Margrit403 Beiträge · seit 200623. Jan. 2018 · Vor paar Jahren waren wir unterwegs ins Senyati. Kurz davor wurden wir aufgehalten, infolge zu schnell Fahrens. Sie wollten uns abknöpfen, natürlich ohne Quittung. Wir waren damit nicht einverstanden. Wir machten den Vorschlag, dass wir die Busse in Kasane bezahlen, davon wollten sie nichts wissen. Nach einigem Hin und Her fuhren wir ohne zu bezahlen weiter. Ich hatte natürlich ein ungutes Gefühl, aber es geschah gar nichts.
Richtung Sioma NP wurden wir auch aufgehalten, da wurden wir kontrolliert nach allem Möglichen. Die beiden Polizisten waren sehr nett, am Schluss fragten sie uns nach Geld.
Sie sagten uns, dass sie kaum was verdienen.
Ansonsten hatten wir nie Probleme und wurden ganz selten angehalten.
Was ich von Nordafrika nicht behaupten kann. Allerdings sind es viele Jahre her, da wurden wir öfters an verschiedenen Grenzen aufgehalten.
Einmal wollten wir nach Mauretanien, da benötigte man noch einen militärischen Konvoi.
LG Margrit
MAMatty5 Beiträge · seit 201825. Jan. 2018 · Nach 9 Jahren Tätigkeit für private Hilfsprojekte in Kenia war ich dieses Jahr zum ersten Mal in Namibia ... Mein Gott, das ist Afrika für Warmduscher, in jeder Hinsicht, und ich meine das positiv, vor allem was "Good Governance", Institutionen, Polizei, Zoll, Infrastruktur, Disziplin, einhalten von Regeln und Gesetzen - und natürlich Korruption anbetrifft.
Ich muss schmunzeln, welche Wellen so ein kleiner Korruptionsfall in der namibischen Öffentlichkeit erzeugt.
In Kenia ( und etwas weniger krass in Uganda) ist das an der Tagesordnung, und zwar bei allen staatlichen Organen, nicht nur der Polizei. Vor einem Jahr, auf dem Weg von Jinja nach Kisumu (4 Stunden Fahrt exkl. Grenzformalitäten), bin ich 3 Mal angehalten worden von korrupten Polizisten (1 Mal Uganda, 2 Mal Kenia). Ok, gut, es war gegen Monatsende, dann herrscht Geldknappheit ...
Was den klugen/guten Umgang mit solchen Zwischenfällen angeht, ist bereits fast alles gesagt worden.
Was ich mir angewöhnt habe: ich labere die Polizisten, Zöllner und Beamten zu, bis sie sich entmutigt abwenden. Das dauert meistens nicht lange, so ca. 5 Minuten. Sehr hilfreich ist es, wenn man die gesetzlichen Bestimmungen und Reglementarien kennt, sie damit traktiert, nach dem Vorgesetzen ("I want to talk to a senior officer, please") fragt bzw. verlangt, gemeinsam zur nächsten Dienstelle zu fahren. Das lässt ihnen in 95% der Fälle sofort die Luft raus ... Wenn es ganz hart kommt, mache in mein Notebook auf und schlage vor, die Gesetzestexte durchzugehen. Dort steht dann z.B. schwarz auf weiss, dass die Polizisten nicht direkt kassieren dürfen.
Ich fahre immer nur mit Dash-Cam mit GPS, das ist in Kenia sehr nützlich und ratsam, wenn es darum geht, solche Fälle wie Geschwindigkeitsübertretungen oder Stopschildüberfahrungen zu entkräften. Für uns "Muzungus" ist bei schweren Unfällen der Video-Nachweis fast die einzige Möglichkeit, einem Schuldspruch vor Gericht zu entgehen. Die Richter fällen nämlich sehr häufig ihre Urteile zugunsten derjenigen Partei, die am meisten bietet.
Gruss
Matty