Hallo,
ich möchte hier von einer dreiwöchigen Gruppenreise im April/Mai 2015 berichten. Um das System nicht zu überlasten stelle ich den ganzen Bericht in einzelnen Beiträgen nacheinander ein.
Namibia – Botswana – Simbabwe 2015
Am Dienstag, dem 28.4.2015, holt uns um 13:36 ein Bus an der Haustür ab und fährt zum Flughafen in München. Wir sind eine Gruppe von 15 Personen, die an einer 20 tägigen Reise "Namibia à la Karte" der VHS Helmbrechts teilnehmen.
Um 21:05 fliegt der Airbus ab. Auf dem 11-stündigen Flug nach Johannesburg finden wir keine rechte Ruhe.
Zwei Stunden später folgt dann der gut einstündige Anschlußflug von Johannesburg/Südafrika nach Windhoek/Namibia. Dort müssen wir uns selber eine Bestätigung ausfüllen, daß wir nicht an Ebola erkrankt sind. Dann werden wir mit abgenommener Brille mit einer Wärmebildkamera auf ein mögliches Fieber untersucht.
Unser Fahrer und Reiseleiter für die nächsten Wochen ist Roger, ein Herero, der perfekt deutsch spricht. Roger ist das Highlight der ganzen Tour.
Namibia ist mit nur 2 Millionen Einwohnern doppelt so groß wie Deutschland. 20.000 Weißen, das sind 6 % der Einwohner, stehen 7 Volksgruppen mit jeweils über 100.000 Personen gegenüber. Die ältesten Funde von Hominiden in Namibia sind auf ein Alter von 13 Millionen Jahren datiert. Von April bis Oktober ist hier in Namibia Winter. Nach einer kurzen Pause starten wir mit dem Bus zu einer Stadtrundfahrt. Der Name von Windhoek leitet sich von "windige Ecke" ab. Die Stadt wird erstmals 1840 erwähnt, liegt auf 1700 m Höhe und hat 350.000 Einwohner.
Im Zentrum steigen wir bei der innen sehr schlichten Christuskirche von 1910 aus.
Im daneben liegenden Park steht ein Leberwurstbaum…
… und andere seltsame Pflanzen.
Beim 1912 von der deutschen Kolonialmacht eingeweihten Bahnhof wollen wir sehr zum Verdruß unseres Reiseleiters nicht aussteigen.
Immer wieder stoßen wir auf Zeichen der ehemaligen Kolonialmacht.
Weiter geht unsere Fahrt …
… zur Vorstadt Katutura, das heißt in der Sprache der Herero "der Ort, an dem wir nicht leben möchten". Hierher wurden in den 1950er Jahren die Farbigen von der südafrikanischen Apartheidspolitik aus Windhoek ausgesiedelt. Die damals errichteten Einheitshäuser hatten eine Wohnfläche von 45 m² und daneben ein Toilettenhäuschen.
Heute ist Katutura mit Windhoek zusammengewachsen. Auf den Hängen stehen viele glänzende Wellblech-Hütten, liebevoll "Silvercity" genannt.
Die einzelnen Hütten haben keinen Strom-, Wasser- und Abwasseranschluß. Trotz des Slum-Charakters ist alles mustergültig sauber.
Dann geht es wieder zurück ins Zentrum und man serviert uns endlich ein Essen - ein afrikanisches Menue, teilweise in Holzschüsseln angerichtet.
Als wir ins Bett fallen, sind wir 39 Stunden auf den Beinen gewesen.
Am 3.Tag unserer Reise heißt es um 7:00 aufstehen.
Nach dem Einkauf einer Brotzeit in einem durchaus mit europäischem Standard vergleichbaren Markt geht es auf Schotterstraßen 380 km bis zur Sossusvlei Lodge.
Weit geht der Blick über das Land.
Unterwegs sehen wir die ersten Antilopen-Herden.
Ein Abstecher bei Nauchas führt uns zum 1780 m hohen Spreetshoogte Pass. Dort kehren wir nach einem ausführlichen Blick auf die Namib-Wüste und das Naukluft-Gebirge um.
Denn auf der anderen Seite des Passes beträgt das Gefälle 22 % und da traut sich unser Busfahrer nicht hinunter.
An den Hängen stehen hier einzelne Köcherbäume.
Roger stellt uns unbeschränkte Mengen von stillem Wasser zur Verfügung und das braucht man auch bei der trockenen Luft.
Mit der tiefstehenden Sonne färben sich die Berge immer mehr rot …..
….. und im Gegenlicht glänzen die Gräser in den Ebenen silbern.
Vorbei am Gate in den Sossusvlei erreichen wir unser Lodge. In der Sossusvlei Lodge reicht man uns zur Begrüßung ein nasses Handtuch. Um 17:30 sind wir am Ziel und ahnen nun, was Entfernungen in Namibia bedeuten.
Wir beziehen ein einzeln stehendes Gebäude. Der Sanitärbereich ist gemauert und über dem Schlafzimmer ist ein Zelt aufgespannt.
Beim Abendessen-Buffet gibt es Riesen-Krabben und Steaks von Zebra, Strauss, Oryx-Antilope, Warzenschwein, Springbock und vieles mehr.
Leider ist das Fleisch über dem offenen Feuer außen verbrannt und innen roh. Unser Sprichwort an diesem Abend ist: "vom Zebra habe ich nur die schwarzen Streifen bekommen". Alles will ich ausprobieren, die Folgen am nächsten Tag sind durchschlagend.
Am 4.Tag werden wir um 5:00 geweckt. Es gibt eine Tasse Kaffee und um 5:45 steht unser Bus als erster in einer langen Reihe am noch verschlossenen Tor zum National-Park Sossusvlei.
Mit Sonnenaufgang öffnet das Tor und wir fahren erst mal 62 km auf asphaltierter Straße durch die Wüste. Die aufgehende Sonne färbt die Dünen des Sossusvlei rot ein und bildet als Kontrast tiefe Schatten.
Dann steigen wir auf einen offenen Allrad-Geländewagen und fahren nochmals über 5 km durch tiefen Sand bis an die Sossusvlei. Der Boden auf der Ebene an den tiefer gelegenen Stellen ist gerissen.
Bis zu 300 m ragen die Dünen aus der Ebene auf. Dort decken wir einen Tisch und frühstücken mit dem Blick auf die Wüste.
Der Schatten der Bäume schützt vor dem schnell stärker werdenden Sonnenlicht und auch vor dem kräftig blasenden Wind. Mit der steigenden Sonne ändert sich unentwegt das Licht.
Danach kommt für Mutige der Aufstieg am Grat entlang auf die Düne.
In den Schuhen bringen wir den Sand zurück.
Sogar eine Buschtoilette gibt es hier. Das ist eine Rettungs-Möglichkeit bei Magen und Darmproblemen.
Schildrabe
Nach dem Rückweg mit dem Geländewagen bringt uns unser Bus noch zum Sesriem-Canyon. Innerhalb von 15 Millionen Jahren hat der Fluss Tsauchab einen 1 km langen und bis zu 40 m tiefen und oft nur 2 m breiten Canyon gegraben.
Der 5.Tag beginnt mit einem wunderbaren Sonnenaufgang.
Nach dem gemeinsamen Frühstück brechen wir auf.
Rotschulter-Glanzstar
Der Weg führt uns heute auf über 400 km staubiger Piste durch die zentrale Namib Wüste nach Swakopmund.
Auf der Strecke halten wir zur Toilettenpause in Solitaire.
Webervögel bauen nicht nur kleine Nester, es gibt auch Arten, die Nester bauen, die über eine Tonne wiegen und von bis zu 500 Vogelpaaren bewohnt werden.
Eine Oryx-Antilope ist in einem Zaun hängen geblieben und die Geiser sitzen schon da.
Am Tropic of Capricorn verläuft der Wendekreis auf 23°26´05´´ südlicher Breite und nördlich beginnen die Tropen. Hier steht die Sonne am Mittag zur Zeit der Sonnenwende im Zenit und der Abstand zum Äquator beträgt 2609 km.
Steil geht es hinab in den Kuiseb-Canyon.
Bei einem Pass steigen wir auf die Anhöhe daneben hinauf und sehen ödes Land. Kleine Pflanzen sind da die Ausnahme.
Dann begleitet uns eine Windhose und Bergzebras queren gleich unsere Piste.
Die Versorgungsleitungen führen zur Rössing-Uranmine.
In einem kleinen Naturschutzgebiet wollen wir Wild beobachten, doch viel gibt es in der Mittagshitze nicht zu sehen.
Die 1860 entdeckte Welwitschia mirabilis ist eine der seltsamsten Pflanzen Namibias. Die Pflanze wächst nur mit zwei breiten Blättern, die durch den Wind einreißen und ein Blattgewirr bilden.
Mit der vergrößerten Oberfläche sammelt die Welwitschia den Küstennebel der Namib. Es gibt männliche und weibliche Pflanzen, die von Wanzen bestäubt werden.
Die Mondlandschaft ist ein nahezu vegetationsloses Gebiet und an einer Bruchkante der Erdscholle durch Erosion entstanden.

ich möchte hier von einer dreiwöchigen Gruppenreise im April/Mai 2015 berichten. Um das System nicht zu überlasten stelle ich den ganzen Bericht in einzelnen Beiträgen nacheinander ein.
Namibia – Botswana – Simbabwe 2015
Am Dienstag, dem 28.4.2015, holt uns um 13:36 ein Bus an der Haustür ab und fährt zum Flughafen in München. Wir sind eine Gruppe von 15 Personen, die an einer 20 tägigen Reise "Namibia à la Karte" der VHS Helmbrechts teilnehmen.
Um 21:05 fliegt der Airbus ab. Auf dem 11-stündigen Flug nach Johannesburg finden wir keine rechte Ruhe.
Zwei Stunden später folgt dann der gut einstündige Anschlußflug von Johannesburg/Südafrika nach Windhoek/Namibia. Dort müssen wir uns selber eine Bestätigung ausfüllen, daß wir nicht an Ebola erkrankt sind. Dann werden wir mit abgenommener Brille mit einer Wärmebildkamera auf ein mögliches Fieber untersucht.
Unser Fahrer und Reiseleiter für die nächsten Wochen ist Roger, ein Herero, der perfekt deutsch spricht. Roger ist das Highlight der ganzen Tour.
Namibia ist mit nur 2 Millionen Einwohnern doppelt so groß wie Deutschland. 20.000 Weißen, das sind 6 % der Einwohner, stehen 7 Volksgruppen mit jeweils über 100.000 Personen gegenüber. Die ältesten Funde von Hominiden in Namibia sind auf ein Alter von 13 Millionen Jahren datiert. Von April bis Oktober ist hier in Namibia Winter. Nach einer kurzen Pause starten wir mit dem Bus zu einer Stadtrundfahrt. Der Name von Windhoek leitet sich von "windige Ecke" ab. Die Stadt wird erstmals 1840 erwähnt, liegt auf 1700 m Höhe und hat 350.000 Einwohner.
Im Zentrum steigen wir bei der innen sehr schlichten Christuskirche von 1910 aus.
Im daneben liegenden Park steht ein Leberwurstbaum…
… und andere seltsame Pflanzen.
Beim 1912 von der deutschen Kolonialmacht eingeweihten Bahnhof wollen wir sehr zum Verdruß unseres Reiseleiters nicht aussteigen.
Immer wieder stoßen wir auf Zeichen der ehemaligen Kolonialmacht.
Weiter geht unsere Fahrt …
… zur Vorstadt Katutura, das heißt in der Sprache der Herero "der Ort, an dem wir nicht leben möchten". Hierher wurden in den 1950er Jahren die Farbigen von der südafrikanischen Apartheidspolitik aus Windhoek ausgesiedelt. Die damals errichteten Einheitshäuser hatten eine Wohnfläche von 45 m² und daneben ein Toilettenhäuschen.
Heute ist Katutura mit Windhoek zusammengewachsen. Auf den Hängen stehen viele glänzende Wellblech-Hütten, liebevoll "Silvercity" genannt.
Die einzelnen Hütten haben keinen Strom-, Wasser- und Abwasseranschluß. Trotz des Slum-Charakters ist alles mustergültig sauber.
Dann geht es wieder zurück ins Zentrum und man serviert uns endlich ein Essen - ein afrikanisches Menue, teilweise in Holzschüsseln angerichtet.
Als wir ins Bett fallen, sind wir 39 Stunden auf den Beinen gewesen.
Am 3.Tag unserer Reise heißt es um 7:00 aufstehen.
Nach dem Einkauf einer Brotzeit in einem durchaus mit europäischem Standard vergleichbaren Markt geht es auf Schotterstraßen 380 km bis zur Sossusvlei Lodge.
Weit geht der Blick über das Land.
Unterwegs sehen wir die ersten Antilopen-Herden.
Ein Abstecher bei Nauchas führt uns zum 1780 m hohen Spreetshoogte Pass. Dort kehren wir nach einem ausführlichen Blick auf die Namib-Wüste und das Naukluft-Gebirge um.
Denn auf der anderen Seite des Passes beträgt das Gefälle 22 % und da traut sich unser Busfahrer nicht hinunter.
An den Hängen stehen hier einzelne Köcherbäume.
Roger stellt uns unbeschränkte Mengen von stillem Wasser zur Verfügung und das braucht man auch bei der trockenen Luft.
Mit der tiefstehenden Sonne färben sich die Berge immer mehr rot …..
….. und im Gegenlicht glänzen die Gräser in den Ebenen silbern.
Vorbei am Gate in den Sossusvlei erreichen wir unser Lodge. In der Sossusvlei Lodge reicht man uns zur Begrüßung ein nasses Handtuch. Um 17:30 sind wir am Ziel und ahnen nun, was Entfernungen in Namibia bedeuten.
Wir beziehen ein einzeln stehendes Gebäude. Der Sanitärbereich ist gemauert und über dem Schlafzimmer ist ein Zelt aufgespannt.
Beim Abendessen-Buffet gibt es Riesen-Krabben und Steaks von Zebra, Strauss, Oryx-Antilope, Warzenschwein, Springbock und vieles mehr.
Leider ist das Fleisch über dem offenen Feuer außen verbrannt und innen roh. Unser Sprichwort an diesem Abend ist: "vom Zebra habe ich nur die schwarzen Streifen bekommen". Alles will ich ausprobieren, die Folgen am nächsten Tag sind durchschlagend.
Am 4.Tag werden wir um 5:00 geweckt. Es gibt eine Tasse Kaffee und um 5:45 steht unser Bus als erster in einer langen Reihe am noch verschlossenen Tor zum National-Park Sossusvlei.
Mit Sonnenaufgang öffnet das Tor und wir fahren erst mal 62 km auf asphaltierter Straße durch die Wüste. Die aufgehende Sonne färbt die Dünen des Sossusvlei rot ein und bildet als Kontrast tiefe Schatten.
Dann steigen wir auf einen offenen Allrad-Geländewagen und fahren nochmals über 5 km durch tiefen Sand bis an die Sossusvlei. Der Boden auf der Ebene an den tiefer gelegenen Stellen ist gerissen.
Bis zu 300 m ragen die Dünen aus der Ebene auf. Dort decken wir einen Tisch und frühstücken mit dem Blick auf die Wüste.
Der Schatten der Bäume schützt vor dem schnell stärker werdenden Sonnenlicht und auch vor dem kräftig blasenden Wind. Mit der steigenden Sonne ändert sich unentwegt das Licht.
Danach kommt für Mutige der Aufstieg am Grat entlang auf die Düne.
In den Schuhen bringen wir den Sand zurück.
Sogar eine Buschtoilette gibt es hier. Das ist eine Rettungs-Möglichkeit bei Magen und Darmproblemen.
Schildrabe
Nach dem Rückweg mit dem Geländewagen bringt uns unser Bus noch zum Sesriem-Canyon. Innerhalb von 15 Millionen Jahren hat der Fluss Tsauchab einen 1 km langen und bis zu 40 m tiefen und oft nur 2 m breiten Canyon gegraben.
Der 5.Tag beginnt mit einem wunderbaren Sonnenaufgang.
Nach dem gemeinsamen Frühstück brechen wir auf.
Rotschulter-Glanzstar
Der Weg führt uns heute auf über 400 km staubiger Piste durch die zentrale Namib Wüste nach Swakopmund.
Auf der Strecke halten wir zur Toilettenpause in Solitaire.
Webervögel bauen nicht nur kleine Nester, es gibt auch Arten, die Nester bauen, die über eine Tonne wiegen und von bis zu 500 Vogelpaaren bewohnt werden.
Eine Oryx-Antilope ist in einem Zaun hängen geblieben und die Geiser sitzen schon da.
Am Tropic of Capricorn verläuft der Wendekreis auf 23°26´05´´ südlicher Breite und nördlich beginnen die Tropen. Hier steht die Sonne am Mittag zur Zeit der Sonnenwende im Zenit und der Abstand zum Äquator beträgt 2609 km.
Steil geht es hinab in den Kuiseb-Canyon.
Bei einem Pass steigen wir auf die Anhöhe daneben hinauf und sehen ödes Land. Kleine Pflanzen sind da die Ausnahme.
Dann begleitet uns eine Windhose und Bergzebras queren gleich unsere Piste.
Die Versorgungsleitungen führen zur Rössing-Uranmine.
In einem kleinen Naturschutzgebiet wollen wir Wild beobachten, doch viel gibt es in der Mittagshitze nicht zu sehen.
Die 1860 entdeckte Welwitschia mirabilis ist eine der seltsamsten Pflanzen Namibias. Die Pflanze wächst nur mit zwei breiten Blättern, die durch den Wind einreißen und ein Blattgewirr bilden.
Mit der vergrößerten Oberfläche sammelt die Welwitschia den Küstennebel der Namib. Es gibt männliche und weibliche Pflanzen, die von Wanzen bestäubt werden.
Die Mondlandschaft ist ein nahezu vegetationsloses Gebiet und an einer Bruchkante der Erdscholle durch Erosion entstanden.