Tag 25 – Montag, 1. August 2016 – Durch den Süden des Moremi
South Gate, Moremi – Third Bridge, Moremi
In der Nacht liefen die Hyänen durch unser Camp. Wir sahen ihre Augen im Licht unserer Stirnlampen reflektieren, als wir am frühen Morgen kurz aufstanden und einmal zur Toilette marschierten. Dann legten wir uns nochmal für zwei Stündchen hin. Am Morgen war es angenehm warm, und wir kochten Wasser für Kaffee und Tee.
Kurz vor halb acht hatten wir alles zusammengepackt und fuhren hintereinander los Richtung Third Bridge. Sarah und Philipp hatten zwei kleine Funkgeräte mitgebracht, und so konnten wir zumindest aus kurzer Distanz miteinander reden. Auf den ersten Kilometern sahen wir ein paar Antilopen und Giraffen.
Es dauerte nicht lange, bis Philipps Stimme aus dem Gerät quakte. Ihr rechtes Hinterrad gäbe verdächtige Geräusche von sich. Bei jeder Umdrehung war das laute „Pffft“ deutlich zu vernehmen, und der Reifen verlor Luft. Als er schon sichtbar platt war, fuhren wir auf die Seite und wechselten das Rad. Philipp und Uwe erledigten das ganz problemlos, während Sarah und Ruth die Umgebung im Auge behielten. Auch so eine Situation ist zu viert viel entspannter.
Ein paar neugierige Buschhörnchen beobachteten uns.
Schnell war der Reifen gewechselt, und es ging weiter zu den Xini-Lagoons. Besonders beeindruckend waren die Schwärme der Blutschnabelweber, die von Busch zu Busch waberten. Die Vögel erhoben sich wie auf Absprache, stiegen in einer dunklen Wolke empor, nur um sich ein paar Meter weiter wieder niederzusetzen.
An der Stelle, wo gestern die Löwin gelegen hatte, waren heute nur ein paar Letschwes, das schlechtgelaunte Hippo vom Vortag oder ein anderer Artgenosse und ein paar Vögel.
Langzehenkiebitz
Gelbschnabelmadenhacker
Wir blieben nicht lange und fuhren noch ein paar Schleifen. Dabei sahen wir ein Pärchen Riedböcke.
In einem Wäldchen stand ein einzelnes Flusspferd, das ziemlich ramponiert aussah.
Teil 4222. Jan. 2017
Zurück auf der Hauptstraße ging es weiter Richtung Third Bridge. Entlang des Weges sahen wir immer wieder unterschiedlich große Wasserlöcher und kleine Seen. So viel Wasser hatten wir in den vergangenen Jahren nie erlebt.
Rotschnabelmadenhacker
Kurz vor Third Bridge liefen ein paar winzige Waffenkiebitz-Küken neben der Straße. Als wir anhielten, versteckten sie sich unter den Brustfedern ihrer Mutter. Nun sah es so aus, als habe die Henne acht Beine.
Im Camp angekommen machten wir eine lange Pause. Philipp briet Rührei mit Speck für alle, und Ruth machte einen Wurstsalat. Dazu aßen wir Butterbrote.
Nach dem Vormittag im Auto tat uns allen das Picknick gut. Anschließend duschten wir und ruhten uns ein wenig aus. Im Dach des Duschhauses hingen zwei Fledermäuse.
Teil 4322. Jan. 2017
Die Sonne brannte, und wir planten den weiteren Nachmittag. Zusammen fuhren wir die Runde um Mboma Island. Die erste Hälfte des Weges kannten wir bereits aus vergangenen Jahren. Die Landschaft war sehr abwechslungsreich. Ebenen, Tiefsand, Wälder, Sträucher und Riedgras wechselten sich ab. Wir benötigten für die 25 Kilometer mehr als zwei Stunden, aber die Strecke war wunderschön. Da der letzte Abschnitt nicht häufig befahren wird, mussten wir oft zwischen eng stehenden Zweigen und Büschen hindurchfahren. An einer Stelle war eine enge Kurve mit beginnendem Tiefsand kombiniert. Wir blieben mitten in der Kurve im Sand stecken, konnten uns jedoch mit Hilfe der Untersetzung befreien. Sarah und Philipp, die hinter uns fuhren, ging es ähnlich. Sie mussten noch einmal ein kleines Stück zurück fahren, dann ging es auch für sie weiter.
Weißscheitelwürger
Graulärmvogel
Lappenstar
Am Ende der Halbinsel durchquerten wir eine Ebene mit hohem Gras, das wunderschön rot in der Sonne leuchtete. Viele Bäume waren von Elefanten zerstört, die rundum die Rinde abgeschält hatten. Wir sahen einen einzelnen Elefanten, der ganz entspannt fraß und bis auf wenige Meter zu unserem Wagen kam. Dann drehte er jedoch ab und verschwand im Dickicht.
Helmperlhuhn
Gegen Ende der Runde um die Halbinsel entdeckten wir ein Pärchen Streifenschakale. Da es für uns erst die zweite Sichtung dieser seltenen Schakale war, freuten wir uns besonders. Während die Schabrackenschakale wie Füchse aussehen, wirken die Streifenschakale mit ihrem etwas buschigeren Fell eher wie Wölfe auf uns.
Gegen viertel nach sechs waren wir wieder zurück im Camp. Auf den letzten Kilometern sahen wir einen phänomenalen Sonnenuntergang.
Zum Abendessen grillten wir Fleisch und Boerewors und machten eine große Schüssel gemischten Salat. Außerdem legten wir Kartoffeln in die Glut. Es war wieder ein sehr schöner Abend mit den beiden. Wir saßen noch lange am Feuer beisammen und hörten den Stimmen der Nacht zu. Die Elefanten raschelten im hohen Gras, man vernahm immer wieder vereinzeltes Trompeten in der Ferne, die Hippos grunzten, und ab und zu heulte eine Hyäne. Unsere Unterhaltung wurde vom markanten Ruf der Zwergoreule begleitet. Solche Augenblicke entschleunigen doch sehr. Für ein derartiges Konzert und eine gemütliche Runde um ein Lagerfeuer lohnt es sich schon ganz arg, nach Afrika zu reisen.
Kilometer: 90
Teil 4426. Jan. 2017
Tag 26 – Dienstag, 2. August 2016 – Gamedrive mit vielen Vögeln
Third Bridge, Moremi – Xakanaxa, Moremi
Unser Wecker ging schon um viertel nach fünf, weil wir uns vorgenommen hatten, zwischen sechs und halb sieben aufzubrechen. Aber da es wirklich noch stockdunkel war und aus dem Nachbarzelt nichts zu hören war, blieben wir noch etwas liegen. Um halb sieben standen wir dann doch auf. Uwe kochte Wasser, und Sarah und Philipp kamen ebenfalls dazu. Wir aßen auf der Hand ein Brötchen und packten alles zusammen. Von der Nachbarcampsite klang ein Scheppern herüber, und kurz darauf ertönte lautes Schreien und Rufen. Ein Pavian rannte an uns vorbei und turnte dann über die Autos auf der anderen Seite. Als er begann, sämtliche Schubladen, Kisten und Schachteln in Augenschein zu nehmen, griffen wir ein und warnten unsere Nachbarn. Kaum war der Affe verschwunden, erschien schon der nächste Besuch. Eine Hyäne spazierte durch das Camp. Sie hatte augenscheinlich viel erlebt in der letzten Nacht, denn sie sah ziemlich ramponiert aus.
Dann brachen wir auf und fuhren südlich über die Ebene und auf verschlungenen Wegen auf der Suche nach Tieren. Sarah und Philipp fuhren voraus und versuchten, Tierspuren zu finden, zu bestimmen und zu verfolgen. Wir mussten uns nur anhängen. So entdeckten wir Strecken, die wir noch nie zuvor gefahren waren. Obwohl wir nichts Besonderes sahen, war es ein entspannter und schöner Gamedrive. Wir sahen Antilopen, Giraffen und Zebras und natürlich verschiedene Vögel. Auch die Küken der Waffenkiebitze waren wieder unterwegs. Sie versteckten sich unter dem Gefieder ihrer Eltern, als wir bei ihnen stehen blieben.
Waffenkiebitz
Hornrabe
Swainsonfrankolin
Am späten Vormittag waren wir wieder zurück in Third Bridge und machten eine kurze Pause. Dann überquerten wir die Brücke. Dieses Jahr gab es davor eine etwas tiefere Wasserdurchquerung, bevor man über die eigentliche Knüppelbrücke fuhr. Am Ende war sie mit einigen Balken verlängert worden. Die Durchfahrt war keine große Herausforderung und machte wie immer viel Spaß.
Kurz vor der vierten Brücke trennten wir uns. Wir hielten für einige Vögel, die beiden anderen wollten schneller nach Xakanaxa kommen. Bei der Brücke selbst war fast kein Wasser, so dass wir auf ihrer linken Seite vorbeifahren konnten.
Weidelandpieper
Hammerkopf
Zwischen der vierten Brücke und Xakanaxa gibt es unzählige Verbindungsstrecken, und wir haben noch nie zweimal die gleiche Route erwischt. Auch heute war es wieder eine neue. Wir hielten uns ziemlich westlich, d. h., entlang der Grenze zu Dead Tree Island und kamen unweigerlich wieder an der Stelle vorbei, an der der Weg aus unzähligen, sehr tiefen Löchern besteht. Im Schneckentempo tasteten wir uns voran und begegneten Dave, der alleine und ohne GPS in seinem Landrover unterwegs war. Er wollte ebenfalls nach Xakanaxa und fragte, ob er uns hinterher fahren dürfe. So fuhren wir die letzten Kilometer mit ihm im Schlepptau. Es ist sehr erstaunlich, dass das Wasser im Okavango-Delta immer wieder anders verteilt ist. Wo vor einigen Jahren noch Überschwemmungen und Tümpel waren, ist es nun völlig trocken. Dafür steht an anderen Stellen jede Menge Wasser. Auf der Campsite kamen wir kurz vor Sarah und Philipp an und machten gemeinsam eine lange Mittagspause.
Wir machten Obazda, den wir auf Schwarzbrot aßen. Uwe befeuerte die Kelly und trank Kaffee. Sarah und Philipp optimierten ein paar Dinge an ihrem Auto. Ruth pirschte den Vögeln auf der Campsite hinterher.
Halsband-Bartvogel
Hartlaubdrossling
evtl. eine Prinie?
Angolaturteltaube
Teil 4526. Jan. 2017
Später fuhren wir eine große Runde durch die Paradise Pools. Vorher registrierten wir uns am Gate. Wir entdeckten die übliche Herde Letschwes und viele Wasservögel, Papageien und Wiedehopfe.
Wiedehopf
Bruchwasserläufer?
Eine Zeit lang sahen wir einem großen Trupp Zebramangusten zu, die im Unterholz nach Essbarem suchten.
Auch ein paar Elefanten standen neben der Straße und fraßen.
Ganz zum Schluss, kurz bevor wir wieder am Campingplatz waren, liefen uns erneut zwei Streifenschakale über den Weg. Leider waren sie sehr scheu und schnell auf und davon. Verrückt, dass man jahrelang überhaupt kein solches Exemplar zu Gesicht bekommt und nun an zwei aufeinander folgenden Tagen gleich zwei Pärchen.
Zum Abend kühlte es schnell ab, und wir entzündeten ein großes Feuer. Wir kochten Butternut-Kürbisse vor, und Philipp machte eine Füllung aus gebratenen Zwiebeln mit Speck, Feta und Käse. Die gefüllen Kürbisse legten wir in Alufolie in die Glut. Dazu grillten wir Kudusteaks. Es schmeckte fantastisch. Nach dem Spülen saßen wir noch einige Zeit am wärmenden Feuer und unterhielten uns. Hier in Xakanaxa fühlen wir uns wie immer sehr wohl. Spät abends lief eine Hyäne vorbei, und als wir schon im Zelt waren, brüllte ein Löwe.
Kilometer: 70
Teil 4631. Jan. 2017
Tag 27 – Mittwoch, 3. August 2016 – Ein entspannter Tag im Delta
Xakanaxa, Moremi
Während der Nacht hörten wir immer wieder aus unterschiedlichen Richtungen Löwen brüllen. Daher standen wir schon sehr früh auf, verzichteten auf ein Frühstück und klappten schnell das Zelt ein. Dann fuhren wir kurz vor Sonnenaufgang los.
Sarah und Philipp blieben noch im Camp. Wir fuhren einige Wege in der Nähe der Xakanaxa-Lagune, konnten aber weder Löwen noch –Spuren finden. Dennoch war es eine schöne Fahrt mit vielen Impalas und Vögeln.
Weiblicher Bennettspecht
Einige Riesenglanzstare balzten, indem sie ihren Kopf nach hinten streckten, die Flügel etwas spreizten und ein kurzes Krächzen ausstießen.
Graulärmvogel
Haubenbartvogel
Gegen Ende der Runde landeten wir wieder bei den Paradise Pools. Dort beobachteten wir drei andere Fahrzeuge, die zusammen gehörten und an einer Stelle standen. Alle Insassen stiegen aus und liefen in der Gegend herum. Kurz später standen wir am Ende einer Sackgasse vor dem Wasser und beobachteten einen interessanten Vogel, irgendeinen Wasserläufer. Da kamen auch die drei Autos von hinten. Einer überholte uns und fuhr noch einige Meter weiter durch das Wasser bis zur nächsten Insel. Alle anderen stiegen einschließlich der Kinderschar wieder aus und liefen um uns herum. Sämtliche Wasservögel waren natürlich weg. Wir waren sauer. Abgesehen davon, dass diese rücksichtslosen Leute uns die Sichtung vermasselt hatten, ist es verboten, im Moremi Nationalpark einfach irgendwo auszusteigen. In bestimmten Fällen lässt es sich nicht vermeiden, aber nur zum Spaß sollte das nicht sein. In solchen Situationen geht gerne die Lehrerin mit Ruth durch, und sie klärte die Leute darüber auf, dass sie unnötigerweise hier herumliefen und uns den Vogel verscheucht hatten. Überraschenderweise wollte niemand belehrt werden und noch viel weniger einsehen, etwas falsch gemacht zu haben. Alle Beteiligten waren weit davon entfernt, sich zu entschuldigen. Vielmehr wurde uns pampig erklärt, dass wir schließlich nicht alleine auf der Welt wären. Da hatten sie natürlich Recht! Bevor Ruth ausfallend werden konnte, drehte Uwe schnell das Auto und fuhr davon. Auf dem Rückweg sahen wir noch eine große Horde Paviane, die vor und hinter uns den Weg überquerte. Die kleinen spielten und zankten und stießen sich gegenseitig vom Ast. Es war spannend, ihnen zuzusehen. Ruth hatte unwillkürlich Pausenhof-Assoziationen.
Teil 4731. Jan. 2017
Zurück im Camp frühstückten wir Nutellabrötchen und Müsli. Den Rest des Vormittags und den halben Nachmittag blieben wir am Campingplatz, spannten das große Sonnendach auf und freuten uns über die Wärme. Es war mit 34 Grad im Schatten heiß wie selten in unserer Reisezeit. Wer hätte das noch vor einer Woche gedacht? Wir duschten, wuschen Wäsche, spülten, picknickten zwischendurch und sicherten Fotos. Es war herrlich entspannt.
Auf dem Weg zur Dusche sahen wir, was die Paviane bei unseren Nachbarn angerichtet hatten. Alles, was man untersuchen oder umwerfen konnte, hatten sie auch tatsächlich untersucht oder umgeworfen.
Sarah und Philipp hatten bei ihrer Morgenrunde zwei schlafende Löwen gefunden. Nachmittags wollten wir schauen, ob sie immer noch dort waren. Ausgestattet mit den Koordinaten fuhren wir los in südlicher Richtung. Bald hatten wir die Stelle gefunden. Hinter Luigis Pools standen bereits die drei Autos unserer wanderlustigen Freunde. Ruth wollte gleich umdrehen, aber wir warteten dann doch, bis sie gefahren waren und stellten uns zu den Löwen. Die beiden Männchen lagen immer noch im Gras und schliefen. Ab und zu drehten sie sich über den Rücken auf die andere Seite oder hoben mal eine Pfote. Mehr Aktivität war von ihnen nicht zu erkennen und auch nicht zu erwarten. Nachdem wir den dösenden Katzen eine halbe Stunde zugesehen hatten, tauchten nach und nach sechs Lodge-Fahrzeuge auf und stellten sich um uns und die Löwen herum. Als schließlich auch die drei Autos der Schweizer zurückkamen, wurde es uns zu viel, und wir verließen die Szene. So viel Rummel wollten wir nicht. Wir drehten eine kleine Runde auf Dead Tree Island, sahen eine große Herde Impalas, die ein paar Madenhacker mit sich trugen und beobachteten ein paar Haubenbartvögel.
Gabelracke
Haubenbartvogel
Rotschnabelmadenhacker
Zurück bei Luigis Pools sahen wir noch zwei Schreiseeadler und vier Hornraben. Sonst waren wir nicht sehr erfolgreich.
Sarah und Philipp hingegen hatten enormes Sichtungsglück. Als sie später wieder in Richtung der Löwen fuhren, entdeckten sie im hohen Gras einen Serval. Zurück im Camp stellten wir das Zelt auf, schmierten uns gegen die vielen Mücken mit Peaceful Sleep ein und machten Feuer. Heute gab es eine Pizza aus dem Potije, Philipp kochte Nudeln. Wie beim letzten Mal gelang die Pizza gut. Zwei teilten wir uns, die dritte war für unsere Reisepartner. Zusammen saßen wir am wärmenden Lagerfeuer und hatten wieder viel zu erzählen.
Nachdem wir gespült hatten, suchten wir eine geeignete Stelle für unsere Wildkamera und spazierten um unser Lager. Als wir gerade unter der Wäscheleine hindurchkrochen, raschelte es im Gebüsch dahinter. Ein unwilliges Schnauben folgte, und als wir mit unseren Stirnlampen leuchteten, schüttelte ein ziemlich großer Elefant in unmittelbarer Nähe schlackernd seine Ohren. Wir erschraken furchtbar und sprinteten hinter die Autos. Aber offenbar hatte sich der lautlose Elefant genauso erschrocken wie wir, denn er war bereits auf dem Weg zur Nachbarcampsite. Nach diesem Schreck packten wir den Rest zusammen und gingen ins Zelt. Den Weg zu den Ablutions ersparten wir uns, da gerade ein Hippo über den Weg gelaufen kam und unmittelbar neben dem Duschhäuschen in der Dunkelheit stand. Einen unbemerkten Besucher pro Abend hielten wir für ausreichend.
Kilometer: 46
Teil 4802. Feb. 2017
Tag 28 – Donnerstag, 4. August 2016 – Richtung Khwai
Xakanaxa, Moremi – North Gate, Moremi
Kurz vor Sonnenaufgang standen wir auf. Ein kühler Wind wehte. Wieder hatten wir noch im Zelt Löwenbrüllen gehört.
Wir tranken Kaffee und Tee, verabredeten uns für halb zehn am Xakanaxa-Gate und fuhren getrennt von den beiden anderen noch eine letzte Runde in der Gegend der Luigis Pools.
Gelbsteißbülbül
Gelbschnabelmadenhacker
Wir sahen die gleichen Tiere wie in den vergangenen Tagen: Glanzstare, Tauben, Impalas, Giraffen, Wasserböcke, Letschwes und Tokos. Ansonsten war es recht ruhig. Als wir gerade wieder nach Norden abgebogen waren, entdeckten wir in der trockenen Lehmpfanne ein Rudel Wildhunde. Fast hätten wir sie übersehen, denn sie lagen etwas entfernt und waren mit ihrem getupften, grauen Fell mit den braun-weißen Flecken optimal getarnt.
Mit einer solchen Begegnung hatten wir gar nicht mehr gerechnet und freuten uns sehr. Weniger erfreut war da wohl das Pavianmännchen, welches auch gerade auf dem Weg zum Wasser war. Als es die Hunde erblickte, stoppte es abrupt und setzte sich genervt und sichtlich gelangweilt auf einen umgestürzten Baum. Dabei ließ es die Hunde aber nicht aus den Augen.
Wir zählten 14 Wildhunde. Zunächst lagen sie faul herum, aber dann stand immer mal wieder ein Hund auf, ging ein paar Schritte und legte sich zu einem anderen. Ein paar Tieren sah man an den rot verkrusteten Gesichtern an, dass sie erst vor kurzem Beute gemacht hatten.
Wie der Affe die Hunde, so beobachteten auch die Hunde den Pavian.
Als dann auch noch seine komplette Sippschaft im Schlepp langsam nachrückte und Platz in den an die Lehmpfanne angrenzenden Bäumen nahm, waren die Hunde plötzlich auf hab Acht.
Ein besonders großes Affen-Männchen legte sich mit den Wildhunden an. Es brüllte laut und sprang auf zwei Hunde los. Die gingen zum Gegenangriff über, und im Nu war das gesamte Rudel auf den Beinen und alle Affen flüchteten in die Bäume.
Wir beobachteten das Spektakel gespannt. Die Affen führten sich auf wie toll, sprangen in den Ästen herum, wippten auf und ab und machten ein Mordsgeschrei. Den Hunden blieb nichts übrig, als schwanzwedelnd um die Bäume herumzulaufen und sich zu ärgern, dass sie die freche Bande nicht erreichen konnten.
Nun gut, sollten die Affen doch schimpfen und sich mächtig stark dort oben in den Bäumen vorkommen. Hier würden sie auf jeden Fall so schnell nichts zu trinken bekommen. Die Hunde beruhigten sich rasch und ließen sich wieder ein wenig entfernt auf dem Lehmboden nieder.
Allerdings nur so lange, bis die Paviane einen neuen Versuch startend von den Bäumen rutschten. Sofort war alles auf den Pfoten, und es ging wieder in die andere Richtung. So ging es ein paarmal hin und her, und keine der beiden Parteien wollte nachgeben.
Kappengeier
Als uns die Zeit knapp wurde, fuhren wir zum Gate, wo wir Sarah und Philipp trafen. Die beiden wollten auch gerne noch die Wildhunde sehen, und so fuhren wir noch einmal zurück. Tatsächlich war das Rudel noch da, hatte sich jedoch in der Zwischenzeit ein wenig in den Schatten zurückgezogen und war nicht mehr so leicht zu beobachten.
Von den Affen war nichts mehr zu sehen. Entweder waren sie bereits alle mit Haut und Haaren verspeist oder doch vernünftig geworden und hatten sich einen anderen Wassertümpel gesucht. Wir blieben noch eine ganze Weile bei den Hunden. Ein einzelner Impalabock kam ihnen auch ziemlich nah. Aber er war aufmerksam und sprang nach einigen kurzen Warnrufen in großen Sätzen davon.
Teil 4902. Feb. 2017
Erst am späten Vormittag machten wir uns auf. Der Fahrer eines entgegenkommenden Fahrzeuges erzählte etwas von drei Löwen am Airstrip. Es dauerte ein wenig, bis wir die schlafenden Männchen gefunden hatten. Da sie mal wieder faul in der Sonne und recht versteckt im Gras lagen, hatte es keinen Sinn, dort zu warten. Also brachen wir endgültig Richtung North Gate auf. Die Strecke war gut zu fahren. Wir wählten anstelle der Dry Route die direkte Verbindung zum Khwai. Dabei kamen wir zwar an eine Stelle, bei der der Weg im Wasser endete, es gab jedoch eine einfache Umfahrung. Ansonsten gab es keine einzige Wasserdurchquerung. Bei den Dombo Hippo Pools hielten wir an. Für uns war es der erste Besuch dort. Sobald wir den See erreichten, standen drei Elefanten in der Nähe unserer Wagen. Einer kam uns sogar recht nah, war aber sehr friedlich.
Ruth war trotzdem froh, dass Sarah und Philipp im Auto vor uns saßen.
Beim Hide stiegen wir aus und beobachteten eine Gruppe Flusspferde, die im Wasser lagen.
Auf ihren Rücken liefen ein paar Blaustirnblatthühnchen herum. Einige weitere standen am Ufer. Ansonsten waren Impalas, Letschwes und ein paar Warzenschweine anwesend. Es war sehr idyllisch.
junger Frankolin
Die restlichen Kilometer bis North Gate brachten wir schnell hinter uns, da wir Hunger hatten. Nach dem Einchecken bezogen wir unsere Campsite zwischen hohen Bäumen. Philipp machte Rührei mit Speck für alle in seinem Skottle. Wir steuerten lediglich ein paar Zutaten bei.
Als alle satt waren, spülten wir, und Uwe spannte zwischen Auto und einem Baum die Hängematte auf. Während er darin lag und etwas ausruhte, ging Ruth mit dem Fotoapparat auf Vogelpirsch. Da sie ewig verschwunden blieb, ahnte Uwe schon, dass sie etwas Besonderes entdeckt hatte. Recht versteckt in den Bäumen saßen ein paar hübsche Goldbugpapageien.
Auch eine Schar Brillenwürger hüpfte durch die Zweige. Einer von ihnen hatte gerade eine Raupe erbeutet.
Als Ruth gerade die Brücke über den Khwai erreicht hatte, kam ihr von der anderen Seite einer Trupp Paviane entgegen. Bestimmt 80 bis 100 Tiere enterten die Brücke und machten keine Anstalten, sich aufhalten zu lassen. Einem Auto, welches gerade die Brücke passierte, wurde geschickt ausgewichen, bevor alle zankend und kreischend ihren Weg fortsetzten. Ruth machte schleunigst kehrt. So ganz alleine war es ihr unter der Affenhorde doch nicht wohl. Sie lief flott zurück und brachte die ganze Bande mit ins Camp. Vorbei war es mit der Ruhe. Nach und nach zog ein Pavian nach dem anderen an unserem Lager vorbei. Aber wir ließen nichts herumliegen und hatten daher auch keine Verluste. Es war schon recht spät, als wir zu einem gemeinsamen Game Drive aufbrachen. Wir erkundeten das Gebiet westlich des Camps am Fluss. Dort durchstreiften wir das Gelände und sahen Impalas, Letschwes, Zebras mit Madenhackern und einige Flusspferde in den Pools am Fluss. Sie waren sehr aktiv und schnauften und prusteten.
Zurück im Camp richteten wir unsere Betten und machten Feuer. Zuerste wollte es nicht richtig brennen, weil das Holz etwas feucht war. Wir kochten Gulasch im Potije mit Nudeln. Es war viel, aber sehr lecker. Bereits während des Abendessens schauten immer mal wieder zwei Hyänen bei uns vorbei. Später kam eine einzelne, die kaum scheu immer näher lief, bis sie knapp zwei Meter neben uns stand. Irgendwann konnten wir sie vertreiben. Kurz darauf raschelte es schon wieder in den trockenen Büschen. Diesmal war es ein Honigdachs, der von einem Schakal begleitet wurde. Wir hörten Afrikanische Zwergohreulen, die Hyänen und kurz vor dem Einschlafen sogar Löwen. Ein Flughund fiepte im Baum.
Kilometer: 84
Teil 5006. Feb. 2017
Tag 29 – Freitag, 5. August 2016 – Gehen wir heut‘ auf Löwenjagd?
North Gate, Moremi
Der Morgen war frisch, aber mit fünf Grad kein Vergleich zur Kalahari. Wir standen früh auf, packten zusammen und fuhren nach Osten, um das Gebiet am Khwai zu erkunden. Sarah und Philipp wollten sich nach dem Frühstück nach Xakanaxa aufmachen, um nach ihrer Wildkamera zu schauen, die sie dort vergessen hatten. Zunächst fuhren wir ein ganzes Stück durch Mopanegebüsch und Wald, bis wir dann ein paar Kilometer östlich des Gates an den Flutebenen des Khwai-Flusses herauskamen. Sofort sahen wir viele Letschwe-Antilopen und Wasservögel auf der Ebene. Bald entdeckten wir einen einzelnen Hornraben, der gemächlich durchs Gras schritt und nach Beute suchte. Dabei blähte er seinen roten Kehlsack auf und erzeugte einen tiefen, dumpfen Ton. Ab und zu schnappte er etwas zu Fressen auf und warf es in einem Schwung in seinen Rachen.
Nachdem wir über eine Viertelstunde vor und zurück gefahren waren, um den Vogel auch einmal im Profil und nicht immer nur im Weglaufen von schräg hinten zu erwischen, fuhren wir schließlich ein paar hundert Meter weiter um eine kleine Wasserstelle herum und blieben bei einer Herde Letschwes stehen.
Als wir zurückblickten, sahen wir genau an der Stelle, bei der wir den Hornraben beobachtet hatten, eine Herde Büffel aus dem Gebüsch marschieren. Sie liefen zum Wasser und tranken.
Da waren wir wohl ein wenig voreilig gewesen und wären besser noch etwas beim Hornraben stehen geblieben. Diese Ahnung verstärkte sich, als die Büffel plötzlich begannen, aufgeregt hin und her zu laufen. Mit dem Fernglas sahen wir im Gras einen männlichen Löwen, der sich ihnen zielstrebig näherte. Zunächst bewegte sich die Herde von dem Löwen weg, dann kehrten plötzlich alle Büffel um, stellten sich dem Verfolger entgegen und liefen los, worauf dieser abdrehte und die Flucht ergriff.
Auch wir wendeten unser Auto, weil wir näher am Geschehen sein wollten und fuhren schnell um den Teich herum zurück. Auf der anderen Seite erblickten wir noch einen zweiten Mähnenlöwen. Die beiden legten sich ein wenig abseits ins Gras und beobachteten die Büffelherde.
Inzwischen waren auch andere Fahrzeuge vor Ort und postierten sich. Uns war klar, dass früher oder später etwas passieren würde. Die Büffel waren unschlüssig, was zu tun sei, denn sobald sie den beiden Löwen ihre Hinterteile zuwandten, hefteten diese sich wieder an ihre Fersen. Blieben sie stehen und reckten ihnen ihre Köpfe mit den massiven Hörnern entgegen, hielten auch die Löwen respektvoll Abstand.
Zunächst standen wir sehr nah bei den Löwen, die sich abwartend im Gras niedergelassen hatten. Sie hatten keine Eile. Die Büffel marschierten wieder zum Wasser, aber es dauerte nicht lange, bis sie ihren Durst gestillt hatten und unruhig wurden. Sie liefen ein wenig hin und her und erregten so wieder die Aufmerksamkeit der Löwen, die sie nicht aus den Augen ließen.
Wir konnten die gesamte Szene nur gegen die Sonne beobachten und parkten unser Auto daher noch einmal um, so dass wir näher bei den Büffeln standen. Auf einmal liefen die Tiere los, und das genügte dem ersten Löwen um anzugreifen.
Er sprintete über die Ebene, und die Büffel preschten an uns vorbei dem nächsten Dickicht entgegen. Der Löwe beschleunigte und verschwand hinter der Herde im Gebüsch. Das ganze dauerte nur wenige Sekunden und passierte so nah an unserem Auto, dass wir mit den großen Objektiven etwas überfordert waren.
Nachdem keines der Tiere mehr zu sehen war, fuhren wir in einem großen Bogen auf einen Parallelweg. Doch auch dort war keine Spur mehr zu entdecken, geschweige denn ein Tier.
Teil 5106. Feb. 2017
Zurück in der Ebene sahen wir noch einige Vögel.
Helmperlhuhn
Langzehenkiebitz
Klunkerkranich
weibliches Schwarzkehlchen
Auf der Strecke zurück zum Camp kamen wir an einigen Hippos vorbei, die an Land standen. Der Weg führte unmittelbar neben der Gruppe entlang. Sie waren aber ganz friedlich und schauten nur, als wir sie passierten.
Bei einer Elefantenherde trauten wir und nicht vorbeizufahren. Sie stand nur fünf Meter von der Piste entfernt und hatte Jungtiere dabei. Daher wendeten wir und umfuhren sie weiträumig. Zurück im Camp machten wir eine lange Pause.
Wir füllten unseren Wassertank auf und frühstückten. Uwe aß Müsli, Ruth machte sich die restlichen Nudeln warm. Wir spülten, duschten und beobachteten ein paar Elefanten, die über die Nachbarcampsite spazierten.
Am Nachmittag kamen Sarah und Philipp zurück. Ihre Wildkamera hatte tatsächlich immer noch am Baum gehangen. Während die beiden sich ausruhten, drehten wir eine kurze Runde in östlicher Richtung. Dabei entdeckten wir gegen Ende fünf Büffel auf einer Ebene und eine kleine Herde Pferdeantilopen, die jedoch sehr versteckt im Gebüsch stand.
Nachtflughuhn
Bronzeflecktaube
Zusammen mit den beiden anderen fuhren wir über die Brücke nach Khwai Village und pirschten auf einer Strecke am nördlichen Flussufer.
Von dort hatten wir gutes Licht und sahen wieder viele Hippos, diesmal hauptsächlich im Wasser.
Auf der Ebene standen zwei schöne Sattelstörche, und es saßen vereinzelt Pratinkolen am Ufer. Diese Vögel hatten wir noch nie aus der Nähe gesehen.
Bruchwasserläufer
Sattelstorch
männlich
weiblich
Brachschwalbe
Auf dem Rückweg beeilten wir uns, um noch vor Schließung wieder in den Park zu kommen. Rechtzeitig fuhren wir wieder auf unsere Campsite. In der Zwischenzeit war offensichtlich eine Horde Paviane zu Besuch gewesen. Unsere Solar Jar lag ein wenig abseits, und die Affen hatten sie geöffnet, um ihren Inhalt auf Geschmack zu testen. Einige Schoten und Baumfrüchte lagen verstreut oder waren verschwunden. Wir sammelten die Perlhuhnfeder und die Stachelschweinborsten wieder ein, mussten aber leider auf den roten Sand aus der Kalahari verzichten. Zum Abendessen machten wir Rosmarinkartoffeln im Potije, grillten Fleisch, und dazu gab es einen gemischten Salat. Mit den Kartoffeln klappte es heute nicht so gut, weil wir die Hitze schlecht verteilten. Am Ende schmeckte es aber doch, und es blieb nichts übrig. Wieder besuchte uns ein Honigdachs, und eine Hyäne spazierte vorbei. Diesmal war sie aber nicht so neugierig. Im Zelt hörten wir sie heulen, Löwen brüllten in der Ferne, im Fluss raschelten Elefanten, und der Flughund fiepte.
Kilometer: 69
Teil 5210. Feb. 2017
Tag 30 – Samstag, 6. August 2016 – Abschied vom Moremi
North Gate, Moremi – Baines Baobabs, Nxai Pans
Unser letzter Morgen im Moremi brach an. Auch vor dem Aufstehen hörten wir noch den Flughund und die Hyänen. Dann sangen die Coucals, die Frankoline schnatterten, und die Tauben stimmten ihr Lied an. Wir standen auf und packten zusammen. Bei der Nachbarcampsite sahen wir, wie ein großer Pavian etwas aus dem offenen Auto stahl, während die Bewohner einige Meter entfernt den Sonnenaufgang beobachteten. Während Sarah und Philipp noch Kaffee tranken, fuhren wir eine kleine Runde um die Pfanne hinter dem Khwai Camp. Dann brachen wir zusammen auf Richtung South Gate. Die direkte Verbindung war wie immer gut zu fahren, und wir brauchten eine knappe Stunde. Ruth war ein wenig enttäuscht, dass wir keinen Game Drive am Khwai mehr machen konnten, da sie gehofft hatte, noch einmal die Löwen zu sehen.
Am South Gate verließen wir endgültig den Moremi und begaben uns auf die schreckliche Piste nach Maun. Auch eine Woche später fühlte sie sich immer noch fürchterlich an. Aber auch diese Etappe ging vorbei. Vor Shorobe hielten wir, um Luft in die Reifen zu füllen und Brennholz zu kaufen.
In Maun trafen wir uns bei Hilary’s zum späten Frühstück, das gleichzeitig unser Abschiedsessen war. Sarah und Philipp hatten spontan noch ein paar Nächte in Savuti buchen können. Nach leckeren Sandwiches und Kaffee verabschiedeten wir uns von unseren Reisepartnern, mit denen wir ein paar sehr schöne Tage verbracht hatten. Dann ging es zum Einkauf in den Supermarkt. Wir kauften Lebensmittel für die nächsten Tage. Mit frischen Vorräten verließen wir die Stadt nach Südosten. Die Straße Richtung Nata zog sich dahin, und nur am Vet-Fence hielten wir kurz an, um unsere Schuhe auf einer feuchten Matte gegen die Übertragung von Maul- und Klauenseuche zu desinfizieren. Am Gate des Nxai-Pans Nationalparks bezahlten wir den Parkeintritt. Parallel zu der bisherigen Pad nach Norden war ein bisschen weiter westlich eine neue, angeblich bessere Spur erstellt worden. Wir ließen wieder Luft aus den Reifen, und während wir die neue Straße fuhren, fragten wir uns, wie die bisherige sich in noch schlechterem Zustand befinden sollte. Grobes Wellblech und tiefe Bodenwellen schüttelten den Wagen und uns durch. Nach einigen Kilometern und unerwartetem Gegenverkehr von ca. fünf Wagen bogen wir nach Osten zu den Baines Baobabs ab. Der Weg führte durch weite Grasebenen, und wir sahen viele Termitenschmätzer und Steinböckchen.
junger Marico-Flycatcher
Termitenschmätzer
Kurz vor unserem Ziel überquerten wir eine Salzpfanne.
Die Insel mit den eindrucksvollen Baobabs lag wunderschön im Abendlicht, und wir hatten den einmaligen Ort für uns alleine. Wir spazierten ein wenig um die Bäume herum und freuten uns über die Ruhe. Bei unserem letzten Besuch waren hier mehrere Autos gewesen, und eine große Kinderschar hatte für richtig Remmi-Demmi gesorgt. Nachvollziehbar, da es wirklich Spaß macht, die Bäume zu erklimmen und endlich einmal nicht im Auto sitzen zu müssen. So einsam war es uns trotzdem lieber.
Dann überquerten wir die Pfanne zu unserem Campingplatz gegenüber der Baines. Auch dieser Ort gehört zu unseren Lieblingsplätzen. In absoluter Stille errichteten wir unser Lager, machten Feuer und genossen den Abend.
Auch wenn wir einerseits ein wenig traurig waren, uns von Sarah und Philipp getrennt zu haben, war es andererseits auch schön, dort ganz alleine zu stehen. Wir grillten Boerewors, legten Kartoffeln in die Glut und machten Salat. Mäuse raschelten im Gras, und eine Schleiereule schrie durch die Dunkelheit. Nach dem Spülen wurde es etwas kühler, und so blieben wir nicht mehr lange am Feuer. Als wir die Kamera für eine Zeitraffer-Aufnahme starteten, brüllte in großer Entfernung ein Löwe.
Kilometer: 299
Teil 5316. Feb. 2017
Tag 31 – Sonntag, 7. August 2016 – Nxai Pans
Baines Baobabs, Nxai Pans – South Camp, Nxai Pans
Bei den Baines Baobabs waren wir alleine auf der Welt. Die Sonne ging auf, es war kein fremdes Geräusch zu hören.
Wir genossen die Stille und packten unsere Sachen zusammen.
Heute nahmen wir den nördlichen Weg zur Verbindungsstraße und entschieden uns dann für die alte Straße Richtung Norden, entgegen der Empfehlung der Rangerin. Anfangs sah der Weg wirklich sehr gut aus, entwickelte sich dann aber zu einer tiefsandigen Piste der übelsten Sorte. Wir hielten tapfer durch und schwammen auf verschiedenen Spuren durch das Sandmeer. Das Auto hatte keine Schwierigkeiten mit dem Sand. Bei sehr tiefen Bodenwellen schaukelten wir aber sehr. Als wir beim South Camp ankamen, zeigten wir unser Permit vor und entdeckten einen kleinen Shop, den es vor zwei Jahren noch nicht gegeben hatte. Dieser war sehr gut sortiert, fast wie ein kleiner Supermarkt. Wir kauften Feuerholz und etwas zu trinken. Die Rangerin im Office hatte uns etwas von Löwen erzählt, die heute Morgen beim Camp gewesen seien. Möglicherweise könnten wir sie nun in der Nähe des Wasserloches finden. Das ließen wir uns nicht zweimal sagen und fuhren die drei Kilometer zur künstlichen Wasserstelle. Dies ist das einzige Wasserloch in den Nxai Pans. Dort tummelten sich viele Springböcke, ein paar Kudus und Schakale. Die Löwen waren allerdings weit und breit nicht zu sehen.
Unter den Springböcken gab es Unstimmigkeiten. Sie wirbelten immer wieder mächtig Staub auf, wenn sie mit gesenkten Köpfen aufeinander lospreschten und ihre Hörner ineinander verhakten.
Erdschmätzer
Später kamen noch Impalas dazu. Auch einzelne Gnus standen herum. Insgesamt war schon ziemlich viel Betrieb. Wir blieben jedoch nicht allzu lange, sondern fuhren zu unserer Campsite, um endlich Pause zu machen. Bei einem späten Frühstück aßen wir Brötchen mit Nutella, Marmelade, Wurst und Käse. Dazu gab es Tee und Kaffee. Anschließend ruhten wir uns ein wenig aus. Ruth las in der Sonne, während Uwe im Schatten Fotos sicherte. Anschließend gingen wir zur elefantensicheren Dusche, die super sauber war.
Teil 5416. Feb. 2017
Gegen zwei Uhr am Nachmittag brachen wir wieder auf. Beim Wasserloch waren einige Geier verschiedener Arten versammelt.
Ohrengeier
Sekretär
Sie blieben jedoch nicht lange, und auch wir drehten eine größere Runde durch die Pfanne bzw. an deren Rand entlang. Auffällig waren die teilweise sehr tief ausgefahrenen Wege. Während der Regenzeit muss hier die Hölle los gewesen sein. Wir kämpften uns durch oder neben den tiefen Spuren entlang und kratzten einige Male mit der Fahrzeugflanke an eng stehenden Büschen vorbei. Wir sahen ein paar Giraffen, Steinböckchen, Strauße und andere Vögel. Sehr viele Tiere waren aber nicht unterwegs.
Rotscheitellerche (Red-capped Lark)
Doppelbandrennvogel mit Küken
Gabelracke
Unsere Runde führte auch wieder an der Campsite vorbei, wo wir eine kurze Toilettenpause einlegten. Dann fuhren wir zum Wasserloch, um dort den Sonnenuntergang zu sehen. Auf dem Weg dorthin entdeckten wir vier riesige Elefanten, die offensichtlich Richtung Wasser liefen. Also fuhren wir vor, um sie dort zu erwarten.
Maricoschnäpper
Waffenkiebitz
Am Wasserloch standen bereits vier andere Autos. Die Insassen von drei Fahrzeugen waren ausgestiegen, liefen umher und unterhielten sich miteinander. Begeistert wurde Selfie um Selfie mit der Wasserstelle im Hintergrund geschossen. Die Springböcke hielten respektvoll Abstand, und wir waren begeistert. Wenn man schon unbedingt im Nationalpark aussteigen muss, dann braucht man das ja nicht ausgerechnet dort zu machen, wo andere Leute auf Tiere warten. Aber dieses Thema haben wir ja bereits diskutiert. Als endlich alle wieder den Weg in ihre Autos gefunden hatten, näherte sich sehr langsam eine einzelne Giraffe, die aus dem Trinken eine große Sache machte und viele Anläufe benötigte. Irgendwann erreichten auch die Elefanten das Wasser.
Sie tranken und plantschten. Man konnte ihnen den Spaß direkt ansehen, und wir freuten uns mit ihnen. Mit ihren dicken Beinen schlugen sie ordentlich Wellen und spritzten sich von oben bis unten nass, so dass die Pampe nur so durch die Luft flog.
Als die Sonne unterging, fuhren wir zurück ins Camp. Dabei liefen uns noch zwei Löffelhunde über den Weg. Da wir dieses Jahr noch keines dieser netten Kerlchen gesehen hatten, freuten wir uns besonders darüber.
Es war schon fast dunkel, als wir unseren Stellplatz erreichten. Wir machten Feuer und mussten uns ein wenig gedulden, da es ziemlich lange dauerte, bis das Holz brannte. Dann mussten wir noch unsere Vorratskiste auswischen, weil ein wenig Savanna ausgelaufen war. Uwe machte Teig, und Ruth schnippelte die Zutaten für die Pizza. Noch bevor wir aßen, hörten wir plötzlich das vertraute, tiefe Grollen eines Elefanten. Da wir dachten, dass er noch recht weit weg wäre, hatten wir keine Eile. Falsch gedacht! Als wir aufsahen, tauchte das riesige Tier plötzlich nur wenige Meter neben uns aus der Dunkelheit auf. Wegpacken konnten wir nichts mehr, sondern nur unverzüglich im Auto verschwinden. Zum Glück stand unser Abendessen offensichtlich nicht auf der Speisekarte des Dickhäuters, oder dieser hatte noch ein anderes Rendezvous. So schnell, wie er gekommen war, entfernte er sich wieder, und wir krabbelten aus dem Auto. Mit viel Glut backten wir zwei Pizzen und aßen dazu fertigen Rote-Beete-Salat.
Kilometer: 96
Teil 5524. Feb. 2017
Tag 32 – Montag, 8. August 2016 – Fahrtag nach Kasane
South Camp, Nxai Pans – Chobe Safari Lodge, Kasane
Wir hatten uns keinen Wecker gestellt und wachten erst mit Sonnenaufgang auf. Nach einem schnellen Kaffee und Tee hatten wir alles an seinem Platz und konnten losfahren. Es ging nur bis zum etwa vier Kilometer entfernten Wasserloch. Dort war leider noch nicht viel los, außer vielen Tauben, die in den Büschen saßen und ans Wasser geflattert kamen. Wir regten uns erneut über die Südafrikaner auf, die nach einiger Zeit aus ihren Wagen stiegen und sich lautstark unterhielten. Als sie endlich wieder in ihren Autos verschwunden waren, ließen sich auch die ersten größeren Tiere blicken, bis es ein richtiges Getümmel war: Mindestens zwei Dutzend Strauße, zwei Riesentrappen, von denen sich das Männchen beim Verlassen des Wasserlochs aufplusterte und mit einem dicken Hals hinter dem Weibchen herlief, mehrere Gruppen Gnus, die ab und zu wie irre hin- und herliefen, Springböcke, Kudus und ein Zebra.
Dazwischen liefen immer wieder ein paar Schakale herum und versuchten, Tauben oder Flughühner zu erwischen.
Die meisten Jagdversuche blieben erfolglos, aber einmal schnappte sich ein Schakal eine Taube. Leider hatte er sie schon verspeist, bis wir an die Stelle gefahren waren, wo er fraß. Es war ständig etwas los, es herrschte Kommen und Gehen. Zusätzlich waren noch unzählige Perlhühner und andere Vögel dabei. Möglicherweise ein junger Gabarhabicht, dessen Gefieder bereits ein wenig ins Graue wechselt?
Morgens 10 Uhr in Botswana – da sitzt das Frühstückchen 😉
Bruchwasserläufer (vielen Dank für die Bestimmung, Matthias)
Eine Bushways-Gruppe stand ebenfalls sehr lange am Wasserloch, und der Fahrer wies die Südafrikaner darauf hin, dass sie durch das Verlassen ihrer Autos ständig die Tiere vertrieben. Das fanden wir super. Die Autotüren blieben daraufhin geschlossen. Wir mussten uns losreißen, da wir noch einen langen Weg vor uns hatten. Wir verließen das Wasserloch und fuhren die Strecke bis zur Teerstraße. Diesmal nahmen wir die vorgegebene Route und fuhren etwas schneller. So rappelte das Wellblech nicht so sehr am Auto. Am Gate verließen wir die Nxai-Pans und pumpten Luft in die Reifen. Danach frühstückten wir: Brötchen mit Marmelade, Brot mit Salami und Senf-Frischkäse. Dazu gab es in der heißen Sonne etwas Kühles zu trinken. Nach dieser Stärkung fuhren wir gerade nach Osten und erreichten Nata am frühen Nachmittag. Dann ging es nach Norden. Den ursprünglich geplanten Stopp bei Elephants Sands ließen wir links liegen und fuhren weiter. Die Strecke führte manchmal kilometerlang durch endlose Getreide- oder Maisfelder. Verloren standen dort einzelne Arbeiter im Feld. Wir fragten uns, was sie dort machten bzw. ob die gesamte Fläche von Hand bewirtschaftet werde. In Kasane fuhren wir zur Chobe Safari Lodge. Aus der Vergangenheit wissen wir, dass es dort nicht einfach ist, einen Campingplatz zu bekommen. Da wir dort aber gerne zum Abendessen gehen wollten, drückten wir sämtliche Daumen, als wir an der Rezeption nach einem Stellplatz für zwei Nächte fragten. Wir hatten Glück und bekamen eine kleine Parzelle zugewiesen. Dann fuhren wir kurz zur Garden Lodge, um uns für die Bootstour auf dem Chobe für morgen Nachmittag anzumelden. Auch das klappte. Als wir durch Kasane fuhren, war unmittelbar bei der Tankstelle die Hauptstraße gesperrt. Es gab einen riesigen Menschenauflauf. Wir konnten nicht viel erkennen, aber es sah nach einem Verkehrsunfall aus. Hoffentlich ist nichts Schlimmes passiert. Zurück auf unserem Campingplatz sicherte Uwe Fotos, und wir duschten. Inzwischen war die Sonne untergegangen, und der Horizont hinter dem Chobe leuchtete orange.
Das Abendessen in der Lodge war wie immer sehr reichlich. Wir versuchten, möglichst viel am Buffet zu probieren. Als wir satt und todmüde waren, schleppten wir uns zum Auto und krabbelten ins Zelt.
Kilometer: 526
Teil 5628. Feb. 2017
Tag 33 – Dienstag, 9. August 2016 – Chobe River Front
Chobe Safari Lodge, Kasane
Die Nacht und der Morgen waren sehr warm. Wir standen bei über 11 Grad auf und zogen nur etwas Kurzärmeliges an. Dann packten wir zusammen und fuhren zum Sedudu-Gate des Chobe Nationalparks. Dort kauften wir ein Tages-Permit und begaben uns um kurz vor sieben Uhr auf die Strecke an der Riverfront entlang nach Westen. So früh am Morgen waren noch keine Antilopen oder Elefanten zu sehen, und Katzen halten wir am Chobe ja eh für ein Gerücht. Möchten wirklich mal wissen, wie ihr ständig Löwen und Leoparden so technisch einwandfrei in diese Landschaft eingefügt bekommt. Dafür entdeckten wir zahlreiche Wasservögel, und ein paar Baumhörnchen wärmten sich ihr Fell in den ersten Sonnenstrahlen und putzten sich ausgiebig.
Brauner Sichler
Lange standen wir an einem kleinen Wasserarm, in dem mehrere Löffler und ein Nimmersatt fischten. Mit dem Austrocknen des Tümpels und dem Rückgang des Wassers wurde der Lebensraum für die Fische immer kleiner, so dass sie nun offensichtlich in recht großer Zahl in den einzelnen Wasserbecken zurückblieben. Die Vögel waren daher sehr erfolgreich und schnappten regelmäßig kleine oder auch größere Fische, die sie schnell schluckten.
Nimmersatt
Afrikanischer Klaftschnabel
Witwenente
Afrikanischer Löffler
Während rechts von uns die Fische in die Schnäbel der Wasservögel spazierten, erging es den Insekten am Ufer nicht viel besser. In den angrenzenden Büschen saßen einige Zwergbienenfresser, die von ihrem Ausguck nach Fluginsekten spähten.
Teil 5728. Feb. 2017
Besonders hübsch anzuschauen war ein Pärchen, das nebeneinander (leider ein wenig zu nah für unser Objektiv) auf einem Ast saß. Immer wenn er eine Beute gefangen hatte, fütterte er seine Angebetete damit. Doch die Dame war wählerisch. Sie nahm längst nicht jedes Geschenk von ihm an.
Graukopfsperling
Flussuferläufer
Bronzefleckentaube
Swainsonfrankolin
Langspornkiebitz
Als wir nach über anderthalb Stunden weiterfuhren, sahen wir einen Raubadler auf dem Boden hocken. Dies war ungewöhnlich, denn wir konnten kein Beutetier erkennen und hatten den schönen Vogel bisher ausschließlich erhöht in Bäumen sitzend entdeckt. Erst als er sich bewegte, wurde uns klar, dass der Adler verletzt war. Wahrscheinlich konnte er nicht mehr fliegen, denn er versuchte, zu Fuß eine kleine Anhöhe zu erklimmen.
Perlkauz
Am Ufer des Chobe sahen wir in einem Parallelstrom ein Boot, das sehr nah an eine Herde Hippos heranfuhr. Die Tiere erschraken und flüchteten in unsere Richtung. Sie überquerten die schmale Landzunge und platschten auf unserer Seite wieder in ruhigeres Gewässer.
Kurz vor Serondela begegneten wir einer riesigen Büffelherde, die durch das Gebüsch zum Wasser zog. Wir schätzten mindestens 200 Tiere. Am Picknickplatz machten wir Pause und frühstückten allerhand Leckers, was wir noch in unseren Vorratsboxen finden konnten. Ein paar Meerkatzen hatten uns schnell entdeckt, umzingelt und kamen uns sehr nah. Sie hätten sicherlich gerne etwas vom Tisch geklaut, aber wir ließen weder sie noch unser Frühstück auch nur einen Moment aus den Augen.
Anschließend nahmen wir zurück zum Sedudu-Gate nicht die Uferstraße oder die Parallelroute, da beide Strecken nur in eine Richtung befahren werden dürfen. Stattdessen schlugen wir die sog. Upper Route ein. Diese fuhren wir zum ersten Mal. Sie führte durch herbstlichen Wald, bergab und bergauf, teils tiefsandig. Die Strecke zog sich dahin, weil sie sehr kurvig war. Gegen Ende sahen wir im Gebüsch eine Herde Rappenantilopen.
Strichelracke
Vom Gate ging es dann zum Campingplatz, wo wir ein wenig ausruhten und duschten.
Braunkopfliest
Flötenwürger
Außerdem mussten wir noch Geschirr spülen und einen Tisch für das Abendessen reservieren. So verging die Zeit wie im Flug, und schon bald packten wir unsere Kameras für die Bootstour zusammen. Im Zentrum von Kasane tankten wir über 130 Liter Diesel und fuhren dann zur Garden Lodge. Wir bekamen Kaffee und aßen Windbeutel, bevor wir mit dem Boot aufbrachen.
Fortsetzung folgt.
Teil 5801. März 2017
Tag 33 – Dienstag, 9. August 2016 – Chobe River Front, Nachmittag
Zusammen mit unserem Fahrer Peter waren außer uns noch zwei weitere Paare an Bord, ein älteres Paar aus Holland und ein jüngeres aus der Schweiz. Es war wieder mal eine wunderschöne Fahrt. Die Sonne schien warm und legte ein tolles Licht über den Chobe. Abgesehen davon, dass außer uns noch viele andere, meist größere Boote unterwegs waren, fühlten wir uns großartig. Wir sahen wieder unzählige Wasservögel, darunter African Skimmer, verschiedenste Reiher und Störche. Ein Schlangenhalsvogel trocknete sein ausgebreitetes Gefieder.
Rallenreiher
Graureiher
Die Graufischer rüttelten in der Luft und stießen dann pfeilschnell senkrecht ins Wasser. Dieser hier ging leider leer aus.
Schreiseeadler
Langzehenkiebitz
Elefanten, Büffel, Letschwe und Wasserböcke standen oder lagen auf den Inseln im Chobe und fraßen. Wir wussten gar nicht, wohin wir zuerst gucken sollten.
Krokodile wärmten sich in der Sonne. Manche glitten lautlos ins Wasser, andere blieben ruhig liegen, wenn wir uns mit dem Boot näherten, so dass wir sie fast hätten berühren können.
Teil 5901. März 2017
Ein noch sehr kleiner Elefanten-Baby-Bulle versuchte, mit seiner Mutter, seinen Tanten und Geschwistern mitzuhalten. Alle passten auf, dass er nicht aus der Reihe tanzte und nah bei der Herde blieb. Er mühte sich eifrig, es den Großen nachzumachen und wickelte sich die Pflanzen um den Rüssel.
Ein Waran glitt durch das Gras, und wir freuten uns über einen Nachtreiher.
Scherenschnabel (Skimmer)
Waffenkiebitz
Sporengans
Junges Blaustirn-Blatthühnchen
Kurz vor dem Sonnenuntergang positionierte Peter das Boot so, dass vor der Sonne noch ein paar Elefanten standen.
Überhaupt machte er seine Sache sehr gut. Auf dem Rückweg, bei dem wir wie immer sehr schnell fuhren, war die Luft noch angenehm warm. In der Garden Lodge bezahlten wir und fuhren im Dunkeln zurück zur Campsite. Dort gingen wir wieder zum Buffet. Wir ließen uns alles schmecken, aßen Bobotije, Spinat, Reis, Roast Beef, frisch Gebratenes, Suppe und Nachtisch. Es war sehr lecker. Morgen geht es wieder zurück nach Namibia auf unsere letzte Etappe dieser Reise von Osten nach Westen durch den Caprivi.
Kilometer: 64
Teil 6008. März 2017
Tag 34 – Mittwoch, 10. August 2016 – Zurück nach Namibia
Der Morgen verlief wie gestern. Wir standen im Dunkeln auf und packten alles zusammen, tranken Tee und Kaffee und verließen Kasane. Beim Sedudu-Gate kauften wir ein Tagespermit und fuhren entlang der River-Front am Chobe entlang. Wieder sahen wir viele Wasservögel. An einem ruhigen Seitenarm standen Nilgänse, Witwenenten und Löffler, und Nimmersatte fischten im seichten Wasser. Dann kamen plötzlich zwei Skimmer, die den aufgeklappten Schnabel im Flug durch das Wasser zogen und so Beute machten.
Nilgans
Witwenente
Löffler
Skimmer
Am gegenüber liegenden Ufer zankten oder spielten zwei junge Hippos.
Riedscharbe
Als wir schon kurz vor Serondela standen, gab uns ein entgegenkommendes Pärchen den Tipp, dass in den Puku Flats zwei Löwen lägen. Es sei nicht weit. Wir drehten um und fuhren ein paar Kilometer zurück. Als wir die Flats erreichten, sahen wir schon von weitem mehrere Autos an einer Stelle stehen. Tatsächlich lag ein männlicher Löwe im hohen Gras. Lediglich sein Kopf war zu sehen. Es war zu erkennen, dass er schon älter sein musste, denn er wirkte ein wenig ramponiert. Besonders sein rechtes Auge schien nicht in Ordnung zu sein. Wenige Meter neben ihm streckte auch die Löwin kurz den Kopf in die Höhe. Mehr Action war von beiden nicht zu sehen und wohl auch nicht zu erwarten. Ein weiteres Fahrzeug traf ein und fuhr off road bis zehn Meter neben die Löwen. Das war wohl tatsächlich in Ordnung, denn auf dem Wagen stand „Do not follow. Filming team“. Vielleicht sollten wir uns auch mal so einen Aufkleber besorgen. Tatsächlich standen auf der Ladefläche des Pickups einige Leute, alle mit Kameras bewaffnet.
Obwohl diese beiden Löwen die ersten Katzen waren, die wir nach vielen Besuchen am Chobe gesehen haben, blieben wir nicht lange bei ihnen und fuhren weiter nach Serondela. Dort picknickten wir und behielten unseren Tisch im Auge, da wieder eine Meerkatze im Baum neben uns saß und zur Tarnung ganz unbeteiligt schaute.
Frankolinküken
Anschließend entschieden wir, nicht weiter bis Ihaha zu fahren, sondern die direkte Verbindung zur Transitstraße durch den Chobe zu nehmen. Dort bogen wir nach Westen ab und erreichten bald bei Ngoma die Grenze. Zuvor sahen wir noch eine große Elefantenherde bei der Straßenüberquerung.