Überfälle auf Touristen - Sept 2018 - Erongo

188 Antworten · 45,5k Aufrufe · gestartet 11. Sept. 2018 von travelNAMIBIA
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7 Beiträge · seit 201808. Okt. 2018 ·
Servus zusammen,

ich lese schon länger hier im Forum mit da ich mit meiner Frau zeitnah nach Windhoek fliegen.
Das ist unsere erste Reise nach Namibia.

Da wir mit dem Auto unterwegs sind bereitet uns das was wir hier so lesen mit den Touristenüberfälle leider schon etwas Sorgen.
Wir wollen aber auch nicht den gesamten Urlaub mit einem unguten Gefühl verbringen.
Hatten uns bei der Entscheidung über das Reiseziel letzte Jahr auch für Namibia entschieden da es uns als relativ Sicher vorkam.
Vielleicht hat noch jemand paar Tipps allgemein.
Das man egal was ist nicht anhalten soll mit dem Auto habe ich hier schon rausgelesen.

Mfg Chris
62 Beiträge · seit 201708. Okt. 2018 ·
den Bericht in der AZ kann man nur mit Abo lesen?

BG
Werner
158 Beiträge · seit 201808. Okt. 2018 ·
Einfach oben in der Befehlszeile auf die Leseansicht gehen, dann geht es auch ohne ABO 🙂
zuletzt bearbeitet 08. Okt. 2018
2’610 Beiträge · seit 200708. Okt. 2018 ·
Hallo Chris,

ich kann mir vorstellen, dass diese Nachrichten für einen "Ersttäter" schon sehr erschreckend sind. Auch für uns, die schon ziemlich oft in Namibia waren ist die Entwicklung beängstigend. Trotzdem müsst ihr jetzt nicht an jeder Ecke mit einem Überfall rechnen. Besonders wenn ihr in dieser Gegend (und auch sonst überall) unterwegs seid, dann bleibt aufmerksam, verriegelt während der Fahrt alle Türen und haltet nicht an für irgendwelche Hilfen. Das ist zwar normalerweise nicht unser Ding, aber im Moment sollte man auf Nummer sicher gehen. Wenn ihr Fotostopps macht, prüft zuerst, ob irgendwelche Menschen in der Nähe sind, lasst das Fahrzeug nirgendwo unverschlossen stehen und versteckt euer Geld, Kreditkarten irgendwo an unzugänglicher Stelle im Auto. An den Picknickplätzen an den Hauptpisten handelt ihr genauso, steht ein Fahrzeug schon dort mit (schwarzen) Einheimischen fahrt weiter. Ein Fake-Geldbeutel mit nicht zu wenig Geld und vielleicht einer abgelaufenen Kreditkarte hast du griffbereit.

Ich bin zwar überzeugt, dass euch nichts passiert, aber vielleicht fühlt ihr euch dadurch etwas sicherer.

Ich wünschen euch trotzdem einen schönen Urlaub und ganz viele, schöne Erlebnisse.
Jambotessy
Nur im Vorwärtsgehen gelangt man ans Ende der Reise. (Sprichwort der Ovambo) 1x Togo + Benin (mit TUI), 1x Ruanda + Zaire ( mit Explorer Reisen), 3x Kenia (in Eigenregie mit dem Bodenzelt), 23 x südl. Afrika (in Eigenregie Namibia, Botswana, Zimbabwe, Sambia, Südafrika/ 17x mit dem Dachzelt und 6x ohne Dachzelt)
16,9k Beiträge · seit 201208. Okt. 2018 ·
Jambotessy schrieb:An den Picknickplätzen an den Hauptpisten handelt ihr genauso, steht ein Fahrzeug schon dort mit (schwarzen) Einheimischen fahrt weiter.
Das hätte ich bis vor 2 Jahren auch genauso unterschrieben. Man unterschätzt aber einfach, wie schnell ein Fahrzeug von der Hauptstraße ausscheren kann und wie flink die Insassen aus dem Auto sind, noch bevor das überhaupt zum stehen kommt.

Wenn man da erst noch sitzen bleibt, um zu gucken "was passiert da jetzt?", dann hat man schon verloren.

LG
Logi
2’610 Beiträge · seit 200708. Okt. 2018 ·
Hallo Logi,

ich meinte auch eher, dass man schon vorher schaut und nicht erst hinfährt, womöglich stehen bleibt und wartet. Wir machen es schon länger so, dass wir weiter fahren wenn es nicht schon von weitem ersichtlich ist. Ist natürlich kein "Allheil-Mittel" gegen Überfälle, aber vielleicht eine kleine Möglichkeit einem Überfall aus dem Wege zu gehen.

LG
Jambotessy
Nur im Vorwärtsgehen gelangt man ans Ende der Reise. (Sprichwort der Ovambo) 1x Togo + Benin (mit TUI), 1x Ruanda + Zaire ( mit Explorer Reisen), 3x Kenia (in Eigenregie mit dem Bodenzelt), 23 x südl. Afrika (in Eigenregie Namibia, Botswana, Zimbabwe, Sambia, Südafrika/ 17x mit dem Dachzelt und 6x ohne Dachzelt)
7 Beiträge · seit 201808. Okt. 2018 ·
Hey jambotessy

Schade für mich hört sich das fast so an als das man am besten gar nicht anhält.
Die Tipps von dir nehmen wir dankend an.
Ich hoffe mal das hier im Moment mehr Wirbel gemacht wird und es garnicht so schlimm ist.

Mfg Chris
2’610 Beiträge · seit 200708. Okt. 2018 ·
Hi Chris,
nee nee, man soll sich nur vor Augen halten, auf was man evtl. achten sollte. Vielleicht werden die Burschen ja auch noch schnell geschnappt. Die Zeiten, wo wir an einem Picknickplatz an der Straße unser Zelt aufgeschlagen haben sind schon lange vorbei, aber es laufen ja weder in Namibia noch sonst wo nur Räuber, Mörder oder zwielichtige Gesellen herum.

LG
Jambotessy
Nur im Vorwärtsgehen gelangt man ans Ende der Reise. (Sprichwort der Ovambo) 1x Togo + Benin (mit TUI), 1x Ruanda + Zaire ( mit Explorer Reisen), 3x Kenia (in Eigenregie mit dem Bodenzelt), 23 x südl. Afrika (in Eigenregie Namibia, Botswana, Zimbabwe, Sambia, Südafrika/ 17x mit dem Dachzelt und 6x ohne Dachzelt)
7 Beiträge · seit 201809. Okt. 2018 ·
Danke für die Rückmeldungen wir werden auf jedenfall die Augen offen halten uns aber nicht verrückt machen!
Trotzdem schade das man sich über sowas überhaupt Gedanken machen muss.

Mfg Chris
Jambotessy schrieb:Hi Chris,
nee nee, man soll sich nur vor Augen halten, auf was man evtl. achten sollte. Vielleicht werden die Burschen ja auch noch schnell geschnappt. Die Zeiten, wo wir an einem Picknickplatz an der Straße unser Zelt aufgeschlagen haben sind schon lange vorbei, aber es laufen ja weder in Namibia noch sonst wo nur Räuber, Mörder oder zwielichtige Gesellen herum.

LG
Jambotessy
2’530 Beiträge · seit 201109. Okt. 2018 ·
Wenn ich auf Teer anhalten muß dann fahre ich meistens die nächste Sandstraße rein und ein paar Kilometer weit weg von der Teerstraße. Ich halte auch da wo ich die Sandstraße in beide Richtungen gut einsehen kann. In der Umgebung von den meisten Teerstraßen ist fast überall Farmgebiet und die Locals fahren auf Teer von A nach B und meiden Gravel.
Best Regards Adolf Conservation is our passion! Trustee, Sponsor & SA Contact for 'Desert Lion Conservation'! Sponsor of Desert Elephant Conservation. Hobby: Land Cruiser Touring Vehicles. Member of the LCCSA. Slogan: Tread lightly, leave nothing but your foot prints!
zuletzt bearbeitet 09. Okt. 2018
151 Beiträge · seit 201609. Okt. 2018 ·
Dass es zu solchen Überfällen kommt, ist leider nicht ganz verwunderlich. Wir haben in Namibia ein riesiges Gefälle zwischen dem, was ein üblicher Arbeiter verdient und dem was wir in wenigen Wochen an Geld ausgeben. Alleine beim Füllen unserer Doppeltanks lassen wir in etwa den Monatslohn des Tankwartes liegen. Unsere weissen Campingwagen sind deshalb weithin klar erkennbare «fahrende Geldbörsen» und laden diejenigen ein, die aus irgendwelchen Gründen rasch zu Geld kommen wollen. Und je höher die Diskrepanz zwischen Reich und Arm, desto eher geschehen leider solche Geschichten. Leiden muss am Schluss der Grossteil er ehrlichen Bevölkerung, da die Touristen immer misstrauischer werden. Das ist beileibe nicht nur in Namibia so, aber aufgrund der auffälligen Fahrzeuge, in denen die Touristen garantiert viele Wertsachen mitschleppen, sind Überfälle einfacher und der Schutz für Touristen schwieriger.
zuletzt bearbeitet 09. Okt. 2018
517 Beiträge · seit 201809. Okt. 2018 ·
Hallo,
leider sind die Zeiten seit mind.10 Jahren vorbei, als man gemütlich an den Rastplätzen unter einem Schattenbaum seine Frühstückspause oder Kaffeepause machen konnte. Zumindest als Tourist bzw. als weißer Erdenbürger mit entsprechenden Fahrzeug, (ich habe noch nicht gehört, dass schwarze Mitbürger von schwarzen Gangstern auf diese Art überfallen/ausgeraubt/bestohlen wurden)
Man sieht meist nur noch größere Touristengruppen an den Rastplätzen Pause machen. Für uns Einzelreisende taugen diese Stellen nur noch zum mal Ausstrecken, Gucken ob am Auto alles i.O. ist, Pinkelpause. Natürlich immer im Augenwinkel, was sich auf der Straße nähert. Wenn der Motor schon von dem sich nähernden Auto abtourt, dann bereits ins Auto gehen und Türen zu, man kann ja wieder aussteigen..... Leider Leider
VG
52 Beiträge · seit 200812. Okt. 2018 ·
Hallo,

ich weiss, dass Sicherheitsthemen hier sehr kontrivers diskutiert werden aber ich finde derartige Threads zur Sensibilisierung doch hilfreich. Wir sind nächste Woche mehrere Tage in besagter Region und Dank dieses Threads besonders auf der Hut! Hoffentlich nehmen sie die Campsites an der Spitzkoppe nicht ins Visier. Da sind wir auch länger...

Weiss jemand ob die Polizei die Täter zwischenzeitlich gefasst hat?

Ich wäre Euch sehr dankbar wenn Ihr updates zu der Situation in der Region weiter posted! Hier schaue ich regelmässig auch von unterwegs vorbei - sonst bekommt man die Informationen als nicht regelmässiger AZ-Leser nicht mit!

Vielen Dank!
VG Selous
90 Beiträge · seit 201812. Okt. 2018 ·
landcruiser1970 schrieb:Dass es zu solchen Überfällen kommt, ist leider nicht ganz verwunderlich. Wir haben in Namibia ein riesiges Gefälle zwischen dem, was ein üblicher Arbeiter verdient und dem was wir in wenigen Wochen an Geld ausgeben. Alleine beim Füllen unserer Doppeltanks lassen wir in etwa den Monatslohn des Tankwartes liegen. Unsere weissen Campingwagen sind deshalb weithin klar erkennbare «fahrende Geldbörsen» und laden diejenigen ein, die aus irgendwelchen Gründen rasch zu Geld kommen wollen. Und je höher die Diskrepanz zwischen Reich und Arm, desto eher geschehen leider solche Geschichten.
Mit dieser gern bemühten, mono-kausalen Erklärung kann ich nichts anfangen. Derart simple Herleitungen sind immer sehr beliebt, weil sie die Welt scheinbar verständlich machen, ohne dass man sich tiefer mit einer Problematik auseinander setzen muss. Zutreffend sind solche Vereinfachungen aber in den seltensten Fällen.

In zahlreichen Ländern in Südostasien und im arabischen Raum gibt es ein ähnlich großes Gefälle zwischen Arm und Reich. Dort gibt es aber nicht diese ausgeprägte Kriminalität in Form von schwerem Diebstahl und Raub. Die, die in Namibia die Überfälle begehen, sind auch mitnichten die Allerärmsten in der Bevölkerung. Deshalb taugt Arm vs. Reich nicht als Erklärung. Sozialisierung, kulturelle und religiöse Normen, (nicht) funktionierende Justiz uvm. spielen eine große Rolle.

D.
274 Beiträge · seit 201712. Okt. 2018 ·
Auch ich werde in ca. 4 Wochen dort (mit dem Motorrad) unterwegs sein. Augen auf, Hand am Gasgriff und durch, wird die Devise sein.
zuletzt bearbeitet 12. Okt. 2018
43 Beiträge · seit 201813. Okt. 2018 ·
Hmm wir hatten eigentlich vor einpaar Tage mit dem Dachzelt in Homeb zu verbringen.. ...??
151 Beiträge · seit 201613. Okt. 2018 ·
@dreamliner.
Ich denke, diese Sicht ist wiederum zu einfach. Ich bin viel gereist, unter anderem in Südamerika und Indien. Auch dort besteht das Risiko von Überfällen, die ihre Ursache schlussendlich irgendwo im wirtschaftlichen Gefälle haben. Meist geht es aber um den Diebstahl von Rucksäcken oder Taschen, Taschendiebstahl etc. In kaum einem anderen Land der zweiten Welt (zu der ich Namibia zähle), sind aber soviele Touristen in so auffälligen Fahrzeugen mit samt allen Wertsachen unterwegs. Das macht die Form des Überfalls interessant. In Südamerika hingegen, wo Touristen meist mit dem öffentlichen Bus reisen, versucht man ihnen eher mal den Rucksack zu entreissen oder man überfällt gleich den ganzen Bus samt Einheimischen (in Peru z.B. öfters zu beobachten). So simpel die Theorie vom wirtschaftlichen Gefälle auch tönt, hat sie doch einen entscheidenden Einfluss: Nur wenn viele Leute wenig zu verlieren haben, während andere vieles besitzen, lassen sie sich zu Überfällen etc. animieren. Touristen in grossen Safari-Campern sind dabei ein einfaches und auffälliges Ziel. Die Einheimischen müssen sich aber ebenfalls fürchten, man schaue sich nur mal die eingefriedeten Liegenschaften in Windhoek an - wohl nicht ohne Grund. Dass eine evtl. zu lasche Justiz das Ihrige dazu beiträgt, stimmt sicher auch. Aber grundsätzlich ist es sicher so: Wenn es einem Grossteil der Bevölkerung in Namibia wirtschaftlich gut ginge, gäbe es kaum Übefälle.
115 Beiträge · seit 201713. Okt. 2018 ·
Warum gibt es dann im ebenfalls mindestens genauso armen, wenn nicht noch ärmeren Burma oder Nepal, sprich Asien, keine/kaum Überfälle bzw. Kriminalität? Doch ne Mentalitätssache vielleicht?

Michael