Kuiseb "geschlossen"

23 Antworten · 4'537 Aufrufe · gestartet 12. Jan. 2016 von travelNAMIBIA
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Themenstarter33,1k Beiträge · seit 200612. Jan. 2016 · #1
Moin zusammen,

wie die Topnaar Authority (zusammen mit dem MET) soeben bekannt gabt, ist die Einfahrt, Durchfahrt und anderweitige Nutzung des Kuiseb inkl. des Kuiseb Delta und Canyon ab sofort untersagt. die Topnaar, die traditionell die Gebiete bewohnen, haben seit 2014 die alleinige Konzession für die Nutzung des Kuiseb.

Die Nutzung des Kuiseb soll mittelfristig wieder ermöglich werde, jedoch exklusiv für einen Tour Operator der den Topnaars "gehört" bzw. für diese die Touren durchführt.

Viele Grüße aus Windhoek
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
zuletzt bearbeitet 12. Jan. 2016
857 Beiträge · seit 201412. Jan. 2016 · #2
schade, das war immer ein schöner Abstecher..
4'129 Beiträge · seit 200812. Jan. 2016 · #3
Da war das MET ja dieses Mal ziemlich flott.

Es ist immer dasselbe: Die Hazardeure bauen die Scheiße und die Anderen, die sich nur bestens vorbereitet in abgelegenen Gebiete begeben und selbstverständlich die Regeln einhalten, die trifft's dann hinterher mit Verboten... 😈

http://www.namibia-forum.ch/forum/11-diverses/288128-verschollene-touristen-lebendig-gefunden.html?start=54

Und da haben Foren, wie unser Fomi leser im letzten Post schon sagte, leider durchaus ihren Anteil dran, denn Helden erzählen viele tolle Geschichten, die dann andere Abenteurer nachmachen wollen.
Wir selbst sind auf unseren extremen Touren immer so vorbereitet, dass wir nie etwas zu erzählen haben, zumindest keine "Abenteuer": Das ist das Beste, was man machen kann.
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
zuletzt bearbeitet 12. Jan. 2016
5'538 Beiträge · seit 200812. Jan. 2016 · #5
Hallo Zusammen,

Ich glaub' nicht, dass die Geschichte mit den Franzosen jetzt wirklich ausschlaggebend war, sondern dass es da eher um handfeste finanzielle Interessen geht.

Meines Erachtens sind da beide Gründe zusammen ausschlaggebend. Die Franzosengeschichte war vielleicht der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat und ist natürlich eine gute Begründung.

Schade, denn gerade im Unterlauf (nicht im Delta) haben wir sehr schöne Ausflüge gemacht. Aber wir haben das wie Lilytrotters behandelt - nicht weitersagen, allenfalls mal mit Freunden/guten Bekannten dahin fahren. Schade, dass das nicht mehr möglich sein soll. Wenn ich wieder in Swakop bin, werde ich sofort mal ausprobieren, wie ernsthaft die das meinen.

Liebe Grüße
Gerd
2'534 Beiträge · seit 200713. Jan. 2016 · #6
Just for Info:
Lag eher nicht an den Franzosen, sondern an dem bis dato schon unbefugten Befahren durch Individualisten sowie durch nicht lizensierte Operator.

NAMPA story from Environment & Tourism on 2016-01-12 13:58:22
Topnaar chief suspends Kuiseb tour operations
UTUSEB, 12 JAN (NAMPA) - The Chief of the Topnaar Traditional Authority, Seth Kooitjie has suspended tour operations in the Kuiseb Delta, situated some 40 kilometres south of Walvis Bay.
Operations were already suspended in November 2015.
The Topnaar community living along the Kuiseb River received concession rights from the Ministry of Environment and Tourism in August 2014 to control tourism activities in the Kuiseb Delta and Kuiseb Canyon.
The concession rights allow the Topnaar community to control, protect and conserve the !Nara plants, Topnaar graves, historical homesteads, as well as the entire fauna and flora in that area.
They charge tourists for entry permits into the area and use such funds to develop themselves and pay for their daily needs.
On Tuesday, Kooitjie confirmed that he requested the ministry to stop operations due to the fact that there are no formal tour operators and the community had conducted unguided tours, which is not allowed.
“Another issue is that there have been a lot of illegal activities such as off-road driving outside the tracks. Even worse, people with 4x4 trail businesses are suspected to have been operating in the delta, but they have no concession rights.”
He blames the Kuiseb Delta Development Trust, responsible for the administration of tourism activities and collection of proceeds on behalf of the whole community, for the mishaps.
“Until the Trust finds the tour operator, there will be no operations. We want to do things the right way so our community can benefit,” Kooitjie told Nampa.
The chairperson of the Kuiseb Delta Trust Alwine Kham accepted the blame, saying they were indeed operating without a tour operator but only to make money while searching for an adequate operator. That process somehow took longer than expected.
“We did not follow the procedures as per our contract with the ministry. We are required to have a joint venture with an operator who will work on our concession.”
Kham said they are currently waiting for the commencement of the tendering process through the Ministry of Environment and Tourism for tour operator companies to apply.
Tashiya Joseph Tashiya, the warden in charge of Dorob National Park in which the Kuiseb Delta falls, also confirmed the suspension of tour operations.
Tashiya told this agency on Tuesday the community was advised to wait for the ministry to advertise the tender.
“The tendering process could not start in November as it was almost festive season. I am sure the advert will come out this month when everyone is back in office. Once the suitable operator is chosen then they can start operating again.”
The money collected will be used by the Trust for developmental programmes of the community such as the provision of suitable housing.
Some of it is used to pay children’s education and the rest stays in the Trust’s coffers for other operations such as the construction of community campsites and maintenance of vehicles.

Quelle: Hitradio Namibia
Mit Peanut und Glück auf Namibia-Tour - RB 2015 Öfter Mal was Neues - Kaokoveld Februar 2026
1'003 Beiträge · seit 200813. Jan. 2016 · #7
eigentlich ein guter Ansatz, obwohl da die Verpflichtung fehlt
The concession rights allow the Topnaar community to control, protect and conserve the !Nara plants, Topnaar graves, historical homesteads, as well as the entire fauna and flora in that area.
außerdem typisch Afrika, das Geld wird nicht für das o.g. benutzt sondern
They charge tourists for entry permits into the area and use such funds to develop themselves and pay for their daily needs.
wird zwar unten wieder etwas abgemildert
The money collected will be used by the Trust for developmental programmes of the community such as the provision of suitable housing.
Some of it is used to pay children’s education and the rest stays in the Trust’s coffers for other operations such as the construction of community campsites and maintenance of vehicles.
Im Prinzip geht es also darum, Geld zu machen ... .
Conservation ist hier keine Frage mehr ... .
Funktionieren wird's auch nicht.

Gruss
Christian
Themenstarter33,1k Beiträge · seit 200613. Jan. 2016 · #8
Hi Christian,
Im Prinzip geht es also darum, Geld zu machen ... .
Conservation ist hier keine Frage mehr ... .
das ist das Prinzip von Konzessionsgebieten bzw. Conservancies. Die Natur sollen einen Wert erhalten um geschützt zu werden... und das geht nur mit Geld 🙂

Viele Grüße aus Windhoek
Christian
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857 Beiträge · seit 201413. Jan. 2016 · #9
Hallo,

das ist auch das gute Recht der Stämme, siehe die Gebiete der Indianer in den USA.. mit positiven wie negativen Folgen. Wie sollen die Stämme sonst Geld verdienen ohne Startkapital, Know-How etc.
Und wie Christian schreibt: Was Geld bringt oder einen Wert darstellt, wird geschützt bzw. gewinnt für die Stämme dann auch an Wert.
Gruß
Alex
1'003 Beiträge · seit 200813. Jan. 2016 · #10
Hi,
Christian / Axel - bezogen sich Eure Kommentare auf meine Anmerkungen?

Wenn ja, kann ich da keinen Sinn drin entdecken.

Ihr habt anscheinend mein Argument nicht verstanden. Conservation hat die deutsche Bedeutung von Erhalten, Schutz, Bewahrung etc. - es bedeutet nicht Ausbeutung zum persönlichen (oder hier der einer Gruppe) Vorteil.

Auf jeden Fall ist die Nutzung der Mittel laut diesem Artikel nicht für den Schutz oder die Erhaltung der Natur vorgesehen.

Gruss
Christian

Von Landrückgabe oder sowas stand da nichts.
Themenstarter33,1k Beiträge · seit 200613. Jan. 2016 · #11
Hi Christian,
Christian / Axel - bezogen sich Eure Kommentare auf meine Anmerkungen?
Wenn ja, kann ich da keinen Sinn drin entdecken.
ohne Geld (für was auch immer es genutzt wird) würde die Natur "ausgebeutet" werden. Darum geht es. Es gibt keine Gesetze die irgendwie vorschreiben wie das Geld genutzt werden soll, anders als zum direkten oder indirekten (!) Erhalt der Natur. Für jeden Dollar Eintrittsgeld wird vielleicht lieber eine Konserve gekauft als der Springbock um die Ecke getötet. Es soll, da hier eben eine Traditionelle Führung Konzessionsinhaber ist, v.a. auch "empowern".

Und: Es ist kein Artikel, sondern eine Erklärung der Presseagentur Namibias (die nicht gerade für eine ausgewogene Wortwahl, die unbedingten Willen alles selber zu verstehen etc 😉 bekannt ist).

Viele Grüße aus Windhoek
Chriszian
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zuletzt bearbeitet 13. Jan. 2016
2'534 Beiträge · seit 200713. Jan. 2016 · #12
Hi Christian,

"Conservation" kann auch im Sinne von von Schutz der Kulturgüter in der Region angesehen werden, die es ja unbestritten gibt. Und schützen kann man die auch, indem man niemanden mehr dort hin fahren lässt. Bzw. nur Gruppen mit geführten Touren, die dann zur Regulation der Mengen auch Gebühren zu entrichten haben.

Es ist nirgendwo gesagt, wofür diese Gebühren dann verwendet werden müssen oder sollen.

Ich sehe das eher sogar positiv. Wenn dort die Erkenntnis reift, dass das "Land" und die Umgebung für jemand anderen etwas wert ist, dass andere Geld bezahlen und damit ein - wenn auch geringes - Einkommen eines Stammes sichern können, soll das bitte so sein. Wenn es eine Auflage gäbe, dass Gelder nur für die Erhaltung der Natur und der Kulturgüter dort verwendet werden dürfen, wäre das kontraproduktiv. Vor allem für die dort lebenden Menschen. Wie und warum bitte sollen die Geld ausgeben, um das zu "schützen", was seit tausenden von Jahren dort einfach "ist"?

lg
Wolfgang
Mit Peanut und Glück auf Namibia-Tour - RB 2015 Öfter Mal was Neues - Kaokoveld Februar 2026
425 Beiträge · seit 200715. Jan. 2016 · #13
Hallo Christian,
Da ich gerade an meiner Reiseplanung bin, muss ich nochmal genauer nachfragen.
Betrifft das jetzt das Flussbett des Kuiseb, oder auch schon die Strassen nach Homeb und weiter über Gobabeb nach Rooibank?
Bin jetzt leicht verwirrt...
Grüße Stephan www.skyimages.de Reisebericht Namibia 2002 - Wie alles begann..." Reisebericht Namibia 2007 Astronomie in Namibia 2009 Ins Land der Skipetaren 2010 "Kommt ein Kudu geflogen" - Namibia 2013 Timelapse Video "Southern Skies" Namibia 2016 - oder auf Zebrapfaden durch den Busch
Themenstarter33,1k Beiträge · seit 200616. Jan. 2016 · #14
Moin Stephan,

ich kenne die Grenzen der Konzession nicht im Einzelnen, aber es stehen an den Hauptstraßen Schilder. Die Konzessionsgebiete sind gesperrt, das schließt u.a. das Flussbett, den Canyon und das Delta ein.

Viele Grüße aus Windhoek
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
5'538 Beiträge · seit 200816. Jan. 2016 · #15
Hallo Stephan,

ich kann mir nicht vorstellen, dass die Strecke Mirabis - Gobabeb gesperrt ist. Ob der Abzweig nach Homeb noch möglich ist, muss man sehen. Wenn Du dort campen willst, dann würde ich das lieber lassen und die andere Seite über Hotsas und Blutkuppe/Tinkas nehmen. Die ist ebenfalls wunderschon und an der Blutkuppe und bei den Arches kann man prima campen, allerdings keine sanitären Anlagen (außer Plumps Klos bei der Blutkuppe).

Liebe Grüße
Gerd
425 Beiträge · seit 200718. Jan. 2016 · #16
Danke Gerd und Christian für eure Antworten.

Christian, mit den Schildern meinst du sicherlich die auf Stein aufgemalten "Einbahnstraßenschilder"? Die kennzeichneten ja schon früher die Straßen, für deren befahren ein Permit vom NWR notwendig war... und ich war davon ausgegangen, dass das noch so sein.
Ich bin diese Route entlang der D1984 immer sehr gern entlang gefahren und habe das eigentlich auch diesmal wieder vor. Mal sehen, was ich noch in Erfahrung bringen kann.

Blutkuppe/ Tinkas wollte ich eventuell rückzu mit einplanen.
Grüße Stephan www.skyimages.de Reisebericht Namibia 2002 - Wie alles begann..." Reisebericht Namibia 2007 Astronomie in Namibia 2009 Ins Land der Skipetaren 2010 "Kommt ein Kudu geflogen" - Namibia 2013 Timelapse Video "Southern Skies" Namibia 2016 - oder auf Zebrapfaden durch den Busch
Themenstarter33,1k Beiträge · seit 200618. Jan. 2016 · #17
Hi Stephan,
Christian, mit den Schildern meinst du sicherlich die auf Stein aufgemalten "Einbahnstraßenschilder"?
Nein, ich meine diese nicht zu übersehenden Schilder: https://www.newera.com.na/wp-content/uploads/Topnaar-consession.jpg
Die kennzeichneten ja schon früher die Straßen, für deren befahren ein Permit vom NWR notwendig war... und ich war davon ausgegangen, dass das noch so sein.
Nur am Rande. NWR hat und wird niemals irgendwelche Permits ausstellen (NWR ist ein Unterkunftsbetreiber). Permits gibt es nur beim Umweltministerium.

Die D1984 kannst Du doch weiterhin befahren...

Viele Grüße aus Windhoek
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
425 Beiträge · seit 200718. Jan. 2016 · #18
Danke Christoph, diese Schilder kannte ich noch nicht. Ja, das Umweltministerium meinte ich auch 😉
Grüße Stephan www.skyimages.de Reisebericht Namibia 2002 - Wie alles begann..." Reisebericht Namibia 2007 Astronomie in Namibia 2009 Ins Land der Skipetaren 2010 "Kommt ein Kudu geflogen" - Namibia 2013 Timelapse Video "Southern Skies" Namibia 2016 - oder auf Zebrapfaden durch den Busch
5'538 Beiträge · seit 200818. Jan. 2016 · #19
Liebe Fomis,

Wenn ich wieder in Swakop bin, werde ich sofort mal ausprobieren, wie ernsthaft die das meinen.
Hier muss ich wohl noch etwas erläutern, wie ich aufgrund einiger pms gemerkt habe:
Ich fahre nach Rooibank, dort gibt es ein Camp, das auch immer die Permits verkaufte. Dort werde ich nachfragen und natürlich nur in den Kuiseb fahren, wenn ich auch das Permit bekomme.

Liebe Grüße
Gerd
128 Beiträge · seit 200618. Jan. 2016 · #20
Hallo Mitstreiter!
Etwas off topic, doch vielleicht interessant: Gerade heute hatte ich einen Schriftwechsel mit einem Kollegen aus Norddeutschland. Seine Frau ist eine Scheppmann, Nachfahrin der Gruender von Scheppmannsdorf, das heute Rooibank heisst... Mehr als die Kirche der Rheinischen Mission ist mir da nicht bekannt. Waere interessant, von da und der Umgebung noch Bilder gezeigt zu bekommen!
Cheers
Battli
aus Somerset West/RSA