ButterblumeThemenstarter3'700 Beiträge · seit 200931. März 2016 · #1
Hallo,
bei der Einreise nach Ruanda wird ab sofort der Nachweis eines gültigen Gelbfieberimpfschutzes gefordert. Reisende können sich auch direkt am Flughafen Kigali impfen lassen. Die Kosten hierfür belaufen sich derzeit auf 40,- US-$. An anderen Einreisegrenzstellen ist dieser Service nicht gewährleistet.
Bei der Einreise nach Ruanda wird seit März 2016 für alle Reisende der Nachweis einer Gelbfieberimpfung gefordert. Ruanda verlangt dabei ein international gültiges Impfzertifikat, das derzeit noch alle 10 Jahre zu erneuern ist. Ruanda selbst gehört zu den Gelbfieberendemiegebieten Afrikas, so dass eine Impfung auch aus medizinischen Gründen dringend empfohlen wird. Quelle: Auswärtiges Amt
Herzliche Grüße Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheitwww.butterblume-in-afrika.de
bei der WHO werden Ruanda und Tansania sowie der Westen Sambias (der Rest des Landes ist ohnehin Gelbfieberfrei) als Länder bzw. Regionen mit geringem Risiko einer Gelbfieberinfektion angesehen; eine Gelbfieberimpfung wird für diese Länder für die allermeisten Reisenden nicht mehr empfohlen!
Das „CDC“ hat diese Empfehlung inzwischen übernommen; Rwanda - Yellow Fever: Requirements: Required for arriving travelers from all countries if traveler is ≥1 year of age. Recommendations: Generally not recommended for travelers to Rwanda. (Updated July 10, 2015)
Nichtsdestotrotz, da hast du recht, verlangt Ruanda - genauso wie die „high-risk“ Länder Angola, DR Kongo und Burundi eine Gelbfieberimpfung von allen Reisenden auch aus Nicht-Endemiegebieten.
Die WHO hat die alte Empfehlung mit der Booster-Immunisierung im 10-jährigen Abstand 2014 ja aufgehoben und die einmalige Gelbfieberimpfung nach neuen Forschungsergebnissen als „lebenslang gültig“ eingestuft und den Ländern bis Juni 2016 Zeit gegeben, diese Empfehlung idealerweise in ihre nationalen Richtlinien aufzunehmen.
Von den hier im Forum häufiger erwähnten Ländern haben bislang Angola, Madagaskar, Südafrika, Tansania, Sambia und Simbabwe die „lebenslange Gültigkeit“ dieser Impfung bestätigt und übernommen. Ob dann aber auch alle Grenzbeamten diesbezüglich auf dem Laufenden sind, sei mal dahingestellt. Eine Übernahme dieser Empfehlung von allen afrikanischen Ländern bis Juni 2016 oder auch später ist fraglich.
Mit besten Grüßen,
Daktari
ButterblumeThemenstarter3'700 Beiträge · seit 200901. Apr. 2016 · #3
Hallo Daktari,
vielen Dank für deine Ausführungen. Aufgrund aktuter Gelbfieberfälle in Kenia – ein Betroffener war zuvor in Ruanda – hat die ruandische Regierung offensichtlich schnell reagiert und die Impfvorschriften bei Einreise verschärft. Soweit mir bekannt ist, galt bis März 2016 die Vorschrift, dass eine Gelbfieberimpfung nur für Reisende aus Endemiegebieten vorgeschrieben war. Dies hat sich nun verändert und aktuell wird der Nachweis einer Gelbfieberimpfung von allen Reisenden (also auch aus Nicht-Endemiegebieten) verlangt. Inwieweit die Kontrollen das tatsächlich in die Tat umgesetzt werden, kann ich nicht beurteilen. Aber Ruanda ist bekanntlich recht konsequent, was die Umsetzung seiner Gesetze und Richtlinien angeht.
Fliegt man aktuell von Europa direkt nach Kigali und zurück, sollte man damit rechnen, dass kontrolliert wird. Wie lange diese Vorschrift Gültigkeit haben wird, kann ich nicht sagen. Deshalb sollten Reisende entweder geimpft sein, sich bei entsprechenden Reiseplänen auf dem Laufenden halten und damit rechnen, dass der vorgestern verbreitete Hinweis des Auswärtigen Amtes korrekt sein könnte.
Mit herzlichen Grüßen nach Ostfriesland Marina
P.S.: Wir sind geimpft!
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du hast völlig recht, Ruanda hat die Gelbfieberkontrollen deutlich intensiviert und die Einreisebedingungen bzgl. Gelbfieberimpfung kürzlich verschärft, sprich eine Impfbescheinigung ist aktuell für alle Einreisenden notwendig.
Ruanda gilt aber nicht mehr als Gelbfieber-Endemiegebiet, die letzten Ausbrüche dort und auch in Tansania liegen einige Jahrzehnte zurück, woraufhin die WHO diese beiden Länder zu „low-risk countries“ erklärt hatte, für die eine Impfung nicht mehr generell empfohlen wird. Diesen Status möchte Ruanda nicht verlieren und hat, insbesondere auf den schweren Gelbfieberausbruch in Angola hin, die Einreisebestimmungen derart verschärft. Eine Impfung ist somit zurzeit aufgrund der nationalen Bestimmungen indiziert, nicht aber aufgrund einer medizinischen Indikation.
Auch in Kenya sind die Kontrollen deutlich verstärkt worden, allerdings - sinnvollerweise - in erster Linie bei Einreisenden aus Endemiegebieten, hier in erster Linie aus Angola. Einigen Personen aus Angola kommend, wurde seit Anfang März die Einreise verweigert, da sie nicht geimpft waren.
Bei den in Nairobi diagnostizierten Gelbfieberfällen handelt es sich ja um Einreisende aus Angola; in Kenya selbst gibt es keinen Gelbfieberausbruch, die Gefahr, dass sich so einer aber gerade durch die eingereisten Fälle ereignen könnte, ist durchaus vorhanden.
Von dem Betroffenen „Kenianer“ der zuvor in Ruanda war, habe ich nichts gehört/gelesen, hast du da eine Quelle? Oder war das ein Zwischenstopp auf dem Weg nach Nairobi?
Es gibt zurzeit Gelbfieberfälle im Kongo, in Mauretanien und einige in China, allesamt aus Angola „importiert“, da die betroffenen allesamt nicht geimpft waren. In einem Fall hatte sich eine Chinesin die Infektion durch die Impfung selbst in Luanda zugezogen; in Kamerun ist ein gefälschter und somit unwirksamer Impfstoff in Umlauf; darum kann ich allen immer nur raten, sich zu Hause in dafür zugelassenen Praxen/Instituten impfen zu lassen und nicht bei Einreise.
Sonnige Grüße ins Weserbergland, 🙂
Daktari
ButterblumeThemenstarter3'700 Beiträge · seit 200901. Apr. 2016 · #5
Hallo Daktari,
Von dem Betroffenen „Kenianer“ der zuvor in Ruanda war, habe ich nichts gehört/gelesen, hast du da eine Quelle? Oder war das ein Zwischenstopp auf dem Weg nach Nairobi?
Was könnte deiner Meinung nach der Grund dafür sein, dass Ruanda nun für ausnahmslos alle Reisenden - egal woher sie einreisen - die Gelbfieberimpfung vorschreiben (wenn der Reisesicherheitshinweis des AA vom 31.03.2016 den tatsachen entspricht)? Am Status Angolas als Endemiegebiet hat sich ja nichts geändert.
Herzliche Grüße Marina
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Bei den beiden bislang in Nairobi serologisch bestätigten Gelbfieberfällen handelt es sich um junge Männer, die beide in der ersten Märzhälfte aus Angola eingeflogen sind. Einer der beiden hat die Infektion überlebt. Hier noch einmal ein „link“ zum Bericht der „Daily Nation“ 6 Tage nach dem Bericht in deinem „link“: http://allafrica.com/stories/201603240058.html. Ob der junge Mann vorher in Ruanda war, steht dort nicht, dort heißt es lediglich „Magadi“, vielleicht war das eine Fehlinformation, vielleicht war es eine ganz andere Person, bei der eine andere Infektion vorlag - nachgewiesen war Gelbfieber bei dem Patienten zu dem Zeitpunkt ja noch nicht, vielleicht war er wirklich kurz in Ruanda, infiziert hat er sich aber sicherlich in Angola.
Die strikte Vorgehensweise Ruandas mit der Gelbfieberimpfpflicht für alle Einreisenden ist eine rein politische Entscheidung/Vorschrift mit der die Offiziellen sicherlich ein wenig übers Ziel hinausschießen; Ruanda ist erstmals vor kurzem von der WHO zum „low-risk country“ erklärt worden und diesen Status möchte man sicherlich gerne beibehalten und einen eventuellen Ausbruch unter allen Umständen vermeiden, der wiederum viele Touristen vom Besuch abhalten würde. Es würde sicherlich zunächst ausreichen, den Focus auf die Einreisenden aus Angola und anderen Endemiegebieten zu legen, wie Kenia es macht.
Hin und wieder gibt es solche nicht ganz nachvollziehbaren Entscheidungen, wie beispielsweise die Gelbfieberimpfpflicht bei Einreise nach Südafrika nach dem Besuch der Viktoria Fälle oder die kurzzeitige Gelbfieberimpfpflicht bei Einreise nach Sansibar vom Festland Tansania aus - ist ja beides inzwischen wieder passé - TIA! 🙂
Herzliche Grüße,
Daktari
ButterblumeThemenstarter3'700 Beiträge · seit 200902. Apr. 2016 · #7
Hallo Daktari,
vielen Dank für deine Einschätzung. Nicht nachvollziehbare Entscheidung: Die Gelbfieberimpfpflicht bei Einreise nach Sansibar vom Festland Tansania. Leider hat das CRM seine Seiten dahingehend immer noch nicht aktualisiert. Vermutlich sollte ich in diesem Zusammenhang nicht versuchen, manche Entscheidungen nachzuvollziehen. Als Reisender ist man besser auf alle Eventualitäten bei der Einreise vorbereitet, zumal sich die Dinge auch kurzfristig ändern können.
Herzliche Grüße Marina
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BikeAfrica7'296 Beiträge · seit 200602. Apr. 2016 · #8
... Zanzibar hat ja zeitweise auch immer wieder mal den Nachweis einer Cholera-Impfung verlangt. Da sollte man sich sowieso immer aktuell informieren.
Rwanda finde ich als Reiseland wirklich super. Die haben ihre Bestimmungen und daran wird sich gehalten. Da ist mir keine Korruption und kein Beschiss gegenüber Touristen aufgefallen. Öffentliche Verkehrsmittel fahren nach Fahrplan (eine Seltenheit in Afrika) und die Hauptstadt Kigali ist sauberer als Frankfurt. Rwanda ist für Afrika-Reisende ein noch geeigneteres Land für eine erste Reise als Namibia. Es ist halt nur völlig unbekannt, was Reisen angeht. Die meisten Menschen kennen Rwanda nur durch die Unruhen zwischen Hutu und Tutsi und denken, es sei nach wie vor gefährlich.
Gruß Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
Diese generelle Impfpflicht besteht bislang nur für Ruanda, für Kenia besteht die Impfpflicht lediglich für Einreisende aus Gelbfieber-Endemiegebieten.
Weder die WHO, das CDC noch das Auswärtige Amt vermelden etwas anderes und auf der Homepage der kenianischen Botschaft heißt es:
HEALTH Visitors from Europe do not require yellow fever and or cholera vaccinations. However, visitors from countries where the diseases are prevalent require yellow fever and cholera vaccination certificates
Zu empfehlen ist die Impfung für Reisende nach Kenia dennoch, auch wenn sie nicht erforderlich ist.
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!