und auch hier ist nix los. In der Marsh fahren wir am östlichen Rand entlang zum Rhino Vlei, wo wir das erste Highlight des Tages entdecken. Mitten auf dem Weg befindet sich eine Ägyptische Kobra. Normalerweise verschwinden Schlangen schneller, als man den Fotoapparat zücken kann. Dieses Exemplar geht jedoch in Angriffsstellung und weicht nicht von der Stelle.

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Weiter im Süden queren wir die Marsh. Das geht hier nicht immer, aber derzeit sind alle Wege trocken und gut zu fahren. Allerdings sollte man sich nicht all zu sehr auf T4A verlassen. Viele der auf den Karten verzeichneten Wege enden plötzlich im Nichts.

In der Marsh sehen wir sehr viele Riesentrappen und können ein bislang von uns noch nie beobachtetes Jagdverhalten der Karminspinte beobachten. Die Bienenfresser nutzen die Riesentrappen als Ansitz und jagen die von den großen Vögeln aufgescheuchten Insekten. Auf dem Rücken jeder Riesentrappe sitzt ein Bienenfresser.

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Am Westrand der Marsh gibt es dann mehr Tiere zu beobachten.

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Weiter geht es zur Marabou Pan, wo mehrere mächtige Elefantenbullen an der Tränke sind.

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In ausreichend großer Entfernung suchen wir uns einen schönen Platz zum Frühstück.

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Fast die ganze Zeit ist am Wasserloch ein Kommen und Gehen der Elefanten zu beobachten. Wenn mal kurz kein Elefant dort ist, trauen sich die Giraffen ans Wasser. Das ist aber immer nur von kurzer Dauer, dann nehmen die Elefanten das Wasserloch wieder in Beschlag.

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Da es insgesamt recht trocken ist und es die letzten Tage in der Gegend nicht geregnet hat, entscheiden wir uns den Weg über die Marsh Road zu riskieren. Wieder erwarten gibt es trotzdem sehr viele Schlammpassagen. Meist nur kurze Schlammlöcher, aber manchmal steht die Fahrspur auch über mehrere hundert Meter unter Wasser. Wenn möglich versuche ich erst gar nicht durch die Schlammpassagen zu fahren, sondern suche mir eine Umfahrung. Dafür bin ich auch viel zu Fuß unterwegs, denn nicht immer lässt sich eine mögliche Alternativstrecke aus dem Auto erkennen. Aber nicht alle Schlammpassagen lassen sich umfahren. Dort wo wir die Marshroad nicht verlassen können, und die Schlammpassagen so lang sind, dass der Wagen nicht durch seinen Schwung hindurch geschoben wird, kommen die Differentialsperren an beiden Achsen zum Einsatz.
Ganz im Süden der Mababe Depression, kurz vor dem gleichnamigen Gate nimmt der Tierbestand deutlich zu. Hier ist viel mehr los, als in den anderen Bereichen der Marsh. Die Masse der solitären Elefantenbullen scheint sich in dieses Gebiet verzogen zu haben. Auch jede Menge Zebras und andere Herbivoren bevölkern die Grasebenen. Wirklich sehr schade, dass es in diesem Gebiet überhaupt keine Möglichkeiten für Gamedrives gibt. Außer der Marshroad gibt es keinerlei Wege und auch mit Übernachtungsmöglichkeiten sieht es schlecht aus.

Am Mababe Gate angekommen, sieht man unserem Auto die Schlammschlacht deutlich an.

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Während Kathrin sich um die Ausreisebürokratie kümmert, beobachte ich einen Toko, der sich mit seinem Spiegelbild in der Windschutzscheibe auseinandersetzt. Das erlebt man bei Tokos häufig. Eigentlich machen diese Vögel einen recht pfiffigen Eindruck, aber die Sache mit dem Spiegelbild bekommen sie einfach nicht auf die Reihe.

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Jetzt folgt ein kurzes Stück auf der Transitroad, aber wir nutzen dann gleich die erste Möglichkeit um diese Piste nach Süden in die Khwai Consession und zum gleichnamigen Fluss zu verlassen.

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Hier gefällt uns die Landschaft sehr gut. Wir fahren durch eine liebliche Parklandschaft.

Schon Bald erreichen wir die Mogotho Campsite. Leider steht auf unserem Voucher keine Stellplatz-Nummer und so versuchen wir – korrekt wie wir sind – einen verantwortlichen Menschen zu finden, um zu klären, wo wir uns hinstellen dürfen. Es ist aber keine Menschenseele zu finden und so entscheiden wir uns für einen Stellplatz, den wir als solchen identifizieren können und der uns am besten gefällt. Wir nehmen Stellplatz Nr. 1. da dieser einen schönen Blick auf den Fluss bietet.

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Wie Bele, Matthias und die Eulenmuckels bereit in Ihren Reiseberichten aus dem Sommer 2018 geschrieben hatten, befinden sich Waschhäuser in Bau. Allerdings scheint sich seitdem nichts mehr getan zu haben, denn in den Rohbauten sind noch immer keine Installationen vorgenommen worden. Dafür sind sie zum Teil schon ordentlich zugemüllt. Die Waschhäuser scheinen zu Ruinen zu verkommen, noch ehe sie überhaupt in Betrieb gehen. Leider nicht ungewöhnlich in Afrika. Es ist wirklich schade, wie das große Potential dieser schön gelegenen Campsite vergeudet wird, welche ja auch nicht gerade billig ist. Es wird nur Geld eingesackt, aber nicht investiert.

Den Rest des Tages verbringen wir auf der Campsite. Ein Gewitter kommt auf uns zu. Zunächst sehen wir einen prächtigen Regenbogen und dann treffen uns auch schon die Ausläufer der Gewitters. Nach 15min. ist der Spuk schon wieder vorbei und die Sonne scheint schon erneut.

Zum Sundowner gehen wir an den Fluss. Sehr schön, sehr romantisch und im Hintergrund steht eine Herde Impalas.

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Beim Abendessen haben wir einen sternklaren Himmel über uns. Gleichzeitig starkes Wetterleuchten im Osten. Allein schon das häufige Wetterleuten ist ein Grund in der Regenzeit durch das südliche Afrika zu reisen. Für mich jedes Mal aufs neue ein beeindruckendes Naturschauspiel.

Teil 4223. Juli 2019

40.Tag (Di. 29.01.2019)
Mogotho – Khwai North Gate
72km


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In den Bäumen rings um unsere Campsite hatten einige Perlhühner und Frankoline ihr Nachtquartier aufgeschlagen und dem entsprechend früh war es heute mit der Nachtruhe vorbei. Bereits rund eine Stunde vor Sonnenaufgang fingen die Viecher an zu krakeelen. Da war man schon versucht beim Braai auf Geflügel zu wechseln.

Somit waren wir schon lange mit den allmorgendlichen Tätigkeiten fertig, als uns unser Zentralgestirn mit einem der schönsten Sonnenaufgänge der Reise begrüßte.

Wir hatten beschlossen uns so weit wie möglich immer entlang des Ufers des Khwai in Richtung der gleichnamigen Ortschaft zu bewegen. Dass sollte bis auf die Umfahrung einiger Lodges auch problemlos klappen.

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Die erste nennenswerte Sichtung des Tages war eine Hyäne, die wohl auf dem Rückweg vom nächtlichen Kontrollgang über die Campsite war.

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Schon nach wenigen Kilometern erreichten wir das größte Hindernis der heutigen Etappe, die Furt durch den Mbudi, einen größeren Seitenarm des Khwai. Oftmals ist die Furt nicht zu durchfahren und man muss bis zur Transitstrecke fahren, um dort den Fluss auf einer Brücke zu überqueren. Aber auch beim derzeitigen Niedrigwasser war es sehr gut, dass ich die Furt genau erkundete, denn während die beiden Fahrspuren so tief ausgefahren wahren, dass ich in ihnen eine Durchfahrung des Mbudi nicht riskiert hätte, war das Wasser zwischen den Fahrspuren deutlich niedriger, so dass ich diesen Bereich für die Durchquerung wählte.

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Landschaftlich ist die Khwai Concession ein Traum. Hinsichtlich der Tiersichtungen war es eher übersichtlich. Am ehesten waren noch Vögel zu sehen.

Diese Sporengans präsentierte sich uns auf einem Baum. Das fand ich ungewöhnlich. Ich kann mich nicht erinnern, schon mal eine Gans auf einem Baum gesehen zu haben.

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Klaffschnabel
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Irgendein Glanzstar
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Darüber hinaus die üblichen Verdächtigen, die man immer in der Nähe eines Flusses findet

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Auf der Strecke bis Khwai gab es viele Schlammpassagen zu bewältigen. Da ist es immer hilfreich, wenn man eine frische Reifenspur sieht, die in den in den Modder führt. Ich gehe dann immer davon aus, dass es bei mir auch gut geht, wenn andere da durch gekommen sind. Ohne stecken zu bleiben kommen wir denn auch gut ins Khwai Village.

Im Ort kaufen wir noch kurz Feuerholz und fahren dann über die Khwai-Brücke in den Moremi National Park. Um 11:00Uhr beziehen wir unsere Campsite Nr.3, direkt am Fluss. Wendy & Gilles haben die Campsite Nr.4 gleich nebenan.

Wir frühstücken ausgiebig und danach ist eine lange Siesta angesagt. Dabei werden wir auch auf dieser Campsite sehr gut durch die immer präsente Tierwelt unterhalten. Im Fluss sind Hippos und Elefanten unterwegs, auf der Campsite glücklicherweise nur kleinere Tiere

Braundrossling
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Zwergmanguste
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Darüber hinaus noch Meerkatzen, Warzenschweine und Baumhörnchen.

Um 15:00Uhr starten wir auf unseren nachmittäglichen Gamedrive. Er führt uns in die Gebiete östlich der Campsite. Mal direkt entlang des Khwai und mal etwas weiter im Hinterland. Die Orientierung in dem Wegewirrwarr ist nicht immer leicht. Es gilt die richtige Balance aus T4A, den Papierkarten und der Realität vor Ort zu finden.

Es sind sehr viele Elefanten vor Ort. Sowohl solitäre Bullen, als auch Herden. Solange die Elefanten am Fluss sind, ist das kein Problem.

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Am Fluss sehen wir auch viele Hippos, die heute schon sehr früh das Wasser verlassen haben, da es inzwischen zugezogen hat und recht düster ist. Sehr schlechtes Fotolicht.

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Unser Highlight ist ein Honigdachs. Kathrin liebt diese furchtlosen Banditen. Leider verkrümelt er sich, noch ehe ich ein brauchbares Foto hinbekomme.

Auf dem Rückweg haben wir zahlreiche Elefantenroadblocks im Wald. Teilweise ist das Gelände sehr unübersichtlich. Bei zwei Bullen, die einen heftigen Kampf austragen, entscheiden wir uns für eine größere Umfahrung. Da ist soviel Testosteron im Spiel, dass wir denen nicht in die quere kommen wollen. Wir kommen nur sehr langsam voran und sind uns zwischenzeitlich nicht sicher, ob wir es vor Sonnenuntergang zurück auf die Campsite schaffen.

Wir fahren noch einmal an den Khwai und beobachten eine größere Elefantenherde beim Überqueren des Flusses vom gegenüber liegenden Ufer auf unsere Seite. An dieser Stelle ist das Ufer an unserer Seite sehr steil und das Wasser an dieser Stelle sehr tief. So kommt es, dass es einem kleinen Elefanten nicht gelingt, das Ufer zu erklimmen. Der Kleine kämpft verzweifelt das Ufer zu erklimmen, rutscht aber immer wieder ab. Im Laufe der Zeit werden die Versuche kraftloser und die Herde immer panischer. Die älteren Tiere versuchen dem Kleinen vergeblich zu helfen, sind dabei aber zu ungeschickt und eher kontraproduktiv. Die Luft ist erfüllt vom panischen Trompeten der Elefantenkühe und der Kleine verschwindet jetzt immer mal wieder unter der Wasseroberfläche, taucht zum Glück aber immer wieder auf. Wir rechnen schon mit dem Schlimmsten, als die Herde zurück ins Wasser geht und zusammen mit dem kleinen Elefanten zum gegenüber liegenden Ufer zurückkehrt. Das ist ja noch einmal gut gegangen.

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Wenn man mal gesehen hat, wie geschickt ausgebildete Arbeitselefanten in der Forstwirtschaft agieren, verwundert es mich immer wieder, dass Elefanten von allein nicht in der Lage zu sein scheinen, Ihren Rüssel in vergleichbarer Weise einzusetzen. Vom Grundsatz hätte es kein Problem sein sollen, mit dem Rüssel den kleinen Elefanten zu greifen und aus dem Fluss zu ziehen.

Inzwischen gehen rings um uns heftige Gewitter nieder. Wir schaffen es aber diese zu umfahren und kommen trocken zurück auf unsere Campsite. Dort spricht mich gleich Gilles an, dass hinten aus unserem Auto Wasser läuft. Ich schaue nach und muss feststellen, dass wir unseren Wasserhahn verloren haben. Den hat es mit Sicherheit in einem der tiefen Schlammlöcher abgerissen. Die Absätze in diese Schlammlöcher sind oftmals sehr steil und tief und der Wasserhahn sitzt genau an der Stelle, wo der Wagen als erstes aufsetzt; direkt hinter dem Hinterrad. Da war der Wasserhahn beim Vorgängermodell wesentlich besser positioniert, nämlich am Trittbrett der Beifahrertür. Glück im Unglück ist aber, dass der aktuelle Bushcamper separate Wassertanks für den Wasserhahn und die Dusche hat. So haben wir nur die Hälfte unseres Wassers verloren.

Wieder sehr schöne Wolkengemälde im letzten Licht des Tages.

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Nach dem Abendessen sitzen wir mit Wendy & Gilles am Lagerfeuer. Wieder eine sehr netter Abend zu viert. Zwischendurch sorgen erst ein Elefant und später eine Hyäne für Unterhaltung, als sie unsere Campsite besuchen.

Teil 4326. Juli 2019

41.Tag (Mi. 30.01.2019)
Khwai – Xakanaxa
90km


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An diesem Morgen halten mich Paviane und Meerkatzen ordentliche auf Trab. Als ich den Kühlschrank belade schlagen Sie in einer konzertierten Aktion zu und wir haben den Verlust einer Packung Emmentaler zu beklagen. Insgesamt sorgen die Affen dafür, dass wir heute um einiges später loskommen, als an anderen Tagen.

Der Weg führt uns immer entlang des Khwai zum Dombo Hippo Pool. Die Strecke lässt sich sehr gut fahren, aber es gibt nur wenige Tiere zu sehen.

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Am Dombo Hippo Pool ist es so schön wie eh und je und auch der Hide ist noch genauso wackelig wie wir ihn in Erinnerung haben. Ein Wunder, dass er noch immer steht. Für uns ist das hier der traditionelle Frühstücksplatz auf dem Weg vom North Gate nach Xakanaxa.

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Goliathreiher
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Silberreiher
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Auf der Hauptpiste weiter nach Xakanaxa sind zahlreiche Schlammlöcher zu durchfahren. Ich verlasse mich da auf die Spuren vorheriger Fahrzeuge, denn den Modder will ich auf keinen Fall zu Fuß erkunden.

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Noch bevor wir zur Campsite fahren, machen wir einen Abstecher zu den Paradise Pools. Wieder einmal eine traumhaft schöne Landschaft, aber relativ wenige Tiere. Die scheinen andere Prioritäten, als die landschaftliche Schönheit zu haben.

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In Xakanaxa haben wir Glück und bekommen wieder unsere favorisierte Campsite Nr.1.

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Was mich auf mehreren Campsites in Botswana jedes Mal aufs Neue ärgert, ist die Tatsache, dass man nach dem Bau der neuen Waschhäuser die alten Waschhäuser stehen gelassen hat und diese jetzt von Jahr zu Jahr mehr verfallen und vergammeln. Diese Ruinen verschandeln die Campsites, welche dadurch eine verwahrlosten Eindruck machen. Mir ist es deshalb immer besonders wichtig, einen Stellplatz zu haben, von dem aus die Ruinen nicht zu sehen sind.

Während unserer ausgedehnten Mittagspause können wir einige Vögel beobachten.

Haubenbartvogel
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Wellenastrild
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Um 16:00Uhr starten wir auf Gamedrive. Wir wollen das Wegelabyrinth und die zahlreichen Pools südwestlich von Xakanaxa erkunden. Außerdem wollen wir versuchen mal wieder nach Dead Tree Island zu gelangen. Das war bei unseren letzten Besuchen aufgrund der sehr tiefen Furten nicht möglich.

Wir stellen fest, dass diese Gegend so einfach zu befahren ist, wie wir es noch nie erlebt haben. Die Furten sind alle trocken und selbst nach Dead Tree Island kommt man ohne das die Reifen nass werden. Es scheint auch längere Zeit in dieser Gegend nicht geregnet zu haben, so dass die meisten Schlammlöcher ebenfalls trocken sind.

Wir nutzen erst einmal die günstige Gelegenheit und machen eine große Runde auf Dead Tree Island. Ich liebe diese morbide Landschaft mit den vielen abgestorbenen Bäumen. Die Tierwelt ist unspektakulär aber zahlreich. Jede Menge Lechwe & Zebras. Dazu einige Elefanten und natürlich viele Vögel.

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Kuhreiher
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Im Bereich der Pools und Lagunen südwestlich von Xakanaxa war lange Zeit tote Hose hinsichtlich Tiersichtungen. Wir hatten schon die Hoffnung aufgegeben, an diesem Tag noch etwas besonderes zu erleben, als gegen 18:00Uhr Schlag auf Schlag ein Highlight dem Nächsten folgte.

Als erstes entdeckten wir am Lions den Pool passenderweise einen Löwen. Dieser war aber entgegen der meisten seiner Artgenossen sehr scheu und verschwand sofort in den Büschen, als wir uns ihm näherten.

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Nur 5min. später und nur wenige hundert Meter entfernt entdeckte Kathrin einen Leoparden. Dieser hatte es sich auf dem Boden im Schatten eines Baumstammes gemütlich gemacht.

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In der Hoffnung, dass sich hier vielleicht noch etwas tut, blieben wir so lange es die Zeit erlaubte bei diesem schönen Tier. Währenddessen lief in einiger Entfernung eine Hyäne vorbei, aber der Leopard lies sich nicht aus der Ruhe bringen.

Letztendlich drängte uns die Zeit zum Aufbruch. Wir waren hier schon länger geblieben, als ich es bei früheren Besuchen in dieser Gegend gewagt hätte. Ich kann mich noch an Rückfahrten zur Campsite erinnern, wo man permanent vor unpassierbaren Furten stand und einen Umweg nach dem anderen Fahren musste, so dass wir erst lange nach Sonnenuntergang zurück auf der Campsite waren. Diesmal konnten wir ohne Behinderung den direkten Weg fahren.

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Lysann & Matthias waren von Savuti aus direkt nach Maun gefahren. Dort konnten Sie noch spontan 2 Nächte in Xakanaxa buchen und so sitzen wir auch heute wieder zusammen am Lagerfeuer. Mit dabei sind auch Christiane & Dieter, die mich auch aus dem Forum kennen. Ich konnte den beiden im Vorfeld Ihrer Reise bei einigen Fragen behilflich sein.
Unsere vielen Leoparden-Sichtungen werden im Spaß zunächst noch als Safari-Latein abgetan, bis wir dann die Fotos zeigen. Wir geben den anderen die Koordinaten unserer heutigen Begegnung mit dem Leoparden. Mit etwas Glück erhöht das die Chancen einer eigenen Begegnung.

Teil 4416. Aug. 2019

42.Tag (Do. 31.01.2019)
Xakanaxa – 3rd Bridge
80km


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Unsere Wildtierkamera zeigt, dass während der Nacht einiges auf unserer Campsite los war. Mehrfach besuchten uns Hyänen und einmal auch ein Civet.

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Wir starten wieder so schnell wie möglich. Nach nur etwas mehr als einem Kilometer unterläuft mir dann ein heftiges Missgeschick und wir stecken in einem tiefen Schlammloch fest. Das einzige weit und breit. Ich hatte es schlichtweg nicht für voll genommen. Die Umfahrung hatte ich auch nicht bemerkt. So stecke ich also fest und überlege mir meine Optionen. Von Kathrin kommt nur die hilfreiche Bemerkung, dass derjenige, der ins Schlammloch rein fährt auch dafür sorgen muss, wie man wieder rauskommt.
Generell mache ich mir keine Sorgen, dass wir hier nicht wieder rauskommen, denn ca. 10m vor uns steht ein solider Baum, an dem ich das Stahlseil unserer Winde befestigen könnte und mich auf diese Weise rausziehen könnte. Dafür müsste ich allerdings in den Modder reinsteigen und darin rumwühlen, um das Stahlseil aus seiner Befestigung unter der Bullbar zu lösen. Das möchte ich auf jeden Fall vermeiden.
Also erst einmal Alternativen ausprobieren. Alle Sperren und Untersetzung rein, Rückwärtsgang und Vollgas. Tatsächlich komme ich ca. einen halben Meter zurück. Vorsichtig wieder Vorwärts, bis ich auf Wiederstand treffe und wieder Vollgas zurück. Diesmal bin ich schon einen ganzen Meter weit zurückgekommen. Ich setze das Spiel fort und letztendlich ist es geschafft, ohne das ich den Wagen verlassen musste.

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Vorbei an Jessies Pools fahren wir wieder zum Lions Den Pool.

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Wir hoffen in dieser Gegend auf eine Wiederholung des Sichtungsglücks vom Vortag und werden nicht enttäuscht. Schon bald sehe ich eine gefleckte Schwanzspitze im hohen Gras auftauchen. Für einen Leoparden sieht das zunächst zu klein aus, ist es aber nicht. Wir haben ein Jungtier entdeckt und gleich darauf taucht auch die Mutter auf. Es ist die Leopardin, die wir gestern schon in diesem Gebiet beobachten konnten. Über eine Stunde lang können wir die beiden in Ihrem Alltag beobachten. Das Jungtier nimmt uns dabei mit einer Mischung aus Scheu und Neugier war, während uns die Mutter komplett ignoriert. Die Umgebung macht uns die Beobachtung dabei nicht leicht, denn das Gelände ist mit üppiger Vegetation gesegnet. Wenn sich die beiden vor uns verstecken wollten, hätten wir keine Chance sie zu beobachten. So aber ergibt sich immer mal wieder ein schönes Fotomotiv. Schade, dass Muttis Katzenwäsche im hohen Gras stattfand. Für uns war diese Begegnung etwas ganz besonderes, denn wir haben zwar schon viele Leoparden beobachtet, aber noch nie zuvor ein Jungtier.

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Da der Wasserstand im Delta momentan so extrem niedrig ist, versuchen wir via Jackelberry Crossing nach 3rd Bridge zu fahren. Diese Furten sind so gut wie nie passierbar und selbst jetzt steht hier noch Wasser. An der ersten Stelle ist es mir auch jetzt noch zu tief, aber dann finde ich eine alternative Passage. Es ist das erste Mal, dass wir auf diesem Weg von Xakanaxa nach 3rd Bridge gelangen.

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Danach erkunden wir die Pisten auf Motlaba Island und Fahren zu den Mugwevhlana Lagoons. Hier schauen wir uns auch die legendäre HATAB Campsite Nr. 8 an. Wirklich sehr schade, dass man als Individualreisender nicht auch die Möglichkeit hat, diese Campsites exclusiv für sich zu buchen. Derzeit ist sie z.B. unbelegt. Das ist in Ostafrika mit des Special Campsites besser geregelt. Die stehen Safariunternehmen und Individualreisenden im gleichen Maße zur Verfügung.

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Gegen Mittag treffen wir in 3rd Bridge ein und bekommen Campsite Nr. 1.

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Als erstes wird gut gegessen, denn bislang hatten wir dazu noch keine Gelegenheit. Gamedrives haben Vorrang vor dem leiblichen Wohl. Das ist auch einer der Gründe, weshalb die Safarireisen für mich den positiven Nebeneffekt haben, dass ich dabei immer einige überflüssige Kilos los werde.

Später besuchen uns Lysann & Matthias. Die beiden sind diese Nacht allerding noch einmal in Xakanaxa. Als wir Ihnen die Leopardefotos zeigen, können Sie gar nicht fassen, dass wir ständig die gefleckten Katzen sehen und Sie noch kein einziges Mal. Ich zeige Ihnen deshalb genau, wo Jackelberry Crossing passierbar ist und wo wir die Leoparden gesehen haben. Als Sie sich verabschieden drücken wir Ihnen die Daumen, dass Sie diesmal Erfolg haben und die kleine Familie finden.

Um 15:30Uhr starten auch wir wieder zum Gamedrive. Als erstes fahren wir den Mboma Loop auf der gleichnamigen Insel. Danach sind wir auf den Pisten in Richtung 1st Bridge unterwegs. Die Landschaft ist super und wir sehen auch immer wieder Tiere, wenn auch nichts Spektakuläres.

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Obwohl der Wasserstand in den Kanälen des Deltas sehr niedrig ist, sind die meisten Pools gut gefüllt. Stehende und fließende Gewässer haben anscheinend einen voneinander unabhängigen Wasserhaushalt.

2nd Bridge ist gesperrt, aber es gibt eine Umfahrung. Ob die bei höherem Wasserstand fahrbar ist, stelle ich allerdings in Frage.

Kurz vor 3rd Bridge begegnen uns zwei Hyänen, die in unserer Richtung unterwegs sind. Da liegt die Vermutung nah, dass die beiden heute Nacht versuchen werden, auf der Campsite etwas abzustauben.

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Hier treffen wir auch Wendy & Gilles wieder. Von Auto zu Auto tauschen wir uns über die Erlebnisse der letzten beiden Tage aus. Deren Campsite in 3rd Bridge liegt leider zu weit von unserer entfernt, als dass wir den Abend zusammen verbringen könnten. Zwischen Kasane und Maun haben wir diesmal wirklich ganz tolle Bekanntschaften gemacht.

Auf der weiten Ebene westlich von 3rd Bridge gibt es auch einige Pools. Hier gibt es eigentlich immer etwas zu sehen. Wir haben das Glück eine Gänsefamilie im milden Licht der Abendsonne beobachten zu können.

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Den Sundowner genehmigen wir uns auf unserer Campsite, wobei wir Giraffen und Kudus am anderen Flussufer beobachten können.

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Die für die Campsite namensgebende Brücke erleben wir erstmals im komplett intakten Zustand. Erstmals kommt man mit trockenen Reifen über den Fluss. Leider sind sie bei der Reparatur über das Ziel hinaus geschossen. Durch umfangreiche Erdarbeiten an den Ufern wurde hier viel Vegetation und das Landschaftsbild stark in Mitleidenschaft gezogen. Der Flussübergang hat auf jeden Fall den Charme vergangener Jahre verloren.

Bis Mittag waren heute die Temperaturen sehr angenehm. Das kam uns vor allem entgegen, als wir so lange bei den Leoparden standen. Dann wurde es allerdings sehr heiß und schwül und am Abend konnten wir wieder starkes Wetterleuchten beobachten. Es blieb bei uns aber trocken.

Teil 4504. Sept. 2019

43.Tag (Fr. 01.02.2019)
3rd Bridge – Maun
185km


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Die Wildtierkamera zeigt an, dass nachts Hippos auf unserer Campsite gegrast haben.

Für heute haben wir einen ganztägigen Gamedrive geplant. Über den Bodumatau-Loop soll es zur Xini Lagoon gehen und von dort über die Black Pools zur South Gate Campsite.

Der Bodumatau-Loop lässt sich gut fahren. An Tieren ist zunächst nicht viel zu sehen. Das ändert sich erst im Bereich der Makerekwa Pools, die inmitten weiter Grasflächen liegen. Hier müssen wir auch eine Furt queren. Landschaftlich ist diese Gegend sehr schön und wir sehen zahlreiche Grasfresser auf den weitläufigen Weideflächen.

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Von den zahlreichen Pools im Bereich der Xini-Lagoon führen nur noch die wenigsten Wasser. Es gibt aber auch hier weite saftige Grasflächen, mit zahlreichen Tieren.

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Bei den Black Pools verhält es sich ebenso. Auch hier sind die meisten Pools ausgetrocknet.

Wir haben heute zwar sehr viele Tiere gesehen, aber bislang nichts Besonderes. Nichts was dazu angeregt hat, hier ausführlicher darüber zu berichten. So entspinnt sich zwischen Kathrin und mir folgender kurzer Wortwechsel, als wir von den Black Pools in Richtung South Gate aufbrechen:

Kathrin: „Heute war’s aber sehr unspektakulär“

Thomas: „Stimmt! Zum Abschied könnte uns das Delta eigentlich noch einmal ein kleines Highlight bieten… …so wie den Leoparden vor uns.“

Der kam wirklich wie auf Bestellung. Wir hatten Glück, dass er genau in dem Moment aus dem hohen Gras auftauchte, als wir hier vorbei kamen. Die schöne Katze tritt dann sogar ganz aus dem Gras heraus, trinkt ein wenig und posiert danach noch ein paar Minuten für uns, bevor sie wieder im hohen Gras verschwindet.

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Mit Leoparden haben wir dieses Mal echt Glück. So viele Sichtungen hatten wir im südlichen Afrika noch nie.

Dafür haben wir zwischen Kasane und Maun auf dieser Reise kein einziges Mal Löwen brüllen gehört. Das war schon schade, denn das Brüllen der Löwen in der Nacht ist für mich der Inbegriff für das Campen in der Wildnis.

Da uns außer dem Leoparden keine Beobachtungen zu einem längeren Verweilen angeregt haben, liegen wir sehr gut in der Zeit. Wir beschließen daher spontan, unsere gebuchte Übernachtung auf der South Gate Campsite verfallen zu lassen und noch bis Maun weiter zu fahren. So wird der morgige Tag hoffentlich deutlich entspannter und die South Gate Campsite selbst ist auch nichts besonderes, wegen dessen man dort unbedingt die Nacht verbringen sollte.

Kurz nach dem Gate treffen wir eine große Gruppe Hyänen auf der Piste. Die Tiere halten sich auch nicht strickt an die Nationalparkgrenzen.

Auch wenn der letzte Tag etwas ruhiger war, so ist das Delta doch nach wir vor eine unserer liebsten Regionen in Afrika. Die Orientierung ist im Moremi NP allerdings nach wie vor sehr anspruchsvoll. Zwar gibt es an den Hauptpisten inzwischen sogar vereinzelt Wegweiser und man hat natürlich auch Karten in elektronischer und gedruckter Form dabei.
Trotzdem sollte man sich im Park nicht blind auf die Karten oder T4A verlassen. Die Hauptpisten sind zwar korrekt verzeichnet, sowie man diese verlässt und auf den zahlreichen Gamedrive-Pisten unterwegs ist, stoßen die Karten aber an Ihre Grenzen. Mal sind Wege eingezeichnet, die es nicht gibt und dann ist man ein anderes Mal auf einem deutlichen Track unterwegs, der nirgends verzeichnet ist. In der Praxis hilft da nur Intuition. Man muss die Landschaft „lesen“, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wo die Wege verlaufen. Außerdem muss man bereit sein unbekannte und nicht verzeichnete Wege auszuprobieren. Das bedeutet natürlich auch, dass man immer mal wieder vor unpassierbaren Hindernissen steht und umdrehen muss. Es hilft auch sehr, beim Navi die Trackingfunktion zu aktivieren. Auf diese Weise zeichnet man sich selbst im Laufe der Zeit eine sehr genaue Karte mit Wegen, die es auch tatsächlich gibt.

Zum Sonnenuntergang treffen wir in Maun ein und entscheiden uns für das etwas versteckt liegende Maun Restcamp. Nichts Besonderes, aber ganz nett.

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Zu unserer großen Freude treffen wir hier auch wieder auf Wendy & Gilles und Lysann & Matthias. Das waren wirklich ganz tolle Urlaubsbekanntschaften, die wir da geschlossen haben. Wir lagen alle genau auf einer Wellelänge. So ist es nicht verwunderlich, dass dieser definitiv letzte gemeinsame Abend sehr spät wurde.

Teil 4610. Sept. 2019

44.Tag (Sa.02.02.2019)
Maun – Nxai Pan National Park
225km


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Heute war in erster Linie ein Arbeitstag. Es gab einiges in Maun zu erledigen. Zunächst war ein neues Permit für die restlichen Tage in den Nationalparks notwendig. Zum Glück waren die DWNP-Mitarbeiter hier in Maun wesentlich kompetenter und so war das in kürzester Zeit und ohne Diskussionen und Rückfragen erledigt. Dann mussten die Lebensmittel und Getränke für die restliche Reise besorgt werden. Bis wir alles hatten, was wir benötigen, mussten wir mehrere Geschäfte aufsuchen, so dass sich der Einkauf ganz schön in die Länge zog.

Zwischendurch machten wir Frühstückspause in Hillarys Coffeeshop. Dieser liegt versteckt in einer kleinen Nebenstraße, unweit des Flughafens. Gute Parkmöglichkeiten vorhanden. Uns hat es hier ausgesprochen gut gefallen. Lecker, große Portionen und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Was will man mehr.

Abschließend noch tanken, was sich auch noch in die Länge zieht, da während unseres Tankvorgangs die Tanksäulen der ersten Tankstelle ausfallen und wir noch eine zweite Tankstelle aufsuchen müssen, um den Tank komplett zu füllen.

Die Asphaltstraße zwischen Maun und Nata ist über weiten eine üble Schlaglochpiste. Da ist mir der zerfahrenste Track in der Wildnis lieber, als diese tiefen Schlaglöcher mit Ihren harten Kanten. Man kann Ihnen auch nicht ausweichen. Man kann noch so viel Slalom fahren, eine Spur erwischt es immer.
In einem Teilbereich wird eine neue Straßendecke aufgetragen. Es ist zu hoffen, dass dies auf der gesamten Strecke geschehen wird.

Die berüchtigte Strecke von der Hauptstraße zum South Camp lässt sich dagegen richtig gut fahren. Es gibt zwar wie immer recht tiefe und ausgefahrene Spurrinnen, aber nur wenige kurze Passagen mit wirklichem Tiefsand. So kann ich die meiste Zeit mit 50-60km/h fahren und wir sind in weniger als einer Stunde am South Camp angekommen.

Auch dort hat es jetzt ein kleiner Kiosk, welcher auch recht gut sortiert ist, aber wir haben ja gerade in Maun groß eingekauft. Lediglich Feuerholz können wir noch gebrauchen.

Wir haben wieder Campsite Nr.1. Mit der waren wir schon beim letzten Mal sehr zufrieden. Die unweit gelegenen Waschhäuser sind in einem sehr guten Zustand. Wir haben auf dieser Reise den Eindruck gewonnen, dass die von Xomae betriebenen Campsites am besten gepflegt und betreut werden.

Es ist Mittagszeit und so machen wir erst einmal ausgiebig Siesta.

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Um 17:00Uhr starten wir auf einen kleinen Gamedrive. Schon bald entdecken wir einen Gepard, welcher im Schatten unter einem Busch liegt und uns zu unserer großen Freude total ignoriert.

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Wir umrunden die namensgebende Nxai Pan und entdecken an einem schlammigen Wasserloch eine Herde Gnus. Unglaublich was für eine Suppe die Tiere noch trinken.

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Alle anderen Wasserlöcher am Rand der Pfanne sind verwaist.

Zum Abschluss fahren wir noch zum zentralen Wasserloch im Zentrum der Pfanne. Es ist das einzige künstliche und somit permanente Wasserloch in diesem Park.
Hier entdecken wir wieder einen Gepard. Wir vermuten, dass es der Gepard von vorhin ist, denn das war auf direktem Weg nur 2km entfernt.

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Seine Hoffnung auf ein schnelles Abendessen erfüllt sich allerdings nicht, denn ansonsten zeigt sich nur eine Giraffe, welche sich für uns perfekt vor die untergehende Sonne stellt.

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Nach zwei Tagen Abstinenz wird heute mal wieder gegrillt.

Teil 4720. Sept. 2019

45.Tag (So. 03.02.2019)
Nxai Pan – Khumanga
142km


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Unser morgendlicher Gamedrive führt uns als erstes zum zentralen Wasserloch in der Pfanne. Das Licht der tief stehenden Sonne kommt von hinten und leuchtet die Szenerie perfekt aus. Als Akteure haben sich schon viele Zebras eingefunden. Das hört sich erst einmal nicht so spektakulär an, aber der Kampf, den zwei Hengste austragen bietet mehr Dramatik, als man diesen ansonsten so friedlichen Tieren zutraut.

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Auch die Springböcke werden von der aggressiven Stimmung angesteckt.

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Als wir weiterfahren dringt mir schon nach kurzer Zeit ein sich rhythmisch wiederholendes Geräusch ans Ohr. Hört sich an, als würde ein Reifen Luft verlieren. Ich steige aus, aber es ist nichts mehr zu hören. Bei der Weiterfahrt ist das Geräusch aber sofort wieder da. Als ich erneut aussteige, kann ich es deutlich zischen hören. Rechts hinten verliert der Reifen Luft. Es ist ein Platten mit Ansage. Bereits seit mehr als 3 Wochen hat der Reifen einen Cut im Bereich, wo die Lauffläche in die Flanke übergeht. Der Cut ist im Laufe der Tage immer größer geworden und jetzt verliert der Reifen immer Luft, wenn der Cut unten ist und auseinander gedrückt wird.
Was dann folgt ist der am längsten andauernde Reifenwechsel, den ich je gemacht habe und dass obwohl hier perfekte Bedingungen herrschen. Der Boden ist hart und eben und auch die Temperaturen sind so früh man morgen noch sehr angenehm. Normalerweise wären wir nach 5 Minuten wieder startklar.
Leider muss ich dann aber feststellen, dass der hydraulische original Toyota Wagenheben defekt ist. Der bewegt sich keinen Millimeter. Somit muss der Highlift ran und ich muss feststellen, dass dieser Wagenheber beim LandCruiser Bushcamper an seine Grenzen stößt. Zum einen ist der Wagen wirklich sehr schwer. Zum anderen sind die Ansetzpunkte für den Highlift sehr schlecht angebracht. Man muss von hinten an der Stoßstange ansetzen. Dadurch muss man den Highlift fast bis in Endstellung ausfahren, damit das Rad den Boden verlässt. Für die letzten Hübe muss ich mich mit meinem gesamten Gewicht auf den Hebel stützen. Personen unter 80kg hätten da keine Chance. Als das Rad endlich in der Luft hängt, biegt sich die Haltestange ganz ordentlich durch.

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Vertrauenerweckend sieht das nicht aus. Das Rad selbst ist dann schnell gewechselt, aber als ich den Wagen wieder runterlassen will, bewegt sich nichts. Ich denke erst noch, dass ich den Highlift falsch bediene, muss dann aber feststellen, dass die gebogene Haltestange daran schuld ist, dass ich den Wagen nicht wieder runter lassen kann. Jetzt ist guter Rat teuer. Letztendlich bleibt mir nichts anderes übrig, als den Wagen vom Highlift runter zu fahren. Ich hatte dabei große Bedenken den Wagen zu beschädigen, aber zu meiner Überraschung geht alles gut.

Nach 30min. sind wir wieder startklar und machen uns an die Umrundung der Nxai Pan.

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In einem großen Schlammloch sehen wir einen alten Elefantenbullen bei der Körperpflege. Mit offensichtlichem Vergnügen verpasst er sich einen neuen „Anstrich“.

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Zum Frühstück kehren wir noch einmal auf unsere Campsite zurück. Dabei werden wir von zwei frechen Tokos unterhalten. Ich muss aufpassen, dass sie nicht unsere Scheibenwischer zerlegen. Verärgert, dass ich ihnen ihr Spielzeug wegnehme, kacken sie Kathrin auf den Frühstücksteller.

Nach dem Frühstück machen wir uns auf direktem Weg nach Khumanga auf. Am Rande der Strecke zum Gate verweilen wir einige Zeit bei einer Straußenfamilie.

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Aus einem Gate raus, kurz Asphalt und dann gleich wieder durchs nächste Gate in den nächsten Nationalpark. Am Puduhudu Gate erfahren wir, dass die Fähre über den Boteti derzeit nicht fährt. Darüber mache ich mir zunächst keine größeren Gedanken, da mir bekannt ist, dass die Fähre bei Niedrigwasser nicht fährt und man dann mit dem Auto durch den Fluss fahren kann/muss.
Die Strecke vom Puduhudu Gate zum Boteti ist eine zum Teil tief eingeschnittene einspurige Tiefsandpiste. Ausgerechnet hier kommt uns ein Wagen entgegen. Das Ausweichen war durchaus eine kleine Herausforderung.

Bevor wir auf der Campsite einchecken, schauen wir uns die Situation bei der Fähre an. Entgegen meiner Erwartung ist der Fluss viel zu tief, um ihn mit dem Wagen zu durchqueren. Ich erfrage bei den Einheimischen, die ich hier an der am Ufer vertäuten Fähre treffe, dass die Fähre im Februar grundsätzlich nicht fährt. Was soll denn das? Wo liegt der Sinn, dass man für einen ganzen Monat den Zugang von Süden in den Nationalpark kappt?

Wir fragen beim Gate nach und erhalten die Antwort, dass man nur über das Puduhudu Gate und den Weg außen um den Nationalpark nach Khumanga kommt. Eine passierbare Furt gibt es nach Auskunft am Gate nicht. Das wäre ein Umweg von rund 160km! Zum Glück habe ich mir schon seit langem abgewöhnt irgendwelchen Aussagen in Afrika blind zu vertrauen. Auf dem Hinweg hatte ich vom Hochufer aus eine Fahrspur gesehen, die hinunter zum Boteti führte und am gegenüber liegenden Ufer führte an gleicher Stelle eine Fahrspur zum Fluss.

Wir richten uns zunächst auf der Campsite häuslich ein und machen uns dann auf den Weg zum Gamedrive entlang des Boteti. Zunächst überprüfe ich aber die Furt, welche es angeblich nicht gibt. Der Fluss ist hier gerade einmal Knietief und der Untergrund besteht aus festem Sand. Überhaupt kein Problem, den Boteti hier mit dem Fahrzeug zu durchqueren. Man sieht auch viele frische Reifenspuren und als wir weiterfahren kommt uns ein Staffwagen entgegen, der ebenfalls durch den Fluss fährt. Damit ist die morgige Weiterreise gesichert.

Nachdem das geklärt ist, kann es endlich mit dem eigentlichen Gamedrive losgehen. Dominierend sind hier am Boteti die vielen solitären alten Elefantenbullen. Alles gewaltige Tiere und bis auf einen auch alle sehr entspannt. Dieser eine Bulle hat es aber auf uns abgesehen und verfolgt uns sogar.

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Am Hippopool machen wir eine schöne Pause. Ich genieße es, dass es in den botswanischen Nationalparks mit dem Verlassen des Fahrzeugs nicht so ernst genommen wird. Da macht das Fotografieren gleich viel mehr Spaß, als wenn man immer nur aus dem Autofenster fotografieren kann.

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Hier im Tal des Boteti verschwindet die Sonne schon recht früh hinter dem Hochufer und so fällt heute der klassische Sundowner aus. Trotzdem stoßen Kathrin und ich mit Bier und Savannah auf den schönen Tag an, bevor wir uns auf den Heimweg machen.

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Heute war der seit längerer Zeit wärmste Tag und auch am Abend kühlt es kaum ab. Ich liebe es, wenn man sich nach Sonnenuntergang nicht überziehen muss.

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Nach dem Abendessen entdecken wir einen Perlkauz Kapkauz im Baum über uns. Beim Versuch ihn abzulichten entwickelt sich ein lustiges Katz und Maus Spiel. Die kleine Eule fliegt ständig von Ast zu Ast und wir laufen mit Taschenlampe (Kathrin) und Fotoapparat (Thomas) hinterher um ihn wieder zu finden und auf den Chip zu bannen. Eine der vielen Aufnahmen ist dann auch tatsächlich etwas geworden.

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Teil 4827. Sept. 2019

46. Tag (Mo. 04.02.2019)
Khumanga – Hainafeld Game Reserve
240km


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Bei Sonnenaufgang ist es bereits stark bewölkt und während des Frühstücks zieht es komplett zu. Kurz vor der Abfahrt fängt es dann auch leicht zu regnen an. Zum Glück haben wir zu diesem Zeitpunkt bereits alles im Wagen verstaut.

Wir haben heute eine lange Etappe vor uns und verzichten deshalb auf einen weiteren Gamedrive am Boteti. Auf direktem Weg fahren wir zur gestern entdeckten Furt. Diese lässt sich dann auch genau so einfach befahren, wie ich vermutet hatte.

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Auch der Weg von der Furt zur Asphaltstraße ist einfach zu fahren und wird augenscheinlich häufig befahren. Ich kann mich über die Nummer noch immer aufregen. Es ist ein Unding, dass die Furt den Besuchern bewusst verschwiegen wird. Ich möchte nicht wissen, wie vielen Touristen der Tag bzw. die Reise gehörig durcheinandergebracht wurde, weil man Sie auf einen unnötigen Umweg von 160km geschickt hat. Was soll das?

Bevor wir uns auf den Weg in die Zentralkalahari machen, fahren wir erst noch zum tanken nach Rakops. Ist zwar ein kleiner Umweg, aber ich habe keine Lust in den nächsten Tagen ständig den Spritverbrauch im Auge behalten zu müssen. Die Tankstelle in Rakops gilt als unsicher hinsichtlich der Verfügbarkeit von Diesel, aber wir haben hier bislang immer welchen bekommen.

Die Zufahrt von der Hauptstraße zum Hainafeld Game Reserve ist totlangweilig. 70km schnurgerade Cutline. Trotzdem ermüdend, da man die ganze Zeit über konzentriert fahren muss.

Im Hainafeld Game Reserve darf man auf eigene Faust auf Gamedrive gehen. Zur Orientierung bekommt man bei der Anmeldung eine Landkarte des Reservats. Leider ist die Landschaft stark verbuscht, so dass es sehr schwierig ist Tiere zu entdecken. Trotzdem sehen wir Kudus, Zebras, Steinböckchen und Impalas.

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Von Löwen finden wir leider nur sehr frische Spuren. Nach dem letzten Regen und dem letzten Fahrzeug sind die Großkatzen auf dem Weg unterwegs gewesen. Das muss ganz kurz vor uns gewesen sein.

Die Campsite liegt einige Kilometer von der Lodge entfern im Busch. Zahlreiche dicht beieinander stehende Bäume bieten viel Schatten. Bei Sonnenschein ist das sicher perfekt. Bei uns hat es fast den ganzen Tag genieselt und auch wenn es vor kurzem aufgehört hat ist der Himmel noch immer bedeckt. Unter den Bäumen ist es deshalb recht düster.

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Die Campsite ist sehr gut ausgestattet. Das Waschhaus bietet alles, was das Herz begehrt und ist sehr sauber. Es steht auch jede Menge Feuerholz bereit. Das ist im Preis für die Campsite enthalten.

Für Unterhaltung sorgen jede Menge Hasen, die auf der Campsite umher hoppeln.

Während des Abendessens reißt der Himmel auf uns wir haben eine sternklare Nacht. Mal sehen, was der morgige Tag bringt.

Teil 4904. Okt. 2019

47.Tag (Di. 05.02.2019)
Hainafeld Game Reserve – Central Kalahari Game Reserve (Passarge Valley)
147km


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In der Nacht hatten wir interessanten Besuch auf der Campsite, den wir persönlich leider nicht bemerkt haben. Da hat sich die Wildtierkamera wieder einmal bewährt.

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Wir frühstücken auf der Campsite und dann geht es gleich los ins Central Kalahari Game Reserve. Bis zum Matswere Gate haben wir allerdings erst einmal über 40 langweilige Kilometer entlang des Veterinär-Zauns vor uns, der hier die Grenze des CKGR bildet. Auch im CKGR sind es noch einmal über 40km, bis wir die ersten Tiere sehen. Erst ab Erreichen des Deception Valleys kann man von einem Gamedrive sprechen.

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Überall sprießt frisches Grün und wir sehen zum Teil riesige Springbockherden.

Wir fahren Richtung Norden und verlassen schon bald das Deception Valley in Richtung Leopard Pan, die wir zum größten Teil umrunden. Auf der Pfanne stehen viele Herbivoren, allerdings alle sehr weit entfernt.

Von der Leopard Pan geht es weiter ins Passarge Valley, welches wir an seinem nordöstlichen Ende erreichen. Hier sind sogar noch mehr Tiere unterwegs und wo viel Beute ist, sind auch die Räuber zu finden. Recht versteckt unter einem Busch entdecken wir eine Löwin mit zwei halbwüchsigen Jungtieren.

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Ein Mitglied der Oryxherde, die wir bald darauf entdecken, hat anscheinend auch schon sehr direkte Bekanntschaft mit einem Löwen gemacht und ist augenscheinlich nur ganz knapp mit dem Leben davon gekommen.

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Nur wenige Kilometer weiter treffen wir auf ein sehr großes Rudel Wildhunde, welches aus weit über einem Dutzend Tieren besteht, welche überall in der Umgebung unter den Büschen liegen. Darunter sind auch viele Jungtiere. Bei den Welpen wirken die ohnehin schon großen Ohren der Hunde riesig.

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An Vögeln treten uns heute die Trappen sehr bereitwillig vor die Kamera. Einige sind groß, die anderen dafür laut.

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Kurz nach Mittag erreichen wir unsere Campsite „Passarge Valley Nr.2“. Wir lieben diese Campsite, da man einen weiten Blick über das Passarge Valley hat.

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War es beim Frühstück noch wolkenlos, war der Himmel beim Erreichen des Deception Valley schon mit Schönwetterwolken gesprenkelt. Inzwischen haben sich daraus jede Menge Gewitterzellen gebildet. Eine dieser Gewitterzellen kommt langsam aber sicher immer näher und um 16:30Uhr erwischt uns der erste große Gewitterschauer dieser Reise. Bislang hatten wir die Gewitter meist nur aus der Ferne gesehen, bzw. haben nur deren Ausläufer mitbekommen. Damit hätten wir bei einer Reise in der Regenzeit nicht gerechnet.

Nachdem der heftigste Regen abgeklungen ist, wollen wir unseren abendlichen Gamedrive in Richtung Passarge Pan starten. Die Fahrspur steht aber komplett unter Wasser und man kann die zum Teil sehr tiefen Löcher in der Spur nicht erkennen. Das ist sehr stressig zu fahren und man hat dabei keine Muße, sich auf die Tierwelt zu konzentrieren. Nach rund 2km geben wir auf und kehren auf die Campsite zurück.

Inzwischen hat der Regen auch wieder aufgehört und es zeigen sich große Bereiche mit blauem Himmel zwischen den Gewitterzellen, wodurch die Wolken besonders beeindruckend von der Sonne ausgeleuchtet werden.

Der Sonnenuntergang ist dann sehr dramatisch. Ich kann ewig in den Himmel schauen. Es ist ein grandioses Naturschauspiel.

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Es bleibt den ganzen Abend trocken und so kann unser Braai zum Glück wie geplant über die Bühne gehen. Dabei sehen wir wieder starkes Wetterleuchten in allen Himmelsrichtungen. Lagerfeuer und Wetterleuchten übertreffen für mich auch das beste Fernsehprogramm.

Teil 5011. Okt. 2019

48.Tag (Mi. 06.02.2019)
Central Kalahari Game Reserve (Passarge Valley – Piper Pans)
169km


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Über Nacht hat es wie üblich aufgeklart und wir erleben einen traumhaften Sonnenaufgang auf unserer Campsite. Bevor wir losfahren, frühstücken wir in Ruhe auf unserer Campsite und beobachten dabei eine riesige Springbockherde auf der weiten Grasebene des Passarge Valleys.

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Heute ist der Weg das Ziel, sprich der Gamedrive. Mal sehen, was wir so alles entdecken werden.

Auf den ersten 15km merkt man noch deutlich den Wolkenbruch von gestern Nachmittag. Es steht noch immer jede Menge Wasser auf der Piste und auf der Ebene sind zahlreiche Pfützen. Danach ist aber alles Trocken. Die Passarge Pan ist so trocken und staubig, als wäre hier seit Tagen kein Tropfen Regen gefallen. Auch auf der weiteren Strecke des heutigen Tages wechseln immer wieder Passagen wo es kräftig geregnet hat mit staubtrockenen Bereichen ab. Die Gewitterschauer scheinen regional sehr begrenzt zu sein.

Unsere Strecke führt uns von der Passarge Pan über San Pan, Tau Pan und Phokoje Pan zu den Piper Pans.

Unterwegs sehen wir Unmengen an Herbivoren. Vor allem Springböcke, Oryxe und Gnus. Als Highlight auch eine Gruppe Giraffen. Bei den Jägern entdecken wir allerdings nur die Kleinen: Schakale und Löffelhunde.

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Die Piper Pans zeigen sich ohne Grasbewuchs. Hier scheint es bislang noch nicht geregnet zu haben. Ein Blick in dem Himmel lässt aber bereits erahnen, dass sich dies in Kürze ändern wird.

Wir installieren uns auf Campsite Nummer 1 und klappen auch gleich die Markise aus, denn es kommt eine bedrohlich aussehende Regenwand auf uns zu. Keine Minute zu früh, denn kurz darauf geht es auch schon los und es zeigt sich recht schnell, dass bei diesem Wolkenbruch auch die Markise nicht weiterhilft. Zwar bekommt man den Regen nicht direkt von oben ab, aber allein das vom Boden wieder hoch spritzende Wasser reicht aus, um uns zu durchnässen. Schon bald sind wir gezwungen in die Fahrerkabine zu flüchten.

Eine Stunde lang prasselt der Starkregen aufs Fahrzeugdach. Dann ist das Gewitter genauso plötzlich vorbei, wie es begonnen hat. Als ich aussteigen will, steht der Wagen in einem kleinen See und direkt unter der Fahrertür fällt mir ein roter Gegenstand im Wasser auf. Wie ich zu meinem großen Ärger feststelle, handelt es sich um meinen E-Reader. Der muss mir unbemerkt aus der Tasche gefallen sein, als ich ins Auto geflüchtet bin. Der Tolino soll zwar spritzwasserdicht sein, für eine volle Stunde unter Wasser ist er aber anscheinend nicht ausgelegt; jedenfalls gibt er keinen Mucks mehr von sich. So ein Scheiß!!! Nach dem Fotoapparat ist der E-Reader für mich der wichtigste Gegenstand auf Reisen. Gerade hier in Afrika. Was gibt es schöneres, als mit einem guten Buch in der Natur zu sitzen. Nur hin und wieder unterbrochen von einer kurzen Fotopirsch oder Beobachtungen mit dem Fernglas.

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Am besten erst einmal gar nicht drüber nachdenken und sich mit den naheliegenden Dingen beschäftigen. Als erstes brauchten wir einen neuen Stellplatz. Wir verlegen nach vorne an den Pfannenrand. Hier wurden wir beim letzten Mal von einem Ranger zurück hinter die Büsche gescheucht, aber heute hätten wir eine gute Ausrede, weshalb wir dort nicht stehen können.

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Die Pfanne ist durch den Regen komplett geflutet. Es ist, als würden wir an einem See stehen.

Eine Gruppe Südafrikaner kommt vorbei. Sie sind auf dem Weg zur Passarge Pan 2 Campsite. Die Fahrzeuge kämpfen sich schwer durch den Schlamm, sind am schlingern und schliddern. Für uns steht fest, dass wir auf unseren abendlichen Gamedrive verzichten werden und den Wagen heute nicht mehr bewegen.

Plötzlich erschallt lautes mehrstimmiges Löwengebrüll. Das hört sich an als wären die Großkatzen ganz in der Nähe. Trotz intensiver Suche mit dem Fernglas kann ich sie aber nicht entdecken. Ich vermute, dass sie sich auf einer in der Pfanne befindlichen und mit dichtem Gebüsch bestandenen Insel befinden. Das Gebrüll wird uns bis zum Zubettgehen begleiten. Hin und wieder hören wir auch Schakale schreien.

Nur wenig später überquert eine Gruppe Gnus die Pfanne. Das Getrappel der Hufe im Wasser erscheint ohrenbetäubend laut.

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Kurz vor Sonnenuntergang sehen wir einen Hilux, der sich mühsam durch den Schlamm pflügend auf uns zu bewegt. Es sind zwei junge Franzosen, die eine Reservierung für die Xade Campsite haben und denen der Regen einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Aufgrund der Pistenverhältnisse waren sie deutlich langsamer unterwegs als geplant. Sie fragen, ob sie sich an den Rand der Campsite stellen dürfen. In solch einer Notsituation ist das für uns selbstverständlich. Die beiden sind dann auch so ruhig und unauffällig, dass wir sie überhaut nicht wahrnehmen.

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Das Lagerfeuer und der Braai ziehen sich heute ziemlich in die Länge, denn auch unser Feuerholz ist nass geworden.

Die Gedanken an die morgigen Pistenverhältnisse lassen mich nachdenklich einschlafen. Ich bin gespannt, wie wir voran kommen und wie wir aus dem Park rauskommen.

Teil 5118. Okt. 2019

49.Tag (Do. 07.02.2019)
Central Kalahari Game Reserve (Piper Pans – Sunday Pan)
144km


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Die Nacht über haben wir immer wieder die Löwen ganz in unserer Nähe brüllen gehört. Solche Nächte sind Afrika pur. Ich liebe es.

Der Tag begrüßt uns mit einem beeindruckenden Sonnenaufgang an fast freiem Himmel.

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Die Franzosen starten bereits, als wir aufstehen. Auch wir machen uns gleich startklar und als es ca. eine halbe Stunde später los geht ist der Himmel leider komplett bedeckt. Dass bleibt so bis Mittag. Erst dann kann sich die Sonne wieder durch die Wolken kämpfen. Somit haben wir heute nur selten gutes Fotolicht.

Wir beginnen den Tag mit der Umrundung der Piper Pans, getrieben von der Hoffnung die Löwen zu entdecken. Besonders den Bereich, wo das Löwengebrüll unserer Meinung nach seinen Ursprung gehabt haben muss suche ich intensiv mit dem Fernglas ab. Leider ohne Erfolg.

Insgesamt ist heute Morgen nix los an den Pfannen. Dafür ist die Strecke ein wenig herausfordernd, denn es steht noch eine Menge Wasser in den Spuren. Das ist in so fern spannend, dass man nie weiß, wie tief die Spurrinnen sind und ob der Untergrund schlammig oder sandig ist.

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Wir machen uns dann auch bald auf den Weg zurück ins Lethikau Valley. Unterwegs stellen wir fest, dass auch gestern der Regen nur regional gefallen ist. Immer wieder wechseln sich trockene Landstriche mit solchen ab, in denen es kräftig geregnet hat.

Die Lethikau Campsite ist gerade unbesetzt und so nutzen wir sie für unser Frühstück.

Ähnlich wie im Passarge Valley, finden sich auch in Lethikau und Deception Valley viele Tiere. Die Löffelhunde sind leider wieder sehr scheu und verschwinden sowie sie uns sehen. Die Schakale lassen sich dagegen überhaupt nicht von uns aus der Ruhe bringen. Es ist schon erstaunlich, wie unterschiedlich das Verhalten dieser nahen Verwandten ist.

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Als wir die Leopard Pan erreichen, haben sich bereits wieder große Gewitterwolken aufgetürmt. Tiere sehen wir nicht, weshalb es schon bald weiter zur Sunday Pan geht. Hier stehen viele Oryx in der Pfanne.

Wir haben die Campsite Sunday Nr.2, welche am Südrand der Pfanne liegt und einen schönen Blick über diese bietet. Im Gegensatz zu den beiden vorherigen Campsites ist diese allerdings ziemlich vermüllt. Ich frage mich, was die Leute denken, wenn Sie die Campsite so hinterlassen. Ob sie überhaupt denken?

Wir sind kaum angekommen, da erwischt uns schon der erste Schauer.

Obwohl erst Nachmittag hören wir von der Pfanne her Löwengebrüll. Das ist ungewöhnlich früh. Das schlechte Wetter macht die Katzen anscheinend zu Frühaufstehern. Waren wir uns vorher noch unsicher, gibt das Gebrüll für uns den Ausschlag, am späten Nachmittag noch einmal auf Gamedrive zu starten.

Bei der nächsten Regenpause starten wir. Was sehr schade ist, ist der Umstand dass die Wege durch die Pfannen sowohl bei der Sunday Pan, als auch bei der Leopard Pan inzwischen gesperrt sind. Man kann die Pfannen nur noch am Rand umrunden. Das war beim letzten Mal noch anders und man kommt jetzt häufig nicht mehr so nah an die Tiere ran, wie früher.

Wir fahren in die Richtung aus der wir das Brüllen gehört haben und finden schon bald einen einsamen Löwen auf der Wanderschaft. Ich bin immer ganz happy, wenn ich Löwen bei anderen Aktivitäten als schlafen beobachten kann. Passiert bei den Pennern selten genug. Der Löwe hat einen echten Charakterkopf mit sehr schöner Mähne. Ansonsten macht er aber einen recht mageren Eindruck. Die Haut am Bauch ist schon ganz faltig. Sieht aus als hätter er schon längere Zeit nichts mehr zu futtern bekommen. Da wird es wohl morgen früh ein Oryx weniger geben. Wir fahren längere Zeit parallel zu Ihm am Rand der Pfanne entlang. Er legt sich dann ins Gras und beginnt sich zu putzen. Sieht genauso niedlich, wie bei unserer Hauskatze aus. Nebenbei ist er am posen, wie ein professionelles Fotomodel.

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Zurück auf der Campsite bietet sich am Himmel wieder eine spektakuläre Szenerie. Überall gewaltige schwarze Gewitterzellen und dazwischen Bereiche mit blauem Himmel, durch die die Sonne die Gewitterwolken dramatisch ausleuchtet. Die Tage im CKGR hätten sich allein schon für den Blick in den Himmel gelohnt. Wetter kann sehr interessant sein.

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Da immer wieder Schauer über der Campsite niedergehen, versuche ich erst gar nicht zu grillen. Heute wird mal wieder gekocht. Bei einer längeren Regenpause lege ich los, aber das nächste Gewitter beginnt bevor ich fertig bin. Da sind wir froh, dass wir den Bushcamper haben, in dem man zur Not auch recht gut drinnen sitzen und essen kann. Dafür muss Kathrin aber erst einmal aufräumen und Platz schaffen, währen ich beim Kochen immer nasser werde. Zum Glück ist es aber immer recht warm, so dass es nicht all zu sehr stört. Außerdem schafft es die Markise zumindest den Bereich des Kochers durchgehend trocken zu halten.
Das Essen im Bushcamper ist dann nicht unbedingt bequem, dafür aber recht gemütlich. Kathrin nutzt eine weitere Regenpause für den Abwasch, danach regnet es sich ein.

Die gute Nachricht des Tages: Mein E-Reader funktioniert wieder. Ich hatte Ihn hinter der Windschutzscheibe platziert, wo sicher der wärmste Platz im Auto ist. Meine Hoffnung war, dass die Hitze dafür sorgt, dass das Wasser im Inneren des E-Readers möglichst schnell verdunstet. Das hat anscheinend geklappt, denn als ich ihn am Abend versuchsweise einschalte, läuft er, als hätte es nie Probleme gegeben.

Teil 5206. Nov. 2019

50.Tag (Fr. 08.02.2019)
Central Kalahari Game Reserve – Khama Rhino Sanctuary
418km


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Es hat die ganze Nacht hindurch geregnet und erst mit Beginn der Dämmerung aufgehört. Zum Sonnenaufgang hat es dann bereits soweit aufgerissen, dass der Tag wieder mit einem spektakulären Farbenspiel beginnt.

Aufgrund des der großen Regenmenge verzichten wir auf einen morgendlichen Gamedrive. Auf allen Tracks steht noch hoch das Wasser und wir wollen nicht riskieren, uns in den Matschlöchern und tiefen Spurrinnen entlang der Pfannen fest zu fahren.
Wir frühstücken auf der Campsite und machen uns dann gleich auf den Weg Richtung Zivilisation. Dabei gehen wir auf Nummer sicher und fahren nicht die attraktivere Strecke via Leopard Pan, sondern die sicherere, aller langweiligere Strecke über die Cutline. Auch hier steht reichlich Wasser auf den Tracks.

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Die Durchquerung des Deception Valley hat es dann noch einmal in sich. Die Hauptpiste ist tief verschlammt und verspurt, weshalb ich eine Umfahrung wähle. Dabei werde ich vom Anblick einer großen Herde Oryx abgelenkt, so dass ich den Abzweig übersehe, der zurück auf die Hauptpiste führt. Erst einige hundert Meter später bemerke ich, dass unser eingeschlagener Weg uns immer mehr nach Süden führt, was definitiv nicht richtig sein kann. Da alles unter Wasser steht, ist es gar nicht so einfach eine Stelle zu finden, an der man unbesorgt wenden kann.

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Die restliche Strecke bis zum Gate ist dann einfach zu fahren. Hier scheint es kaum geregnet zu haben.

Wer jetzt denkt, wir hätte das Schwierigste hinter uns irrt. Denn auf der Cutline Richtung Rakops geht es erst so richtig zur Sache. Mindestens die Hälfte der Strecke steht unter Wasser. Eine große und oftmals auch tiefe Pfütze folgt auf die nächste. Meist ist nur ein kurzes Stück trockener Boden dazwischen. Zum Glück besteht der Untergrund durchgehend aus Sand, so dass keine Gefahr besteht sich fest zu fahren. Allerdings kommt man auch nur sehr langsam vorwärts, denn man ist die ganzen 50km bis zur Asphaltstraße im 1. oder 2. Gang unterwegs.

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Ab Rakops geht es dann nur noch auf Asphalt bis zu unserem heutigen Tagesziel.

Bei der Engen in Lethlakane tanken wir voll. Hier gibt es mal wieder ein typisch afrikanisches Erlebnis. Als ich mit VISA zahlen will, heißt es, der Kartenleser würde nicht funktionieren und ich soll beim ATM Bargeld ziehen. Als sich herausstellt, dass der ATM gerade außer Betrieb ist, ist der Kartenleser wie durch ein Wunder wieder betriebsbereit.

Um 16:00Uhr erreichen wir unser heutiges Ziel, das Khama Rhino Sanctuary. Das ist ein richtig schöner kleiner Park, den man auf keinen Fall unterschätzen sollte. Zwar ist man schnell rum, dafür gibt es aber Rhino-Garantie. Die Dickhäuter kann man hier gar nicht übersehen. Auf den beiden großen Pfannen haben wir mehr als ein Dutzend der Tiere gesehen.

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Aber auch ansonsten gibt es reichlich Tiere zu sehen, darunter auch ganz kleine.

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Die Campsites liegen im dichten Busch unter hohen Bäumen. Keine Aussicht, aber ansonsten sehr schön. Wenn man die versteckt liegenden Waschhäuser erst einmal gefunden hat, stellen sich diese auch als gut ausgestattet und gepflegt heraus.

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Nach der vielen Selbstverpflegung wollen wir uns heute mal verpflegen lassen und fahren deshalb ins 2km entfernte Restaurant zum Abendessen. Dort ist es leider nicht sehr gemütlich. Das Restaurant hat den Charme einer Großkantine. Das Essen ist aber OK.

Teil 5314. Nov. 2019

51.Tag (Sa. 09.02.2019)
Khama Rhino Sanctuary – Pilanesberg National Park
553km


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Die Reise neigt sich dem Ende zu. Da sind lange Fahrstrecken oftmals unvermeintlich. Trotzdem wollen wir jeden Tag auch noch etwas Schönes erleben. Aus diesem Grund ist unser heutiges Tagesziel der Pilanesberg National Park.

Vorher gilt es aber erst einmal Strecke machen und eine Grenze zu überqueren. Am Grenzübergang Martinsdrift geht es von Botswana nach Südafrika. Hier läuft alles sehr modern und effizient ab. Keine 15min. und wir haben die Grenze hinter uns. Es gibt nur eine einzige Kladde. In die müssen wir das Fahrzeug eintragen. Die Pässe werden elektronisch gescannt. Die übliche Zettelwirtschaft mit Daten zur Ein- und Ausreise gibt es hier nicht.

Um die Einhaltung der erlaubten Höchstgeschwindigkeit müssen wir uns bei unserem Trecker keine Sorgen machen. Der Wagen kommt selbst auf ebener gerader Strecke nicht über 120km/h.

Gleich hinter dem Grenzübergang übersehe ich aufgrund der kilometerlangen LKW-Schlange leider einen Abzweig und bemerke es erst etliche Kilometer später. Das kostet uns einen Umweg von ca. 50km über Gravel.

Trotzdem erreichen wir bereits um 15:00Uhr den Pilanesberg National Park. Wir checken kurz im Bakglata Restcamp ein und starten dann gleich zum Gamedrive. Der beginnt sehr schleppend Es dauert eine geschlagene halbe Stunde, bis wir die ersten Tiere sehen. Es wundert sicher niemenden, dass es sich dabei um eine Herde Impalas handelt.

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Danach zeigen sich dann immer mal wieder vereinzelt Tiere.

Auf einem Picknickplatz oberhalb des zentralen Staudamms machen wir Pause und stärken uns ein wenig. Seit dem Frühstück gab‘s nichts mehr zu essen.

Bei der Weiterfahrt stehen wir dann plötzlich im Stau. Dutzende Fahrzeuge vor uns und in der Gegenrichtung scheint es nicht besser zu sein. Was ist denn hier los? Nach einiger Wartezeit sind wir soweit vorgerückt, dass wir den Grund für den Stau erkennen können. Auf einem Felsen oberhalb der Piste liegt sehr dekorativ ein großer kampferprobter Leopardenkater und nimmt in aller Seelenruhe die Parade zu seinen Ehren ab.

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Der hat echt die Ruhe weg. Bis ich in guter Fotoposition bin, dauert es noch eine weitere Viertelstunde. Inzwischen regeln zwei Ranger den Verkehr und sorgen dafür, dass kein Fahrzeug zu lange vor Ort stehen bleibt. Gegenüber dem, was wir hier erleben sind die häufig kritisierten Fahrzeugmassen in Massai Mara, Serengeti und an der Chobe River Front ein Witz.

Danach passiert nicht mehr viel und wir genießen wieder für uns alleine die zauberhafte Landschaft des Nationalparks. Ringsum haben sich große Gewitterwolken aufgetürmt, aber über dem Nationalpark ist weiterhin blauer Himmel.

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Kurz vor Toresschluss sind wir wieder zurück im Restcamp. Das Campinggelände ist riesig und auch sehr gut besucht.
Da wir am letzten Abend noch einiges an Arbeit vor uns haben, wollen wir nicht auch noch kochen und entscheiden uns für den Besuch des Restaurants. Das hat leider den Charme einer Werkskantine, das Essen ist aber sehr lecker.

Danach ist packen angesagt. Wir haben das bis zum letztmöglichen Zeitpunkt herausgezögert, aber jetzt kommen wir nicht mehr drum herum.

Teil 5426. Nov. 2019

52.Tag (So. 10.02.2019)
Pilanesberg National Park – Johannesburg
222km


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In der Nacht geht mindestens 10 Mal die Autoalarmanlage unserer Campnachbarn los. Die haben den Camper-Mietwagen anscheinend erst gestern übernommen und beherrschen die Technik noch nicht. Kathrin schläft wie eine Tote und bekommt mal wieder von alldem nichts mit. Ich bin jedes Mal wach.

Der Himmel ist bedeckt. Kurz vor dem Aufstehen hat es sogar kurz geregnet. Kein schönes Fotolicht.

Auch wenn das heute unser letzte Tag ist, wollen wir noch einen finalen Gamedrive unternehmen. Zunächst sehr wir „nur“ Vögel, dafür aber jede Menge.

Ein Perlhuhn läuft bei unserem Erscheinen ausnahmsweise mal nicht panisch davon. Aus der Nähe betrachtet sind diese komischen Hühner ganz schön hässlich. Vielleicht laufen Sie deshalb meist davon, wenn man ihnen zu nahe kommt.

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An einen Stausee steht ein Hide zur Vogelbeobachtung und es gibt reichlich was zu sehen.

Auf dem Wasser ist eine Familie Nilgänse unterwegs.

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Im der Ufervegetation schwirren mir unbekannte Webervögel umher. Sie scheinen in der Balz zu sein, denn Sie plustern immer wieder die auffälligen gelben Bereiche im Gefieder auf. Dann fliegen jede Menge hübscher gelber Federbälle durch die Gegend.

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Ihre Nester haben diese Webervögel sehr sicher errichtet.

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Nachdem ich noch einen Graulärmvogel aus nächster Nähe ablichten konnte, fahren wir zu einem hoch in den Bergen gelegenen Aussichtspunkt.

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Bei klarer Luft und blauem Himmel muss das hier oben ein Traum sein.

Abschließend kommen uns dann auch noch ein paar Vierbeiner vor die Linse. Im hohen Gras steht eine kleine Elefantenfamilie und etwas später steht eine Giraffe mit Baby neben dem Weg.

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Als krönenden Abschluss entdecken wir sogar noch ein Löwenrudel.

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Dann müssen wir uns losreißen und auf den Weg nach Johannesburg machen.

Kathrin nutzt die Zeit um unsere Sichtungsliste auszuwerten. Es ist kaum zu glauben, aber nach 7 Wochen in der Wildnis kommen wir zu einem glatten Unentschieden. Wir können aber ganz klar verschiedene Schwächen und Stärken ausmachen. Während ich sehr sensibel auf Bewegungen reagiere entdeckt Kathrin sehr gut getarnte und versteckte Tiere. Das ergänzt sich perfekt.
Wenn ich unserem kleinen Wettstreit allerdings berücksichtige, dass ich nebenbei auch noch den Wagen fahre, sehe ich mich ganz eindeutig als Gewinner. 😎

Um 16:00Uhr sind wir zurück bei Bushlore auf dem Hof. Die Rückgabe ist schnell erledigt. Wir müssen dann jedoch noch einige Zeit auf unseren Shuttle warten, da die Rückgeber vor uns Verspätung hatten und dadurch der Zeitplan bei den Shuttles durcheinander geraten ist. Zum Glück haben wir einen großen zeitliche Puffer eingeplant, so dass das für uns kein Problem darstellt.

Der Rückflug mit Swiss ist völlig unspektakulär und pünktlich. Um 9:00Uhr landen wir in Hannover und um 11:00Uhr sitze ich im Büro. Wären ich noch von Afrika träume, hat der Alltag bereits wieder begonnen.

Teil 5506. Dez. 2019

Fazit

Wenn eine Reise so gut gelaufen ist, ist es gar nicht so einfach ein Fazit zu schreiben.

Dauer:
Es war die bislang längste Reise, die wir je unternommen haben. Daran kann man sich schon gewöhnen. Unsere Erkenntnis daraus ist, dass wir zukünftig seltener und dafür länger nach Afrika reisen werden.

Fahrzeug:
Der LC Bushcamper war für uns das ideale Fahrzeug für die Tour. Die Ausstattung lässt keinerlei Wünsche offen. Ganz besonders hervorheben möchte ich den 2.Kühlschrank, den wir als Freezer genutzt haben und die Markise, die uns sowohl bei Regen, als auch bei Sonnenschein gute Dienste geleistet hat. Die Winch haben wir wieder nur für andere benötigt. Das Hubdach ist wesentlich bedienungsfreundlicher als ein Dachzelt. Allerdings muss man sich bei nur 120cm cm Breite schon gut verstehen, um eine entspannte Nacht zu haben. Mit seiner LKW-Technik steckt der LC auch das hohe Gewicht des Buschcamper-Aufbaus gut weg. Auch im schwersten Gelände war man mit dem Wagen immer Herr der Lage. Lediglich im Tiefsand war das Heck aufgrund der fehlenden Spacer etwas unruhig. Mit nur 130PS aus einem 4,2l Saugdiesel darf man leistungsmäßig nicht viel erwarten. Auch in dieser Hinsicht ist der LC ein LKW. Außer bei Dünen reicht die Leistung aber für jedes Gelände vollkommen aus. Mit dem sehr guten Fahrverhalten bei niedrigen Drehzahlen ist der Motor ideal für Gamedrives.
Leider hat uns die defekte Batteriesteuerung die Tour in den äußersten Nordwesten des Kaokovelds gekostet. Ob wir einfach nur Pech hatten, oder ob es sich um eine Schwachstelle des Fahrzeuges handelt, kann ich nicht sagen, denn es war das erste Mal, dass wir ein Fahrzeug mit 3-fach Batteriesystem hatten. Bei den bisherigen Doppelbatterien hatten wir jedenfalls nie Probleme.

Vermieter/Buchungsagentur:
Seit gut 10 Jahren mieten wir über Kwenda Europe bei Bushlore. Es gab wieder einmal nicht das Geringste zu beanstanden. Von den Schäden am Reifen, der Windschutzscheibe und dem Außenwasserhahn wurde uns lediglich der Reifen in Rechnung gestellt. Die Auslagen für die Batterie haben wir anstandslos ersetzt bekommen, obwohl der Beleg aus Thermopapier nicht mehr lesbar war.
Wir haben wieder viele Unterkünfte von Kwenda vorbuchen lassen. Hat wunderbar geklappt. Wir haben fast alle unsere Wunschunterkünfte bekommen.

Campsites:
Wir hatten viele sehr schöne Campsites. Ein Ranking würde mir da sehr schwer fallen. Hier nur ein paar ganz spontane Eingebungen zu dem Thema.
Die großen Restcamps im KTP gefallen mir überhaupt nicht. Staubig, kaum Schatten und keinerlei Privatsphäre.
Wildcampen macht mit dem Bushcamper noch mehr Spaß. Da muss man noch nicht einmal auf die Dusche verzichten.
Wir lieben Campsites auf denen uns Wildtiere besuchen.
Wir würden immer wieder die Campsites außerhalb von Etosha, den großen Restcamps im Park vorziehen.
Die häufig gescholtene NWR Campsite bei Sesriem hat uns wieder sehr gut gefallen.

Reisezeit:
Ende Dezember bis Anfang Februar war für uns die ideale Reisezeit. Würden wir immer wieder machen. Warum wir das so empfinden? Nach dem ersten Januarwochenende herrscht schlagartig absolute Nebensaison. Es ist stets angenehm warm, wobei ich sagen muss, dass wir mit großer Hitze gut klar kommen. Ist mir wesentlich lieber als Kälte. Es ist wesentlich angenehmer noch im Dunkeln mit T-Shirt und kurzer Hose seinen GT zu trinken, als morgens mit Handschuhen seinen heißen Kaffee zum auftauen nach der frostigen Nacht zu schlürfen. Das Land ist in weiten Bereichen frisch grün anstatt verbrannt und verdorrt. Der Himmel ist nicht jeden Tag langweilig wolkenlos blau, sondern bietet immer wieder spektakuläre Wolkenstimmungen und Sonnenuntergänge.

Rhythmus:
Hier im Forum wird ja meistens empfohlen, an jedem Ort mindestens 2 Nächte zu verbringen. Als Lodgehopper ist das sicherlich eine gute Sache, aber es entspricht nicht unserem Rhythmus. Als Camper muss man sowieso jeden Tag alles zusammenräumen. Wenn man dann nicht den ganzen Tag in der Umgebung der Campsite verbringt, gibt es für mich keinen Grund nicht noch ein bisschen weiter zu fahren. Jeden Tag eine Kombination aus kurzer Etappe und Aktivitäten ist für uns ideal.

Nationalparks:
Mit Etosha und KTP werde ich einfach nicht warm. Ich bin jetzt mal in mich gegangen um zu analysieren, woran das liegt. An den Sichtungen kann es nicht liegen, denn die waren auch in diesen Parks super. Ich denke es liegt daran, dass ich mich in diesen Parks zu eingeschränkt fühle. Man darf das Auto nicht verlassen und es gibt auch keine kleinen Nebenwege zu erkunden. Da fehlt mir als Mensch und Autofahrer die Bewegungsfreiheit. Tiere sehen allein ist halt nicht alles. Dafür war ich einfach schon zu oft in Afrika.

Sichtungen:
Herausragend waren diesmal die Leopardensichtungen. Noch nie haben wir im südlichen Afrika so viele Leoparden gesehen. Auch ansonsten können wir uns nicht beschweren. Höchstens, dass es mit Pangolin und Erdwolf wieder nicht geklappt hat. Dafür haben wir erstmals Eulen selbst entdeckt. Häufig wird von der grünen Jahreszeit aufgrund angeblich schlechterer Tierbeobachtung abgeraten. Kann ich nicht nachvollziehen. Wir hatten zumindest nie den Eindruck etwas zu verpassen. Häufig ist für mich das Suchen und Entdecken auch spannender als das Beobachten. Deshalb bin ich auch lieber auf eigene Faust unterwegs, als mit einem Guide.

Begegnungen:
Auf dieser Reise hatten wir sehr schöne Begegnungen mit anderen Reisenden. Besonders zwischen Kasane und Maun waren wir eine klasse Gruppe. Ich bin jedes Mal erneut erstaunt, wenn mich andere Menschen bereits aus dem Forum kennen. Wenn man so abgeschieden und allein unterwegs ist, ist eine Lagerfeuerrunde mit anderen Reisenden immer wieder eine schöne Abwechslung.

Würden wir bei der nächsten Reise im südlichen Afrika etwas anders machen – auf gar keinen Fall.

Ideen für die nächste Reise durch das südliche Afrika gibt es reichlich. Ich will beim nächsten Mal noch einmal die Namib durchqueren und die verpasste Fahrt durch das Hartmannstal bis zu den Dünen am Kunene nachholen

Turnusgemäß ist vorher aber erst einmal wieder Ostafrika angesagt. Ende Dezember 2020 wir es für 6 Wochen nach Kenia gehen.

7 Wochen in der Regenzeit !? (Nam/BOT 2018/2019) von Topobär

Quelle: www.namibia-forum.ch/forum/thema/297135-7-wochen-in-der-regenzeit-nam-bot-2018-2019

Stand: letzter Berichtsteil vom 06. Dez. 2019

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