Das erste Mal Namibia und soviele Fragen

7 Antworten · 1'616 Aufrufe · gestartet 09. Apr. 2015 von redfang
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Themenstarter1 Beiträge · seit 201509. Apr. 2015 · #1
Hallo liebe Forenmitglieder und erfahrene Namibiareiser,

Meine Freundin und ich planen im September unsere erste Reise nach Namibia. Wahrscheinlich sind wir schon spät dran, doch der Gedanke daran kam uns leider erst vor kurzem, lässt uns seitdem aber nicht mehr los:)
Da ich leider auf meine Semesterferien angewiesen bin und wir von zwei anstehenden Hochzeiten "umzingelt" sind, sind wir leider auf die "Hochsaison" September angewiesen.

Wir wollen für 14 Tage als Selbstfahrer mit einem 4x4 mit Zelt oder großem, ich nenns mal, Schlafkofferraum unterwegs sein.
Einen Mietwagenfirma haben wir schon an der Hand, nämlich Pegasus Car Rental. Hat jemand schon Erfahrungen mit dem Anbieter?

Und nun natürlich die größte aller Fragen, die Tour. Anhand von Routenvorschlägen von Reiseanbietern und dem Forum hier, war schnell klar, dass wir uns auf das Wesentliche konzentrieren müssen, um den Urlaub nicht in Stress ausarten zu lassen.
Deswegen wollen wir den Norden Namibias erkunden und zwar ungefähr so:

Windhoek - Sesriem (2 Nächte) - Swakopmund (1 Nacht) - Brandberg (1 Nacht) - Palmwag oder Twyfelfontein (2 Nächte) - Etosha (mindestens 4 Nächte) - Waterberg Region (2 Nächte) - Windhoek

Haltet ihr das für realistisch?
Habt ihr Tipps für die Unterkünfte?
Ich bin um jeden Rat sehr dankbar, da so ein großer Planungsaufwand einen doch erfürchtig macht.

Vielen Dank und liebe Grüße,

Flo

PS: Ist es auch vor Ort möglich, den Aufenthalt zu verlängern oder sogar vor Ort erst zu buchen?
zuletzt bearbeitet 09. Apr. 2015
33,1k Beiträge · seit 200609. Apr. 2015 · #2
Hallo Flo,

willkommen im Forum.
Meine Reiseroute für 14 Tage Namibia als Ersttäter sähe so aus:
Windhoek (1 Nacht)
Sesriem/Sossusvlei (2)
Swakopmund (3), u.a. Robben-/Delfin-Bootstour, Living Desert Tour)
Damaraland (2)
Etosha-West (1)
Etosha-Zentral (2)
Waterberg o.ä, (2)
bei Windhoek (1)

Viele Grüße aus Windhoek
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
3'491 Beiträge · seit 200609. Apr. 2015 · #3
Hallo Flo,
erst einmal herzlich woillkommen im Forum.
14 Tage Namibia ist verdammt kurz, aber wenn´s nicht anders geht, dann muss man eben etwas draus machen. Die Grundidee Eures Reiseplans ist schon mal nicht schlecht. Auch wenn Euch bei dieser Reise der Sinn vielleicht nicht unbedingt nach Städten steht, so würde ich Euch doch empfehlen, die erste Nacht in Windhoek zu verbringen. Ihr seid müde vom Flug, übernehmt ein Euch fremdes Auto, kennt Euch vermutlich noch nicht mit Linksverkehr aus und habt möglicherweise auch noch ein paar Einkäufe zu erledigen. Für all das ist ein Ruhetag in Windhoek sehr hilfreich.
2 Nächte Sesriem ist ok. Nur 1 Nacht in SWakopmund ist vielleicht doch etwas zu wenig. Ihr kommt am späten Nachmittag in Swakopmund an und wollt am nächsten Morgen gleich wieder Richtung Brandberg abdüsen. Ich finde, Swakopmund hat mehr Aufmerksamkeit verdient. Deshalb würde ich unbedingt zumindest eine weitere Nacht dranhängen.
Brandberg mit nur 1 Nacht bringt auch nicht viel. Dann lieber dran vorbeifahren, mal huldvoll winken und bis Twyfelfontein weiterfahren. Dort dann aber 2 Nächte vorsehen, denn Ihr braucht schon ein bisschen Zeit für die Felsgravuren und die Umgebung. Palmwag allerdings würde ich ganz streichen. Eine Nacht dafür wäre zu wenig und es ist ein ziemlicher Umweg, um nach Etosha zu kommen.
Wenn irgenbdwie möglich, solltet Ihr versuchen, in Etosha 6 Nächte zu bekommen. Wie Ihr richtig vermutet, seid Ihr zu besten Beobachtungszeit in Etosha. Das solltet Ihr auch ausnutzen. Fraglich ist nur, ob Ihr jetzt noch freie Unterkünfte findet. Vielleicht hilft Euch ein deutscher Reiseveranstalter weiter, weil die meistens ganze Kontingente vorbuchen und dann oft noch Plätze vergeben können, die auf dem freien Markt nicht zu bekommen sind. Ihr könnt dann nur nicht wählerisch sein. Als Ziele in Etosha kämen Dolomite Camp, Okaukuejo und Halali in Frage. Von Namutoni muss ich abraten - ist eine große Baustelle. Zur Not käme statt dessen noch Onguma außerhalb des Osttores von Etosha in Betracht, um von dort aus die östlichen Wasserlöcher von Etosha besuchen zu können.
2 Nächte in der Waterbergregion sind sicher schön, aber nicht unbedingt erforderlich. Ihr könnt problemlos von Etosha-Ost bis Windhoek in einem Rutsch fahren. Zwar 500 km, aber alles Teerstraße und deshalb in 6 Std. bequem zu schaffen.
Viel Spaß bei der weiteren Planung.
Gruß Joli
133 Beiträge · seit 201309. Apr. 2015 · #4
Hallo Flo,

sich auf einen Teil zu beschränken ist schon mal ganz gut.

Würde auch die erste Nacht in Windhoek bleiben, zum ankommen, einkaufen, abends was schönes Essen gehen und ohne viele Kilometer am ersten Tag zu machen um sich ein wenig vom Flug zu erholen.

Könnte dann so aussehen:

Windhoek (1)
Sesriem (2)
Swakopmund (2)
Damaraland (2)
Etosha (4) (2/2)
Waterberg (2)
Windhoek (1)

Wenn du zu den Felsgravuren nach Twyvelfontein fahren willst, kannst du das auch als Tagesausflug während eures Aufenthaltes im Damaraland oder auf der Strecke von Swakopmund über Twyvelfontein ins Damaraland.

Für Etosha (was ja für viele das Highlight ihrer Reise ist) würde ich mir schon 4 Nächte nehmen.

Wenn ihr überall mindestens 2 Nächte bleibt habt ihr immer einen vollen Tag vor Ort für Unternehmungen, oder um einfach auch mal nix zu machen. Denn es kommen ein paar Kilometer auf dieser Strecke zusammen.
Da ist vielleicht ein halber Tag relaxen (je nachdem wo eure Interessenliegen) auch mal schön.

Flüge bereits gebucht?

Grüße, Markus
"with the lights out it's less dangerous"
71 Beiträge · seit 201209. Apr. 2015 · #5
Hallo.

Zum Etoscha: wir waren jetzt 2 Mal im September/Oktober in Namibia. Unsere Erfahrung war, dass in Okaukuejo immer voll war und man in Halali sich die Stellplätze aussuchen konnte.
Und wir waren jeweils nur 2 Nächte im Etoscha. Die Zeit zählt ja ab Eintritt in den Park. Ihr müsst also den Park vor der Zeit verlassen, in der ihr ihn betreten habt. Vier Übernachtungen finde ich fast zu viel. So viel Strecke die man fahren kann gibt es nicht.
Wir haben es dann so gemacht,, dass ein Logge (edel) in der Nähe des Park vorgebucht hatten und von da aus dann Richtung Windhoek aufgebrochen sind.

Grüße aus Karlsruhe
Oliver
281 Beiträge · seit 201409. Apr. 2015 · #6
Moin,

es ist ja schon alles wesentliche gesagt worden.

Um Jolis Vorschlag zu unterstreichen, würde ich nach dem Brandberg eine Übernachtung in der Grootberg Lodge machen und die Namatour mit dem eigenen Wagen mitmachen und dann weiterfahren. Der Ausblick von der Lodge ist supergrandios.

Bei meiner ersten Tour hatten wir 2 Nächte in Lüderitz (mit einer Ganztageswüstentour), dass fand ich damals als Einsteigertour ok. Jetzt im Herbst sind wir vier Nächte dort, um auch alle Tiere zu sehen, so wie es travelN schon beschrieben hat.

Ebenfalls hatte ich bei meiner Einsteiger Tour auch nur zwei Nächte im Etoscha NP und fand das schon klasse.
Jetzt bin ich 5 Nächte unterwegs, dass hat den Vorteil, dass ich alles abfahren kann UND viel Zeit an den Wasserlöchern für's Warten und Beobachten habe.

Es kommt also auf Eure Prämisse, Geduld und Vorbildung an, wie intensiv ihr was bereisen und erleben wollt. Außerdem würde ich auch immer an einen Tag zur Regeneration denken. Buch lesen, Wäsche waschen, Speicherchips sichern, Seele baumeln lassen und vor allem um die namibischen Eindrücke sacken zu lasen. Auch wenn der Tag zunächst verschwenderisch erscheint, hinterher ist es ein sehr wichtiger Tag.
--------------------------------------------- carpe diem
5'538 Beiträge · seit 200809. Apr. 2015 · #7
Hallo Flo und herzlich willkommen im Forum,

Eure Route ist gar nicht so schlecht - Frage, ob Ihr noch überall Campingplätze bekommt. Ich kommentiere mal anhand Eurer Überlegungen:

1. Tag: Windhoek
Je nach dem mit wem Ihr anreist und wann Ihr ankommt, halte ich Windhoek nicht unbedingt für ein Muss. Wenn Ihr z. B. mit Air Namibia oder Condor frühmorgens ankommt, dann könnt Ihr Euren Wagen von Pegasus (Condor?) und die nötigen Einkäufe für die ersten 5 Tage bis mittags erledigt haben. Dann würde ich aber weiterfahren bis zum Lake Oanob und die erste Nacht dort am See verbringen.


2. und 3. Tag: Sesriem (2 Nächte)

Vom Lake Oanob würde ich dann über den Spreetshoogte Pass und Solitaire nach Sesriem fahren. Ob Ihr noch einen Campingplatz bei NWR bekommt, wage ich zu bezweifeln. Direkt vor dem Tor ist noch ein Campingplatz "Oasis", der zur Sossusvlei Lodge gehört. Ich würde noch am Ankunftstag nachmittags meine erste Tour machen und je nach Zeit zumindest den Sesriem Canon und die Elim Düne besuchen. Wenn Ihr vor der Mittagszeit ankommt, würde ich sogar noch bis zum Ende fahren und zum Dead Vlei laufen.
Wenn Ihr das nicht schafft, dann fahrt am 3. Tag morgens ins Vlei und lasst Euch einfach viel Zeit für die verschiedenen Wanderungen - zum Dead Vlei, auf Big Daddy, auf die Sossusvlei Düne.

4. und 5. Swakopmund (1 Nacht)

Auch ich empfehle Euch hier mindestens zwei Nächte. Es gibt viel zu sehen und zu tun. Auch wenn es sehr touristisch ist, würde ich unbedingt die Delfin-Tour machen und die Little Five Tour. Ich selbst bin zwar kein Freund der Little Five Tour, aber objektiv und ehrlich gesagt gibt es für Besucher wenig Alternativen, so viel zu sehen und zu lernen über das Wüstenleben.

Brandberg (1 Nacht)

Auch ich würde diese Nacht weglassen und damit habt Ihr dann die erste Nacht am Lake Oanob wieder raus.


6. und 7. Palmwag oder Twyfelfontein (2 Nächte)

Palmwag ist für mich immer wieder ein Traum von Landschaft und deswegen würde ich dort campen. Wenn Ihr von Swakop kommt, schafft Ihr das in etwa 5 Stunden. Rein theoretisch habt Ihr dann noch Zeit, den Abstecher nach Twyfelfontein zu machen und dort den Kudu Dancing Trail zu laufen. Dieser Umweg dauert 3 Stunden. Da im September die Tage etwa 12 Stunden lang sind, verbleiben Euch etwa 4 Stunden für Stopps etc.

8. Tag Palmwag - Etosha (mindestens 4 Nächte)

Diese Nacht würde ich auf dem neuen Campingplatz beim Dolomite Camp verbringen oder in der Lodge dort selbst.

9. - 13. Tag Etoscha

Das dürfte jetzt davon abhängen, wo Ihr noch Campingplätze bekommt. Wenn möglich würde ich die 9. und 10. Übernachtung in Okaukuejo einplanen, die 11. in Halali und die 12. im Onguma Camp (außerhalb).

Am 13. Tag hättet Ihr dann die Wahl zwischen Etoscha oder Fahrt in Richtung Windhoek. Wenn Ihr die zweite Alternative wählt, würde ich kurz vor Windhoek bei Düsternbrook übernachten und dann am 14. von dort in Ruhe nach WDH fahren, den Wagen abgeben und am Nachmittag mit Carsten Möhle bzw. Bwana Tucke Tucke eine Katutura-Fahrt mit anschließendem Transfer zum Flughafen einplanen. Wenn Ihr den 13. Tag noch voll in der Etoscha verbringt, müsst Ihr dann am 14. relativ frühmorgens nach WDH fahren. Das ist zeitlich gut zu schaffen, aber dann habt Ihr gar nichts von Windhoek gesehen.

Liebe Grüße
Gerd
zuletzt bearbeitet 09. Apr. 2015
7'296 Beiträge · seit 200609. Apr. 2015 · #8
Hallo Flo,

ich würde es wie Gerd machen und zum Lake Oanob fahren. Das ist nicht so weit und man verbringt den ersten Abend schon etwas naturnäher und erlebt vielleicht auch einen schönen Sonnenuntergang am See.
Gerd1942 schrieb:

Vom Lake Oanob würde ich dann über den Spreetshoogte Pass und Solitaire nach Sesriem fahren. Ob Ihr noch einen Campingplatz bei NWR bekommt, wage ich zu bezweifeln.
Der Spreetshoogte Pass in diese Fahrtrichtung ist absolut grandios, weil man von der Passhöhe in die tiefer gelegene Wüste blickt. Das ist ein genialer Einstieg in die Landschaft Namibias.

Ich war dreimal auf dem Campingplatz in Sesriem und es war immer ausgebucht und ich hatte nicht reserviert. Ich habe vor der Rezeption Leute angesprochen, ob sie mit mir/uns den Campingplatz teilen würden und hatte immer Glück. Da die Kosten pro Platz berechnet wurden, war es auch für diejenigen günstiger, die reserviert hatten. Auf diese Weise klappte das aber nur vor dem Einchecken. Hatten die Anderen bereits eingecheckt, durfte das Personal die Buchung nicht mehr ändern.
Außerdem muss man drauf achten, dass man zwei getrennte Permits für die Einfahrt in den Park erhält, sonst kann man nur gemeinsam mit dem anderen Fahrzeug rein oder raus. Das war aber auch kein Problem, wenn man dran gedacht hat.

Gruß
Wolfgang
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