Heute bei Aldi Nord ...

27 Antworten · 7’262 Aufrufe · gestartet 30. Jan. 2016 von Chrigu
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5’486 Beiträge · seit 200901. März 2019 ·
Wenn man sieht, wie bei uns in Deutschland teilweise die Erntehelfer untergebracht sind und man das in Relation zum Wohlstand des Landes setzt, sollte man eher von deutschem Spargel und Spreewälder Gurken Abstand nehmen, als von namibischen Tafeltrauben.
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Gast01. März 2019 ·
@Topobär
Ausbeutung von Arbeitskraft ist überall eine Sauerei und sie findet auch bei uns statt, siehe Spanien, Italien, Frankreich, usw.…. z.B. kürzlich in der Maremma beobachtet. Nach ein paar Tagen ist uns aufgefallen, dass im Straßenalltag Schwarzafrikaner kaum zu sehen waren (im Gegensatz zu anderen Plätzen in Italien)….bis wir 5 Tage zwischen Weingärten am Meer gewohnt haben. Jeden Morgen schlurfte eine Prozession von Afrikanern in die Weinkulturen zur Ernte und für Pflegearbeiten. Da Transportfahrzeuge nicht zu sehen waren, mussten die Arbeiter irgendwo in der Nähe untergebracht sein. Außer ein paar Villen an der Küste, waren aber auf den Landwirtschaftsflächen weit und breit keine bewohnbaren Gebäude zu sehen. An einigen Plätzen, wo man über die Zäune und Hecken schauen konnte, konnte man aber sehen, dass Geräteschuppen offensichtlich bewohnt waren, Shacks herumstanden, offene Lagerfeuer rauchten etc. Dort waren die Arbeiter also „untergebracht“, besser kaserniert. An keinem Tag haben wir in einem der Orte dort, am Strand oder sonst wo, einen Afrikaner gesehen.

Werner
Die südafrikanische Wein-, Tafeltrauben-, Rosinen- und Trockenobstindustrie am Oranje ist riesig. Es lohnt sich die Strecke zwischen Kakamas und Upington am Südufer des Flusses zu fahren. Vor einigen Jahren hat mir der Hausherr und Autovermieter in Upington erzählt, dass in der Hochsaison (unser Hochwinter) fast täglich ein Großraumtransporter voll mit Tafeltrauben nach Europa, insbesondere London fliegt, was wegen der langen Piste in Upington möglich ist.
...und überhaupt lohnt es sich in SA von der Hauptstraße abzufahren und zu sehen wie die Orangen und das Tafelobst in unseren Supermärkten erzeugt werden und wie die Menschen dort wohnen.
zuletzt bearbeitet 01. März 2019
Gast01. März 2019 ·
buma schrieb: Allein das üppige Giftgrün an den Rebstöcken lässt vermuten, dass Monsanto und andere sich pausenlos die Hände reiben...Nachdenklich grüßt Marga
Hallo Marga, das ist leider (meistens) bei uns auch nicht anders.
Selbst erlebt/gelernt: Ein Kunde (Erzeuger von Biomasseheizkesseln) klagte über schwere, unerklärbar frühe, Korrosionsschäden an Kesseln in Landwirtschaften. Analysen des Korrosionsproduktes eines Schadens ergaben Unmengen von Schwefel, der Betreiber war Weinbauer und verheizte neben Holz auch alte Rebstöcke. Am Oranje werden die alten Rebstöcke als Feuerholz für Braai verkauft (selbst gesehen), ich habe abgelehnt und Holzkohle gekauft (Begründung siehe oben).
425 Beiträge · seit 201801. März 2019 ·
Guten Tag,
ich verstehe nicht weshalb ihr solche Zustände beklagt. ihr seid alle daran beteiligt. Mit der Einstellung "Geiz ist geil", auch hier im Forum immer wieder zu lesen, werden solche Zustände noch zunehmen. Jeder von euch möchte für seine Arbeit oder Dienstleistung fürstlich bezahlt werden, nur für die des Anderen ist man nicht bereit zu Zahlen. Geiz ist ja geil!
Gruß Georg
348 Beiträge · seit 201101. März 2019 ·
Hallo zusammen

Ich denke man darf den Produzenten keinen Vorwurf machen, von wegen wendig Lohn oder schlechter Unterkunft.
Der Grosshandel zahlt für einen Kopfsalat 15 Ct., verkauft ihn dem Handel für 25 Ct. nur so als Beispiel, der wird dann im Laden verkauft für 60 Ct.
Kann sich jeder ausrechnen wo die Kohle hängen bleibt und wer auch um's Überleben kämpft.
Vor 30 Jahren war mal die Formel 1/3 für's Wohnen, 1/3 für Lebensmittel 1/3 für den Rest.
Was gebt ihr heute für Lebensmittel aus, oder für Kleider??
Dazu kommt, dass jeder der Arbeiter zu Essen hat und muss keine Angst um sein Leben haben,
hätte er das auch in seinem Heimatland?
Wenn ja, wieso ist er dann hier?
Man kann hier leicht urteilen, wenn alle die hier ein negatives Urteil abgeben, einen oder mehrere der Flüchtlinge zu Hause versorgt und wohnen lässt, gäbe es schon einige weniger in prekären Arbeitsverhältnissen.
Wer hat welche zu Hause?
Gruss Turi
Wenn man die Ruhe nicht in sich selbst findet, ist es umsonst, sie anderswo zu suchen.
Gast01. März 2019 ·
Hallo Turi, es ist schon ein bizarres System, dass Viele, die das herstellen, was Menschen zum Leben wirklich und einzig brauchen, nämlich NAHRUNG, davon nicht oder nur schlecht oder nur mit Subventionen leben können, betriebswirtschaftlich wie physisch.
Da hast du recht…zum Rest sage ich nichts, außer dass Sklaverei (in der "entwickelten" Welt) abgeschafft ist und dass ich das gut finde.
Grüße
und PS zum eigentlichen Thema: Weintrauben esse ich nie außer unserer Saison, und wenn, dann fast nur heimische Speisetrauben, sehr selten italienische, aber meistens sind diese sowieso nur grauslich
zuletzt bearbeitet 01. März 2019
348 Beiträge · seit 201101. März 2019 ·
hallo @loser

Du kennst aber schon den Unterschied zwischen Sklaverei und freiwilliger Arbeit?

Ich finde diese Dinge auch nicht gut, aber wie weiter oben beschrieben, alle tragen da Mitschuld, wenn man von Schuld überhaupt reden kann.
Ich könnte dir diverse Beispiele von am Existenzminimum lebenen Senioren in Europa aufzeigen, die nach 50 Jahren harter Arbeit aus den Containern die Lebensmittel klauben müssen.
In gleichem Atemzug von Familien mit 5 Kindern, die 5000 und mehr Euro aus Sozialsystemen beziehen in dem sie nie einbezahlt haben.
Ist das gerecht?
Ich seh die ganzen Probleme im nahen Osten und in Afrika, nur kann Europa
nicht allen helfen und wie man aufgebaute Strukturen ruiniert, dazu muss ich jemand der mehr oder weniger im südlichen Afrika lebt, sicher nicht aufzeigen.
Habe soeben ein Video bekommen vom Flüchtlingslager in Baadre und von denen gibt es noch einige Dutzend. Alle wollen nach Europa resp. Deutschland, von den ganzen Nachteilen die sie erwartet zeigen die Regierungen nichts auf.
Tragisch was da noch auf Europa zukommt.
Jeder der als Kriegsflüchtling hierher kommt, der soll sicher sein können und nicht hungern müssen.....bis er wieder zurück geht.
Diejenigen auf den Feldern in Italien und Spanien sind überwiegend Wirtschaftsflüchtlinge und hätten eigentlich gar keinen Anspruch hier zu sein.
Wohlgemerkt ich verurteile sie nicht, habe aber auch kein all zu grosses Mitleid, da sie ja freiwillig gekommen sind und niemand zwingt sie zur Arbeit.
Und wir können nichts für die korrupten Regierungen, die sich die Taschen füllen auf Kosten der Bevölkerung, in praktisch allen Ländern in Afrikas.
DRC, Nigeria etc. die reichsten Länder Afrikas lassen ihre Völker ausbluten, da muss man ansetzen, nur wer will sich schon die Finger verbrennen?
Genau aus diesen Ländern sind dann die Farmarbeiter die für wenige Euro am Tag in Italien und Spanien arbeiten, im Kongo bekommen sie 1 US$ pro Tag für härtere Arbeit im Bergwerk.
Gruss Turi
Wenn man die Ruhe nicht in sich selbst findet, ist es umsonst, sie anderswo zu suchen.
16,9k Beiträge · seit 201212. Nov. 2025 ·
Ich füge diese Meldung diesem Diskussionsfaden hinzu:

Aussenkehr grape farm workers live in hazardous conditions, National Council warns

Arbeiter auf der Weinplantage Aussenkehr leben unter gefährlichen Bedingungen:
Der Ständige Ausschuss des Nationalrats für Verkehr, Infrastruktur und Wohnen hat seine tiefe Besorgnis über die erbärmlichen Lebensbedingungen der Weinbauern in Aussenkehr, Region //Kharas, zum Ausdruck gebracht und enthüllt, dass ihre Unterkünfte nicht nur unhygienisch, sondern auch aus leicht entzündlichen Materialien errichtet sind.

Diese Bedenken wurden im Bericht des Ständigen Ausschusses für Verkehr, Infrastruktur und Wohnen des Nationalrats dargelegt. Darin wurde untersucht, inwieweit die von den lokalen Behörden umgesetzten Wohnungspolitiken und -programme die Bereitstellung von bezahlbarem Land und Wohnraum für die städtische Armut und landlose Bürger fördern.

Dem Bericht zufolge leben viele Weinbauern in Aussenkehr unter mangelhaften hygienischen Bedingungen in provisorischen Unterkünften aus Schilfrohr des Oranje-Flusses. Das Komitee warnte, dass diese Unterkünfte erhebliche Sicherheitsrisiken bergen, da das Schilfmaterial leicht entzündlich ist.

„Aufgrund des hohen Arbeitskräftebedarfs in der Weinindustrie zieht Aussenkehr Tausende von Saisonarbeitern aus ganz Namibia an. Dieser Bevölkerungszuwachs hat zu akutem Wohnraummangel und einer Überlastung der Infrastruktur geführt“, fügte das Komitee hinzu.

Der Ausschuss stellte ferner fest, dass die Infrastrukturentwicklung in der Region unnötigerweise verzögert wurde, obwohl Mittel der Zentralregierung über den //Kharas Regional Council, der als Aufsichtsorgan für solche Projekte fungiert, zur Verfügung stehen.

„Der Ausschuss inspizierte in Anwesenheit des Ministeriums für Stadt- und Landentwicklung und des Regionalrats //Kharas staatlich finanzierte Projekte in Aussenkehr und Noordoewer, darunter Wassertanks, Pumpensysteme und die Infrastruktur des Wassernetzes. Der für die Wasser- und Abwasserinfrastruktur von 2014 zuständige Auftragnehmer erklärte, das Projekt sei aufgegeben worden, was zu Vandalismus und der Zerstörung wichtiger Anlagen geführt habe. Verschärft wurde die Situation durch die mangelnde Einbindung der Bevölkerung in die Projektplanung. Ein Großteil der Infrastruktur in Aussenkehr ist weiterhin nur teilweise instand gehalten und nicht funktionsfähig, was die Wasserversorgung behindert“, heißt es im Bericht weiter.

Der Ausschuss würdigte ferner die erneuten Bemühungen der Regierung zur Wiederbelebung von Aussenkehr, darunter den Bau einer Schule und einer Gesundheitseinrichtung. Der Ausschuss betonte jedoch, dass für den Betrieb und die nachhaltige Nutzung dieser Einrichtungen zunächst eine zuverlässige Wasser- und Sanitärversorgung gewährleistet sein müsse.

Der Bericht forderte daher die zuständigen Behörden auf, die Fertigstellung der Abwasser- und Wasserversorgungssysteme zu beschleunigen, um die Lebensbedingungen der Bewohner von Aussenkehr zu verbessern.



LG
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