nachdem wir gerade zurück sind von unserer 6.Reise nach Südafrika und ich hier viele wunderbare Tipps für unsere Route vom KTP -> CPT erhalten habe, möchte ich mich ganz herzlich bei Euch bedanken.
Schon im Vorwege, bei der Buchung des KTP für Oktober, habe ich sehr gute Hinweise bekommen, weiter ging es mit den Unterkünften, den Restaurants, der Fleischbestellung in Upington, der Wegführung und letztlich der Buchung des Meet& Greet-Service. Euch Tipp-Gebern allen herzlichen Dank, durch Euch wurde unsere diesjährige Reise zur bisher schönsten!
Da es hier gerade so wundervolle Reisebereichte gibt und ich mit denen nicht mithalten kann, gibt es eine kleine Zusammenfassung im Telegrammstil. Vielleicht ist es für Einige interessant.
Nachdem die Online-Buchung der Wilderness Camps des KTP Anfang November 2015 erfolgreich war, habe ich alle anderen Unterkünfte und unsere Flüge gebucht.
Reisezeitraum: 29.September bis 24.Oktober 2016.
Autos (gebucht bei Der-Tour) Europcar: Toyota Hilux Doublecab, 4x4, 6900 km (für den KTP, ab/ bis Upington) Avis: Hyundai Accent, 9.300 km (sehr großer Kofferraum) Upington bis CPT - beide Autos tadellos, Reifen bestens, kein Platten, keine Probleme - der Hundayi hatte neben AUX-Buchse noch eine separate USB-Buchse - beide Autos hatten CD-Slots
Flug: Lufthansa -> SAA Umstiegszeit JNB: 2,5 h, 30 Min Verspätung, Gepäckschalter Anschlussflug schließt 1 h vor Abflug; d.h. nur 1 Stunde Zeit, definitiv zu wenig bei den Menschenmassen in der Immigrations-Halle Meet&Greet Platinum–Service ausgezeichnet, sehr empfehlenswert
Wild-Card: einen Tag vor Abflug online beantragt, Confimations-Letter ausgedruckt mitgenommen, WildCard im Original lag bei Rückkehr schon auf dem Küchentisch ☺
Unterkünfte:
Upington – Riverside Manor (Raum 1) Kieliekrankie –Unit 2 Urikaruus – Unit 1 !Xaus- Lodge (10 / Springbok) Augrabies – The Falls Guest House Calvinia – Dorphuis (Brudskamer) Clanwilliam – Bushmans Kloof (Cedar Falls) Paternoster - ah Guest House (ooh la la) Paarl – Laborie (Suite) Camps Bay – Boutique @10 (Lions Head Suite) De Kelders – Cliff Lodge (Ocean Suite) Franschhoek – Franschhoek Manor ( Master Bedroom)
Upington – Riverside Manor (1Ü) - wunderbares kleines Hotel zum Ankommen, großes Zimmer, Pool - Dinner (außer am WE möglich) - Einkauf in Kalahari Mall (der Spar neben dem Slaghuis ist nur für Notkäufe!) - Upington Slaghuis vorbestellte Ware grandios verpackt – und geschmacklich top!
KTP – unser Erstbesuch - ein sehr ruhiger Park, sehr schöne, sanfte Farben - viele Oryxe (er hieß ja auch mal Gemsbok-Park... ☺ ) - Gnus, Springböcke, Strauße, unglaublich viele Vögel, Erdhörnchen, Erdmännchen, Kapfüchse, Hartebeest, Giraffen, African Wildcat, einen Caracal, zwei Löwen, 6 Geparden - leider nur eine überfahrene Schlange
Kieliekrankie – Unit 2 (2Ü) - Sonnenaufgang 15°C, mittags 29°C - für ein staatl. Camp ausgesprochen schön, nur die Ameisenstraßen in der Küche störten - Küche sehr gut ausgestattet - bei Neumond grandioser Sternenhimmel incl. Milchstraße - leider eingeschränkte Sicht zum Sonnenuntergang durch Buschwerk - am Wasserloch Kamferboom einzige Löwensichtungen - endlich Erdmännchen - bei Gemsbok Plain: 3 Geparden, Kamqua Wasserloch: Giraffen
Urikaruus - Unit 1(2Ü) - Ranger Erick - Unit 1 sehr gut, da nur rechtsseitig Nachbarn - neue Dusche - ebenfalls sehr gut ausgestattet - hier alles sehr sauber - tags bis 38°C, nachts 2°C – um 6.00 Uhr blinkte die Frostwarnung am Auto! - 3 Geparden gesichtet auf dem Weg nach Mata-Mata
!Xaus-Lodge - Room 10/ Springbok (2Ü) - Treff um 14.30 Uhr auf Kamqua Picnic-Platz - Auto kann in offener Parkgarage an Private-Road in der Nähe abgestellt werden oder man fährt im Konvoi mit Guide - Fahrt auf 90.Düne, 30 km, ca. 1 h – mit „Kalahari Massage“ - schöne Chalets, alles auf Holzstelzen, mit Decks verbunden, Solarlampen - Salzwasserduschen, Strom im Chalet - nach Ankunft erfolgt ausführliche Einweisung und Zeitablaufplan - Nacht-Gamedrive am ersten Abend haben wir ausfallen lassen (war auch nicht ergiebig) - zum Frühstück leider sehr alte, trockene Brötchen (warum backt man dort nicht frisch?) - Dinner war schmackhaft - Nature Walk mit gutem San-Guide, „Folklore“-Besuch San-Craft-Village, Sundowner-Drive - leider sah sich das Management nicht in der Lage, für 5 gewillte Gäste einen Guide und ein Fahrzeug für einen Game-Drive innerhalb des „unteren Teils“ zur Verfügung zu stellen! Unsere Mitgäste hatten ausschließlich für 2 Ü die Lodge gebucht und waren so sehr enttäuscht. Für uns war die Ruhe, die Aussicht auf die riesige Pan (3km-Durchmesser), die Naturdrives, ausreichend. Am Abreisetag wurden wir morgens um 8.00 Uhr wieder zurück zu unserem Auto zurück gefahren, wir haben es dann sogar pünktlich um 13.00 Uhr zur Autovermietung am Airport geschafft, um unser Auto zu tauschen.
Hiermit endet auch schon Teil 1 - der KTP. Zuerst waren wir irgendwie "enttäuscht", mir haben die Elefanten und Zebras gefehlt - vor allem hätten wir auf mehr Katzen gehofft. Jedoch war die Landschaft des Parks, die sanften Pastell-Farben und der Zauber der Wilderness-Unterkünfte in ihrer Abgeschiedenheit und Ruhe eine sehr schöne Kompensation. Plötzlich freuten wir uns wieder über Giraffen, über Dassies, über die Vögel und die vielen Kapfüchse. Ich hatte mein Highlight mit der Sichtung und Beobachtung der sehr niedlichen Erdmännchen!
Teil 229. Okt. 2016
Guten Morgen, oh, wie schön, es haben sich ja doch ein paar Leser gefunden – herzlichen Dank auch an die Danke-Drücker!
Beim Schreiben eben habe ich festgestellt, dass ich bei meinem „Telegramm-Stil“ zu wenig meiner Eindrücke ausdrücken kann, ich glaube also, ich muss doch etwas ausführlicher werden. Ich hoffe nur, ich halte dann bis zum Ende durch....
Ach ja, falls Einer von Euch weiß, wie die Eule (mit Kind ☺ ) heißt, würde ich mich sehr freuen, sie benennen zu können.
Also, weiter geht’s!
Augrabies Falls – The Falls GH (Suite, Unit 1)
Nachdem wir unseren Hillux abgegeben haben – wie wir später bemerken sollten, ein Fehler! – fuhren wir mit dem Hyundai (gebucht war ein Toyota Corolla) am wunderschön grünen, schilfbewachsenen Oranje River entlang. Für uns überraschend, dass es sich ebenfalls um eine Wein-Area handelt, die Weine von hier werden vermarket als „Orange River Wine Cellars“, auch zahlreiche Gemüse-und Orangenfelder sahen wir.
Nach kurzem Stopp in einem der zahlreichen Pad Stalls (Akkerboom Farmstall) erreichten wir, vier Kilometer vor dem Parkeingang, das „The Falls“ Guesthouse in Augrabies, für die nächsten zwei Nächte unsere Unterkunft. Ein sehr gepflegter landwirtschaftlicher Betrieb – das Gebiet der Augrabies Falls gehörte ursprünglich der Familie. Es gibt eine kleine Küchenzeile, einen Grill und man kann einen Picnic-Korb zum Grillen bestellen. Auf Selbstversorgung hatten wir aber keine Lust.
So wurde uns an der Rezeption das Restaurants „Quiver Tree“, innerhalb des SanParks, empfohlen. Bei telefonischer Vorabbuchung bekommt man ab 19.00 Uhr Einlass in den Park, natürlich erst, nachdem man seinen „Laufzettel“ ausgefüllt hatte. Das Restaurant war recht nett eingerichtet – hatten wir doch die alten San-Parks Restaurants im Krüger vor unserem Auge. Auch das Essen war in Ordnung, leider hatte ich meine Taschenlampe vergessen – sonst hätten wir den (dunklen) Weg noch zu den Fällen nehmen können – die sollen in der Nacht nämlich angestrahlt sein. Schade, beim nächsten Mal würden wir dann lieber im Park wohnen, die Chalets sahen auch ganz nett aus.
Teil 329. Okt. 2016
Am nächsten Morgen fuhren wir dann nach dem guten Frühstück, mit Blick auf das hübsche Owner-Haus und Garten, zu den Augrabies Falls – die Weite, die Größe der Fälle und des ganzen Gebietes dort haben uns sehr positiv überrascht.
Zunächst liefen wir alle Holzstege zu den verschiedenen Aussichtspunkten ab, genossen dabei die zahlreichen Dassies und die bizarren Felsformationen. Die Wassermassen zur richtigen Zeit müssen sehr beeindruckend sein, aber auch so waren wir erstaunt, dass sich überhaupt Wasser im Canyon befand – vor allem angesichts der Dürre auf der Ostseite Südafrikas.
Nach unserem ausführlichen Rundgang trugen wir ins dann für den George-Trail ein und fuhren bis zum Campingplatz, wo wir zunächst durch lautes Hupen einen Baboon daran hinderten, ein Zelt völlig auszuräumen... Wir liefen dann den Trail und wollten nach unserer Rückkehr noch die Game-Drive-Runde drehen. Hatten wir doch von Gästen der Xaus-Lodge gehört, dass sie die Fahrt dort sehr genossen hatten. Es sollen auch 3 Leoparden im Gebiet leben – und so freuten wir uns..... bis wir ans erste Wasserloch kamen. Nach „Stockprüfung“ entschieden wir, hindurchzufahren – das Wasser ging gerade bis kurz unter die Holme. Dann jedoch kam die zweite Durchfahrt! Das Wasser stand hier wesentlich höher, es kam in kleinen gurgelnden Wellen angeschossen. Nein, mit einem Mietwagen wollten wir das nicht riskieren! Sehr schade – hier hätten wir unseren Hillux gut gebraucht. Er sollte uns später nochmals fehlen.
Nach unserer Rückkehr verbrachten wir den späten Nachmittag allein am Pool und fuhren abends zum Dinner in die 3km entfernte Dundi Logde. Eine sehr hübsche, kleine Lodge, (mit nur einem weiteren besetzten Tisch mit einer kleinen Gruppe Schweizer Gäste) und sehr gutem Essen. Die Flasche Guardian Peak Merlot hat in der 5*-Lodge 120 Rand (7,75 € - Stand Okt.2016 / 1:15,5) gekostet.
Teil 430. Okt. 2016
Guten Morgen, liebe Mitfahrer und Mitleser, weiter geht es von Augrabies Falls nach Calvinia.
Nach dem Frühstück – bei nur 19°C im Sonnenschein – fuhren wir am grünen Ufer des Oranje entlang durch Weinanbaugebiete, dann vorbei an vielen Köcherbäumen die R27 – sie ging fast 300 km schnurgerade! Nach gut einer Stunde Fahrt – ohne ein Auto vor oder hinter uns, an vielen Kreuzen 🙁 –und Haltebuchten vorbei – kapitulierte mein Fahrer... auch ich musste mich während der Fahrt permanent kneifen und mich an den noch zahlreichen Blumenfeldern erfreuen. Wir fuhren durch Namakwa, und ca. 100km vor Calvinia konnten wir erahnen, wie schön es während der Blüte aussehen musste.
Gegen 15.00 Uhr erreichten das verschlafene Städtchen Calvinia – und ich ärgerte mich, doch nicht gleich nach Clanwilliam durchgefahren zu sein. Wir hatten das Dorphuis gebucht und mussten am Hantam Huis die Besitzer anrufen, um einchecken zu können. An der nächsten Kreuzung befand sich dann das Dorphuis – in dem wir die Bruidskamer gebucht hatten. Diese Unterkunft hatte ich bei „Ingrid“ gesehen und fand sie dort äußerst reizvoll.... Vor Ort dann war ich doch geschockt! Soooo alt und museal hatte ich es mir doch nicht vorgestellt. Die Bruidskamer ist nicht nur ein Zimmer- wir bewohnten gleich ein ganzes Haus, samt Küche, Esszimmer, Salon und zweitem Schlafzimmer.
Allerdings gab es auch hier freies wifi und das alte Baldachinbett war mit Heizdecken ausgestattet. Nach unserem Tee liefen wir durch das sonntäglich ausgestorbene Örtchen – und ich war auf der Suche nach dem „Blue Nartjes Guesthouse“, das wir letztlich in unmittelbarer Nähe unseres Hauses entdeckten.
Zum Abendessen hatten wir uns im Hantam Huis angemeldet – das Essen (Bobotie) war gut, jedoch kam ich mir etwas wie im Gruselkabinett vor. Ich freute mich auf die nächsten Tage, die moderner und komfortabler werden sollten...
Teil 530. Okt. 2016
Am nächsten Morgen, im Sonnenschein, kam mir das Zimmer und das Museum Hantam Huis gar nicht mehr soo schlimm vor. Und obwohl das Bett nur gefühlt 1 m breit war, hatte ich gut geschlafen, vermutlich wegen der ½ Meter hohen Matratzen. Im kleinen Shop, dem Restaurant angeschlossen, kaufte ich 4 Straußen-Eier – für den Wahnsinnspreis von 25 R das Stück! In CPT wollten sie später bis zu 180 R dafür haben.... Außerdem ging Oliventapenade und Tomaten-Relish über den Ladentisch.
Der Routenplaner hatte mir für die Strecke über die R364 eine Zeit von 1,5 h angegeben – so hatten wir uns gestern etwas geärgert, nicht gleich zu unserem heutigen Ziel, dem Buschmans Kloof durchgefahren zu sein. Die Strecke ging jedoch über den Botterkloof Pass – und dafür hatte ich mehr Zeit eingeplant. Kurz nach dem Abzweig von der R27 fuhren wir auf guter Pad durch noch etwas blühende Felder und hatte viele Road-Blocks: Schildkröten! Da wir früher selbst Griechische Landschildkröten hatten, haben wir uns unglaublich über die kleinen Gesellen gefreut.
Der Botterkloof Pass war gut zu befahren, es kam uns kein Fahrzeug entgegen, wir genossen die Fahrt. Im unteren Teil, ab dem Doring River mit seinem hübschen, grünen Scilfgürtel, wurde die Pad aber entschieden schlechter! Wir mussten wegen der vielen, größeren, spitzen Steine sehr langsam fahren mit unserem Auto und das gipfelte dann später in einer Slalomfahrt, da der Grader bei der Arbeit war und alle Steine als kleinen Wall zusammengeschoben hatte. Nach 3 Stunden! Fahrt (nix 1,5) waren wir glücklich, mit heilen Reifen, kurz hinter dem Abzweig nach Wuppertal, ins Buschmans Kloof Wilderness Reserve abbiegen zu können. Hier hatten wir dann noch 7 km auf guter Pad zu fahren, bevor wir am Fuße der Cedar-Berge freundlich begrüßt wurden!
Wir wurden unserem Guide, Christiaan, einem jungen Mann, vorgestellt, der anschließend mit unserem Auto wegfuhr... Nachdem wir mit dem Tages-Ablauf, den Restaurants, den Pools, dem Spa-Bereich vertraut gemacht wurden, erreichten wir unser Chalet „Cedar Falls 1“ – ein wunderschönes Eck-Chalet mit großer Lounge, riesigem 40q2 m Zimmer, zwei Bädern und einer Rasenfläche mit zwei Liegen. Das Bushmans Kloof hatte ich nicht direkt, sondern über Airtours gebucht und hier einen guten „3 für 2-Preis“ erhalten. Das wir damit auch das schönste Chalet bekommen sollten, stand nicht im Vertrag. 😉 Aber es war unser Hochzeitstag - so freuten wir uns sehr!
Als wir das Chalet betraten, war unser gesamtes Gepäck ausgeladen, unser Auto wurde während des Aufenthaltes geparkt - wo? Wir bekamen es nach drei Übernachtungen jedenfalls gewaschen zurück. 🙂
Nach grobem Auspacken und einer Tasse Tee nahm ich zunächst ein herrlich duftes Bad - das letzte Stück Rüttelpiste musste abgespült werden, dann wirkten die Gartenliegen doch zu einladend - und schließlich rief um 16.00 Uhr schon der "High-Tea" und anschließend der Game-Drive, von dem wir keine großen Erwartungen hatten.
Teil 631. Okt. 2016
Von 15.30 Uhr an war im offenen Restaurant, an einem der vier Pools – für 16 Chalets – zum "High Tea" gedeckt. Um 16.00 Uhr waren wir dann auch soweit und konnten uns stärken. Eine wunderbare Auswahl an je 4 herzhaften und 4 süßen Kleinigkeiten empfing uns, zB. Tomato-Bacon-Sandwich, Cucumber-Sandwich, Mushroom Pie und eine Obstauswahl.
Eigentlich hätte es auch noch täglich Lunch gegeben – das hätte meinen Hosenauswahl nicht mitgemacht... So gingen wir gut gestärkt zu unserem Landy, unser Guide Christiaan erwartete uns schon mit unseren Mitfahrern: Dale und Jen, Südafrikaner – die im Krüger zu Hause sind und dort die Sabie River Bush Lodge betreiben.
Also, auf zum Drive: das Gebiet der Bushmans Kloof Lodge hat eine Größe von 75 ha= 7.500 Quadratkilometern, d.h. gut halb so groß wie Liechtenstein. Es gibt hier 150 Vogelarten, 1.300 Pflanzen, von denen 755 indigene sind und 35 Säugetierarten. Wir sollten an diesem Nachmittag Oryxe, Springböcke, Straußen –Familien und Mountain Zebras sehen. Über die Zebras habe ich mich sehr gefreut, haben sie mir im KTP doch sehr gefehlt.
Der Amarula on the Rocks schmeckte bei dem herrlichen Sonnenuntergang sehr und das includierte Drei-Gang-Dinner später im Restaurant ebenso. Da unser Guide sehr aufmerksam, sehr wissensbestückt und ausführlich war, war „unser Auto“ übrigens jeden Abend das letzte, das vom Drive zurück kehrte. So gingen wir also jedes Mal sofort zum Dinner, also ohne Umziehen/ Anhübschen! Meinem Mann gefiel das ausgesprochen gut.... ☺
Der Zimmerservice hatte am Abend alles wieder gerichtet und in den Bädern kleine Gel-Windlichter aufgestellt, die bis morgens um 6.00 Uhr sanft brannten. Sehr angenehm, nachts nicht im fremden Bad herumzutasten....
Morgens konnte ich es beim Blick nach draußen konnte kaum glauben – es nieselte! Hm, ein ungewohntes Bild. Um 8.00 Uhr sollte unser Morning-Walk starten, wir beschlossen alle, den ersten Kaffee an Bord zu nehmen.
Wir fuhren also – gewärmt von einem wunderbar gefütterten Poncho und Wärmflaschen - am Dam vorbei zu den ersten Bushmen Paintings. Mich interessierte allerdings die „Liliput-World“ der Pflanzen weit mehr, bezaubernd! Eine Schildkröte, Schlangenhäute und etliche Tausendfüßler sahen wir bei unserem Walk. Und natürlich diverse Bushman-Zeichnungen, die ich irgendwie so gar nicht interessant finde. Den Leoparden-Abdruck in einer der Höhlen fand ich wesentlich wichtiger!
Um 10.00 Uhr waren wir zurück und nahmen im Sonnenschein das Frühstück ein, ab 11.00 Uhr lagen wir in unseren Gardenchairs in der Sonne. Eigentlich.... wollten wir uns ein Mountain-Bike nehmen und auf dem Dam paddeln.... die Liegen waren einfach zu bequem!
Dann wiederholte sich der gestrige Tag: Lunch ausfallen lassen, Hightea genossen, Gamedrive, in einer anderen Ecke, mit gut 30 min. Fahrt dorthin: Zebras, Springbok und die Suche nach Elands – die fand Christiaan nicht, dafür eine Schwarze Witwe! Zum Sundowner fuhren wir auf die andere Seite des Areals, mit tollem Blick auf die Pad nach Wuppertal. "Eigentlich" wollte ich auch nach Wuppertal vom Buschmans Kloof aus, eigentlich auch Clanwilliam besuchen, eigentlich auch ins Spa - wurde mir doch vorab prophezeit, dass drei Übernachtungen im BK zu viel wären!
Teil 701. Nov. 2016
Am Abend, beim Dinner im Restaurant, wurden wir dann, kurz nachdem wir Platz genommen hatten, höflich gebeten, der Servicekraft zu folgen.... ups – wir hatten noch unsere Safari-Sachen an (unsere Mitfahrer allerdings auch! ) Unter den argwöhnischen Blicken der anderen Gäste verließen wir also das Restaurant – und wurden ins offene Frühstücksrestaurant am Pool geleitet. Hier erwarteten uns ein Heer von Windlichtern und Laternen, ein flackerndes Kaminfeuer und ein liebevoll gedeckten Tisch direkt davor. Ein Gruß von Airtours / TUI. Zunächst hatten wir (also ich) Angst, dass es zu kalt werden könnte – die warmen „Zebra-Ponchos“ und das Feuer sorgten aber für genügend Wärme. Die Flasche Wein wärmte zusätzlich von innen und das Menü schmeckte hervorragend. Ein wundervoller Abend beendete einen weiteren herrlichen Tag.
Am nächsten Morgen wieder um 8.00 Uhr Abfahrt zum Morning Walk zu den Rock- Paintings. Allerdings war die Runde kurz, um kurz vor 9.00 Uhr fuhren wir zum „Breakfast Surprise“. Unsere Mitfahrer meinten, nun würden wir am flackenden Kamin frühstücken.... Fast richtig – alle Gäste der Lodge ( es waren Zehn) trafen sich zum 1.Frühstück am Dam, wo ein Buffet aufgebaut war, frische Pfannkuchen gebraten wurden. Dazu ein Kaffee mit einem Schuss Amarula – wunderbar!
Nach dieser Stärkung fuhren wir nur ein kleines Stückchen und Christiaan lief und kletterte mit uns gleich zu zwei Rock Paintings, damit wir wieder Hunger auf das „richtige“ Frühstück bekamen. Es ging durch wunderschöne Natur, ein Klippspringer stand als Wächter auf den Klippen. Die Paintings waren mir wieder zu „frisch“, zu ähnlich und begeisterten mich nicht so sehr.
Der ? - Skorpion allerdings um so mehr - hatte doch Christiaan bisher fast jeden Stein kurz angehoben und diesen sehr giftigen Vertreter gesucht.
Nach Rückkehr war tatsächlich wieder etwas Platz für das Frühstück am Pool – und anschließend machte ich mich erstmal auf Tour durch das weitläufige Gelände. Der Park war sehr gepflegt, ich sah mir die Pools, den Spa-Bereich und die anderen Chalets genauer an und beobachtete die Webervögel und die Sunbirds in den Proteen.
Christiaan hatte uns den Mountain Trail empfohlen – und so verzichteten wir nach der Tea-Time auf den Nachmittags-Drive.
Stattdessen machten wir uns auf, um den gut zwei Kilometer langen Walk – über die hübschen Felsen und durch blühende Blumen – zu gehen. Ein wirklich sehr empfehlenswerter Trail, leider sahen wir außer Dassies keine anderen Tiere.
Beim Dinner waren wir dieses Mal die Ersten, sogar passend angezogen – und genossen den letzten Abend am beheizten Pool im Innenhof des Restaurants.
Am nächsten Morgen verzichteten wir auf den Morning Drive, gingen in Ruhe zum Frühstück und stellten fest, dass wir es noch zwei weitere Tage in diesem Paradies ausgehalten hätten! Zur verabredeten Zeit brachte uns Christiaan unser Auto, bestückt mit zwei Wasserflaschen und einer Tüte frisch gebackener Kekse. Wir fuhren mit einem wehmütigen Blick ....
Fazit zur Buschmans Kloof Lodge: wir haben uns sehr wohl gefühlt in dieser Lodge. Ein sehr guter Service, eine perfekte Unterkunft in grandioser Natur und ein vielfältiges Angebot an Aktivitäten – sollten wir es endlich mal zur Wildblumenblüte schaffen, würden wir ganz sicher wieder diese Unterkunft wählen.
Teil 801. Nov. 2016
On the road again - auf nach Paternoster! Wir fuhren durch die wunderschönen Sour Fig Felder – Mittags-Eisblumen – gelangten wieder auf die R364 und fuhren über den schönen, asphaltierten Pakhuis Pass nach Clanwilliam.
Zunächst waren wir erstaunt, dass es gar nicht ein so kleines Städtchen war. Hier frischten wir unsere Bargeld-Reserven auf, gingen in den gut sortierten Bottle-Shop des Superspar und fuhren zur Rooibos Factory. Hm, das hatte ich mir allerdings anders vorgestellt – keine kleine Manufaktur, sondern eine riesige Fabrikanlage mit angeschlossenem Shop empfing uns. Schnell waren wir, mit Tee und Seife im Gepäck, wieder draußen.
Anschließend stoppten wir noch an der Schuh-Manufaktur „Strassbergers“, leider gab es die von uns gewünschten Modelle nicht in unseren Größen. So fuhren wir dann an einigen Rooibos-Feldern vorbei die knappe Stunde nach Lambert’s Bay.
Was aussieht wie Ginster ist hier blühender Rooibos!
Die Tölpelkolonie im Hafen, an der Mole, war unser Ziel.
Dank der WildCard mussten wir nur einen kleinen Obolus für die Hafeneinfahrt zahlen. Auf Bird Island gingen wir in das kleine Informationszentrum, wo man im vollverglasten Unterstand die Kolonie der ca. 10.000 Tölpel und die dahinter liegende Seehund-Kolonie beobachten kann. Über eine schmale Treppe gelangten wir ins Obergeschoss, wo man überdacht von Aussichtsluken aus das rege Treiben, die zahlreichen Starts und Landungen beobachten konnte. Die Tölpel, die mich bei ihrem Start sehr an "Albatross Airline" aus "Bernhard& Bianca" erinnern, sind am Boden so stolze Vögel - auf der Runway 😄 ...
Nach einem Fisch-und Chips-Lunch für meinen Mann im „Isabella“ im Hafen machten wir uns endlich auf in Richtung Paternoster. Hier im Forum bekam ich von „Leser“ den Tipp, nicht den weiten Bogen über die R364 zu fahren, sondern die „Servicestraße“ nach Elands Bay. Zunächst fuhren wir also die R364, eine staubige Pad, die gerade frisch aufgeschüttet wurde – entsprechend langsam konnte man nur fahren. Dann kam der Abzweig nach Elands Bay -> „Service Road – closed“ – hm, sie sah nicht geschlossen aus und uns kamen Laster entgegen. Wir fuhren also weiter, es war eine schöne Pad, dicht an den Eisenbahnschienen führte sie durch weiße Dünen und noch viel Blühendem.
Kurz vor Elands Bay sahen wir dann das Häuschen – mit geschlossener Schranke. Es kam eine uniformierte Lady heraus, die uns nach dem „Permit“ fragte. Ich erklärte ihr, dass wir kein Permit hätten, dass auch kein Hinweis auf die Kaufmöglichkeit bestanden hätte. Sie blieb stur bei ihrem „Permit please“. Schließlich entnahm ich meinem Portemonnaie einen zwanzig Rand und einen hundert Rand Schein, legte den 20R-Schein in meine Handfläche und ging zu ihr: „Is that a permit?“ Sie zögerte, dann nahm sie das Geld und öffnete die Schranke! Puh, Glück gehabt. Es wäre sonst ein langer Weg bis Paternoster geworden....
Wir fuhren an der Rocher Pan vorbei,an der es noch schön blühte, an einigen Flamingos und über Vredeburg nach Paternoster. Das ah Guesthouse erreichten wir um kurz nach 17.00 Uhr.
Arnold begrüßte uns herzlich - und ich war erstaunt, hatte ich doch einen wesentlich älteren Herrn erwartet. ☺ Wir hatten im Obergeschoss den „ohh la la“-Room gebucht, freuten uns sehr, dass wir von der großen Terrasse oben das Meer sehen konnten.
Nach einer erfrischenden Dusche gingen wir zu Fuß ca. 10 Minuten zum Restaurant Noisy Oyster. Eine sehr gute Wahl!
Den Abend ließen wir auf der Terrasse, bei sanftem Meeresrauschen ausklingen - wir mochten gar nicht daran denken, dass unsere zweite Urlaubswoche sich schon dem Ende neigte!
Teil 902. Nov. 2016
Am nächsten Morgen weckte uns der Sonnenschein; wir hatten viel Zeit, denn Frühstück gab es bei Arnold in der Küche erst ab 9.00 Uhr. Warum habe ich eigentlich den wunderhübsch gedeckten Tisch dort nicht fotografiert? Das Geschirr ist handgetöpfert und sehr individuell. Mit uns saßen die weiteren Gäste - eine Schweizerin, die seit einigen Jahren in Kapstadt lebt und ihr Neffe- mit am Tisch. Auf das Frühstück bei Arnold muss man näher eingehen. Es gibt ein Drei-Gang-Menü: Obstsalat und Griechischen Joghurt, dazu Honig und Cerealien nach Wahl, dann kommen Eggs Surprise: heute Egg Benedict und als „Dessert“: Arme Ritter mit Feigeneis!
Nach diesem kulinarischen Start gingen wir bei 25 Grad und viel Sonnenschein die herrliche Küste entlang, fast bis zur „Nase“. Endlose Einsamkeit, viel hübsches Strandgut.
Nach über zwei Stunden kehrten wir heim und mussten uns erstmal erholen – die Liegen auf der Terrasse waren zu einladend.
Gegen 14.00 Uhr fuhren wir ins Örtchen – weit kamen wir nicht, im „Winkel“ gab es viel zu sehen und zu kaufen. Rooibos in allen Varianten - in Seife gepresst, geschnitten, in Tütchen verpackt - wurden gekauft.
Dann bummelten wir durch die Galerien und fuhren schließlich zum Cape Colombine NP, wo ich zum Leuchtturm wollte! Aber: es war inzwischen 15.25 Uhr – um 15.30 Uhr schließt das Gate zum NP! Kein Zureden half, dann eben nicht! Soo schön ist der Leuchtturm nun auch nicht. Wir parkten das Auto in der Nähe und erfreuten uns an den zahlreichen Blumenfeldern, an den markanten Steinen - die uns sehr an Elephant Cove in Australien erinnerten. Leider lagen nur zwei Boote am Strand – die Fischer waren wohl noch auf dem Meer.
Zurück im ah Guesthouse war der Parkplatz schon gut gefüllt, neue Gäste waren angereist. Es war Freitag – und viele Kapstädter kommen am Wochenende. Heute allerdings kamen sie, um Arnolds kulinarische Köstlichkeiten zu genießen. Bernd hatte mir im Vorweg den Tipp gegeben, bei Arnold nach einem Dinner in seinem Hause zu fragen. Zusammen mit der Bitte der Buchung für das Noisy Oyster wurde uns dann vom Hausherrn bestätigt, dass er am Freitag für uns kochen wolle.
Pünktlich um 19.00 Uhr erschienen wir in der wohnlichen, offenen Küche und nachdem wir die anderen acht Gäste zwanglos bei einem Glas Wein kennengelernt hatten, wurde auch schon aufgetischt. Es gab ein hervorragendes Vier-Gang-Menü, bei dem ich leider den 2. Gang, eine Krabben-Mousse in Hummerjus, vergessen habe, zu fotografieren.
Es war ein sehr kurzweiliger Abend, wir haben uns wunderbar mit den Gästen unterhalten, ich hatte mich so platziert, dass ich Arnold und seiner liebenswerten Frau Annaliese beim Kochen und Anrichten zusehen konnte.
Teil 1013. Nov. 2016
Am nächsten Morgen meinte die Sonne es nicht ganz so gut, wir freuten uns, dass wir so ein schönes Wetter am Vortag hatten. Bis um 9.00 Uhr hatten wir unsere Taschen und unser Auto wieder gepackt , ich hatte mir eine schöne Strecke -eine Drei-Pässe-Tour herausgesucht – es sollte letztlich nach Paarl gehen. Zunächst aber gab es das leckere Frühstück: heute Soufflé-Omelette gefüllt mit Spinat und Mushrooms. Anschließend Lakritzeis auf Biskuit. Lekker!!!
Wir verabschiedeten uns herzlich von Arnold und Annalise – das beschauliche Fischerdörfchen Paternoster und das B&B mit seinen kleinen, kuscheligen Zimmern, (Bademantel, Schlappen) sehr netten Gastgebern, hat uns sehr gut gefallen.
Zunächst fuhren wir bis Vredeburg, tankten dort und fuhren – am großen Erzabbau Saldanha vorbei – nach Langebaan. Wir fanden Langebaan schrecklich – welch ein Unterschied zu Paternoster! Ich freute mich sehr, dass wir bei unserer letzten Kapstadt-Reise nicht extra nach Langebaan gefahren waren – groß, voll, zugebaut! Dazu war es reichlich grau, die Hauptstraße war aufgerissen und wir mussten im Zick-Zack durch den langgezogenen Ort bis zum Ende fahren, bis wir endlich den West Coast NP erreicht hatten.
Auch hier konnten wir unsere WildCard nutzen und fuhren durch gelbe Blumenteppiche zum ausgeschilderten Bird Hide.
Und was lief uns gleich über den Weg – eine Schildkröte. Es sollte nicht die letzte sein, bei 20 hörten wir auf, zu zählen. Inzwischen hatten wir 22°C, die Blumenwiesen waren noch beeindruckt und wir waren ganz allein und besuchten den Seeberg Bird Hide. Auch diesen Punkt hatte ich mir vorab bei „Scout“ als Favorit markiert. Auf Holzplanken ging man durch die schöne Natur in Richtung Lagune, die grünlich schimmerte. Die Flamingos bildeten einen schönen Kontrast dazu.
Im geschützten Unterstand waren wir ganz allein – bis auf diese Schwalbe, die uns besuchte.
Auch auf dem Rückweg begegneten uns viele Schildkröten, bei der anschließenden Weiterfahrt in Richtung R27 fuhren alle Autofahrer sehr vorsichtig, um den kleinen „Fußgängern“ auszuweichen.
Wir hatten leider keine Zeit, länger im West Coast NP zu bleiben, so fuhren wir über die R27 in Richtung Darling. Hier hatte ich die Hoffnung noch etwas von der Wildblumenblüte zu sehen – leider kein einziges Blümchen mehr.
Teil 1113. Nov. 2016
Über die hübsche R46 ging es dann durch „Shiraz-Country“, am Hinweis zu „Allesverloren“ lehnte mein Mann ab, dort einen kurzen Stopp einzulegen. Ich war sehr verwundert... Gern hätte ich mir das Weingut angesehen. Das hübsche Örtchen Tulbagh wurde mir hier im Forum sehr empfohlen, wir erreichten es nach schöner Fahrt und ich freute mich auf einen kleinen Spaziergang und einen Lunch. Mein Mann mochte nicht aussteigen, hatte auch keinen Hunger und sah nicht so wirklich gut aus und so beeilte ich mich, wenigstens Fotos von den hübschen Kapholländischen Häusern zu machen. „Spielverderber“, dachte ich!
Die wunderschön blühenden Orchideen-Bäume (Bauhinia variegata) versöhnten mich dann aber.
Nachdem ich also die historische Church-Street besichtigt hatte, bat mich mein Mann, das Steuer zu übernehmen! Nee, nee- so hatte ich mir die folgende Pass-Fahrt über den Bains-Kloof- Pass nicht vorgestellt, ich wollte die Fahrt genießen ☺, wollte Fotos machen. Lange hatte ich meine Tour so ausgetüffelt und nun sollte ich fahren!
Der Bains- Kloof-Pass wurde in den 1850er Jahren vom genialen Straußenbauer Thomas Bains auf 579 m Höhe geführt. Die heute geteerte, schmale Straße zählt zu den eindrucksvollsten Pass-Straßen Südafrikas- mit 30km ist sie die längste Bergstraße im Land, und sie ist noch immer eng und holprig. Wundervolle Ausblicke sollen laut Reiseführer garantiert sein...
Also fuhr ich zunächst ab Tulbagh die R46 in Richtung Ceres, um nach ca. einer halben Stunde die R301 – den Beginn des Bain-Kloof-Passes zu erreichen. Ich hatte einen Fahrer hinter mir, rechts neben mir türmten sich die Berge, links rutschte mein Beifahrer immer mehr in sich zusammen, links neben ihm ging es – ohne Absperrung in die Tiefe. Ich bin mit ca. 50-60kmh gefahren, viel zu schnell, wie mein Beifahrer besorgt kommentierte, nur hatte ich zwischenzeitlich drei weitere Fahrzeuge im Schlepptau und die schienen den Weg als Abkürzung nutzen zu wollen! Wie gern hätte ich angehalten – die Haltestellen, denn Buchten konnte man das nicht nennen, erkannte ich stets zu spät, meine Hintermänner klebten an mir, so dass ein Einlenken – in Richtung Abgrund!!! –undenkbar war. So sehr konzentrierte ich mich auf die Straße, wollte nur noch durch und weg! Von wegen „Genuss“..... Kurz vor dem Summit wurde die Straße breiter, am Summit dann Parkplätze und ich konnte anhalten und wenigstens von hier ein paar schnelle Fotos machen.
Wir fuhren dann durch Wellington, die imposante Kirche muss beim nächsten Mal fotografiert werden, und erreichten gegen 16.00 Uhr unser nächstes Ziel: das Weingut „Laborie“ am Ortsende von Paarl. Hier hatten wir wieder den „Luxury Room“ #5 gebucht. Nach freundlichem Empfang am Gate wurde die Service-Kraft im Restaurant benachrichtigt, die uns mit dem Zimmerschlüssel #8 begrüßte. Auf meine Frage, ob das der Luxury Room wäre, verschwand sie und kam mit dem richtigen Schlüssel zurück. Ab diesem Zeitpunkt gehörte meinem Mann das Bad allein.... – der Ärmste!
Teil 1215. Nov. 2016
Nachdem ich meinen Kranken mit Medikamenten, Tee, Elektrolyten versorgt hatte, setzte ich mich vor das Haus und erholte mich mit einem Tee und einem Obstsalat. Obst fanden wir im Zimmer vor, in den beiden Jahren zuvor, in denen wir auf diesem schönen Areal schon übernachtet hatten, hatte ich bislang immer einen schönen Blumenstrauß vorgefunden. Den Begrüßungsschluck hatten wir dankend abgelehnt.
Nach einem erholsamen Bad ging ich später ins vorreservierte hauseigene Restaurant „Harvest“. Oje, da war gähnende Leere, lediglich 3 Tische waren besetzt. So genoss ich dann mein Beef auf Kartoffelstampf mit Pfeffersauce und frischem Gemüse mit einem Glas Sauvignon und kehrte bald wieder zurück. Im Tasting Room des Laborie fand ein Event statt, dort waren wohl alle anderen Gäste, denn die Übernachtungen waren ausgebucht. Ich befürchtete schon lärmende Nachtgäste, es blieb aber still.
Am nächsten Morgen ging es meinem Mann noch nicht viel besser, zum Frühstück nieselte es passenderweise auch noch! Also rüber zum Manor House, das Frühstück war nicht gerade üppig, die Damen dort aber sehr nett. So habe ich für meinen Kranken zwei Weißbrotscheiben, etwas Butter und Marmelade mitgenommen.
Anschließend habe ich meinen Fotorucksack gepackt, eine Flasche Wasser und eine Banane mitgenommen und bin zum Paarl Mountain Nature Reserve gefahren. Die Straße hierzu ging gleich hinter Laborie hoch und mein erster Gedanke war: „das Stück kann ich auch laufen“. Nun ja, nachdem ich die ersten Kurven der schönen Pad gefahren war, lag das Weingut und später die Stadt wie eine Miniatur-Ausstellung vor mir. Ich begegnete immer mehr Radfahrern und Joggern und schraubte mich immer höher, um die Drakensteine herum. Nach gut 15-20 Minuten Fahrt erreichte ich endlich mein Ziel: den Meulwater Garden.
Ich sah aber zunächst nur südafrikanische Großfamilien, die schon um 10.00 Uhr ihren Sonntags-Braai vorbereiteten, viele Grillplätze auf dem weitläufigen, schönen Areal waren belegt. So ging ich beruhigt los zum Garden, in dem ich dann ganz allein war. Ein Paradies!!!
Alle Protea-Arten gut beschriftet, in einem kleinen Shelter hatte man Blütenstände aller Sorten ausgestellt, der kleine Teich rundherum war mit mehreren versteckten Bänken ausgestattet. Das Wetter besserte sich zusehends, der Himmel riss auf und dich konnte mich kaum satt sehen an der ganzen Pracht der locker angelegten Terrassen mit wunderschönen King und Qeens-Proteen, Gerbera, der Heidekräuter. Dann entdeckte ich auch noch eine Schildkröte.
Gegen Mittag beendete ich meine wunderschöne Wanderung und fuhr dann langsam zurück und war sehr froh, dass ich den Hinweis zum Botanical Garden vor der Reise gefunden hatte.
Meinem Mann ging es etwas besser, nach viel gutem Zureden konnte ich ihn sogar zu einer Scheibe Brot überreden. Für den Abend hatten wir nämlich eine Reservierung im Restaurant „Bosman’s“ im Hotel Grand Roche. Und da wollte ich bei einem Mehrgang-Menü nur ungern allein am Tisch sitzen. Für meinen Mann war es allerdings undenkbar, an einen Restaurant- Besuch zu denken..... (Für uns ist bis heute die Ursache seiner Erkrankung unklar. Wir haben beide Identisches gegessen- und mir ging es gut. Einzig mögliche Erklärung: eine bisher nicht dagewesene Reaktion auf Meeresfrüchte.) So setzte ich nochmals eine Elektrolyt-Lösung an und hatte noch Hoffnung, da bis zum Abend noch etwas Zeit war....
Teil 1315. Nov. 2016
Ich machte mich also auf, das Weingut Laborie anzusehen, denn hier war in den letzten Jahren viel passiert. Man hatte viel Wert auf die Ausweitung des Tasting-Bereiches gelegt, eine schöne Spielplatz-Freifläche war entstanden und ein separater Bar-Raum. Die Weinstöcke sahen sehr gepflegt aus, der Pool war endlich mit Wasser gefüllt worden. Schade, darüber hatte man den Übernachtungs-Bereich vergessen, denn hier hätten wenige Handgriffe und etwas mehr Liebe gut getan.
Nach ausgiebigem Spaziergang über das familienfreundliche Weingut holte ich mir die ausliegenden Südafrika-Magazine und entdeckte wunderbare Rezept-Ideen. Das brachte mich auf die Idee, doch mal nachzusehen, ob im Menu des Bosman’s vielleicht etwas Magenfreundliches zu finden war ... jepp, Blumenkohlsuppe klang doch sehr gut und in den homöopatischen Dosen auch bestimmt leicht bekömmlich. Mein Mann lehnte noch immer dankend ab, einen Tee mit Rusk aber nahm er mir dann doch ab. Auch die Anregung, das Ganze doch im schönen Sonnenlicht auf der Terrasse einzunehmen. Mein Hoffnungsschimmer wurde schillernder.....
Gegen 18.00 Uhr fragte ich vorsichtig an, was denn mit heute Abend sei – und Blumenkohlsüppchen wäre ein sehr diätetisches Essen. Eine halbe Stunde später hörte ich die Dusche und nachdem ich mich selbstverständlich bereit erklärt hatte, auf den Shuttle zum Hotel zu verzichten, um selbst zu fahren, damit wir ggf. reagieren konnten 😉, saßen wir also um 19.00 Uhr im Auto, um zu nahe liegenden Hotel um die Ecke zu fahren.
Nach dem Blick auf die Speisekarte hat sich mein Mann letztlich auf die Blumenkohlsuppe und ein Springbok Fillet mit Fenchel entschieden, als Dessert konnte er einen Tee wählen. Ich nahm als Vorspeise Baby Rote Beete mit geräuchertem Straußenfilet, als Main auch das Springbok Fillet und als Dessert Espresso-Vanilla-Parfait. Mir schmeckte auch ein Glas des ausgezeichneten Roten....
So war der Abend, auch ohne großes Tasting Menu sehr schön und es folgte eine ruhige, erholsame Nacht!
Teil 1415. Nov. 2016
Am nächsten Morgen schien wunderschön die Sonne – nicht nur am Himmel! Wir gingen zum Manor House und baten zunächst darum, nicht drinnen sitzen zu müssen. Schnell wurde uns ein Tisch eingedeckt und wir genossen den Sonnenschein.
Bei ca. 20°C fuhren wir gegen 10.00 Uhr ab – unser heutiges Ziel hieß Cape Town, Camps Bay. Zunächst aber ging es über die alte, schöne R101 –parallel zur N1– in Richtung Winelands. Eigentlich hatten wir vor, einer Empfehlung „Babylonstoren“ zu folgen, dies soll ein Organic Garden mit vielen Leckereien sein – wir beschlossen, uns das Ziel aufzuheben. Man muss ja einen Grund haben, wiederzukommen.... So fuhren wir am Abzweig zu den Weingütern Glen Carlou, Anoura, Simonsig, Kanonkop u.a. vorbei, diese Güter hatten wir alle in unserer Genuss-Tour 2014 schon besucht. Da uns der Warwick gut geschmeckt hatte, machten wir den ersten Stopp an der R44 im wunderschön gelegenen Weingut. Ein Picnic hier wurde in die next-to-do-list aufgenommen!
Der nächste gemarkerte Punkt auf meinem Navi „Scout“ war der Shop von Consol Ein schönes Lädchen – und nicht nur voller Solar Jars! Diese wechselten im Sechser-Pack (je 111ZAR) den Besitzer.
Weiter ging es in Richtung Somerset, vorbei an vielen uns bekannten Weingütern – und eigentlich hatte ich vorgesehen, hier beim Abzweig Annandale Road die uns noch unbekannten Weingüter Guardians Peak, Hidden Valley (Restaurant Overture) und Longridge zu besuchen, aber ich musste umplanen! Mir wurde hier wärmstens von Feinschmeckern hier 🙂 das Restaurant „Foodbarn“ ans Herz gelegt – und dieses Restaurant hatte an diesem Tag nur bis zum Lunch geöffnet. So fuhren wir also die R310 über den schönen Baden-Powell-Drive bis Muizenberg,
(das unnatürliche Blau ist der Frontscheibe geschuldet) kurzer Fotostopp für die bunten Häuschen
und dann über St.James, Kalkbay bis kurz vor Simonstown. Dort bogen wir ab auf die M66, weiter über M65 in Richtung Scarborough an den Misty Cliffs vorbei – sie machten ihrem Namen alle Ehre!
Um kurz vor 13.00 Uhr erreichten wir, am Fuße des Chapman’s-Peak-Drive, in Noordhoek Farm-Village das Restaurant "Foodbarn".
Teil 1515. Nov. 2016
Das Restaurant war im Inneren gut besucht – wir nahmen auf der Terrasse Platz – die lag leider im Schatten (später war mir kalt)
Es gab eine gemeinsame Menü-Karte für Lunch und Dinner – die Preise für die Lunchtime wurden halbiert! Ich wählte ein Drei-Gang-Menü mit einem Glas Sauvignon, meinem Mann schmeckte ein Starter und das Lamm schon wieder! Und für Alles haben wir 32,- € bezahlt!
Fazit zum Foodbarn: eine sehr gute Empfehlung! Die Soßen waren perfekt abgeschmeckt, sehr guter Service, sehr gute Karte. Das Dessert haben wir geteilt - ich hätte es auch gern allein gegessen.... 😛 Das Essen war ganz hervorragend – und das Foodbarn bleibt als Markierung für unsere nächsten Besuche gespeichert!
Anschließend bummelten wir noch durch die kleinen Shops dort im Village und durch das Deli, das auch zum Foodbarn gehörte. Hier gab es sehr lecker aussehendes Brot und guten Käse – beides kauften wir zum Abendessen ein.
Dann folgte unsere 6.Fahrt über den Chapman’s Peak – und mein Mann hatte Gefallen daran gefunden, einfach entspannt als Beifahrer die Aussicht genießen zu können... Diese Küstenstraße – möglichst von Nordhoek nach Hout Bay zu befahren, weil dann auf der Küstenseite – ist ca. 9 km lang und schlängelt sich in 114 Kurven zwischen teilweise hohen Felswänden und dem Meer entlang. Für uns immer wieder wunderschön – auf viele Stopps verzichteten wir aber.
Nachdem wir Hout Bay durchfahren hatten, kamen wir am Abzweig nach Llandudno vorbei, den wir wörtlich links liegen ließen. Wer schon mal hier ist und Zeit hat, sollte die ca. 5 km abfahren – eindrucksvolle Villen und Feriendomizile sind hier zu bewundern, ebenso wie menschenleere Fels-Strände.
Schließlich erreichten wir unsere Unterkunft: Boutique@10, hoch oben in Camps Bay. Sie war der Grund meines Zick-Zack-Kurses in der Kapregion, denn die begehrten Zimmer sind schnell ausgebucht. Wir hatten die Lions Head Suite – die perfekte Wahl! Nachdem wir unser Auto auf dem gesicherten Parkplatz abgestellt hatten, begrüßte uns unser Gastgeber Beach, ein (typischer) Amerikaner hoch erfreut, wie alte Bekannte. Wir bekamen unsere detaillierte Haus- und Zimmereinweisung und anschließend genossen wir die Aussicht vom Terrassendeck. Die beiden Suiten (Ocean + Lions Head) liegen im Obergeschoss des Hauses, die allgemeine Terrasse und der Pool lagen unter uns.
Teil 1617. Nov. 2016
Nachdem wir unseren obligatorischen Tee auf der Terrasse getrunken hatten – mein Mann bevorzugte allerdings einen Espresso 😉 – beschlossen wir, zu Fuß „ins Dorf“ zu gehen. Uns war eingefallen, dass für unser Abendessen noch Tomaten fehlten.(warum hatten wir die vergessen?) So gingen wir voller Elan los – wurden allerdings von einem heftigen Sturm empfangen. Wir sahen uns vor der Tür prüfend um, in welche Richtung wir gehen wollten – laut Maps waren beide Wege identisch. Ein junger Mann fragte uns, ob er behilflich sein könne. So fragten wir ihn nach dem Weg zum Supermarkt. Sehr erstaunt meinte er, dass wir doch lieber fahren sollten, es wäre zu weit....Sehr genau beschrieb er uns dann aber den Weg, mit Abkürzungen. Nach einer gefühlten Ewigkeit – der Sturm machte es nicht angenehmer – erreichten wir nach gut 20 Minuten die Victoria Road, das Herz von Camps Bay, und den dortigen Supermarkt. Schnell waren Tomaten gekauft, Wein und Wasser hatten wir noch genügend. Natürlich musste ich „nur noch schnell“ in die kleinen Shops nebenan sehen, erste Ansichtskarten wurden schnell gekauft. Anschließend kämpften wir uns gegen den Sturm nach oben – leider kamen wir genau beim „Eintauchen“ der Sonne ins Meer an. Ich liebe diesen magischen Moment – dachte ich als Kind doch immer, es müsste zischen, wenn die Sonne im Meer versinkt...
Wir trafen dann im Haus auf Beach, der uns kurze Zeit später ein Tablett mit Tellern, Besteck, Servietten und Salz/Pfeffer brachte. Unser delikates Dreigang-Dinner: Brot, Käse, Tomaten- hat uns köstlich auf der Terrasse gemundet!
Im Bademantel eingekuschelt saßen wir bei einer Flasche Wein noch lange draußen, unsere Nachbarn haben sie nicht benutzt.
Am nächsten Morgen strahlte der Himmel wunderbar blau – wie schön, ich wollte gern einen Hubschrauber- Rundflug ums Kap machen.
Dazu schallten die Beach Boys durch das Haus! Beach stand glücklich in seiner offenen Küche und nahm die Eierbestellungen auf. Jetzt lernten wir auch Jennifer, die Frau des Hauses, kennen. Ihrer Bitte, uns beim Frühstück fotografieren zu dürfen, wollten wir nicht nachkommen... Wir hatten darüber schon bei den Reviews gelesen und waren vorgewarnt. Nein, die "Ahnengalerie" des Hauses wollten wir ungern komplettieren. Beim Frühstück zog es sich dann schon langsam zu – es sollte so bleiben. Wie schade!
Damit fiel auch der erneute Besuch des Tafelberges aus, hier waren wir nämlich erst ein Mal! Da wir auch alle Weingüter in der Umgebung, Constantia, Hout Bay, schon kannten, und ich noch kein einziges Mitbringsel – für unser Enkelkind – hatte, war die Tagesplanung schnell geklärt. Und da wir auch schon Übung im „Abstieg“ hatten, liefen wir die knapp 2km wieder ins Dorf. Ein Hoppelbus kam auch gerade – also eingestiegen und bis zur Longstreet gefahren. Zunächst bummelten wir durch die Straßen der Innenstadt, den Greenmarket Square, wo viel identische „Original African Handkraft“ angeboten wurde. Einen kleinen, hübschen Holzelefanten fand ich nicht, dafür sehr süße Kleidchen. Später, zu Hause wurde mir bewusst, dass ich es wieder vergessen hatte, dort in der Nähe des Greenmarket Square, das Stück Berliner Mauer anzusehen, das Nelson Mandela als Geschenk gemacht wurde! Wieder ein Punkt auf der to-do-list!
Nachdem wir festgestellt hatten, dass keine Hop-on Hop-off-Linie mehr in Richtung Woodstock fährt (laut Aussage des Fahrers), sind wir dann langsam zu Fuß in Richtung Waterfront gebummelt.
Hier füllten sich schnell die Tüten, wir kaufte uns im Outdoor-Laden von k-way noch eine leichte Reisetasche, damit all’ unsere Einkäufe auch mit nach Hause kommen konnten. Um kurz nach 16.00 Uhr mochten wir nicht mehr – und nahmen uns ein Taxi nach Camps Bay. Auf der Terrasse erholten wir uns mit einem Tee. Wir hatten das erste Mal in Kapstadt so einen bedeckten grauen, Himmel - dabei war es aber gut 20°C warm. Der Tafelberg und auch der Hubschrauber-Rundflug müssen also noch etwas warten....
Für den Abend hatten wir uns bei Beach schon ein Taxi vorbestellt – um 19.00 Uhr hatten wir eine Reservierung in unserem Lieblings-Restaurant in Sea Point: La Mouette. Das „La Mouette“ haben wir vor einigen Jahren als Empfehlung im „Lezard Bleu Guesthouse“ erhalten – seitdem planen wir bei jedem Kapstadt-Aufenthalt dort einen Restaurantbesuch ein. Auch dieses Mal hatte ich bei der Reservierung um einen Tisch auf der Veranda- überdacht- gebeten. Man muss bei dem Restaurant beachten, dass man am Tag nicht nur einen freundlichen „Reminder“ erhält, sondern am Nachmittag einen Anruf, bei dem nachgefragt wird, ob die Reservierung aufrecht erhalten bleiben soll. Also das Handy auf „Empfang“ stellen...
Es war frisch am Abend, der Wind hatte sich aber gelegt. So nahmen wir also unseren Platz auf der geschützten Veranda ein, es wurden uns gleich zwei Decken gebracht. Wir waren die einzigen Gäste hier... Aber wir sitzen gern draußen! Dann bestellten wir das Spring-Tasting-Menu, das wir schon vorab als Newsletter erhalten hatten. Und wieder waren wir begeistert – kleine Portionen (bei 7-Gängen dringend notwendig), sehr kreativ umgesetzt. Einzig mein Hauptgang war für mich keine gute Wahl, ich hatte mich vom Spargel täuschen lassen, das Cassoulet (weiße Bohnen) hatte ich überlesen – oder verdrängt. Mein Mann hatte die Lamm-Schulter genommen – die war köstlich. Das Dessert war dann die Krönung – Ferrero Rocher. Das Stadion von Cape Town als Inspiration zum Haselnuss-Parfait mit warmer Schokoladensoße übergossen ....Hmmmmmmm, yummy-yummy!
Mit dem Taxi waren wir schnell zu Hause – und freuten uns auf unser nächstes Ziel!
Teil 1717. Nov. 2016
Am nächsten Morgen weckte uns wieder der Sonnenschein, der „Rain-Drop-Tree“ –Cassia Grandis (ich hoffe, ich liege richtig?) – duftete verführerisch durch die großen, komplett aufschiebbaren Scheiben.
Heute wäre perfektes Wetter 27°C für den Tafelberg oder den Hubschrauber gewesen – aber unsere Pläne wollten wir nicht umwerfen. Es wäre eh überall sehr voll gewesen! So genossen wir unser Frühstück und wehrten erneut erfolgreich die Fotosession mit Jennifer ab! ☺
Nachdem wir gepackt hatten, verabschiedeten wir uns herzlich von unseren überaus engagierten Gastgebern. Für uns wäre etwas weniger mehr gewesen. Camps Bay fanden wir aber wieder perfekt.
Nach Bewältigung des Staus auf der N2 im Zusammenschluss mit der M5 fuhren wir an Khayelitsha und dem Airport vorbei, nach Somerset West. Wir mussten unsere Bargeldreserven aufstocken – ich weiß gar nicht, ob es in De Kelders einen ATM gibt... So stoppten wir schnell an der großen Mall. Die wunderschöne Strecke ab hier über den Sir Lowry's Pass und weiter über die R44 (False Bay) sind wir schon oft gefahren. So ging es weiter über den schönen Houhoek-Pass nach Caledon – immer gut auf die Geschwindigkeit achtend, es gibt dort sehr viele stationäre Blitzer! Gleich hinter Caledon nahmen wir dann zunächst den Abzweig auf die R316 und dann auf die R320 – das Hemel-and-Aarde- Tal. Nach 20 km auf dieser schönen Strecke beginnen die Weingüter der , http://www.overbergwine.com/overberg/wine-farms/Hermanus/4 wie eine Perlenkette links und rechts der Straße. Wir waren die Strecke 2014, als sie noch nicht asphaltiert war, von Hermanus kommend schon gefahren und hatten diverse Weingüter besucht. So fuhren wir gezielt das „Creation“ an und fanden einen letzten freien Tisch auf der Terrasse.
Wir wollten kein großes Lunch-Menu und wählten die Käsevariationen. Hierbei werden neben den vier Käsesorten mit passendem Brot und Aufstrichen auch vier Weine als Tasting serviert. Leider lehnte ich letztes ab... (war ich doch der Fahrer!)
Nach dieser Stärkung fuhren wir, durch Hermanus hindurch, nach De Kelders, zu unserem nächsten Ziel: der Cliff Lodge!
Um 15.30 Uhr wurden wir von Gill freudestrahlend empfangen. Es war inzwischen unser fünfter Aufenthalt in der Cliff Lodge. Wir tauschten Neuigkeiten aus – Gill hat zwischenzeitlich die halbe Familie bei Buchungen kennengelernt.
Wir hatten wieder die Ocean Suite gebucht – und freuten uns unendlich über unser Paradies! Das Betreten der Terrasse und der Blick auf die weiße Walker Bay – dazu das blaue Meer und blauer Himmel –Endorphine pur!
Und schon zog die erste Walmutter mit ihrem Baby vorbei – ich glaube, sie hat kurz die Flosse gehoben... 😉 Nur die Boote, voll mit Menschenmassen, das war ganz neu für uns. Wieder gab es neue Möbel auf der Terrasse, dieses Mal zwei weiße große Liegen, die natürlich sofort eingeweiht wurden.
Teil 1819. Nov. 2016
es geht weiter...
Mein Mann hatte es sich nach dem Tee auf den viel zu bequemen Liegen gemütlich gemacht, ich zog meine Wanderschuhe an und ging auf die Klippen. Wer weiß, wie das Wetter morgen sein würde...? Die Wale waren zahlreich und dicht an den Klippen und es waren sehr viele Menschen hier – ein völlig ungewohntes Bild.
Plötzlich sah ich springende Delphine, die durch das Wasser schossen. Ich konnte es erst gar nicht glauben, da ich Delphine hier noch nie gesehen hatte. Nein – es waren keine Robben!
Glücklich kehrte ich zurück- mein Mann bedauerte natürlich, doch so faul gewesen zu sein. Wir machten uns fertig für unseren Gang zum Abendessen – im Kloeks@home. Diese kleine, schnuckelige Restaurants, mit seinen 6 Tischen, war im Frühjahr leider abgebrannt und wir hatten uns unendlich gefreut, als Gill uns vorab mitteilte, dass es wieder aufgebaut worden sei. So zogen wir mit unserem Weinkühlertäschchen von Gill und einem Sauvignon Blanc los und gingen die paar Straßen weiter zum Kloeks. Das kleine Restaurant hat man wieder fast 1.1 aufgebaut, es ist nur noch ein kleiner Veranda-Anbau zum Garten dazu gekommen, so dass es jetzt drei Tische mehr gibt. Ansonsten war es alles schön vertraut – sogar die Speisekarte war wie immer! Und so musste ich nicht lange überlegen: das Springbok-Carpaccio war wie immer köstlich, das Beef Fillet butterzart und zum Dessert gab es eine Pavlova – hmmmmm!
Nach diesem genüsslichen Abend erwartete uns ein diskret erleuchtetes Zimmer, viele Windlichter und ein vorgewärmtes Bett. Das musste noch warten – der Himmel über uns war noch grandios anzusehen – der Mond ging erst später auf. Sogar eine kleine Sternschnuppe fiel. (Allerdings nicht sooo grandios anzusehen wie im KTP, das war bisher einmalig)
Teil 1920. Nov. 2016
Am nächsten Morgen weckte uns die Sonne – herrliches Wetter und ein Klippschliefer erwarteten uns. Kurze Zeit später begann dann die große Völkerwanderung....
Da die Wale in diesem Jahr kaum vor Hermanus lagen, sondern alle gegenüber bei uns, wurden die Touristen, die kurze Bootstouren gebucht hatten, per Bus nach De Kelders gebracht, um so Wale zu sehen.
Die übrigen Boote der großen Touren kamen so dicht an die Wale heran, dass Gideon an diesem Morgen zur großen Lage-Besprechung nach Gansbaai gefahren war. So lange die Boote, mit ausgeschaltetem Motor dümpelten, störte es die Wale wohl nicht – leider tauchten sie stets für längere Zeit ab, wenn ein neues Boot an-oder abfuhr. Welch Lärm muss dieses Boot unter Wasser für die Wale machen....
Wir gingen also zum Frühstück und genossen es!
Anschließend wurden die Wanderschuhe angezogen und wir machten uns auf zur Klippenwanderung. Die Höhle und das Walker Bay Nature Reserve hatten wir schon besucht, daher nahmen wir den Pad auf den Klippen und machten eine schöne Whale-Watching-Tour. Die Wale waren zahlreich, zeitweise lagen sechs Wale dicht beieinander. Und so dicht an den Klippen und vor allem im Kelb hatten wir sie noch nie gesehen.
Die Delphine hatten das große Bedauern meines Mannes gehört - so kamen sie auch heute noch einmal pfeilschnell angeschossen.
So liefen wir an der schönen Fynbos-Vegetation entlang, zeitweise wurden wir neugierig beäugt. Die kleine Schlange war für ein Foto leider zu schnell!
Nachdem wir zurückgekehrt waren, erfrischte sich mein Mann im Pool – mir war der viel zu kalt.... Und anschließend nahmen wir unseren Platz an der Sonne ein, auf unserer riesigen Terrasse.
Am frühen Nachmittag holte ich uns ein Stück vom köstlichen Möhrenkuchen hoch, dazu machten wir uns einen Espresso. Die Wale tummelten sich direkt unter uns - bis zum Sonnenuntergang.
Und dann freuten wir uns auf unser Dinner- in der „Private Villa“ von Neil Stemmet. Dieser Designer öffnet sein kleines 3-Zimmer-B&B auch für Dinnergäste. Bekannte von uns und Nichte& Neffe waren total begeistert vom Abendessen beim ihm. Als Hobbykoch und Herausgeber von Kochbüchern (salt&pepper, bitter&sweet) und als Designer, der in diversen Südafrikanischen Magazinen zu finden ist, hatten wir uns einen großen Abend erhofft. Hier muss ich jetzt etwas genauer schildern.... Sein Haus entsprach dann auch unseren Erwartungen – durchdacht, eigenwillig und kreativ – die Stimmung, als wir um kurz nach 19.00 Uhr eintrafen, war sehr eigenwillig. Es waren vier Tische besetzt, zwei Mal Hausgäste und ein weiteres Paar aus der Cliff Lodge. Keiner wagte etwas zu sagen, die Musik erinnerte etwas an die Ankunft bei einer Beerdigung.... Wir wählten dann aus der (sehr hochpreisigen) Weinkarte einen Sauvignon Blanc von Ataraxia aus dem Hemel-en-Aarde-Valley, es war eingedeckt in der Reihenfolge: Suppe-Fisch-Fleisch-Dessert. Die Suppe – in Omas Suppentasse – wurde mit den Worten serviert, man möge herausfinden, um welche Suppe es sich handelt. Nach dem ersten Löffel der recht faden, etwas pampigen Butternut-Suppe war ich froh, etwas laut sagen zu können... das war dem Meister wohl gar nicht so recht! Auch kräftiges Nachsalzen und Pfeffern brachte dann keinen Mehrwert an Geschmack, so ließen wir ein Drittel stehen – mit der Begründung, wir wollten später noch Platz für das Dessert haben... Auch hier Missfallen: ich musste mir anhören, dass selbst Kinder alle Gänge geschafft hätten... (Sehnsucht nach dem Kloeks kam auf....!) Dann wurde ein Salat gereicht, dazu gehörte das Fischmesser. Hm, es war ein normaler Blatt-Salat, den Fisch suchte ich vergebens... Jetzt freute ich mich aber auf den Hauptgang – langsam bekam ich Hunger! Dann wurde ein Stück Fisch (?) serviert, die Soße schmeckte gut, mit gaaanz vielen grünen Erbsen! Ich kann heute nicht mehr sagen, ob noch anderes auf dem Teller lag – ich hasse Erbsen! So aß ich also den Fisch mit dem Fleischmesser – und die Sehnsucht nach dem Kloeks wurde größer! Als Dessert gab es dann ein Stück Brownie (mit Eis?) – ich weiß es nicht mehr, auch dieser Gang blieb nicht in meiner Erinnerung. Wir bekamen dann wortlos alle die Rechnung hingelegt, im Gegenzug wurden, obwohl weder Wasser noch Wein ausgetrunken waren, die Flaschen und Gläser abgeräumt. Unser Geldbetrag wurde großzügig samt Rechnung eingesammelt, ohne nachzufragen, ob der Rest des Geldes als Tipp gedacht war.... Ziemlich fassungslos machten wir uns mit dem anderen Paar auf den Rückweg – dieses Paar hätte ihm „liebgemeinte 3 Punkte" 😉 - von 10 vergeben!
Zur Ehrenrettung sei noch angemerkt, dass die sehr geschmackvolle Neueinrichtung des „Wohnzimmers“ in der Cliff Lodge aus seinen Händen stammt.
Wir beendeten unseren Abend genüsslich mit einem Sherry, einem Tee und einem Gläschen Wein auf unserer Terrasse!
Teil 2005. Dez. 2016
Am nächsten Morgen sollte die Vertreibung aus dem Paradies erfolgen... Abreise! Sogar der Himmel war traurig, es war bewölkt und stürmisch.
So frühstückten wir in der kleinen Veranda und verabschiedeten uns, nachdem wir gepackt und bezahlt hatten. Es war auch zum 5.Mal in der Cliff Lodge wieder sehr, sehr schön! Und zum Abschied sahen wir dann auch endlich einen Jumper von einem Wal – die beiden Tage hatten wir so darauf gewartet. In diesem Moment versagte der Autofokus meiner Kamera - rien ne va plus! Vor Schreck bin ich gar nicht auf die Idee gekommen, den Autofokus auszuschalten. Kamera aus-wieder ein, erneuter Jumper: nix ging! Die Kamera löste nicht aus.... Grrr, wie ärgerlich!
So nahmen wir das Bild in Gedanken mit und fuhren zunächst nach Stanford, um zu tanken und im dortigen Spar nach Maracuja-Extrakt zu suchen, den ich dort schon beim letzten Mal gekauft hatte. Und auch dieses Mal war er vorrätig und einige der kleinen Döschen wurde gekauft.
Unser heutiges Ziel – und damit der letzte Punkt unserer Reise – war Franschhoek. Wir fuhren zunächst nach Hermanus, bummelten dort durch den Ort, suchten ein Paar Shooshoos für unser Enkelkind in passender Größe -fündig geworden - und schließlich nach Walen. Einen haben wir sogar entdecken können.
Dann ging es über die N2, den schönen Houwhoek Pass, dann die R321 an Elgin vorbei über den Viljoen-Pass und schließlich über den Franschhoek Pass. Noch immer mochte meine Kamera nicht – irgendwann erinnerte ich mich dann daran, dass ich ja eine kleine (Ersatz)-Kamera dabei hatte. Es war eine sehr schöne, abwechslungsreiche Strecke, der Franschoek Pass ist immer wieder eindrucksvoll zu fahren! Nur Anhalten konnten wir für Fotos nicht, da mein Mann einen Tanklaster überholt hatte, der sich mit 20-30 kmh über den Pass schob. Ansonsten hätten wir ihn wieder vor uns gehabt.
Am frühen Nachmittag kamen wir dann in Franschhoek, im Franschhoek Manor, an und wurden sehr herzlich von Wolfgang, dem Besitzer, empfangen.
Hier hatten wir den Master Bedroom gebucht, mit eigener kleiner Terrasse zum wunderschönen Garten und Blick auf den Pool.
Wir kochten uns unseren Tee, dazu gab es ein Gläschen Port und unsere letzten Shortbreads, anschließend fuhren wir ins kleine, süße Örtchen. Die Läden hatten sich nicht verändert, vor allem gab es noch den wunderbaren „Masquerade“Shop! Viele, viele schöne, unwichtige Kleinigkeiten und ein wunderschöner Duft im Laden – immer wieder schön!
Am späten Nachmittag waren wir rechtzeitig zur kurzen Erholung am Pool zurück, der von einem wunderschön gepflegten Rosengarten umgeben ist. Überall gab es kleine, verträumte Sitzplätze - hier hätten wir gern mehr Zeit gehabt.
Später dann machte wir uns fertig zum Dinner. Wir hatten im Restaurant „Foliage“ – in der Hauptstraße gebucht – genau wie die Unterkunft hatte ich mir das hier im Forum aus einem Reisebericht abgespeichert. (Danke an Nane und Casimodo) So gingen wir zu Fuß, am Weingut "Mont Rochelle" vorbei, den kurzen Feldweg bis zur Stadt, ca. 20 Minuten.