TAG 15: Damara Mopane Lodge - Hobatere Lodge Das Frühstück ist ähnlich wie gestern und da die nette Bedienung von gestern Abend nicht da ist, gibt auch wieder keine Eier oder auch nur Brot. Erst eine weitere Beschwerde an der Rezeption führt zu einem einigermaßen gefüllten Buffet. Als wir nach dem Frühstück unser Häuschen räumen wollen und mit dem Gepäck auf dem Weg erscheinen, kommt eins der Zimmermädchen, dem wir ein kleines Trinkgeld hingelegt hatten, auf uns zugeschossen und bietet uns an, das Gepäck mit dem Bollerwagen, auf dem sie das abgezogenen Bettzeug und die Handtücher transportiert, zum Auto zu fahren. Wir winken ab und erklären, dass wir das schaffen, aber schon hat sie den Wagen umgekippt und das ganze Zeug liegt auf dem Weg und fängt an unser Gepäck aufzuladen. Sie lässt sich davon nicht abbringen und fährt unsere Koffer und Taschen zum Auto. Dabei erzählt sie, dass sie 3 Kinder hat. Ich frage nach dem Alter und da sie auch 2 Mädchen im Alter unserer Tochter hat, gebe ich ihr eine Jacke und 2 Fließshirts, die schon sehr kurz geworden sind. Sie bedankt sich herzlich und fährt mit dem Bollerwagen wieder zurück. Beim Auschecken und Bezahlen der Rechnung weiderholen wir noch einmal unsere Kritik an der Bedienung, und dass wir in keiner der anderen Gondwana Lodges so etwas erlebt haben. Daraufhin erscheint der Manger und es ist kein unbekannter. Es ist der Mann, der gestern am Supermarkt per „Drive In“ eingekauft hat. Das passt doch irgendwie. Er kann unsere Beschwerde gar nicht verstehen, wir hätten uns doch sofort melden können. Als wir und noch ein paar andere die sich gerade an der Rezeption aufhalten, erklären, dass wir das bei jedem Essen getan haben, sagt er gar nicht mehr. Wir bezahlen und erklären, dass wir hier nicht noch einmal buchen werden. Das scheint aber keinen wirklich zu kümmern, denn es kommt gerade die nächste Busladung angefahren. Wir fahren Richtung Etosha Ost. Wir sind alle riesig gespannt, ob der Etosha Park unsere hohen Erwartungen erfüllen wird. Die Hobatere Lodge liegt vor dem Galton Gate und ist vor ein paar Jahren abgebrannt und wurde jetzt wieder neu aufgebaut und eröffnet. Auf dem Weg dorthin, müssen wir wegen dieser großen und wunderschönen Giraffe anhalten, damit sie die Straße überqueren kann.
Wir fahren am Galton Gate vorbei und sehen, dass gerade der Zaun repariert wird. Einige hundert Meter weiter befindet sich das Tor zum Geländer der Hobatere Lodge. Wir werden hier von niemand empfangen, sondern müssen das Tor selber öffnen und schließen. Dieses Schild empfängt uns.
Die 16km bis zur Lodge holpern ganz schön, aber sind ansonsten gut zu fahren. Wir werden von einigen Tieren auf dem Weg begrüßt.
An der Lodge angekommen sind wir begeistert. Wir werden am Auto durch den Guide der Lodge empfangen. Man was hat der einen Bass. Ich habe selten jemand kennen gelernt, der solch eine fantastische Stimme hat (und ich singe selber und kenne viele Menschen mit schönen Stimmen). Als wir die Lapa betreten, kann man von dort nach draußen auf das Wasserloch sehen. Dort befinden sich mindestens 100 Tiere. Zebras, diverse Antilopen, Giraffen, Paviane und Warzenschweine. Unfassbar. Wir sind alles vollkommen aus dem Häuschen und sind fast enttäuscht, dass wir zu unserem Chalet gebracht werden soll. Uns wir erklärt, dass wir nach gerne zum Hide gefahren werden können, um von dort die Tiere am Wasserloch ganz nach zu beobachten. Unser Chalet ist sehr schön. ES gibt ein Doppelbett und ein Einzelbett. Es ist sehr geräumig mit getrenntem WC und Dusche. Die Terrasse lädt zum gemütlichen Sitzen ein.
Aber wir haben dafür natürlich keine Ruhe. Wir wollen Tiere gucken. Fortsetzung folgt……..
Teil 4207. Juni 2017
TAG 15: Hobatere Lodge Wir gehen zurück in die Lapa und fragen nach den Gamedrives und nach dem Hide am Wasserloch. Der Gamedrive am Nachmittag ist noch buchbar. Wir beschließen daran teilzunehmen. Zum Hide wird man gefahren und dort muss man dann 1,5 Stunden bleiben und wird dann wieder abgeholt, damit die Tiere nicht zu oft gestört werden. Wir möchten gerne dorthin. Da noch andere ihr Interesse für den Hide angemeldet haben, werden wir gebeten noch etwas zu warten, damit wir dann alle zusammen gefahren werden können.
(Sorry, ich habe leider kein anderes Bild der Lodge.)
In der Zwischenzeit schauen wir uns noch ein wenig um. Dabei finden wir die Speisekarte für den Abend. Als Hauptgericht, soll es Lamm geben. Weder meine Mutter, noch meine Tochter und auch ich essen Lamm. Wir fragen ach einer Alternative. Es wird uns Hühnchen oder als vegetarische Alternative eine Polenta angeboten. Ich entscheide mich für das vegetarische Gericht, die beiden anderen nehmen das Huhn. Dann kommt der Mann mit der tollen Stimme. Er stellt sich als Martin vor und will uns zum Hide fahren. Wir steigen in das offenen Safarifahrzeug und fahren die 500m zum Hide. Mit uns 5 waren noch ein Paar im Auto. Am Hide erzählt Martin, dass wir in 1,5 Stunden abgeholt werden und gibt dem anderen Paar ein Walkie Talkie für den Notfall. Er betont noch einmal, dass wir nur im Notfall früher abgeholt werden, wer nicht so lange hier bleiben möchte, soll wieder mit ihm zurück fahren. Im ersten Augenblick kommt mir die Zeit schon lang vor, vor allem für unsere Tochter. Martin betätigt die solarbetriebene Wasserpumpe, die mit viel Lärm anspringt und Frischwasser zum Wasserloch pumpt. Martin erklärt, dass wir mit der Anfahrt die Tiere bereits gestört haben und er deshalb die Pumpe betätigt, damit er später nicht wieder stören muss.
Wir klettern eine Leiter hoch auf den Aussichtsturm. Von hier hat man eine guten Rundumblick auf die Lodge, die Felsen und natürlich das Wasserloch. Hier tummeln sich eine Menge Tiere. Direkt am Wasser sind vor allem Zebras. Unter den Zebrahengsten gibt es ständig Streit um die beste Position am Wasser. Da geht es ganz schön hart zur Sache. Durch die Streitereien ist viel Bewegung in der Tierherde und dadurch wird auch viel Staub aufgewirbelt. Es hängt die ganze Zeit ein heller Dunst in der Luft.
Je länger wir die Tiere Beobachten, desto mehr andere Tierarten sehen wir. Es gibt Oryxe, Elandantilopen, Warzenschweine und Paviane. Wir können uns nicht satt sehen. Es ist einfach unglaublich spannend die Tiere zu beobachten. DIe Elandantilopen z.B. haben kein Problem an den Zebras vorbei ans Wasser zu gelangen, die anderen Tierarten haben da weniger Erfolg.
Nach ca. einer Stunde sehen wir in der Ferne 3 Giraffen zum Wasserloch kommen. Leider bleiben sie in größerer Entfernung und fressen dort an einem Baum.
Als die Tiere etwas unruhig werden, hören wir das Safariauto. Wir sind sehr erstaunt. Ist die Zeit denn schon um? Tatsächlich sind 1,5 Stunden bereits vergangen. Die Zeit verging wie im Flug. Selbst unsere Tochter hat nicht einmal über Langeweile geklagt. Martin fährt uns zurück zur Lodge und wir sind alle ganz begeistert von dem, was wir gerade gesehen haben. Ob der Gamedrive später das noch toppen kann?
Fortsetzung folgt...........
Teil 4308. Juni 2017
TAG 14: Hobatere Lodge (noch immer) Als wir wieder an der Lodge sind, unterhalten wir uns noch ein paar Minuten mit Martin. Ich könnte ihm stundenlang zuhören 🙂 Eine nette Mitarbeiterin, deren Namen ich leider vergessen habe, (wobei in dieser Lodge gibt es nur äußerst nette MitarbeiterInnen) schließt sich der Unterhaltung an und fragt, ob wir uns wohlfühlen, ob das Zimmer in Ordnung ist und wie es uns gefällt. Unsere Begeisterung scheint sie sichtlich zu freuen. Sie fragt, wo wir schon in Namibia waren und wir erzählen von unserer Tour. Martin erzählt, dass er auf der Auas Lodge gearbeitet hat. Wir erfahren von dem Brand der Hobatere Lodge und dass das kleine Wasserloch neben der Terrasse, früher das Beobachtungswasserloch einiges entfernt von der Lodge war. Die Lodge wurde also nicht an derselben Stelle wiederaufgebaut. Als wir von unserem Besuch bei den San erzählen, erklärt die nette Mitarbeiterin, dass die San-Sprache noch mehr unterschiedliche Klicklaute hat als die der Damara. Die Damara haben 4 unterschiedliche und sie demonstriert sie uns, da ihre Mutter eine Damara ist. Ihr Vater ist Nama. Sie erzählt, dass ihre Eltern Englisch miteinander sprechen, weil sie ihre Muttersprachen gegenseitig nicht verstehen. Himba und Herero können sich verständigen, die meisten anderen Sprachen sind nicht verwandt. Wir erfahren noch einiges über die unterschiedlichen Kulturen. Martin stammt ursprünglich aus dem Nordosten des Landes und meint, dass dort die meisten Menschen sehr groß sind. Die Zeit geht wieder wie im Flug und schon ist es Zeit für unseren Game Drive. Mit uns fährt noch eine niederländische Familie mit 2 Teeniekindern, die nur ihr Smartphone im Blick haben. Wir fahren am Wasserloch vorbei und können noch ein Foto von der Lodge machen, dann geht es in den Bush.
Martin fährt an den Felsen sehr langsam und beobachtet sehr genau. Dabei eindeckt er diesen süßen Klippspringer, der in den Felsen sehr gut getarnt ist.
Martin erzählt, dass in den Felsen oft Leoparden zu finden sind. Er sucht weiter. Es geht weiter in den Bush. Das Lodgegelände ist erstaunlich grün und es gibt recht viele große Bäume.
Hier muss Martin stoppen:
Diese Giraffe ist von uns genauso fasziniert wie wir von ihr und bleibt deshalb mitten auf dem Weg stehen. Dann zeigt Martin auf einen Berg und sagt: „Mountaingiraffe!“ Wir fragen, ob es tatsächlich Berggiraffen gibt. Er sagt ja, aber seine Mundwinkel verraten ihn. Er veräppelt uns.
Und dann macht er eine Vollbremsung und fährt ein Stück rückwärts. Er zeigt auf die naheliegenden Felsen und meint dort seien Elefanten. Elefanten? Wo? Ich kann ein Hinterteil erkennen im Staub, aber mehrere. Und dann taucht noch einer auf. Wie können so große Tiere so schlecht zu sehen sein? Leider sind die beiden bald wieder verschwunden. Unsere ersten Elefanten!!!!!!!! 😄 🤪
Wir sind alle glücklich. Fast alle. Mein Mann ist stinksauer. Der Holländer hat die Angewohnheit immer aufzustehen zum Filmen und sich aus dem Wagen rauszulehnen, als ob der halbe Meter näher helfen würde. Dabei steht er dann genau vor meinem Mann, der das Pech hatte nur noch den Platz in der letzten Reihe bekommen zu haben. 😠 😈 Die Teenies, die natürlich vorne sitzen, wären da viel besser aufgehoben, denn die schauen nicht einmal bei den Elefanten von ihren Handys auf. 🙄 Mein Mann hat schon mehrfach gebeten nicht vor ihm zu stehen. 😠 Ohne Erfolg. Ihm reist der Geduldsfaden und greift dem Holländer beherzt von hinten in den Gürtel und zieht. Es macht plumps und der Holländer sitz auf seinem Sitz. Er ist total verwundert und sagt nichts und bleibt den Rest der Fahrt auch sitzen. 😉 Die Elefanten sind gerade verschwunden, da bewegt sich links von uns etwas. Martin dreht den Wagen und fährt ca. 100 m in diese Richtung und dann dürfen wir diese Schakalfamilie im Abendlich beim Spielen beobachten.
Während wir genauso von Papa-Schakal genau beobachtet werden. Leider haben die drei schnell von uns die Nase voll und verdrücken sich.
Wir fahren noch ein ganzes Stück und Martin beobachtet erfolglos die Felsen. Dann fahren wir an einer Herde Zebras vorbei, die in einer Staubwolke fast nicht zu erkennen sind und halten auf eine große Freifläche zu.
Dort dürfen wir aussteigen und unseren Sundowner genießen.
Die Zebras beruhigen sich wieder und wir können ihnen zuschauen, sofern sie nicht zu veil Staub aufwirbeln. Oben auf dem Bergkamm sind ein paar Kudus als Scherenschnitt gegen den Sonnenuntergang zu sehen.
Wie immer in Namibia wird es schnell dunkler und Martin packt zusammen. Auf dem Weg zur Lodge sehen wir noch ein paar Springböcke und Kudus und immer wieder Hühner.
Als wir an der Lodge zurück sind ist es stockdunkel. Wir werden von Lodgemitarbeitern in Empfang genommen, die uns mit der Taschenlampe zu unserem Zimmer bringen. Nach einer schnellen Dusche geht es schon wieder zum Essen. Als wir die Türe aufmachen, kommt sofort jemand mit Taschenlampe (obwohl wir selber eine haben) von der Lapa auf uns zugelaufen und bringt uns zur Terrasse.
Dort können wir es mit Fließjacke oder -pullover gut aushalten und bekommen alle ein sehr schmackhaftes Menü serviert. Vor allem auf die Polenta war ich sehr gespannt. Ich kann nur sagen:“Lekker!!!!“ Schade, dass wir nicht länger bleiben können. Hier könnte man auch gut einige Tage verbringen. Nach dem Essen möchte ich im Zimmer etwas holen. Sobald ich aus der Lapa trete, steht schon wieder ein Mitarbeiter neben mir. Wo kommt der denn so plötzlich wieder her? Ich zeige meine Taschenlampe und sage, dass ich die 20 m alleine gehen kann und auch sofort wieder komme. Er schüttelt den Kopf und erzählt, dass seit ein paar Tagen Löwen in der Nähe der Lodge sind. Da es keine Zäune gibt, werden die Gäste ständig begleitet. Der Mann wartet vor unserem Zimmer und begleitet mich wieder zur Lapa zurück. Wir lassen den Abend noch bei einem Savanna ausklingen und schwärmen uns gegenseitig von unserem Glück hier zu sein vor. Anmerkung: Hobatere war auf unserer Tour meine absolute Lieblingslodge. Hier stimmt in meinen Augen einfach alles. Leider haben wir auch in diesem Jahr wieder nur eine Nacht dort buchen können, weil das wohl auch viele andere Menschen so sehen.
Fortsetzung folgt…….
Teil 4419. Juni 2017
TAG 16: Habatere Lodge – Etosha – Buschberg Gästefarm Als wir morgens zum Frühstücke gehen, werden wir sofort mit der Frage begrüßt, ob wir die Löwen gehört haben? Löwen? Wann? Wo? Dann wird uns erzählt, dass noch vor ca. 1 Stunde eine Löwenfamilie am Wasserloch direkt neben der Terrasse gewesen sei. Die Löwen waren einige Stunde rund um die Lodge unterwegs und hätten teilweise sehr laut gebrüllt. Der Morgengamedrive hat sie noch gesehen. Ich ärger mich. Ich schlafe in letzter Zeit extrem schlecht und werde ständig wache und ausgerechnet heute Nacht habe ich geschlafen wie ein Baby und natürlich nichts gehört. Auf jeden Fall wissen wir jetzt, warum wir gestern Abend ständig eskortiert wurden. Was uns da noch etwas übertrieben vorkam, macht jetzt absolut Sinn. Wirklich schade, wir hätten so gerne Löwen gehört oder sogar gesehen. Hätten wir doch den Morgendrive mitgemacht. Hätte, könnte, sollte…. Nutzt ja alles nichts. Wir haben uns anders entschieden und wollen uns jetzt wenigstens das Frühstück schmecken lassen. Wir haben heute einen langen Tag vor uns, da wir vom Galton Gate durch den Etosha Westteil zum Andersson Gate rausfahren werden, um auf der Buschberg Farm bei Anita und Hannes de Haast zu übernachten. Wir machen uns über das gute Frühstücksbuffet her. Eine strahlende Köchin bereitet uns Omelettes mit diversen Zutaten auf Wunsch zu.
Wir wollen heute nicht zu spät los, damit wir Zeit für die Wasserlöcher auf dem Weg im Etosha Park haben. Wir sind gerade fertig und wollen zum Zimmer und das Auto packen, als eine Mitarbeiterin der Lodge ruft. „The elefants are comming!!!!“ Sie steht auf der Terrasse und zeigt in den Bush. Wir und die andren Gäste, die noch beim Frühstück sind, laufen auf die Terrasse und dann sehen wir den ersten Elefant aus dem Bush Richtung Wasserloch gehen. Es folgen weitere. Insgesamt kommen vier Elefanten im Gänsemarsch hintereinander aufgereiht zum Wasserloch. Alle Pläne zum frühen Aufbruch sind vergessen und wir beobachten die Elis. Mein Vater geht mit der Videokamera von der Terrasse runter, um einen besseren Blickwinkel zu bekommen, wird aber sehr schnell von den Mitarbeitern zurückgeholt. Sobald man sich Richtung der Büsche und Bäume bewegt, werden alle Mitarbeiter sehr nervös, da man dort keinen guten Überblick über die Landschaft hat. Wir schauen den vier beim Trinken zu. Das dauert ganz schön lange bis so ein Elefant genug Wasser zu sich genommen hat. Dabei wird auch ein wenig geplantscht und mit dem Wassergespritzt. Herrlich. Wir können uns gar nicht losreißen, aber die Zeit wird uns sonst zu knapp. Wir müssen los.
Also Gepäck geholt und ins Auto gepackt. Dann noch die Rechnung an der Rezeption beglichen, ein dem super engagierten Personal hoffentlich angemessenes Trinkgeld in die Tipbox und nochmal bei allen verabschiedet mit dem Versprechen bestimmt wieder zu kommen und los geht’s in den Etosha.
Kurz hinter der Lodge werden wir von dieser Giraffenfamilie noch verabschiedet. Das Giraffenkind drückt sich immer schutzsuchend an die Mutter. Das ist einfach zu schön. Noch ein paar Fotos und weiter geht es.
Teil 4519. Juni 2017
Vom Lodgetor an der Straße sind es nur wenige hundert Meter zum Galton Gate. Dort steigen wir aus und gehen in das Büro, um unseren Permit zu bezahlen. Wir bezahlen direkt für zwei Tage, da wir morgen durch den Ostteil zur Mukoti Lodge fahren werden. Ich möchte eine Etosha Karte kaufen und mir wird gesagt, dass die zur Zeit ausverkauft ist und auch nirgendwo anders zu bekommen sein. Na toll, dann muss es wohl mit der T4A gehen, aber die Tierzeichnungen und -bezeichnungen haben wir jetzt nicht. Und dann geht es endlich los. Wir sind im Etosha Park und freuen uns auf den Höhepunkt unserer Namibiareise. In Ermangelung der Etosha Karte, kann ich leider die Wasserlöcher nicht benennen, aber auch ohne sprechen die Bilder hoffentlich für sich.
In der Nähe vom Dolomite Camp steht ein Safariauto am Straßenrand. Da muß doch etwas sein, wenn die da stehen. Die Touristen stehen im Wagen und beobachten mit Ferngläsern etwas im Busch. Wir fahren vorbei und halten vor dem Safariauto. Wir sehen jede Menge Gestrüpp. Das Safariauto fährt und wir sind davon überzeugt, dass wir zu spät sind, aber dann sehen wir eine Bewegung im Dickicht. Ein Nashorn!!!!!! Als es näher kommt, sehen wir, dass es ein Spitzmaulnashorn ist. Leider bleibt es so im Gebüsch, dass man auf den Fotos nicht viel erkennen kann. Aber wir haben es gesehen! Unser erstes Nashorn. Meine Eltern stellen fest, dass das Nashorn größer ist als die Panzernashörner, die sie in Nepal/Indien gesehen haben und dabei sind dies ja die kleineren in Afrika. Die Breitmaulnashörner sind noch größer. Ein paar Autos halten bei uns fahren aber immer schnell wieder weg. Scheinbar sind nur wir von dieser Sichtung so begeistert. Wir sind es auf alle Fälle und warten bis das Nashorn sich wieder ins tiefe Gestrüpp verkrümelt. Bei Olifantrus machen wir eine Pause und schauen uns die Schädel der Elefanten an, die dort ausgestellt sind. Der Campingplatz ist fast leer. Auf dem ganzen Gelände gibt es so gut wie keinen Schatten. Über die lange Holzbrücke laufen wir zum Hide. Am Wasserloch ist nicht viel los. Ein paar Kuhantilopen und eine Gruppe im Sand dösende Gnus. Am Fenster beobachtet uns ein Vogel, der sich von uns auch nicht stören lässt.
Nach der Pause geht es wieder auf die Pad. Das Wellblech schüttelt uns gut durch und es staubt ordentlich.
Dann sehen wir diesen Elefanten direkt neben der Fahrbahn:
Beim Pipistop an der öffentlichen Toilette, können wir diese Echse fotografieren:
Eins meiner Lieblingsfotos. Wie bei Loriot: Ja, wo laufen sie denn?
Teil 4619. Juni 2017
Kurz vor Sonnenuntergang kommen wir endlich an der Buschberg Farm an. Als wir auf das Farmhaus zu fahren, kommen uns Anita und Hannes schon entgegen. Sie haben sich schon Sorgen um uns gemacht, weil es so spät ist. Mit Anita hatte ich im Vorfeld einen sehr freundlichen und netten Mailkontakt. Da uns Boomerang von Hobatere direkt nach Mukoti schicken wollte und man mir im Forum zum Glück noch vor unserer Reise die Unsinnigkeit des Unterfangens erklärt hat, hatte ich, nachdem uns Boomerang nicht vernünftiges am Andersson Gate anbieten konnte oder wollte, schlussendlich Mukoti für eine Nacht storniert und mich selber an die Buchung begeben. Dabei hatte ich auch bei der Vreugde Farm angefragt. Die war leider auch ausgebucht, aber man gab mir die Adresse der Nachbarn auf Buschberg und so waren wir hier gelandet. Wie sich jetzt herausstellte ein wirklicher Glücksgriff. Nette Gastgeber, ein freundlicher Jackrussel, ein wunderschöner Garten, super saubere große Zimmer und leckeres Essen. Überzeugt Euch selber:
Nachdem unsere Tochter sofort zum Pool läuft, deckt Hannes dieses wieder auf, obwohl er ihn wohl erst kurz vorher mit einer Plane abgedeckt hat. Allerdings geht sie dann doch nicht mehr rein, weil es schon dunkel wird und somit auch kühl. Wir gehen alle schnell duschen und werden dann schon im Farmhaus am Esstisch begrüßt. Wir haben sofort einen guten Draht zu den beiden de Haast. Es wird ein wildes Durcheinander von deutsch, englisch, niederländisch und afrikaans gesprochen und alle verstehen sich prima. Die beiden erzählen über die Trockenheit und die Schwierigkeiten der Rinderzucht. Dabei erzählen sie auch, dass Hanelore Kraft schon mehrfach Gast bei ihnen war. Nach dem Essen geht es noch in die gemütliche Kaminecke und mit dem frühen zu Bett gehen wird es gar nichts. Aber dafür ein schöner Abend mit sehr interessanten Gesprächen. Anmerkung: Ich freue mich sehr, dass wir in wenigen Wochen mehr Zeit auf der Buschberg Farm verbringen werden und dann mit Hannes eine Farmrundfahrt machen können.
Ende TAG 16 Fortsetzung folgt.....
Teil 4721. Juni 2017
TAG 17: Buschberg Farm – Etoscha Ost – Mukoti Lodge Leider müssen wir uns nach dem Frühstück schon wieder von Anita und Hannes verabschieden. Wir fahren zum Andersson Gate. Vor uns stehen drei andere Autos. Vor dem Gate haben zwei Himba Frauen einen Verkaufsstand aufgebaut. Da wir schon in der Schlange stehen, können wir uns diesen nicht genauer anschauen. Es reicht gerade für einen kurzen Schnappschuss aus dem Autofenster.
Wir zeigen unser Permit von gestern vor und dürfen einfahren. Wir steuern erst einmal Okaukuejo an und wollen tanken. Es gibt Diesel und machen den Tank voll. Anschließend gehen wir zum Wasserloch. Dort ist einiges los und das bezieht sich nicht nur auf die Tiere. Ein Elefant steht direkt am Wasserauslass und trinkt genüsslich das frische Wasser.
Am und im Wasserloch tummelt sich allerhand anderes Getier.
Rund um das Wasserloch ist eine Menge Trubel und Geschrei. Es wird gerannt, gerufen und laut gelacht. Die Tiere scheint es weniger zu stören als mich. Ich bin total angenervt und auch meinem Mann und meinen Eltern gefällt es hier nicht besonders. Ich bin in diesem Augenblich ganz froh, dass wir hier kein Chalet mehr bekommen haben und auf der Buschberg Farm waren. Wir machen noch ein paar Fotos und gehen zurück zum Auto.
Auf dieser Grasfläche kurz vor der Salzpfanne stehen verschiedene Tierherden und fressen.
Diesen Baum hat wahrscheinlich jeder Etoshabesucher auf einem Foto:
Dann stolziert dieser Sekretär durchs Gras:
Als wir dieses Wasserloch anfahren, kommen uns mehrere Autos entgegen. Uns wird auch schnell klar warum. Es gibt kein einziges Tier hier. Wir warten einige Zeit, ob etwas passiert und wollen gerade wieder fahren, als am Horizont eine Bewegung zu erkennen ist. Mit dem Fernglas können wir dann sehen, dass eine riesige Zebraherde im Gänsemarsch auf uns zukommt. Die Tiere kommen ans Wasser, stellen sich nebeneinander und trinken und verlassen dann das Wasserloch zur anderen Seite und geben das Wasser für die Nachfolgenden frei. Das sieht wie eine einstudierte Choreografie aus. Die Prozession nimmt kein Ende. Auf den Bildern kann man das leider gar nicht erkennen. Ein wirklich einprägsames Erlebnis. Trotzdem fahren wir irgendwann weiter, denn wir haben noch einiges an Weg vor uns.
Danach werden wir mal wieder Zeuge der Tarnfähigkeit von großen Tieren. Am Straßenrand, nicht weit von Halali entfernt, sehen wir diesen Elefantenbullen genüsslich Blätter fressen.
Es dauert einige Zeit bis wir diesen Eli sehen und noch ein bisschen später erkennen wir erst, dass es sogar zwei Elefanten sind.
Dann entdecken wir diese Elefantendame, deren Baby sich erst einmal hinter der Mama versteckt. Wir sind ganz aus dem Häuschen. Ein Elefantenbaby!!!!!
Als die Familie sich wieder entfernt, fahren wir weiter. Einige Zeit später entdecken wir im Gebüsch nah an der Pad dieses Rhino.
Und dann auf einem Baumwipfel einen Adler.
Eine einsame Giraffe.
Und immer wieder Zebras. Ich kann mich an diesen Streifentieren nie sattsehen, egal wie vielen wir begegnen.
Plötzlich bremst mein Mann sehr heftig. Der Grund dafür ist dieser kleine Aufpasser auf der Straße.
Als er sicher ist, dass wir nicht weiterfahren, kommt die restliche Steifenmangustenfamilie über die Straße. Immer wieder bleibt einer wie ein Schülerlotse auf der Pad stehen und wartet bis die anderen vorbei laufen. Diese Rasselbande ist unheimlich süß und wir können uns Entzückensrufe nicht verkneifen.
Wenige Kilometer vor Namutoni stehen vor uns mehrere Autos am Straßenrand. Da muss was sein. Wir halten mit ein wenig Abstand und schauen was sich tut. Kurze Zeit später taucht eine Herde Elefanten aus dem Busch aus. Zwei Jungspunde rennen und toben mit erhobenen Rüsseln um die großen herum. Die beiden tollen und spielen. In der Zwischenzeit ist ein großer Eli mit wedelnden Ohren auf die Autos vor uns zugegangen. Als er anfängt mit dem Fuß zu scharren starten die ihre Motoren und fahren weg. Gut. Dass wir weiter weg gehalten haben. Da wäre ich auch nicht geblieben. Die Drohgebärde braucht keinen Elefantenflüsterer, um sie zu interpretieren. Das macht schon Eindruck, wenn sich so ein Riese nur wenige Meter vor deinem Auto aufbaut und klar sagt: Meine Familie und ich pass auf sie auf.
Wir haben das Glück die spielenden Elis noch etwas beobachten zu können. Leider steht die Sonne schon sehr tief und wir müssen uns beeilen noch rechtzeitig den Park zu verlassen. Auch wenn wir gerne noch weiter dem lustigen Treiben zugeschaut hätten. Vor uns sind eine Menge Staubwolken zu erkennen. Nicht nur wir sind auf dem letzten Drücker unterwegs. Trotz des Zeitdrucks wollen wir uns an die Geschwindigkeitsregel von 60 km/h im Park halten. Bei dem Wellblech eigentlich auch kein Problem, denn das rappelt ganz schön. Am Abzweig zu Namutoni sagt mein Mann, dass ich anhalten soll. Er öffnet die Tür und flucht: „Schei….. ein Platter.“ Was soll man machen, wir müssen aussteigen und sehen uns das Desaster an. Das ist kein Platter. Das ist die totale Zerstörung. So ein super gefederter und bequemer Fortuner ist ja grundsätzlich super, aber hier hat der Komfort wohl dafür gesorgt, dass wir den Platten nicht bemerkt haben und auf der Felge weitergefahren sind, was dann zu diesem Ergebnis führte.
Also Gepäck ausladen, damit wir ans Reserverad kommen und Wagenheber suchen.
Ein Auto hält an. Ein junges Paar, das wir schon vorher auf unserer Runde gesehen haben, fragt, ob sie helfen können. Ich frage wo sie hinfahren. Sie wollen noch zu einer Lodge außerhalb. Da unsere gebuchte Lodge direkt hinter dem Gate liegt, bitte ich die beiden meine Mutter und meine Tochter mitzunehmen und am Gate zu sagen, dass wir hier liegen geblieben sind. Die beiden machen das und ich bin sehr froh, dass wenigstens das Kind nicht mit hier warten muss. Anmerkung: Falls die beiden hier mitlesen, dann an dieser Stelle ein riesengroßes, herzliches Dankeschön. Vielleicht kennt jemand die beiden? Ich weiß leider nur, dass sie aus Köln sind und die junge Frau Kathrin heißt und Lehrerin ist. Meine Mutter hatte eine Handynummer von ihr bekommen, aber die ist leider verloren gegangen. Kurze Zeit später hält ein Pick-Up an. Wie ich später feststelle, sitzen und liegen in dem Auto 6 Männer, mindestens 5 Frauen und noch ein paar Kinder. Unglaublich. Alle sind im Ausgehdress. Es ist Freitagabend und man hat wohl noch etwas vor. Dabei muss ich mal wieder über das Styling der Afrikaner grinsen. Immer wieder herrlich anzusehen. Das wird der Satinanzug mit knallbunten Turnschuhen kombiniert oder der die Strickmütze zum Kostüm getragen. Halt die besten Stücke, die man im Kleiderschrank hat. Einer der Männer fragt, was denn los sei. Wir zeigen auf den Reifen. Sofort steigt er aus und schaut sich das an. Dann ruft er seine Kumpels und zwei weitere steigen aus. Kurze Zeit später liegen die drei unter dem Auto, um den Wagenheber anzusetzen. Da ich mir die genaue Stelle bei Britz habe zeigen lassen, versuche ich diese zu zeigen. Aber ohne Erfolg. Man hört mir nicht zu. Meine Mann und mein Vater sind auch zur Tatenlosigkeit verdonnert. Nein, nein, sie schaffen das schon. Ich lege 2 Handtücher auf den Boden, damit sie sich darauf legen können.
Ein weiterer Mann steigt aus und dann noch ein wesentlich älterer. Mittlerweile sehen die drei ersten Helfer gar nicht mehr ausgehfein aus. Der helle Staub der Straße hat sie komplett paniert. Da haben die Handtücher nicht geholfen. Ich schaue ins Canopy und entdecke die Frauen und Kinder. Ich gehe zum Auto zurück und hole ein paar Getränkedosen, die wir noch haben und einen Beutel mit Haribo und reiche es auf die Ladefläche. Ich ernte jede Menge Danki und alle (und nicht unbedingt die Kinder zuerst) greifen sofort zu den Süßigkeiten. Ganz besonders amüsiert mich das selig genüssliche Gesicht einer alten Frau ganz hinten im Canopy. Da ich nichts anderes zu tun habe, nutze ich die Zeit den Sonnenuntergang im Etosha zu fotografieren. Naja, ein Vorteil hat die Panne dann doch. Zu meiner Freude stolzieren 2 Giraffen über die große Ebene und lassen mein Herz hüpfen. Gut dass hier weit und breit kein Gebüsch ist, so habe ich einen guten Überblick rundum. Man weiß ja nicht, ob nicht doch noch eine Katze Interesse an uns hat.
Dann kommt ein Auto in hohem Tempo auf uns zugefahren und hält bei uns. Es ist ein Ranger, der uns sucht, nachdem ihm am Gate unsere Lage erklärt wurde. Er steigt aus und spricht mit den Helfern. Dann stellt er sich mit der Hand an der Waffe ein Stück entfernt und beobachtet abwechselnd den Radwechsel und die Umgebung. Mit Hilfe von weiterem Werkzeug aus dem Pick-Up und vielen Diskussionen, wird das Rad gewechselt. Mein Vater gibt den Männern die letzten Scheine aus seinem Portemonnaie (dürften ca. 300 N$) gewesen sein. Das Geld wird erst gar nicht angenommen und erst mit deutlichem Hinweis, dass sie sich das wirklich verdient haben, nehmen sie das Geld dankend an. Mittlerweile ist es schon deutlich dunkler geworden. Der Ranger erklärt uns, dass wir ihm folgen sollen. Er wird uns zum Gate bringen. Er fährt los oder besser gesagt, rast los. Soviel zur Geschwindigkeitsbegrenzung. Es können bestimmt nicht viele von sich behaupten, dass sie ganz legal mit mehr als 80 Sachen durch Etosha gekracht sind. Mir geht die ganze Zeit durch den Kopf, was wir machen, wenn noch ein Reifen platzt. Wir haben kein zweites Reserverad und ein Reparaturkit hilft bei so einem kaputten Reifen wie eben gar nichts. Auf der großen Fläche vor Namutoni können wir in der Dämmerung eine braune Hyäne sehen. Wir trauen uns aber nicht anzuhalten, um sie zu fotografieren. Selbst für so eine Sichtung legt man sich besser nicht mit einem Ranger an. An der Einfahrt zu Namutoni hält der Wagen vor uns und der Ranger kommt ans Fenster. Er erklärt, er müssen im Fort etwas klären und bringt uns dann zum Gate. Es dauert eine ganze Zeit. Es ist jetzt stockdunkel. Wir fahren wieder hinter dem Geländewagen her. Diesmal ist er nicht mehr ganz so schnell. Dann wird er langsamer und macht die Warnblinkanlage an. Wir sehen am Straßenrand eine Giraffe an den Bäumen fressen. Bald sind wir am Gate. Das ist natürlich geschlossen. Der Ranger steigt aus und geht auf ein paar Häuser in der Nähe zu. Nach ca. 10 Minuten kommt er mit einem Man in Uniform oder besser in einem Teil seiner Uniform an, denn er zieht sich auf dem Weg noch weiter an. Dabei ist eine junge Frau im Jogginganzug, die dem Wachmann die noch anzuziehenden Sachen inklusive Gürtel mit Dienstwaffe hinterher trägt. Der Ranger verabschiedet sich von und verschwindet. Der junge Wachmann macht einen unsicheren Eindruck. Er möchte unseren Kofferraum sehen. Als er das Gepäck- und Werkzeugchaos darin sieht wird er noch unsicherer. Er fragt uns: „Do you have a babylion in your bags?“ Wir lachen und verneinen. Ich überlege noch, ob ich ihm sagen soll, dass wir aber einen Babyelefanten dabei haben, lass es aber lieber. Der junge Mann wird etwas lockerer und fragt wohin wir denn im Dunkeln noch fahren müssen. Als wir ihm die Mukoti Lodge nennen, meint er das wäre direkt die nächste Lodge und wir sollen ganz langsam fahren. Wir bedanken uns und fahren durch das jetzt geöffnete Seitentor. Fortsetzung folgt….
Teil 4822. Juni 2017
TAG 17: Mukoti Lodge Wir fahren vorsichtig durch die Dunkelheit. Aber in wenigen Minuten sind wir schon an der Einfahrt zur Mukoti Lodge. Der Pförtner ist sehr skeptisch. Das noch Gäste im Dunkeln kommen ist wohl sehr ungewöhnlich. Da aber meine Mutter uns schon angekündigt hat, wird er schnell freundlich und nachdem er uns in seiner Liste gefunden hat wird uns das Tor geöffnet. An der Rezeption wird uns gesagt, dass man schon auf uns wartet und dass, alle froh sind, dass wir jetzt angekommen sind. Dann sagt man uns, dass meine Mutter schon die Zimmerschlüssel habe und es würde jemand für das Gepäck mitkommen. Das Gepäck wird mit einer Art Golfwagen mit Laderampe gefahren. Da wir Chalets am untersten Ende des Lodgegeländes haben, sind wir darüber ganz dankbar. Es waren bei der Buchung nur noch die großen Luxuschalets zu bekommen und die scheinen weit ab vom Schuss zu liegen. Als wir dort ankommen bleibt nur Zeit für ein paar Fotos vom Zimmer (leider nur mit dem Handy) und einer sehr schnellen Dusche, denn es ist schon lange Zeit fürs Abendessen.
Nach den heutigen Abenteuern schmeckt das Savanna beim Abendessen natürlich doppelt gut. Das Abendessen sowieso. Das Büffet hat eine sehr gute Auswahl und draußen wird frisch gegrillt. Zu meiner Freude nicht nur Fleisch, sondern auch Fisch und Gemüse.
Als wir nach dem Essen an der Rezeption nach der nächsten Möglichkeit einen Reifen zu kaufen fragen, erklärt man uns, dass man sich da Morgen gerne drum kümmert. Wir sollen vor dem Frühstück noch einmal vorbei kommen und dann mit der Mietwagenfirma alles besprechen. Da unsere Tochter sichtlich todmüde ist, wird uns ein „Shuttleservice“ zum Zimmer angeboten. Wirklich witzig diese Fahrt. Der Fahrer erzählt uns, dass er die deutschen Gäste am liebsten mag, weil sie immer sehr nett und freundlich seien. Naja, in Spanien würde man da anderes erzählen, aber es ist ja schön, wenn unsere Landsleute gut gelitten sind hier.
Bald sind wir im Zimmer und fallen müde ins Bett und schlafen direkt ein.
Ende Tag 17
Teil 4926. Juni 2017
TAG 18: Mokoti Lodge – Tsuneb – Hoba Meteorit – Waterberg Am nächsten Morgen gehen wir vor dem Frühstück zur Rezeption und erklären, dass wir für den Fortuner einen Ersatzreifen benötigen. Man erklärt uns, dass das bestimmt nur in Tsuneb geht. Wir telefonieren mit Britz um den Ablauf zu besprechen, da wir ja eine Reifenversicherung abgeschlossen haben. Sie wollen uns zurück rufen, um uns eine Adresse von einem Reifenhändler zu geben. Wir gehen zum Frühstück. Das Buffet hat wieder sehr große Auswahl und es schmeckt uns gut. Da wir aber auf den Anruf warten. Sind wir nicht ganz so relaxt. Es ist Samstag und wir wissen nicht bis wann der Reifenhändler auf hat. Bis Tsuneb ist ja auch nochmal eine gute Stunde Fahrt. Als wir nach dem Frühstück zu unserem Zimmer gehen sehen wir diese putzigen und kein bisschen schüchternen Baumhörnchen. Sie kommen bis auf die Hand geklettert, wenn man die Hand auf den Boden legt. Es wimmelt rund um den Pool, wo gerade die Bar renoviert wird, nur so von diesen netten Nagern.
Kurz vor unserem Chalet laufen uns diese Antilopen vor die Füße. Auch diese Tiere haben wenig Scheu und queren direkt vor uns den Weg.
Wir packen unsere Sachen und sind doch etwas traurig, dass wir so wenig von der Lodge genießen konnten. Wir bringen das Gepäck zum Auto und versuchen Britz zu erreichen. Unsere Tochter möchte in den Reptilien Park. Meine Eltern wollen sie begleiten und wir wollen uns weiter um den Reifen kümmern. Von Britz bekommen wir schließlich die Antwort, dass wir den Reifen in Tsuneb ersetzen lassen und die Rechnung mitbringen sollen. Bei den Unterlagen von Britz sind zwei Reifenhändler aufgeführt in Tsuneb. Wir rufen beim ersten an und bekommen gesagt, dass wir vor 12.00 Uhr da sein müssen. Also Kind mit seinen Großeltern angerufen und an zum Auto. Unsere Tochter erzählt uns ganz begeistert von den Schlangen, den Krokodilen und den Schildkröten im Reptilien Park. Da die 3 wohl die einzigen Besucher waren, hat ein Mitarbeiter ihnen eine Privatführung gegeben. Schade, dass wir nicht dabei waren.
Wir fahren Richtung Tsuneb. Zum Glück eine Teerpad. Normalerweise fahre ich die gar nicht so gerne, weil so viele LKW und Raser dort nerven, aber jetzt bin ich doch ganz froh. Denn ich frage mich die ganze Zeit, wie stabil die restlichen Reifen sind. Das Reserverad sah jetzt nicht so toll aus. In Tsuneb tanken wir erst mal an der ersten Tankstelle undfragen nach dem Reifenhändler und einem Geldautomat, weil wir ja nicht wissen, ob wie Bargeld für den Reifen brauchen. Einen ATM soll es in der Mall ein paar hundert Meter weiter geben, einen Reifenhändler auf der selben Straße. Also los. Das Einkaufszentrum ist unübersehbar. Wir fahren auf den Parkplatz und beschließen nicht alle auszusteigen. Zu zweit gehen wir rein und sehen 2 lange Schlangen an den Geldautomaten. Hier fallen wir als Weiße auf. Ein Wachmann der die Geldautomaten beobachtet, winkt uns ran und fragt, ob er helfen kann. Wir erklären unser Anliegen und er ruft etwas in die Schlangen. Vorne treten Leute zurück und der Wachmann sagt uns, wir könnten jetzt sofort vorne unser Geld abheben. Mir ist das peinlich. Aber alle schauen uns an und warten darauf, dass wir nach vorne gehen. Keiner scheint genervt oder sauer. Ich bedanke mich bei allen an denen ich vorbei gehe und bin ganz froh, dass ich sofort dran komme, denn es ist mittlerweile halb 12. Als wir zum Auto zurück kommen, hat mein Mann nochmal mit dem Reifenhändler telefoniert, weil unser Garmin die Adresse nicht findet. Der hat mittlerweile festgestellt, dass er unseren Reifen gar nicht vorrätig hat. So ein Mist. Was nun? Da der Tankmann von einem Reifenhändler in der Straße gesprochen hat, beschließen wir diesen zu suchen. Wir fahren ein kleines Stück weiter an bunten Markständen mit Obst, Gemüse und Stoffe vorbei. Nur ein kleines Stück weiter sehen wir die Schilder Goodyear, Continental oder Michelin. Es ist jetzt kurz vor 12 Uhr und wir hoffen sehr, dass wir noch bedient werden und vor allem, dass wir hier überhaupt den passend en reifen bekommen. Wir rollen auf den Hof und erklären unsere Wünsche. Ja, das geht noch und es gibt einen passenden Reifen. Puuuhh, Glück gehabt. So langsam ging mir doch die Muffe, ob wir schlussendlich ohne Ersatzrad zum Waterberg fahren müssten. Die Männer bleiben bim Auto, wir 3 Frauen beschließen uns das lustige Markttreiben anzuschauen. An einem Stand werden bunte Kleider genäht. Diese Art Kleider habe ich immer mit Afrika in Verbindung gebracht und war enttäuscht, dass man hier in Namibia keinen Frauen in diesen farbenfrohen Kleidern sieht. Wir waren einfach zu weit im Süden unterwegs, fürchte ich. Wir sprechen ein wenig mit den Näherinnen und loben ihre schönen Kleider. Sie freuen sich darüber und zeigen uns die gesamte Kollektion. Ich ärgere mich, dass ich die Kamera im Auto gelassen habe, habe aber auch keine Lust zurück zu laufen. Ein Stück weiter gibt es einen kleinen Haushaltswarenladen. Dort gehen wir stöbern. Dabei entdecken wir einen ATM ganz ohne Schlange. Direkt an dem Laden gibt es ein Frisörgeschäft. Meine Tochter hätte gerne Flechtzöpfe und wir wollen dort fragen, ob das möglich ist. Als wir den Laden betreten, sitz eine Kundin im Sessel (und es ist wirklich ein Polstersessel , eine hübsche junge Frau flechtet ihr die Haare und eine bildschöne zweite junge Frau sitzt vor ihr und macht ihr die Fußnägel. Man das ist doch mal ein Service. Die am Boden sitzende Frau fragt schaut uns etwas irritiert an und frage sie, ob meine Tochter Zöpfe geflochten bekommen kann. Sie sagt, dass sie noch ein paar Stunden beschäftigt seien und nicht weiß, ob das danach noch geht. Ich erkläre, dass es sich damit schon erledigt habe, da wir noch weiter fahren müssen. Sie scheint noch mehr irritiert. Wo wir denn her kämen? Aus Deutschland. Ob man denn da so zum Frisör gehen kann? Ich erkläre, dass das auf den Frisör ankäme. Aber das ich das wirklich klasse finde, mit der Rundumbetreuung. Sie fragt, ob wir das in Deutschland nicht haben. Ich erkläre ihr, dass man normalerweise beim Frisör die Haare geschnitten und evtl. Geföhnt bekommt und das wars. Ich bin da normalerweise nach einer halbe Stunde wieder draußen. Alle drei schauen mich vollkommen entgeistert an. In einer halben Stunde? Wie soll man denn in der Zeit eine Maniküre und eine Pediküre hinbekommen? Bekommt man nicht, weil das der Frisör nicht macht. Ich ernte Kopfschütteln und lautes Lachen. Das können die drei sich nicht vorstellen. Wir unterhalten uns noch ein bisschen. Ich muss viele Fragen zu Beautyanwendungen in Deutschland, von denen ich absolut keine Ahnung habe, beantworten und dann werden wir winkend verabschiedet. Wir wollen gerade weiter zu den nächsten Marktständen als mein Mann anruft und uns mitteilt, dass der Reifen gewechselt ist und wir weiter fahren können. Wir laufen zurück zum Reifenhändler und schon geht es weiter Richtung Waterberg. Fortsetzung folgt……..
Teil 5028. Juni 2017
TAG 18: Tsuneb – Hoba Meteorit - Waterberg Plateau Lodge Wir fahren die C42 Richtung Grootfontein und biegen dort auf die D2859 ab, um den Hoba Meteoriten zu bestaunen. Die Strecke zieht sich ein wenig und es gibt nicht so viel zu sehen, als wir am Meteoriten ankommen wir das mit dem Eintritt zahlen schwierig, weil es kein Wechselgeld gibt. Es sind nur wenige N$ und wir möchten auf das Rückgeld verzichten. Der Vorschlag wird aber kategorisch abgelehnt. Hier geht alles ganz korrekt zu. Wir erklären, dass wir vielleicht beim Rausgehen das Rückgeld bekommen können, wenn auch andere den Eintritt bezahlt haben. Auch der Vorschlag kostet ein bisschen Überzeugungsarbeit, wird dann aber akzeptiert. Wir lesen die Infotafeln und erfahren, dass der Hoba Meteorit der größte bisher gefundene ist. Er soll ca. 60 t schwer sein und er besteht zu mehr als 80% aus Eisen. Als wir am Eingang vorbei sind, müssen wir herzhaft über dieses Schild lachen.
Nach ein paar Fotos geht es einen kleinen Pfad lang weiter zum Meteoriten. Am Ende des Pfades kommt man auf eine Freifläche in deren Mitte so eine Art kleines Amphitheater in den Boden eingelassen ist. In der Mitte befindet sich der Meteorit. Rund um den Meteoriten gibt es mehrere Grillstellen. Wie wir später erfahren, ist der Meteorit ein beliebtes Familienausflugziel. Man fährt hier mit Sack und Pack, Kind und Kegel hin, macht hundert Fotos von allen Familienmitgliedern auf dem Hoba, brait und macht sich einen schönen Tag. Wir sind noch nicht lange da, da erscheint eine große Gruppe Afrikaner. Alle im Feiertagsoutfit. Was bedeutet, dass eine Dame zum altrosa Pailletten Kostüm ein paar Latschen trägt, die man oft in Hotels im Zimmer hat oder dass die Oma der Sippe einen Adidas Trainingsanzug mit Strickmütze voller Stolz trägt. Die Damen sind laut, vergnügt, lachen und schwatzen. Die drei zugehörigen Herren halten sich im Hintergrund. Wir werden gefragt wo wir denn herkommen, als wir : „Germany.“ Antworten, zücken alle ihre Handys und wollen ein Selfi mit „the german friends.“ Ich kann mich gar nicht retten vor lauter netter schwarzer Ladys, die mit mir aufs Foto wollen. Dabei wird wieder laut gelacht und geschwätzt. Herrlich!!!!!! Es ist einfach köstlich. Zuletzt schaffen wir dann noch ein Gruppenfoto, wobei die Herren auch hier im Hintergrund bleiben.
Diese schöne junge Frau auf dem Foto ist unglaublich Stolz auf ihre Zöpfe, die sie selber angeflechtet hat.
Ich finde, dass sie es überhaupt nicht nötig hätte, diese Kunststoffhaare zu tragen. Aber man will ja immer das haben, was man nicht hat. Eine andere junge Frau aus der Gruppe, trägt als einzige ihre sehr kurzen natürlichen Krausen ohne Kunsthaarverlängerung und sie sieht einfach toll aus. Leider habe ich kein Porträtfoto von ihr. Nachdem der große Fotorun vorbei ist, kommen die Herren und bitten meinen Mann und meinen Vater mit ihnen zusammen ein Foto am Meteoriten zu machen. Als ich mit der Kamera mitgehe, um auch ein Foto zu machen, wird das so gedeutet, dass ich aufs Foto mit möchte. Es wird mir klar gemacht, dass das ein „Männerbild“ wird. Ich weiß nicht genau, ob ich beleidigt oder amüsiert sein soll. Meine Tochter schummelt sich trotz „Frauenverbot“ aufs Foto.
Anschließend erzählen die Herren meinem Mann und meinem Vater, dass sie Gestern aus Südafrika mit drei Autos zu einer Hochzeit hierher gefahren sind. Der alte Mann ist gebürtig aus der Gegend und wollte unbedingt zum Hoba, den er als Kind das letzte Mal gesehen hat. Er meint, dass der Meteorit damals noch nicht so tief gelegen hätte. Als ich eine Frage zu ihrer 2400km langen Fahr gestern stelle, werde ich sehr merkwürdig angeschaut. Die Frage wir dann von einem der Männer zwar beantwortet, aber mein Mann und mein Vater dabei angeguckt. Es ist ziemlich klar, dass ich als Frau nicht als akzeptable Gesprächspartnerin gelte. Es juckt mich ein wenig, noch weiter zu fragen, aber ich lasse es dann doch. Die ganze Situation ist so witzig und hinreißend, da muss man sich jetzt nicht den Spaß verderben lassen. Ich werde die Kulturen hier nicht in 5 Minuten ändern, aber es ist eine interessante Erfahrung. Die Mädels haben weiterhin eine Menge Spaß und das Fotoshooting geht weiter. Die Bilder werden selbstverständlich sofort getwittert oder zu Facebook gepostet. Zumindest kann ich ab jetzt nicht mehr mit der vollen Wahrheit behaupten: „Ich bin nicht auf Facebook.“ 😉
Als die Hochzeitsgesellschaft die Bühne verlässt, kommt ein junger Mann zu uns zum Meteoriten und möchte auch ein Foto mit uns machen. Und er ist nicht der letzte. Es scheint irgendwie wohl was besonders tolles zu sein mit deutschen Touris fotografiert zu werden. Warum auch immer.
Rund um den Hoba füllen sich mittlerweile die Braiplätze. Es ist wirklich spannend das Gewusel zu beobachten. Leider müssen wir dann doch mal los. Wir müssen ja noch zum Waterberg. Noch ein letztes Bild vom Parkplatz.
Über die D2860 fahren wir Richtung Rietfontein und fahren dann weiter auf der D2512 zum Waterberg. Auf dem Weg sind einige Gästefarmen und wir müssen einige Viehgatter öffnen und natürlich auch schließen, wie auf dem Schild gebeten.
Am Nachmittag erreichen wir dann den Waterberg
Anmerkung: Den Meteorit muss man nicht gesehen haben, aber wer am Wochenende in der Nähe ist, der sollte auf alle Fälle dahin, um sich das Spektakel anzuschauen. Diese Begegnung war ein wirkliches High Light unserer Reise und wir werden davon bestimmt noch oft sprechen. Fortsetzung folgt………….
Teil 5104. Juli 2017
TAG 18: Waterberg Plateau Lodge Als wir in die Einfahrt zum Wilderness Gelände einbiegen sind wir verwundert, weil es hier sehr grün ist. Es gibt viel Gebüsch, hohe Bäume und grünes Gras. Nach fast 3 Wochen rote Steine und Sand und brauner Vegetation kommt man sich vor wie im Garten Eden.
Wir fahren zur Rezeption und können einchecken. Uns wird der Weg erklärt. Eigentlich müssen wir halt immer berghoch fahren. Wir steigen wieder alle ein und nehmen den beschriebenen Weg. Dabei sehen wir Schilder zu den verschiedenen Wanderrouten, die zwischen 4 und 18 km lang sind. Der Weg macht an einer Stelle eine scharfe Rechtskurve. Dort steht ein Felsen weit in den Weg hinein und wir befürchten dort nicht vorbei zu kommen, aber sehr langsam und vorsichtig umschiffen wir die Klippe. Als wir wieder eine ebene Fläche erreichen sehen wir bald den Pool und die fast runden Chalets. Wir suchen unsere Chalets und bleiben erst einmal auf der Terrasse unseres Chalet stehen und bewundern die fantastische Aussicht.
Auf der Terrasse gibt es ein kleines Tauchbecken, dass im Sommer bestimmt eine tolle Attraktion ist, jetzt müsste schon noch eine Sauna dazu geboten werden, damit ich dort hinein klettere. Der Dicke Zeh reicht völlig. Aber als Kühlschrank hat uns das Becken gute Dienste geleistet.
Wir betreten unser Reich für die nächsten 2 Nächte und sind sehr entzückt. Alles großzügig und sauber und dann noch diese Aussicht.....
Alleine die bestickte Bettwäsche gefällt uns allen ausnehmend gut.
Oder die „Alarmanlage“, falls wir Hilfe rufen müssen.
Auch das Bad ist großzügig und sauber.
Als wir uns noch alles genau ansehen, kommt ein Mitarbeiter den Donkey anfeuern. Wir können also bald warm duschen.
Wir packen aus und finden in der Wand die Zimmerbar.
Mit diesem Rotwein setzen wir uns an das Tauchbecken und sehen den Klippschliefern, die hier zu hunderten leben, beim spielen oder auch Streiten zu. Diese süßen, netten Tierchen, können sehr laut werden und werden uns noch ein wenig den Schlaf kosten.
Dann geht die Sonne unter und wir genießen einfach den Augenblick mit unserem leckeren Wein.
Wir testen die Wirksamkeit des Donkeys und stellen fest, dass das kleine Feuer große Wirkung erzielt. Nach dem Duschen machen wir uns für das Abendessen fertig. Das Essen gibt es in einem Gebäude hoch auf den Felsen vorne beim Pool. Man muss einige Treppenstufen erklimmen, um dort hinzugelangen. In dem großen runden Raum brennt in der Mitte ein heimeliges Feuer. Unser Tisch steht direkt davor. Sehr schön, denn es ist empfindlich kalt geworden. Trotz dicker Fließjacke fror ich auf dem Weg hierher.
Er sind noch 3 weitere Tische besetzt. Wir haben also eine sehr exklusive Gruppe. Das Essen wird von zwei Köchinnen direkt hier oben vor Ort zubereitet und wir werden von einem Kellner mit Sacko, Hemd und Fliege bedient. Die Atmosphäre ist sehr schön, der Tisch nett gedeckt und am Feuer ist es kuschelig warm.
Wie fast in allen Lodges wird uns die Speisenfolge am Tisch erklärt. Kurz darauf wird eine Kürbissuppe serviert. Leider ist diese mir viel zu scharf. Meine Tochter spuckt sie fast wieder aus. Die anderen essen die Suppe zumindest zum Teil. Als der Kellner abräumen möchte und die Suppen sieht fragt, ob es nicht geschmeckt hat. Ich erkläre im, dass die Suppe für unseren Geschmack zu scharf war und bitte darum bei den nachfolgenden Gängen möglichst keine scharfen Gewürze zu verwenden. Als der Hauptgang kommt, bin ich wirklich sehr hungrig, leider ist auch dieser sehr stark gewürzt und für meinen Geschmack zu scharf. Unsere Tochter weigert sich zu essen und ist motzig, weil sie Hunger hat. Ich kann sie verstehen. Ich rufe den Kellner und frage, ob es möglich ist noch Brot zu bekommen. Er bringt sofort einen Korb mit geschnittenem Brot. Mit dem Brot zusammen, kann ich ein wenig des Hauptgangs essen, unsere Tochter bleibt beim trocken Brot. Der Nachtisch ist dafür sehr lecker und entschädigt das Kind. Wir bitten zum Abschied darum, dass am nächsten Abend das Essen bitte ganz wenig gewürzt wird. An unserem Chalet legen wir uns noch in die Liegestühle und schauen in den Sternenhimmel, nachdem das Kind schläft. Einfach himmlisch, im wahrsten Sinne des Wortes.
ENDE TAG 18
Teil 5206. Juli 2017
TAG 19: Waterberg Plataeaulodge Die Nacht ist unruhig. Draußen streiten die Dassies in unglaublicher Lautstärke. Wie können so kleine possierliche Tierchen solch einen Radau veranstalten? Vor allem in der Dämmerung geht es richtig los. Wasa der rund für den Lärm ist, können wir nicht feststellen. Aber dafür können wir vom Bett aus die fantastische Aussicht genießen. Die Farben ändern sich in jeder Sekunde und es ist einfach wunderschön. Ja, so sollte Urlaub sein. Ein bisschen bin ich traurig, weil unsere Tour bald zu Ende sein wird, aber ich verdränge den Gedanken und genieße weiter. Ich beobachte einige Vögel und ein paar Klippschliefer, die an unserem Tauchbecken trinken kommen und das alles im Bett liegend durch das große Panoramafenster. Als die Sonne schon einige Zeit am Himmel steht können wird und endlich von dem Anblick trennen und machen uns fertig fürs Frühstück. Vorher muss ich natürlich noch ein paar Schnappschüsse rund ums Chalet machen:
Von unserer Terrasse kann man den Wasserkanal nach Windhoek sehen. Da er offen ist, verdunstet ca. 60% des Wassers auf dem Weg dahin. Außerdem wird er immer wieder zur Todesfalle für Wildtiere. Der Kanal soll in den nächsten Jahren aus Wasserspargründen abgedeckt werden.
Als wir zum Restaurant heraufklettern stellen wir fest, dass wir die einzigen beim Frühstück sind. Das ist wirklich Luxus. Wir haben den ganzen Turm für uns alleine. Das Frühstück schmeckt uns gut. Wir sind wirklich froh, dass man sich um die Gesundheit der Nashörner sorgt und sie nicht rauchen dürfen 😉
Nach dem Frühstück schauen wir uns auf der Aussichtterrasse um. Und wieder sind wir vollkommen begeistert von der Aussicht.
Wir fragen noch den Gamedrives und den Wandermöglichkeiten. Der Nette Servicemann erklärt uns, dass wir das unten im Tal bei der Rezeption buchen können. Der Rhinodrive findet um 15.oo Uhr statt, die Plateauwanderung um 8.oo Uhr morgens, die sind schon unterwegs. Im Tal gibt es ausgewiesenen Wanderwege, die wir alleine gehen können. Also, gut, ab ins Tal. Wir überlegen, ob wir laufen oder fahren sollen. Da wir nicht wissen wir lang die Wanderungen sind, nehmen wir das Auto. Ander Rezeption buchen wir den Rhinodrive für drei. Meine Eltern meinen sie hätten vor allem in Indien so viele (Panzer)nashörner gesehen und sie würden lieber einfach auf der Lodgeterrasse die Natur genießen und den Klippschliefern zuschauen. An der Rezeption erhalten wir einen kleinen Plan mit den Wanderwegen. Es handelt sich um Rundwanderwege. Wir entscheiden uns zur Quelle zu spazieren. Der Weg ist gut ausgeschildert und wirklich schön. Wieder sind wir von dem ganzen Grün begeistert. Der Name Waterberg kommt nicht von ungefähr. Auf unserem Weg begegnen uns einige Tiere, wenn auch manchmal nur im Gebüsch zu erahnen.
An der Wilderness Lodge stellen wir fest, dass diese mit unendlich hohem Bambus umwachsen ist.
Eine nette Mitarbeiterin kommt auf uns zu und fragt, ob sie uns helfen kann. Wir erklären, dass wir auf dem Weg zur Quelle sind. Sie erklärt uns den weiteren Weg. In der Nähe der Lodge sehen wir eine große Gruppe Paviane, die aber, wie bisher immer, sehr scheu sind.
Der Weg führt ein bisschen die Felsen hoch, ist aber bequem zu gehen. Immer wieder müssen wir stehenbleiben, um die schöne Landschaft unter uns zu bewundern. Es sieht aus, wie in einer schönen grünen Parkanlage.
Der Weg führt ins Tal und wir spazieren über saftig grünen Wiesen. Kein Wunder, das in der Mitte ein kleines Bächlein läuft.
An der Quelle erfrischen wir uns alle an dem kalten klaren Wasser. Es ist mittlerweile ganz schön warm geworden. Die Sonne hat auch im Winter viel Kraft. Aber wir sind ja im Schatten der Bäume. Hier kann man es aushalten.
Der Weg zurück führt durch das Tal über die Wiesen. Wenn wir direkt nach unserer Ankunft hier in Namibia hierhergekommen wären, hätten wir das alles wahrscheinlich gar nicht für so besonders gehalten, denn zu Hause kennt man ja nun mal Wald und Wiesen, aber nach fast 3 Wochen in Namibia, ist das ein besonderes Erlebnis.
Fortsetzung folgt…….
Teil 5320. Juli 2017
TAG 19: Waterberg Plataeaulodge Kurz vor 15.oo Uhr werden mein Mann, meine Tochter und ich von unserem Guide mit einem Safarifahrzeug abgeholt. Ich bewundere seine Fahrkünste. Diesen Berg hinunter mit dem riesigen Fahrzeug ist schon eine Kunst.
Wir fahren zur Campside in der Nähe der Rezeption. Dort steigt eine große Gruppe dazu. Es handelt sich um 2 Familien die mit ihren Teenager Kindern, die mit Dachzelten unterwegs sind. Dann geht es los. Wir fahren aus dem Wilderness Lodgegelände raus und queren die Straße. Nach einiger Zeit sehen wir diese Giraffe. Die Mitfahrer sind begeistert, da sie erst gerade mit ihrer Rundreise begonnen haben. Wir freuen uns natürlich auch über diese Sichtung, aber es ist eben nicht die erste Giraffe. Das ist nun mal ein ganz besonderes Ereignis für jeden.
Man kommt ins Gespräch. Die netten Mitfahrer erzählen, dass sie alle in der letzte Nacht bitterlich gefroren haben. Wir bieten ihnen unsere Fleeceschlafsäcke an, die wir sowieso hier lassen wollten. Ich bitte, dass sie die Schlafsäcke nach ihrer Tour auch bitte weitergeben. Das wird versprochen. Wir fahren eine ganze Zeit ohne weitere Sichtungen weiter. Der Guide ist per Funk mit einem Kollegen verbunden. Er erzählt uns, dass die Rhinos ständig unter Bewachung stehen, wegen der Wilderer. Das Gelände ist Videoüberwacht und über Tag sind die Guide ständig hier unterwegs.
Der andere Guide scheint die Nashörner gefunden zu haben und wir fahren in Kreisen um das Gebiert, dass er genannt hat. Dann halten wir an und sollen aussteigen. Der zweite Guide kommt aus dem Busch und erzählt, dass wir jetzt zu Fuß die drei Nashörner aus dem Busch auf eine große Lichtung locken werden.
Er erklärt, dass Rhinos sehr schlecht sehen (sie sind kurzsichtig), aber sehr gut hören. Die drei sind heute guter Laune und relaxt, deshalb dürfen wir zu Fuß an sie ran. An anderen Tagen ist das nicht erlaubt. Er bittet uns darum leise zu sein und auf keinen Fall zu rennen. Wir sollen nicht laut sprechen und darauf achten welche Anweisungen wir erhalten. Die Nashörner sind neugierig und werden uns hören und um uns besser zu sehen, werden sie in unsere Richtung kommen. Wir sollen dann langsam Rückwärts aus dem Busch heraus gehen und die drei Dicken werden uns folgen. Dann verschwindet er in den Busch und winkt uns zu sich. Wir schlagen uns durch die Dornenbüsche und holen uns alle ein paar dicke Schrammen. Dann zeigt der Guide an, dass wir stehen bleiben sollen und macht Zeichen leise zu sein. Wir sehen nichts. Doch dann können wir einen großen grauen Körper im Dickicht erahnen. Der Guide zeigt per Handzeichen an, dass wir zurück gehen sollen. Wir ziehen uns zurück und weichen langsam rückwärts. Das Nashorn folgt tatsächlich. Es dauert einige Minuten bis wir wieder auf einem Weg sind.
Wir sammeln uns an einer breiten Stelle und dann tritt das erste Nashorn aus dem Busch. Es ist eine Kuh, der die Spitze des Horns fehlt. Der Guide erzählt, dass sie die Nashornkuh von einem privaten Gamereserve gekauft haben, die den Nashornbabys die Hörner kürzen, um Wilderei zu verhindern. Der Guide meint, dass das aber so ähnlich ist, als wenn man uns eine Hand abnimmt. Man kann damit leben, aber es ist besser zwei zu haben. Aus diesem Grund enthornen sie die Rhinos nicht, sondern setzten auf Überwachung.
Die zweite Kuh folgt.
Wir sollen ein wenig zurückweichen. Die Damen gehen einen zügigen Schritt und einige in der Gruppe werden schneller. Der Guide zeigt an, dass wir nicht so schnell gehen sollen. Zügig aber ruhig. Er ermahnt wieder zum leise sein und nicht zu rennen.
Dann kommt das dritte Nashorn aus dem Busch. Der Bulle. Er hat ein riesiges Horn und dürfte sicher ein lohnendes Ziel für die skrupellosen Wilderer sein. Ich finde ihn wunderschön. Ein Muskel- und Kraftpaket.
Wir ziehen uns weiter zurück bis wir die große Lichtung erreichen. Dort steht ein weiteres Safarifahrzeug. Die drei Rhinos fangen an zu grasen und scheinen sich nicht um uns zu scheren. Man merkt ihnen an, dass sie das nicht zum ersten Mal erleben.
Wir dürfen noch fleißig fotografieren und erfahren, dass die Damen und der Herr seit 8 Jahren zusammen leben und, dass man nun langsam auf Nachwuchs hofft. Dann werden wir gebeten wieder ins Fahrzeug zu steigen. Wir fahren noch ein Stück weiter und halten auf einer großen offenen Fläche. Dort gibt es den obligatorischen Sundowner.
Anschließend bitten unsere Mitfahrer den Guide sie noch mit zu uns hoch auf den Berg und anschießend wieder mit runter zu nehmen, damit sie die Schlafsäcke holen können. Das ist kein Problem und so fahren wir alle zuerst zur Campground, damit die Teenis schon mal Feuer machen können fürs Essen und dann fahren die Eltern mit uns zur Plateau Lodge. Wir holen die drei Fleeceschläfsäcke, die wir dabei haben und geben sie weiter. Meine Eltern erzählen anschießend, dass sie einen wunderschönen Nachmittag mit traumhafter Aussicht bei Kaffee und Kuchen im Restaurant hatten. Sie waren die einzigen Gäste und wurden wohl sehr verwöhnt. Nachmittagskaffee ist bei Halbpension in der Plateau Lodge wie in vielen anderen Lodges inklusive. Der Donkey ist natürlich bereits angeheizt und wir können warm duschen und machen uns dann für das Abendessen fertig. Heute sind wir noch weniger Menschen im Restaurant als gestern. Wir haben wieder den Tisch direkt am Feuer. Schön!!!!!!!!! Leider ist trotz nochmaliger Bitte, das Essen nicht so scharf zu machen, die Suppe für mich wieder zu scharf, aber es gibt ja Brot. Die weiteren Gänge sind sehr lecker. Nach dem Essen genießen wir ein letztes Mal den fantastischen Sternenhimmel im Liegestuhl. Ein wenig Wehmut kommt dabei auf. Bald ist dieser Traum zu Ende. Leider.
ENDE TAG 19 Fortsetzung folgt……..
Teil 5425. Juli 2017
Tag 20: Waterberg - Windhoek Wir genießen beim Wachwerden ein letztes Mal die fantastische Ausicht aus dem Bett.
Heute Morgen haben sich Klippschliefer wieder einmal lautstark gestritten. Als wir auf die Terrasse treten sehen wir eine große Gruppe von Ihnen auf den Felsen.
Meine Tochter setzt sich an den Terrassenrand und beobachtet die possierlichen Tiere, die sich von uns überhaupt nicht stören lassen.
Sie warten darauf, dass die Sonne wärmer wird. Ein sehr kleiner Dassie klettert auf den Mopane Baum vor uns, um an die letzten Blätter zu gelangen. Ein größerer versucht das auch und muß dann feststellen, dass er zu schwer für den dünnen Ast ist und stürzt ab.
Im Gegensatz zu uns findet er das wahrscheinlich gar nicht lustig. 😗 Dann geht es zum Frühstück. Auf dem Weg dahin treffen wir noch diesen Rotbauchwürger. Anschließend heißt es Abschied nehmen. Das Auto wird gepackt und los gehts. Von der Pad aus machen wir noch ein paar Fotos von den Chalets der Waterberg Plateau Lodge.
Auf nach Windhoek.
Fortsetzung folgt......
Teil 5521. Sept. 2017
Die Fahrt nach Windhoek ist unspektakulär. An der Teerpad sieht man des Öfteren Affen und vor allem Warzenschweine. Ansonsten passiert nicht wirklich erzählenswertes. In Windhoek fahren wir direkt zum Thule Hotel, das auf einem Hügel liegt. Die Aussicht über die Stadt ist recht nett.
Unser Zimmer ist riesig, aber nicht wirklich gemütlich. Dafür haben wir eine wirklich Attraktion direkt vor unserem Fenster. Dort steht ein Baum indem die Webervögel schon fleißig Nester bauen und da wir in der ersten Etage wohnen, können den Vögeln sehr schön zuschauen.
Obwohl unscharf liebe ich dieses Foto ungemein:
Da es vom Hotel einen Fahrdienst gibt, bitten wir den Rezeptionisten einen Tische bei Joe´s zu bestellen und den Fahrer zu rufen. Damit entfällt das Parkproblem in der Stadt und alle (die einen Führerschein besitzen) können später bei Joe´s ein Bier oder ein Savanna trinken. Wir lassen uns zur Christuskirche fahren und schauen uns die einschlägigen Attraktionen an.
Danach wandern wir in die Stadt. Hier sieht es aus wie in jeder Stadt irgendwo auf der Welt. Kaufhausketten, die jeder kennt, Menschen mit Tüten bepackt und auf ihr Smartphone starrend.
Unser Tisch bei Jos´s ist für 19.00 Uhr bestellt. Der Navi sagt, wir hätten ca. 4 km Fußweg, also beschließen wir nach Sonnenuntergang zu Joe´s Beerhouse zu laufen. Dazu laufen wir quer durch den Busbahnhof. Dabei nehme ich meine Handtasche fester unter den Arm und mein Kind an die Hand. Das Gedränge ist groß und alles etwas unübersichtlich, aber ich muss sagen, dass ich mich am Bushof in Aachen in der Dunkelheit ganz bestimmt viel unsicherer fühle.
Der Weg zieht sich dann doch, aber schließlich kommen wir an und sind begeistert von der Deko. Die Speisekarte ist umfangreich und natürlich namibisch Fleischlastig. Wir gönnen uns alle am letzten Abend noch einmal ein Gamesteak und bereuen es nicht.
Nach dem Essen stöbern wir noch ausgiebig in der Deko und rufen dann den Fahrdienst im Hotel an. Dieser Service des Hotels ist wirklich klasse.