freshy schrieb:
@Wolfgang: Willst du nicht einen eigenen Thread eröffnen mit "Kamerun" in der Überschrift?
... ich dachte mir, dass die regelmäßigen Leser sowieso nur immer die aktuellste Seite des Threads anschauen. Neue Leser entdecken so aber den lesenswerten Beitrag von trsi von Anfang an, so dass er nicht ganz so schnell in der Versenkung verschwindet. Das wäre nämlich sehr schade und deshalb möchte ich meine Geschichte gerne einfach hier anhängen. Ich habe den Titel des Threads ab diesem Beitrag leicht geändert [Anmerkung: das hat wohl nicht funktioniert] ...
BikeAfrica schrieb:
Ich gab eine Anzeige im Radreiseforum auf, um einen Mitstreiter zu finden. So fing es an ...
... das Radreiseforum ist etwa ähnlich alt wie das Namibia-Forum, hat etwa 10.000 Mitglieder mehr und das Finden von Reisepartnern hat einen anderen Stellenwert als im Namibia-Forum, aber es meldete sich genau ein Interessent. Zufällig wohnte er nur 15 km entfernt, aber uns trennten auch 17 Jahre Altersunterschied. Ich war damals bereits 38 und er war 21 und noch nie zuvor in Afrika, hatte aber bereits eine Radreise in Indien hinter sich).
Wir trafen uns einigen Male, radelten auch mal ein paar Stunden zusammen und beschlossen, die Reise zu unternehmen. Als es darum ging, die Visa zu besorgen, bot ich an, sie persönlich beim Konsulat zu besorgen. Es war etwas teurer als die Pässe nach Berlin zu schicken, aber die Formulare ließen auch einige Fragen offen, die ich beim Konsulat direkt klären konnte. Seinerzeit benötigte man die Angabe zweier Adressen von Unterkünften, von denen z.B. mindestens eine nicht gewerblich sein durfte. Was würde da akzeptiert und was nicht? Ich wollte sichergehen, dass ich anschließend die Visa hatte und nicht möglicherweise die Pässe per Post zurückkämen mit dem Vermerk, die Formulare seien nicht ausreichend ausgefüllt.
Erst am Vortag der Reise kam ich auf die Idee, ein Zimmer für die erste Nacht zu reservieren (wir kamen erst abends in Douala an). Ich schrieb per Mail an die Seemannsmission (Foyer du Marin), bekam aber natürlich keine Antwort mehr, da wir ja bereits am nächsten Morgen sehr früh abflogen.
Nach der Ankunft in Douala wollten wir ein Taxi nehmen und mit den verpackten Fahrrädern zur Unterkunft fahren - so der Plan.
Es gab keine Kombis, sondern nur Stufenheck-Taxis und einen einzigen Kleinbus mit drei Mann Besatzung. Ein Rudel Taxifahrer stürmte mit Angeboten auf uns ein, dazu ein Haufen Vermittler und irgendwann standen wir bei den drei Typen am Kleinbus und verhandeltenn um den Fahrpreis. Es war ein wüstes Durcheinanderreden in einer bunten Menschentraube und wir versuchten, den Überblick und unser Gepäck im Auge zu behalten und gleichzeitig den Fahrpreis auf eine realistische Summe zu drücken, die ja in den meisten Ländern so bei 30-35% liegt. Die Verhandlungen zogen sich über eine Stunde hin, denn wir wollten uns nicht gleich zu Beginn bescheißen lassen (wie wir später erfuhren, haben wir am Ende tatsächlich den für Einheimische üblichen Preis bezahlt).
Es ist über 30 Grad und selbst am Abend lag die Luftfeuchtigkeit wohl noch bei 95% (wir hatten unterwegs später noch Werte von 98 und 99%). Schweißgebadet kamen wir in der Seemannsmission an, wo uns Martin, der deutsche Geistliche uns unbekannter Funktion über den Weg lief. "Heute ist ein schöner kühler Tag" ist alles, was er uns im Vorbeigehen zumurmelte ...
Wir hatten Glück und es war noch ein Zimmer frei, allerdings nur für eine Nacht und nicht für zwei, wie gewünscht.
Über die Reiseregion sprachen wir im Vorfeld nur kurz. Ich schlug die Ring Road im Westen vor und so war schließlich der Plan. Das war auch schon der ganze Plan. Mehr gab es nicht.
Was sollte schon schiefgehen? Unsere Fahrräder waren in Schuss, wir hatten Ersatzschläuche und -reifen dabei, andere Ersatzteile, Wasserfilter, Kocher, Zelte, Impfpässe mit der erforderlichen Gelbfieberimpfung, Malariaprophylaxe, Kreditkarte, EC-Karte, Reiseschecks und ein bisschen Bargeld.
Was schiefgehen sollte, erfuhren wir dann gleich am nächsten Morgen ...
Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...