Reisebericht

Die Eulenmuckels auf der Nordschleife

von Eulenmuckel · begonnen 03. Dez. 2018 · 67 Teile

Teil 2130. Dez. 2018
Gegen Mittag aßen wir Brote mit Leberwurst oder Fleischwurst und machten dazu einen Rote-Beete-Salat.
Am Nachmittag wurden wir dann doch etwas kribbelig ob des vielen Nichtstuns und fuhren alleine eine kleine Runde um die Halbinsel, während Karin und Peter das Camp hüteten. Wir wollten ein wenig die nähere Umgebung erkunden, und Ruth sammelte ein wenig Fahrpraxis. Außer ein paar Vögeln, Impalas, einer kleinen Elefantenherde und zwei Krokodilen sahen wir jedoch gut zweieinhalb Stunden lang keine Tiere. Ob es nun daran lag, dass es tatsächlich so wenig zu entdecken gab oder wir einfach nur zu blind waren, können wir nicht so genau sagen. Trotzdem kamen wir zu dem Schluss, dass die Aufgabenverteilung „Uwe fährt, Ruth entdeckt die Tiere“ wohl doch die bessere ist.

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Weißscheitelkiebitz

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Rechtzeitig zum Sonnenuntergang waren wir wieder zurück im Camp.

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Wie gestern schon faszinierte uns das Farbenspiel über dem See. Heute zogen noch ein paar Wölkchen über den Himmel und färbten sich mit diesem orange und rot. Es war wirklich grandios, und die Kameras klickten sich heiß.

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von Karin:
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Da wir heute viel Zeit hatten, gab es ein etwas aufwändigeres Abendessen. Wir kochten Butternut-Kürbisse vor und füllten sie mit einer Mischung aus Feta, Zwiebeln, getrockneten Tomaten und Kräutern. In Alufolie legten wir sie noch etwas in die Glut. Dazu grillten wir Oryx-Filet und Folienkartoffeln. Zu einem gemischten Salat gab es noch einen Dipp aus Sauerrahm und Schnittlauch. Es war ein unglaublich leckeres Essen. Dazu kamen das Abendlicht, die Einsamkeit und Exklusivität des Campingplatzes auf der Landzunge – besser als jedes Fünf-Gänge-Sterne-Menü.

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Im Dunkeln rief eine African Scops-Owl, ein Flughund fiepte, Hippos grunzten, und die Kiebitze zeterten von Zeit zu Zeit. Wir kletterten nicht allzu spät ins Zelt, da wir morgen bereits wieder eine sehr lange Etappe bis Kariba zu fahren haben. In der Toilettenschüssel saß ein kleiner Frosch, den Ruth noch beherzt rettete.

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Kilometer: 11
Teil 2201. Jan. 2019
Tag 12 – 25. Juli 2018 – Eine lange Fahrt

Tashinga Camp, Matusadona – Lomagundi Campsite, Kariba

Heute stand uns die vermutlich längste Fahretappe bevor, nicht hinsichtlich der Entfernung, sondern die Fahrzeit betreffend. Daher packten wir schon mit Sonnenaufgang unseren Krempel und waren um kurz vor sieben Uhr startklar.

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Die freundlichen Camp-Assistants schauten kurz vorbei, um sich zu verabschieden und uns eine gute Fahrt zu wünschen. Wir warfen noch einen letzten Blick zurück auf den Karibasee, dann rumpelten wir los.

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Auf den ersten Metern sahen wir Impalas, Frankoline, Elefanten und viele Tauben.

Bronzefleckentaube (Farblich passt der englische Name „Emerald-spotted Wood Dove“ viel besser.)

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Es ging dieselbe Pad zurück wie auf dem Hinweg. Zunächst kamen wir also noch ganz gut voran, dann wurde es durch Furten in mehr oder weniger trockenen Flussbetten immer holpriger und mühsamer.

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von Karin:
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ebenfalls von Karin:
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Über teils loses Geröll, größere Steinbrocken und ausgewaschene Hänge kletterten wir mit unserem Auto hügelauf und -ab. Ständige Begleiter waren auch heute Schwärme von Tsetses, die es sich auf unserem Auto gemütlich gemacht hatten und auf eine günstige Gelegenheit lauerten, ins Innere zu gelangen.

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An der Schranke am Ranger-Posten öffneten wir das Fenster nur einen Spalt, um das Registrierungsheft entgegenzunehmen und uns auszutragen. Trotzdem genügte dieser kleine Schlitz ein paar Fliegen, um ins Wageninnere zu gelangen. Ruth musste wieder mit der Fliegenklatsche Jagd machen, und am Ende lagen vier tote Tsetses mehr im Auto.
Wir zogen es daher vor, in Waldgebieten unser Fenster geschlossen zu halten und nur noch durch die Scheibe zu fotografieren.

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Die Strecke war zwar anspruchsvoll, aber nicht so schlimm, wie wir bei unserer Planung angenommen hatten. Da wir sie nun ja von vorgestern noch kannten, hatte sie ihren Schrecken verloren und fuhr sich bedeutend leichter. Die Zeit verging wie im Flug, obwohl wir fast vier Stunden für die Rückfahrt durch den dichten Wald benötigten.

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von Karin:
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Die Stelle, die vor zwei Tagen noch in Flammen gestanden hatte, brannte nun nicht mehr. Lediglich ein paar verkohlte Baumstämme lagen herum, und hier und da stieg noch eine dünne Rauchsäule in die Luft. Im Nachhinein waren wir froh, dass wir uns vom Feuer nicht hatten abschrecken lassen.
Wir zählten die Furten und Brücken bis zur Parkgrenze und kamen auf knapp 60. Bei besonders steilen Auffahrten bemühten wir wieder die Untersetzung. Uwe schaffte es tatsächlich, den Landcruiser im zweiten Gang der Untersetzung beim Bergauffahren abzuwürgen.

von Karin:
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Zurück auf der Hauptstraße kamen wir deutlich schneller vorwärts. Wir passierten zahlreiche Dörfer.

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An einem Schlagbaum hielten wir an und erlebten mal wieder die Tsetse-Fliegenkontrolle. Der nette Herr lief mit Spray und Schmetterlingsnetz um das Auto, um festzustellen, dass keine Fliegen mehr außen am Wagen saßen. Dieses Schauspiel ist immer wieder grandios.

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von Karin:
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Obwohl die Fahretappe heute lang war, genossen wir die Fahrt sehr. Es ging längst nicht nur darum, von einem Punkt zum nächsten zu gelangen, sondern möglichst viele Eindrücke in sich aufzunehmen. Überall gab es etwas zu entdecken. Auch heute waren wieder viele Menschen unterwegs, die uns ausnahmslos fröhlich und aufgeschlossen begegneten.

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Teilweise war die Straße recht schmal, und besonders in den Kurven, wenn die mit Baumwollballen vollgepackten LKW aneinander vorbeifuhren, blieb ein Teil der Ladung in den Ästen der Büsche hängen.

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Teil 2301. Jan. 2019
Wir überquerten den Sanyanti River, betrachteten die verschiedenen, bunt bemalten Shops am Wegesrand und erkundigten uns in der Nähe des Abzweigs bei einem LKW-Fahrer nach dem Weg, der unmittelbar am Kariba-See entlang nach Kariba führen sollte. Dieser bestätigte den Hinweis eines Mitarbeiters im Matusadona, dass entlang der Strecke eine Brücke weggespült worden und die direkte Straße gesperrt sei.

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Also nahmen wir den Umweg über Karoi. Das waren zwar 100 Kilometer mehr, jedoch konnten wir das längste Stück auf Teer fahren. Als unverhofft schon einige Kilometer früher als erwartet der Asphalt begann, seufzten wir erleichtert auf.

Diese Familie hat ihre eigene Bushaltestelle.

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Überall entlang der Strecke waren an Bäumen, Brückengeländern, Zäunen, Mäuerchen oder an Autos Plakate für die bevorstehenden Wahlen angebracht.

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Wir staunten nicht schlecht, welch Massen an Getränken, Päckchen, Taschen, Kanistern, Holz, Säcken, Eimern, Möbeln und Gedöns in wildem Chaos auf den Dächern und Ladeflächen von Fahrzeugen Platz fanden.

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Weitere Momentaufnahmen von unterwegs:

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Hinter Karoi hielten wir am Straßenrand und machten eine kleine Pause. Ruth schmierte Nutellabrote.

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Die A1 wand sich in langgezogenen Links- und Rechtskurven bergauf und -ab. Es war nicht viel Verkehr, trotzdem mussten wir auf Grund der Unübersichtlichkeit der Strecke immer wieder längere Zeit hinter einigen sehr langsamen LKWs herzuckeln, ehe wir uns trauten, sie zu überholen.

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Andere waren da weniger zimperlich. Manches Mal fragten wir uns, wie man bergauf, noch dazu in einer Kurve, ein solches Risiko eingehen konnte, denn die Straße war alles andere als breit und meist an einer Seite ohne Leitplanke, dafür aber mit steil abfallendem Hang. Karin und Peter fuhren vor uns, als es dann auch fast passierte. Ein entgegenkommender LKW überholte bergauf einen anderen Laster und fuhr dabei vollständig auf unserer Spur um die Kurve. Wir hatten keine große Wahl, denn der Laster konnte nicht zurück auf seine Spur, ohne den anderen von der Straße zu drängen. Während der LKW auf unserer Spur immer größer und größer wurde, konnte Peter gerade noch bremsen und auf den Seitenstreifen ausweichen. Uwe musste ebenfalls stark abbremsen, und Ruth hatte eh schon längst die Augen geschlossen, da sie sich nicht sicher war, ob das noch reichen würde. Wir schickten drei dicke Dankeschöns an unsere Schutzengel und fuhren ein wenig zittrig, aber umso aufmerksamer weiter. Puh, das war knapp! Nicht auszudenken, was alles hätte passieren können. Später überholte ein Bus in einer ähnlich unübersichtlichen Situation einen LKW – wir schüttelten die Köpfe über so viel Leichtsinn, einfach lebensgefährlich.
Die Strecke bis Kariba war landschaftlich sehr schön. Immer wieder boten sich tolle Ausblicke über die grüne Landschaft und die Berge.

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In Kariba fuhren wir zur Lomagundi-Campsite. Dort waren wir die einzigen Camper und stellten die Autos unter hohen Bäumen ab. Dann gingen wir zur Bar und bestellten Burger und tranken etwas, denn auf Kochen hatten wir heute keine Lust mehr. Auf dem Rückweg zu unserem Zelt und vor dem Toilettenhäuschen begegnete uns dann noch ein Hippo. Die Warnschilder auf der Campsite waren also durchaus berechtigt. Um halb neun waren wir bereits völlig erschöpft im Zelt.

Kilometer: 386
Teil 2403. Jan. 2019
Tag 13 – 26. Juli 2018 – Sichtungsglück

Lomagundi Campsite, Kariba – Nyamepi Camp, Mana Pools

Heute Morgen hatten wir es nicht eilig. Aber nach neun Stunden im Zelt waren wir ausgeschlafen und standen um sechs Uhr auf.

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Der Nachteil, wenn man unter hohen Bäumen steht, ist, dass es passieren kann, dass nachts Flughunde in den Ästen hängen und ununterbrochen wie ein rostiges Windrad fiepsen. Der Vorteil ist, dass es ebenfalls passieren kann, dass in Astgabeln morgens Bushbabies sitzen und vor sich hindösen. Ruth entdeckte eines, als sie zum Wasserhahn lief und ein Hörnchen rasch an einem Baumstamm emporkletterte. Dieses weckte den kleinen Galago auf, der sich über den ungebetenen Gast jammernd beschwerte.

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Seine Empörung hielt aber nicht allzu lange an, und so nickte er schon bald wieder ein.

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Wir duschten mit reichlich warmem Wasser und packten zusammen. Peter entdeckte einen Schlauch, mit dem wir unsere Wassertanks auffüllen konnten. Dann pirschten wir noch ein wenig über das Gelände und fotografierten ein paar Vögel.

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Grünrücken-Camaroptera

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Mahaliweber beim Nestbau

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Maskenpirol

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Rotschnabeldrossel

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Peter bezahlte die Campinggebühr, und wir machten uns auf den Weg ins Zentrum von Kariba, allerdings nicht bevor wir noch einmal bei unserem Bushbaby vorbeigeschaut hatten. Besonders Ruth kann von den kleinen Kerlchen mit den durchscheinenden Flatterohren, den niedlichen Fingern und den großen Glubschaugen gar nicht genug bekommen.

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von Karin:
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Zufahrt zum Karibasee

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Es war auffällig, wie viele teure Jachten und Boote rund um den See vertäut lagen.

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Fast alle Straßen im Ort Kariba führen entweder bergauf oder bergab. Bei der ersten Total-Tankstelle gab es leider keinen Diesel. Bei der zweiten Tankstelle standen lediglich Fässer herum, und wir entdeckten die Zapfsäulen erst, nachdem wir uns erkundigt hatten, hinter dem Gebäude. Nach 100 Litern war der Tank in unserem Landcruiser bereits voll. Nach über 800 gefahrenen Kilometern konnte das aber eigentlich nicht sein, zumal wir dann noch weniger verbraucht hätten als Karin und Peter mit dem Hilux. Aber auch nach einigem Warten sank der Treibstoff-Pegel nicht mehr ab.

Bandfink

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von Karin:
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Der zweite Programmpunkt in Kariba war der Einkauf im Supermarkt. Über die Tracks4Africa-Karte im GPS hatten wir uns den Crispy Fresh Supermarket herausgesucht. Auf den ersten Blick war er gar nicht als solcher zu erkennen, bestenfalls sah er wie ein Lager aus, bei dem man frisches Gemüse abholen kann.

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Dann entdeckten wir kleine Einkaufswagen und einen Eingang.

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Dahinter befand sich ein Ladenlokal, das zu unserer Überraschung wirklich sehr gut sortiert war.

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Wir fanden fast alles, was auf unserer Einkaufsliste notiert war: Milch, Brot und Wasser – und auch noch ein bisschen mehr wie Butter, Käse, Brötchen, Boerewors, Chips, Kekse, Paprika und eine Gurke. Was uns erst gar nicht auffiel, waren die fehlenden Preisschilder, allerdings rechneten wir schon damit, dass die Preise in Zimbabwe etwas höher sind. Trotzdem verschlug es uns an der Kasse fast die Sprache. Für unseren Einkauf bezahlten wir etwas mehr als 100 US-Dollar.

von Karin:
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Bei etwas genauerem Hinsehen auf den Einkaufszettel waren die Goldbarren schnell entdeckt:

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Der teuerste Posten war das Pfund Butter, das umgerechnet auf 12 Euro kam. Das war der wohl teuerste Körbchen-Einkauf unseres Lebens. Wir beschlossen, ihn unter Lehrgeld zu verzeichnen, die Butter ab sofort besonders zu würdigen und uns nicht weiter zu ärgern. Trotzdem stellten wir uns die Frage, welchen Leuten es wohl möglich wäre, in diesem Supermarkt ihre Einkäufe zu erledigen. Wahrscheinlich kauften hier nur dumme Touristen, Lodge- und Jachtbesitzer. Auf jeden Fall wurden die Türen nach Karin und Peter, denen es nicht viel besser als uns ergangen war, direkt geschlossen und der Laden fürs erste dicht gemacht.
In der Hoffnung, dass sich die Luft in unserem Dieseltank mittlerweile ihren Weg nach oben gesucht hatte, fuhren wir eine weitere Tankstelle bei einem Jacht-Hafen an. Dort liegen teilweise riesige und sicherlich wertvolle Schiffe vor Anker. Trotz aller Bemühungen passten wieder nur zwei Liter in den Tank, und wir entschieden, dass die komplette Menge nun ausreichend sei.

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Dann beeilten wir uns, die Stadt zu verlassen. Vorbei an Schulkindern in Uniformen, ein paar Zebras und kleinen, gepflegten Häusern mit Gärten, in denen bunte Wäsche an der Leine flatterte, ging es zurück auf die Hauptstraße bis Makuti.

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Dort bogen wir auf die A1 Richtung Norden. Sofort nahm der LKW-Verkehr zu.

von Karin:
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Die Straße führte das Zambesi-Escarpment hinab, und dort standen viele Warnschilder, die Lastwagenfahrer zu langsamem Bergabfahren ermahnten. Dies geschieht auch zu Recht, denn überall am Straßenrand und in der Böschung lagen die Überreste zerbeulter Fahrzeuge, und an einer Stelle stand noch ein recht aktueller Unfallwagen. Das Führerhaus war fast vollständig eingedrückt.

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Beim Wildlife-Büro meldeten wir uns für Mana Pools an und machten eine kurze Pause.

von Karin:
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Vor dem Haus flatterten ein paar interessante Schmetterlinge, so dass unser Stopp ein wenig länger dauerte.

Citrus Swallowtail (Danke an Matthias)

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Während der Fahrt fiel uns ein, dass wir in Kariba vergessen hatten, die Staumauer zu besichtigen und ärgerten uns ein bisschen über unsere schlechte Reiseplanung.
Teil 2503. Jan. 2019
Nach ein paar Kilometern bogen wir rechts auf die Zufahrt zum Nationalpark ein. Wieder zeigten wir an einer Schranke unser Permit vor.

von Karin:
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Die Schotterstraße war entgegen der letzten Berichte aus dem Forum sehr gut zu fahren. Wir kamen an vielen eindrucksvollen Baobabs vorbei.

von Karin:
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Ein paar Tsetse-Fliegen attackierten den Wagen. Nach gut dreißig Kilometern folgte die nächste Schranke, bei der wir uns auswiesen.

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Die letzten Kilometer legten wir auf einer guten Sandpiste zurück und erreichten am Nachmittag das Nyamepi-Camp. Wir checkten ein und kauften Feuerholz für die drei Tage.
Unser Stellplatz Nummer 11 lag direkt am Sambesi. Wir setzten uns in den Schatten und machten Pause. Peter kochte leckeren Kaffee mit aufgeschäumter Milch, und wir aßen Brote mit Käse, Salami und Schinken.

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Es war herrlich entspannend bis auf die Meerkatzen, die unseren Platz belagerten und jede unserer Bewegungen beobachteten. Am Auto ließen wir kein Fenster und keine Tür offen und den Tisch nicht aus den Augen. Ein paar Mal schepperte es bei unseren Nachbarn, die einen Topf mit gekochten Pellkartoffeln und andere Vorräte wohl nicht besonders gut im Blick hatten. Triumphierend tobte die Affenhorde nach und nach mit zwei großen Kartoffeln, einer Avokado und einer Tüte Chips über den Platz. Wir konnten uns noch gut daran erinnern, wie wir in unserem ersten Botswanaurlaub am North Gate eine Tüte Brot nicht ganz freiwillig verschenkt hatten. Zuerst hatten wir Mitleid, wunderten uns dann aber doch, dass unsere Nachbarn ihre Vorräte nicht irgendwann einmal in Sicherheit brachten.

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Auch hier gab es im Duschhäuschen ein paar von Ruths kleinen Freunden.

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Von einem der Nachbarstellplätze kam eine allein reisende Frau in einem alten Landcruiser zu uns gefahren. Das in Tansania zugelassene, orange Auto mit Zebra-Muster hatte sichtlich schon viele Abenteuer erlebt. Die aus Deutschland stammende Lilli unterhielt sich ein wenig mit uns. Sie ist seit ca. 2001 in Afrika unterwegs. Wir sprachen nicht lange, aber die Geschichten, die sie erzählte, klangen unheimlich interessant.

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Gegen 16.30 Uhr machten wir noch einen kleinen Gamedrive. Zunächst standen wir weiter östlich am Sambesi und beobachteten Bienenfresser und andere Vögel, Hippos und Wasserböcke.

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Swainsonfrankolin

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Dann nahmen wir uns vor, noch etwas Besonderes zu entdecken. Unsere erste Idee waren ein paar Elands.

Na ja, fast!

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Doch wenige Minuten später sahen wir sie auch schon.

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Das hatte ja gut geklappt. Aber etwas fehlte noch. Ein paar Wildhunde wie bei unserem letzten Besuch wären Recht. Wieder funktionierte die Wunscherfüllung nicht auf Anhieb.

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Wir fuhren um die nächste Kurve, und was lief da in einiger Entfernung über die Grasfläche? Das herbeigerufene Rudel. Fünf Hunde waren sehr zielstrebig in unsere Richtung unterwegs.

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Dabei kamen sie zu nah an einer kleinen Herde Elefanten vorbei.

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Denen gefiel das überhaupt nicht, da sie ein Jungtier dabei hatten, und so gingen die Dickhäuter aufgebracht auf die Hunde los. Sie trompeteten und rannten wütend hinter ihnen her.

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Staub wirbelte auf, und wir versuchten, das Geschehen mit dem Auto und diversen Kameras zu verfolgen. Die Hunde rannten weiter, und die Elefanten beruhigten sich wieder. Wir versuchten, den Hunden auf den vorhandenen Wegen auf den Fersen zu bleiben, aber bald schon drehten sie ab und verschwanden abseits der Piste.

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Beim Park-Office holten wir ein Bündel Feuerholz und fuhren zum Stellplatz. Kurz darauf trafen auch Peter und Karin ein. Wir machten Feuer, und da wir nach dem späten Picknick kaum Hunger hatten, aßen wir lediglich Brote mit Avocado, Käse und Zwiebeln, und von Karin gab es zum Nachtisch eine Schale Guaven mit Amarula. Der Vollmond schien, und ein paar Hyänen liefen an unserem Camp vorbei. Sie kamen mehrfach und mit der Zeit auch immer näher, behielten uns aber genauso respektvoll im Auge wie wir sie. Über unseren Köpfen flatterte im Vollmondlicht eine Fledermaus, und über dem Boden flogen Glühwürmchen, die – im Gegensatz zu denen, die wir von zu Hause kennen – nicht kontinuierlich leuchteten, sondern blinkten. Im Licht unserer Stirnlampe reflektierten die Augen von winzigen und gar nicht mal so winzigen Spinnen wie Glassplitter.

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Ab und an brüllte ein Löwe von Osten, die Hyänen riefen, Hippos grunzten – eine perfekte Geräuschkulisse um einzuschlafen.

Kilometer: 208
Teil 2605. Jan. 2019
Tag 14 – 27. Juli 2018 – Birding-Tag

Nyamepi Camp, Mana Pools

Hatten wir geschrieben, dass das Grunzen der Hippos die perfekte Geräuschkulisse zum Einschlafen war? Unsere Einstellung änderte sich im Laufe der Nacht, denn die Hippos sowie die Hyänen veranstalteten ein solches Spektakel, dass wir immer wieder aufwachten. Es wurde geschnauft, geprustet, im Wasser herumgetollt, gekichert, geheult und über den Platz getobt. Wir standen kurz vor sechs Uhr auf und packten schnell zusammen, damit wir im ersten Tageslicht aufbrechen konnten.

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Mit Peter und Karin fuhren wir hintereinander Richtung Südosten.

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Dann verloren wir uns irgendwann aus den Augen, was jedoch nicht weiter schlimm war, da die beiden ähnlich entspannt waren wie wir: Man kann, muss aber nicht hintereinander fahren, völlig egal, wer vorneweg, wer hinterher fährt. Außerdem kann man sich auch bei weniger spektakulären Sichtungen oder Vögeln etwas mehr Zeit lassen, ohne sich gedrängt zu fühlen, und man muss nicht darauf achten, dass die Insassen im folgenden Auto auch noch etwas sehen können. Wir schlichen also den ganzen Vormittag lang mehr oder weniger ziellos durch die Gegend. Dabei entdeckten wir Impalas, Zebras, viele Paviane, ein paar Elands und viele, viele Vögel.

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Stelzenläufer

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Senegalamarant

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Braunkopfliest

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Kronentoko

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Kaptäubchen

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Meves-Glanzstar

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Brillenwürger

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Besonders freuten wir uns über einen großen Schwarm Lilian Lovebirds. Diese hübschen, grün-bunten Papageien saßen in Grüppchen auf dem Boden oder flogen krächzend zusammen von Baumwipfel zu Baumwipfel. Uwe pirschte sich ganz langsam etwas näher.

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Am späten Vormittag kehrten wir ins Camp zurück und machten eine lange Pause. Wir kochten Nudeln mit einer Tomatensoße mit Bohnen. Dann duschten wir und saßen in der Sonne. Das Auto stellten wir in den Schatten. Uwe sicherte Fotos und lud Akkus auf. Es wurde gespült, gekramt und geplant.

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Teil 2705. Jan. 2019
Kurz nach 14.00 Uhr brachen wir wieder auf. Diesmal fuhren wir nach Westen entlang des Sambesi. Auch bei unserer Nachmittagstour sahen wir keine besonderen Säugetiere. Mit den Vögeln hatten wir erneut mehr Glück. Ein paar Erstsichtungen konnten wir verzeichnen, darunter einen Paradiesschnäpper.

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Am Flussufer saßen Bienenfresser, Hippos und Krokodile lagen im Wasser.

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Die untere Kante der Baumkrone wird von den Antilopen ordentlich und gleichmäßig gestutzt.

Einige Elefanten kreuzten zwischen uns und einem entgegenkommenden offenen Safari-Fahrzeug die Straße.

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Während die größeren Tiere völlig unbeeindruckt ruhig davonzogen, entschied sich ein kleiner Elefant anders und kehrte noch einmal um. Mit aufgestellten Ohren lief er schnurstracks auf das Auto zu und kam sich mächtig mutig vor. Dann wusste er aber auch nicht weiter und stand einen Augenblick unschlüssig unmittelbar vor dem Fahrzeug. In diesem Moment hätten wir auch gerne im anderen Auto gesessen.

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Auf dem Rückweg hielten wir längere Zeit an einem Tümpel, auf dem Witwenenten, verschiedene Reiher und Nilgänse zwischen den Wasserpflanzen saßen.

Schwarzkopfreiher

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Witwenente

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Schwarzohrpirol

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Braunkopfliest

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Wir mögen die einmalige Landschaft in Mana Pools mit den vielen hohen Bäumen und ihren ineinander verschachtelten Ästen, den Termitenhügeln und kleinen Tümpeln, besonders im späten Nachmittagslicht.

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Nahe dem Camp kamen wir noch an einer kleinen Elefantenherde vorbei, und ein großer, einzelner Bulle reckte sich nach den obersten Zweigen in einem Baum. Die Elefanten, die sich auf die Hinterbeine stellen können, sind mittlerweile mit einem Sender ausgestattet, um besser gefunden zu werden. Dieser hier kam aber anscheinend auch ohne ein solches Kunststück an ausreichend Nahrung.

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Zum Abendessen aß Ruth den Rest der Nudeln, und Uwe backte Brot. Beim Kneten bekam er eine leichte Panikattacke, denn die Stärke aus dem Kartoffelmehl war so pappig, dass seine Hände eins mit dem Teig wurden und er ewig brauchte, bis er sich wieder von dem klebrigen Zeug befreit hatte.

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Leider ließen wir das Brot dann auch noch ein bisschen zu lange im Potije, so dass es oben ein wenig verbrannte. Aber der Rest schmeckte gut, und wir aßen ein paar Scheiben mit selbstgemachtem Obazda.
Zwischendurch hörten wir einen Waldkauz rufen und liefen im Dunkeln zu dem Baum. Tatsächlich fand Ruth die Eule auf einem Ast.

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Lilli kam von ihrer Campsite herüber und machte uns auf die heutige Mondfinsternis aufmerksam. Und wirklich war vom Vollmond bereits ein großer Teil verdeckt. Wir beobachteten, wie der Mond nach und nach vollständig verschwand bzw. wie er sich rot färbte. Dabei wurde es zunehmend dunkler, und die Sterne kamen zum Vorschein. Das war ein ungewöhnliches Schauspiel. Sehr deutlich war auch der Mars am Nachthimmel zu sehen.

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Während wir spät unser Geschirr spülten, liefen wieder Hyänen durch das Camp. Ein Elefant stand in unmittelbarer Nähe unterhalb unseres Stellplatzes im Wasser. Eine Zibetkatze lief durch die Dunkelheit.
Als wir ins Zelt gingen, wunderten wir uns noch etwas über das Verhalten unseres Campnachbarn. Ganz alleine saß er mit Stirn- und Taschenlampe auf seinem Platz, um dann plötzlich aufzuspringen und den Hyänen hinterher zu laufen. Allerdings kam er nicht nach einigen Metern zurück, sondern folgte ihnen mehrere hundert Meter immer wieder quer über den ganzen Platz. Auch aus dem Zelt heraus beobachteten wir noch lange das Hin- und Hergefuchtel mit seiner Taschenlampe. Warum er das tat, wurde uns allerdings nicht klar.

Kilometer: 60
Teil 2807. Jan. 2019
Tag 15 – 28. Juli 2018 – Mana Pools

Nyamepi Camp, Mana Pools

Wieder klingelte der Wecker um halb sechs. Die ganze Nacht hatte uns Hippo-Gegrunze begleitet. Am Abend, als wir bereits im Zelt lagen, marschierten noch drei Elefanten an unseren Autos vorbei.
Wir kochten Wasser für Tee und Kaffee, packten schnell zusammen und fuhren um kurz nach sechs los. Heute wollten wir zum Long Pool. Zum Glück sind die Entfernungen im Park nicht so groß, und so kamen wir schnell nach Süden. Im Wald lag ein einzelner Büffel, sonst war es heute Morgen noch ruhig.

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Als wir auf der Ebene nach Osten fuhren, sahen wir von weitem bereits einige Löwen, die vom Wasser heraufkamen.

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In einigem Abstand folgten noch weitere Rudelmitglieder. So faul Löwen meistens sind, so aktiv waren diese. Schnurstracks marschierten sie an uns vorbei, und nur einer von ihnen ließ sich für einen kurzen Moment in der Sonne nieder.

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Wir versuchten zu erkennen, in welche Richtung die Löwen laufen würden. Karin und Peter waren knapp hinter uns. Wir wendeten und fuhren in einem Bogen um die Katzen herum und hatten Glück, dass sie nicht abdrehten, sondern konsequent ihre Richtung beibehielten.

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Leider taten sie uns nicht den Gefallen, sich in der Nähe der Straße niederzulassen, sondern querten bald unseren Weg und verschwanden hinter Büschen.

von Karin:

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Auf der Suche nach einem männlichen Rudel-Oberhaupt fuhren wir zunächst zum Long Pool, wo die Löwen vermutlich getrunken hatten. Hier war jedoch nichts zu entdecken.

von Karin:
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Dann versuchten wir unser Glück in der Richtung, in der die Löwen verschwunden waren. Wir nahmen den ersten Weg, der nicht viel mehr als eine etwas breitere Fahrspur war und mussten nach einem Kilometer umdrehen, weil er zu schlecht und zugewachsen war. Die Löwen blieben verschwunden, dafür zeigte sich aber eine einzelne Hyäne.

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Ein anderer Pfad führte in einer großen Schleife nach Süden und dann wieder auf die Main Road. Wir beschlossen, auch ohne weitere Löwensichtung diese Straße einzuschlagen. Auch heute entdeckten wir eine Schar Lilian’s Lovebirds und viele Mahaliweber.

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Ein paar Kilometer vor der Hauptstraße standen wir plötzlich in einem Private Camp. Wir wollten nicht stören und sofort wieder wenden, aber die Angestellten waren sehr nett und boten uns an, uns ein wenig umzusehen, da ihre Gäste unterwegs waren. Das Camp lag an einem kleinen See.

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Durch dichtestes Unterholz führte der Weg weiter. Oft standen die Bäume und Büsche so eng, dass wir uns nur ganz langsam hindurchschlängeln konnten. Schließlich erreichten wir die Hauptstraße und fuhren zügig Richtung Nyamepi.
Teil 2907. Jan. 2019
Nach einer weiteren kleinen Runde am Long Pool

Braunkopfliest

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Kronentoko

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Temminckrennvogel

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machten wir eine Mittagspause. Karin und Peter, die wir nach der Löwensichtung verloren hatten, waren ebenfalls schon im Camp und leisteten uns Gesellschaft. Wir aßen den Rest des gestern gebackenen Brotes mit Obazda und Rauchfleisch.

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Dann spülten wir, wuschen Wäsche und duschten.

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Wieder wurden wir bei allem, was wir taten, von Meerkatzen beobachtet.

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Eine Kerze, die wir am Feuer zurückgelassen hatten, fiel den flinken Dieben zum Opfer. Obwohl Ruth sich sehr bemühte, ihnen zunächst geduldig-pädagogisch und später mit Drohungen und „ihr werdet schon sehen, was ihr davon habt“ klar zu machen, dass sie nicht zu genießen sei, wussten es die Affen besser. Wachsspäne regneten aus dem Affenbaum auf Ruth herab, die die Sauerei schimpfend wieder aufsammelte, bevor die Meerkatzen ihr die Überreste der Kerze vor die Füße warfen. Hoffentlich hat da niemand Bauchschmerzen bekommen!

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Bevor wir zur Nachmittagsrunde aufbrachen, machten wir Pfannkuchen. Die beiden Kuchen, die wir mit Karin und Peter teilten, waren sehr mächtig. Durch das verwendete Self-raising-Mehl gingen sie nochmal auf.

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Zum Nachmittag fuhren wir an verschiedene Pools, beobachteten Vögel und sahen ein paar Antilopen.

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Hippos ruhten faul am Ufer, entschlossen sich aber nach einiger Zeit, sich im Wasser abzukühlen.

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Unterwegs trafen wir auf große Horden Paviane. Selten suchten sie friedlich nebeneinander nach Futter, sondern gönnten sich gegenseitig nicht das kleinste Bisschen. Es wurde gezankt und gezetert. Ständig jagte einer den anderen, und ein wiederholtes Gekreische lag in der Luft. Dabei können sie doch so niedlich ausschauen.

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Am Chowe-Pool sahen wir einen Sattelstorch und ein paar Hippos im Salat.

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Gegen Ende der Runde stand wieder ein großer Elefant neben unserem Auto und fraß. Zwischenzeitlich ruhte er aber immer wieder gedankenverloren aus und ließ seinen Rüssel entspannt auf dem Boden liegen.

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Rechtzeitig zum Sonnenuntergang waren wir wieder im Camp.

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Nicht, dass wir heute schon genug gegessen hätten. Zum Abendessen machten wir Pizza, und Karin backte Brot.

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Die Pizza gelang ausgezeichnet und schmeckte prima. Während wir aßen, vernahmen wir plötzlich ein lautes Schnaufen ganz in unserer Nähe. Als wir unseren Blick hoben, erkannten wir im Schein der Stirnlampen ein einzelnes Hippo nur ein paar Meter von unserem Tisch entfernt. Nun war es leider viel zu spät, um zu reagieren und hinter dem Auto in Deckung zu gehen. Es blieb nur, die Luft anzuhalten und darauf zu hoffen, dass wir das Nilpferd nicht durch unsere Lampen verärgert hatten. Zum Glück marschierte es völlig unbeeindruckt vorbei und verschwand bei den Ablutions in der Dunkelheit. Wir nahmen uns vor, etwas besser aufzupassen und besonders während des späteren Toilettenganges sorgfältig die Umgebung abzuleuchten.
So verging ein sehr schöner letzter Abend bei Mana Pools. Ab und an besuchten uns Hyänen, und abwechselnd brüllten zwei Löwen aus unterschiedlichen Entfernungen.
Als uns die Augen zufielen, machten wir uns fertig und gingen ins Zelt.

Kilometer: 77
Teil 3011. Jan. 2019
Tag 16 – 29. Juli 2018 – Welcome to Zambia!?

Nyamepi Camp, Mana Pools – Eureka-Camp, Lusaka

Unser letzter Morgen in Mana Pools begann wir die beiden vorherigen: Der Wecker war auf halb sechs gestellt, aber Ruth war schon vorher wach, weil irgendein Hippo Rabatz machte. Uwe setzte Wasser auf, wir besuchten das Ablutionhäuschen und klappten anschließend das Zelt ein. Mit Kaffee und Tee erfreuten wir uns ein letztes Mal am außergewöhnlich schönen Licht über dem Sambesi.

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Kurz nach sechs hatten wir alle Sachen verstaut und verabschiedeten uns von dem wirklich tollen Stellplatz Nummer 11.
Der erste Weg führte uns zum Long Pool, wo wir gestern Morgen die Löwen gesehen hatten. Aber bis auf einige Impalas war hier heute alles ruhig, es waren keine Katzen zu finden.

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Wir fuhren ein wenig ziellos durch die Gegend und waren ein bisschen wehmütig, da wir gerne noch zwei Tage verlängert hätten. Auch dieses Mal haben uns Landschaft und Tierwelt in Mana Pools wieder ausgesprochen gut gefallen.

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Helmperlhuhn

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Dann statteten wir dem Chowe-Pool noch einen Besuch ab. Ein großer Silberreiher stand unbeweglich im Grün und spähte nach Beute. Kopf und Hals bewegten sich in Zeitlupe nach vorne, um dann vorzuschnellen und zuzustechen. Leider blieb sein Jagdversuch erfolglos.

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Lilli mit dem orangen Zebra-Auto kam vorbei, und wir wechselten noch ein paar Worte, bevor wir uns auch von ihr verabschiedeten.

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Pünktlich um 8.00 Uhr fanden wir Karin und Peter am vereinbarten Treffpunkt und verließen den Park. Die beiden fuhren voran und waren ganz schön flott unterwegs, so dass wir uns sputen mussten mitzuhalten.

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Am ersten Tor nahmen sie noch einen Mann, der eine Mitfahrgelegenheit gesucht hatte, mit zur Hauptstraße. Nach einem kurzen Fotostopp neben einem großen Baobab hatten wir unsere Mitfahrer endgültig aus den Augen verloren.

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Hier ist das Vergleichsbild aus 2012:

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Das war jedoch nicht weiter schlimm, da sie am zweiten Tor auf uns warteten.

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Wir wechselten auch hier ein paar Worte mit einer ausgesprochen netten Rangerin, die fröhlich scherzend ihren Job machte und dabei gute Laune verbreitete. Ruth wollte sie schon für die Schule abwerben. Solche Leute kann man immer gut gebrauchen.
Auf der Hauptstraße bogen wir auf die Straße nach Mokuti ein, die das Sambesi Escarpement hinauf führte. Auch der nette Herr an der Tsetse-Fliegenkontrolle war bestens gelaunt und wünschte uns eine gute Fahrt.

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Bis Kariba kannten wir die kurvenreiche Strecke ja bereits.

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Die letzten Möglichkeiten, sich über das Prozedere für die morgen stattfindende Wahl zu informieren, fanden sich auch hier am Straßenrand:

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Teil 3111. Jan. 2019
Hinter der Stadt gelangten wir zum Staudamm, wo sich die Grenzgebäude befinden. Nicht nur Lilli hatte uns geraten, diesen Grenzübergang zu wählen, da dort deutlich weniger Betrieb herrsche und daher alles ein wenig zügiger ablaufen solle als in Chirundu. Nur vor einem etwas missmutigen Officer auf der sambischen Seite hatte sie uns gewarnt. Der Herr sei völlig spaßbefreit. Uns egal, wir wollten uns ja nicht mit ihm anfreunden. Außerdem konnten wir so doch noch einen Blick auf die große Staumauer werfen.

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Die Ausreise aus Simbabwe ging recht schnell vonstatten. Die Pässe wurden gestempelt und die Fahrzeugpapiere kontrolliert. Dann konnten wir bereits weiterfahren. Obwohl alles überschaubar war, wuselten auch hier viele Menschen durch die Gegend, die mehr oder weniger beschäftigt waren. Sie alle machten auf uns einen fröhlichen Eindruck. Einige Ladys, die vor sich hinsingend auf einem Begrenzungspoller saßen, ließen sich gerne von uns ablichten.

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Der mächtige Sambesi-Staudamm ist wirklich eindrucksvoll. Es gibt einen Parkplatz, von dem aus man zu Fuß über den Staudamm laufen kann.

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Außer uns waren noch einige Einheimische unterwegs. Wie wir machten sie Fotos von sich und stellten sich für Selfies in Pose. Ungewohnt für uns war, dass sie sich mit uns fotografieren wollten.

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Wir spazierten ein wenig über die Mauer und betrachteten beide Seiten der Anlage, dann setzten wir unseren Weg fort.

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Hier war noch alles gut.

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Auf der Sambia-Seite der Grenze waren wir die einzigen Besucher. Das Beantragen und Ausfüllen der Visa ging vergleichsweise schnell. Dann kamen die Autos an die Reihe. Nachdem der Beamte alle Dokumente durchgesehen hatte, wollte er die sog. Police Clearance sehen. So etwas hatten wir dummerweise nicht dabei. Bei der Fahrzeugübernahme bei Savanna hatte schon Unklarheit darüber bestanden, ob dieses Dokument notwendig sei. Uns war versichert worden, dass bei einem Mietfahrzeug keine Police Clearance notwendig sei. Darauf hatten wir uns verlassen. Nun bestand der wichtige Herr aber darauf. Doofe Situation für uns, denn der gute Mann erledigte anscheinend seinen Job recht gründlich. Was sollten wir also tun? Bestimmt wurden wir darauf verwiesen, im Land des Mietfahrzeugs bei der Polizei eine Bescheinigung zu besorgen und dann wieder zu kommen. Keine Option für uns, denn der Umweg wäre ein bisschen weit gewesen. Dann hätten wir Pech.
Der LOA von Savanna für die angegebenen Länder interessierte den Beamten kaum, ebenso wenig unsere Argumentation, dass wir die kommenden Tage im Kafue bereits gebucht und bezahlt hätten. Das wäre halt schlecht für uns.
Mit der Autovermietung wollte er nicht sprechen. Was blieb uns noch? War dies wohl der Beamte, von dem Lilli gesprochen hatte? Vielleicht wäre Anfreunden doch eine gute Alternative. Peter versuchte es auf seine Art: Er sei ebenfalls Polizist … Der Officer lächelte mitleidig und erklärt dann gelangweilt, dass er ihn dann ja erst recht verstehen müsste. So kamen wir also auch nicht weiter, Mist aber auch!
Uns wurde geraten, mit der Autovermietung zu sprechen. Was das genau bringen sollte, war uns nicht klar. Heute war Sonntag – unwahrscheinlich, dass man uns irgendetwas von der Polizei faxen könnte, noch dazu, wo das Auto gar nicht vor Ort war. Trotzdem telefonierte Peter mit Savanna und schilderte unser Problem. Man riet uns, die Angelegenheit mit Geld zu regeln. Na prima! Darin sind wir ja geübt.
Leicht überfordert mit der Situation kehrten wir verunsichert ins Büro zurück und erklärten so selbstbewusst wie möglich, dass uns empfohlen wurde, die fehlende Police Clearance hier zu kaufen. – Wie, das sei gar nicht möglich? Wir drehten uns im Kreis, kamen einfach nicht weiter, waren aber auch nicht bereit, deutlicher zu werden und einfach ein paar Dollar über den Tisch zu schieben. Wer weiß, was der furchteinflößende Mensch dann mit uns machen würde? Oder erwartete er genau das? Wir schwiegen uns ein bisschen an.
Nach einer gefühlten Ewigkeit, in der wir immer ratloser dreinschauten, waren wir dem Officer wahrscheinlich genug auf den Wecker gefallen (er uns aber mindestens ebenso) und konnten plötzlich – Überraschung – auch ohne die Police Clearance einreisen. AHA!?
Dann begann die Schnitzeljagd um das Grenzgebäude, um nacheinander die Straßengebühr, die Versicherung und die Carbon Tax zu bezahlen. Am Ende waren wir inkl. der Visa über 180 US-Dollar und weitere Nerven los. Dass es am Alternativgrenzübergang noch komplizierter geworden wäre, können wir uns kaum vorstellen.

von Karin:
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von Karin:
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Auf sambischer Seite waren viel mehr Personen unterwegs als in Zimbabwe. Das erste Stück bis zur T1 war noch recht ruhig. Kinder warfen sich fast vor das Auto, um Baobabfrüchte oder andere kleine Snacks zu verkaufen. Am Straßenrand waren oft Stände mit Obst oder Körben und Trommeln.

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Bei einer Schranke wurden wir erneut zur Kasse gebeten. Irgendeine Levy wurde entrichtet, und man zeigte uns stolz eine getötete Schlange, die wir unbedingt fotografieren sollten – nicht so ganz unser Ding.
Auf der T1 waren viele Autos und Lastwagen unterwegs. Die Straße wand sich wie bereits den gesamten Tag bergauf und bergab. Es gab viel buntes Afrika-Leben zu sehen.

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von Karin:
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In der Stadt Kafue hielten wir und suchten einen Geldautomaten. Im Choppies Supermarkt fanden wir ein Standgerät, das bereitwillig Kwachas für Peter und uns ausspuckte. Während die Männer bei den Autos blieben, kauften Karin und Ruth ein. Draußen beobachtete Uwe die Fahrzeuge und das Geschehen an der Kreuzung. Es war sehr interessant. Zwei Mädchen boten Kehrbesen und Erdnüsse an. Schließlich versuchten sie, uns ein paar Brocken ihrer Sprache beizubringen, was jedoch sehr schwer war. Unsere ersten Lautierungsversuche gingen in allgemeiner Heiterkeit unter. Schließlich ließ sich Ruth die beiden Wörter notieren. Dann klappte es besser.

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Der Einkauf verschlang mehr Zeit als geplant, und so fuhren wir erst mit Sonnenuntergang weiter. Die letzten Kilometer bis Lusaka gerieten wir in die Dunkelheit, fanden das Eureka-Camp aber ohne Probleme. Wir checkten auf dem Campingplatz ein und gingen zur Bar hinüber. Einige junge Leute spielten Billard. Es war sehr trubelig, und die Musik war laut. Das störte uns aber nur wenig, obwohl es nach den Tagen im Park eine ganz schöne Umstellung für uns war. Wir bestellten Burger mit Pommes und meldeten uns per Handy zu Hause.
Zurück am Auto krochen wir ins Zelt und hörten beim Einschlafen den Gesang eines Nightjars.

Kilometer: 368
Teil 3220. Jan. 2019
Tag 17 – 30. Juli 2018 – Lusaka, eine spannende Stadt

Eureka-Camp, Lusaka – McBride’s Camp, Nord-Kafue

Heute Morgen war es angenehm ruhig im Eureka-Camp. Die Reisegruppe mit den jungen Leuten hatte gestern noch lange gefeiert und schlurfte heute entsprechend kleinäugig und graugesichtig um ihre Chalets. Wir standen erst mit Sonnenaufgang auf, ließen uns etwas Zeit und frühstückten mal wieder etwas länger mit Müsli, Nutella- und Marmeladenbroten.

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Dann hörten wir wieder einen Nightjar rufen und versuchten uns anzuschleichen. Ein wenig irritiert waren wir schon, da sie ja üblicherweise nicht tagsüber rufen. Als wir den Baum erreicht hatten, hörten wir nichts mehr. Dafür fanden wir aber selbst mit Fernglas keinen Vogel. Zu gerne würden wir eine Nachtschwalbe mal am Tag entdecken. Später stellte Ruth fest, dass wir hier wohl ewig hätten suchen können, denn anstelle des vermeintlichen Nightjars waren wir dem Trällern eines Haubenbartvogels hinterhergelaufen, der einen ähnlichen Laut von sich gibt.
Beim Spülen knüpfte Uwe an den gestrigen Mini-Sprachkurs in Kafue an und fragte eine Angestellte nach dem Namen der lokalen Sprache: Chowa. Und er ließ sich nochmal genau vorsprechen, wie man „How are you?“ sagt. Wir übten diesen Gruß den ganzen Tag und zauberten heute allen Einheimischen, mit denen wir zu tun hatten, ein Lächeln ins Gesicht.
Ruth duschte und suchte anschließend weitere Vögel auf dem Gelände.

Senegal-Amarant

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Angola-Schmetterlingsfink

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Laubbülbül

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Sumpfwürger

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Ziernektarvogel

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Trauerdrongo

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Uwe sicherte noch Fotos, dann hatten wir alles parat und starteten erst gegen 9.30 Uhr. Entlang der T2 ging es weiter Richtung Innenstadt. Als erstes hielten wir bei einer Shopping-Mall auf einem bewachten Parkplatz. Draußen waren mehrere Geldautomaten, wo wir nochmal Bargeld abhoben. Dann gingen wir in einen großen Shoprite-Supermarkt. Das Angebot ließ uns staunen. Bis auf Salami fanden wir alles, was wir brauchten und sogar noch ein paar Dinge mehr. Alles war peinlichst sauber und ordentlich. Nachdem wir alle Einkäufe im Wagen verstaut hatten, holten wir noch eine Riesenportion Pommes bei Hungry Lion, sozusagen als zweites Frühstück.
Weiter ging es zu einer Tankstelle. Nach Uwes Berechnungen lief wieder mal nicht genügend Diesel in die Tanks, denn er konnte sich nicht vorstellen, dass wir nur so wenig verbraucht hatten. Außerdem kontrollierten wir Öl und ließen Waschwasser auffüllen. Nun hatten wir alles erledigt und hätten eigentlich nur noch aus Lusaka herausfahren müssen. Dazu führte unser Weg jedoch ein kleines Stück durch das Zentrum der Stadt. Das reichte, um Teil des dortigen Staus zu werden.

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Nachdem sich auf unserer Linksabbieger-Spur minutenlang nichts bewegte, machten wir es wie die Einheimischen, fuhren quer über Bordsteine und Mittelstreifen auf die Parallelstraße und kamen dort schneller vorwärts. Beim Einfädeln in den Verkehr mussten wir uns der aggressiven Fahrweise der Kleinbusfahrer anpassen, weil wir sonst niemals über die Kreuzung gekommen wären.
Karin und Peter kamen ebenfalls gut mit, und so näherten wir uns der gesuchten Ausfallstraße. Während wir im Stau standen, tobte um uns herum das gefühlte Chaos. Wohin man schaute, waren Leute unterwegs, mit oder ohne Gepäck, viele mit großen Schubkarren voller Waren, Eiern, Baumwolle oder alten Autobatterien.

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Überall waren Stände mit Waren aller Art: Werkzeuge, Rucksäcke, Metalle, Obst, Gemüse, Plastiksachen, Tücher, Klamotten, lebende Hühner, Bettgestelle, Türrahmen. Wir kamen aus dem Staunen nicht heraus. Menschen und Fahrzeuge bahnten sich ihren Weg, wie sie nur konnten. Eine Zeit lang fuhren wir parallel zu einem Markt. Ruth wäre am liebsten aus dem Auto gesprungen, um das wuselige Leben aus der Nähe zu bestaunen. Da wir aber nicht einschätzen konnten, wie lange der Stau anhalten würde und ob sie tatsächlich am anderen Ende wieder rechtzeitig aus dem Wirrwar an Ständen und Gässchen auftauchen würde, musste sie sich damit begnügen, die Hüttchen, die dudelige Musik, das Stimmengewirr und die Megaphonsprüche im Vorbeifahren aufzuschnappen. Es war herrlich!

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Teil 3320. Jan. 2019
Irgendwann wurde der Trubel weniger, wir entfernten uns vom Zentrum und konnten schneller fahren. Etwa 150 Kilometer führte die Teerstraße nach Nordwesten.

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In Mumbwa bogen wir ab, tankten nochmal voll und fuhren dann auf Schotter und Sand Richtung Kafue-Nationalpark.

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Zu Beginn kamen uns einige große, übertrieben beladene LKWs entgegen, die man im aufgewirbelten Bulldust kaum erkennen konnte.

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Später kamen wir durch Wald, und Tsetses flogen um die Autos. Die Strecke zog sich wieder ewig hin, ließ sich aber einigermaßen gut fahren.

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Kurz vor fünf erreichten wir das McBride’s Camp und lernten Chris McBride kennen. Er ist ein sehr netter älterer Herr, der uns begrüßte und zum Kaffee/ Tee einlud. In den kommenden Tagen sollten wir noch merken, dass er in dieser Hinsicht sehr aufmerksam war. Wo und wann immer wir ihm begegneten, bot er uns eine Tasse Tee an. Dabei wurde er nicht müde zu erklären, dass ihm seine Frau beigebracht habe, dass es den Gästen nie an Tee mangeln dürfe. Außer uns waren zurzeit keine Gäste im Camp. Wir setzten uns vor sein offenes Wohnzimmer auf ein Sofa mit Blick auf den Kafue-Fluss und unterhielten uns angeregt. Chris und seine Frau, die für ein paar Tage in Lusaka war, betreiben das Camp seit 16 Jahren. Er erzählte uns von hier heimischen Löwenrudeln, von Leoparden, den Hippos und Krokodilen.
Seine Frau gibt den Tieren Namen. So heißt das dominante Hippo-Männchen Paul Pott, von dem sich das andere Flusspferd Lone Ranger fernhält. Bartholomew ist der Mähnenlöwe und alleiniger Chef des Löwenrudels. Es war sehr interessant, mit Chris zu plaudern. Er empfahl uns, morgen früh eine Bootsfahrt zu machen.
Auf der Campsite zeigte uns der Angestellte Patrick die Duschen, machte Feuer und heißes Wasser für uns. Wir parkten die Autos und ruhten uns ein wenig aus. Dann bereiteten wir Abendessen. Wir grillten Springbock und aßen Gurke-Feta-Tomaten-Salat. Im Dunkeln huschte eine kleine Ginsterkatze vorbei. Nach dem Spülen gingen wir schnell ins Zelt, um morgen früh fit für den Bootstrip zu sein.

Kilometer: 271
Teil 3427. Jan. 2019
Tag 18 – 31. Juli 2018 – Birders Paradise

McBride’s Camp, Nord-Kafue

Der Morgen im McBride’s Camp begann für uns sehr früh. Um zwanzig nach fünf ging der Wecker, zehn Minuten später standen wir auf. Im Dunkeln packten wir unsere Sachen zusammen und fuhren in der Dämmerung die wenigen hundert Meter von der Campsite zum Camp. Chris war auch schon wach und begrüßte uns. Wir sollten es uns gemütlich machen. Da die Sitzgelegenheiten aber noch klamm und wenig einladend waren, standen wir mit heißem Tee und Kaffee am Kafue-Fluss und erwarteten nicht nur den Sonnenaufgang.

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Während auf die Sonne Verlass war, ließen sich die Otter, von denen Chris uns erzählt hatte, nicht blicken. In den letzten Tagen waren sie immer früh morgens zu sehen gewesen, heute hatten sie aber wohl anderes geplant. Wir genossen es dennoch.

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Mit den ersten Sonnenstrahlen stieg etwas Nebel über dem Wasser auf und waberte über die Oberfläche. Alles war sehr verschlafen und friedlich.

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Als ein Frankolin vorbei lief, fragte uns Chris, ob wir sein Geschlecht bestimmen könnten. Wir verneinten, und er klärte uns auf, dass es eindeutig ein Weibchen sei. Woran man das erkennen könne? Zweifelsfrei an dem intelligenten Gesichtsausdruck. Diese Erklärung sollten wir in nächster Zeit noch mehrfach hören, traf sie doch auch auf Gelbbrustbülbüls, Bartvögel und Turakos zu.

Swainsonfrankolin

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Als es etwas heller war, gingen wir zum Boot.

von Karin
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Patrick und Alex fuhren mit uns auf dem zweistöckigen Schiff den Fluss hinab. Der Kafue war recht breit, und wir schipperten langsam in der Mitte. Wir sahen ein paar Hippos und wenige Wasservögel. Uwe meinte, in einem hohen Baum ein paar Turakos ausmachen zu können.

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Am meisten beobachteten wir Schlangenhalsvögel und Kormorane. Sonst waren nicht viele Tiere unterwegs. Wenige Pukus liefen versteckt im hohen Gras. Ein Malachit-Kingfisher und ein paar entfernte Sichtungen des African Finfoot waren die Highlights. Von ihm machten wir zwar einige, aber leider nur schlechte Fotos. Wir baten Patrick, ein wenig näher am Ufer zu fahren, damit wir die Vögel besser sehen und fotografieren konnten. Prompt steuerten die beiden das Boot in zu seichtes Gewässer und setzten es fest. Ups, das hatten wir nicht gewollt! Mit vereinten Kräften schafften sie es aber, uns wieder frei zu bekommen.

Schlangenhalsvogel

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Braunkopfliest

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Riedscharbe

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Hagedasch-Ibis

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Wir kehrten wieder um und sahen weit entfernt noch einen Trompeter Hornbill. Zurück am Camp gab es erst mal heißen Tee oder Kaffee, und wir beobachteten die Vögel an der Futterstelle.

Gelbsteißbülbül

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von Kamerakind 😉 Peter (Das hatten wir bisher doch glatt vergessen zu markieren.)
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Ruth war ganz aus dem Häuschen, als sie eine für uns neue Bartvogel-Art entdeckte, die Chris mit Obst anfütterte.

Rosenbauch-Bartvogel (Black-backed Barbet)

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Chris hat eine ganz liebevolle Art, die Gefiederten zu locken, indem er in leicht singendem Tonfall immer wieder „Come along“ ruft. Ob das bei allen Vögeln funktioniert, sei mal dahin gestellt. (Ruth wurde es nicht müde, es ihm an anderer Stelle mit sehr mäßigem Erfolg nachzutun, denn sie verschreckte die Vögel eher, als sie anzulocken. Trotzdem hatte sie, als sie später durchs Camp kroch, großen Spaß beim „Come-Alongen“.) Bei seinem Lieblingsvogel Linda, einem Gelbbrustbülbül, zahlte sich sein Lockruf aber auf jeden Fall aus. Sobald Chris rief, erschien der kleine Vogel umgehend, manchmal sogar mit Mann (also dem mit dem weniger intelligenten Gesichtsausdruck) und hopste aufgeregt in den Ästen über Chris‘ Kopf herum. Dieser zückte sogleich einen Plastikbehälter mit Käse, den er immer griffbereit für seine kleinen Freunde in der Hosentasche aufbewahrt. Chris erklärte uns, dass sie ganz verrückt nach Käse seien, den sie ihm sogar aus der Hand nahmen.

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Gaukler

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Teil 3527. Jan. 2019
Wir fuhren zur Campsite zurück und machten eine lange Mittagspause. Es dauerte ein wenig, bis wir ausgiebig frühstücken konnten. Da der Campingplatz etwas abschüssig und uneben war, brauchten wir ewig, bis die Tische so standen, dass sie nicht mehr wackelten. Außerdem wollten die einen im Schatten sitzen, die anderen wiederum nicht. Was hatten wir Probleme zu meistern! Peters Vorschlag, sich unter das Schattennetz zu setzen, wurde abgelehnt: Der Tisch, der dort stand, war nicht schön und nicht sauber genug, die Stühle zu wackelig, das Schattendach voller Spinnenweben … Schließlich landeten wir unmittelbar neben dem Auto. Alle waren zufrieden, nur Peter verstand die Welt nicht mehr: Unser Ernst, dass er bei diesem schönen Platz nun die ganze Zeit auf unserer Auto schauen sollte? Und dafür nun das ganze Trara bei der Platzwahl? Nun, man kann eben nicht alles haben. Schatten, Sonne, Nähe zu den Vorräten, einen geraden Stellplatz … da bleibt die Aussicht eben auf der Strecke. Als uns dämmerte, dass Peter vielleicht doch ein ganz klein wenig Recht hatte, flossen vor lauter Lachen die Tränen, und wir konnten uns gar nicht mehr einkriegen.

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Nach dem Frühstück erledigten wir den üblichen Kram: Wäsche waschen, Geschirr spülen, Fotos sichern, Akkus aufladen. Karin machte einen Mittagsschlaf, Ruth krabbelte durch das Dickicht den Vögeln hinterher. Sie entdeckte eine für uns neue Bienenfresser-Art, den Böhm’s Bee-eater.

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Guineafowl

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Irgendwann stolperte sie beim Vogel-Gucken beinahe über ein Buschböckchen, das nur wenige Meter vor ihr plötzlich aufschreckte und sich in großen Sprüngen davon machte. Erleichtert, dass es nur ein Böckchen und nichts Gefährlicheres war, wurde Ruth bewusst, dass sie sich mittlerweile schon wieder ziemlich weit von unserem Lager entfernt hatte. Als sie auch auf ihre Uwe-Rufe keine Antwort mehr erhielt, entschloss sie sich, lieber den Rückweg anzutreten. Schließlich hatte uns Chris für den gar nicht so unwahrscheinlichen Fall, dass er die Löwen irgendwo im Camp erblicken würde, ein Funkgerät mitgegeben, um uns jederzeit herbeirufen zu können. Da war es sicherlich nicht ganz so schlau, sich zu weit vom Camp zu entfernen. Da Ruth sich komplett durch die Büsche geschlagen hatte, eben immer hinter dem Bienenfresser her, war der Rückweg auch nicht so ganz eindeutig, und obwohl sie eine ungefähre Richtung ahnte, hatte sie einen ziemlichen Bogen geschlagen und war glücklich, als sie bald darauf wieder die Stimmen ihrer Mitreisenden hörte.
Peter machte leckeren Kaffee, und wir ruhten uns im Camp aus. Die Dusche war toll – reichlich heißes Wasser unter freiem Himmel.
Nachmittags wollten wir noch einen kleinen Gamedrive machen. Doch zunächst kamen wir nicht weit. Auf dem Weg zum Camp saß ein Schopfadler im Baum, den wir auch noch nie gesehen hatten. Er thronte auf seinem Ast und ließ sich von allen Seiten bewundern.

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100 Meter weiter wurde im Camp bei Chris dann erst einmal Kaffee getrunken. Ruth entdeckte noch weitere spannende Vögel, und auch Chris hatte wieder einiges zu zeigen und zu erzählen. Beim Herumlaufen trat Uwe mit Schwung in einen Dorn, der durch seinen Croc stach. Die blutende Fußsohle wurde gewaschen, desinfiziert und mit einem Pflaster beklebt.

Laubbülbül

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Waldnektarvogel

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Hartlaubschnäpper (Ashy Flycatcher)

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Im Dickicht neben dem Camp machte das Hippo Lone Ranger einen Mittagsschlaf. Selbst die verschiedenen Schlafplätze des Flusspferdes sind nummeriert: Bedroom No 1, Bedroom No 2 und Bedroom No 3. Wir sollten stets aufpassen, wo der Koloss gerade schlief und einen großen Bogen um ihn machen. Er sei etwas cheeky.

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Weißbrauenrötel

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Auf diesen sind wir ganz besonders stolz: Red-throated Twinspot

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Schalow’s Turako

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Chris beschrieb uns den Weg nach Osten, den wir für unseren Gamedrive nehmen sollten. Zusammen mit Karin und Peter ging es durch hohes Gras, über abgebrannte Ebenen bis in einen Wald. Wir sahen Frankoline und Pukus, Löwen leider nicht. Wieder stürmten zahllose Tsetses auf unser Auto ein.

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Swainsonfrankolin

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Die Strecke wurde zunehmend schwieriger. Man merkte, dass sie lange Zeit nicht befahren worden war. Das Gras stand so hoch, dass man weder nach vorne, noch zu den Seiten wirklich viel sehen konnte.

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Aber kein Problem! Die Spur war ja auf unserem Navi eingezeichnet. Ein paar Mal mussten wir wenden, da sie sich irgendwo verlief, dann nahmen wir eben den anderen Abzweig. Im Wald wurde es aber immer unübersichtlicher. Äste ragten in die Fahrspur, Büsche wuchsen auf dem Weg, und wir kamen kaum noch voran. An einem Abzweig stand ein gelber Pfeil, dem wir eigentlich nach rechts hätten folgen sollen. Wir entschieden uns zunächst trotzdem für die andere Spur, weil sie in unserem GPS verzeichnet war und in einem Bogen zurück zum Camp führte.

von Karin
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Es war schon fast halb sechs, und es wurde zusehends schattiger. So kurvten wir noch ein paar hundert Meter im Schritttempo um einige Bäume, bis an einem dicken, querliegenden Stamm ohne Umfahrungsmöglichkeit endgültig kein Weiterkommen war. Wir fuhren ein kurzes Stück rückwärts, ehe wir umdrehten und dann dem Pfeil folgend die andere Spur nahmen. Abgesehen davon, dass sie in die völlig falsche Richtung führte, endete auch sie nach einiger Zeit im Nichts. Davor hatten wir aber auch schon eine matschige Durchfahrt gewagt. Uns blieb nichts anderes übrig, als umzukehren und denselben Weg, den wir gekommen waren, wieder zum Camp zurück zu fahren.
Beim erneuten Wenden im Wald musste Ruth aussteigen und einweisen. Diese Chance nutzten einige Tsetse-Fliegen, die per Anhalter auf unserer Motorhaube mitreisten, um gut gelaunt das Wageninnere zu stürmen. Während Uwe die unwegsame Straße durch den Wald rumpelte, dabei aufpasste, dass wir mit dem links außen montierten Ersatzrad keinen Baum mitnahmen, erledigte Ruth mit der Fliegenklatsche mehrere Biester im Auto.

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Deutlich nach Sonnenuntergang erreichten wir wieder das Camp. Als wir Chris erzählten, dass wir im Wald umdrehen mussten, fiel ihm ein, dass er uns ja gar nicht so weit hatte schicken wollen und wir keinesfalls dort hätten langfahren sollen. Dann wissen wir beim nächsten Mal ja Bescheid.
Während Karin und Peter Nudeln kochten, grillten wir die Boerewors und garten Blumenkohl und Möhren in Alufolie über dem Feuer. Dazu gab es noch zwei Folienkartoffeln. Müde nach dem langen Tag fielen wir ins Bett.

Kilometer: 21
Teil 3602. Feb. 2019
Tag 19 – 1. August 2018 – Abschied vom McBride’s Camp

McBride’s Camp, Nord-Kafue – KaingU-Lodge, Süd-Kafue

Wieder standen wir um halb fünf auf und erledigten die eingespielten Handgriffe. In der Nacht hatte eine Hyäne gerufen, und ein Flughund fiepte im Baum über uns. Innerhalb einer halben Stunde waren wir startklar und zirkelten das Auto zum letzten Mal aus dem Stellplatz und fuhren zum Camp. Chris war auch schon wach, und zusammen setzten wir uns auf die Terrasse und schauten hinunter zum Kafue. Patrick machte ein kleines Feuer und brachte heißes Wasser, mit dem wir uns Kaffee und Tee brühten.

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Chris zeigte uns eines seiner Bücher über seine Jahre der Löwenforschung in Savuti. Er hat unglaublich viel erlebt und kann entsprechend viel und spannend erzählen. Leider waren die Otter auch heute aus. Stattdessen kamen wieder viele Vögel. Ruth schlich hinter diversen Arten her und steckte auch Karin an. Peter und Uwe unterhielten sich derweil mit Chris über Gott und die Welt. In Bedroom No 3 lag Lone Ranger und schlief. Daher mieden wir diese Seite des Camps.

Gelbsteißbülbül

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Weißbrauenrötel

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Gelbstirn-Bartvogel (Yellow-fronted Tinkerbird)

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Gelbbrustbülbül (für Bele ;))

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Angola-Schmetterlingsfink

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Rosenbauch-Bartvogel (Black-backed Barbet)

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Inzwischen stand die Sonne so hoch, dass sie uns wärmte. Wir erwähnten Chris gegenüber, dass wir nun bald aufbrechen wollten, und er ging mit uns zu seinem Büro. Auf dem Weg dorthin hielt er noch mindestens fünfmal an und zeigte uns interessante Pflanzen oder Dinge im Camp. Man hatte öfter den Eindruck, dass er ein wenig zerstreut war. Wir bezahlten die Nationalpark-Gebühren: 20 Dollar Parkeintritt pro Person und Nacht, 5 Dollar Campinggebühr pro Person und Nacht und 15 Dollar pro Fahrzeug pro Nacht.
Die Abfahrt zog sich ziemlich in die Länge. Zuerst fotografierte Ruth ein paar Vögel, dann gingen alle nochmal zur Toilette, Chris erzählte ein wenig, und schließlich gab es wieder etwas zu fotografieren. Chris sagte, wir seien – wie alle Birder – wohl ein wenig verrückt. Schließlich seien die meisten seiner Gäste erpicht darauf, Löwen zu sehen. Nun ja, Bartholomew, den großen Mähnenlöwen, hätten wir schon gerne noch mitgenommen. Aber man wird mit den Urlauben ein wenig gelassener, was bestimmte Sichtungen angeht. Außerdem, fuhr Chris fort, hätten wir am Morgen bei dem riesigen Krokodil, das auf dem Kafue vorbeischwamm, nur mal kurz ohne allzu großes Interesse geschaut, um dann gleich weiter hinter irgendwelchen Vögeln herzukrabbeln. Und so drehten wir uns im Kreis und konnten uns nicht losreißen: Unterhalten, Richtung Auto zum Aufbruch drängen, Vögel verfolgen, wieder im Wohnzimmer landen, Chris‘ Geschichten lauschen …

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Dummerweise weiß man bei der Planung im Voraus ja nicht so genau, wo es uns gut gefällt. Hier hätten wir auf jeden Fall mehr Zeit verbringen wollen und werden bestimmt noch einmal wiederkommen.

von Peter:
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Wir verabschiedeten uns mehrfach und schafften es nach allem möglichen Hin und Her endlich gegen 9.00 Uhr aufzubrechen.

Ruth auf Tsetse-Jagd

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Es sieht schon ein wenig bescheuert aus, mit dem großen „Tennisschläger“ im Auto herumzufuchteln, aber der Tipp von Frank aus dem Forum war wirklich Gold wert. Manchmal war es uns unbegreiflich, wo die Fliegen herkamen, wenn wir schon seit Ewigkeiten kein Fenster mehr geöffnet hatten. Wahrscheinlich lauerten sie geduldig und gut versteckt, um mit ihrem Stechrüssel in einem günstigen Moment anzugreifen, wenn man am wenigsten damit rechnete. Der Elektroschläger erzeugte bei jedem Treffer einen Funken und ein knallendes Geräusch, danach stürzte die so getroffene Fliege ab. Da sie sich aber nach kurzer Zeit wieder berappelte, um den nächsten Angriff zu starten, taten wir gut daran, das abgestürzte Zombieinsekt aufzuspüren und ihm endgültig den Garaus zu machen. So war Uwe mit Fahren und Ruth zunächst mit den Fliegen beschäftigt. Die Strecke durch den Wald und weiter bis Mumbwa zog sich wieder hin, war aber sehr abwechslungsreich.

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Buckelige Rinder mit riesigen Hörnern und teils sehr kleinen Kälbchen kreuzten in einer langen Schlange die Straße.

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Blitzlichter:
Verkaufsstände, die aus kleinen Baumstämmen und Ästen krumm und schief zusammengebunden sind, sausen vorüber. Auf ihnen werden Tomaten, Eier und andere Lebensmittel angeboten. Ziegen und Zicklein mit wackelnden Schlenkerohren überqueren unseren Weg. Kohlesäcke, deren Inhalt mit einem Plastikgeflecht gehalten und so um 1/3 vergrößert wird, stehen am Rand. Ein Junge mit einem knallgrünen Shirt sitzt auf einem Stein und kaut Zuckerrohr. Wieder brennen Feuer auf den Feldern. Etwas weiter ist die Erde schwarz verkohlt, aber erstes Grün sprießt, und zarte, kleine Hälmchen wachsen bereits. Ein Geruch nach Qualm hängt in der Luft, ein dickerer Baumstamm schwelt noch, und eine letzte dünne Rauchsäule steigt kräuselnd empor.
Zwei Frauen mit buntgemusterten orange und lilafarbenen Röcken tragen Schüsseln mit Stoffen oder Wäsche auf dem Kopf und ein Baby in einem Tuch auf dem Rücken. Neben ihnen hüpfen je zwei Kleinkinder an der Hand. Schmetterlinge mit weißen, gelben, blauen, braunen, orangen oder türkisfarbenen Flügeln schaukeln über die Straße, halten niemals still und flattern im Wind scheinbar ziellos umher. Ein paar Fußgänger mit blütenweißem Hemd haben sich ihren Pullover oder ein Tuch als Schutz gegen die Sonne und den Staub über den Kopf gelegt.
Ein alter Mann mit Baseballkappe, leuchtend blauem Shirt, kurzer Hose und Gummistiefeln transportiert einen riesigen Stapel Holz auf dem Gepäckträger seines Fahrrads und kommt uns in ausladender Schlangenlinie entgegenmäandert. Als wir passieren, winkt er uns freundlich zu. Lila Blumen schimmern blass unter einer dicken Staubschicht am Straßenrand, ziemlich kleine Kinder balancieren ziemlich schwere Säcke auf ihren Köpfen.
Eine junge Mutter zerrt ein plärrendes, kleines Mädchen mit einer Tausend-Zöpchen-Frisur im neonpink, grell leuchtenden Tutu an der Hand hinter sich her.
Je näher wir der Stadt kommen, umso bunter und geschäftiger wird das Treiben. Verschiedene Waren und Dienstleistungen werden in kleinen, bunten Häusern mit auffallenden Schriftzügen unmittelbar neben der Straße angeboten. Es gibt Friseure, Reifen- und Fahrradwerkstätten, Tischler, Schweißer und Shops für Kleidung, Tücher, Taschen, Schuhe und Lebensmittel. Dazwischen stehen winzige Büdchen zum Aufladen des Telefonguthabens in allen möglichen Signalfarben, Hauptsache aufdringlich markiert, um sich vom ein Meter entfernt stehenden nächsten Stand abzuheben. Kinder, Hühner, Hunde und Schweine wuseln herum. Auf zusammengezimmerte Verkaufsstände mit säuberlich zu Pyramiden gestapelten Zwiebeln, Kartoffeln und Tomaten werden außerdem Popcorn, Nüsse, Süßigkeiten in bunten Plastikverpackungen, ölige Krapfen und Zuckerrohr angeboten.
Kleinbusse mit 30 Personen oder normale PKWs mit 8 Personen über und untereinander sind keine Seltenheit. An der Tankstelle lassen sich das geordnete oder ungeordnete Warten und das Beladen der Autos bestaunen. Verkäufer bieten auch hier Popcorn und Orangen an, aber auch Jeans oder Säcke mit Kohle lassen sich zwischen den Autos erstehen. Vorbei an Lastwagen, PKWs und Tankstellenangestellten bahnen sich staubige Motorräder ihren Weg zur nächsten Zapfsäule. Das Spiel „Wer war zuerst, wer darf als nächster?“ wird nach unbekannten Regeln mit afrikanischer Gelassenheit ausgetragen. Uns stört es nur mäßig, dass wir die Regeln nicht verstehen und uns wohl auch nicht allzu geschickt dabei anstellen. Es gibt einfach zu viel zu entdecken. Auch hier werden riesige LKWs mit Baumwollballen, Kohlesäcken oder anderen Waren beladen. Nicht selten krabbeln danach Personen auf die Last, um auf diese Weise mitgenommen zu werden.
Weiter geht es auf der Teerstraße nach Westen Richtung Mongu. Kinder teilen sich zu dritt ein Fahrrad. Ein Businessman in einem feinen, schwarzen Anzug mit Krawatte und frisch geputzten, glänzenden Schuhen spaziert mit Handy am Ohr durch die staubigen Verkaufsgassen. Kleine Jungen dreschen mit langen Stecken auf ein paar Rinder ein, um sie vom Straßenrand zu vertreiben, Kinder aller Altersstufen wandern in Schuluniformen in lila Röcken/ Hosen und hellblauen Blusen, in weißen Blusen und grau-schwarz karierten Röcken, alternativ in jeder beliebigen anderen Kombi, die die Zugehörigkeit zur jeweiligen Schule erkennen lässt, lautstark miteinander plaudernd vorüber.
Ein kleiner Junge mit Sonnenhütchen liegt bäuchlings auf einem gefüllten Sack und schiebt ein selbstgebasteltes Spielzeug im Sand vor sich auf und ab. Trommeln, Wannen und Bottiche werden neben Hühnern in Käfigen, Tierhälften und Fleischstücken, die zum Abhängen an Ästen im Wind baumeln, zum Verkauf angeboten. Junge Männer messen vor Bars mit kreativen Namen ihr Geschick im Billardspiel. Es ist ganz erstaunlich, vor wie vielen dieser winzigen Pubs ein Billardtisch im Staub steht.
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Im Unterschied zu Namibia ist es besonders dieses bunte Leben am Straßenrand, welches für uns den Reiz Sambias ausmacht. Völlig unzusammenhängend und ungeordnet prasselten in kurzer Abfolge die Eindrücke auf uns ein, die sich nicht einmal ansatzweise in Fotos festhalten ließen.
Teil 3702. Feb. 2019
Ca. 60 Kilometer hinter der Stadt bogen wir nach Süden Richtung Itezi-Thezi ab. Da wir nicht wussten, welche Straße uns erwarten würde, waren wir überrascht, als wir eine breite, hervorragend beschaffene Teerstraße vorfanden. Dumm nur, dass sie noch nicht freigegeben war und wir daneben auf Sand fahren mussten. Doch auch hier kamen wir gut voran, zumindest so lange wir keinen Gegenverkehr durchlassen mussten.

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An einem Kontrollposten hielten wir an einer Schranke. Der Ranger, der unser Kennzeichen notierte, strahlte über das ganze Gesicht, fragte uns nach unserer Reise und wünschte uns einen wunderschönen Aufenthalt in Sambia. Er verbreitete so gute Laune, dass wir noch Kilometer später grinsen mussten.
Zur KaingU-Lodge bogen wir nach Westen ab und fuhren auf einer schmalen, aber sehr schönen Straße durch Wald.

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Der Weg war gut, die Bäume gaben Schatten, und wir näherten uns dem Tagesziel. Lediglich ein Haufen Tsetses begleitete uns. Kurz vor der Lodge stand ein Schild, das uns aufforderte anzuhalten und fünf Minuten zu warten. Die Fliegen seien dann verschwunden. Wir waren skeptisch, befolgten aber die Anweisung. Und tatsächlich entfernten sich die meisten Tsetses, nachdem wir uns nicht mehr bewegten.

von Karin:
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Mit Insekten-Gift präparierte Falle für Tsetse-Fliegen, die von blau und schwarz angezogen werden.

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Die KaingU-Lodge liegt direkt am Fluss. Wir checkten ein und tranken etwas. Im Souvenirshop erstanden wir ein schönes T-Shirt für unseren Neffen. Die Campsite liegt ebenfalls sehr schön grün am Fluss, und jeder Stellplatz besitzt eine eigene Freiluft-Dusche. Wir klappten das Zelt auf einer Wiese auf, lüfteten die Schlafsäcke und aßen ein paar Leberwurstbrote. Aus dem Wasserhahn purzelte ein winziger Frosch, als Ruth den Hahn aufdrehte.

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Hartlaubschnäpper (Ashy Flycatcher)

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Nach unserer späten Brotzeit wanderten wir ein kleines Stück zu den flussabwärts gelegenen Stromschnellen, während sich Karin und Peter ein wenig ausruhten. Dabei nahmen wir uns entsprechend gewarnt vor wilden Tieren in Acht.

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Tatsächlich begegneten uns wilde Klippschliefer, wilde Kakteen, eine wilde Herde Buschböcke und wilde Warzenschweine. Letzteres schaute tatsächlich ziemlich grimmig und war bereits kampferprobt, wie man bei genauerem Hinsehen erkennen konnte.

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Daher kamen wir ihm lieber nicht zu nahe und folgten weiter den aufgemalten Pfeilen zu den kleinen Fällen. An einer Stelle verliefen wir uns und mussten ein kleines Stück zurück. Wir sahen ein paar Brillenvögel, die jedoch so weit weg und hoch in den Zweigen turnten, dass wir sie nicht ordentlich erwischen konnten. Am Ende des Weges mussten wir über große Felsen klettern. Welch ein Glück, dass Ruth ihr Kletter-Crocs anhatte! Gerade rechtzeitig kamen wir zum Sonnenuntergang. Das Wasser rauschte und war ganz klar.

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Wir blieben nur eine Weile und machten uns dann auf den Rückweg, weil wir nicht in die Dunkelheit kommen wollten.
Zurück an der Campsite duschten wir und liefen dann zur Lodge. Wir waren die einzigen Gäste und setzten uns auf das Holzdeck am Fluss, tranken etwas und nutzten das WLAN. Im Dunkeln kehrten wir zu den Autos zurück und machten Feuer, was mit dem noch etwas feuchten Holz nicht so einfach war. Es qualmte fürchterlich. Als es jedoch brannte, war es sehr heiß und wärmte uns. Hunger hatten wir eigentlich keinen mehr, und so aßen wir nur noch ein paar Kekse. Als wir im Zelt lagen, brüllte mehrfach ein Löwe von Osten her.

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Kilometer: 263
Teil 3809. Feb. 2019
Tag 20 – 2. August 2018 – Stromschnellen und rough road

KaingU-Lodge – Hippo-Bay, Kafue-Süd

Heute schliefen wir aus und standen erst kurz vor halb acht auf, als die Sonne bereits schien. Peter hatte gestern Abend bei der Lodge ein frisches Brot bestellt, das um acht Uhr fertig sein sollte. Wir kochten Kaffee und fotografierten ein paar Brillenvögel und Bienenfresser an unserem Platz. Peter kam mit der Nachricht zurück, dass das Brot wohl doch erst um neun Uhr fertig wäre. Sie hatten es also vergessen. So packten wir alle Sachen wieder ins Auto und machten uns zu Fuß nochmal auf zu den Stromschnellen. Mit richtigem Schuhwerk taten wir uns etwas leichter als gestern.

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Senegalbrillenvogel

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Wir kletterten bis an den Rand der überschaubaren, aber schönen Rapids. Das Wasser war recht warm. Dort blieben wir ein bisschen und machten uns dann auf den Rückweg. Entlang der Route wuchsen viele beeindruckende Kakteen, die Stämme wie Bäume hatten. Ein paar interessante Vögel flogen an uns vorbei, ließen sich aber nicht lange genug nieder, um sie zu bestimmen.

Afrika in Afrika 😉

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von Karin:
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Zurück an der Campsite frühstückten wir. Wir machten Obazda, der auf dem frischen, noch warmen, braunen Brot sehr gut schmeckte.

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Trompeterhornvogel – Das Foto ist nicht gut, aber der Vogel für uns selten.

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Waldnektarvogel

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In den Bäumen um uns saßen viele kleine Meerkatzen, die uns sehr genau beobachteten. Eine Unaufmerksamkeit, und sie hätten uns etwas geklaut. Aber wir passten gut auf.

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Nach dem Abwasch packten wir die Autos und liefen zur Lodge, um unsere Rechnung zu bezahlen. Es war sehr heiß. Ein Angestellter wässerte mit einem enormen Schlauch die Rasenflächen um die Chalets. Kein Wunder, dass die komplette Anlage so schön grün war.

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Wir unterhielten uns noch ein wenig mit Lynda, der Managerin, die aus Australien stammt. Wir fragten sie nach der heutigen Strecke, und sie riet uns dringend, NICHT den Weg entlang des Flusses zu nehmen, sondern den Umweg zurück über die Hauptstraße zu fahren. Das sollte ca. 2,5 Stunden dauern. Die andere Route sei „rough“ mit sehr vielen Abzweigungen, die in jedes einzelne kleine Dorf führten. Dort könnten wir sehr gut verloren gehen. Wir stimmten ihr zu und nahmen uns vor, über die Hauptstraße zu fahren.
Zurück auf der Campsite stellten wir fest, dass die Meerkatzen unser Auto während unserer Abwesenheit genauestens inspiziert hatten. Wir hatten eine Seitenklappe am Aufbau offen gelassen, um unsere Handtücher daran zum Trocknen aufzuhängen. In dem Seitenfach befanden sich lediglich Brennholz und Kohle. Doch die neugierigen Affen hatten es sich nicht nehmen lassen, den Kohlesack aufzureißen, zu überprüfen, ob sich nicht doch etwas Essbares finden ließe und aus lauter Frust ein paar Stücke Kohlen über die Wiese zu verteilen.
Nachdem wir das Lodge-Gelände verlassen hatten, bogen wir rechts ab in der Annahme, auf der richtigen Spur zu sein. Unsere GPS-Karte schlug ebenfalls diesen Weg vor – vielleicht als den kürzesten und nicht als den schnellsten. Zunächst fuhren wir wieder durch Wald und kamen gut vorwärts. Immer wenn sich der Weg gabelte, folgten wir der Richtung, die der auf der T4A-Karte am nächsten kam. Denn dort waren tatsächlich nicht alle Wege verzeichnet. Meist hielten wir nur die ungefähre Richtung und fuhren querfeldein durch Niemandsland. Erstaunlicherweise dauerte es recht lange, bis uns dämmerte, dass wir auf der get-lost-Strecke gelandet waren. Das war nach kurzer Überlegung auch recht offensichtlich, da wir unmittelbar nach der KaingU-Lodge nach rechts in Richtung des Flusses abgebogen waren. Mal wieder der klassische Fall von: GPS ein- und Gehirn ausgeschaltet. 😣
Die Spur wurde immer unwegsamer. In einem Dorf gab es plötzlich drei Möglichkeiten zur Weiterfahrt. Wir wählten eine aus, aber ein paar Einwohner kamen angelaufen und zeigten uns den richtigen Weg. Wir passierten viele kleine Dörfer oder Ansammlungen von Hütten. Oft waren einzelne Leute unterwegs. Alle winkten uns freundlich zurück und sahen uns meist strahlend entgegen.

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Aber so sympathisch die Menschen waren, umso fieser wurde die Straße. Immer enger werdend taten sich auch noch tiefe Längsgräben und Auswaschungen auf. Wir wurden immer langsamer, und die Stellen, bei denen wir die Autos über tiefe Furchen zirkeln mussten, nahmen zu.

von Karin:
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Die eine oder andere klitzekleine Wasserdurchfahrt war auch dabei. Auch wenn wir im Prinzip in der richtigen Himmelsrichtung unterwegs waren, war nicht klar, ob der Weg nicht irgendwann unpassierbar werden würde. Hier war mit Sicherheit schon lange kein – oder noch nie ein? – Auto mehr gefahren. Auf einem etwas breiteren Fahrradweg schlängelten wir uns schließlich mit einer Reifenbreite mehr neben als auf der Pad durch die Dörfer und fragten uns, ob wir wohl gerade dabei waren, auf der „Rough road“ verloren zu gehen.
Als Uwe einen parkenden PKW entdeckte, schöpfte er Hoffnung. Hier war offensichtlich doch schon mal ein anderes Auto gefahren. Das musste aber schon eine Weile her sein, denn es hatte – wie oft bei stehen gelassenen Fahrzeugen in Afrika – keine Reifen mehr.

von Karin:
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An manchen Stellen fürchteten wir schon, wieder umdrehen zu müssen, kamen aber zum Glück immer noch gerade so durch. Irgendwann hatten wir die schlimmsten Kilometer gemeistert, und die Spur wurde wieder breiter. Später erfuhren wir von unseren Freunden Sarah und Philipp, dass ihnen im Vorjahr genau derselbe Fehler unterlaufen war. Sie waren genau wie wir zwischen den Dörfern herumgekurvt.
Teil 3909. Feb. 2019
Wir erreichten die Teerstraße nach Ithezi-Tezhi und den Ort 23 Kilometer später. Dort gab es wieder Vieles links und rechts entlang der Straße zu sehen. Leute waren mit dem Fahrrad und seltener mit dem Moped unterwegs.

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In kleinen Häuschen wurden verschiedenste Dinge angeboten.

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Lasten und Gepäck wurden transportiert

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und auf Sicherheit und Ordnung geachtet.

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Hinter der Stadt fuhren wir über den Kafue-Staudamm. Dort musste ein großes Fischaufkommen sein, denn in den Bäumen am Ufer saßen mindestens 20 Schreiseeadler oder flogen fischend ihre Runden.

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Wir bogen in den südlichen Kafue-Nationalpark ein.

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Nach kurzer Zeit kreuzte eine Herde Elefanten mit einigen Jungtieren die Fahrbahn. Wir hielten Abstand und warteten, bis alle Tiere an uns vorübergezogen waren.

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Dann setzten wir unseren Weg fort. Die Straße führte direkt am Stausee entlang. Rechts ragten viele tote Bäume aus dem Wasser und boten Kormoranen Nistplätze und Schreiseeadlern Ansitze. Zur Linken waren Bäume und Büsche. Wir sahen viele Wasservögel: Sattelstörche, Reiher, Hammerköpfe und andere. Pukus, Hippos und Elefanten ließen sich ebenfalls blicken.

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Silberreiher

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Braunkopfliest

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Termitenschmätzer

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Hammerkopf

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Nach diesem Gamedrive erreichten wir die Hippo Bay Campsite. Bis zur Rezeption bei der nahegelegenen Lodge, wo wir uns anmeldeten, waren es nochmal ein paar Minuten. Mit Karin und Peter suchten wir uns einen Stellplatz. Mit uns trafen noch vier Autos einer italienischen Reisegruppe ein. Außerdem waren noch zwei einzelne Fahrzeuge auf dem Platz. Für unseren Geschmack waren das schon viel zu viele andere Leute. Durch die bisherigen Campingplätze, die wir immer für uns alleine hatten, waren wir ziemlich verwöhnt. 😵

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Und so beobachteten wir leicht skeptisch und natürlich völlig vorurteilsfrei, wie die Italiener zuerst alle Bänke des Platzes zusammenklaubten, zwischen ihren Autos platzierten und danach das unisex Waschhäuschen in Beschlag nahmen. Und zwar so richtig, denn aus jeder Dusche kam uns fröhlich ein nasser, mehr oder weniger behaarter Mensch mit knapp um die Hüfte geschlungenem Handtuch entgegen. Huh! Es machte ihnen auch wenig aus, ihre Waschsachen praktischerweise gleich neben den Waschbecken zu verstauen. Außerdem war ganz erstaunlich, wie viel Lärm man bei der Essenszubereitung veranstalten kann, wie oft Autotüren zugeschlagen und Gegenstände gegeneinander gehauen werden können, oder auf welche Entfernung man sich immer noch laut schreiend miteinander zu unterhalten vermag.
Vielleicht lag es daran, dass wir etwas genervt waren, vielleicht auch daran, dass Ruth ein wenig unwohl im Magen war. So richtig konnten wir den eigentlich schönen Platz nicht genießen.
Zum Abendessen kochten wir auf einem riesigen Feuer Nudeln mit Tomatensoße, Bohnen und Gemüse. Nicht allzu spät krochen wir in unsere Zelte und versuchten die bis in die Nacht andauernden Unterhaltungen und das permanente Geplapper in Zimmerlautstärke zu ignorieren. Zumindest Uwe ignorierte, und Ruth vermittelte irgendwann schreiend, dass es doch jetzt langsam mal gut wäre … 😈

Kilometer: 93
Teil 4016. Feb. 2019
Tag 21 – 3. August 2018 – Rund um den Itezhi-Tezhi-See

Hippo-Bay – Kasabushi-Camp, Süd-Kafue

Im Gegensatz zu unseren italienischen Nachbarn standen wir schon zeitig auf und fotografierten das erste Morgenlicht über dem See.

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Wir fuhren ein ganzes Stück östlich am Seeufer entlang, also den Weg, den wir gestern gekommen waren. Einige Hippos dümpelten träge im Wasser vor sich hin, und die Vögel wärmten ihr Gefieder in den ersten Sonnenstrahlen.

Rotbauchschwalbe

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Senegalkiebitz

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An vielen Stellen hatten wir einen guten Blick auf den See. In Ufernähe gab es kleine Inselchen mit einzelnen Bäumen – Matthias würde sie, wie wir gelernt haben, Dürrständer nennen (aber kann man von Dürre reden, wenn sich das Gestrüpp mitten im Wasser befindet? 😐). Es ragten also ein paar Baumgerippe aus dem Wasser, auf denen häufig Wasservögel wie Schreiseeadler, Nimmersatt-Störche und verschiedene Reiher saßen.

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Graureiher

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Mangrovenreiher

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Ganz kurz sahen wir ein paar Büffel, die aber schnell im Gebüsch verschwanden. Fischer holten von einem kleinen Boot aus ihr Netz ein, und wir schauten ihnen eine Weile dabei zu. Wieder entdeckten wir einen Trompeterhornvogel. Die scheint es hier häufiger zu geben.

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Nach ein paar Kilometern drehten wir um und fuhren zurück. Karin und Peter wollten an der Campsite frühstücken und fuhren vor. Wir trödelten bei diversen Vögeln herum und kamen etwas später nach.

Senegal Coucal

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Nach einem flotten Müsli ging es weiter um den See herum.

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Wir kamen jedoch nicht allzu weit, denn an einer Stelle, bei der zu beiden Seiten der Straße Wasser stand, waren besonders viele Vögel zu beobachten. Graueisvögel saßen vor ihrer Bruthöhle, und ein paar Nimersatt-Störche fischten ganz in unserer Nähe. Leider schienen nicht sehr viele Fische unterwegs zu sein, denn ihre Versuche blieben erfolglos

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Weidelandpieper? (! Danke an Maddy)

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Einer hat sich dazugemogelt:

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Was für ein Wasserläufer ist das wohl? – Bruchwasserläufer (Danke an Maddy!)

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Auf einmal landeten vor uns auf der Fahrspur zwei Vögel. Wir wollten unseren Augen nicht trauen, als wir erkannten, dass es sich um zwei Brachschwalben handelte. Bisher hatten wir sie nur weit entfernt gesehen, und nun kamen sie uns quasi besuchen. Wir freuten uns sehr darüber und fuhren nach und nach, ein Beweisfoto nach dem anderen machend, vorsichtig näher, bis wir schließlich anhielten, um sie nicht zu verscheuchen.

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So vorsichtig hätten wir wohl gar nicht zu sein brauchen, denn die beiden waren ausschließlich mit sich selbst beschäftigt. Man verbeugte sich nach allen Seiten, tänzelte umeinander und breitete die Flügel aus.

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Ab und zu flog einer der beiden Vögel auf, um kurz darauf mit einem kleinen Geschenk für den Partner zurückzukehren. Dann wurde ein Mückchen oder ein anderes Flatterinsekt überreicht, und das Kopf-Nicken und Verbeugen begann von Neuem. Wir waren völlig gebannt und konnten uns nicht losreißen.

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Fast anderthalb Stunden standen wir bei dem balzenden Pärchen und beobachteten seine Bemühungen. Wir waren froh, dass hier keine anderen Autos unterwegs waren, denn wir standen quer auf der Pad und versperrten den Weg. Das Spektakel vor uns hätten wir nur sehr ungerne unterbrochen, denn wann bekommt man schon einmal die Gelegenheit, bei der Brachschwalbenproduktion live dabei zu sein?

von Karin:
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So standen wir ewig am gleichen Fleck, auch dann noch, als die beiden Hauptgefiederten den Schauplatz schon längst verlassen hatten.
Neben uns im Wasser lag ein Hippo, das immer mal wieder misstrauisch zu uns hoch schaute. Ein kleiner Malachit-Eisvogel landete auf einem Halm.

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Irgendein Gesummse, aber hübsch anzusehen.

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Erstaunlich, dass Karin und Peter so viel Geduld mit uns hatten und sehr brav nicht einmal drängelten weiterzufahren. Danke!
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