Reisebericht

Botswanas Beasts & Beauty im April

von Rehema · begonnen 18. Apr. 2018 · 124 Teile

Teil 12102. Dez. 2018
Samstag, 14.04. 2018: Good-Bye Zambia! – Hello Malawi again!
Letzte Chance für die Gasflasche


Da das Frühstück (auf der Hinfahrt getestet) hier nicht sonderlich schmeckte (auch wenn die Gastgeber es mit Hingabe bereitet hatten!) und uns nur Zeit kosten würde (und um diese Uhrzeit eigentlich eh keiner von uns Hunger haben würde…), haben wir am Abend entschieden, um 6 aufzustehen und gleich loszufahren, um möglichst früh an der Grenze zu sein. Von dort ist es dann nur noch ca. 1 h bis Lilongwe, wo wir in einer mall eine Frühstückspause machen können.

Straße kurz vor Chipata

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In Chipata steuern wir die KOBIL-Tankstelle an, in der Hoffnung, unsere legendäre, hier erstandene und nirgends in Malawi oder Tanzania befüllbare K-Gas-Flasche wieder los zu werden!

Da stehen sie alle – die khakigrünen K-Gas-Flaschen! Und die Tankstelle hat auch schon offen! Unsere Hoffnung steigt! Doch nicht für lange: die Angestellte erläutert uns, dass unsere Flasche ja gelb, und nicht khakigrün wäre, und diesen Fall deshalb der Boss entscheiden müsse. Der käme in ca. einer halben Stunde.
Tja – gekauft hatten wir hier eine khakigrüne. Und sie dann nirgends befüllen können. Nur im schwarzafrikanischen Wunderland Kenya und seinem „everything is possible-Hub“ Nairobi bekamen wir sie anstandslos getauscht, ebenfalls in eine K-Gas-Falsche. Nur ist diese eben gelb.
Tja, in Afrika können große Probleme manchmal erstaunlich klein, und kleine ebenso manchmal erstaunlich groß werden!!!!! 😛 😠 🙄

Volker und ich schauen uns kurz an – was wir jetzt machen? Wir denken beide das Selbe: ob es wirklich bei einer halben Stunde bleiben wird? Keiner von uns traut dem Braten. Und dann warten wir, und warten, und warten…. Und der Grenzübergang wird immer voller, und voller, und voller…. Und selbst WENN der Boss dann käme – ist uns ja noch nicht garantiert, dass er sich auf diese GELBE Flasche einlassen würde!
Schnell entscheiden wir, dass uns unsere Zeit das nicht wert ist, und wir unsere Gasflasche wohl einfach Gasflasche sein lassen müssen! So stirbt also eine vom ersten bis zum letzten Tag dieser Reise gehegte Hoffnung, diesen uns seit 2 Jahren ständig begleitenden „Gas-Flaschen-Murks“ mal endgültig zu beenden!

(Um Missverständnissen vorzubeugen: sie hat uns 2 Jahre lang gute Dienste erwiesen – nur mit einer Camping-Gasfalsche unterwegs zu sein und in einem Land zu leben, in dem (Nachbarländer eingeschlossen) man sie nicht mal auffüllen geschweige denn umtauschen kann, da das Gewinde anders herum geschnitten ist, ist schon, gelinde gesagt, ein bisschen „ungeschickt“….)

Also nehmen wir sie wieder mit uns zurück nach Hause, und werden sie am Ende, kurz bevor wir Malawi verlassen, als letzte Möglichkeit unseren britischen (mit zimbabwischer Vergangenheit) Freunden überlassen, die im kommenden Jahr einen Trip nach Kenya planen. Ich bin gespannt, ob sie dieses weitgereiste Stück dann noch gegen ein paar Kenya-Shillinge werden tauschen können…..

Bis wir an der Grenze sind ist es am Ende doch nach 8 Uhr geworden (etwas später aufgestanden, etwas später losgefahren, an der Tankstelle palavert….), doch geht die Abfertigung diesmal recht zügig. Für die Einreise nach Malawi benötigen wir als Residents ja nur einen Stempel, dass unser Auto wieder im Land ist (neben einem Stempel im Pass). Das geht wie gewohnt an dieser Grenze recht zügig. Wir brauchen kein Geld tauschen und sind somit schnell durch (naja, insgesamt auch ne Stunde, aber das ist für einen Grenzübergang ja doch harmlos!!!)

Nur kurz für diejenigen, die Von Malawi NACH Zambia hier einreisen wollen und dafür Zambische Kwacha benötigen (in diversen anderen threads ging es neulich um die Papiere, die man hier alle braucht usw.):
Man muss ich in der Regel NICHT auf die Geldtauscher einlassen, die einem schlechte Kurse geben! Auf der Zambischen Seite ist ein ATM, bei dem man einen besseren Kurs bekommt!!!! Sollte der einmal kein Geld ausspucken, kann man sich ja immer nochmal an die Burschen mit den Geldbündeln wenden….
Auf malawischer Seite ist, soweit mir bekannt, KEIN ATM! Erst wieder in Lilongwe!


So sind wir nun wieder zurück – „Home, sweet home“, oder auch „difficult home“ - je nachdem, wie man es betrachtet! Kaum über die Grenze ist man auch schon wieder umgeben von Menschen, wie überall in Malawi! Nirgends haben wir die Unterschiede zwischen zwei Ländern hinter einem Grenzübergang bisher krasser erlebt als hier in Chipata!

Mit „Pinkelpausen“ am Straßenrand ohne Menschen, wie in Zambia

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Wird es hier in Malawi nun nichts mehr werden…
Menschen über Menschen....

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Verkauft wird am Straßenrand alles mögliche

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Doch das Gemüseangebot ist immer recht eingeschränkt. Meist Tomaten, Zwiebeln und Cabbage….
Selten sieht es so reichhaltig aus wie hier:

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Und auf den Straßen die üblichen Verkehrsteilnehmer

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Bis wir in Lilongwe zu unserem inzwischen heiß ersehnten Frühstück kommen, ist es am Ende doch schon halb elf – irgendwie hat sich das Ganze nun doch etwas mehr gezogen als erwartet. Auch sind wir heute wirklich alle müde, fühlen uns wie durchgekaut und ausgespuckt und stellen fest, dass es höchste Zeit ist, dass wir wieder nach Hause kommen!!!

Dennoch lassen wir uns jetzt Zeit bei Muffins, Kaffee und Kakao. 😉
Und dann geht es noch die letzten 320 km wieder gen Süden nach Blantyre!
Teil 12204. Dez. 2018
Fortsetzung Chipata – Blantyre
Home, Sweet Home!


Diese Strecke zwischen Lilongwe und Blantyre kennen wir alle inzwischen gut – Volker noch mehr als wir anderen 5, da er auch hin und wieder beruflich nach Lilongwe muss. Sie läßt sich wie immer recht gut fahren. Der Verkehr ist, verglichen mit Ländern wie Kenya und Tanzania, sehr spärlich, und der Teer größtenteils sehr gut.
Zwischen Lilongwe und Dedza gefällt mir die Landschaft immer besonders gut:

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Und auch sonst fühlt sich der Blick durchs Fenster einfach wieder vertraut und heimisch an:

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Tomatoes everywhere…..

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Leider ist auch der Müll allgegenwärtig 🤢 :

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Und wie immer: Menschen, Menschen, Menschen....

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Die Kinder erwachen wieder zum Leben und singen aus voller Kehle wie auf der Hinfahrt das Mini-Bus-Lied 😄 :

„My name is Ephraim, I own this Mini bus
Pay your ticket, jump aboard, there’s room for all of us!
I don’t have a liscense, I don’t know how to drive.
Say a little prayer and hope you survive!

I just go: BIIIEP! BIIIEP! – ODI!
Sindifuna ngozi!
I just go: BIIIEP! BIIIEP! – Odi!
Sindifuna ngozi!

The rules of the road don’t apply to me
I am a Mini bus driver – you see!
I go where I like and I stop anywhere.
Azungu go mad, but I don’t care!

I just go: BIIIEP! BIIIIEP! – Odi!
…..

One day I hope to have a big place
me and my suped up Toyota Hilux
against Michael Schuhmacher and his Ferrari
racing the roads of MALAWI!

I just go: BIIIIEP! BIIIEP! – Odi!
…..”
Teil 12304. Dez. 2018
Am späten Nachmittag nähern wir uns endlich Blantyre – hier der Mt. Ndirande, einer der 3 großen Berge, die Blantyre umgeben:

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Dann hat uns die Stadt wieder:

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Bald hoppeln wir die schlechte Straße in unserem Estate entlang

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Und erblicken unsere Hof-Einfahrt (links)

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Die Kinder stürmen, wie immer, wenn wir von langen Reisen wieder kommen, wie wild durch das Gate, um unsere 3 Hunde zu begrüßen. Denen wackelt vor Freude nicht nur der Schwanz, sondern der ganze Körper! Das ist immer ein lustiges Begrüßungs-Trara! 🤩 🤩 🤩 🤩

Nach einer knappen Stunde, in der jeder erst mal in seiner Ecke ankommen kann, laden wir gemeinsam noch das Auto aus. Es gibt sogar gerade Strom! Also nichts wie schon mal eine Waschmaschine anschmeißen – wer weiß wann diese Gelegenheit wieder kommt!!! 😛
Den Rest der „Nachwehen“ eines 6-köpfigen Camping-Urlaubs wird in den folgenden Tagen peu a peu beseitigt. Heute sicherlich nicht mehr.
Vertraut senkt sich die Sonne über der Stadt hinter dem Mt. Michiru in den Schlaf.

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In uns sind noch viele Bilder lebendig – aber keine Sorge, ich werde sie jetzt nicht alle wiederholen.
Nur unser spezieller Begleiter vieler unserer Reisen, der Büffel (dieser hier von den Black Pools), muss noch sein:

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Und auch mein besonderer Freund vom South Gate, der verrückte Hornbill, grüßt Euch nochmal zum Abschied!
(Ein Wunder, dass der Außenspiegel ganz geblieben ist bei seinem Gehacke!!!)

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Ich bedanke mich bei all meinen treuen Mitreisenden! 😉
Und verabschiede mich von Euch nach dieser kleinen gemeinsamen Wegstrecke
mit der Abschiedsszene zwischen Fuchs und kleinem Prinzen:

»Lebe wohl«, sagte er …
»Lebe wohl«, sagte der Fuchs. »Hier ist mein Geheimnis. Es ist sehr einfach:
Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.«
»Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar«, wiederholte der kleine Prinz, um es sich einzuprägen.
»Die Zeit, die du für deine Rose gegeben hast, sie macht deine Rose so wichtig.«
»Die Zeit, die ich für meine Rose gegeben habe…«, sagte der kleine Prinz, um es sich einzuprägen.
»Die Menschen haben diese Wahrheit vergessen«, sagte der Fuchs.
»Aber du darfst sie nicht vergessen. Du bist für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast. Du bist für deine Rose verantwortlich.«
»Ich bin für meine Rose verantwortlich«, wiederholte der kleine Prinz, um es sich zu merken.
Teil 12411. Dez. 2018
Vielen Dank Euch allen, die Ihr nochmal ein abschließendes Kommentar gegeben habt! Wenn man sich die Mühe eines Berichtes gemacht hat, tut das schon auch gut!
Es hat mich darüber hinaus sehr gefreut, "unterwegs" einige etwas "seelenverwandte" unter Euch entdeckt zu haben. Und es ist auch schön, dass es noch genügende gab, die ich mit meinem Bericht nicht gelangweilt habe, auch wenn es hier schon genug Berichte über Botswana gibt....

@busko. Danke für Dein liebes Kommentar!

@Daxiang: es war schön, Dich dabei zu haben - Danke!

@Flori: ich habe mich über alle Deine Beiträge unterwegs gefreut!

@Mzeekenya: es war mir eine Ehre, Dich an Bord zu haben!

@freshy: meinst Du wirklich, dieser Bericht sollte ewig weiter gehen? Ich glaube, ich habe mit meiner großen "Umzugaspause" einige unterwegs verloren, und man kann sowas ja auch nicht endlos ausdehnen.... Irgednwann ist die Luft raus, bei Schreiber UND Leser, glaib ich. Aber ich danke Dir für Deine immer wieder anerkennenden Worte - und nicht zuletzt gebührt Dir hier noch ein spezielles "Danke", da Du (unter einigen anderen) in der Vorbereitung SEHR viel dazu beigetragen hast, dass diese Reise gelungen ist! Ich drücke Dich!

@Matthias: dass Du ganz am Ende doch nochmal aus der Versenkung aufgetaucht bist, hat mich gefreut! Schön, dass Du dabei warst!

@CuF: wie schön, dass ich Dich dabei haben durfte, und danke für die Blumen!

@kalaharicalling: das war eine schöne "Begegnung" mit Dir als Botswana-Kennerin! Danke! Und ganz nebenbei: v.a. mein Benjamin und ich sagen nach dieser Reise: wenn wir nochmal die Chance kriegen, dann möchten wir in der Trockenzeit auf die Salt Pans UND: we can hear the Kalahari calling..... 😉

Wer weiß, ob und wenn ja wann das sein wird. Aber: höre nie auf, an Deinen Träumen zu arbeiten!

Und deshalb stelle ich Euch hier noch ein Bild ein, das ich in Malawi vor ca. 6 Monaten in der Toilette eines Cafes in Blantyre abfotografiert habe, als ich wieder mal sehr niedergeschlagen war, und unseren Traum von Tanzania aufgeben wollte:

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Vielleicht inspiriert es ja auch den ein oder anderen unter Euch! 🤪
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