Reisebericht

Elefantös - Zimbabwe 2016

von Topobär · begonnen 06. Juni 2016 · 19 Teile

Teil 106. Juni 2016
Hallo,

nach 16 Monaten Abstinenz waren wir endlich wieder in Afrika.

Nachdem wir bei unserer letzten Afrika-Reise auch einen kurzen Abstecher nach Zimbabwe gemacht hatten, wollten wir dieses Land näher kennenlernen. Deshalb war schnell der Plan geboren, die nächste Reise komplett Zimbabwe zu widmen. Leider standen uns diesmal nur 18 Tage zur Verfügung, so dass wir uns nur einige Schwerpunkte setzten. Für das ganze Land reichte die Zeit vorn und hinten nicht.

Nach unserer Rückkehr steht jetzt natürlich wieder ein Reisebericht an. Ich hoffe Euch damit Informationen für eventuelle eigene Reisen liefern zu können, und Euch mit ein wenig Unterhaltung und Afrika-Feeling das Sommerloch zu füllen.

Wie immer freue ich mich über alle Kommentare, Feedback und Fragen Eurerseits. Wer nur den Bericht lesen will, kann die Sonne anklicken.

LG Thomas
Teil 207. Juni 2016
Anreise & 1.Tag (13./14.05.2016)
Hannover – Johannesburg – Louis Trichardt
402km mit dem Auto


Endlich konnten wir mal sorglos zum Flughafen reisen, ohne uns Gedanken wegen unserer Flüge machen zu müssen. Es drohten keine Streiks, die Vulkane in Island waren friedlich und in Hannover schien die Sonne. Am Flughafen angekommen stutzten wir dann aber, als wir vor dem Lufthansa Ticketschalter eine lange Schlange sahen. Die Ursache zeigte sich sogleich auf der Anzeigetafel. Der Flug nach Frankfurt war gestrichen. Das darf doch wohl nicht war sein. Als Grund wurden uns schwere Gewitter über Frankfurt genannt. Wer kann damit Anfang Mai schon rechnen?

Kathrin und ich teilten uns auf. Während Kathrin oben mit der Lufthansa die möglichen Optionen klären wollte, schaute ich mich nach Alternativen mittels Bahn oder Mietwagen um. Kathrin konnte dann aber scher schnell Entwarnung geben. Wir wurden auf die Swiss umgebucht und bekamen Flüge über Zürich nach Johannesburg. Da die Swiss dann leider noch etwas Verspätung hatte, kamen wir 3h später als geplant in Johannesburg an. Damit war schon klar, dass unser erster Tag in Afrika sehr hektisch werden würde. Zumal der A340 nach Johannesburg recht eng bestuhlt war und ich nicht sehr gut geschlafen habe.

Ich hatte unsere Umbuchung per SMS an Kwenda/Bushlore geschickt und Abholung & Transfer klappten tadellos. In Johannesburg ist es recht kühl und es geht ein Landregen, wie wir ihn von zu Hause kennen. Entspricht nicht ganz unserer Erwartungshaltung von Afrika.

Die Fahrzeugübergabe ging dann auch zügig von statten, da wir den Landcruiser selbst von vielen Reisen kennen und uns nur den für uns neuen Aufbau erklären lassen. Der Wagen ist fabrikneu und hat 80km auf dem Tacho. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich das gut oder schlecht finden soll. Hoffentlich mache ich keine Beulen und Kratzer in den Wagen. Die Ersten fallen immer ganz besonders auf. Bis auf das Dachzelt ist auch die gesamte Campingausstattung und Fahrzeugausrüstung noch originalverpackt.

Um nicht die ganze Strecke bis Louis Trichardt in einem Zug durchfahren zu müssen, haben wir beschlossen, unseren Großeinkauf in Polokwane zu machen und auf diese Weise ein wenig Abwechslung in den ansonsten langweilige Fahrtag zu bringen. Dumm nur, dass der Supermarkt dort schon um 17:00Uhr schließt. So geht es für uns im Laufschritt durch den Supermarkt und wir stellen beim Verpacken des Einkaufs natürlich fest, dass wir in der Hektik so einiges vergessen haben. Wenigstens hat es aber in der Zwischenzeit aufgehört zu regnen und wir können den Landcruiser wenigstens im trockenen beladen. Das Platzangebot auf der Pickup-Ladefläche ist gigantisch. Die zwei randvollen Einkaufswagen verschwinden darin ohne das es viel voller als vorher wirkt. Da könnten wir auch zu viert und doppelt so lange unterwegs sein. Das würde immer noch gut passen.

Um 17:30Uhr ist es dann schon dunkel und wir haben noch eine Stunde Fahrt vor uns. Unser erster Tag sieht also genau so aus, wie man den anderen im Forum immer abrät. 😎 😗

Unser erster Übernachtungsplatz ist dann die Zvakanaka Campsite, welche kurz hinter Louis Trichardt in den Bergen liegt. Glücklicherweise hatten wir schon im Vorfeld reserviert und so stehen wir nur kurz verunsichert vor dem verschlossenen Tor. Handyempfang gibt es hier auch nicht. Es kommt dann aber rasch jemand, da wir erwartet wurden und man den Wagen gehört hatte.

Zvakanaka ist der perfekte Stopover im Nordosten. Nahe der N1 gelegen, ohne dass man sie hört und sehr gut ausgestattet. Jeder Stellpaltz hat Licht, Wasser und eine eigene Küchenzeile. Die Duschen und Toiletten sind in Topzustand. Kurz sehen wir ein Stachelschwein

Zum Glück bleibt es dann auch beim abendlichen Braai trocken und wir stoßen erst einmal mit einem Sekt auf eine hoffentlich schöne Reise an. Dann landet eine große Boereworst auf dem Grill und dazu gibt es Salat. Leider fehlt dem Dressing Pfeffer, denn den haben wir u.a. beim Einkauf vergessen.

Das wir an diesem hektischen Tag nicht auch noch fotografiert haben, könnt Ihr sicher nachvollziehen. Ab dem nächsten Reisetag ist der Bericht dann aber auch bebildert.
Teil 310. Juni 2016

2.Tag (So. 15.05.2016)
Louis Trichardt – Gonarezhou National Park
371km

In der Nacht hat es wieder angefangen zu tröpfeln. Das erleichtert uns die Entscheidung ohne Frühstück aufzubrechen, damit wir zeitig in Beitbridge sind.

In Musima, dem letzten Ort vor der Grenze, holen wir noch schnell die vergessenen Einkäufe nach und tanken noch einmal voll.

Dann sind es nur noch wenige Kilometer zur Grenze und nach noch nicht einmal einer viertel Stunde haben wir Südafrika verlassen und rollen auf die Grenzanlagen von Zimbabwe zu.

Wir hatten uns bereits kurz vor unserer Abreise aus Deutschland mit den offiziellen Grenzhelfern der Zimbabwe Tourism Authority in Verbindung gesetzt. Von denen hatten wir eine Liste der benötigten Unterlagen und einen Telefonkontakt zu unserem Grenzhelfer Reginald bekommen. Wir hatten Reginald von Musima aus noch einmal kurz kontaktiert und jetzt kommt er uns schon entgegen gelaufen, als er den Bushlore-Wagen sieht.

Wir sind sehr froh Reginald zu unserer Unterstützung zu haben, denn für Außenstehende ist es absolut unersichtlich, wann man zu welchem Schalter muss. Es geht kreuz und quer durch verschiedene Gebäude, ohne dass ich ein System darin zu erkennen vermag. Ich möchte nicht wissen, wie lange es alleine dauert, sich durchzufragen, wann man wohin muss. Außerdem hat Reginald anscheinend die Lizenz zum Vordrängeln, denn er prescht überall an der Schlange vorbei direkt nach vorne zum Schalter. Interessanterweise regt sich niemand der in den Schlangen Wartenden darüber auf.

Ein Problem gibt es dann aber doch noch. Beim Zoll wird behauptet, wir hätten bei unserem letzten Besuch in Zimbabwe (Januar 2015) den Wagen nicht wieder ausgeführt. Das ist natürlich vollkommener Unsinn, aber bei dem hier überall herrschenden Zettel-Chaos wundert es mich nicht, dass in den Computersystemen wichtige Einträge fehlen. Ich diskutiere lange mit dem Zöllner, dass es damals gar nicht möglich gewesen wäre, das Land ohne das Fahrzeug zu verlassen und auch Reginald legt sich für uns ins Zeug. Ich habe den Eindruck, der Zöllner hat irgendwann einfach keine Lust mehr weiter zu diskutieren und ohne für uns ersichtlichen Grund, wird das Problem zu den Akten gelegt und wir können weiter. Es wird dann noch einmal lustlos in den Canopy geschaut und dann können wir auch schon einreisen.

Insgesamt kostet uns die Einreise 194,-$US
100,-$US Autoversicherung
2 x 30,-$US Visum
10,-$US Road Tax
9,-$US Bridge Toll
15,-$US Carbon Tax

Nach den ganzen Horrorgeschichten, die man auch hier im Forum immer wieder vom Grenzübergang Beitbridge hört und liest, hatte ich schon gehörigen Respekt vor dem was uns dort wohl erwartet und wir hatten einen halben Tag eingeplant. Tatsächlich waren wir trotz der Probleme beim Zoll in weniger als 2h in Zimbabwe eingereist. Der Service der Zimbabwe Tourism Authority ist tatsächlich kostenlos. Wir haben Reginald für die Unterstützung bei unserem Zollproblem jedoch ein Trinkgeld gegeben, ohne dass er auch nur eine Andeutung in dieser Richtung gemacht hätte.

Da wir noch einiges an Strecke vor uns haben, nehmen wir weder die kürzeste noch die schönste Strecke zum Gonarezhou National Park, sondern die Schnellste. Auf bestem Asphalt geht es auf der A4 zunächst nach Rutanga, wo wir noch einmal volltanken. Von dort geht es parallel zur Bahnstrecke bis nach Chikombedzi. Achtung: Chikombedzi ist auf der Reise-Knowhow-Karte falsch eingezeichnet (Chikombedzi liegt in Realität dort, wo in der Karte der Ort Matibis eingezeichnet ist). Der Ort ist aber gut ausgeschildert. Ganz anders dagegen der Nationalpark. Hier findet sich das erste Schild erst am Ortsausgang von Chikombedzi und weißt auf eine Piste die T4A nicht kennt. Es passt aber alles sehr gut und bald haben wir das Gate zum Nationalpark erreicht.

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Wir befinden uns hier in der Mwenezi Area des Nationalparks, benannt nach dem Fluss, welcher die Westgrenze des Parks bildet. Schon nach wenigen Kilometern zweigt der Weg zur Samalema Gorge von der Hauptpiste ab. Am Ende des Stichweges befindet sich ein kleiner Hide mit schönem Blick auf den Fluss.

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Eine wirkliche Schlucht kann man von hier aber nicht erkennen. Man sieht lediglich den Fluß zwischen Felsen verschwinden. Da man den Wagen für den Hide sowieso verlassen muss entscheiden wir für uns, dass man hier auch zu Fuß unterwegs sein darf und entschließen uns für eine kleine Wanderung entlang des Flusses. Tatsächlich können wir dann dort, wo der Fluss zwischen den Felsen verschwindet eine kleine, aber sehr schöne Schlucht mit vielen Strudeltöpfen entdecken. Ich finde es auf Safari immer sehr angenehm, wenn sich die Möglichkeit für einen Spaziergang bietet und man nicht die ganze Zeit im Auto sitzen muss.

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Auch zum Makwakwani Viewpoint machen wir noch einen Abstecher. Auch hier gibt es einen Hide, der jedoch hoch auf einem Felsen über dem Flussbett thront, so dass ein weiterer Spaziergang ausfällt.

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Vor lauter landschaftlicher Schönheit haben wir die Zeit vertrödelt. Wir müssen auch noch kurz für die Registrierung ins Headoffice des Parks und so findet der Sonnenuntergang ohne uns statt, kurz bevor wir unsere Campsite an den Rossi Pools erreichen.

Die Campsite an den Rossi Pools ist eine Exclusiv-Campsite. Das heißt zum einen, wir sind hier garantiert alleine, zum anderen, dass die Infrastruktur nur minimal ist - Plumpsklo, Hide und Feuerstelle. Es liegt sogar Feuerholz für uns bereit. Die Lage auf einer 30m hohen Klippe über dem Fluss ist ein Traum.

Tiere haben wir bislang nur wenige und nur in der Ferne gesehen. Impalas, Elefanten, Zebras und Wasserböcke. Es lohnte sich nicht auf den Auslöser zu drücken.

Zum Abendessen kommt ein gutes Rinderfilet auf den Grill. Dazu gibt es Gemüse süßsauer.

Wir hören immer wieder Schakale, sie lassen sich aber nicht blicken.
Teil 413. Juni 2016

3.Tag (Mo. 16.05.2016)
Gonarezhou National Park
172km


Über Nacht hat es zugezogen. Dadurch wirkt die fantastische Flusslandschaft am Mwenezi River leider nicht mehr so spektakulär wie am Vortag. Wir besuchen zunächst noch ein paar Viewpoints.

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Rossi Pools

Danach fahren wir den Malingani Loop. Hier zeigt sich eine ganz andere Landschaft. Der Weg führt durch eine offene Parklandschaft mit solitären Bäumen und weiten Grasflächen. Auch der Fluss präsentiert sich hier ganz anders. Sein Bett ist breit und sandig. Von Felsen keine Spur.

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Bedingt durch die offene Landschaft sieht man hier auch erheblich mehr Tiere. Allerdings sind sie sehr scheu, was wohl an der am anderen Flussufer befindlichen Hunting Area liegt.

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Frühstück wollen wir am Ironwood Lookout machen, müssen aber feststellen, dass dieser verfallen ist. So beschließen wir, noch weiter bis zur Nyamugwe Pan zu fahren, wo wir uns dann zum Essen installieren. Als der Tisch fertig gedeckt ist, fängt es an zu tröpfeln – ungünstiges Timing. Dummerweise steht der Wagen auch so, dass die Markise nicht zu nutzen ist. Als dann noch ganz in der Nähe Elefanten aufgeregt trompeten, ohne dass wir sie sehen, ist es mit der Gemütlichkeit endgültig vorbei, denn die Elefanten dieses Gebietes werden im Hupe als sehr aggressiv beschrieben. Auch eine Folge der Wilderei und der Hunting Area.

Dann machen wir uns auf den Weg über die Transitstrecke in die Save-Runde Area. Große Teile der Transitstrecke sind nicht auf T4A erfasst. Da heißt es dann wie in früheren Zeiten mit Karte, Kompass und Tacho zu navigieren.

Im Reiseführer wir die Transitstrecke als einsam, eintönig und Tier arm beschrieben. Einsam stimmt, aber wir sehen recht häufig Tiere und die Vegetationsformen wechseln mehrfach. Immer wieder liegen Äste oder sogar ganze Bäume auf der Strecke, die von Elefanten abgerissen oder umgeknickt wurden. Beim um- oder überfahren dieser Hindernisse verklemmen sich mehrfach Äste unter dem Wagen, die wir von dort wieder entfernen müssen.

Einige Kilometer bevor wir den Runde River erreichen öffnet sich die Landschaft. Das Buschland verschwindet und weicht großen einzeln stehenden Bäumen mit weiten Grasflächen dazwischen. Hier huscht plötzlich eine afrikanische Wildkatze vor uns über den Weg. Sie hält kurz inne, aber noch bevor ich die Kamera schussbereit habe, verschwindet sie hinter einer Kuppe und lässt sich auch nicht mehr blicken. 🙁

Kurze Duschpause im Chinguli Camp denn unser häutiger Übernachtungsplatz weißt solch einen Luxus nicht auf. Als bei Kathrin die Wasserzufuhr während des Duschens den Dienst einstellt, darf ich mich noch als Klempner betätigen. Glücklicherweise sind afrikanische Sanitärinstallationen auch für den Laien leicht zu durchschauen.

Die Strecke zum Chitowe Camp führt durch Galeriewald und über mit Baobabs bestandene Grasflächen entlang des Runde River, den wir dabei auch zweimal überqueren müssen. Die Landschaft gefällt uns sehr und wir können auch viele recht scheue Tiere entdecken. Die Furten durch den Runde River sind nicht allzu tief. Maximal Reifendurchmesser. Da bietet der Tiefsand des Flussbettes schon eine größere Herausforderung.

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Inzwischen kommt auch vereinzelt die Sonne raus und es sieht aus, als würde der Himmel noch weiter aufreißen.

Nach der zweiten Furt führt der Weg auf der Südseite des Runde River durch dichten Mopanebusch. Langweilig! Kurz bevor wir das Camp erreichen treffen wir auf einen Roadblock. Etliche Elefanten stehen auf dem Weg und sind genüsslich am Fressen. Wir warten und warten; die Sonne nähert sich so langsam dem Horizont und die Viecher bewegen sich nicht einen Millimeter von der Stelle. Wir wollen nicht schon wieder erst nach Sonnenuntergang das Camp erreichen und versuchen es mal wieder mit einem guten Trick, der häufig funktioniert - lautes Klatschen. Tatsächlich setzen sich die Dickhäuter umgehend in Bewegung und schon nach kurzer Zeit ist der Weg frei zum weiterfahren.

So schaffen wir es diesmal gerade noch rechtzeitig zum Sundowner zu unserem Übernachtungsplatz, dem Chitove Camp. Dies liegt in einem Feldkessel unter großen Bäumen direkt am Ufer des Runde River. Besser geht es kaum.

Schnell ist das Dachzelt ausgeklappt und wir können auf den ersten richtigen Sundowner dieser Reise anstoßen.

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Danach wird das Lagerfeuer entfacht und als genug Glut vorhanden ist, kommen leckere Lammkottelets auf den Grill. Dazu mache ich Gemüsereis.

Nachdem es dunkel geworden ist können wir mit der Taschenlampe unzählige Krokodile anhand der reflektierenden Augen im Fluss entdecken. Da muss das morgendliche Bad wohl ausfallen. 😎 Ganz in der Nähe hören wir Elefanten aufgeregt trompeten und in der Ferne grunzen die Hippos.

Das Highlight des Tages kommt aber erst nach dem Abendessen. In den großen Bäumen über uns entdecken wir einen Riesen-Galago beim herumturnen. Seine kleinen Verwandten kennen wir schon, aber der Riesen-Galago ist für uns eine Erstsichtung. 🤩
Teil 516. Juni 2016

4.Tag (Di. 17.05.2016)
Gonarezhou National Park
171km


Der Sonnenaufgang im Chitove Camp war sogar noch schöner als der gestrige Sunnenuntergang.

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Sowie der Feuerball am Himmel steht, verlassen wir unseren schönen Übernachtungsplatz und wechseln auf dem nahe gelegenen Chitove Causway wieder auf das Südufer des Runde River.

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Durch lichten Galeriewald fahren wir in der Nähe des Flusses weiter nach Osten und treffen bald auf zwei Elefantenbullen, die sich in aller Ruhe die schönsten Leckerbissen von den Bäumen holen. Da sich die beiden überhaupt nicht an unserer Anwesenheit stören, bleiben wir lange in Ihrer Nähe stehen und genießen das friedliche Schauspiel.

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Weiter geht es bis zum Zusammenfluss von Runde River und Save River, wo wir den östlichsten Punkt des Nationalparks erreichen. Man sieht vom Ufer aber nur eine riesige Sandfläche. Der Zusammenfluss selbst ist nicht zu sehen.

Durch dichtes Palmendickicht fahren wir dann weiter zur Tembwahata Pan, wo wir in Ruhe frühstücken. Ein perfekter Platz, an dem wir im angenehmen Schatten riesiger Bäume sitzen können und dadurch noch nicht einmal unsere Markise ausklappen müssen.

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Die praktische Außenküche ist ideal für ein Picknick unterwegs.

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Am Ufer der Pan und auf der stark zugewachsenen Wasserfläche tummeln sich jede Menge Wasservögel. Immer wieder sieht man auch Elefanten ans Wasser kommen.

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Wir hören und sehen auch Hippos. Es fällt uns schwer, wieder aufzubrechen.

Auf dem Chamuluvati Causeway überqueren wir ein weiteres Mal den Runde River. Das Flussbett ist hier eine gewaltige, rund einen Kilometer breite Sandfläche. Die seichte Wasserdurchfahrt ist überhaupt kein Problem, der weiche Tiefsand im Flussbett aber durchaus anspruchsvoll. Vor allem, da es immer wieder kleine Steilstufen zu überwinden gibt.

Bald erreichen wir die Machaniwa Pan, welche der Tembwahata Pan am anderen Ufer in keinster Weise nachsteht. Wir holen die Campingstühle raus und genießen die Natur. Auch hier gibt es jede Menge Wasservögel, Hippos und Elefanten.

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Unser nächstes Ziel sind die Chilojo Cliffs. Als erstes wollen wir die Aussicht von dort oben genießen. Die Landschaft wird hier deutlich trockener. Der Bewuchs geht in Mopanebusch über und auch Baobabs werden wieder häufiger.

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Es gibt kaum etwas unübersichtlicheres, als einen schmalen Track, der sich durch Mopanebusch schlängelt. So kommt, was kommen muss und wir platzen mitten in eine Elefantenherde. Zunächst einmal großer Schreck auf beiden Seiten und lautes Trompeten der Elefanten. Ich setze sofort zurück und nehme die nächste Lücke im Gebüsch um zu wenden. Das war auch gut so, denn plötzlich kommt ein Mitglied der Herde den Track entlang auf uns zugestürmt. Ich muss Vollgas geben, um uns aus der Gefahrenzone zu bringen, denn der Elefant verfolgt uns noch mehrere hundert Meter. Gut das ich schon gewendet hatte. Im Rückwärtsgang wäre ich wahrscheinlich nicht schnell genug gewesen. Solch eine Situation haben wir in 20 Jahren Afrika noch nicht erlebt. Während die Bullen auch hier in diesem Nationalpark recht entspannt sind, entsprechen die Herden der Warnung im Hupe.

Da uns der Weg durch die Elefanten versperrt ist und wir mit dieser Herde nicht noch einmal in Kontakt kommen wollen, nehmen wir einen größeren Umweg in Kauf. Am Viewpoint angekommen machen wir ausgiebig Picknick und genießen die spektakuläre Aussicht.

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In der Nähe des Fishans Camp treffen wir dieser auf das Ufer des Runde River. Ich entdecke einen Elefanten im Flußbett vor den Cliffs. Das Fotomotiv im Gonarezhou National Park schlechthin. Dummerweise dreht uns der Dickhäuter den Arsch zu. Das macht sich auf dem Foto natürlich nicht ganz so gut. Ich habe Geduld und werde nach einer halben Stunde belohnt. So komme ich noch zu meinem ersehnten Foto.

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Für heute Nacht haben wir einen Platz im Chinguli Camp gebucht. Als wir ankommen sind allerdings alle Plätze belegt. Kathrin klärt die Situation. Es ist eine Gruppe Südafrikaner im Camp, die nur eine Campsite gebucht haben, sich aber über mehrere Campsites breit gemacht haben. Als Kathrin unsere Buchung vorzeigt, wird sofort ein Stellplatz für uns freigeräumt.

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Das Chinguli Camp bietet insgesamt 5 Stellplätze. Jeder mit eigener Lapa, Grillstelle und Wasseranschluss. Von allen Plätzen hat man einen schönen Blick auf den Fluss Das zentrale Waschhaus hat saubere Toiletten und Duschen. Kathrin hatte auch eine warme Dusche. Meine Dusche war leider kalt, dabei bin doch ich der Warmduscher von uns beiden. Das ganze Camp wirkt sehr gepflegt. Es werden gerade kleine Gartenanlagen angelegt.

Während wir dem Tröten der Elefanten und dem Grunzen der Elefanten lauschen, grillen wir ein Rinderfilet und kochen dazu einige Gemsquash. Einfach gemacht und super lecker.
Teil 623. Juni 2016
5.Tag (Mi. 18.05.2016)
Gonarezhou National Park – Great Zimbabwe
296km


Zum Frühstück sind wir durch den, im Gegensatz zu den anderen Furten, sehr steinigen Chinguli Causeway zur Chilojo Cliff Picknick Site gefahren. In diesem beeindruckenden Ambiente schmeckt’s gleich noch viel besser.

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Ungeschickt wie ich bin, schaffe ich es mal wieder mich am Gaskocher zu verbrennen. Dafür habe ich echt ein Talent. 😣 Wenn ich abgelenkt bin fasse ich gern mal an heiße Metallteile, um den Kocher zu bewegen.

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Dieses Tierchen leistet uns Gesellschaft beim Frühstück.

Nach dem Frühstück heißt es Abschied nehmen vom Gonarezhou National Park. Hier hat es uns sehr gut gefallen. Die Tiere sind zwar scheuer als in anderen Parks, aber dafür ist die Landschaft umso beeindruckender. Außerdem gibt es viele traumhaft in der Natur gelegene Exclusiv-Campsites.

Die auffälligsten Tiere waren neben den Elefanten die Impalas. So lautstark wie hier haben wir die Tiere noch nie erlebt. Ich finde ja, dass die groben, krächzigen Laute überhaupt nicht zu diesen grazilen Antilopen passen.

Ein Merkmal im Gonarezhou National Park sind die künstlich angelegten Schutzzonen um die alten Baobabs. Damit will man verhindern, dass diese beeindruckenden Bäume von den Elefanten zerstört werden. Muss eine Heidenarbeit gewesen sein, um hunderte von Baobabs diese Schutzzonen zu errichten.

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Auf dem Weg zum Gate machen wir noch Abstecher zur Runde Gorge und zum Massasanya Dam. Leider zieht der Himmel immer mehr zu.

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Vom Gate nehmen wir einen Nationalpark-Mitarbeiter mit in die nächste größere Stadt, nach Chiredzi. Bei einem der zahlreichen Roadblocks mein er zu uns, „die Polizisten sind alle korrupt“. Wir als weiße Touristen würden davon nichts bemerken, denn es gibt Anweisung von höchster Stelle, diese wichtige Devisenquelle nicht zu belästigen. Die einheimischen Autofahrer werden dagegen fast immer angehalten. Diese Aussage sollte sich auch mit unseren Erfahrungen auf der Reise decken. Wenn wir überhaupt einmal angehalten wurden, dann für ein wenig Smalltalk. Außer der Frage nach Wasser wurden keinerlei Forderungen an uns heran getragen. Mit Wasser konnten wir immer gut behilflich sein.

Je näher wir der Gegend von Great Zimbabwe kommen, umso beeindruckender wird die Landschaft. Sie ist bestimmt von großen Granitbuckeln. Dazwischen verteilen sich überall kleinbäuerliche Gehöfte. So langsam löst sich auch die Bewölkung wieder auf.

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Ganz in der Nähe von Great Zimbabwe haben wir in Norma Jeanes Lakeview Resort eine Campsite reserviert. Wir kommen um 15:00Uhr an, checken nur kurz ein und fahren dann gleich weiter nach Great Zimbabwe. Das sind nur weniger Kilometer.

In Great Zimbabwe machen wir uns als erstes an dem Aufstieg zum Hill-Komplex, welcher auf dem Gipfel eines riesigen Grant-Kopjes liegt. Auf halber Strecke kommt uns eine einheimische Familie entgegen. Der Familienvater begrüßt mich überschwänglich mit „Hello my friend“, nimmt mich in den Arm und macht ein Selfie. Seine Frau fotografiert ebenfalls. Eine sehr witzige Situation, vor allem vor dem Hintergrund wie hier im Forum teilweise über das Fotografieren von Menschen diskutiert wird. Ich glaube über das Recht am eigenen Bild macht sich in Afrika niemand Gedanken. Das Selfie mit Muzungu hat mit Sicherheit auch schon die Runde im weiteren Bekanntenkreis des Fotografen gemacht. Ich fand die Situation sehr witzig. Was mich einzig tierisch ärgert ist, dass Kathrin und ich in dem Moment so überrascht und perplex waren, dass wir ganz vergessen haben selbst Fotos zu machen. 🙁 Wirklich schade, zumal auch noch zwei sehr niedliche Kids zu der Familie gehörten und unsere Begegnung mit großen Augen verfolgten.

Dann trennten sich unsere Wege wieder und wir folgten dem immer schmaler werdenden Treppenweg zum Gipfel.

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Nach insgesamt einer viertel Stunde waren wir oben und stromerten kreuz und quer durch die weitläufige Anlage, die teilweise einem Labyrinth aus natürlichem Fels und von Menschen errichteten Mauern gleicht. Ich liebe es selbstständig solche Anlagen zu erkunden und in alle Ecken zu kriechen. So versuche ich mich immer in das Leben der ehemaligen Bewohner zu versetzen.

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Vom Hill-Komplex aus hat man einen beeindruckenden Blick auf das in der darunter liegenden Ebene befindliche Great Enclosure, welches das Wahrzeichen Great Zimbabwes ist.

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Wir machen uns auf den Weg, ist es doch unser Ziel, den Sonnenuntergang in der Ebene zu erleben.

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Ist der ältere Hill-Komplex ganz klar auf Verteidigung ausgelegt, so ist das offen in der Ebene liegende Great Enclosure ein repräsentatives Bauwerk, welches Dominanz und Macht ausstahlen sollte. Es wurde in der Blütezeit von Great Zimbabwe errichtet.

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Wie schon beim Hill-Komplex wurden auch die Mauern des Great Enclosures als Trockenmauern ohne Mörtel oder andere Bindemittel aufgeschichtet. Häufig wurden Schmuckelemente in die Mauern eingefügt. Man findet keine geraden Linien. Alles ist leicht geschwungen und wirkt sehr organisch.

Das Great Enclosure ist größer und wuchtiger. Besser gefallen hat uns aber der Hill-Komplex

Inzwischen ist schon der Mond aufgegangen und kurz darauf macht sich die Sonne an ihren Untergang, wobei sie das ganze Gelände noch einmal in schönes goldenes Licht taucht.

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Zurück in Norma Jeanes Lakeview Resort installieren wir schnell unser Dachzelt und genießen die erstklassigen Sanitäranlagen. Danach lassen wir uns im Restaurant verwöhnen. Nach den Fleischorgien der letzten Tage entscheiden wir uns für Fisch. Sehr lecker und auch sehr gemütlich. Allerdings fühlt man sich nicht wie in Afrika, sondern wie in einem englischen Herrenhaus. Alles very british hier.
Teil 724. Juni 2016

6.Tag (Do. 19.05.2016)
Great Zimbabwe – Lake Chivero
344km


Heute steht eine reine Überführungs-Etappe in Richtung Norden an.

Bevor es aber so richtig auf Strecke geht, fahren wir in Masvingo zum Einkaufen. Dort gibt es einen sehr gut sortierten Pick’n Pay, der sogar Kreditkarte nimmt. Zu unserer großen Freude bekommen wir hier sogar Krokodil, was ein wenig Abwechslung auf dem Grill verspricht. Ich hätte gern auch noch Ziege zum Grillen gekauft, aber Kathrin hat da Ihr striktes Veto eingelegt und der Frieden im Auto ist wichtiger als ein leckeres Ziegen-Kottelet.

Info: Nach unserem Gefühl ist das Preisniveau in Zimbabwe etwas höher als in Südafrika, was wahrscheinlich daran liegt, dass die meisten Artikel von dort importiert werden müssen. Spar scheint sich aus Zimbabwe zurückgezogen zu haben. Alle Sparmärkte, die wir sehen, sind geschlossen. Pick’n Pay sowie deren Tochter-Unternehmen TM scheinen dagegen zu expandieren.

Dann geht’s los in Richtung Harare. Entlang der Hauptstraßen liegt sehr viel Müll. Vor allem auf den Parkplätzen. Es handelt sich durch die Bank um „Wohlstandsmüll“. In erster Linie Verpackungsmüll aus den Supermärkten. Das kenne ich aus den ärmeren afrikanischen Ländern ansonsten nicht, da dort diese Rohstoffe viel zu kostbar zum Wegwerfen sind und deshalb recycelt werden.

Die meiste Zeit ist es stark bewölkt, was für die Fahrt ganz angenehm ist.

In Harare brauchen wir nicht durch die Innenstad fahren, sondern werden von unserem Navi durch die Randbezirke gelotst. Die Gegend ist größtenteils sehr ärmlich, aber es herrscht ein Gewusel, wie in einem Bienenstock. Jeder versucht irgendwie seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Müßiggang ist hier nirgends zu sehen. Als Außenstehender auf der Durchreise sehr interessant, Leben möchte man unter solchen Umständen aber auf keinen Fall.

Zur Übernachtung haben wir uns heute die Campsite des Kuimba Shiri Bird Gardens direkt am Ufer des Lake Chivero ausgesucht. Eine Gute Wahl. Wir stehen allein auf einer großen, von Bäumen beschatteten Wiese mit Blick auf den See.

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Nachmittags schauen wir uns den netten Vogelpark an. Garry, der british stämmige Besitzer des Vogelparks, ist der einzige Falkner südlich der Sahara und zeigt vor dem Restaurant täglich eine Flugshow. Dabei geht es darum, den Besuchern die natürlichen Verhaltensweisen der Raubvögel näher zu bringen.

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Interessant ist dieser African Harrier-Hawk (Danke Bele). Er plündert in erster Linie Webervogelnester. Um das zu zeigen wurden extra künstliche Webervogelnester an die Bäume gehängt und mit Ködern bestückt.

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Darüber hinaus können wir noch Habichte, Falken und Seeadler bei der Jagd sehen. Beim Seeadler hat leider der Autofocus nicht mitgespielt. Sehr schade.

Den kleinen Oscar durften wir dann auch mal selbst auf der Hand halten. Niedliches Kerlchen.

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Oscar

Zum Dinner landete mal wieder eine Boerewoorst auf dem Grill. Dazu gab es Gemüsereis.
Teil 828. Juni 2016
7.Tag (Fr. 20.05.2016)
Lake Chivero – Mana Pools National Park
390km


Wie immer sind wir noch vor Sonnenaufgang auf den Beinen. Hier auf über 1.400m Höhe ist es eiskalt. Beim Zeltabbau spüre ich kaum noch meine Finger. Vom See steigt dichter Nebel auf.

Sowie die Sonne rauskommt wird es aber rasch wärmer uns so müssen wir auch heute nicht beim Frühstück frieren.

Dann geht’s los. Unser Navi will uns hartnäckig über Harare führen, was völliger Blödsinn ist. Ich verbiete im den Mund und wir fahren auf feinstem Asphalt via Murombedzi direkt nach Chinhoyi. Unterwegs kaufen wir am Straßenrand noch frisches Gemüse.

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In Chinhoyi unterbrechen wir die Fahrt, um uns die gleichnamigen Höhlen anzusehen. Bei den Chinhoyi Caves handelt es sich um mehrere, durch Höhlengänge miteinander verbundene, Dolinen. Von oben fällt Tageslicht hinein, es wachsen Bäume und auf dem Grund befindet sich ein tiefblauer über 100m tiefer Teich. Leider fällt zu dieser Jahreszeit nur für wenige Minuten am Tag das Sonnenlicht bis auf den Boden der Höhle und bringt den Teich zum leuchten. Diesen Moment haben wir leider verpasst.

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Sehr schön ist, dass man die Caves auf eigene Faust erkunden kann.

Auf der A1 in Richtung sambischer Grenze herrscht dann dichter LKW-Verkehr.

Wir erreichen das Zambesi-Escarpment und halten an um den Blick über das weite Tal des Zambesi schweifen zu lassen. Den Fluss selbst können wir von hier oben noch gar nicht erkennen.

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Gleich nach Erreichen des Talgrunds zweigt die Zufahrt zum Mana Pools National Park ab. Jetzt geht es 80km auf sehr ruppiger, meist einspuriger Piste, mit vielen Löchern und starkem Wellblech bis zur Campsite am Ufer des Zambesi.

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10km vor unserem Ziel verstecken sich Elefanten im dichten Mopanebusch entlang der Piste und reagieren recht ungehalten als wir passieren wollen. Mal wieder eine Schrecksekunde. Mein Verhältnis zu den Dickhäutern bleibt zwiespältig.

Beim Headquarter angekommen checken wir als erstes auf der Campsite ein. Wir bekommen den Platz Nr.9 zugewiesen, welcher sehr schön direkt am Flussufer liegt, gleichzeitig aber auch in der Nähe der Abloutions. Den Nationalpark-Eintritt können wir hier mit Visa zahlen. Feuerholz gibt es hier ebenfalls zu kaufen.

Wir richten uns kurz ein und machen dann noch eine kurze Pirschfahrt zum Mana Mouth, wo wir den Sonnenuntergang erleben wollen. Dieser ist heute dann eher unspektakulär, da keinerlei Wolken am Himmel sind und der Feuerball sang- und klanglos hinter den Bergen am gegenüber liegenden Ufer verschwindet.

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Kaum ist die Sonne weg, verlassen schon die ersten Hippos das Wasser.

Zurück auf der Campsite entfachen wir dann als erstes unser Campfire, damit wir später ausreichen Glut für den Braai haben. Als Vorspeise grillen wir das Krokodil. Es ist das erste Mal, dass ich dieses Fleisch selbst grille und ich bin froh, dass ich anscheinend die richtige Zeit über der Glut treffe und es hervorragend schmeckt. Dass Lamm, welches wir dann als Hauptgang auf den Grill schmeißen muss allerdings an Altersschwäche gestorben sein. So etwas Zähes hatten wir schon lange nicht mehr. Zum Glück gelingt das Ratatouille dazu sehr gut. Am Ende sind wir wie immer pappsatt und glücklich.

Wir sitzen dann noch einige Zeit am Campfire und hören dabei immer wieder Elefanten tröten. Im Licht der Taschenlampen sehen wir in einiger Entfernung eine große Herde Impalas. Insgesamt war die Tierausbeute aber noch nicht so berauschend.
Teil 901. Juli 2016
8.Tag (Sa. 21.05.2016)
Mana Pools National Park
78km


Auf unserer Fotofalle können wir sehen, dass nachts eine Hyäne unser Camp besucht hat. Davon haben wir im Zelt nichts mitbekommen. Dafür sind wir aber öfters aufgewacht, weil die Hippos und Impalas einen Heidenlärm gemacht haben. Vor allem Impalas haben wir noch nie so lautstark erlebt, wie hier im Mana Pools National Park.

Der Sonnenaufgang ist wie aus dem Bilderbuch.

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Leider zieht dann mit Beginn des Morgen-Gamedrives eine dünne Schichtbewölkung auf. Diese schafft ein sehr diffuses Licht, so dass alle Konturen und Kontraste verblassen. Da wir bei der Runde auch keine spektakulären Sichtungen haben, drücke ich auf dem gesamten Gamedrive genau einmal auf den Auslöser meiner Kamera.

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Kaum sind wir zurück im Camp, setzt sich die Sonne durch. 😵

Wenn man in Reiseberichten und in Reiseführern über die Mana Pools liest, bekommt man immer den Eindruck, man müsse für Tiersichtungen die Campsite überhaupt nicht verlassen. Wir sehen den ganzen Tag über genau ein Tier. Eine diebische Meerkatze, die versucht uns beim Brunch zu bestehlen, was wir aber erfolgreich verhindern können.

Wir verbringen den Tag lesend am Flußufer. Entspannung pur.

Um 15:00Uhr starten wir zum nachmittäglichen Gamedrive. Von anderen Campern, die die letzte Nacht auf der BBC-Campsite verbracht haben, wissen wir, dass sie dort Löwenbesuch hatten. Somit ist die BBC-Campsite unser erstes Ziel. Wir werden auch fündig. Unter einem Baum mit tief hängenden Ästen und im hohen Gras darum liegt ein großes Rudel. Allerdings alles ziemlich magere Tierchen. Die Futtersituation scheint derzeit nicht die Beste zu sein.

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Allzu groß ist der Aktionsradius für Gamedrives im Mana Pools National Park nicht. Wenn man alle Möglichkeiten nutzt kommt man auf eine Runde von nicht ganz 40km. Heute morgen sind wir die Runde im Uhrzeigersinn gefahren. Jetzt fahren wir sie gegen den Uhrzeigersinn.

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Es gibt hier im Nationalpark mehrere Teiche, die komplett mit Wasserhyazinthen zugewachsen sind. Im ersten Moment meint man vor einer großen saftigen Wiese zu stehen. Allerdings nur so lange, bis sich irgendwo der Kopf eines Hippos durch das Grün erhebt.

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Der Gamedrive endet dann wieder am Mana Mouth, der unserer Ansicht nach schönste Sundownerplatz im Nationalpark. Durch die Wolken am Himmel ist er auch gleich viel schöner als am Vortag. Auf einer vorgelagerten Insel im Zambesi stehen 3 Elefanten. Passt in jedes Afrika-Klischee.

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Als wir nach dem Abendessen am Lagerfeuer sitzen, knackt es plötzlich laut hinter dem Wagen. Im Licht der Taschenlampe sehen wir dort einen Elefanten stehen, der genüsslich Äste von den Bäumen rupft. Genauso lautlos wie er erschienen ist, verschwindet er wieder.
Teil 1006. Juli 2016
9. Tag (So. 22.05.2016)
Mana Pools National Park
78km


Wie am Vortag haben wir wieder einen traumhaften Sonnenaufgang. Der Wasserstand des Zambesi ist über Nacht deutlich gesunken, so dass jetzt mitten im Fluss Vögel stehen. Wahrscheinlich haben Sie aufgrund des geringeren Stromverbrauchs am Wochenende den Kariba-Damm gedrosselt.

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Beim Morgen-Gamedrive entdecken wir im dichten Galeriewald des Mana-Rivers einen einzelnen Löwen auf der Wanderschaft. Er würdigt uns keines Blickes und geht zügigen Schrittes seinen Weg, der zu unserem Glück eine ganze Zeit parallel zu unserer Fahrspur verläuft. Da er nicht ein einziges Mal anhält, sind leider nur Fotos aus dem fahrenden Auto möglich. Aber wir sind froh, überhaupt einen Löwen gesehen zu haben (und dann auch noch einen so aktiven), zumal es in der dichten Vegetation sowieso sehr schwer ist, Tiere zu entdecken.

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Das Frühstück nach dem Gamedrive gestaltet sich sehr schwierig, da ein starker und kühler Wind aufkommt. Unsere Gaskocher haben keinen Windschutz und so dauert es sehr lange, bis Heißgetränke und Omelett auf dem Tisch stehen. Aber wir haben ja Zeit. In Sachen Tiere ist auch heute wieder tote Hose auf der Campsite. Einzig die diebische Meerkatze kommt wieder vorbei. Heute ist sie erfolgreich und entkommt mit einer gestohlenen Zwiebel.

Beim Gamedrive am Nachmittag sehen wir ungewöhnlich viele Mangusten. Zwergmangusten und Zebramangusten. Leider wuseln die Tierchen im dichten Unterholz so sehr herum, dass kein einziges Foto gelingt.

Aber auch ansonsten sehen wir einiges an Tieren, wenn auch nichts Spektakuläres.

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Natürlich sehen wir auch wieder viele Elefanten. Was uns auf dieser Reise auffällt ist, dass wir bislang noch nicht ein einziges Mal das typische Kollern der grauen Riesen gehört haben, dafür aber sehr häufig das aufgeregte Trompeten.

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Zum Sundowner fahren wir wieder zum Mana Mouth, da dies der einzige Zugang zum Sambesi außerhalb der Campsite ist und die Sonne hinter den sich am gegenüber liegenden Ufer befindlichen Bergen untergeht.

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Die Dämmerung ist gerade vorbei, wir sitzen am Lagerfeuer und sind am Grillen und Kochen, da steigt ganz in der Nähe von uns ein Hippo aus dem Fluss und marschiert nur wenige Meter von uns entfernt zu seinen Weidegründen im Hinterland. Gleichzeitig fangen auch die Löwen an zu brüllen. Heute scheinen sie ganz in der Nähe zu sein.

Allein solche Abende wären für mich schon Grund genug um immer wieder nach Afrika zu reisen. Was gibt es schöneres als mit einem GinTonic in der Hand am Lagerfeuer zu sitzen und den Geräuschen der afrikanischen Nacht zu lauschen.
Teil 1108. Juli 2016
10.Tag (Mo. 23.05.2016)
Mana Pools National Park – Kariba
228km

Heute werden wir die Mana Pools wieder verlassen. Vorher begeben wir uns aber noch ein letztes Mal auf die übliche Gamedrive-Runde. Es ist wieder mal bedeckt, aber in Sachen Tieren sind wir ganz zufrieden.

In der Richtung, wo wir die letzte Nacht die Löwen brüllen hörten werden wir auch recht bald fündig. Als erstes entdecken wir zwei spielende Cups. Die Mutter liegt unter einem Baum und scheint ganz zufrieden damit, dass sich die Kids allein beschäftigen. Nur ein paar hundert Meter weiter liegt ein weiterer Löwe. Erst als ich mir die Fotos zu Hause auf einem größeren Bildschirm ansehe, bemerke ich, dass der ärmste kurz vorher ordentlich was auf die Nase bekommen hat. Er blutet noch aus mehreren Wunden.

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Auf dem restlichen Gamedrive sehen wir zwar noch einiges an Tieren, aber nichts Spektakuläres. Das meist schlechte Licht lässt auch keinen Spaß am fotografieren aufkommen.

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Bevor wir uns auf den Weg machten, genossen wir noch einen letzten Brunch am Fluss.

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Fazit Mana Pools:
Nach den vielen Berichten, die ich von diesem Nationalpark gehört und gelesen habe, war die Erwartungshaltung natürlich sehr hoch. Erfüllt wurde sie leider nicht. Von den so viel beschriebenen Tiermassen auf der Campsite war nichts zu sehen. Es war dort sogar ausgesprochen tierarm. Die Möglichkeiten zum Gamedrive sind sehr eingeschränkt. Wenn man das gesamte Wegenetz in Anspruch nimmt, kommt man auf eine Runde von 40km. Die sind wir jeden Tag 2x gefahren. Einmal im Uhrzeigersinn und einmal gegen den Uhrzeigersinn. Ist mit der Zeit auch ziemlich eintönig. Die Tierdichte hielt sich auch auf den Gamedrives in Grenzen. Den Zambesi kann man außer auf der Campsite nur am Mana Mouth erreichen. Alle weiteren Zufahrten zum Ufer führen zu Camps und Lodges und sind nur für deren Gäste erlaubt. Dann hatten wir auch noch großes Pech mit dem Wetter. Da fühlten wir uns schon ziemlich verarscht. Jeden Tag lief es nach dem gleichen Schema ab. Nach einem spektakulären Sonnenaufgang zog schnell Schichtbewölkung auf, so dass sehr schlechtes Fotolicht herrschte. Von 10:00Uhr bis 15:00Uhr (also die Zeit, die man im Camp verbringt) waren die Wolken dann verschwunden und es kam starker Wind auf. Pünktlich zum nachmittäglichen Gamedrive zog es dann wieder zu und erst zum Sundowner verschwanden die Wolken wieder. Sicherlich werden wir den Mana Pools eine zweite Chance geben, auf der Liste meiner Reiseziele in Afrika ist dieser Nationalpark aber erst einmal ziemlich weit nach hinten gerutscht. Dies auch vor dem Hintergrund, dass er einer der teuersten Nationalparks ist.

Den krönenden Abschluss hatten wir dann bei der Ausfahrt am Gate. Wir hatten nicht unser gesamtes im Nationalpark gekauftes Holz verbraucht und somit ein Bündel auf dem Dach. Der Ranger behauptete steif und fest, es sei nicht erlaubt Feuerholz aus dem Park mitzunehmen. Unsere Quittungen für das Holz interessierten ihn nicht. Auch konnte er uns nirgends zeigen, wo eine solche Regel festgeschrieben sein soll. Er weigerte sich stumpf die Schranke zu öffnen, wenn wir das Holz nicht abladen. Er drohte uns sogar mit Strafen, sollten wir weiter diskutieren. Feuerholz für 5$ war das nicht wert und so ließen wir das Feuerholz am Gate.
Zu dieser Situation kamen mir gleich wieder die Worte des Kängurus in den Sinn: „Ein Idiot in Uniform ist immer noch ein Idiot.“ 😠
Wir haben später in anderen Nationalparks die Ranger vorsichtshalber wegen einer solchen Regelung nachgefragt. Niemand kannte eine solche Regelung. Glücklicherweise war das aber unser einziges Problem mit einem Uniformträger auf dieser Reise. Alle Anderen waren sehr nett, höflich und korrekt. War also nur ein individuelles und kein systemisches Problem.

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Die Strecke nach Kariba führt durch nettes Hügelland. Der Busch ist herbstlich gefärbt.

In Kariba machen wir im TM-Supermarkt unseren letzten Großeinkauf dieser Reise. Der Supermarkt ist sehr gut sortiert und nimmt auch Kreditkarte. Wir bekommen alles, was wir benötigen.

Dann noch kurz den Observation Point besucht, um einen Blich auf die Staumauer zu werfen.

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Die von uns als erste angesteuerte Kashinga Lodge ist geschlossen. Uns wurde gesagt, wegen Renovierung. Niemand konnte uns sagen, wie lange die Schließung andauern soll. Als Ausweichziel fuhren wir dann nach Lomagundi.

Hier trafen wir dann die Montangos. Wir hatten uns schon im Voraus im Forum locker verabredet, aber ob solch eine Verabredung beim Reisen in Afrika auch klappt, ist dann doch immer einer gewissen Unsicherheit unterworfen.

Wir verabredeten uns dann für später, da die beiden kochen wollten und wir mal eine Abwechslung zu unserer Fleischdiät brauchten und deshalb das Restaurant des Platzes aufsuchten, um mal wieder Fisch zu essen. Das bietet sich hier direkt am Kariba-See an. Durch den niedrigen Wasserstand des Sees liegt das Restaurant allerdings nicht mehr direkt am Ufer, sondern einige hundert Meter davon entfernt.

Nach dem Essen verbringen wir einen netten Klönabend mit Marianne und Frank. Es gibt viele Informationen auszutauschen und von Erlebnissen auf den Reisen zu berichten. Wir kommen so erst spät ins Bett. Da sind wir dann so müde, dass uns auch die laute Musik, die aus der nahe liegenden Ortschaft herüber schallt, nicht davon abhalten kann, tief und fest zu schlafen.
Teil 1212. Juli 2016
11.Tag (Di. 24.05.2016)
Kariba – Matusadona National Park
275km


275km hören sich nicht viel an für eine Tages-Etappe. Bei dieser Strecke war es aber das Limit. Wir waren den ganzen Tag unterwegs, haben keine größeren Pausen gemacht und waren trotzdem erst eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang auf der Campsite.

Wir nehmen die direkte Strecke, welche zunächst entlang des Kariba-Sees und dann durch die Hügel südlich davon führt. Überwiegend ist die Strecke eine gut zu befahrende einspurige Schotterstraße. Einzig am Pass, wo es vom See in die Hügel geht, wird die Strecke zwischenzeitlich etwas ruppiger. Die Landschaft gefällt uns sehr. Es herrscht herbstlich gefärbter Laubwald vor. Immer wieder hat man Ausblicke auf den See.

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In den Hügeln kommen wir in das Siedlungsgebiet der Tonga. Eine sehr pittoreske Gegend. Überall sieht man kleine Gehöfte, welche aus mit Reet gedeckten Rundhütten bestehen. Schon bald kommen wir auf die Hauptstrecke von Karoi nach Binga, was aber nicht heißt, dass die Strecke besser zu befahren ist. Bis zur Senyati-Brücke ist sie sogar schlechter. Danach lässt sie sich bis zum Abzweig zum Nationalpark aber sehr gut fahren.

Die Zufahrt zum Nationalpark ist dann mit das Heftigste, was ich bislang in Afrika gefahren bin. Fußball großes Geröll, Felsstufen, steile Auf- und Abfahrten, extreme Schräglagen und tiefe Löcher, in die man auf keinen Fall hinein geraten durfte, machen uns zu schaffen. Dazu kommt noch, dass viele Passagen dicht mit hohem Gras zugewachsen sind, so dass man den Untergrund nicht erkennen kann. Bislang war in Afrika noch kein Nationalpark so schwierig zu erreichen. Die Zufahrt konnte es locker mit den schwierigsten Felsstrecken Namibias (van Zyls Pass + Kunene River Road) aufnehmen. Zum fotografieren hatte ich nur selten Zeit und Muße.

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Hin und wieder verirrt sich auch eine Tse-Tse Fliege ins Auto.

Bei einer der vielen Furten sehen wir ein paar Klippspringer im felsigen Flussbett. Wie sie so flink von einem Felsen zum anderen Felsen springen, zeigen sie deutlich, womit sie sich Ihren Namen verdient haben.

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Am Gate konnten wir dann feststellen, dass wir die ersten Besucher nach dem Ende der Regenzeit waren. Das soll auch den sehr schlechten Zustand der Zufahrt erklären. In Kürze sollen zumindest die gröbsten Folgen der letzten Regenzeit ausgebessert werden.

Im Nationalpark selbst sind die Strecken dann zumindest ein bisschen besser.

Als wir endlich die Tashinga Campsite erreichen ist diese bereits besetzt – von 5 Elefantenbullen, die sich das saftige Gras am Ufer schmecken lassen. Was für ein Empfangskomitee.

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Schnell ist das Zelt aufgebaut und der Sundowner aus dem Kühlschrank geholt. Hier braucht man zum Sundowner nicht mehr weg zu fahren. Die Campsite ist einer der besten Sundownerplätze die wir kennen. Zusammen mit einer Herde Impalas und einem Schakal erleben wir den perfekten Sonnenuntergang.

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Der Mond geht inzwischen erst sehr spät auf, so dass wir in den ersten Stunden der Nacht den typisch afrikanischen Sternenhimmel genießen dürfen.

Erstmals auf dieser Reise wimmelt es nachts nur so vor Insekten. Das nervt schon ein bisschen.

Nach dem Abendessen gibt es wieder Bush-TV. Zwischendurch entdecken wir zwei afrikanische Wildkatzen und über dem See geht die beeindruckendste Sternschnuppe nieder, die ich je gesehen habe. Zum Schluss zerbricht sie sogar in mehrere Teile bevor sie verglüht. Aufgrund schlechter Erfahrungen wünsche ich mir ganz ausdrücklich nichts.
Teil 1318. Juli 2016
12.Tag (Mi. 25.05.2016)
Matusadona National Park
52km


Sonnenaufgang as it’s best. Wir starten dann auch zeitig unseren Gamedrive.

Unser erstes Ziel ist der Elefant Point. Hier gefällt es uns dann so gut, dass wir nicht nur unser Frühstück hier einnehmen, sondern fast den gesamten Tag hier verbringen. Im Campingstuhl sitzen, lesen und dabei die Tiere beobachten, die hier zahlreich auf Nahrungssuche sind. Wir können vor allem jede Menge Elefanten beobachten, aber auch Impalas, Paviane und Hippos. Dazu noch die ertrunkenen Wälder, die das gesamte Ufer säumen. Ein surrealer Anblick.

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Unsere ursprüngliche Planung war noch weiter nach Osten zu fahren. Der wird aber auf einen anderen Besuch in diesem Nationalpark verschoben, wenn wir auch die Zeit haben, dort zu übernachten. Das Hinterland, durch das der Weg führt ist nämlich nicht sehr attraktiv. Der Weg führt die ganze Zeit durch dichten Busch und so hat man sehr schlechte Karten, wenn es darum geht, Tiere zu entdecken. Auf dem Uferstreifen ist das dagegen überhaupt kein Problem. Hier tummeln sich aufgrund des nahrhaften Grases zahlreiche Tiere und sind schon von weitem zu entdecken.

Man fragt sich schon, weshalb die Wege so unattraktiv durch den Busch gelegt werden, anstatt entlang des Ufers. Die Topografie des Geländes würde das fast überall zulassen. Hier ist auf jeden Fall noch Verbesserungspotential bei der touristischen Infrastruktur. Die Halbinsel Elephant Point bietet als einziger Bereich solch einen Uferweg.

Der Uferweg führt dann allerdings mitten durch eine Lodge und wir sind uns gar nicht sicher, ob es hier weiter geht. Da kommt auch schon Peter, der Manager auf uns zu und lädt uns zu einem Drink ein. Sehr nett, und genauso nett fragt er zwischendurch, ob wir denn an der Abzweigung vom Hauptweg gar nicht das Schild gesehen hätten. Ich frage „welches Schild?“ und er sagt, dort sollte eigentlich ein Schild stehen, dass Elephant Point eine Private Concession ist und Zutritt nur für Gäste der Lodge erlaubt ist. Solch ein Schild hatten wir in der Tat nicht gesehen und Peter nimmt das zum Glück auch sehr locker. Stolz zeigt er uns nach dem Drink die Rhino Lodge. Hier könnten wir uns auch sehr gut vorstellen ein paar Tage zu verbringen. Der Stil der Lodge gefällt uns sehr gut. Alles ist so gut wie möglich in die Natur integriert und sehr einfach gehalten, ohne dass man irgendetwas vermissen würde. Überflüssigen Schnickschnack sucht man allerdings vergeblich. Besonders gut gefällt uns, dass man nicht in geschlossenen Zelten oder Chalets schläft, sondern in offenen Unterständen unter Moskitonetzen. Näher kann man der Natur nicht sein. Neben Game- und Bird-Walks sowie Gamedrives werden viele Aktivitäten auf dem Wasser angeboten. Es werden vor allem Bootsausflüge entlang des Ufers durchgeführt, da man hier wie gesagt, die meisten Tiere sieht und es keine Wege gibt. Mittels Boot wird man als Gast auch von Kariba zur Lodge gebracht. So spart man sich die anstrengende Anreise, denn über das Wasser sind es lediglich 60km von Kariba und so dauert die Überfahrt gerade mal etwas über eine Stunde.

Wir wollen die Lodge bei Gelegenheit auf jeden Fall mal für ein paar Tage besuchen.

Wir verabschieden und dann von Peter und setzen den Weg entlang des Ufers fort. Dabei sehen wir auch dieses arg ramponierte Hippo. Das arme Tier scheint bei einem Rivalen ganz schön unter die Räder gekommen zu sein.

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Am Nachmittag sind wir zurück auf unserer Campsite. Für Unterhaltung sorgen zwei Schirrantilopen, welche sich nur wenige Meter entfernt im dichten Gebüsch aufhalten.

Ich nutze die Zeit und mache die beiden auf dem Dach befindlichen Reservekanister leer. So kommt der Schwerpunkt um einiges nach unten, was bei den starken Schräglagen auf der Strecke das Fahren um einiges angenehmer macht.

Der Sonnenuntergang beschert uns einen ganz anderen Anblick als gestern. Herrlich wie abwechslungsreich hier selbst die Sonnenuntergänge sind.

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Zum Abendessen gibt es Boereworst mit Rosmarin-Kartoffeln.

Leider hat es dann wieder sehr viele Insekten. Die nerven besonders beim Lesen mit einem E-Reader extrem, da sie ständig die Seiten umblättern.
Teil 1420. Juli 2016
13.Tag (Do. 26.05.2016)
Matusadona National Park – Binga
261km


Gleich nach dem Frühstück haben wir uns auf den Rückweg in die Zivilisation gemacht. Wir wollen die schwierige Strecke in aller Ruhe und ohne Zeitdruck über die Bühne bringen. Jetzt, mit dem niedrigeren Schwerpunkt und dem Wissen, was uns erwartet, fand ich die Strecke schon wesentlich entspannter zu fahren.

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Zurück auf der Hauptpiste von Karoi nach Binga, lassen sich die ersten 40km sehr gut fahren. Dann wird die Piste recht unschön. Viele plötzlich auftauchende Löcher und Auswaschungen. Insgesamt sehr holperig.

Das Gebiet ist landwirtschaftlich geprägt. Man sieht aber auch, wie groß hier für die Bauern das Risiko von Wildschäden ist. Überall stehen zwischen den Feldern Wachtürme und darüber hinaus sind viele Felder von einem dichten Wall aus Dornenbüschen umgeben.

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Zwischendurch werden wir von unserem Navi einmal kräftig in die Irre geleitet. Wo die Hauptpiste einen Bogen macht, zeigt das Navi eine Abkürzung. Diese Abkürzung findet sich auch in der Karte; dort sind beide Pisten sogar gleichrangig eingezeichnet. Wir machen den Fehler und lassen uns darauf ein. In der Praxis sieht es dann so aus, dass sich die anfänglich vorhandene Piste immer mehr auffächert. Die Wege werden immer schmaler und bald schon ist es nur noch ein besserer Fußweg, der sich von Gehöft zu Gehöft schlängelt. Hier ist ganz sicher schon lange kein Auto mehr gefahren. Irgendwann verlieren sich dann auch die letzten Spuren im Busch und wir müssen umkehren. Naja, immerhin hat uns dieser Ausflug einen kleinen Einblick in die Welt abseits der Hauptpiste beschert.

In Binga übernachten wir auf der Campsite der Masumu River Lodge. Hier finden wir die besten Sanitäreinrichtungen unserer Reise durch Zimbabwe. Auch ansonsten gefällt es uns sehr gut. Man steht auf einer schönen grünen Wiese unter großen Bäumen und wenn man zum Rand des Grundstücks geht, hat man einen tollen Blick über den Karibasee.

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Klasse sind auch die Haustiere. Die beiden Jack-Russel und die schwarze Katze können gar nicht genug Streicheleinheiten bekommen. Dabei ist die Katze ganz klar der Boss.

Wir nutzen das Restaurant mal wieder zur Unterbrechung unserer Fleischdiät und essen sehr leckeren Fisch. Dabei fällt der Blick in der Dunkelheit auf den von den Lampen der vielen Karpentafischer beleuchteten See.
Teil 1505. Aug. 2016
14.Tag (Fr. 27.05.2016)
Binga – Hwange National Park
357km


Nach dem Frühstück machten wir uns sogleich auf den Weg. Über Asphalt wechselnder Qualität ging es von Binga dem Hwange National Park entgegen. Die Strecke war landschaftlich ansprechend und von kleinbäuerlichen Strukturen geprägt.

Mittags erreichten wir dann das Main Camp des Nationalparks, welches nur wenige Kilometer hinter dem Gate liegt. Das Camp macht einen sehr guten Eindruck. Alles sehr gepflegt. Auch das Restaurant hat geöffnet. Allerdings ist das Camp auch sehr groß, weshalb wir lieber versuchen, einen Übernachtungsplatz auf einer der Picknicksites der Region zu bekommen. Die Jambile Picknicksite ist für die kommende Nacht noch frei und so steht unser nächster Übernachtungsplatz fest.

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Da noch reichlich Zeit ist, nehmen wir die längere Strecke via Kennedy Pan und Ngleshwa Pan. Bei der Kennedy 1 Pan können wir über lange Zeit eine Herde Elefanten beobachten, zu der auch ein erst wenige Tage altes Elefantenbaby gehört. Leider wird das Kleine von der ganzen Herde so abgeschirmt, dass mir kein einziges Foto von ihm gelingt.

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Auf der Picknicksite an der Ngleshwa Pan machen wir Mittag. Von hier hat man einen schönen Blick auf die Pfanne. Hier möchten wir irgendwann auch einmal übernachten. Wir sehen viele Tiere. Unter anderem auch Kronenkraniche, von denen ich bislang gar nicht wusste, dass sie auch im südlichen Afrika vorkommen. Ich kenne diese schönen Vögel bislang nur aus Ostafrika.

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Im Hupe Reiseführer steht, dass im Hwange National Park eine Überbevölkerung an Elefanten herrscht. Das kann ich auf jeden Fall bestätigen. Wir kommen kaum voran. Ständig treffen wir auf Elefantenherden. Fast ausnahmslos sind die Dickhäuter friedlich, aber man kann sich sicher sein, dass jede Herde Ihren „Arschloch-Elefanten“ hat. Meist handelt es sich um einen Halbwüchsigen. Während der Rest der Herde friedlich dahin zieht, stellt sich der „Arschloch-Elefant“ mitten auf den Weg, macht einen auf dicke Hose und droht sowie sich das Auto nur ein paar Zentimeter bewegt. Danach frisst er direkt am Wegrand und macht sofort Alarm, wenn man versucht vorbei zu fahren.

Ein weiteres Paradoxum bei den Elefanten ist, dass man die Tiere entweder schon auf hunderte Meter Entfernung sieht, oder erst wenn man fast in sie hinein fährt. Dazwischen gibt es eigentlich nichts.

Aus genannten Gründen läuft uns zum Ende des Tages die Zeit davon und der Sundowner findet ohne uns statt. Die vielen Elefantenherden machen das Vorankommen unberechenbar. Unser Camp erreichen wir erst in der Dämmerung.

Wir werden herzlich von Vincent begrüßt, der für die Picknicksite verantwortlich ist. Er teilt uns mit, dass die Nacht sehr kalt werden wird und entfacht sogleich ein Feuer für uns. Brennholz steht auch reichlich zur Verfügung. Mit seiner Einschätzung der Temperaturen hat Vincent genau ins Schwarze getroffen. Je länger der Abend dauert, umso näher rücken wir an das Feuer.

Die Campsite ist sehr gepflegt. Allerdings gibt es nur eine kalte Dusche, auf die ich wegen der niedrigen Temperaturen verzichte.

Heute kommt unser letztes Rinderfilet auf den Grill. Damit ist auch insgesamt die Grillsaison für diese Reise beendet. Ab morgen muss ich dann anfangen richtig zu kochen.

Im Dunkeln hören wir die Elefanten im nahe gelegenen Wasserloch planschen.
Teil 1612. Aug. 2016
15.Tag (Sa. 28.05.2016)
Hwange National Park
152km


Das war die bislang kälteste Nacht dieser Reise. Obwohl wir bereits mit Einsetzen der Dämmerung aufstehen, brennt schon ein wärmendes Feuer neben unserem Camper. Das nenne ich mal einen aufmerksamen Service. Das gilt im Übrigen für alle exklusiven Campsites im Hwange, die wir bislang kennengelernt haben.

Aufgrund der Kälte brechen wir ohne Frühstück auf. Das wollen wir in der Sonne nachholen. Bis die Sonne klar am Himmel steht dauert es aber noch eine ganze Weile, da zunächst dichter Nebel über dem Park liegt.

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Dem Nebel ist es auch geschuldet, dass wir auf der Strecke bis zum Main Camp so gut wie keine Tiere sehen. Die Tankstelle im Main Camp ist geöffnet und wir nutzen die Gelegenheit, den Tank noch einmal voll zu machen.

An der Nyamandhlovo Platform machen wir in Beisein von Gnus und Giraffen eine ausgiebige Frühstückspause. Auf den Tisch müssen wir dabei leider verzichten, denn den müssen wir als Windschutz zweckentfremden, da ein kräftiger kalter Wind weht.

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Nach der Frühstückspause geht es weiter Richtung Westen. Wir nehmen den Loop über die Pans nördlich der Hauptstrecke. Landschaftlich sehr schön, aber bezüglich Tieren wie leer gefegt.

Zurück auf der Hauptpiste geht es dann durch dichten Mopanebusch bis zu den Shumba Pans. Das Gebüsch ist hier so dicht, dass Tiere schon mitten auf der Straße stehen müssen, damit man sie entdeckt. Am besten sieht man noch Vögel.

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Am Masuma Dam tobt dann das Leben. Hier gibt es jede Menge Tiere. Impalas, Kudus, Wasserböcke, Warzenschweine, Hippos, Kokodile und vor allem jede Menge Elefanten bevölkern den kleinen See und seine Ufer. Letztere liefern uns über eine Stunde lang eine tolle Show. Mehrere Elefanten sind im Wasser am toben und versuchen sich gegenseitig unterzugluckern. Das erinnert einen an ausgelassen spielende Kinder im Freibad. Hat einer der Elefanten im Wasser genug, wird er sofort von einem der Dickhäuter am Ufer ersetzt.

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Wir können uns lange nicht von diesem schönen Ort losreißen. Dann treffen wir auch noch Godfrey wieder, der auch schon bei unserem Besuch vor 2 Jahren als Ranger am Masuma Dam stationiert war. So ist es dann bereits 16:00Uhr als wir in Sinamatella ankommen. Die Campsite ist komplett leer und so können wir uns den schönsten Platz am Abbruch des Tafelberges aussuchen. Wir sind schon den ganzen Tag unterwegs und so können wir uns nicht mehr zu einem abendlichen Gamedrive aufraffen. Da genießen wir lieber die grandiose Aussicht auf die unter uns liegende Ebene. Von hier oben aus der Vogelperspektive sind die Ausmaße einer riesigen Büffelherde gut auszumachen, während sie auf der Ebene unter uns grast. Auch mehrere Elefantenherden und einige Giraffen können wir beobachten.

Zwischendurch huschen wir kurz unter die warme Dusche, denn der Donkey wurde sofort nach unserer Ankunft eingeheizt.

Zum Abendessen gibt es Labskaus mit Spiegelei, ein traditionelles hanseatisches Seemannsgericht. Was bei langen Fahrten auf See gut ist, eignet sich auch perfekt für lange Fahrten durch Afrika. Die Zutaten bekommt man alle vor Ort und sie sind auch ungekühlt lange haltbar.

Heute war ein Stokeltag. Kathrin schafft es, das Display Ihrer Kamera in mehrere kleine Displays zu zerlegen und ich reiße mir beim Holz abladen großflächig die Hand auf. Bislang dachte ich immer Betaisodona brennt nicht – ein Irrtum. Ich sollte vielleicht Arbeitshandschuh in unserer Packliste aufnehmen.
Teil 1723. Aug. 2016
16.Tag (So. 29.05.2016)
Hwange National Park
75km


Wie bei unserer letzten Übernachtung in Sinamatella, plündern auch diese Nacht wieder Hyänen die Mülleimer. Die scheinen nachts immer ihre Runde durchs Camp zu drehen.

Zur Dämmerung hören wir in der Ebene unter uns die Löwen mächtig brüllen. Ganz klar können wir zwei verschiedene Gruppen ausmachen. Als wir kurz danach zum Gamedrive aufbrechen ist es natürlich unser Ziel, die Löwen zu finden. Leider sind wir damit nicht erfolgreich. Dafür finden wir die Büffelherde, die wir gestern Nachmittag vom Camp aus beobachten konnten und die in der Nacht natürlich weiter gezogen sind.

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Dann treffen wir auf eine kleine Gruppe Elefanten. Im Verhältnis zur Größe der Herde gibt es sehr viele Jungtiere, die die ganze Zeit miteinander spielen. Lange beobachten wir die Rangeleien. Der kleinste Elefant ist auch der Übermütigste.

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Irgendwann knurrt dann der Magen so sehr, dass wir uns losreißen und zum Masuma Dam fahren, wo wir frühstücken. Auf dem Weg dorthin gibt es nichts zu sehen.

Während des Frühstücks im Hide beim Masuma Dam gibt es wieder reichlich Tiere zu sehen. Der Platz ist ein Traum.

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Heute treffen wir in Masuma auch Godfrey wieder. Er erinnert sich an uns, denn wir hatten bei unserem letzten Besuch einen schönen gemeinsamen Abend im Januar 2015.

Bis zu unserem nächsten Übernachtungsplatz, dem Deteema Dam ist es nicht mehr weit, so dass wir gegen Mittag eintreffen. Während wir Siesta machen sehen wir mehr Tiere als bei den letzten Gamedrives. So ist schnell die Entscheidung getroffen, heute den Wagen nicht mehr zu bewegen und lieber hier am Dam das Kommen und Gehen der Tiere zu beobachten.

Warzenschweine, Impalas, Giraffen, Paviane, Zebras, Kudus und Elefanten kommen zum Trinken vorbei. Dazu lassen sich noch jede Menge Vögel und Reptilien blicken. Einer der Elefanten kommt sogar bis direkt vor den Hide.

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Im Hwange National Park gibt es sehr viele schöne Übernachtungsplätze, aber Deteema Dam ist für uns die unangefochtene Nummer 1. Klein, intim, gemütlich und reichlich Tiere. Was will man mehr?

Heute steht das letzte Mal Selbstverpflegung zum Abendessen auf dem Plan. Ich koche Nudeln mit Thunfisch-Tomatensauce. Das riecht anscheinend so lecker, dass ein Genet ganz neugierig vorbei kommt um zu schauen, ob es etwas abzustauben gibt.
Teil 1813. Sept. 2016
17.Tag (Mo. 30.05.2016)
Hwange National Park – Kasane
236km


Morgens war es sehr kalt, so dass wir froh waren, uns noch an der Glut des gestrigen Lagerfeuers wärmen zu können. Es fiel uns schwer, Abschied von Deteema zu nehmen. Wir zögerten die Abfahrt noch ein wenig heraus und packten hier unseren Wagen abgabebereit, denn die vergangene Nacht war unsere letzte im Dachzelt.

Dann machten wir uns auf dem kürzesten Weg in Richtung Kasane. Die Strecke führte uns via Robins Camp zum Grenzübergang Pandamantenga. Unterwegs sahen wir einen riesige Schwarm Tokos. Geschätzt rund 100 Vögel. So etwas haben wir bislang noch nie gesehen. Tokos haben wir bislang immer nur paarweise gesehen, evtl. noch mit Jungvögeln.

Der Grenzübergang in Pandamatenga war noch immer so verschlafen, wie wir ihn kennen. In nur einer viertel Stunde hatten wir die Formalitäten auf beiden Seiten hinter uns.

Mittags erreichten wir die Chobe Safari Lodge, wo wir sogleich unser Zimmer beziehen konnten. Sehr schön ausgestattet und gelegen. Direkt vor unserer Terassentür graste ein Warzenschwein und ich konnte Kathrin nur mit Mühe daran hindern, das Borstentier zu streicheln.

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Nachmittags begaben wir uns dann auf unseren letzten Gamedrive. Dieser Führte uns an die Chobe River Front, wohin auch sonst. Der Fluss hat Hochwasser und die Tracks auf den Floodplains sind deshalb zur Zeit alle nicht befahrbar.

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Natürlich hat es hier auch wieder jede Menge Elefanten. Alle sind ganz relaxt. Wie angenehm ist es doch, ganz sorglos an Ihnen vorbei fahren zu können. Ich frage mich, wie es ist, wenn Afrika-Neulinge hier ihre ersten Erfahrungen mit Elefanten machen und dann Gebiete mit aggressiven Elefanten besuchen. Ich könnte mir vorstellen, dass es dann zu durchaus heiklen Situationen kommen kann.

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Kathrin schwebt auf einer Wolke der Glückseligkeit. Giraffen sind Ihre absoluten Lieblingstiere und die waren auf der bisherigen Reise absolute Mangelware. Hier an der Chobe River Front herrscht dagegen eine wahre Giraffenschwemme. So viele haben wir hier noch nie an einen Tag gesehen.

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Zum Sundowner fahren wir zu einem oberhalb der Chobe Safari Lodge gelegenen Hügel, von dem man einen fantastischen Blick über den Fluss hat, der hier aber mehr einem großen See gleicht.

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Dann heißt es Abschied nehmen von unserem Wagen, der uns absolut störungsfrei durch schwerstes Gelände gebracht hat. Ein wenig Sorgen mache ich mir wegen einer Beule im Trittbrett unter dem Schweller auf der Beifahrerseite. Hier hatte sich ein vom Vorderrad aufgestellter Ast hinein gerammt. Der Kommentar von Bushlore dazu lautete: „It’s a bushvehicle. That’s normal in the bush.“ Das freut mich zu hören, denn so schön es ist, ein neues Fahrzeug zu fahren, so unangenehm ist es, die erste Beule zu verursachen.

Das Buffet in der Chobe Safari Lodge erfüllt wieder alle unsere Erwartungen. Besonders das Dessert-Buffet sucht seines Gleichen.
Teil 1920. Sept. 2016
18.Tag (Di. 31.05.2016)
Kasane – Hannover


So schön die Zimmer in der Chobe Safari Lodge auch sind, die Betten sind leider viel zu kurz – zumindest für mich.

Bevor wir uns auf den Heimflug machen, geht es noch ein letztes Mal zum Tiere beobachten an die Chobe River Front. Diesmal mit dem Boot. Unsere erste Bootstour auf dem Chobe am frühen Morgen.

Elefanten sehen wir nicht. Denen ist das Wasser am frühen Morgen noch zu kalt. Die Dickhäuter lassen sich normalerweise erst ab Mittag am Wasser blicken. Dafür entdecken wir schon bald ein Rudel Löwen an einem frischen Riss. Ein Büffel ist ihnen zum Opfer gefallen. Die Sonne war noch nicht aufgegangen und so beschlossen wir zunächst einmal weiter zu fahren und später noch einmal vorbei zu kommen. Die Löwen werden den Platz die nächsten Stunden sicher nicht verlassen.

Auch danach sahen wir reichlich Tiere. Das Licht war fantastisch – warm und golden.

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Zum Abschluss besuchen wir noch einmal die Löwen. In der Sonne kann man auf dem Foto wenigstens ein bisschen erkennen. Jedoch behindern zahlreiche Äste die freie Sicht. Die meisten Löwen sind inzwischen satt und haben sich im Schatten im Gebüsch verkrochen. Kurz gesagt ist die Szenerie zwar sehr schön in der Beobachtung aber nicht zum fotografieren.

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Abschließen kann ich nur sagen, dass es eine sehr gute Entscheidung war, dieses Jahr antizyklisch an der Chobe River Front unterwegs gewesen zu sein. Während wir am vorigen Nachmittag so gut wie allein mit dem Auto im Park waren, tummelten sich jede Menge Boote auf dem Wasser. Dafür waren wir heute morgen das einzige Boot auf dem Wasser und um den Löwenriss drängelten sich auf der Landseite mehr als ein Dutzend Autos.

Nach der Bootstour genossen wir dann ein letzes Mal das leckere Buffett in der Chobe Safari Lodge.

Danach geht es zum Flughafen. Dieser wird gerade mächtig ausgebaut. Nach Fertigstellung des neuen Terminals wird der Flughafen deutlich größer sein, als der in Maun. Auch ansonsten wird in und um Kasane viel gebaut. Es macht den Eindruck, dass Kasane dabei ist, Maun den Rang als wichtigstes Touristenzentrum Botswanas abzulösen. Von der Lage her ist das gut nachvollziehbar.

Wir wurden ohne unser Wissen von Air Botswana auf Airlink umgebucht, was aber nichts macht. Diesmal verläuft die Rückreise ganz unkompliziert und nach einem entspannten Nachtflug sitzen wir am späten Vormittag des Folgetages schon wieder gut erholt an unseren Schreibtischen.

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