OlliThemenstarter143 Beiträge · seit 200808. Apr. 2018 · #1
Liebe Namibiainteressierte und Namibiafans,
ich lese immer öfter im www. daß spontane Reisen nach Namibia nicht möglich sind. Unterkunftsbuchungen jeder Art sind wegen der großen Nachfrage kurzfristig nicht zu erhalten, Mietfahrzeuge sind sowieso nur langfristig zu „ergattern“. Nun, dies alles stimmt (!), …wenn man sich darauf beschränkt.
Namibia ist aber auch anders zu bereisen. Selbst in der Regenzeit kann man unser Land wunderbar erleben. Das Erlebnisspektrum ist in der feuchten Jahreszeit weit größer als in den Wintermonaten der Südhalbkugel. „Aber die Tiere sieht man doch nur in der Trockenheit!“, hören wir bei der Beratung sehr häufig. Nein, das stimmt nicht! Man sieht in der Trockenheit eine Unmenge an Tieren an den Wasserstellen in den Nationalparks. Nur dies ist richtig. In der Regenzeit sind Tiere auch im freien Busch zu entdecken und zu beobachten. Quantitativ sind Tiersichtungen in den Regenmonaten nicht zu übertreffen. Aber die Qualitäten der Tiersichtungen sind ganz anders! Ich möchte an dieser Stelle einige Vorzüge einer Namibiareise in der Regenzeit aufzeigen: • Durch den Regen ist die Natur erwacht! Man hat ein viel breiteres Erlebnisspektrum in der Natur! • Die Tageszeiten sind länger! • Die Farben in der Natur sind intensiver, die Gerüche allein sind eine Reise wert, wenn man sich dafür sensibilisieren mag. • Die Tierwelt verhält sich viel agiler als im Südwinter! So kann man z.B. die berühmten „Prellsprünge“ der Springböcke nur in der Regenzeit erleben! • Das Fahrerlebnis für selbstfahrende Namibiareisende ist von besonderem Stellenwert, …na gut, das kann man auch als Negativkriterium werten 😉
Es gibt natürlich noch weit mehr Aspekte, die ich für eine Namibiareise in der Regenzeit auflisten könnte.
Als kleines Beispiel möchte ich ein paar Bilder von Reisen in der Regenzeit „posten“. Diese Reisen wurden ohne Buchungen durchgeführt. Es wurde in Zelten übernachtet, ohne Camps (Ausnahme: Swakopmund), nur in der Wildnis und sozusagen „im Einklang mit der Natur“.
Ambitionierte Selbstfahrer könnten solche Routen auch im selbstgesteuerten Geländewagen durchführen!
Viel Spaß bei der Inspiration und herzliche Grüße aus einem Regenschauer in Windhuk,
Olli
Eine Reise in der Regenzeit bietet vor allem farbenfrohe Sonnenunter- und Sonnenaufgänge. Hier ein Sonnenaufgang in einem Trockenflußbett im Damaraland.
Selbst in Küstennähe (hier bei der Wildtränke Ganab im Namib Naukluft Park) sind wolkenbeleuchtete Sonnenuntergänge in der Regenzeit keine Seltenheit.
Hier sehen wir einen Regenbogen neben einer von einer Gewitterböe aufgewirbelten Staubwolke in der Küstennamib.
Im Süden macht sich ein Köcherbaum vor einem solchen Himmel besonders gut. Nach einem „erlösenden“ Regenschauer fühlt sich auch der Reisende von der „Last der Tageshitze“ befreit. Frieden tritt ein, …auch in der Seele.
Schon zwei Tage nach dem ersten Regen fängt die Wüste an zu grünen. Dieses Bild wurde vor vier Tagen in den Weiten beim Messum Krater aufgenommen. Deutlich ist der grüne Schimmer zu sehen. Ein herrlicher Kontrast zu den sonst üblichen erdenen Pastelltönen.
Nach ergiebigeren Regenfällen fangen die Lilien in der Wüste an zu treiben und zu blühen. In diesem Jahr hatte ich in der Kalahari das Glück ein riesiges Lilienfeld fotografieren zu dürfen.
Tiersichtungen sind natürlich auch in der Regenzeit möglich. Eine solche Aufnahme ist jedoch immer ein Glücksfall, egal ob in der Trockenheit oder in der Regenzeit.
Auch das ist ein Erlebnis aus der Tierwelt: Ein Gackeltrappen-Hahn sitzt in der grünen „Wiese“ und verteidigt laut krächzend sein Nest. Dieses Erlebnis bietet nur die Regenzeit!
„Im Einklang mit der Natur!“ Diese Aufnahme stammt von meiner Drohne aus 500m Höhe. Wir übernachten in einem Flußbett. Wer findet unser Camp?
Unter einem Felsvorhang hatten wir vor einer Woche unser „Wohnzimmer“ im Trockenflußbett des Khan eingerichtet.
Das Befahren von Trockenflußbetten in der Regenzeit ist nicht ganz ohne Risiko. Man muß wissen was man macht und sollte das Wetter „lesen“ können. Auf jeden Fall macht es einen riesigen Spaß!
Die Nächte sind auch in den Sommernächten sehr häufig zur Sternenbeobachtung geeignet. Hier wird auf das Kreuz des Südens gezeigt.
Eine besonderes Nachterlebnis an der Spitzkoppe: Der feuchte Ostwind der Regenzeit setzt der Spitzkoppe eine Wolkenkappe auf.
In der Regenzeit reicht es mit einem „normalen“ Allradfahrzeug unterwegs zu sein. Es muß kein geländegängiger, allradgetriebener Safarischnelllastkraftwagen aus der Zeit des deutschen Wirtschaftswunders sein! 😎 😎
Wer aus der Wüste zurückkommt, ist reicher, aber auch einsamer. Denn die Zahl derer, die einen verstehen können, ist kleiner geworden. Zitat nach B. Baumann