Reisebericht

Eine Reise wird zum Alptraum

von Erika · begonnen 16. März 2015 · 44 Teile

Teil 2114. Apr. 2015
Scorpio Villas, Malindi, 8. Januar 2015
Der Durchmarsch scheint überwunden zu sein. Toni fühlt sich zwar noch schwach, aber das ist ja kein Wunder.

Nach dem Frühstück fahren wir in die Stadt. Die brennenden Müllberge, wo oftmals Kühe nach Fressbarem suchen, sehen schrecklich aus und stinken erbärmlich 🤢 . Wir können uns nicht daran erinnern, dass Malindi früher so vermüllt war. Die Villenviertel sind natürlich immer noch sehr sauber, da wird schon noch aufgeräumt.

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Stinkende Müllberge mitten in Malindi 🤢

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Der Nakumatt in Malindi

Nach einer Stadtrundfahrt machen wir im Nakumatt einige Besorgungen. Das grosse Angebot an italienischen Delikatessen ist einfach zu verlockend. Zudem müssen wir ja was zu futtern haben, wenn wir bald weiterfahren wollen.

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Die Altstadt von Malindi

Neben dem Nakumatt befindet sich ein italienisches Restaurant. Man gewinnt den Eindruck, dass das hier die Stammkneipe der Mafiosis ist. Hier sitzen wir gerne und schauen dem Treiben zu 😁 . Alle kennen sich, Küsschen, Küsschen, ciao Giovanni, ciao Francesca, Küsschen, Küsschen…. usw., etc. 😘 😘 😘 - halt wie das so in der Küsserszene üblich ist.

Natürlich darf auch der schicke, standesgemässe 4x4 nicht unbeachtet bleiben, weshalb man direkt vorm Lokal parkiert. Den schönsten und auffälligsten Wagen hat natürlich der Restaurant-Besitzer. Es ist ein mächtiger Hummer mit geöffneter Motorhaube, der aber gerade nicht anspringen will, obwohl vier Köpfe auf dem Motor starren 🙄 . Wir erinnern uns daran, dass wir vor einem Jahr exakt die selbe Situation vorgefunden hatten. Selber Standort, geöffnete Motorhaube und ratlose Gesichter 😵 . Könnte ja sein, dass der Hummer seit der Zeit noch keinen Meter gefahren ist und immer noch regungslos und geduldig auf eine Reparatur wartet 😎 .

Da wir keine Lust auf das Hotel-Buffet haben, bestellen wir hier was Essbares. Es schmeckt sehr gut, aber die Portionen sind uns zu gross, sodass wir die Hälfte stehen lassen. Nach dem Bezahlen der Rechnung drückt uns die Bedienung zwei Papiersäcke in die Hand 🙄 . Es sind unsere Essensresten, die wir bei der Ausfahrt gleich an die Sicherheitsleute weiterreichen 🙂 .

Gemütlich fahren wir zu unserer Unterkunft zurück und geniessen noch ne Weile den tollen Pool.

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Hier noch ein anderer Pool von Scorpio Villas

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Die Temperaturen sind hier jeweils so um die 30 Grad, nachts kühlt es nur unwesentlich ab.
Teil 2214. Apr. 2015
Scorpio Villas, Malindi, 9. Januar 2015
Um ganz sicher zu sein, dass Tonis Darmverstimmung nun auskuriert ist, bleiben wir heute nochmals hier. Wir möchten nichts überstürzen und unter Zeitdruck sind wir eh nicht. So ganz gefällt mir mein Mann nämlich doch nicht. Er hat kaum Appetit und legt sich immer wieder hin 🤨 .

Toni möchte morgen zum Tsavo Ost NP weiterfahren. Ich mach ihm aber den Vorschlag, dass wir auch zurück nach Kikambala zur Edelweiss Lodge könnten, da ich einfach das Gefühl habe, dass er noch sehr schwach ist. Er kann ja kaum die paar Sachen tragen, die wir schon heute im Fahrzeug verstauen wollen 😕 . Aber der Wunsch bleibt, morgen geht‘s zum Tsavo Ost Nationalpark mit Übernachtung auf dem Ndololo Campingplatz.


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Der sehr schneeweiße Strand von Scorpio Villas

Während sich Toni wieder auf sein Veranda-Bett legt, spazier ich nochmals zum fast menschenleeren Strand. Es ist für die Hotelbetreiber schon trostlos, wie wenige Touristen hier sind. Obwohl eigentlich immer noch Hochsaison wäre, sind wir hier höchstens zwölf Gäste und in den anderen Lodges sieht es bestimmt auch nicht besser aus. Für uns ist‘s natürlich toll, eine so schöne Ferienanlage fast ganz für uns allein zu haben, aber als Hotelbesitzer würde ich mir schon ziemliche Sorgen machen.


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Auch diese einheimischen Damen wissen einen tollen Pool zu schätzen 😎 .

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Im Hintergrund das Restaurant

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Eines steht fest - falls wir jemals wieder nach Malindi kommen, werden wir bestimmt nochmals ein paar Tage hier verbringen und wenn vielleicht eines Tages noch der Koch ausgewechselt wird 😄 , ist das der perfekte Ort für uns.


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Scorpio Villas by night 🙂

Fortsetzung folgt......
Teil 2315. Apr. 2015
Scorpio Villas, Malindi - Tsavo Ost Nationalpark, Ndololo Public Campsite, 10. Januar 2015
Heute heisst‘s Abschied nehmen von Scorpio Villas. Fast tut‘s mir ein wenig leid, diese schöne Anlage zu verlassen.

Nach dem Frühstück bezahlen wir unsere Rechnung und räumen anschließend unser Bungalow aus. Glücklicherweise sind sofort einige Helfer da, die unser Gepäck zum Fahrzeug tragen.
Um 10 Uhr fahren wir endlich los. Gleich zu Anfang versucht das Navi, uns auf einem grossen Umweg zur Piste nach Tsavo Ost zu dirigieren 😈 . Die Macke kennen wir noch vom letzten Mal und lassen uns deshalb von diesem hinterlistigen Gerät nicht verarschen 😛 .

Die ca. 120 km lange, sehr staubige und oft ziemlich holperige Piste führt erst durch bewohntes Gebiet mit sehr armseligen Siedlungen, die von der roten Erde total eingpudert sind. Hier halten wir bei einer Holzkohlehändler-Familie an, da wir ja am Abend ein schönes Stück Rinderfilet auf den Grill schmeissen möchten 🙂 . Da aber die Säcke für uns viel zu gross sind, möchten wir nur unseren kleinen Plastiksack füllen lassen, was aber daran scheitert, dass wir entweder nur das riesen Ding kaufen können, oder gar nichts 😵 . Sie begreifen nicht, dass es uns nicht um die lächerlichen 3 U$ geht, sondern um das Volumen eines solchen Sackes. Beim zweiten Holzkohle-Hersteller klappt es dann besser. Das zuständige Mädel füllt uns eine Portion ab, kriegt dafür umgerechnet einen Dollar und alle sind zufrieden 😁 . Das selbe Problem haben wir auch oft bei den Ananas, Mangos usw., welche meistens in grossen Einheiten angeboten werden. Wenn man nur ein Stück kaufen möchte, kostet das soviel, wie der ganze Stapel 🤩 .

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Streckenabschnitt mit knallroter Erde

Mit der Zeit wird es immer einsamer und auf den letzten ca. 50 km bis zum Sala Gate wohnt dann überhaupt niemand mehr.

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Hinter dem Horizont liegt der Tsavo Ost Nationalpark. Die schnurgerade Piste führt uns direkt zum Parkeingang.

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Nach 120 km und drei Stunden Fahrzeit erreichen wir das Sala Gate.

Vor uns ist ein aufgebrachter, laut lamentierender Safari Guide mit zwei Touristinnen, der eine Special Campsite gebucht hat, welche aber scheinbar bereits besetzt ist. Mir würde das auch stinken, zumal diese Plätze echt teuer sind.

Bei uns geht alles ganz schnell. Die Safari-Karte wird mittels eines Apparätchens kontrolliert, ob sie genügend Geld draufgeladen hat, dann werden Quittungen ausgedruckt und schon sind wir durch.

Die Piste führt uns am Ufer des Galana Rivers entlang durch eine sehr schöne, offene Landschaft. Bald entdecken wir die ersten Tiere 🙂 🙂 🙂 .

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Schlangenadler

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Hippos im Galana River

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Galana River

Abgesehen von dem Grünstreifen am Flussufer ist die Gegend sehr ausgetrocknet und fast wüstenhaft.

Ich bemerke, dass sich Toni nicht so recht freuen kann 🙁 . Er hält nur an, wenn ich das wünsche, ansonsten hab ich das Gefühlt, dass er nur noch auf den Campingplatz fahren möchte. Auch wenn er sich nicht beklagt, ist es für mich offensichtlich, dass es ihm nicht gut geht 🙁 .

Da es eh Zeit ist, fahren wir direkt in Richtung Campingplatz. Hier muss es schon ab und zu etwas geregnet haben, denn die Landschaft ist nun wesentlich grüner.

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Die Macht des Wassers 😮

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Eine kleine Herde Elefanten

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Grants Gazellen

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Raubadler

Auf der gesamten Strecke im Park begegnet uns kein einziges Fahrzeug.

Endlich erreichen wir um 17.30 Uhr den schönen Ndololo Campingplatz. Wir sind die einzigen Gäste. Der Caretaker kommt sofort daher und erzählt uns, dass hier Löwen, Elefanten und Leoparden durchs Camp laufen 🙂 und beim Anblick unseres bescheidenen Holzkohle-Sacks meint er, dass wir ein richtiges Holzfeuer machen müssten, um die wilden Tiere zu vertreiben 😁 . Aber da es uns verboten sei, selbst Holz zu sammeln, bringe er uns gleich eine Schubkarre voll, natürlich gegen Bezahlung, was sonst. Cleveres Kerlchen 😉 😎

Noch selten haben wir eine Dusche so genossen, wie heute, denn wir sind total rot gepudert.

Toni ist von der Fahrerei so nudelfertig, dass es ihm sehr schwer fällt, das Dachzelt aufzustellen. Er mag nicht mal mehr was essen 🙁 .

Wir sitzen noch bis 21 Uhr am Feuer und als wir ganz in der Nähe einen Löwen brüllen hören, verziehen wir uns ins Dachzelt.

Temperatur tagsüber: 38 Grad
Gefahrene Kilometer: 231
Teil 2417. Apr. 2015
Ndololo Public Campsite , Tsavo Ost Nationalpark, 11. Januar 2015

Teil 1

Toni konnte nachts nicht gut schlafen, obwohl er hundemüde war. So lauschten wir halt gemeinsam in die Nacht hinein. Da draußen muss wirklich was los gewesen sein. Nachtvögel, knackende Äste, brüllende Löwen, trompetende Elefanten usw., wir lieben diese Geräusche und im Dachzelt fühlen wir uns sehr geborgen.

Da es schön abgekühlt hat, können wir lange liegen bleiben, ohne von der Hitze aus dem Bett gejagt zu werden. Auch klappert niemand in aller Frühe mit Zeltstangen oder knallt Autotüren zu, da wir ja den ganzen Platz für uns allein haben 😁 . Wir lassen uns sehr viel Zeit, frühstücken in aller Ruhe unter unserem schattenspendenden Baum und bleiben den ganzen Morgen im Camp.

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Ein Vögelchen zwitschert uns ein schönes Liedchen 🙂 es ist ein Graukopfliest/Grey-headed Kingfisher

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Der Camp-Elefant besucht uns

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Die Paviankinder kriegen ne Reitstunde 🤪

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Ndololo Campsite

Nach dem Mittag räumen wir langsam zusammen. Toni hat Mühe, unsere Solarzelle aufzuheben und in die Alubox zwischen Autodach und Dachzelt zu schieben. Auch beim Dachzelt zusammenklappen will das heute nicht so recht. Unglaublich, wie einem eine Darmverstimmung schwächen kann 🤨 - denken wir…. 😐
Gemeinsam schaffen wir‘s aber irgendwann.

Es wird 14 Uhr, bis wir endlich abfahrbereit sind. Die Orientierung im Park ist sehr einfach, wenn man die richtige Karte besitzt, denn jede Kreuzung ist nummeriert. Wir haben uns letztes Jahr so ein Exemplar mit aufgeführten Nummern gekauft und finden es prima.
Unterwegs können wir einige interessante Tiere beobachten.


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Eine Herde Büffel

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Einsamer Elefant

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Ein Strauch voller Vögel

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Blauracke

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Hübsche Zebras


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Am Damm bei der Ashnil Aruba Lodge wimmelt‘s nur so von Vögeln. Leider wollte meine Kamera nicht so recht scharf stellen, aber ich zeig trotzdem ein Bild 😛 .

Wie letztes Jahr, besuchen wir auch heute die schöne Ashnil Aruba Lodge und setzen uns mit einem Drink auf die Terrasse. Es seien nur zwölf Gäste hier, klagt der Kellner. Früher sei um diese Jahreszeit immer sehr viel Betrieb gewesen, erzählt er wehmütig.

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Auf den Bäumen und dem Terrassenboden rennen einige Agamen geschäftig hin und her


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Im Lodgegarten sitzt dieses niedliche Kingfischerlein.

Fortsetzung folgt….
Teil 2518. Apr. 2015
Ndololo Public Campsite, Tsavo West Nationalpark, 11. Januar 2015

Teil 2

Nachdem wir die Ashnil Aruba Lodge wieder verlassen haben, besuchen wir den Baum, worin wir letztes Jahr einen Leoparden entdeckt hatten. 🙂 🙂 🙂

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Er lag damals ziemlich weit oben im Geäst, fast zu weit für meine damalige Kamera.

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Dann stand er auf….

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… schaute zu uns rüber

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….schien zu überlegen

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….kletterte den Ast runter

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….und dann einen Ast höher

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Dass er dort oben seine Beute hingehängt hatte, hab ich erst daheim auf dem Bildschirm entdeckt. 🤩 🤩 🤩

Heute ist der Baum leider leer, es wäre ja zu schön gewesen, wenn er immer noch dort gewesen wäre und auf uns gewartet hätte. 😁


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Schau mir in die Augen, Kleines

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Junger Weissbürzelhabicht.

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Junger Gaukler

So langsam machen wir uns wieder auf den Weg zum Campingplatz.

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Der schaut etwa so verwundert, wie wir

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Jaja, wedle du nur mit den Ohren

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Ein Zweiergrüpplein

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Grünfutter ist hier wirklich genügend vorhanden

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Was meinst du, sollen wir uns vom Acker machen?

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Ja, lass uns abhauen

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Und hier noch irgendein Huhn auf Stelzenbeinchen, von hinten. 😘 😊 😎

Um 17 Uhr erreichen wir den Campingplatz und richten uns ein. Dann duschen wir uns den Staub ab. Der Caretaker bringt wieder ne Ladung Holz und wartet sehnsüchtig auf die Bezahlung. Sind auch heute wieder die einzigen Camper und demzufolge auch seine einzige Einnahmequelle.

Ich bereite unser Essen zu, während sich Toni ausruht. Heute gibt es Schweinekoteletts vom Grill mit Tomaten- und Gurkensalat. Mein Mann verspürt aber plötzlich keinen Hunger mehr und lässt fast alles stehen 🙁 😕 😐 .

Irgendwie mach ich mir langsam wirklich Sorgen. Kann es sein, dass man wegen eines Durchfalls dermaßen lange Nachwehen hat und vor allem, dass es so sehr an den Kräften zehrt? Da das Campen halt mit mehr Arbeit verbunden ist, wie wenn man in einer Lodge wohnt, mach ich Toni den Vorschlag, dass wir morgen wieder nach Kikambala zur Edelweiss Lodge fahren. Weit ist es ja nicht, in ein paar Stunden wären wir dort. Nein, er möchte noch zwei Nächte in den Tsavo West NP und wenn es bis dann noch nicht besser geht, könnten wir uns immer noch für diese Variante entscheiden. Na gut, aber ganz wohl ist mir nicht mehr 🙁 .

Fortsetzung folgt……………
Teil 2621. Apr. 2015
Ndololo Public Campsite, Tsavo Ost NP - Chyulu Public Campsite, Tsavo West NP,
12. Januar 2015

Während des Frühstücks - d.h. ich frühstücke und Toni schaut nur zu 🙁 - werden wir von mehreren Elefanten und einer Herde Impalas besucht. Auch die Paviane sind schon wach und machen ihre Morgengymnastik. Alle Tiere halten aber einen gewissen Respektabstand ein, sodass wir das Schauspiel gelassen geniessen können 😁 .

Da wir dank der 24-Std.-Regelung den Tsavo Ost NP erst um 13 Uhr verlassen müssen, bleibt noch genügend Zeit für einen letzten Game Drive. Wir nehmen die Piste in Richtung Galana River unter die Räder.

Leider ist heute der Himmel etwas bedeckt, aber für die Natur wäre es bestimmt ein Segen, wenn es hier endlich mal richtig schön regnen würde.


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Elefanten und Büffel an einem Wasserloch

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Verkehrspolizist an einer Kreuzung 😁

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Kleine Elefantenfamilie an einem Flusslauf


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Kleines Scheisserchen

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….und tschüss

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Raubadler

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Impalas

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Leuchtend oranger Termitenhügel

Bald erreichen wir den Galana River. Unser Interesse gilt den Lugard Falls.

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Hier darf man aussteigen und sich etwas die Beine vertreten.

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Ich setz mich auf einen Felsen und studiere die vom Wasser ausgespülten Felsformationen. Toni bleibt ganz entgegen seiner Gewohnheit im Fahrzeug sitzen und erst, als ich bereits am Zurückgehen bin, steigt er kurz aus um sich die Fälle doch noch aus der Nähe anzusehen. Besorgt frag ich ihn, ob er denn Schmerzen habe. Nein, es tue ihm nichts weh, er fühle sich einfach entsetzlich kraftlos 😐 .

Nach der Besichtigung der Fälle fahren wir auf direktem Weg zum Manyani Gate. Bei Tiersichtungen stoppen wir erst gar nicht mehr. Ich mache Toni den Vorschlag, dass ich mal das Steuer übernehmen könnte, aber das möchte er nicht 🤨 . Männerstolz halt, oder vielleicht auch Schiss vor Frau hintem Steuerrad 😗 .

Da ich noch ein paar letztjährige Fotos von der Gegend habe, hier eine kleine Auswahl:

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Wasserböcke

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Giraffen

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Mama mit Kind

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Roter Tsavo-Elefant

Pünktlich um 13 Uhr erreichen wir das Manyani Gate, wo man uns fast jubelnd empfängt. Wir seien heute die ersten Gäste, erzählt man uns. Kein Wunder, denn wir haben unterwegs auch wirklich keinen Menschen angetroffen.

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Als wir wieder ins Fahrzeug steigen wollen, entdecken wir vorne rechts einen langsamen Platten 😈 .

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unser Fahrzeug Ton in Ton mit der Erde 😁 🤩 .

Die zwei Souvenirverkäufer kommen sofort daher und legen Hand an. Ein wirklicher Glücksfall, dass es gerade hier passiert ist, so muss Toni den schweren Ersatzreifen nicht selbst von der Halterung heben. Die Jungs machen alles, Toni gibt nur Anweisungen 🙂 . Natürlich gibt‘s für die beiden zum Schluss ein anständiges Trinkgeld, schließlich sind sie nun wie die Tsavo-Elefanten ganz rot eingefärbt 😊 .


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Ähm, die angebotenen Souvenirs sind ein wenig Geschmacksache 🙄 .

Nach einigen Kilometern Fahrt auf der Hauptverbindungsstrecke Nairobi - Mombasa biegen wir links ab zum Tsavo West NP Gate.
Das Einchecken dauert nicht lange, da wir ja unsere Safari-Karte mit den bereits draufgeladenen Eintrittsgebühren + Camping + Fahrzeugkosten für zwei Tage vorweisen können.

Erst ist die Piste ziemlich wellblechig, wird dann aber mit der Zeit immer besser. Vom Staub bzw. Puder reden wir schon gar nicht mehr 😠 . Wir fahren ohne grosse Umwege direkt in Richtung Chyulu Public Campsite.

Der Tsavo West NP besticht vor allem durch seine grandiose Landschaft. Erloschene Vulkane, erkaltete Lavaströme, Flusslandschaften, endlose Savanne und tolle Granitformationen wechseln sich ab. Tiere gibt‘s natürlich ebenfalls, aber vielleicht nicht in so grosser Anzahl, wie z.B. in der Masai Mara.

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Nach ca. 70 km stehen wir an der Schranke wo wir uns für den Campingplatz anmelden müssen. Nach mehrmaligem Hupen kommt dann ganz überrascht ein Ranger daher. Im Buch sehen wir, dass wir seit sieben Tagen die ersten Gäste auf dem Chyulu Campingplatz sind 🤨 . Nun müssen sie erst mal die Wasserpumpe starten, damit wir uns duschen können 🙂 und dann wird einer vorbeikommen um die Duschen und Toiletten zu putzen 🙂 .

Die Zufahrt zum Chyulu Campingplatz ist mit grossen Lawabrocken übersäht und sehr unangenehm zu befahren. Der Platz selbst liegt mitten in der Wildnis, ist nicht eingezäunt und wunderbar friedlich. Einerseits geniessen wir diese Einsamkeit, andererseits finden wir‘s sehr deprimierend, dass hier so selten jemand hinkommt.

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Der Chyulu Campingplatz im Tsavo West Nationalpark

Wir packen gemeinsam unsere Siebensachen aus, bauen das Dachzelt auf, genehmigen uns einen Sundowner 🤪 und machen ein Feuerchen für unser Nachtessen. Toni isst sogar - wenn auch widerwillig - ein wenig von dem gegrillten Rinderfilet und den Zutaten, wird auch Zeit 🤨 , sonst fällt er mir noch aus dem Leim 😵 . Inzwischen sind auch die Duschen fein säuberlich geputzt worden, sodass wir uns den roten Staub abspülen können.

Heute machen wir bald Feierabend. Nachdem es dunkel geworden ist, verziehen wir uns ins Dachzelt.

Gefahrene Kilometer: 152

Fortsetzung folgt…..
Teil 2723. Apr. 2015
Chyulu Public Campsite, Tsavo West NP, 13. Januar 2015

Teil 1

Leider geht‘s Toni auch heute nicht besser 🙁 . Zum Frühstück bringt er keinen Bissen runter und das Zusammenpacken fällt ihm unendlich schwer. Wir fragen uns, weshalb er von Tag zu Tag kraftloser wird, zumal ja der Durchfall seit ein paar Tagen durch das Antibiotikum erfolgreich gestoppt worden ist. Als wir am späten Morgen endlich alles im Fahrzeug verstaut haben, ist er total erschöpft.

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Der Chyulu Campingplatz mit verschiedenen Unterständen

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Wir haben‘s ja nicht eilig und während Toni sich etwas ausruht, schau ich den Pavianen zu, welche sich total freuen, dass die Wasserleitungen an diversen Stellen undicht sind und sie so bequem ihren Durst löschen können. Jetzt wird uns auch klar, weshalb das Wasser abgestellt wird, wenn niemand im Camp ist. Der Wassertank würde nämlich innert kurzer Zeit leer laufen.

Unser heutiges Ziel sind zunächst die wunderschönen Mzima Springs.
Der Parkplatz ist leer und die bewaffneten Ranger sitzen gelangweilt rum. Umso erfreuter sind sie über unseren Besuch - dem ersten am heutigen Tag 🙂 .

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Mzima Springs

Wir lieben diesen Platz sehr. Er liegt inmitten einer grünen Oase und strahlt was Friedliches und fast Mystisches aus.

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Aus der Mzima Quelle sprudeln unglaubliche 282‘000 Liter Wasser pro Minute.

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Ein Spazierweg unter schattenspendenden Bäumen führt den Besucher an zwei glasklaren Seen entlang. An vielen Stellen hört man das Wasser unter dem Lavagestein blubbern.

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Über einen kleinen Steg gelangt man zu einem Häuschen, welches im Wasser steht und von wo man durch die Glasscheiben verschiedene Fische beobachten kann.

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Im See lümmeln ein paar Hippos rum

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…und dann schwimmt doch tatsächlich noch ein Krokodil vorbei 🤩


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wieso grinsen die eigentlich? 😮

Wir machen mal Pause.

Fortsetzung folgt…..
Teil 2825. Apr. 2015
Chyulu Public Campsite, Tsavo West NP, 13. Januar 2015

Teil 2

Unser nächstes Ziel ist der Poachers Lookout, von wo man einen schönen Blick auf die Umgebung geniessen kann. Es ist Mittag und sehr heiß, sodass wir bald wieder den Berg runterfahren.


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Poachers Lookout

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Eine Windhose fegt durch die nach Regen lechzende Landschaft. 😮

Da auch das Severin Safari Camp nicht sehr weit entfernt ist, entschliessen wir uns, mal dort auf einen Drink vorbeizuschauen. Toni hat eh keine Lust, weite Strecken im Park abzufahren, da ihm ziemlich unwohl ist 🙁 .

Wir werden von der Managerin Manja überaus herzlich empfangen. Obwohl wir ihr gleich erzählen, dass wir Camper sind und eigentlich nur kurz etwas trinken möchten, bietet sie uns einen Rundgang durch‘s Camp an 🙂 . Die Bungalows sehen sowohl innen als auch von aussen ausgesprochen attraktiv aus, ganz zu schweigen von dem tollen Pool und dem Wellnessbereich. Das Ganze ist ja schon sehr schön und luxuriös, aber leider nicht unsere Preiskategorie 😕 .

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Das Restaurant des Severin Safari Camps

Manja erzählt uns, wie sehr sie, und auch die anderen Lodges in der Umgebung unter dem Zusammenbruch des Tourismus leiden, und dass sie uns gerne hier hätte, auch wenn‘s nur für eine Nacht wäre 😘 . Sie unterbreitet uns ein dermaßen attraktives Angebot inkl. Vollpension, dass wir wirklich nicht mehr nein sagen können 😁 Zudem finden wir, dass eine feste Unterkunft im Hinblick auf Tonis Gesundheitszustand wirklich sinnvoll wäre. Manja verspricht ihm, dass er mit Schonkost wieder aufgepäppelt werde 🙂 . So fackeln wir nicht lange und entschliessen uns, für drei Tage ins Severin Safari Camp einzuziehen. Wau, wir in einem Luxuscamp 🤩 ! Gut, dass ich mir in Malindi ein neues Kleidchen gekauft habe 😎 , nun fehlen mir nur noch die passenden Schuhe mit Goldriemchen dazu 😎 . Oben fix 😁 , und unten ….Gummilatschen 😊 .

Wir verbleiben mit Manja, dass wir morgen im Laufe des Vormittags ins Bungalow Nr. 20, mit direktem Blick aufs Wasserloch 🤪 , einziehen werden und verabschieden uns mal vorläufig von ihr. Nun müssen wir nur noch am Chyulu Gate melden, dass wir unseren Aufenthalt für drei Tage verlängern werden, aber da kommen wir ja auf dem Weg zum Campingplatz eh vorbei.

Unterwegs treffen wir trotz Mittagshitze auf ein paar Tiere:

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Zebras bei der Mittagsrast

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Giraffe mit roter Mähne 🤩

Nun fehlt uns nur noch Benzin für weitere Game Drives, welches wir in der Kilaguni Serena Lodge kriegen, da es dort eine Tangstelle gibt. Der Mann, welcher für den Generator zuständig ist, muss erst gesucht werden, denn ohne Strom kein Benzin. Aber schlussendlich klappt auch das.
Zur Info: Severin Safari Camp verkauft Diesel und Kilaguni Serena Lodge Benzin.

Am Chyulu Gate angekommen, teilen wir dem Ranger mit, dass wir unseren Aufenthalt im Park gerne für weitere drei Tage verlängern würden. Das ist für ihn überhaupt kein Problem, er wird uns morgen ein Schreiben mitgeben, dass wir unseren Parkeintritt nachträglich am Hauptgate in Mtito Andei nachzahlen werden. Also wirklich, die sind ja hier schon extrem flexibel und unkompliziert 🙂 .

Um 16 Uhr sind wir bereits wieder auf dem schönen Chyulu Campingplatz. Die Dusche ist frisch geputzt und das Wasser läuft auch bereits wieder. Auch heute sind wir wieder die einzigen Gäste.

Toni hat leichtes Fieber und mag keinen Bissen essen 🙁 🙁 🙁 .
Ich begnüge mich mit einer Tomate und dem Resten Rinderfilet von gestern.

Gut, dass wir ab morgen für drei Tage eine feste Unterkunft bewohnen, denn es fällt Toni von Tag zu Tag schwerer, unser Dachzelt auf- und abzubauen und was sonst noch dazu gehört. 😐 🤨

Gefahrene Kilometer: 64

Fortsetzung folgt......
Teil 2927. Apr. 2015
Chyulu Campsite - Severin Safari Camp, Tsavo West NP, 14. Januar 2015
Das Campen wird für Toni langsam zur Qual 🙁 . Er, der doch früher vor Kraft und Energie strotzte, ist kaum mehr fähig, auch nur leichte Gewichte zu heben 🙁 . Er verspürt auch überhaupt keinen Hunger mehr und hat schon seit einigen Tagen fast nichts mehr gegessen. Als Frühstück trinkt er heute nur eine Tasse Kaffee, welchen er aber postwendend wieder hergibt. 😐

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Gefiederte Freunde auf dem Chyulu Campingplatz

Wir packen gemeinsam zusammen und verstauen alles im Fahrzeug. Toni ist anschliessend dermaßen erschöpft, dass er sich für eine halbe Stunde auf die Wiese legt. Besorgt frag ich ihn, ob er denn Schmerzen habe. Nein nein, er wolle sich nur ein wenig ausruhen. Langsam wird mir immer unheimlicher 🤨 .

Um 10.30 Uhr sind wir dann endlich soweit, dass wir losfahren können. Die Sache wegen der Aufenthaltsverlängerung im Park ist mit dem Ranger schnell geregelt. Er hat den Zettel für uns bereits vorbereitet.

Im Severin Safari Camp angekommen sind wir froh, dass uns die Massais helfen, das Gepäck ins Bungalow zu tragen.

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Unser Bungalow mit Veranda 😁

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Innenansicht 🙂


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Das Nachbar-Bungalow für „Flitterwöchner“ 😎


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In der Ferne der Kilimanjaro in der flimmernden Mittagshitze

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Aussicht von unserem Bungalow auf den Kili

Um 14 Uhr gibt‘s Lunch. Toni kriegt eine Suppe, Kamillentee und hausgemachtes Jogurt 🙁 . Er würgt die Sachen lustlos runter.

Nach dem Essen legt sich Toni hin und ich setze mich auf die Veranda. Da wir ja eh ein Wasserloch vor der Haustür haben, fahren wir heute nicht mehr raus. Von morgens um 6 Uhr bis 16 Uhr und von 18 Uhr bis 22 Uhr läuft der ca. 1,5 km entfernte Generator und dann gibt‘s Internetempfang. So kann ich wieder mal Kontakt mit daheim aufnehmen, aber über Tonis Gesundheitszustand verliere ich vorläufig noch kein Wort 😊 . Ich melde nur, dass er keine Rückenschmerzen hat, was nämlich stimmt 😐 .

Fürs Abendessen wähle ich für mich Avocado mit Crevetten und Red Snapper mit Kokosnussmilch-Reis aus. Ein absoluter Hit 🙂 . Toni wünscht sich wieder eine Suppe, Kamillentee und hausgemachtes Jogurt 🙁 . Ausser uns sind noch fünf andere Gäste hier, was nicht gerade viel ist. Diese Lodge könnte locker 70 Gäste beherbergen.

Wir unterhalten uns noch eine Weile mit der sympatischen Managerin Manja. Leider muss sie sich von uns verabschieden, da sie ab morgen für drei Tage als Helferin mit deutschen Ärzten und einer fahrbaren Klinik bei den Massai unterwegs sein wird.

Gut, dass wir nun hier in dieser schönen Unterkunft sind. Obwohl wir sonst leidenschaftlich gerne campen, wäre das momentan bestimmt nicht sehr angenehm, denn in Tonis Bauch rumort es wieder 😈 und übel ist‘s ihm auch 🤢 .

Die Temperaturen in dieser Gegend sind tagsüber immer so um 30 Grad, aber nachts kühlt es jeweils auf angenehme 22 Grad ab.

Gefahrene Kilometer: 20

Fortsetzung folgt…..
Teil 3030. Apr. 2015
Severin Safari Camp, Tsavo West NP, 15. Januar 2015

Teil 1

Naja, ich wiederhole mich nicht gerne und es ist mir auch bald peinlich 😊 , davon zu berichten, aber Toni hat den grössten Teil der Nacht nicht im Bett verbracht, sondern im Raum dahinter... 😏

Der Massai Harrison, welcher Wache hält, damit wir nicht von den wilden Tieren angefallen werden 😉 , kommt am Morgen mit besorgter Miene auf Toni zu und fragt ihn, ob alles in Ordnung sei, er habe nämlich zur nächtlichen Stunde aus unserem Bungalow seltsame Geräusche gehört 😊 . Toni antwortet, dass das schon möglich sei, er habe mehrere SMS in die Toilettenschüssel verschickt 🙄 . Da haut‘s den Harrison fast aus den Sandalen vor lachen 😮 . Er führt einen Freudentanz auf und wiehert dazu wie ein Pferd .… 🤩 Nun ist Toni Mister SMS und Harrisons neuer Freund, und Harrison versichert Toni, dass er ihn nie mehr im Leben vergessen werde….. den Mister SMS 😄 .


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Harrison und Toni, dem es sichtlich schlecht geht

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Harrison, der Sonnenschein


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Eingang zum Empfangsbereich und Restaurant.

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Der wartet sehnsüchtig auf ein paar Brosamen.

Das Frühstücksbuffet sieht super aus. Der Aufwand, der hier für die paar wenigen Gäste betrieben wird, ist enorm, aber Toni mag nur eine Banane und etwas Tee 🙁 .


Nach dem Frühstück fahren wir kurz raus, aber da die Fahrerei für Toni eh eine Qual ist, kehren wir bald wieder um 🙁 .

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Im Hintergrund ein erkalteter Lavastrom.

Zum Fotografieren hab ich nun auch keine Lust mehr, deshalb hier ein paar Bilder vom Februar 2014, welche die sehr abwechslungsreiche Landschaft dieses Parks zeigen:

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Busch-Camp-Toilette eines Safari-Veranstalters 😎

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Brandschwarze Vulkanasche

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Granitfelsen

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Roter Tsavo-Elefant

Am Mittag lassen wir uns unseren Lunch auf die Veranda servieren. Toni kann nur ein paar Löffel Suppe und ein wenig Reis essen. Er hat nun auch noch Mühe beim Schlucken 🙁 und verschluckt sich ab und zu. Das ist besonders unangenehm, da er ja eigentlich viel trinken sollte.

Fortsetzung folgt.......
Teil 3101. Mai 2015
Severin Safari Camp, Tsavo West NP, 15. Januar 2015

Teil 2

Während sich Toni nach dem Mittag hinlegt, stiefle ich ein wenig auf dem Lodge-Gelände rum. Es ist schon sehr schön hier und unter normalen Umständen hätten wir das alles wirklich sehr genossen, aber so…. 🙁

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Der Pool

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Eine Massage gefällig?

Da nun nebst dem schlechten Allgemeinzustand auch noch Schluckbeschwerden und leichtes Fieber hinzugekommen sind, entschliessen wir uns, zur 21 km entfernten Kilaguni Serena Safari Lodge zu fahren, da es dort einen Arzt gibt.

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Auf dem Weg zur Kilaguni Lodge

Die sympathische Kilaguni Lodge kennen wir bereits von früher - eine sehr edle Unterkunft - trotzdem ist man als Durchgangsgast jederzeit herzlich willkommen 🙂 . Die Lodge könnte locker 120 Gäste beherbergen, aber wie wir erfahren nächtigen gerade mal sieben Leute hier.

An der Rezeption fragen wir nach dem Arzt und nach wenigen Minuten kommt er dahergetrabt. Eigentlich hätte ich mir eher so was wie einen pensionierten englischen Doktor vorgestellt, aber stattdessen erscheint ein grosser, sehr athletisch aussehender Kenianer 🙂 . Joel heisst er und er leitet hier eine kleine Klinik, wo er vorwiegend einheimische Arbeiter verarztet. Nachdem er sich Tonis Leidensgeschichte angehört hat, macht er - wie er augenzwinkernd sagt - Ebola-Kontrolle 😉 , indem er Fieber misst. 38 Grad sind schon mal etwas zuviel. Joel meint, dass Toni sehr dehydriert sei, und folglich sein Schwächezustand eigentlich nicht aussergewöhnlich sei. Er händigt ihm ein Antibiotikum, Immodium und ein paar Packungen Elektrolyten aus und ist überzeugt, dass es ihm bis morgen wieder viel besser geht. Na, das hoffen wir auch…….. 😕


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Agame in Kilaguni

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Zebras am Kilaguni Wasserloch

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Bei der Vogeltränke ist ein Kommen und Gehen

Das Nachtessen fällt für Toni wieder mehr oder weniger aus 🙁 . Er hat schon Mühe, seine Suppe runterzuschlucken. Hoffen wir, dass dieses Antibiotikum wirkt und das Leiden endlich ein Ende hat.


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Sonnenuntergang im Severin Safari Camp.

Gute Nacht.


Fortsetzung folgt…………….
Teil 3203. Mai 2015
Severin Safari Camp, Tsavo West NP, 16. Januar 2015
Heute dauert es etwas länger, bis wir frühstücken gehen, da Toni bereits beim Aufstehen Mühe hat und kaum aus dem Bett kommt.

Bei der kleinen Stufe, die von der Veranda runterführt, versagen Tonis Beine, er sackt zusammen und kann nicht mehr allein aufstehen. Nein, bitte nicht!!! Das Personal kommt sofort besorgt daher und hilft ihm. Mit Mühe und Not schafft er‘s noch bis zum Restaurant, wo er dann aber nur einen Tee möchte. Er meint, dass er vielleicht nur den Tritt verfehlt habe und dass es nun bestimmt wieder besser gehe.

Eigentlich hab ich nun auch keinen Hunger mehr, die Situation macht mir allmählich mächtig zu schaffen. Wir bleiben lange im Restaurant sitzen und schauen den Vögeln zu, die da ziemlich unverfroren über die Brotkörbli herfallen, indem sie die Servietten hochheben und Brötchen rauszupfen 🙄 .


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Stillhalten zum Fotografieren tun die echt nicht gerne. 😁

So langsam müssen wir uns wieder auf den Rückweg zu unserem Bungalow machen, da sich Toni ins Bett legen möchte. Und dann passiert es wieder!!! Toni sackt bei der ersten Stufe zur Veranda zusammen und kann nicht mehr aufstehen. Das Personal hatte bereits eine Vorahnung und ist sofort zur Stelle. Mein Mann wird mit vereinten Kräften zum Bett geführt, wo er sich erschöpft hinlegt 🙁 .

Jetzt ist aber genug 😐 . Voller Angst eile ich zu Jürgen, dem Manager ins Büro und schildere die Situation. Er setzt sich mit Joel, dem Arzt von Kilaguni in Verbindung und dieser meint, dass er nun mit seinem Latein am Ende sei und Toni nach Nairobi ins Spital gebracht werden müsse.

Um 14 Uhr setzen wir uns mit der Notrufzentrale unseres TCS (Touring Club Schweiz) in Verbindung, von welchem wir seit vielen Jahren den ETI-Schutzbrief für solche Ernstfälle besitzen. Und zum ersten Mal im Leben hatte ich dort zwei Wochen vor unserem Abflug eine Zusatzversicherung abgeschlossen, die alle anfallenden Unkosten, egal in welcher Höhe, garantiert übernimmt. Jürgen schildert dem Zuständigen Mitarbeiter das Problem und gibt ihm auch die Telefonnummer von Joel durch. Leider unterbricht die Verbindung andauernd, da der Telefonempfang im Büro denkbar schlecht ist. Am besten funktioniert er noch in der Küche, wenn man den Kopf in ein ganz bestimmtes Küchenschrank-Abteil steckt 😈 . Jedenfalls kann Jürgen dem Mitarbeiter den Namen der Lodge und seine Telefonnummer durchgeben, wir eilen in die Küche und der TCS-Mitarbeiter ruft prompt zurück. Nun wird kurz unsere Versicherungsnummer und Email-Adresse bekanntgegeben, bevor die Leitung wieder tot ist 😈 . Weitere Details werden per Email besprochen, da diese Verbindung viel stabiler ist. Man verspricht uns, sich nun unverzüglich mit dem Agenten in Nairobi - Amref - in Verbindung setzen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Amref_Health_Africa

Es dauert nich lange, bis die Meldung vom TCS kommt, dass Toni - nachdem man Rücksprache mit Joel genommen hat - von den Flying Doctors auf dem Kilaguni Airstrip abgeholt werde und ein wenig später wird uns mitgeteilt, dass der Flieger bereits in Nairobi gestartet sei und ca. um 17 Uhr landen werde.

Nun bleibt nicht mehr viel Zeit. Ich könnte auch mitfliegen, aber wie soll ich in der kurzen Zeit unser Bungalow ausräumen, alles ins Auto räumen und dann noch unsere Koffer packen? Und vielleicht kommt Toni ja bald wieder gesund und munter zurück zur Lodge 🙂 ? Ich entschließe mich, vorläufig hier wohnen zu bleiben und abzuwarten. Wichtig ist ja erst mal, dass Toni in Spitalpflege kommt. Noch schnell für ihn ein paar Kleider, Toilettenartikel, Lesebrille, Pass und Handy in einen Plastiksack eingepackt und fertig, wir müssen uns beeilen.

Jürgen fährt mit seinem Fahrzeug so nah wie möglich an unser Bungalow und das Personal hilft Toni die paar Schritte zum Fahrzeug zu gehen und sich hinzusetzen. Dann brausen wir los. Bis zur Kilaguni Lodge sind es 21 km auf teilweise holperigen Pisten.

In Kilaguni angekommen, warten bereits Joel und das Management auf uns. Sie alle sind voller Anteilnahme und wünschen Toni gute Besserung. Joel erklärt mir, dass er ja gestern schon noch hätte versuchen können, Toni in seiner Klinik aufzunehmen und eine Infusion zu geben, aber falls es was Ernstes sei, wäre das nur verlorene Zeit gewesen. Danke Joel 😘 .

Bereits drei Stunden nach unserem Notruf an den TCS, kurz nach 17 Uhr taucht der Flieger der Flying Doctors am Himmel auf und setzt zur Landung an.

Ich bin tief beeindruckt, unglaublich, wie die das alles in so kurzer Zeit organisiert haben! Das ist auch Afrika, aber jetzt mal im positiven Sinn 🙂 .

Mir wird ganz komisch 😐 . Der Pilot und ein Arzt steigen aus der Maschine, begrüssen uns und fragen nach dem Patienten, der immer noch im Fahrzeug sitzt. Gemeinsam wird Toni aus dem Fahrzeug geholfen und die Frage, ob er die paar Stufen ins Flugzeug schaffen würde, beantwortete er mit JA 🙁 . Es geht natürlich nicht 🤨 ! Ein paar starke Männer müssen mit allen Kräften nachhelfen. Ich befürchte schon, dass sie seine Hose in Stücke reissen, so sehr müssen sie daran ziehen 🤢 . Oben angekommen, kann sich der total geschwächte Mann nicht mehr aufrichten und kriecht auf allen Vieren auf die Liege 😐 .

Joel und ich steigen auch ins Flugzeug und schauen gebannt zu, wie der Arzt verzweifelt versucht, eine Vene für die Infusionsnadel zu finden. Toni sei total ausgetrocknet, deshalb sei das gar nicht so einfach, meint der Flying Doctor. Ca. nach dem zehnten Versuch klappt es dann endlich. Zusätzlich wird er noch mit Sauerstoff versorgt und an diverse Überwachungsgeräte angeschlossen. Es bleibt mir nicht viel Zeit, mich von Toni zu verabschieden 🙁 und als er mir dann noch sagt, dass er mir den Urlaub vermiest habe, wühlt mich das total auf 🙁 🙁 🙁 .

Eine halbe Stunde später, um 17.30 Uhr startet der Flieger in Richtung Nairobi und verschwindet langsam am Horizont. Jürgen und ich fahren zurück zur Lodge.

Nun hock ich ganz allein hier auf der Veranda und weiss nicht, wie‘s weiter geht.

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Auch der Wasserbock und die Elis, die vor meinem Bungalow am Wasserloch stehen, können mich nicht aufheitern. Entsprechend mies ist auch das Eli-Foto geworden, …ist mir aber egal 😗 .

Am Abend sitze ich alleine im Restaurant und muss mich zwingen, eine Kleinigkeit zu essen. Harrison, der Massai begleitet mich anschließend zum Bungalow und leistet mir ein wenig Gesellschaft. Er fühlt sich jetzt für mich ganz besonders verantwortlich, der Gute 😁 .

Später starte ich meinen Laptop und starre bis 22 Uhr auf den Posteingang, dann wird der Generator abgeschaltet, der Internetempfang ist weg und das Licht geht aus. Ich sitze noch lange im Dunkeln und hoffe, dass ich irgendwann aus einem Alptraum erwache, aber nein, das alles spielt sich wirklich so ab.


Fortsetzung folgt …..
Teil 3304. Mai 2015
Severin Safari Camp, Tsavo West NP, 17. Januar 2015
Letzte Nacht konnte ich kaum schlafen. Zuviele Gedanken gingen mir durch den Kopf. Wohin wurde Toni gebracht? Wie geht es ihm? Wie ernst ist sein Zustand? Wie gut sind die Ärzte? Kriegt er auch die richtige Pflege?

Vor dem Morgengrauen stehe ich auf, setze mich auf die Veranda und um 06.00 Uhr schalte ich meinen PC ein, da es nun wieder Internetempfang gibt.

Da das WLAN auch im Restaurant funktioniert, nehm ich den PC mit zum Frühstückstisch, da ich ja von unserem TCS auf neue Nachrichten hoffe. Dann geh ich andauernd in die Küche um mein Handy ins Schrankabteil zu halten 😠 , wo man am ehesten auf Empfang hoffen kann 😈 .

Dann kommt plötzlich eine SMS von Toni rein, worin er mir seine direkte Telefonnummer vom Spital mitteilt 😁 . Natürlich rufe ich gleich zurück, aber die Verbindung unterbricht andauernd, sodass wir erst gar nicht miteinander reden können 😠 . Es ist zum Verzweifeln 😐 !

In der Zwischenzeit ist auch eine Email vom TCS angekommen. Man versichert mir, dass man in ständigem Kontakt mit dem Dienstleister Amref in Nairobi sei und ich mir keine Sorgen machen müsse. Es sei für alles gesorgt, und auch der Flug mit den Flying Doctors und die Spitalrechnung werde vollumfänglich übernommen. Ans Finanzielle hab ich eigentlich noch gar nicht gedacht 😊 . Nun bin ich aber sehr froh darüber, dass ich noch kurz vor unserem Abflug eine Zusatzversicherung abgeschlossen habe. Was sind schon Fr. 50.- Jahresbeitrag für zwei Personen für die garantierte Deckung sämtlicher Kosten - eigentlich nichts 🙂 .

Am frühen Nachmittag fährt Jürgen mit mir zum 50 km entfernten Mtito Andei Gate, um das Finanzielle zu regeln. Eigentlich wäre ja heute unser Abreisetag gewesen und unser Park-Permit läuft somit heute ab. Der Chefranger zeigt sehr grosses Verständnis, ich kann somit im Park bleiben, solange ich möchte und darf den Rest zum Schluss bei Abreise begleichen.

Dann fährt Jürgen mit mir zu seinem Stammlokal, welches sich in Mtito Andei in einer kleinen, staubigen Gasse befindet. Er kehrt hier immer ein, wenn er im Ort ist, denn in der kleinen Bar wird seine Leibspeise, gegrilltes Ziegenfleisch mit Ugali angeboten 😁 . Es sei das beste Ziegenfleisch von ganz Kenia, schwärmt er 😄 .

Ich bin schon wie auf Nadeln, denn hier gibt es Handyempfang. Nachdem ich die von Toni per SMS mitgeteilte Nummer gewählt habe, hör ich endlich, endlich seine Stimme 🙂 🙂 🙂 . Sie ist zwar sehr schwach, aber er teilt mir mit, dass er im Aga Khan University Hospital in Nairobi in einem schönen Zimmer liege und in sehr guten Händen sei. Man habe ihn bereits stundenlang untersucht und nun an viele Kabel und Schläuche inkl. Magensonde und Sauerstoff angehängt 🙄 🤨 . Das Pflegepersonal und die Ärzte seien ausgesprochen nett und fürsorglich, er sei hier bestens aufgehoben.

Total erleichtert, endlich mit Toni Kontakt gehabt zu haben und zu wissen, dass er in guten Händen ist, probier ich sogar etwas von Jürgens Riesenportion Ziegenfleisch und es schmeckt mir prima. Jürgen ist auch sehr froh, er versichert mir, dass das Aga Khan University Hospital in Nairobi zu den besten des Kontinents gehöre.

Zurück beim Gate, laden wir noch den Schneider und den Maler auf, die beide in der Lodge arbeiten und einen Ranger, der in Mzima Springs stationiert ist. Langsam wird es dunkel, wir beobachten dutzende niedliche Dikdiks, die vom Scheinwerferlicht geblendet werden. Jürgen muss mächtig aufpassen, dass er keines anfährt. Erst setzen wir den Ranger bei seiner Hütte ab und dann fahren wir schlussendlich zum Severin Safari Camp. Mir fällt auf, dass Jürgen zu den hiesigen Leuten ein ausgesprochen gutes und herzliches Verhältnis hat.

In der Zwischenzeit hat sich auch wieder der Mitarbeiter des TCS per Email gemeldet. Man werde mich laufend über den Zustand des Patienten informieren, sobald man neue Nachrichten vom Spital habe, ich solle mir keine Sorgen machen, heisst es. Dass die sich so sehr um mich kümmern und sich immer wieder melden, beruhigt mich ungemein 🙂 .

Das Abendessen ist zwar sehr gut und das fürsorgliche Personal nötigt mich fast, alles schön aufzuessen, aber allein macht es einfach keinen Spass 🙁 .

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Impalas am Wasserloch vor meiner Veranda

Den Rest des Abends verbringe ich wieder auf der Veranda und hänge meinen Gedanken nach. Noch hoffe ich ja, dass Toni nur dehydriert ist und bald wieder zur Lodge zurückkehren kann.

Fortsetzung folgt……………
Teil 3406. Mai 2015
Severin Safari Camp. Tsavo West NP, 18. Januar 2015
Im Laufe des Vormittags ist es mir möglich, von der Küche aus drei Mal mit Toni zu telefonieren. Die Verbindung im Küchenschrank-Abteil ist zwar echt nerventötend, da sie andauernd unterbricht 😈 und die Leute mit den Töpfen rumklappern, aber immerhin haben wir ein wenig Kontakt. Toni tönt sehr schwach, trotzdem bin ich dankbar, dass er überhaupt ansprechbar ist. Diese Hin- und Herrennerei zwischen meinem Bungalow und der Küche macht mich ganz fertig. Ich finde keine Ruhe, kaum im Bungalow angekommen, zieht‘s mich wieder zurück in die Küche. Und kaum in der Küche angekommen, ziehts mich wieder zum Bungalow, in der Hoffnung auf Email-Nachrichten von irgendwem 🙁 .

Nach dem Mittag kommt dann eine Email von Dr. Hooker, dem behandelnden Arzt rein:
Hi, your husband has Guillain-Barré-Syndrome wich is a post-infectious complication of infectious diarrhea causing a nerve Problem resulting in profound muscle weakness. He is being moved to ICU. It is very likely that he will make a good recovery. Please contact us for further informations. Warm regards Dr. Juzar Hooker.

Nachdem ich erst mal ergoogelt habe, was ein Guillain-Barré-Syndrom ist, bin ich total am Anschlag. Dann geh ich zu Jürgen ins Büro. Ich möchte von ihm wissen, was ICU ist. ICU sei „intensive care unit“ = Intensivstation, sagt er. Toni liegt also auf der Intensivstation 🙁 .

Gemeinsam durchforsten wir das Netz und lesen über diese Krankheit, von der wir bis anhin nicht mal gewusst haben, dass es sie gibt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Guillain-Barr%C3%A9-Syndrom

oder

http://www.dr-gumpert.de/html/guillain-barre-syndrom.html

Definition
Das Guillain-Barré-Syndrom ist eine neurologische Erkrankung die auf einer Entmarkung (Demyelinisierung) von Nervenfasern beruht.
Um das 25. und um das 60. Lebensjahr liegen zwei Erkrankungsgipfel. Männer sind häufiger betroffen als Frauen.
Die Häufigkeit des Guillain-Barré-Syndrom liegt bei 1-2/100.000/ Jahr.


Bitte googelt selbst, falls ihr mehr über diese fiese neurologische Erkrankung, die schwere Lähmungen hervorruft, erfahren wollt. Jedenfalls wird sie oft durch Durchfall oder Impfungen gegen Grippe oder auch Tollwut usw. ausgelöst.
Ich mag schon gar nicht mehr darüber lesen. 🙁

Und - versteht ihr nun, weshalb ich euch nicht vor Tonis Durchfallproblemen verschonen konnte? Sie gehören einfach zu der Krankheitsgeschichte, denn dadurch wurde dieses Syndrom ja schlussendlich erst ausgelöst. Das könnte euch übrigens auch passieren!

Im Moment weiss ich nicht weiter. Eigentlich hab ich nur zwei Optionen:
1. Ich lasse wie von Jürgen angeboten unser Fahrzeug hier im Camp stehen und fahre mitsamt unserem Gepäck per Bus oder Taxi nach Nairobi ins Spital.
Nachteil: Das Fahrzeug müsste gemäß kenianischen Vorschriften spätestens nach drei Monaten außer Landes gebracht werden und wer weiss, wie‘s um Toni in drei Monaten steht.

Oder

2. Ich fahre unser Fahrzeug nach Arusha in den Heimathafen und fliege von dort nach Nairobi.
Vorteil: In Tansania darf unser Fahrzeug ein volles Jahr stehen.
Nachteil: Ich müsste die ganze Strecke bis Arusha allein zurücklegen.

Am Abend kann ich fast nichts essen. Ich zermartere mir den Kopf, wie‘s nun weiter gehen soll. Eines ist aber ganz klar geworden - Toni wird nicht mehr ins Severin Safari Camp zurückkehren können.

Bilder gibt’s heute leider keine.

Fortsetzung folgt………………
Teil 3519. Mai 2015
Severin Safari Camp, Tsavo West NP, 19. Januar 2015
Neuerdings haben sich ein paar Fledermäuse dazu entschlossen, mir mit ihrer dämlichen Rumflatterei die Nachtruhe zu stören 🤢 . Also wirklich, die hätten sich doch auch eines der unbewohnten Bungalows aussuchen können, die blöden Viecher 😵 . Wenn ich jetzt einen Tennisschläger zur Hand hätte, würde ich den mal ganz vorsichtig 🙂 - oder auch gezielt ruckartig 😈 - in deren Flugbahn halten 😎 .

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Es ist morgens um 02.00 Uhr als ich aufstehe und mich auf die Veranda setze. Mein Entschluss steht nun fest. Ich werde mit unserem Fahrzeug nach Arusha fahren, es dort bei unseren Bekannten in die Garage stellen und dann nach Nairobi zu Toni fliegen.

Nach dem Frühstück geh ich zu Jürgen ins Büro um ihm mein Vorhaben mitzuteilen. Gemeinsam suchen wir nach der kürzesten Strecke und kommen zum Schluss, dass es wohl diejenige quer durch den Park in Richtung Süden bis zum Maktau Gate und dann zum Grenzübergang Taveta wäre.

Da die Piste durch den Park in Richtung Süden nur sehr selten befahren wird, macht mir Jürgen den Vorschlag, seinen Mitarbeiter Paul hier her zu beordern welcher in Taveta wohnt und gerade Urlaub hat. Paul, der die Strecke durch den Busch kennt, wird mir den Weg zeigen und mir bei einer eventuellen Panne helfen 😊 - was aber hoffentlich nicht nötig sein wird 🤨 . Man stelle sich vor, Paul kommt mit dem öffentlichen Bus den langen Weg aussen rum von Taveta über Voi nach Mtito Andei, wird am Parkeingang abgeholt und zur Lodge gebracht und dann fährt er mit mir quer durch den Park wieder nach Taveta 🙂 . Die Strecke durch den Park macht mir eigentlich keine Angst, da vertraue ich voll auf unser Fahrzeug 😘 und auch den Grenzübergang werde ich überleben, es sind eher die rasenden Verkehrsteilnehmer, welche ich ab Taveta bis Arusha fürchte. Aber ich werde das schaffen, da bin ich mir ganz sicher 😁 .

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Hier in der Lodge sind immer ein paar wenige Gäste, mal fünf, mal sieben. Der Tourismus ist 2014 um 50 % eingebrochen und für 2015 sieht es noch schlechter aus. Das ist schon bitter. In guten Zeiten beschäftigte das Severin Safari Camp sechzig Leute und heute noch fünfunddreissig.

Tonis Freund, der Massai Harrison, welcher nun auch mein Freund ist, kommt mich regelmässig besuchen. Er ist ein ganz besonders netter und mitfühlender Mensch, der mich immer abzulenken und aufzuheitern versucht. Er wohnt in der Gegend von Amboseli, hat eine Frau, vier Töchter und ein paar Kühe. Er arbeitet jeweils zwei Monate in der Lodge und darf dann für zwei Wochen nach Hause. Seine Kinder gehen alle zur Schule. Eigentlich wäre die gratis, aber wenn man den Lehrer nicht regelmäßig schmiert 🙁 , werden die Kinder irgendwann nach Hause geschickt 😠 - bis dann wieder Geld abgedrückt wird 🙄 . Am meisten bedauert es Harrison, dass seine Frau nie zur Schule gegangen ist und deshalb weder lesen, schreiben noch rechnen kann. Er selbst ging sechs Jahre zur Schule, worauf er sichtlich stolz ist.

Da ich ja immer noch einen platten Reserve-Reifen habe, fahr ich nach dem Lunch zur 1,5 km entfernten Werkstatt, wo er repariert wird. Dann wird das Fahrzeug von einem Angestellten wieder mal gewaschen. Bei der Gelegenheit zeigt mir ein Arbeiter eine bestimmte Stelle, wo es scheinbar meistens Handy-Empfang gibt.

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Genau dort, wo der Arbeiter steht, gibt es meistens Handy-Empfang 🤩 .

Ich fahre zurück zu meinem Bungalow, schnappe mein Handy und stelle mich wie empfohlen zwischen die Gitterwand und den alten Landcruiser. Und tatsächlich, es klappt 🤩 , ich kann siebzehn Minuten mit Toni telefonieren 😁 . Er freut sich unheimlich, als er meine Stimme hört und noch mehr freut er sich darüber, dass ich übermorgen nach Arusha fahren und dann zu ihm kommen werde. Er spricht sehr langsam und leise, aufstehen könne er noch nicht, da ihn seine Beine nicht tragen, aber er sei schmerzfrei und das Personal und die Ärzte würden sich Tag und Nacht um ihn kümmern.

Dann gelingt es mir auch noch, mit dem behandelnden Arzt, Dr. Hooker Kontakt aufzunehmen. Der Mann mit der sanften Stimme versichert mir, dass man bei Toni wirklich alle nötigen Massnahmen getroffen habe, um den Heilungsprozess zu fördern. Er verschweigt mir aber auch nicht, dass der Weg bis zur vollständigen Genesung längere Zeit in Anspruch nehmen werde.

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Wie man mir mitteilt, sind auch die Ärzte des TCS laufend in Kontakt mit dem Spital und werden immer über den neusten Stand der Dinge informiert.

Wie jeden Tag, sitze ich auch heute beim Abendessen allein am Tisch. Der Kellner versucht mit strenger Miene, mich zum Essen zu nötigen, aber ich mag nur ein paar Bissen. Mit den anderen Gästen hab ich keinen Kontakt - ich such ihn auch nicht. Ich sitze in einem Schneckenhaus und unterhalte mich nur mit den Angestellten und mit Jürgen.
Nicht mal in den Pool gehe ich und auch nicht auf Gamedrive. Ich sitze nur hier und warte und warte... 😐

Wie immer, begleitet mich Harrison nach den Abendessen zum Bungalow, da man hier nach Eintritt der Dunkelheit nicht mehr allein rumspazieren darf. Er fühlt sich als mein persönlicher Beschützer und ist immer ganz diskret irgendwo in meiner Nähe.

Dann skype ich mit Marina/Butterblume, mit der ich von unterwegs immer wieder mal Kontakt habe. Sie ist die erste Person aus unserem Freundes- und Familienkreis, die von mir über Tonis Geschichte eingeweiht wurde.

Um 22 Uhr wird der Strom abgestellt und das Licht geht aus.
Nun kommt wieder die Zeit der flatternden Fledermäuse und mein inniger Wunsch nach einem Tennisschläger. 😈

Fortsetzung folgt............. 🙂 🙂 🙂
Teil 3622. Mai 2015
Severin Safari Camp. Tsavo West NP, 20. Januar 2015
Nach dem Frühstück fangen Harrison und ich an, einige Dinge ins Auto zu packen, denn morgen werde ich ja diesen Ort endgültig verlassen.

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Meine gefiederten Freunde warten wie immer auf ein paar Brotkrümel. 😁

Dem TCS melde ich, dass ich morgen nach Arusah fahren werde um dann so bald wie möglich nach Nairobi weiter zu fliegen. Die Antwort kommt postwendend. Man teilt mir mit, diesen Entschluss sehr zu begrüssen und ich solle wegen der Rückerstattung der Unkosten alle Quittungen aufbewahren.
Sobald ich in Nairobi eingetroffen sei, und der Patient von den Ärzten für „flugfähig“ befunden werde, würde man für uns beide den Rückführung in die Schweiz organisieren 🙂 .

In der Zwischenzeit telefoniert Jürgen mit dem Chef-Ranger in Mtito Andei um ihm mitzuteilen, dass ich morgen den Park über das Maktau Gate verlassen werde. Um mir die Fahrerei zum ca. 50 km entfernten Hauptgate zu ersparen, übernimmt Jürgen das für mich und bezahlt dort die restlichen Tage Parkeintritt und kriegt eine Quittung dafür, die ich dann bei der Ausreise am Maktau-Gate vorweisen muss, wobei mir ein Tag, sowie die Fahrzeuggebühren von dem netten Ranger geschenkt werden 😁
Es ist schon unglaublich, wie hilfsbereit und freundlich all diese Leute sind. 😘

Heute haben wir hier grosse Mühe mit dem Internet und Telefonempfang. Dabei muss ich noch so vieles erledigen. Mit dem TCS korrespondieren, unsere Gastgeber in Arusha wegen eines Zimmers anfragen, Dr. Hooker mein Kommen ankündigen usw. Andauernd fahre ich zur Werkstatt, dann versuch ich‘s wieder im Küchenschrank oder per Email, aber nur nach vielen Versuchen krieg ich jeweils Verbindungen zustande, was sehr nervt 😐 .

Am Nachmittag kehrt Manja, die für ein paar Tage mit einer fahrbaren Klinik unterwegs war, ins Camp zurück. Wir ziehen uns in eine stille Ecke zurück und erzählen und erzählen….. Manja bietet mir an, für mich möglichst in der Nähe des Aga Khan Hospitals in Nairobi eine Unterkunft zu organisieren und einen Fahrer an den Flughafen zu schicken, der mich zur Unterkunft bringt. Sobald ich wisse, wann ich in Nairobi ankomme, werde sie alles in die Wege leiten. Ich bin einfach sprachlos über diese Hilfsbereitschaft.
Wie kann ich das je wieder gut machen?

Nach einigen vergeblichen Fahrten zur Werkstatt, kann ich irgendwann zwischen der Gitterwand und dem alten Landcruiser doch noch Toni telefonisch erreichen.
Ich brenne nämlich darauf ihm mitzuteilen, dass ich morgen nach Arusha fahren werde 🙂 .
Seine Freude ist unbeschreiblich und meine natürlich auch. 🤪
Obwohl er‘s mir nicht so richtig zeigen möchte, merke ich doch sehr gut, dass er sich wegen dieser Fahrt ziemliche Sorgen macht. Wir wissen aber beide, dass das der einfachste und beste Weg ist, unser Fahrzeug nach Tansania zu bringen. Es war nämlich auch noch die Rede davon, dass ich nach Nairobi geflogen werden könnte und dann ein Fahrer unser Auto nach Arusha bringt, aber diese Variante kommt für mich überhaupt nicht in Frage.
Diesen Wagen fährt entweder Toni oder ich und sonst niemand. 🤨
Wie angeboten, in der Lodge stehen lassen geht auch nicht, da er ja laut Gesetz nur höchstens drei Monate in Kenia verbleiben darf, und man weiss ja, wie rasch drei Monate verstreichen 😐 .

Egal, ich schaffe das, bald werden wir wieder vereint sein. Ich kann es kaum erwarten. 🤪

Am Abend kommt dann noch die Meldung aus Arusha rein, dass man mir für morgen eine gute Fahrt wünsche und das Zimmer für mich bereit sei. 🙂

Paul, mein Copilot und Weggefährte ist auch schon eingetroffen. Eigentlich läuft alles wie am Schnürchen.

Als ich beim Kellner nur was Kleines zum Abendessen bestelle, verdreht dieser wieder die Augen 🙄 und schüttelt den Kopf. Ich kann einfach kaum was runter würgen. Langsam schlottern mir meine Kleider am Leib, die Hose kann ich runterziehen, ohne sie zu öffnen 😊 . Ich falle bald aus dem Leim 🙄 .

Manja hat in der Zwischenzeit eine Pension ganz in der Nähe des Aga Khan Hospitals ausfindig gemacht und bereits angefragt, ob für mich ein Zimmer frei wäre. Man wird mir eines reservieren, ich muss nur noch melden, wann ich eintreffe. Auch ein Fahrer, der mich vom Flughafen Nairobi zur Unterkunft bringen wird, ist bereits kontaktiert worden und wartet darauf, dass er mich abholen kann. Diese Leute machen mich einfach sprachlos. Ich kann gar nicht in Worte fassen, welches Glück ich habe, ihnen begegnet zu sein. 😘

Nach dem Abendessen sitze ich auf meiner Veranda am Internet und lese wieder über dieses Guillain-Barré-Syndrom. Ich sollte das eigentlich nicht mehr tun, denn es trägt dazu bei, dass ich mir wieder den Kopf zermartere. Wird mein Mann je wieder gehen können? Wird er einen bleibenden Schaden davon tragen? Was ist, wenn plötzlich die Atmung aussetzt, was ja bei diesem Syndrom hin und wieder vorkommt, und er einen Luftröhrenschnitt benötigt? Müssen wir wegen der vielen Treppen unser Haus verkaufen und in eine rollstuhlgängige Wohnung ziehen? Ich durchforste das Netz nach Foren und Berichten von Betroffenen, aber je länge ich lese, desto mieser fühle ich mich 🙁 .


Fortsetzung folgt..................
Teil 3701. Juni 2015
Severin Safari Camp, Tsavo West NP, Kenia - Arusha, Tansania, 21. Januar 2015
Habe schon wieder eine schlaflose Nacht hinter mir. Es ist nicht nur wegen der flatternden Fledermäuse und der bevorstehenden Fahrt nach Arusha, ich bin einfach zu unruhig, um zu schlafen und ich möchte endlich bei Toni sein.

Um sechs Uhr stehe ich auf und zwinge mich, ein wenig zu frühstücken. Ich muss etwas im Magen haben, da ich heute fit sein möchte. Dazu trinke ich eine ganze Kanne starken Kaffee.

Paul, mein Beifahrer, hilft mir, unser Fahrzeug so zu packen, dass bei Fahren nichts verrutscht. Tonis Packsystem hab ich glücklicherweise noch einigermaßen im Kopf.

Nachdem alle Rechnungen beglichen sind, verabschiede ich mich von all den lieben Menschen, die mir meinen Zwangsaufenthalt so angenehm wie möglich gestaltet haben. Ich bin unendlich dankbar für die grosse Hilfe und Unterstützung und kann gar nicht in Worte fassen, wie froh ich bin, bei ihnen gelandet zu sein. Sobald Toni wieder reisen kann, möchte ich mit ihm an diesen wunderbaren Ort zu diesen aussergewöhnlich lieben Menschen zurückkehren. Wir werden uns ganz bestimmt wiedersehen, versprochen.

Jürgen schärft Paul ein, dass er sich unterwegs mit mir unterhalten müsse. Paul nickt verlegen, so ganz geheuer scheint ihm seine Beifahrerrolle nicht zu sein 😵 .
Wahrscheinlich ist er noch nie von einer Frau chauffiert worden 🙂 .

Kurz vor neun Uhr marschieren wir zum Fahrzeug.
Bevor ich einsteige, schau ich dem kleinen orangen Puch lange in die Augen, bzw. Scheinwerfer.
„Du musst dir heute ganz besonders Mühe geben, mein Freund, denn ich bin nun wirklich darauf angewiesen, dass du mich heil nach Arusha bringst“.
Irgendwie hab ich das Gefühl, dass er mir zuzwinkert, was mich sehr beruhigt. 😁

Anfänglich ist Paul noch etwas verspannt.
„Achtung Kurve. Achtung schmale Furt, langsam fahren, die Furt über den Fluss ist wirklich schmal!“ 😵 😄
Später wird die Landschaft offener und übersichtlicher, sodass sich Paul erleichtert zurücklehnt.
„Dieses Fahrzeug hat eine wunderbare Federung“, meint er anerkennend, während er genüsslich seine Cola schlürft 🙂 .

Dann schweigen wir wieder, bis wir in eine Gegend kommen, wo es erst kürzlich stark geregnet haben muss und die Piste ziemlich verschwemmt ist. Paul meint, dass hier seit mehreren Tagen niemand mehr gefahren sei und dass es weiter westlich eine zweite Piste gebe, wo man wegen dem Black Cotton Soil um diese Jahreszeit wohl wochenlang unentdeckt stecken bleiben könnte.

Ja, ich bin froh um Paul, der mir den richtigen Weg weist und der bei Bedarf sogar fähig wäre, einen Reifen wechseln 🤪 .

Nun gilt es noch, ein grosses Schlammloch zu durchqueren. Und während ich es konzentriert und souverän durchfahre 😎 , trompetet es nebenan 🙄 , sodass ich mich fast zu Tode erschrecke 🤢 . Paul macht grosse Augen und fragt mich, ob ich denn den grossen Elefantenbullen nicht gesehen hätte.
„Nein, hab ich nicht.“ 😊

Etwas später galoppiert eine riesige Büffelherde über die Piste. Es sind so unglaublich viele Tiere, dass ich anhalten und warten muss, bis sie vorbei sind. Auch die zahlreichen Giraffen, Zebras, Dikdiks usw. interessieren mich nicht. Normalerweise würde mich ja der Anblick der vielen Tiere sehr verzücken, aber momentan hab ich nur ein Ziel, nämlich nach Arusha zu fahren und zwar heute noch. Deshalb bin ich auch froh, dass nun die Piste zum Gate hin wieder trockener und besser befahrbar ist.

Irgendwann kommt mir in den Sinn, dass ich heute trotz der schönen Motive noch gar kein Foto geschossen habe und da ich ja trotz der widrigen Umstände ein Fotoalbum vom unserer Reise machen möchte, frag ich Paul, ob ich von ihm ein Erinnerungsfoto machen dürfe.
Er willigt natürlich ein - es bleibt ihm ja auch gar nichts anderes übrig. 😘

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Darf ich vorstellen? Mein Copilot Paul. 🙂 🙂 🙂

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Und hier das letzte Stück der Piste vor dem Maktau Gate.

Die 65 km bis zum Maktau Gate schaffen wir in 1 ¾ Stunden. Kurz vor dem Gate lasse ich Paul ans Steuer. Er zeigt im Office mein Permit mit den Quittungen für die bezahlten Eintrittsgebühren vor und erzählt der Dame meine Leidensgeschichte und dass ich in meinem Zustand nicht Auto fahren könne 😕 , weshalb er das für mich übernommen habe. Ich weiss ja nicht, was er ihr alles erzählt und ob er mich als alte, tatterige Tante hinstellt 😗 , ist mir auch egal 🤨 . Die Ranger in Mtito Andei hatten das so vorgeschlagen, damit mir die Gebühren fürs Fahrzeug geschenkt werden. Die Dame zeigt grosses Verständnis und bemitleidet mich sehr 😊 , was mir fast peinlich ist, da wir ja nun ein wenig geschummelt haben 😎 .

Weiter geht‘s. Bald darauf biegen wir rechts auf die Hauptpiste nach Taveta ab. Paul ist immer noch am Steuer und möchte es gar nicht mehr aus der Hand geben 😠 . Erst als er über eine Eisenstange fährt 😈 , weil er sie für einen Holzstock hält, und es unter dem Auto einen lauten Knall gibt 🤢 , hält er erschrocken an. Gemeinsam schauen wir unter‘s Fahrzeug, aber es scheint alles in Ordnung zu sein 🙂 .

So, nun bin ich wieder die Chefin 😛 . Vom Maktau Gate bis zur Grenzstation Taveta sind es noch 50 km auf löcheriger und staubiger Piste. Anfänglich ist der Verkehr noch sehr minim, nimmt jedoch zur Grenze hin mehr und mehr zu. Nun erteilt mir Paul Fahrunterricht 🤩 . Ich müsse ganz langsam fahren und immer in die Seitenspiegel schauen und falls mich einer überhole müsse ich zur Seite fahren und ihn vorbei lassen. Zudem müsse ich auf die Motorradfahrer achten, das seien nämlich die Schlimmsten, da sie keine Ahnung davon hätten, wie lang und wie breit sie seien und dass ich auf jeden Fall schuldig sei 😵 , wenn einer in mich rein fahre. Paul schaut ganz verkrampft in den Seitenspiegel und rapportiert mir jedes hinter uns fahrende Fahrzeug mit Automarke und Farbe 😄 .

Um 12 Uhr, nach drei Std. Fahrzeit ab dem Severin Camp erreichen wir Taveta. Paul besorgt mir für 2‘000 KS Safaricom Rubbelkarten, welche er leider nur in Einheiten von 100 KS kriegt, was heisst, dass ich zwanzig Mal rubbeln und Telefon aufladen muss 🤨 . Dann zeigt er mir noch, wo ich Benzin kriege und wartet, bis ich aufgetankt habe.

Nun verabschiede ich mich von meinem Wegbegleiter, Fahrlehrer und Copiloten Paul, bezahle ihm den zuvor vereinbarten Betrag, den ich noch ein wenig aufrunde und schenke ihm etwas Telefonguthaben.

Da ich nicht sicher bin, ob ich in Tansania kenianische Telefonkarten aufladen kann, such ich mir noch vor der Grenzstation einen Parkplatz und rubble und rubble 😈 bei brütender Hitze an der prallen Sonne 😈 die kleinen Einheiten ab und lade auf und lade auf. Echt mühsam und zeitraubend das Ganze 🙁 .
Natürlich rufe ich auch noch Toni an um ihm mitzuteilen, dass ich bereits an der Grenze sei und die Hälfte der Strecke bereits hinter mir habe 🙂 🙂 🙂 .

Die Abwicklung am Kenia-Zoll geht echt entspannt und zügig voran. Strassengebühr wird nicht verlangt, die wäre eigentlich 40 U$ pro Monat gewesen, aber aufdrängen tu ich mich natürlich nicht 😛 .

Auf der Tansania-Seite muss ich einen Zettel ausfüllen, aber mein Visum ist immer noch gültig, da es jeweils für drei Monate ausgestellt wird. Der Customs-Mann erkennt mich wieder und fragt, wo denn mein Mann sei. Ich erzähl ihm Tonis Geschichte, was ihn aber nicht daran hindert, 25 U$ für die Strassengebühr zu verlangen (20 U$ + 5 U$ für irgendwas), aber natürlich alles mit Quittung.

Um 14 Uhr bin ich endlich durch. Nun haben der Puch und ich für die restliche Strecke bis Arusha nur noch Teerstrasse vor uns. Der Motor schnurrt zufrieden, wir zwei kommen gut voran 😁 . Bald erreichen wir Moshi. Dann geht‘s am Flughafen entlang, wo ich bei einem Shoppingcenter anhalte und ein paar Nüsschen kaufe, da mein Magen langsam rebelliert. Ich bin hellwach und funktioniere prima 😁 . Die zahlreichen Lastwagen, die sich mühsam nach Arusha hochquälen, überhole ich einen nach dem anderen 🤩 . Meine Bedenken wegen dem höllischen Verkehr sind wie weggeblasen. Die können mich alle, ich hab‘s voll im Griff. Auch das übliche, zeitraubende Verkehrschaos durch Arusha beeindruckt mich überhaupt nicht. Ich fahre wie sie, quetsche mich überall rein und überhole links und rechts.

Kurz vor 17 Uhr erreiche ich endlich nach acht Stunden das Tor zur Farm meiner Gastgeber, welches von einem Sicherheitsmann geöffnet wird.
Ich fahre aufs Gelände…..und lande prompt vor dem falschen Haus 🤢 . Jetzt hab ich doch zum Schluss noch nachgelassen 😠 ! Vor lauter Erleichterung, endlich am Ziel angekommen zu sein, fang ich an zu schlampen und lass mich gehen 😐 .
Schnell umdrehen, hoffentlich hat‘s niemand gesehen 😊 .

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Schlussendlich finde ich dann doch noch das Gästehäuschen, wo ich von meiner Gastgeberin herzlich begrüsst werde. Sie hat mir ein paar Brötchen gestrichen 😘 , da sie annimmt, dass ich nach der langen Fahrt fast am Verhungern sein muss.

Nun telefoniere ich mit Toni um ihm mitzuteilen, dass ich gut in Arusha angekommen sei.
Es tönt fast, wie wenn er vor Freude weint und auch ich muss ein paar Tränen der Erleichterung verdrücken 🙂 .

Monas, der Angestellte, hilft mir beim Auto entladen und dann geh ich zu meinen Gastgebern rüber, da sie mich netterweise zum Essen eingeladen haben 🙂 .

Anschliessend schreibe ich stundenlang E-Mails, skype mit Manja und trinke literweise Wasser.

Nach dem Duschen leg ich mich um 22 Uhr ins Bett.
Welch ein denkwürdiger Tag! Ein wenig stolz bin ich ja schon, dass ich das so gut gemeistert habe 🤪 .

Nun muss ich nur noch so bald wie möglich ein Flugticket nach Nairobi kriegen. Toni, ich komme!!! 😘 🤩 😁


Gefahrene Kilometer: 249

Fortsetzung folgt…..
Teil 3807. Juni 2015
Arusha, 22. Januar 2015
Nachdem ich letzte Nacht keine Sekunde geschlafen habe, stehe ich noch vor der Morgendämmerung auf. Ich frage mich, welcher Motor mich antreibt, der mich seit vielen Tagen ohne Schlaf und ohne ausreichend zu essen immer noch voll funktionieren lässt.

Mit einer Tasse starkem Kaffee setze ich mich auf die Veranda. Hoffentlich kriege ich schon morgen einen Flug nach Nairobi. Mein Gastgeber wird sich gleich telefonisch am Flughafen erkundigen, ob das möglich ist und wenn ja, einen Fahrer schicken, der mir das Ticket besorgt.
Auch hier muss ich sagen, dass ich sehr dankbar für diese Hilfe bin. 🙂

Von Dr. Hooker erfahre ich per E-Mail, dass Toni nun ins CCU verlegt wurde.
Was ist CCU? 😕
Google erklärt mir, dass das Coronary Care Unit heisst, und dass dort Patienten mit akuten Herzproblemen eingeliefert werden. 🙁
Mein Herz steht fast still vor lauter Schreck. 😵
Da mir Dr. Hooker auch gleich noch die Direktwahl mitgeteilt hat, versuche ich sofort, Toni anzurufen. Erst nimmt aber eine fremde Person das Telefon ab und die behauptet, dass hier kein Toni liege, oh Schreck. 🤨
Erst nach mehreren Versuchen klappt es dann doch noch, uff. 🙂
Toni versichert mir, dass es ihm nicht schlecht gehe und er in einem schönen Zimmer liege und sogar einen Fernseher habe.

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Tonis Fernseher 😁
Er werde nun sogar ab und zu mit Hilfe von ein paar starken Leuten aufgenommen, die mit ihm einige Schritte hin und her gehen.


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Dieses Bild wurde am 18.1.15 auf der Intensivstation mit Tonis Handy aufgenommen. Es ist sein ausdrücklicher Wunsch, dass ich es hier zeige.

Falls ich schon morgen nach Nairobi fliegen kann, muss ich noch heute unseren Koffer packen. Was bleibt im Fahrzeug? Was kommt mit nach Hause? Was ins Handgepäck? Was in den Koffer? Ich muss ganz genau überlegen, darf ja nichts vergessen und keinen Fehler machen. Man glaubt ja gar nicht, woran man alles denken muss.

Zum Mittagessen bin ich wieder eingeladen. Es gibt Ente mit Kartoffelbrei und Salat und schmeckt so prima, dass ich heute sogar ein wenig mehr esse, als in den letzten Tagen.

Am Nachmittag hab ich dann endlich das heiß ersehnte, von einem Fahrer besorgte Flugticket nach Nairobi in der Hand. Der Flug mit Kenya Airways startet morgen um 11 Uhr vom Kilimanjaro Airport. Morgen Mittag werde ich endlich nach vielen Tagen der Trennung bei Toni sein 🙂 .
Der Koffer ist gepackt, ich bin bereit. 🤪

Nun kann ich auch Manja vom Severin Safari Camp mitteilen, dass ich morgen nach Nairobi fliegen werde. Sie verspricht mir, mein Kommen umgehend im nahe des Spitals gelegenen Azee Gästehaus zu melden und somit mein bereits vorreserviertes Zimmer definitiv zu buchen. Zudem wird sie einen Fahrer namens Julius an den Flughafen schicken, der mich abholt und zu meiner Unterkunft bringt.
Manja, du bist einfach einzigartig! 😘

Die Drähte laufen nun heiß. Endlich wird Tonis ahnungslose Schwester über das Vorgefallene unterrichtet. Die fällt natürlich aus allen Wolken und behauptet, schon lange geahnt zu haben, dass etwas nicht stimmt. Kann ja schon sein.
Geschwister sollen ja manchmal so ne spezielle Antenne haben. 😉

Auch dem TCS melde ich, dass ich morgen Mittag in Nairobi eintreffen werde, was postwendend sehr wohlwollend zur Kenntnis genommen wird, da ja von nun an die Kommunikation sehr viel einfacher sein wird. Man teilt mir auch mit, dass sobald die für Toni so wichtige Immunglobulin-Therapie beendet sei, über eine Rückführung in die Schweiz nachgedacht werde 🙂 😁 .
Zudem erinnert man mich daran, alle Quittungen aufzubewahren, da mir die gesamten Unkosten zurückerstattet werden.

Am Abend esse ich auf der Veranda ein Käsebrötchen. Dann skype ich lange mit Manja vom Severin Safari Camp, welche für mich momentan die wichtigste Bezugsperson ist. Schade, dass ich die letzte Nacht in Arusha nicht recht geniessen kann, aber ich hab nur noch einen innigen Wunsch, nämlich das Wiedersehen mit meinem Mann.

Wenigstens sind heute wieder einige Probleme aus dem Weg geräumt. Ich weiss, wann ich nach Nairobi fliege, wer mich abholt und dass ich eine Unterkunft in der Nähe des Spitals habe 😁 .

Fortsetzung folgt….
Teil 3909. Juni 2015
Arusha, Tansania - Azee Gästehaus, Nairobi, Kenia, 23. Januar 2015
Um 6 Uhr sitze ich bereits frisch geduscht bei einem starken Kaffee auf der Veranda. Die Vorfreude ist riesig. In ein paar Stunden werde ich endlich nach sieben endlos langen Tagen der Trennung bei Toni sein. 🤩

Der Koffer steht fertig gepackt vor der Tür und ich hoffe sehr, dass ich die richtigen Sachen mitgenommen und nichts vergessen habe. Noch schnell einige Dinge im Fahrzeug verstauen, meinem treuen Freund auf Wiedersehen sagen und in die Garage stellen, fertig.
Ich bin zum Abholen bereit. 🙂

Meine lieben Gastgeber kommen vorbei, um sich von mir zu verabschieden und warten, bis mein Fahrer Hamsa eintrifft. Um 7.15 Uhr ist dieser pünktlich zur Stelle.

Der Verkehr durch Arusha ist wie immer ziemlich heftig und chaotisch, aber wir haben genügend Zeit eingeplant. Nach 1 ½ Stunden Fahrzeit erreichen wir um 8.45 Uhr den Flughafen. Hamsa trägt mir mein Gepäck ins Flughafengebäude und wünscht mir guten Flug und für Papa alles Gute und baldige Genesung.

Einchecken und Passkontrolle gehen sehr zügig voran, aber zum ersten Mal seit vielen Jahren muss ich meinen Impfausweis vorweisen 😮 .
Kein Problem, den hab ich natürlich dabei und die Gelbfieberimpfung ist noch keine zehn Jahre her 😁 .

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Überpünktlich, das heisst 5 Minuten zu früh, um 10.55 Uhr hebt der Embraer 190 von Kenya Airways ab. Der Flieger ist nur schwach besetzt, alle Passagiere haben einen Fensterplatz und manche Sitzreihen sind ganz leer.

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Kurz nach dem Start

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Über der Wolkendecke ist der Kilimanjaro wunderschön zu sehen. 😁

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Von oben sieht man auch gut, wie unglaublich trocken und staubig es in Kenia ist.

30 Minuten später, um 11.25 Uhr landen wir bereits auf dem Jomo Kenyatta International Airport in Nairobi 🙂 .
Auf den Koffer muss ich nicht lange warten und auch bei der Passkontrolle bin ich rasch durch. Um 11.50 Uhr stehe ich bereits am Ausgang und halte nach meinem Fahrer Julius Ausschau, der auch gleich mit einem Erika-Täfeli in der Hand daherkommt. Er schiebt mein Gepäckwägelchen über die Strasse und schärft mir ein, mich ja nicht von der Stelle zu bewegen 🤨 , er gehe nun sein Fahrzeug holen. Es dauert eine ganze Weile, bis er endlich daher gefahren kommt. Scheinbar muss er sein Auto ziemlich weit weg parkiert haben.

Durch den Stossverkehr geht‘s nun unendlich langsam und stockend nach Nairobi 🙁 . Julius fährt mit mir durch viele enge Schleichwege 🙄 , die manchmal so verlöchert sind, dass ich schon bald Schiss um sein Fahrzeug kriege 😵 . Er mein aber, dass es so schneller gehe, da ihm ein Kollege telefoniert habe, dass die Hauptstrasse total verstopft sei.

Nach ca. 2 Stunden erreichen wir endlich meine Unterkunft, das Azee Gästehaus, wo ich kurz einchecke und zwei Nächte à 60 U$ bezahle. Frühstück im Preis inbegriffen.
Julius hilft mir, mein Gepäck ins Zimmer zu tragen. Es ist naja 😕 …., zum Schlafen ganz passabel. Wenigstens ist die Dusche schön gross und das Wichtigste, es gibt WLAN, denn das brauch ich wirklich unbedingt.

Dann zeigt mir Julius den Weg zum Aga Khan University Hospital. Wir gehen zu Fuss, damit ich mir den Weg besser merken kann. Das Spital gleicht einem Hochsicherheitstrakt. Man wird am Eingang wie auf einem Flughafen kontrolliert. Das Gebäude ist so riesig, dass wir ziemlich lange brauchen, bis wir endlich die richtige Abteilung finden. Julius verabschiedet sich von mir. Ich geb ihm zusätzlich zum vereinbarten Preis ein schönes Trinkgeld, denn der nette Mensch hat sich doch sehr um mich bemüht 🙂 .

Endlich betrete ich Tonis Zimmer 🤩 und da sitzt er - mein Mann - in einem grossen Lehnstuhl 🤩 .
Die Wiedersehensfreude ist einfach unbeschreiblich 🙂 🙂 🙂 .
Wir sind beide sehr aufgewühlt und unendlich glücklich, dass wir nun wieder beisammen sind. Weitere Details verschweige ich euch 😁 😗 … das ist eher Privatsache. Eine riesige Last fällt von uns ab. Nun wird alles gut.

Toni sitzt nun seit sechs Stunden in diesem Lehnstuhl. Es war sein Wunsch, dass ich ihn nicht im Bett liegend vorfinde. Nun kommt aber das Pflegepersonal und legt ihn wieder ins Bett. Andauernd wird an ihm rumgemessen und rumhantiert 😐 . Er ist nun nicht mehr verkabelt, aber unterhalb seines Schlüsselbeins ist immer noch ne richtige Verteilerstation befestigt 😣 . Privatsphäre haben wir nicht wirklich. In Afrika ist es ja auch nicht üblich dass man seine Gefühle in der Öffentlichkeit zeigt und sich umarmt 😊 .

Zwischendurch hab ich noch einen Termin bei Dr. Hooker. Der sympathische Mann mit der sanften Stimme nimmt sich sehr viel Zeit für mich. Er meint, wenn Tonis Zustand stabil bleibe, dürfe er in einigen Tagen nach Hause. Dann begleitet er mich noch zum Chefarzt, welcher ebenfalls sehr nett ist und sogar ein paar Worte Deutsch spricht.

Nachdem ich mich von Toni verabschiedet habe, mach ich mich auf den Fussweg zu meiner Unterkunft.
Oh Mann, ist das ein mieses Weglein 😠 .
Überall liegen Glasscherben, Zementbrocken und Plastikmüll rum 🙄 .
Auf der Fahrbahn kann ich nicht gehen, da ich Angst haben muss, überfahren zu werden 😈 .
Es sind ja nur ein paar hundert Meter, aber unangenehmer geht‘s wirklich nicht mehr 🤢 .

Den Abend verbringe ich in meinem Zimmer vor dem Laptop, skype mit Manja und schreibe E-Mails und zwischendurch geh ich auf die kleine Veranda um Luft zu schnappen. Ausserdem ruft eine nette Person vom TCS an um sich zu erkundigen, ob ich gut in Nairobi angekommen sei und wie‘s mir geht.

Mein Nachbar ist ein Pakistani, welcher bis gegen 23 Uhr mit seinen Kindern über Skype inbrünstig und lautstark Lieder singt 🤩 und ab und zu zum Rauchen auf die Veranda kommt.

Beim Duschen kommt mir in den Sinn, dass ich ja heute außer den Nüsschen im Flugzeug noch gar nichts gegessen habe 🤨 .
Ist ja egal, mein Magen hat sich vermutlich bereits ans Nichtstun gewöhnt.

Gute Nacht.

Fortsetzung folgt….
Teil 4011. Juni 2015
Azee Gästehaus, Nairobi, 24. Januar 2015
Endlich konnte ich seit Langem wieder mal sieben Stunden durchschlafen. Das hat mir echt gut getan.

Das Frühstück hier im Gästehaus ist sehr reichhaltig, aber halt typisch indisch mit vielen Süssigkeiten usw., aber es gibt auch Toast, Marmelade und Eier. Beim Stichwort „Eier“ erinnere ich mich voller Entsetzen daran, dass ich in unserem Fahrzeug ein gekochtes Ei vergessen habe 🤩 .
Oh du meine Güte, das wird jetzt bis Dezember so richtig heftig vor sich her stinken 🤢 .

Im Innenhof der Pension steht ein Käfig, dessen Bewohner ein gesprächiger Graupapagei ist. 🙂
Er plappert, miaut und pfeift in allen Tonlagen, aber leider hustet er auch ab und zu ganz komisch 😵 .
Das Rätsel wegen des Hustens löst sich aber bald 😄 , denn nun beobachte ich, wie eine Pflegerin die uralte, hustende Mutter der Chefin mit einem Rollstuhl in den Hof schiebt.
Nun husten sie beide um die Wette 🤩 .
Irgendwie peinlich und respektlos, dieses Vieh….. 😎

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Der Innenhof der Pension

Nun muss ich wieder diesen unangenehmen Weg zum Spital unter die Füsse nehmen.
Ich hasse ihn 😈 .
Nicht, dass ich irgendwie angequatscht werde oder so - man beachtet mich nicht mal, obwohl ich weit und breit die einzige Weisse bin - aber es liegt einfach zuviel Unrat rum 😠 .

Nachdem die Sicherheitskontrolle am Eingang bei mir nichts Verdächtiges gefunden hat, lässt man mich das Spital betreten. Es ist ein relativ weiter Weg bis zu Tonis Zimmer. Auch auf jeder Etage sitzen Leute, die genau schauen, wer da ein- und aus geht und dann einen Knopf drücken, bevor sich die Abteilungstür öffnet.

Toni erwartet mich schon sehnsüchtig. Er ist schon sehr schwach und hat keine Chance, ohne Hilfe das Bett zu verlassen - und was mich am meisten beelendet - er kann nicht mal den Kopf heben, wenn er ganz flach liegt 🙁 🙁 🙁 .
Glücklicherweise ist sein Bett elektrisch verstellbar, sodass er sich aufsetzen kann. Ach, was ist nur aus meinem Mann geworden. Zu einem Häufchen Elend und völlig hilflos hat ihn diese Krankheit gemacht 🙁 .


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Tonis Zimmer mit dem Handy aufgenommen

Da Toni ja nun nicht mehr künstlich ernährt wird, darf er jeweils aus einer sehr langen Liste sein Menue selbst zusammenstellen. Erstaunlich, wie gut das Essen schmeckt.
Da mein Mann nämlich fast keinen Hunger hat, ess ich ihm den ganzen Rest weg 😄 😛 .

Toni hat eine persönliche Betreuerin zugeteilt gekriegt, die nur für ihn da ist. Welch ein Luxus! Sie hat ihm sogar seine Kleider gewaschen 😘 ! Unglaublich 🙂 ! Überhaupt ist hier alles sehr persönlich. Zweimal pro Tag kommen Ärzte um sich nach dem Befinden des Patienten zu erkundigen und um diverse Tests zu machen und Doktor Hooker misst jeden Tag mit einem Hämmerchen die Reflexe. Ganz zu schweigen von den vielen zusätzlichen Messungen und Untersuchungen, die man täglich zum Teil mehrmals an ihm vornimmt. Auch wird er zweimal täglich mit dem Rollstuhl von einem Therapeuten zwecks Muskeltraining in den Kraftraum gebracht 😁 .

Da ich mir bei der Packerei in Arusha mehrere Fingernägel abgebrochen habe, werden dieselben für mich nun richtig zum Problem 😠 , da ich nämlich mit den ausgefransten Dingern überall hängen bleibe und da Toni am Nachmittag eh zur Therapie abgeholt wird, entschließe ich mich, per Taxi in den nächsten Supermarkt zu fahren, um mir eine Nagelfeile zu besorgen.

Am Spitaleingang steht ein Tisch mit einem Taxi-Täfelchen drauf. Kaum nachgefragt, bietet sich Albert für eine Fahrt an. Nachdem er sein Taxi vor den Eingang geholt hat, steige ich ein und er bringt mich zu einem kleinen Nakumatt ganz in der Nähe. Leider finde ich im ganzen Gebäudekomplex keine Nagelfeile 😈 😈 😈 .
So fährt mich Albert zu einem grösseren Nakumatt, wo ich dann endlich nach langem Suchen zu der verflixten Nagelfeile komme 🤪 . Da der sehr nette Albert eh nicht viel zu tun hat, fährt er mit mir noch etwas in Nairobi rum und zeigt mir auch das Westgate Shoppingcenter, welches vor nicht allzu langer Zeit von Terroristen gestürmt und teilweise zerstört wurde. Man ist fleißig am Wiederaufbau, sodass es gemäß Albert in Bälde fertig gestellt sein wird.

Zurück in Tonis Zimmer, möchte ich ihm gleich die Nagelfeile zeigen, aber das Ding ist unauffindbar 😮 , wahrscheinlich im Taxi verloren 🤢 .
So ein Mist 😠 . Die Feile ist weg 😈 .
Zwei Stunden für nichts verplempert und Albert ist natürlich schon längst über alle Berge 🤢 .

Den Rest des Nachmittags verplaudern wir, bis Toni müde wird und einschläft. Ich schlendere noch ein wenig durch die wunderschöne und sehr gepflegte Spitalanlage und bestaune die liebevoll angelegten Blumengärten und die lauschigen, schattigen Sitzgelegenheiten.

Dann marschiere ich wieder mit Todesverachtung auf dem verhassten Sch….weglein 😠 zu meiner Unterkunft. Kaum im Zimmer angekommen, ruft eine Ärztin vom TCS an. Sie teilt mir mit, dass wir in drei Tagen von einem Ambulanzjet der Schweizerischen Rettungsflugwacht Rega nach Hause geholt werden 🙂 🙂 🙂 . Ich dürfe natürlich auch mit 🤪 . Um die Kosten müsse ich mir keine Sorgen machen, die werden von der Versicherung übernommen. Das muss ich natürlich gleich Toni mitteilen. Er freut sich unbeschreiblich über diese Nachricht.

Pünktlich um 18.00 Uhr, wenn der Generator im Severin Safari Camp eingeschaltet wird, ruft wie jeden Tag Manja per Skype an 😘 . Sie ist auch sehr erleichtert, dass wir bald ausgeflogen werden und freut sich riesig über die gute Nachricht.

Mit diesem Lichtblick ist nun für mich das Alleinsein in der Pension einigermaßen erträglich geworden 🙂 😁 .

Fortsetzung folgt………………….
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