Reisebericht

Reisebericht Selbstfahrer Uganda & Ruanda Jan 2018

von BoxerNuernberg · begonnen 21. Jan. 2018 · 15 Teile

Teil 121. Jan. 2018
Hallo zusammen,
wir sind gerade zurück von einer Selbstfahrertour in Uganda & Ruanda.

Da ich viele hilfreiche Infos hier im Forum gefunden habe, möchte ich in Form eines Reise- / erfahrungsberichts auch gern etwas an die Forenteilnehmer zurückgeben.

Vorab
Wir waren mehrmals in Namibia als Selbstfahrer unterwegs und wollten nun einen anderen Teil Afrikas kennen lernen. Inspiriert durch verschiedene Berichte (u.a. von picco, dessen Berichte ich sehr gern lese), viel die Wahl auf Ruanda. Nach kurzer Anfrage bei einem Veranstalter in Deutschland (dessen Wahl erfolgte auch aufgrund der Berichte hier im Forum) kam die Empfehlung, Ruanda mit Uganda zu kombinieren da knapp 14 Tage für Ruanda vielleicht zu viel sind.
Also Uganda & Ruanda.

Route (in Klammern Anzahl Übernachtungen)
Flug über Amsterdam nach Entebbe
Kampala, Cassia Lodge (1)
Lake Mburo NP, Rwakobo Rock Lodge (1)
-Ausreise/Einreise nach Ruanda-
Kigali, Flame Tree Village (2)
Nyunge Forest NP, Top View Hotel (2)
Lake Kivu, Cormoran Lodge (2)
-Ausreise/Einreise nach Uganda-
Lake Mutanda, Chameleon Hill Lodge (2)
Lake Mburo NP, Mihingo Lodge (1)
Kampala, Cassia Lodge (1)
Rückflug EBB-AMS

Warum Selbstfahrer?
Zunächst einmal, um den Preis nicht noch höher werden zu lassen. Aber auch, weil wir es spannend finden, sich selber um alles kümmern zu müssen (Route, Tanken, Essen+Trinken). Mit dem Linksverkehr und dem Landcruiser als Rechtslenker haben wir auch nach diversen Urlauben keine Probleme mehr.
Teil 221. Jan. 2018
Tag 1
Flug von Amsterdam nach Entebbe.
Wir wussten, dass KLM von Amsterdam zunächst nach Kigali fliegt und nach kurzem Aufenthalt weiter nach Entebbe.

In der Praxis sieht das so aus: Die Passagiere mit Zielort Kigali steigen aus, die anderen Passagiere bleiben im Flugzeug und ein Putztrupp geht kurz durch. Dann steigen neue Passagiere ein und es geht weiter nach Entebbe.

Nach der Ankunft bei der Immigration die richtige Schlange wählen (wir hatten vorab das elektronische Visum für East Africa bereits beantragt und bezahlt) und nach kurzer Wartezeit wurde das Visum eingeklebt. Bei der Immigration wird ein Foto gemacht. Und wer das Erste mal vor einem ugandischen Fingerabdruckscanner steht (an jeder Grenze bei Ein- und Ausreise) hier das Handling (immer feste Drücken auf die Glasplatte !!):
1. Vier Finger rechte Hand
2. Daumen rechts
3. Vier Finger linke Hand
4. Daumen links
Abweichungen führen nicht nur zum Neuanfang bei Punkt 1, sondern auch zu Stress bei den Immigration Officers ("Please do as I told You!").

Am Flughafen neben dem Baggage Claim kann man sich eine MTN SIM-Karte kaufen (kostet sehr wenig und erlaubt Daten- und Sprachkommunikation ohne Roamingkosten). Die MTN SIM hat 3 Stanzungen (normal, mikro, nano).

Diverse Geldwechselbüros stehen auch bereit. Kurz vor dem Ausgang steht ein Geldautomat, bei dem man mit VISA Bargeld ziehen kann.

Draußen dann die Suche nach unserer Abholung zur Cassia Lodge. Dicht gedrängt stehen ca. 30 Leute mit Schildern in der Größe zwischen A6 und A4 dort. Wir entdeckten schnell ein Dame (Christina), die ein Schild mit dem Namen unseres deutschen Reiseveranstalters hielt. Perfekt.

Es ist nunmehr weit nach 23 Uhr, und wir folgen Christina über den fast stockdunklen Parkplatz zum Auto (der Bodenbelag ist nicht gut für Rollkoffer, lieber einen Gepäckwagen nehmen).

Dann über eine Stunde Fahrt zur Cassia Lodge, allerdings ist der neue Highway Entebbe-Kampala fast fertig, was die Fahrzeit um 30 Minuten verkürzen wird.

Dann endlich die Ankunft am Hotel, noch ein kühles Bier auf dem Balkon und schnell schlafen gehen.
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Teil 321. Jan. 2018
Tag 2 (Fortsetzung)
Wir hatten uns vorab mit diversen Navigationsmöglichkeiten beschäftigt, Ziel war es, eine routingfähige Offline-Navigation zu ermöglichen, bei der ich vorab zu Hause in Ruhe bereits die Ziele alle eingeben kann. Folgende Optionen schienen dies zu bieten (alle kostenlos):

Here we go: App für iOS und Android, nach Anmeldung kann man am PC die Ziele speichern und bei Onlineverbindung in die App laden. Karten für Deutschland (zum Testen), Uganda und Ruanda geladen, alles ausprobiert. Schien perfekt.

OSMand: App für Android. Als Backup dabei, hier kann man (nicht ganz trivial, aber möglich) einen ganzen in Garmin Basecamp am PC geplanten Track als GPX-Datei hineinladen und offline in der Karte anzeigen.

Google Offline Karten: Nach Anmeldung bei Google kann man sowohl unter iOS als auch unter Android Kartenbereiche als Offline-Karte auf das Gerät laden. Als 2. Backup dabei.

Kritisch ist insbesondere die Lage der Unterkünfte in Kigali und Kampala, hier habe ich zu Hause bereits doppelt geprüft, ob ich die richtige Adresse ausgewählt hatte.

Wir haben noch zu Hause für unter 10 € einen Universalhalter für Lüftungsgitter gekauft für das Telefon im Auto gekauft und mittels Kabelbinder fixiert.

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Dann ging es los: Das gespeicherte Ziel ausgewählt, Route wurde berechnet und ab ging es ins Gewühl. Sven sagte: Der Stärkere gewinnt im Verkehr, und genau so war es. Es wird reingedrängt und gezwängt, aber wenn man drin ist, wird das auch akzeptiert. Die unzähligen Motorräder kurven um einen herum, sind aber recht aufmerksam (Selbstschutz). Der massive Rammbock am Landcruiser war hier definitiv ein Vorteil.

Eine Straßenkarte hätte uns in Kampala nicht geholfen, dafür ist es zu unübersichtlich und zu chaotisch. Wobei es raus aus der Stadt natürlich einfacher ist als hinein.

Auf der Landstraße wurde der Verkehr dann glücklicherweise weniger, und man konnte auf der Strecke bis zum Lake Mburo NP recht zügig fahren. Viele Polizeisperren, die man langsam passieren musste.

Ein kurzer Stop am Äquator (vernünftiges Cafe / Restaurant dort):

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Zielsicher fand die Navigation den Abzweig zur Rwakobo Lodge. Die Straße dort holpriger, aber mit dem Landcruiser null Problem.

Dann endlich die ersten Tiere.

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Und auf der Lodge stellt sich dann wirklich Urlaubsstimmung ein.

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Teil 421. Jan. 2018
Tag 3
Die Chalets und das Hauptgebäude der Lodge haben uns gut gefallen, abends gab es Buffet und zuvor am Feuer einen Aperitif, dabei konnte man eine Herde Tiere etwas entfernt vorüber ziehen sehen und den Affen im Baum direkt gegenüber zuschauen.

Morgens ging es dann weiter nach Kigali, aber wir wollten den NP ja noch sehen, deshalb waren wir ja hier.
Am Gate Eintritt für uns und das Auto bezahlt (40 USD pro Person).
Wir hatten gar keine USD dabei, obwohl viele Preise in USD sind. Jedoch gingen wir davon aus, dass eine Zahlung in Landeswährung oder EUR auch überall möglich wäre. So war es auch. Die 80 USD wurden in 67 EUR umgerechnet (fair).

Dann suchten wir im NP Tiere. Viel fanden wir nicht, zumindest nicht mehr als am Tag zuvor außerhalb. Direkt am See gibt es ein Restaurant, dort gönnten wir uns noch einen Kaffee und dann ging es raus aus dem Park und nach Kigali.

Kurz das Ziel in der Here we go App ausgewählt, Route berechnet und auf Start gedrückt und - Trallala- die App sagt: In Ruanda ist keine sprachgeführte Navigation möglich. Meinetwegen muss es nicht sprachgeführt sein, die Route hat er ja berechnet und angezeigt - aber fahren kann man so nicht, weil er den Maßstab immer wieder ändert und die Position nicht mitläuft. So ein Mist gleich am zweiten Tag. Wie kann man denn so blöde eine App programmieren? Und die Karte noch anbieten? 🙄 Und in Kigali finden wir das Hotel nie ohne Navi. Also umgestiegen auf OSMand (sieht man auch im Bild im Beitrag früher) und der geplanten Route gefolgt. Google Offline Maps funktionierte dort dann aber auch einwandfrei!

Grenzübertritt
Wir kannten innerafrikanische Grenzen aus Namibia/Botswana und Swasiland/Südafrika. Alles locker. Dachten wir. Der Vermieter hatte uns ein paar Punkte aufgeschrieben und Dokumente mitgegeben. Wir verstanden, dass man das Auto nach Ruanda exportieren muss, eine Versicherung braucht, und dann wieder nach Uganda reimportiert.
An der Grenze (Katuna) dann erst einmal völlig unklar, was zu tun ist. Ausreise für uns als Personen scheint klar. Also in das Büro, Pass zeigen, Fingerabdrücke scannen und Stempel bekommen. Perfekt.
Aber dann?
3-4 Leute stehen um uns herum und bieten uns offensichtlich eine Dienstleistung an. Ich verstehe aber nicht, welche. Einer spricht englisch (Patrick), die anderen französisch. Also Patrick gewählt, er hilft uns. Eigentlich war mein Ehrgeiz schon, es alleine zu schaffen. Jedoch sieht alles jetzt sehr unübersichtlich aus. Er sagt, ich soll meine Dokument mitnehmen und mitkommen. ok. Wir gehen in ein Büro und ein Bediensteter des Staates Uganda erstellt ein Dokument.

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Dann steigt Patrick mit ins Auto und wir fahren ca. 200m zu den Behörden Ruandas.
Patrick geht dann in ein Gebäude und kommt mit einem 3x6 cm großen handgeschriebenen Zettel wieder, auf dem unser KFZ-Kennzeichen und eine Unterschrift sind. Gatepass! Wichtig!
Dann Einreise für uns als Personen, Formular ausfüllen und Stempel in den Pass, geht einfach.
Patrick stellt sich nun mit unserer Versicherungsbescheinigung und den anderen Dokumenten beim Zoll an. Anstellen ist nicht ganz korrekt, er mischt sich unter die 6-8 Personen, die sich um ein kleines Fenster drängen.
Nach 30 min bekommt er ein Dokument.

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Fertig, Wir dürfen mit dem Auto nach Ruanda. Ich frage Patrick, was er für seine Dienste möchte, und wir einigen uns auf umgerechnet knapp 10 €. Völlig ok. Er bietet seine Mobiltelefonnummer für die Rückreise an, aber da nehmen wir einen anderen Übergang.

Ein wenig freundlicher Officer hebt den Schlagbaum und wir sind in Ruanda. Geschwindigkeitslimit: 60 km/h außerorts und 40 km/h innerorts. Ca. alle 10 km (!) steht Polizei am Straßenrand.

Am Abend dann Ankunft in Kigali. Wir haben ein Appartement mit Balkon und Terasse über zwei Ebenen und Blick über Kigali. Nett. Und praktischerweise in einem Viertel, in dem einige Restaurants in fussläufiger Entfernung sind. Wir laufen ins ZEN Oriental Cousine uns ziehen vorher am MTN Centre mit VISA noch Bargeld. Das Restaurant ist sehr gut!
Teil 521. Jan. 2018
Tag 4
Mit skeptischen Gedanken gehen wir ins Genocide Memorial Center.

Skeptisch erstens, weil wir sowieso Kigali gar nicht anschauen wollten und zweitens auch nicht so recht wissen, ob wir da hin sollen.

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Wir sind positiv überrascht, die Hintergründe und Geschehnisse werden gut und verständlich dargestellt.

Nachmittags geht es zu Fuss zum http://inemaartcenter.com/ , hier bieten lokale Künstler ihre Werke an.

Dann ist Zeit für den Pool

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Teil 621. Jan. 2018
Tag 5
Auf zum Nyunge Forest!

Wir verlassen Kigali und fahren auf kurvigen Landstraßen immer höher in Richtung Nyunge Forest.

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Es zieht sich, da unsere durchschnittliche Geschwindigkeit aufgrund der Kurven, Steigungen und Beschränkungen bei nur 40 km/h liegt. Landschaftlich sehr schön.

Die Polizei steht weiterhin alle paar km am Straßenrand. Teilweise mit Lasermessgerät.

Im Nyunge Forest angekommen wollen wir ein Permit für Schimpansen-Trekking kaufen (da gab es hier im Forum ja die Diskussion Tracking vs. Trekking, auf dem Receipt steht jedenfalls Trekking).

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Bezahlung eigentlich in USD. Ich frage, ob EUR gehen, und man bietet Kreditkartenzahlung an.

Das Trekking beginnt am nächsten morgen um 5 Uhr. Na prima.

Wir fahren in das Top View Hotel. Der Architekt des Eingangsbereiches hat nicht berücksichtigt, dass es in 1800m Höhe nicht so super warm ist und die etwas offene Konstruktion weder zu Gemütlichkeit noch zu Wärme führt. Wir sitzen im dicken Fleece beim Abendessen. Weinflaschen kosten pauschal 40 USD (EK: 10 USD), aber wir sind ja nicht zum Wein trinken hier.

Dafür wird abends in unserem Zimmer ein Kamin entfacht 🙂

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Teil 721. Jan. 2018
Tag 6
04:15 Uhr: Der Wecker macht Geräusche. Es ist kalt und dunkel.
04:35 Uhr: Wir schleichen in das Hauptgebäude. Man hat uns frischen Kaffee zubereitet und wir erhalten ein Frühstückspaket zum mitnehmen 🙂
04:45 Uhr: Wir starten die Fahrt zum Infozentrum (Treffpunkt). Auf der Landstraße laufen am Rand viele Personen zielgerichtet herum.
04:55 Uhr: Wir treffen am stockdunklen Infozentrum ein. Das Tor ist geschlossen. Aber nun bewegt es sich. Der mit einem Gewehr (so wie alle Wachleute in Uganda) ausgerüstete Wachmann öffnet uns das Tor. Der Guide ist auch da, und ein weiteres Fahrzeug trifft ein.
05:00 Uhr: Der Guide fährt mit uns mit, und wir fahren los. Nach ca. 10 km geht es auf eine Nebenstraße (nicht ashpaltiert) und wir fahren noch ca. 45 min durch verschiedene Dörfer, langsam wird es hell.

An einem Infozentrum parken wir und nach kurzem Briefing geht der Guide mit unserer aus 5 Personen bestehenden Gruppe los.

Warum stecken sich die Anderen denn die Hose in die Socken? Sieht ja voll dämlich aus 😐
Antwort: Weil dann diese riesigen Ameisen nicht in die Schuhe und an die Beine kommen 🤨

Nach ca. 30 min finden wir Schimpansen in einem Baum.

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Sehr eindrucksvoll, hat sich gelohnt!

Zurück am Parkplatz fehlt der Fahrer eines anderen Teilnehmers - er musste ins Krankenhaus 😮
Wir nehmen ihn und den Guide mit. Leider macht unser Auto: Nichts.

Kurzer Check mit einem anderen Fahrer: Batterieklemme war locker, Schraube+Mutter am + Pol fehlen. Kurz gewackelt (nicht so schön wenn Masse anliegt) und es ging wieder. An der Lodge habe ich das dann mit Kabelbinder fixiert, hat auch den Rest des Urlaubs problemlos gehalten.

Nachmittags sind wir dann zum Canopy-Walk gefahren. Geht nur mit Guide, ist aber auch sehr hilfreich gewesen, weil viel erklärt wurde.

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Dabei gab es noch ein paar Affen zu sehen.

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Zum Abendessen waren wir dann die wirklich einzigen Gäste, und man hat uns ein sehr gutes Menü gekocht.
Teil 821. Jan. 2018
Tag 7
Es geht zum Lake Kivu. Nur eine kurze Strecke von ca. 90km, auf den kurvigen Straßen zieht es sich aber. Und nachdem ich am Vortag von der Polizei gestoppt wurde ("You drove too fast", wir sind dann aber nur ermahnt worden, dummerweise hatte ich auch nicht mal die Versicherungsbestätigung dabei) halte ich die Limits nun etwas präziser ein.

Frühe Ankunft am Lake Kivu, die Cormoran Lodge ist sehr schön gelegen. Wir entspannen uns auf dem Balkon und machen von der Lodge aus einen Spaziergang durch den Ort Kibuye (ca. 2,5 h). Auf dem Weg sprechen uns drei Leute an und offerieren uns eine Bootstour zu der vorgelagerten Insel (Napoleon Island). Preis 30.000 RWF, ca. 30 € für uns beide. Wir notieren die Telefonnummern der Drei (in Kigali haben wir für 3,5€ eine SIM Karte inkl. 500 MB Datenvolumen und ein bisschen Telefonie erworben).

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Der Reiseführer berichtet von unterschiedlichen Restaurants in Kibuye. Toll aussehen tut nichts.
Wir entscheiden uns für ein Restaurant im dritten Stock eines Hauses, in dem gut gekleidete Einheimische essen. Das Buffet kostet 1 € ohne Fleisch und 1,30 € mit Fleisch. Ich wähle mit Fleisch und bestelle ein Bier. Am Buffet, das die Teilnehmer vor mir mir üppig beladenen Tellern (die sie dann nicht leer essen) verlassen ist der Fleischtopf dann leider leer. OK, dann vegetarisch, gibt ja abends was feines 🙂 Mein Bier kommt und unvorsichtigerweise frage ich nach einem Glas. Mir wird das dreckigste Glas, welches ich jemals in einem Restaurant gesehen habe, gereicht. Sehr freundlich zumindest ist man dort.
Ein Mann in Bauarbeiterkleidung kommt die Treppe hoch, stellt sich ca 1m hinter meine Frau an die Brüstung und spuckt mehrmals lautstark in die Tiefe 😐

Abends Essen in der Lodge: Sehr gut!
Teil 921. Jan. 2018
Tag 8
Herrliches Wetter, gutes Frühstück auf dem Balkon des Restaurants.

Wir fragen nach, was eine Bootstour nach Napoleon Island kostet. 60.000 RWF, alles genau das doppelte vom Preis im Ort. Wir kontaktieren Andre

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Andre sagt, er hole uns in 30 Min direkt am Anleger der Lodge ab. Wunderbar!
5 Min vor der vereinbarten Zeit ruft er an (wir sind als deutsche natürlich schon unten am Anleger) und sagt, er sei in 5 Min da, wir könnten runter kommen. Das nenne ich Service.

Und dann geht es zur Insel.

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Er erklärt viel und steigt mit uns bis auf die Spitze der Insel hoch.

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Auf dem Weg gibt es auch etwas zu sehen:

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Teil 1021. Jan. 2018
Tag 9
Es regnet in Strömen, aber wir müssen ja sowieso weiter fahren, insofern also nicht so schlimm.

Etwas unsicher waren wir wegen der Straße von Kibuye nach Norden, im Reiseführer wurde diese als sehr schlecht beschrieben. Aber Andre meinte, diese sei gut. In der Tat: Komplett asphaltiert, absolut perfekt.

Wir fahren bei Cyanika über die Grenze, hier ist weniger los und es ist auch niemand da, der helfen möchte. Da wir das Prozedere kennen, bekommen wir das auch hin. Leider müssen wir dann doch für unsere persönliche Ausreise aus Ruanda fast 45 min in der Sonne anstehen. Leicht ungewohnt ist für uns, dass man in der Schlange immer Körperkontakt zum Vordermann und Hintermann hält 😐

Dann geht es zur Chameleon Hill Lodge. Das letztes Stück der Straße (ca. 15 km) ist recht holprig, bei Regen bestimmt nicht so ganz trivial fahrbar. In der Lodge ein sehr netter Empfang durch Spenser und Agnes, die Aktivitäten werden erklärt, und wir buchen für den nächsten morgen eine Mountainbiketour (das war lange von uns so geplant, wir haben auch Bikeklamotten dabei).

Es ist total schön, alles super eingerichtet mit vielen Details.

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Das Essen abends ist fantastisch, die Weinpreise sind fair, die Terasse ein Traum.
Teil 1121. Jan. 2018
Tag 10
Wir sind gespannt, wer mit uns mit was für Rädern die Tour macht.
Die Erwartungshaltung geht so in die Richtung, dass wir irgendwelche alten Hardtails bekommen an denen Antrieb und Bremse hoffentlich noch ok sind.

Und wir sind total überrascht. Unser Guide kommt aus dem Dorf mit modernen 29" Fullys! Das ist doch was 🙂

Wir fahren ein paar Stunden und er erklärt viel, zeigt uns die Dörfer (die Leute finden uns sehr interessant, besonders die Kinder) und fährt ein paar technische Trails (auf unseren Wunsch). Und er ist fit.

Sehr schön und absolut zu Empfehlen, die Tour wird komplett nach den Wünschen der Teilnehmer angepasst.
Teil 1221. Jan. 2018
Tag 11
Es geht weiter zur Mihingo Lodge am Lake Mburo.

Warum ist die Straße hier gesperrt?
Weil quer dazu die Runway des Flughafens ist!

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Durch sehr bergige Landschaft fahren wir Richtung Norden.

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Leider erwischt uns (mich) wieder eine Polizeikontrolle, und die Lasermessung sagt 67 statt 50 🙁
Ich erkläre dem Officer, das ich möglicherweise durch den Blick in die schöne Landschaft abgelenkt gewesen sei (eigentlich war ich abgelenkt, weil mich unmittelbar zuvor jemand mit ca. 90 km/h überholt hat...aber es wäre sicher nicht sinnvoll, zu diskutieren, warum dieser Verkehrsteilnehmer an der Messung nicht teilnehmen durfte.

Der Officer meint, das Vergehen läge bei 50 € und wir sollten das in der Stadt bezahlen, also dorthin zurückfahren zur Polizei. Die 50€ gefallen uns nicht, und die Aussicht zurück zu fahren noch viel viel weniger. Wer weiß, was man dort mit uns anstellt (oder wo wir uns anstellen müssen). Probleme sollte man vor Ort lösen.

Wir geben uns schweigsam und bedrückt. Der Officer gibt uns einen persönlichen Rat, die Limits einzuhalten. Wir revanchieren uns mit einer angemessenen Spende für den Witwen- und Waisenfond.

20 km weiter: Roadblock, Kontrolle. Normalerweise fährt man da langsam durch.
Wir aber werden von der Dame angehalten, sie will wissen wie uns Uganda gefällt (super!) und den Führerschein sehen (also Führerschein wurde jedes mal verlangt, und es wurde immer der EU-Kartenführerschein akzeptiert, der internationale Führerschein war nie erforderlich). Und dann wollte sie uns irgendwie in eine Bezahlrichtung drängen (hatte sie da einen Tip bekommen???). Da habe ich mich dann total doof gestellt (fällt mir im englischen leichter, das ich den Eindruch erwecke, als verstehe ich nichts), und wir durften weiter fahren.

Am späten Nachmittag dann Ankunft bei der Mihingo Lodge. Sehr schön dort.

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"Where is Your Driver?" fragte man uns.
"She is the Driver today" sagte ich und deutete auf meine Frau 😉


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Teil 1321. Jan. 2018
Tag 12
Es neigt sich dem Ende zu. Wir müssen nach Kampala. Aber wir wollen erst abends da sein und tagsüber die Lodge genießen. Das Chalet dürfen wir bis mittags behalten. Auch hier gibt es Mountainbiketouren, und wir hatten diese am Vorabend bereits gebucht.

Der Guide kommt pünktlich und geht mit uns zum Fahrradschuppen. Hier trübt sich der ansonsten tolle Eindruck der Lodge ein wenig: Es ist Sammelsurium von alten Rädern, und kein Einziges ist wirklich in Ordnung. Ich erhalte ein Hardtail mit einer nicht funktionierenden Federgabel und einem total verschlissenem Antrieb. Meine Frau erhält ein Fully mit nicht funktionierender Federung und ebenso defektem Antrieb.

Unser Guide tritt euphorisch in die Pedale und wir fahren an einigen Tieren vorbei. Eigentlich war das Ziel, näher an die Zebras und Antilopen heran zu kommen, da man viel weniger Lärm als ein Auto macht. Das ist dem Guide aber nicht bekannt, und wir rasen ohne Stop durch die Gegend (mit mahlendem Antrieb 🙁 ).

Nach 2 h bedanken wir uns und fahren zurück zur Lodge. Wir genießen ein herrliches Mittagessen und fahren Richtung Kampala.

Zunächst geht alles gut. Und dann ging das Elend los. 5 km vor Kampala stockte es stark, wir entschieden uns für eine Umfahrung. Für Autos mit geringer Bodenfreiheit nicht geeignet, für uns ok. Es wurde dunkel. Der Staub der unbefestigten Straße zieht durch alle Ritzen und verhindert auch eine gute Sicht. Teilweise sehen wir nur noch 10m. Aber wir nähern uns der Stadt. Es wird wieder Asphalt. Wir sind auf der Zielgeraden. Denken wir. Es stockt.
Minibusse fahren unter voller Ausnutzung der Fahrspur des Gegenverkehrs vorbei. Wir wählen auch eine etwas unkonventionellere Methode und drängeln uns über eine Kreuzung. Inzwischen herrscht totale Dunkelheit, und es gibt keine Straßenbeleuchtung. Wir stehen nun im Stau. In 30 Min kämpfen wir uns mit List und Tücke 30m bis zu einer Querstraße durch. Entfernung zum Ziel 8 km. Es ist weit nach 20 Uhr. Wir dachten, dass wir um 19 Uhr da wären. Es geht in unsere Richtung: Gar nichts.
Unsere Wasservorräte reichen. Wir besitzen ansonstern noch ca. 6 kleine Bananen und ein Muffin. Mental gehe ich bereits durch, wie ich auf dem Balkon der Lodge gegen 23 Uhr Bananen und Muffin esse und 2-3 Nile Gold trinke. Die Vorstellung gefällt uns gar nicht. Der letzte Abend sollte schöner sein.
Wir wählen eine Umfahrung anhand des Navigationssystems - und es funktioniert! Wir erreichen tatsächlich um 22 Uhr die Cassia Lodge 🙂
Das Restaurant auf der Terasse ist fast voll, aber ein 2er Tisch ist frei. Selten so gut gefühlt.
Anmerkung: Die Schnellstraße dürfte in wenigen Wochen fertig sein und dann sollte das Problem nicht mehr da sein.
Teil 1421. Jan. 2018
Tag 13
Der Flug geht erst um 23:30 Uhr, und wir haben den ganzen Tag das Zimmer.

Deshalb haben wir morgens eine Stadtführung gebucht.

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Sehr zu empfehlen, wir wären alleine nie auf den Markt gegangen.


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Ja, und das war es dann auch. Abends ging es zum Flughafen und dann nach Hause.
Teil 1523. Jan. 2018
HerbyW schrieb:Hallo Erik

Toller aber kurzer Bericht!
Der hätte gerne noch länger sein können.
Uganda würde mich auch reizen. Lohnt sich Ruanda auch?

War Akwaba Afrika der lokale Vermieter?

Lieber Gruss

Herby
Hallo Herby,

über akwaba-afrika in Leipzig haben wir die Route planen lassen und Flug, Auto und Unterkünfte gebucht.

Vor Ort hat Matoke Tours die Voucher übergeben und war unsere Kontaktstelle,

Das Fahrzeug kam von Roadtrip Uganda.

Ob sich Ruanda lohnt? Schwierige Frage, es kommt auf die Erwartungshaltung an.
Wir fanden Kigali interessant und Nyunge Forest schön und bereuen es nicht, diese Stationen in die Tour eingebaut zu haben. Im Vergleich zu Lake Kivu in Ruanda fand ich persönlich Lake Mutanda in Uganda schöner. Wir wollten auch explizit einmal Ruanda sehen. Ich denke aber, der nächste Ostafrika-Urlaub wird ein reiner Uganda-Trip werden.

Ein paar Bilder aus Nyunge Forest:

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Gruß

Erik

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