High Noon in Botswana

1 Antworten · 1'045 Aufrufe · gestartet 24. Mai 2015 von leser
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ThemenstarterGast24. Mai 2015 · #1
Hallo Martin61, zu deiner Zuschrift im Thema „Nashornwilderei in Namibia“ möchte ich gerne etwas anschließen. Dieses Thema und das über die Jagd sind zwar schon derartig mit OFF TOPICs überfrachtet, dass es nicht mehr darauf ankäme, ich mache es aber trotzdem auf diesem Weg, also:

In Botswana kann die Todesstrafe für Mord und Landesverrat ausgesprochen werden, Wildern wurde nicht mit dem Tod bestraft. 2013 wurde aber eine „shoot to kill“ Politik gegen Wilderer eingeführt. Die Rechtsgrundlage ist zumindest für mich unklar und fragwürdig, weil per Regierungsbeschluss (!!) eingeführt. Jedenfalls wird sie damit gerechtfertigt, dass es sich (hauptsächlich) um Ausländer handelt, die mit Kriegswaffen bewaffnet in Botswana eindringen, also quasi einen bewaffneten Angriff auf Botswana ausführen. Gestellte Wilderer sollen damit rechnen müssen, dass sie „on the spot“ exekutiert werden, was auch passiert. Minister Khama sagt, dass ein Gerichtsverfahren in solchen Fällen verzichtbar ist.

Kein Außenstehender kann die Bedrohungssituation für den Soldaten oder Ranger in einer Konfrontation, welche zur Tötung von Wilderern geführt hat, einschätzen. „Shoot to kill“ und „execute on the spot“ heißt aber auch, dass ohne Bedrohungssituation getötet werden darf. Hier vergibt m. E. ein Land unendlich viel an rechtsstaatlicher Legitimation und irgendwann rächt sich das, denn …….. what next?

Gefangene Wilderer können auch wertvoller sein als "on sight" erschossene, weil sie befragt werden können. Eine Tötung nach einer Gefangennahme und Befragung, also ohne jegliche Bedrohungssituation, ist glatter Mord.

Grüße vom leser

PS. Und welchen Dienst die Khamas mit dem Jagdverbot dem Land erwiesen haben, wird sich wirklich erst erweisen. Es wurden da nämlich auch Zig-Tausende Menschen um Einkommen und Ernährung gebracht, ohne irgendein Auffangnetz oder Kompensation, und ich rate schon mal, wie sich über die Runden bringen werden.
zuletzt bearbeitet 24. Mai 2015
ThemenstarterGast30. Mai 2015 · #2
Update:
“Reports indicate that the bodies of the three alleged poachers are lying at the Letsholathebe Hospital in Maun....A statement from BDF issued on Friday this week states that its patrol team deployed in the Kwando area in northern Botswana shot and killed three poachers who were in possession of elephant tusks on 15 May. BDF says that it was exercising its mission of defending Botswana’s territorial integrity and national interests...” aus http://www.sundaystandard.info/article.php?NewsID=23135&GroupID=1 vom 24.05.2015.
Beispiel einer namibischen Meinung dazu siehe hier:
http://www.lelamobile.com/content/51305/Alleged-poachers-bodies-repatriated-from-Botswana/
Dass es Tote gab, ist sicher, aber unter welchen Umständen? Die Polizei von Ngamiland oder Chobe erklärt sich entweder für nicht zuständig oder weiß nichts von dem Vorfall, siehe
http://www.ngamitimes.com/2015/05/suspected-poachers-shot-dead/
..obwohl eine Überführung der Leichen ohne polizeiliche Freigabe nicht möglich ist. Transparenz khamastyle in Reinkultur.
Mit diesem Thema wollte ich eigentlich nur darauf hinweisen, welche Büchse der Pandora mit „execute on the spot“ aufgemacht wird. Das war‘s von meiner Seite, wer sich dafür interessiert kann ja googeln.
Grüße