Reisebericht

Der Westen Kameruns - ein anderes Afrika

von trsi · begonnen 11. Feb. 2018 · 27 Teile

Teil 111. Feb. 2018
Liebe Fomis

Ergänztes Vorwort: Ich berichte hier von meiner Reise im Jan/Feb 2018. Vor 15 Jahren war Wolfgang mit dem Fahrrad in der gleichen Ecke unterwegs. Sein Reisebericht beginnt hier

Kamerun liegt weit weg vom südlichen Afrika, wird eher wenig bereist und gerade der anglophone Westen ist aufgrund der momentanen politischen Situation für Touristen wohl nicht als Lieblingsdestination zu bezeichnen. Zudem war ich in einer Gruppe unterwegs und nicht als Individualreisende. Durch die Anzahl der benötigten Zimmer waren wir auch in der Auswahl der Hotels eingeschränkt. Vielleicht beschäftigt sich aber trotzdem jemand damit, den Westen Kameruns zu entdecken - und es gibt unglaublich viel zu entdecken!

Die Studienreise wurde durch ein kirchliches Hilfswerk initiiert und so standen Begegnungen mit der Presbyterian Church of Cameroon (PCC) im Zentrum. Das ermöglichte uns Einblicke, die wir ansonsten kaum gehabt hätten. Im Gegenzug sind wir jedoch an diversen Sehenswürdigkeiten achtlos vorbei gefahren. Alles kann man nicht haben 😉

Während zwölf Tagen reisten wir von Douala über Buea und Kumba nach Bemanda, unplanmässig über Dschang weiter nach Limbe und zurück nach Douala. Unser Reiseorganisator vor Ort war Ivory Tours mit dem deutschsprechenden Guide Sambo. Mit der notwendigen afrikanischen Flexibilität klappte alles wunderbar 🤩

Flug
Air France brachte uns über Paris nach Douala. Der Flieger war alt und eng, das Essen lausig, die Besatzung gut gelaunt und sehr engagiert. Der Rückflug wurde zu einer Odyssee: Aufgrund der Kälte- und Schneeverhältnisse in Paris startete der Flieger mit zwei Stunden Verspätung in Douala. Kein Problem. Somit war aber der Anschlussflug (der dann sowieso annulliert wurde) ausser Reichweite und wir wurden auf einen Flug um 15 Uhr nachmittags (statt 8 Uhr morgens) umgebucht. Der lange Aufenthalt in Paris freute uns wenig, aber irgendwie wird die Zeit wohl vergehen. So starteten wir nachts um zwei in die afrikanische Nacht, liessen den Lärm des nächtlichen Mahls über uns ergehen, würgten morgens aufgrund der falschen Zeitplanung der Besatzung das Croissant ohne Getränke runter... landeten trotzdem einigermassen vergnügt in Paris - um zu erfahren, dass der nachmittägliche Anschlussflug annulliert wurde und wir erst am nächsten Morgen nach Hause fliegen können. 🙄 Eine Begründung der Annullation erhielten wir nicht (es war nachmittag der einzige annullierte Flug). Der Air France Schalter war völlig überfordert und wir standen drei Stunden an, um dann nach anderen Lösungen zu suchen. Denn für uns alle war klar, dass wir keine Nacht in Paris verbringen wollen. So liessen wir uns auf verschiedene Flüge umbuchen, die in Reichweite unseres ursprünglichen Bestimmungsortes landeten. Dort wurden wir individuell abgeholt oder reisten mit dem Zug weiter. Mein Flug ging schlussendlich abends kurz vor 10 Uhr - nach 15 Stunden Transitaufenthalt in Paris. Die Informationspolitik von Air France war unglaublich mies und für die ganzen Unannehmlichkeiten bekamen wir je einen Konsumationsgutschein über 15 Euro - also ein Euro pro Stunde, was bei den happigen Preisen natürlich nirgendwo hinreichte. Irgendwie dünkt mich, dass das so nicht richtig sein kann - ob wir unter diesen Umständen nicht eine Entschädigung zu Gute hätten? Vielleicht hat jemand eine Idee, wo ich entsprechende Informationen finde 😎
Teil 211. Feb. 2018
Sicherheitslage

Im anglophonen Westkamerun kommt es immer wieder zu politisch bedingten Unruhen. Bamenda gilt als Hochburg der Seperatisten. Gewaltsame Zusammenstösse zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften haben wiederholt Todesopfer und Verletzte gefordert. Seit September 2017 haben auch mehrere kleinere Explosionen in Douala und Bamenda Sachschäden verursacht. Zeitweise werden auf den Zufahrtsstrassen zu den grösseren Städten Strassensperren errichtet. - Mit diesen Informationen des Auswärtigen Amtes reisten wir in dieses Gebiet. Unser Reiseveranstalter war immer im engen Kontakt mit den lokalen Behörden.

Es gab einige Strassensperren, die wir zu passieren hatten. "White" and "Pastors" halfen immer, diese relativ zügig zu passieren. Nur selten wollten sie unere Pässe sehen - ob aus Machtdemonstration oder aus Langeweile blieb offen 😉 Ganz anders die einheimische Bevölkerung, die ordentlich schickaniert wurde.

Da in Bamenda ein Generalstreik angekündigt war, verliessen wir die Stadt einen Tag früher als geplant, um in den frankophonen Teil Kameruns zu fahren. In der Nacht vor unserer Abreise fielen während rund 90 Minuten zahlreiche Schüsse, mal näher, mal ferner. Am Morgen hiess es, dass zwei Polizisten von Seperatisten erschossen wurden. Wir waren als Reisende nicht in Gefahr, und trotzdem war es ein sehr eigenartiges Gefühl. Überall war die grosse Anspannung in der Bevölkerung zu spüren. - Quo vadis? 😐

Strassenverhältnisse

Überall, wo die Chinesen schon vorbei kamen, gab es eine wunderbare Teerstrasse... 😗 Zumindest auf den Hauptverbindungsstrecken. Links und rechts davon sind unbefestigte Strassen mit teilweise schwindelerregenden Schlaglöchern - wildes Slalomfahren war angesagt. In der Regensaison wohl gänzlich unbefahrbar. Über Land war es meist ein gemütliches Fahren. In den Ortschaften aber ein unheimlich faszinierendes Gewusel: (überladene) Minibusse, (überladene) Autos, (überladene) Mofas, Menschen mit Handkarren, Menschen ohne Handkarren - und irgendwie ging alles andeinander vorbei 🤩 Einmal waren wir spät dran und mussten noch eine kurze Strecke im Dunkeln fahren. Wenig prickelnd. Die meisten waren ohne Licht unterwegs.
Teil 312. Feb. 2018
Wetter

Wir waren in der Trockenzeit unterwegs. Insbesondere am Meer litt ich trotzdem unter der grossen Luftfeuchtigkeit. In Limbe hatten wir gar einen Regentag - und die Luftfeuchtigkeit stieg von 99% auf 100%... 🤩 So oder so ist das nichts für mich. In den höheren Gebieten (1'000 -1'500 M.ü.M.) war es deutlich angenehmer. Kühl war es höchstens nachts. Da zog ich durchaus auch mal die Decke über meinen Baumwollschlafsack.

Menschen

Es begegneten uns durchwegs freundliche und hilfsbereite Menschen, jedoch die meisten mit einer gewissen Zurückhaltung. Wir waren weit und breit die einzigen Weissen. Ich fühlte mich selten so exotisch. Es gab keine brenzligen Situationen, was auch daran gelegen haben mag, dass wir als Gruppe und mit einheimischen Guides unterwegs waren. Selbst auf dem Markt konnte ich mit der Kamera herumlaufen.
Teil 417. Feb. 2018
Unterkünfte

Douala - Catholic Mission

Eigentlich hätten wir im Seemannsheim einquartiert werden sollen. Doch anscheinend war ein Zimmer zu wenig frei. Leider. Denn vor dem Abflug machten wir da noch Pause und die Anlage war phantastisch. Ebenso waren die Zimmer gut und sauber, wie mir gesagt wurde. Doch eben, es hatte ein Zimmer zu wenig, und so kamen wir in die Catholic Mission. Was soll ich sagen... das Haus hat durchaus einen gewissen Charme, wenn auch in die Jahre gekommen. Die Zimmer sind von äusserst unterschiedlicher Qualität. Ich hatte eine Pritsche, ein Waschbecken (mit Wasser), eine Dusche (ohne Wasser), eine funktionierende aber nicht regulierbare Klimaanlage und eine Kakerlake. Schlimmer erwischte es nur jemand, besser einige, gut jemand. Wer hier also nächtigen möchte, sollte sich unbedingt vorher das Zimmer zeigen lassen... 🤩


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(Im Zimmer war es so feucht, dass sogleich die Linse beschlug...)
Teil 518. Feb. 2018
Buea - Mountain Hotel

Eine grosse Hotelanlage, gepflegt und erstaunlich moderne, sehr saubere Zimmer. Wasser und Strom sind stabil und nichts an der Ausstatung fehlt. Am Pool kommen insbesondere die Männer auf ihre Kosten: Es laufen gerade Proben für eine Modeschau 🤩 Wen das weniger interessierte, konnte auch einfach den Blick auf den Mount Cameroon geniessen (4'097 MüM) 😉

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Bamenda - Ayaba Hotel

Der Reiseführer verheisst wenig Erfreuliches - und es war noch schlimmer. Das Hotel ist staatlich geführt... 🤩 Der Eingangs- / Essbereich war noch relativ gepflegt. Alles andere gruselig, heruntergekommen, schmuddelig, muffig. Ich hatte duzende von Kakerlaken. Eine der zahlreich möglichen Lichtquellen gab ein schwaches Licht. Klobrille/-deckel waren nicht mehr vorhanden. Wasser gab es sehr unregelmässig. Strom ebenso. Immerhin sprang der Generator immer zuverlässig an.

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Dschang - Hotel de Malte

Wir kommen im dunkeln an und reisen frühmorgens wieder ab. Für die eine Nacht wars ganz ok. Das Zimmer ist zwar äusserst klein, aber sauber. Das Badezimmer zweckmässig 😛 Es gibt nur kaltes Wasser, das nach dem Duschen lange nicht ablaufen will... ich kann nicht mehr trockenen Fusses zum Klo 🤩 Am Morgen gibt es kein Wasser mehr. Die Balkontür lässt sich leider nicht schliessen, was ein etwas unbehagliches Gefühl hinterlässt. Zudem ist es dadurch sehr laut.

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Limbe - Hotel Seme Beach

Sehr schön gelegen, direkt am Meer mit eigenem schönen Strand (und Sandflöhen), ca. 20 km ausserhalb der Stadt . Anlage und Zimmer (Reihen-Bungalow) relativ gepflegt. Grosszügiges, sauberes Zimmer mit Klimaanlage. Frühstück enttäuschend und Hygiene nicht ganz so überzeugend... zu viel lebte 🤩

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(Entschuldigt die schlechte Fotoqualität - sind alle mit einem alten Handy gemacht)
Teil 622. Feb. 2018
Gottesdienstbesuch in Buea

Nach einer kurzweiligen Fahrt und ersten Eindrücken trafen wir pünktlich um 9 Uhr zum Gottesdienst ein. Und zu meinem erstaunen war auch fast alle andern schon da. Der Gottesdienst war bunt, mit viel Gesang und Trommeln, mit viel Fröhlichkeit und Herzlichkeit. Spannend war die Zusammenspiel des evangelischen Ablaufes des afrikanischen Spirits. Die Predigt war sehr solide und versiert, die Feier des Abendmahls sehr stimmig, die Mitteilungen mit Finanzbericht und vielem mehr eher etwas langatmig. Aber nach knapp drei Stunden kunterbuntem Programm war die Feier beendet und es gab ein herzhaftes, scharf gewürztes Essen.

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Teil 724. Feb. 2018
Buea

Buea liegt am Fusse des Mount Cameroon auf rund 1'000 Meter über Meer. Die deutsche Kolonialverwaltung unternahm verschiedene Militäraktionen gegen den Ort, der mehrmals zerstört wurde. 1901 erfolgte dan die Verlegung des Verwaltungssitzes der deutschen Kolonie Kamerun nach Buea - wohl des angenehmeren Klimas wegen. Es erfolgte einer rascher Ausbau und noch heute steht einiges aus jener Zeit. "Deutsche Qualität", wie uns die Kameruner immer wieder sagten. Denn in den Augen vieler Kameruner brachten die Deutschen zwar viel Leid, investierten aber auch in die Infrastruktur.

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Der alte Deutsche Friedhof

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Der frühere Gouverneurspalast dient heute als Nebenresidenz des kamerunischen Staatspräsidenten

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Das erste Postgebäude Kameruns - von den Deutschen erbaut

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Bismarck-Brunnen (1899) vor dem Postgebäude
Teil 825. Feb. 2018
Besuch der Tellco-Preswood bei Buea

Der Besuch der Möbelfabrik war äusserst spannend. Sie stellen hier recht hochwertige Möbel her. Die deutschen Maschinen liefern halt deutsche Qualität 😄 Die Kehrseite: Die meisten der Möbel sind für kamerunische Verhältnisse realtiv teuer und lassen sich nur schwer verkaufen. Aus meiner (europäischen) Sicht wäre hier ein Umdenken wichtig. Und dies begleitete mich die ganze Reise immer wieder: Wie gehen wir mit dem kolonialen Erbe um? Damit, dass vieles mit europäischer Unterstützung aufgebaut wurde und noch immer finanziell unterstützt wird. Wer zahlt, befielt? Bleibt die erreichte Unabhängigkeit nur auf dem Papier eine Unabhängigkeit und wir sagen nach wie vor, wie es "richtig" ist? Oder sollen wir der Misswirtschaft einfach zusehen? Müssen wir gar mit einem anderen Auge hinsehen - und wenn ja, mit welchem? Oder ist Entwicklungshilfe, Entwicklungszusammenarbeit wirklich tödlich, wie Dambisa Moyo in ihrem Buch "Dead Aid" sagt? Die Fragen beschäftigen mich sehr, wie ihr merkt 🤨

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Herstellung von Schulbänken

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Die Polsterei ist auch eine gute Garage 🤩
Teil 926. Feb. 2018
Kumba

Eine sehr lebendige Stadt. Wir besuchten hier während zwei Tagen das Presbyterian Theological Seminary. Knapp 70 Studierende werden hier zur Pfarrerinnen und Pfarrer ausgebildet. Die Bachelor-Studierenden erzählten in diesen zwei Tagen von ihren ersten "Felderfahrungen". Sie wurden zuvor für rund vier Wochen in die Gemeinden gesandt. Es war sehr spannend zu hören, mit welchen Erfahrungen sie zurückkamen. Teilweise waren es Themen, die auch in Europa beschäftigen. Häufig kam aber auch für uns sehr Unerwartetes zur Sprache. So erzählte zum Beispiel ein Student, wie der Jugendbeauftragte seiner Gemeinde eine 14-jährige heiraten wollte und bei deren Eltern vorsprach. Oder die Diskussion, ob Männer, die polygam leben, zum Abendmahl (Eucharistrie) zugelassen werden sollen oder nicht. Es war hochspannend, wie nach Antworten gesucht und gerungen wurde.

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Anlieferung des Mittagessens - Kochbananen sind wie immer hoch im Trend 😄

An einem Nachmittag besuchten wir in einer kleinen Gruppe den Markt. Ich freute mich sehr, mich ins Gewusel zu stürzen. Es gab so viel zu entdecken!

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Teil 1003. März 2018
In Kumba besuchten wir auch noch das Youth Center Fiango. Ein paar Schülerinnen und Schüler jeden Alters hatten Spass daran, uns beim Fotografieren zu fotografieren. Leider verpasste ich, sie dabei zu fotografieren 🤩 Bei einer Kirche in der Nähe waren zudem verschiedene Chöre am proben. Alle unter freiem Himmel, so dass wir überall zuhören konnten. Die bunten Kleider beeindruckten mich hier wieder besonders. Vor allem der Chorleiter war einmalig, wie er mit seinem farbigen Gewand rumfuchtelte 😄

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Unterwegs... es gab immer unglaublich viel zu entdecken! Die Minibusse liebte ich über alles. Wobei ich durchaus dankbar war, dass wir nicht ganz so eingepfercht unterwegs waren 🤩

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Teil 1103. März 2018
Ich bekenne mich: Ich esse gerne - und ich esse gerne gut. Vor meiner Abreise hatte ich Gelegenheit, bei einer Kamerunerin etwas vorzukosten. Das schmeckte mir ausgezeichnet und so zog ich fröhlich-zuversichtlich los.

Wie es so ist, wenn man in einer Gruppe unterwegs ist: Es gibt Buffet. Und das war am Anfang aufregend und am Schluss langweilig. Denn es gab praktisch immer dasselbe. Immer Hühnchen und Fisch, und beides schmeckte irgendwie immer gleich. Reis. Selten Kartoffeln. Kochbananen. Kochbananen. Kochbananen. Jams und andere Knollenfrüchte (alles schmeckt sehr vergleichbar), Ndolé. Man hätte denken können, es sei immer der gleiche Koch. Das war sehr schade, erwartete ich doch viel mehr Abwechslung. Das wirkliche Highlight waren die Ananas, Papayas und Wassermelonen - so frisch und schmackhaft hatte ich alle drei noch nie.


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Ein Blick aufs immer gleiche Buffet

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Einmalige Abwechslung: Bushmeet vom Markt: Antilope und Wildschwein. Und wahrsinnig scharf 🤩 Ich nahm einen klitzekleinen Bissen und befürchtete, meine Lippe und mein Gaumen hätten sich aufgelöst. Ich dampfte bestimmt 15 Minuten 😄 Wahrscheinlich hatte ich einfach Pech, dass da grad ein scharfes Häppchen dran war. Aber es zeigte mir doch, wie europäisch gewürzt wir ansonsten bewirtet wurden 😊
Teil 1203. März 2018
Barombi Mbo

Endlich mal etwas ins Grüne! Der Kratersee Barombi Mbo ist mit einem Durchmesser von 2,5 km der grösste Kratersee Westkameruns. Er liegt nur knapp 3 km von Kumba entfernt, so schauen wir an einem Morgen kurz vorbei. Es tut gut, mal etwas zu laufen. Dichtes Grün ist links und rechts des Weges. Der See liegt ungemein idyllisch. Ein kleiner Hafen empfängt die Bewohnerinnen und Bewohner des einzigen Dorfes am See - das auf der gegenüberliegenden Seite liegt.

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Teil 1304. März 2018
Krankenhaus in Manyemen

Anfang der 1950er-Jahre gründete die damalige Basler Mission in Manyemen ein Lepra-Krankenhaus. Dieses ist unterdessem leider dem Verfall preisgegeben. Die Bausubstanz ist zwar noch immer gut, aber es scheinen keine Ideen da zu sein, wie die Gebäude genutzt werden können. In den folgenden Jahren wurde dann zusätzlich das sogenannte "General Hospital" gebaut. Damit wurde die allgemeinde Krankenversorung sichergestellt. Der Staat beschränkt seine Tätigkeiten vor allem auf die Städte. Notfallbehandlungen oder Schwangerschaftsberatungen bleiben in entlegenen Dörfern eine Herausforderung. Gleichzeitig hat sich die Medizin auch in Kamerun verändert. Vieles kann unterdessen ambulant behandelt werden. Die Auslastung des Krankenhauses liegt nur noch bei rund 30%. Bei uns wäre es schon längst geschlossen oder wenigstens die Ausrichtung angepasst worden... Es ist derzeit unklar, ob und wie es weitergeht. Bekanntlich läuft in Afrika das meiste mit einer gewissen Flexibilität 😎

Der Spitalbetrieb funktoniert erstaunlich gut. Das ist wohl der akfrikanischen Improvisationskunst zuzuschrieben. Wasser gibt es - oder auch nicht. Der Strom kommt zu bestimmten Stunden von zwei Generatoren. Halt, einer ist ja vor einer Weile ausgestiegen. Der andere ist hoffentlich unzerstörbar 😐 Im Notfall wird der Generator aber auch mal ausserhalb der gegebenen Zeiten angeschmissen. Kürzlich für einen Kaiserschnitt mitten in der Nacht. Eine Brutkasten für Frühgeburten gibt es auch. Aber natürlich funktioniert dieser auch nur zu den bestimmten Generatorstunden. Ausserhalb davon muss das Frühchen alleine durchkommen.

Was mich sehr nachdenklich stimmt, ist die Situation zwischen dem Missionswerk und der Kirche vor Ort (PCC). Der entsandte technische Leiter wurde vom Moderator (Bischof, Kirchenleiter) vorzeitig nach Europa zurückgeschickt. Der noch anwesende Arzt und die Krankenpflegerin werden ihren Einsatz wohl ordnungsgemäss im April beenden können. Aber auch die beiden werden grundlos angegriffen und kritisiert, aufgrund der Stellung natürlich primär der Arzt. Die Vermutung liegt nahe, die "Weissen" schnellstmöglich loszuwerden. Gleichzeitig ist sich die PCC aber auch nicht zu schade, bei jeder Gelegenheit Geld aus Europa zu fordern - auch besagter Moderator.

Und damit bin ich wieder bei meinem eingangs erwähnten Gedanken: Wie gehen wir mit dem kolonialen Erbe um? Vorbehaltslos und ohne mitzureden bezahlen? Oder sie auch finanziell in die Unabhängigkeit lassen? Doch kann dies gelingen, in Ländern, die im globalen Kontext in vielem Aussenseiter sind (Weltmarkt uvm.)? Ich hab für mich noch keine Antwort gefunden, tendiere aber immer mehr dazu: Afrika muss und kann sich "selber helfen".

Ihr entschuldigt einen kleinen Diskurs? Kürzlich kam eine Sendung über Getreide. Der subventionierte Weizen wird (zunehmend gar schon gemahlen) nach Afrika exportiert. Die (subventionierten) Dumpingpreise sind auf dem afrikanischen Markt konkurenzlos. Gleichzeitig investiert Europa über die Entwicklungszusammenarbeit in Bauerngemeinschaften, damit sie Mehl herstellen können (aus Mais, Manjok etc.). Dafür gibt es aber keinerlei Nachfrage, eben, weil das Weissmehl aus Europa ja so viel günstiger ist... Gleiches lässt sich wohl auch bei anderen Produkten sagen. Ist das nicht völlig paradox? 🤨

Nun aber doch noch eine Bilderflut aus Manyemen. Und für alle, die sich Gedanken zur Reiseapotheke machen: Es gab Antibiotika 🤩

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Grosszügige, schöne, gepflegte Anlage. Und in der Regenzeit auch wunderschön grün, so wurde behauptet 😉

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Krankenpflege wie bei uns, gibt es nicht. Die Angehörigen sind dafür zuständig: Pflege und auch das Essen müssen sie organisieren.

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Ultraschall gab es mal... ist derzeit eher eine Abstellkammer

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Geröngt wird aber noch!

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Natürlich noch klassisch mit Filmen, die entwickelt werden müssen.

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Operiert wird auch... vor allem Kaiserschnitt, Blinddarm und Hernien. Für kompliziertere Operationen muss man nach Douala oder Yaoundé.

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Behandlungszimmer

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Medikamentenausgabe. Der nette Herr hat mich eingeladen, mir allen aus der nähe anzuschauen. Gerne! Kaum war ich drin, hielt er mir einen Zettel entgegen. Hm...? Telefonnummer und E-Mail! 🤩 Ich entschied mich dann, wieder meine Gruppe aufzusuchen 😄

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Gebärsaal

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Wäscherei. Es gibt auch zwei elektrische Waschmaschine. Sie steht da und verstaubt. Laufen tut sie wohl schon lange nicht mehr - wenn sie denn je liefen und nicht einfach von Europa da entsorgt wurden.

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Ernährungsberatung für werdende Mütter

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Ein irrtierendes Bild. Natürlich soll man aufpassen, beim Schlagen mit dem Schlagstock nicht ins Auge zu treffen. Aber ist das wirklich die Botschaft, die die Kirche vermitteln will? Hallelujah. Ich weiss aber nicht, wie aktuell das Kinderschlagen in der Schule (noch) ist.

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Safer Sex oder Enthaltung 🤩

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Besuch in den Krankenzimmern

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Eine wertvolle Begegnung. Diese Frau hatte Lepra und wohnt seither auf dem Gelände des Krankenhauses. Sie meistert ihren beschwerlichen Alltag sehr eindrücklich.

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Die Kirche des Krankenhauses. Vermisst wird ein S und ein I 😛
Teil 1405. März 2018
Bali-Nyonga

Bali-Nyonga liegt in der Nähe von Bamenda. Die PCC hat hier eine Holzwerkstatt, die für das Prescraft-Center in Bamenda Möbel, Trommeln, Rasseln und vieles mehr herstellt. Ein Djembe fand dann auch den Weg in mein Zuhause 🙂

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Mein erster Gedanke: Hier fehlt wohl der Auszubildende, der auch mal aufräumen muss... 😄

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Moses erklärt uns geduldig und leidenschaftlich zugleich, welche Arbeitsschritte nötig sind, damit schlussendlich ein wunderschöner Hocker im Geschäft zum Verkauf angeboten werden kann.

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Missionarsfriedhof

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Mangobaum

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Immer wieder schön anzuschauen sind die Mofas 😎

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Bei der Fahrweise braucht es tatsächlich meist ganz viel Vertrauen 🤪

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So was wie Höchtslast scheint es nicht zu geben 🤩


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Wohlverdiente Orangenpause für alle
Teil 1505. März 2018
Ein bisschen Folklore gabs auch noch 🤩 Die Jungs trommelten und tanzten fleissig drauflos. So Shows sind ja nicht wirklich mein Ding, aber es machte eigentlich allen Spass 😉

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Teil 1606. März 2018
Fons Palace Bali Nyonga

Als Fon wird der Häuptling oder König bezeichnet. Er wird auf Lebenszeit ernannt und ist unabhängiger Herrscher über eine Chefferie. Als Nachfolger wird jeweils einer der zahlreichen Nachkommen, aber nicht zwangsläufig der Erstgeborene, ernannt. Zahlreiche Nachkommen auch, weil der Fon polygam lebt. Vielleicht kennt ihr ja die Geschichte der "Königin von Kamerun" - eine Schweizerin, die eben einen solchen Fon heiratete, mit allem, was dazugehört...

Wir wurden im Königspalast willkommen geheissen. Der König war aber nicht anwesend. Also physisch, denn - gottähnlich - ist er auch da, wenn er nicht da ist. So mussten wir gebückt am Thron vorbeigehen 🤩 So oder so war es ein spannendes Erlebnis 😉

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Auf dem Bild der momentane Fon

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Der Thron 🤪

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Ein Teil des Hofstaates 😉
Teil 1710. März 2018
Aid International – Christian Women of Vision

Diese Frauengruppe bietet medizinische Behandlung und kämpft für die Rechte von Menschen mit HIV. Witwen werden durch Einkommensförderungsmassnahmen unterstützt. Aidswaisen wird die Schulbildung finanziert und medizinische Versorung ermöglicht.

Es war einmal mehr eine sehr eindrückliche Begegnung. Wir hatten die Gelegenheit, mit einzelnen Frauen zu reden, aus ihrer Lebensgeschichte zu erfahren. Unglaublich, was sie teilweise alles erleben und durchmachen mussten.

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Budgetierung 🤩
Teil 1811. März 2018
Auch in Bamenda stürzte ich mich wieder ins Marktleben 🤩 Das Gewusel ist für mich etwas vom Faszinierendsten. Ich hätte gerne mehrere Tage da verbracht, wäre stundenlang über den Markt gelaufen - und ich bin sicher, dann hätte ich auch viel mehr fotografieren können. Beim einmaligen Durchgehen sind - verständlicherweise - viel sehr zurückhaltend und möchten nicht fotografiert werden.

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Teil 1912. März 2018
Gottesdienstbesuch in Bufat

Als wir pünktlich um neun Uhr in der grossen Kirche eintraffen, war diese praktisch leer. Als wir vorzeitig gegen zwölf Uhr aufbrachen, war sie bis auf den letzten Platz gefüllt 😄 Ein farbenfrohes, lebendiges Feiern! Beeindruckend waren einmal mehr die Chöre: Diese Stimmen, dieser Rhythmus - wunderbar 🤪 Es war Gottesdienst, Gemeindeversammlung, Präventionsveranstaltung (Vorsorgeuntersuchung Brust- und Prostatakrebs) und Fundbüro in einem. Der Übergang war jeweils fliessen... es war jeweils ein munteres Raten, was der nächste Akt sein könnte 🤩

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Früh übt sich! 🙂

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Teil 2018. März 2018
Emmanuel Sisterhood in Bafut

Für mich eines der Highlights der Reise. Aus zwei Gründen. Einerseits ist es ein wundervoller Ort, sehr friedlich. Und sehr aufgeräumt : Es ginge nämlich schon, wenn man denn wollte... oder so ähnlich 😉 Andererseits finde ich ihr Engagement für die Gesellschaft eindrücklich. In einem Land, in dem sich der Wert der Frauen an der Anzahl der Kinder misst - so mein Eindruck - empfand ich es ungemein wertvoll, dass in dieser Schwesternschaft den Frauen auch ein alternativer Lebensweg ermöglicht wird. Sie sind zum grossen Teil Selbstversorgerinnen, unterhalten einen Bauernbetrieb und haben ein (empfehlenswertes!) Gästehaus. Eines ihrer Projekte, etwas ausserhalb von Bamenda, besuchten wir später noch. Wer mehr erfahren möchte: Sisterhood


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Die Kirche - mit einem wie ich finde, innovativen Kreuz 🙂

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Der Gebetsraum der Schwestern

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Genäht wird auch fleissig - vor allem Kleidung für die kirchlichen Würdeträger_innen 🤪

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Gerät zur Herstellung der Oblaten

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Ausstechen der Oblaten

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Kühe = Milch... Wir erhielten zum Mittagessen selbstgemachten Joghurt - super lecker! 🤩

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Blick in die Bäckerei. Es roch unverschämt gut - und das Brot war auch unverschämt gut! 😛
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