Afrikas Abgeordneten-Gehälter

10 Antworten · 2'573 Aufrufe · gestartet 29. Sept. 2017 von Logi
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Themenstarter16,9k Beiträge · seit 201229. Sept. 2017 · #1
Abgeordneten-Gehälter – Berlin bescheidener als Afrika

http://www.achgut.com/artikel/abgeordneten-gehaelter_berlin_bescheidener_als_afrika

In einigen Ländern in Afrika erhalten Volksvertreter ein Vielfaches der Diäten und Zuschüsse als Parlamentarier in hoch entwicklten Ländern. Die Selbsbedienungsmentalität und Privilegien treibt die Menschen inzwischen auf die Straße. Die Abgeordneten erwarten Entwicklungshilfe für ihr Land und genehmigen sich gleichzeitig übertrieben hohe Einkünfte....

...Neben Südafrika, Nigeria und Kenia gehören Ghana und Namibia zu den Top Five auf der Liste der höchstbezahlten afrikanischen Politiker. In Nigeria kommt jeder der über 100 Senatoren mit Zuschüssen und Zulagen etwa 120.000 US Dollar im Monat. Im Mittelfeld finden sich unter anderen Liberia, Angola und Mosambik. Benin liegt am Ende der Skala. Selbst der Präsident verdient dort nur etwas über 2.000 US-Dollar pro Monat....

....In Ländern wie Kenia, Nigeria, Südafrika, Namibia und Ghana wird die Kluft zwischen Parlamentsabgeordneten und einfachen Bürgern immer größer. Denn die Mandatsträger erhalten zum Beispiel in Kenia zusätzlich zu einem steuerfreien Gehalt noch weitere Leistungen. Dazu gehört eine Pauschale für Unterhaltskosten von monatlich 6.500 US-Dollar, kostenloses Wohnen, eine Telefon-Flatrate und vieles mehr. Das klingt gerade in Afrika wie blanker Hohn. Eine extrem kleine Kaste bereichert sich, während in dem Land bittere Armut herrscht. Die Abgeordneten verwenden die extrem hohen Gehälter zunächst für ihr eigenes privilegiertes Leben, für ihre Verwandten und für die Menschen aus ihren Wahlkreisen....


LG
Logi
33,1k Beiträge · seit 200629. Sept. 2017 · #2
Hi Logi,
In Nigeria kommt jeder der über 100 Senatoren mit Zuschüssen und Zulagen etwa 120.000 US Dollar im Monat
wohl kaum. Es sind laut z.B. http://nigerianfinder.com/salaries-of-nigerian-senators-a-detailed-breakdown/ etwa 30.000 Euro im Jahr... also weit von 120.000 USD im Monat entfernt. 2500 Euro im Monat für einen Senatoren des bevölkerungsreichsten Landes der Erde finde ich nicht zu viel...

Viele Grüße
Christian
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zuletzt bearbeitet 29. Sept. 2017
727 Beiträge · seit 200829. Sept. 2017 · #3
Also ich finde man muss dafür schon Verständnis haben.

Man muss natürlich verhindern, dass die ganzen hochqualifizierten Personen sonst in die freie Wirtschaft abwandern. 😗

🤢
890 Beiträge · seit 201629. Sept. 2017 · #4
Hi,
ein Botschaftsmitarbeiter sagte mir in Wdh mal...... Du würdest dich wundern,wie viele Regierungsmitglieder Namibias 160.000 Rand und mehr pro Monat bekommen......
Nicht umsonst gehören Staatsmitglieder bzw. Regierungschefs zum Club der Millionäre bzw. Milliardäre.
Was soll's..... Die Entwicklungshilfe-Gelder müssen ja sinnvoll untergebracht werden.
Gruß
@Christian, du kannst die Bereicherungsmentalität nicht wegdiskutieren........
zuletzt bearbeitet 29. Sept. 2017
33,1k Beiträge · seit 200629. Sept. 2017 · #5
Hi Can,
@Christian, du kannst die Bereicherungsmentalität nicht wegdiskutieren........
habe ich genau mit welcher Aussage gemacht? Ich finde es nur bedenklich, wenn eine Quelle anstatt 30.000 Euro im Jahr mit 120.000 USD im Monat rechnet. Hier in Namibia bekommt ein Angeordneter um die 900.000 Namibia Dollar im Jahr - viel Geld, aber der Reichtum den der ein oder andere afrikanische Politiker anhäuft kommt meist nicht dadurch, sondern durch "Beziehungen". Wie sollte sonst ein Sam Nujoma, der 15 Jahre Präsident war (also vielleicht 20-25 Millionen damit verdient hat), davor im Exil war und im Busch gekämpft hat, ein Vermögen von einer Milliarde (!) Namibia Dollar angehäuft haben? Das geht natürlich nur mit Vitamin B - aber kaum ein Politiker wird so doof sein und sich sein Gehalt in unerahnte Größen schrauben. Viel zu auffällig. Man gucke sich Angolas Ex-Präsidenten an. Der wohl reichste Mann Afrikas. Sein Präsidentengehalt waren aber nur 60.000 USD im Jahr.

Ich finde übrigens EU-Abgeordnete gehören da mindestens mit in eine Liga....

Viele Grüße
Christian
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zuletzt bearbeitet 29. Sept. 2017
890 Beiträge · seit 201629. Sept. 2017 · #6
....es kam so rüber wie naja für...ist das ja angemessen. Nee ist es nicht, finde ich.
4'129 Beiträge · seit 200829. Sept. 2017 · #7
travelNAMIBIA schrieb:
Angolas Ex-Präsidenten an. Der wohl reichste Mann Afrikas. Sein Präsidentengehalt waren aber nur 60.000 USD im Jahr.
und sein Töchterchen Isabel ist als die reichste Frau Afrikas gelistet - das fleißige Mädchen...


...während die Hirten-Jungs und -Mädchen an der Nationalstraße neben den Rindern und Ziegen aus den Pfützen trinken, weil es kaum Zapfstellen für Frischwasser aus der Leitung gibt, - die parallel zur Straße verläuft...

fährt man in Angola hunderte von Kilometern an dem Elend der armen Bevölkerung vorbei, kann einen schon mal die Wut packen...
und man freut sich, wenn man hinter der Grenze die namibische Bevölkerung mit Flaschen voll klarem sauberen Wasser sieht. Überall. Selbstverständlich.
Es gibt eben doch den kleinen Unterschied im Selbstverständnis von Politikern. Ein Glück.

Gruß lilytrotter
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
828 Beiträge · seit 201629. Sept. 2017 · #8
Logi schrieb:


In einigen Ländern in Afrika erhalten Volksvertreter ein Vielfaches der Diäten und Zuschüsse als Parlamentarier in hoch entwicklten Ländern. Die Selbsbedienungsmentalität und Privilegien treibt die Menschen inzwischen auf die Straße. Die Abgeordneten erwarten Entwicklungshilfe für ihr Land und genehmigen sich gleichzeitig übertrieben hohe Einkünfte....

Hallo Logi. Das ist ja nichts neues und das Grundübel auf dem Kontinent

Aber die "Dritte-Welt-Bewegten" sind fest davon überzeugt, dass die Not immer nur von Aussenmächten (Weltbank, internationale Konzerne usw) verursacht werde.

Die Hauptverantwortung für den maroden Zustand vieler Länder auf dem Kontinent tragen aber praktisch immer die politischen Eliten. Sie sind fast immer korrupt, inkompetent und von unbeschreiblicher Gleichgültigkeit.

Gemeinsinn, Verantwortung, Zukunftsplanung gibt es nicht. Die Aktiva sind Misswirtschaft, Bestechlichkeit und Raffgier.

Dumm sind sie nicht, eher berechnend, denn sie wissen, es gibt Entwicklungshelfer und Organisationen die ihr Helfersyndrom abarbeiten müssen/ wollen und es gibt naive Politiker und Regierungen, die Entwicklungshilfe bezahlen um ihr Gewissen zu erleichtern. Entwicklungshilfe schafft ja schliesslich auch viele Arbeitsplätze und "hilft" schlussendlich Menschen, vor allem aber entbindet sie die Regierungen in Afrika selber Verantwortung zu übernehmen.

Und das Schlimme ist, dass sich die kriminelle Abzockerei der Staatseliten im kleinen vorgesetzt, in der Bestechlichkeit von Staatsdienern, dies miserabel bezahlt sind. Ein Beispiel sind die unzähligen Polizeikontrollen in Zimbabwe, wo die normalen Leute hemmungslos geschröpft werden...

lg Maputo
Gast29. Sept. 2017 · #9
Nachdem immer auf die „die üblichen Verdächtigen“ fokussiert wird, ein Hinweis auf einen bisher unbeachteten, nämlich den künftigen Politrentner Ian Khama....wobei der Aktivgehalt vergleichsweise bescheiden ist
Das war der Plan:
http://www.mmegi.bw/index.php?aid=59786&dir=2016/may/06
wobei die Umwandlung von Sach- in Geldleistungen für die Residenz wahrscheinlich nicht gelingen dürfte. Aber jedenfalls darf er jetzt in der Rente dazuverdienen.
http://www.dailynews.gov.bw/news-details.php?nid=35400
Und womit ist auch schon vorgesorgt. Die Jet-taugliche Piste bei seiner Datscha am Südrand der Sua-Pan wurde schon auf Staatskosten errichtet. Wetten wo die nächsten Luxuslodges stehen werden?
http://www.sundaystandard.info/khama%E2%80%99s-mosu-built-public-funds
Grüße
Und weiß man mittlerweile, wie viel Pohamba von seinem Mo Ibrahim Preis für gute Zwecke gestiftet hat?
33,1k Beiträge · seit 200629. Sept. 2017 · #10
Hi Leser,
www.mmegi.bw/index.p...9786&dir=2016/may/06
das entspricht so in etwa der Regelung hier in Namibia (https://de.wikipedia.org/wiki/Staatspr%C3%A4sident_(Namibia)#Rente). Für Nujoma wird gerade erst seine Altersresidenz errichte (kostet wohl so 15 Mio), da er zuvor darauf verzichtet hatte. Aber ein "Goldener Handschlag" für Staatspräsidenten ist ja nicht nur in Afrika üblich. In Deutschland muss man das ja auch nur ein paar Jährchen durchziehen und lässt es sich danach den Rest seines Lebens relativ gut gehen 😉
Und weiß man mittlerweile, wie viel Pohamba von seinem Mo Ibrahim Preis für gute Zwecke gestiftet hat?
offiziell ist alles in die "Hifikepunye Pohamba Foundation" geflossen, die sich vor allem für Bildung einsetzt.

Viele Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
zuletzt bearbeitet 29. Sept. 2017
Gast29. Sept. 2017 · #11
Hi travelnamibia/Christian,
ich weiß das von Nujoma , Zuma etc.. Aber weil es „normal“ ist, muss es ja nicht gleich i. O. sein…. und ob du das so gemeint hast, kann ich nicht beurteilen. Ich persönlich finde auch, dass man dabei nicht sehr reiche Länder mit extrem armen vergleichen sollte. Europäische Staaten wie Frankreich, Italien und UK nehme ich mal aus, weil diese selber noch im Feudalsystem verfangen sind.

@ Khama: Das Ausgedinge von Ian Khama und wilderness safaris sind peanuts im Khama family business (Botswana). Die echt ergiebige GeldQUELLE heißt Seleka SPRINGS, du weißt sicherlich Bescheid.

@ Pohamba/Mo Ibrahim: Einige Zeit nach dem Geldsegen für Pohamba habe ich mir (wieder) seine recht dürftige StiftungsHP angeschaut und keinen Unterschied zu der davor erkennen können. Jetzt kann ich sie nicht einmal mehr finden; kannst du mit einem link helfen, insbes. Projekte?….aber auf FB bin ich nicht.
Grüße
PS: Als interessierter Ösi habe ich schon auch die Debatte über das deutsche HBP-Ausgedinge mitbekommen und meine, dass wir wenigstens in diesem Punkt unserem großen Bruder und Vorbild etwas voraus haben. Unser Herr BP erhält sowieso (und wofür eigentlich??) das höchste Gehalt der Republik, entsprechend üppig ist auch seine Pension; aber Pensionsvilla- schlösschen, Auto(s) etc. gibt es nicht, sicher aber Personenschutz (worüber aber Nichts verlautet wird) und Infrastruktur für die „Dienste“ eines elder statesman. Die Zeiten haben sich schon geändert. Kreisky hat (als Alt-BK) gestiftet und in der Pension seine Anzüge wenden lassen, bis ihn die Genossen eingekleidet haben, weil sie sich geniert haben, wie der „Alte“ daher kommt 😎 .
zuletzt bearbeitet 29. Sept. 2017