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Reisebericht · namibia-forum.ch

Eine Reise wird zum Alptraum

von Erika · 44 Teile

Teil 116. März 2015

Diesen Reisebericht widme ich meinem Toni zur Erinnerung an eine Reise, die für uns beide zum Alptraum wurde.

Mein letzterjähriger Reisebericht “Auf bekannten und unbekannten Pfaden durch Tansania” war noch lange nicht vollendet, als sich bei uns bereits dunkle Wolken am Himmel anbahnten. Einerseits bereitete mir das Weiterschreiben des Berichtes grosse Mühe, da mein Kopf ganz woanders war, andererseits wurde ich durch eure zahlreichen teils unglaublich witzigen Kommentare von unseren Problemen abgelenkt.

Mein Mann Toni wurde nämlich seit Mitte 2014 von grossen Rückenproblemen geplagt. Aufenthalte in zwei verschiedenen Kliniken, Spezialtherapien, alle möglichen Medikamente, Kortisonspritzen usw. bewirkten keine durchschlagenden Erfolge. Die Schmerzen blieben und konnten nur mit sehr starken Medikamenten einigermaßen gelindert werden. Die Ärzte waren irgendwann ratlos und der Dezember, welcher eigentlich jeweils unser Abreisetermin nach Afrika wäre, rückte immer näher. Es war zum Verzweifeln.

Ganz unerträglich wurde es für uns, als ab Mitte September hinter unserem Haus eine riesige Baugrube ausgehoben wurde. Jeden Morgen um sieben Uhr wurden wir brutal aus dem Schlaf gerissen, weil unser Haus erzitterte, das Geschirr im Küchenschrank klapperte und die Bilder an den Wänden bebten 😈 .
Nein, wir wollten nach Afrika, der Rücken konnte uns mal, wir wollten endlich weg von dem unbeschreiblichen Baulärm und dem immer unfreundlicher werdenden Wetter.

Tonis Hausarzt meinte eines Tages so Ende November, dass es nun eigentlich keine grosse Rolle mehr spiele, wo Toni seine Schmerzen ertragen müsse, die Medikamente könne er nämlich auch in Afrika schlucken und zudem würde sich das warme Klima eventuell positiv auf seinen Rücken auswirken.

So, das war der Startschuss für unseren Urlaub. 🤩

Schnell die Flugtickets besorgen und ein paar Sachen erledigen. Afrika, wir kommen! 🙂


Fortsetzung folgt............

Teil 217. März 2015

Flug nach Arusha, 12. Dezember 2014
Glücklicherweise hat Toni heute Morgen dank einer leichten Überdosis an Medikamenten keine Rückenschmerzen. Die Koffer sind gepackt und da wir ja pro Person 46 kg mitnehmen dürfen, müssen wir dieselben daheim gar nicht erst wiegen. Den grössten Platz im Gepäck beansprucht eine voluminöse Kartonschachtel voller Medikamente, denen ein ärztliches Begleitschreiben in englischer Sprache beigelegt ist, damit bei einer Kontrolle am Zoll niemand auf die Idee kommen könnte, dass wir in Afrika eine Apotheke zu eröffnen gedenken. 😵

Tonis Schwester bringt uns nach Zürich-Kloten zum Flughafen und um 12 Uhr hebt der Airbus 321-200 der Turkish Airlines mit einer halben Stunde Verspätung in Richtung Istanbul ab. Der Flieger mit den schönen schwarz/roten, sehr bequemen Ledersitzen ist recht neu und das Mittagessen schmeckt prima.

Nach einer Flugzeit vom 2,5 Stunden landen wir in Istanbul. Der Flughafen mit den zahlreichen Restaurants und Geschäften ist ganz angenehm und überschaubar. Für Raucher wie mich 😊 gibt’s oben auf dem Dach eine Art Käfig und obwohl es stark regnet und windet und das Thermometer nur neun Grad anzeigt, halten sich hier erstaunlich viele Leute auf. Die 2,5 Stunden Zwischenstopp vergehen wie im Flug und Tonis Rücken hält sich erstaunlich gut.

Um 18 Uhr Ortszeit startet die Boeing 737-900 in Richtung Kilimanjaro Airport, Arusha. Auch dieses Flugzeug ist sehr neu. Die Ledersitze sind bequem und die Beinfreiheit lässt nichts zu wünschen übrig. Das Essen ist wiederum mehr als in Ordnung und alles wäre bestens, wenn nicht drei Reihen hinter uns ein kleines Mädchen pausenlos in allen erdenklichen Tönen schreien würde. Als es dann nach mehreren Stunden endlich Ruhe gibt, weil es vom Vater rumgetragen wird, fangen die beiden besäuselten Schweizer hinter uns lautstark zu lallen an 😈 . Ich schick ihnen ein paar böse Blicke, aber anstatt Ruhe zu geben, prosten sie mir zu und laden mich zu einem Whisky ein.


Arusha, Tansania, 13. Dezember 2014
Irgendwann ist der Flug überstanden. Begleitet von ohrenbetäubendem Kindergeheul landen wir um 01.45 Uhr nach 7 Std. Flugzeit auf dem Kilimanjaro Airport. Tonis Rücken hat das lange Sitzen erstaunlich gut vertragen, was ja eigentlich die Hauptsache ist.

Nach genau 20 Minuten seit der Landung haben wir bereits unser Visum für Tansania im Pass und unser Gepäck auf dem Wägelchen. Die Ebola-Kontrolle ist noch unbesetzt, oder vielleicht ist noch niemand da, weil der Flieger ja aus Europa kommt. Draussen erwartet uns eine laue Sommernacht. Wir sind endlich in Afrika angekommen. 🙂

Unser Taxifahrer steht schon da und fährt uns bei sehr wenig Verkehr durchs noch schlafende Arusha zu unseren Gastgebern. Der Nachtwächter öffnet das Farmtor, und der Taxifahrer setzt uns vor unserer Unterkunft ab. Vor dem Gästehäuschen steht bereits unser Fahrzeug. Welch eine Freude! Wir lieben unseren zuverlässigen Freund sehr, denn schließlich haben wir ihm seit 1991 so manche unvergessliche Reise durch zahlreiche afrikanische Länder zu verdanken. Mittlerweile hat er bereits über 654’000 km auf dem Tacho und er läuft und läuft und läuft……….. und säuft.


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An unserer Schlafzimmertür hängt ein netter Willkommensgruss. Schön, dass wir das Zimmer links von der Küche beziehen dürfen, welches weiter weg vom Hühnerhof liegt, denn der Gockel hat uns die letzten Male jeweils ab morgens um drei mit seinem pausenlosen blöden und einfältigen Kükerikü geweckt. 🤢

Schnell das Gepäck in die Wohnung gestellt und vor dem Schlafengehen - es ist bereits morgens um vier - mit einem kühlen Bier draußen auf der Veranda auf den Beginn unserer Ferien angestossen. Ist doch bis jetzt alles super gelaufen.
Wir sind total glücklich. 🙂

Gut erholt stehen wir um 9 Uhr auf. Es scheint so, als ob der alte Gockel ausgewechselt worden ist, denn der neue ist erstens Spätaufsteher und zweitens hat er belegte Stimmbänder, das heisst, er hat eine sehr gedämpfte, fast schon angenehme Stimme. Oder es ist doch noch der Alte und hat vielleicht nur ne Stimmbandentzündung…. oder Ebola…? 😎

Da wir von daheim unseren gesamten Kühlschrankinhalt mitgenommen haben, fällt das Frühstück ziemlich üppig aus.

Irgendwann im Laufe des Morgens werden wir von unseren netten Gastgebern herzlich begrüsst. Da wir uns ja ein paar Monate nicht gesehen haben, gibt’s viel zu erzählen.

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Den Rest des Tages verbringen wir mit Umpacken und Sachen sortieren. Unsere Koffer und Taschen bleiben ja hier und auch die Kleider und Schuhe, welche wir erst wieder für den Rückflug brauchen. Wir nehmen’s sehr ruhig und machen immer wieder mal ne Pause. Zwischendurch regnet es kurz, aber sonst ist es sehr angenehm bei 28 Grad.

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Allerlei Federvieh

Da wir heute nicht einkaufen waren, schmeissen wir am Abend nur eine Fertig-Rösti in die Pfanne. Dann sitzen wir noch ne ganze Weile auf der Veranda und geniessen es einfach, in Afrika zu sein.

Teil 317. März 2015

Arusha, 14. Dezember 2014

Nach fast zwölf Stunden Schönheitsschlaf stehen wir voller Tatendrang auf.

Zuerst fahren wir nach dem Frühstück in die Stadt zum Nakumatt Shopping Areal (ehemals Shoprite). Wir benötigen Geld, eine Telefonkarte, Lebensmittel und was sonst noch dazu gehört. Den ATM der Barclays Bank setzen wir nach drei erfolglosen Versuchen geradewegs außer Gefecht. 😐
Auch bei der zweiten Bank klappts nicht. Erst beim dritten ATM ist es dann möglich, pro Mal 400’000 TS per EC zu ziehen.

Dann besorgen wir in einem kleinen Laden ein Airtel-Telefonkärtli. Die Verkäuferin, welche unsäglich streng riecht 🙄 , wischt andauernd ihre triefende Nase mit der Hand ab und klimpert dann mit ihren Popel-Fingern auf meinen Handy rum, wääää. 🤢

Nachdem wir uns im relativ gut bestückten Nakumatt mit Lebensmitteln und was sonst noch dazu gehört 😉 eingedeckt haben, gehen wir eins trinken, tanken Benzin und fahren wieder zurück zu unserer Unterkunft.

Am Nachmittag ersetzt Toni an unserem Fahrzeug die alten, brüchigen Türdichtungen. An einem über dreissigjährigen Auto muss schon ab und zu mal was erneuert werden.

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Unsere Unterkunft in Arusha

Zum Abendessen grillen wir Hühnerschenkel, dazu gibt’s einen Gurken/Tomatensalat…. und natürlich ein/zwei Gläschen Wein.

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Ein bewusstloser Nachtfalter leistet uns Gesellschaft

Um halb zehn gehen wir in die Heia.


Arusha, 15. Dezember 2014

Wir pennten wieder wie die Murmeltiere. Nachts fällt die Temperatur jeweils auf ca. 20 Grad. Zum Schlafen ist das sehr angenehm.


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Toni fährt nach dem Frühstück nebenan zur farmeigenen Werkstatt. Wir hatten von daheim Gummiklötze mitgebracht, welche unter die hinteren Federn montiert werden. Der Wagen steht so hinten etwas höher, als bisher und die Stossdämpfer bzw. Federn werden geschont.

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Alle wollen helfen, alle quatschen dazwischen. Man muss viel improvisieren, da die einfachsten Werkzeuge wie Wagenheber usw. unauffindbar sind. Irgendwo sind die Sachen schon, aber wo…. 😵
Zum Schluss wird der Wagen noch auf die Grube gefahren und geschmiert. Toni macht das am liebsten selbst, da er genau weiss, wo die Schmiernippel sind. Natürlich ist auch keine brauchbare Fettpresse vorhanden, aber wir haben ja selbst eine. Unser Gastgeber kann es fast nicht fassen, dass da alles irgendwo verlegt wurde, denn das Zeugs ist scheints in mehrfacher Ausführung vorhanden.

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Die Gemeinschaftsküche im Gästehäuschen

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Veranda

Am späten Nachmittag räumen wir ein wenig die Gemeinschaftsküche auf, da mitten in der Nacht noch Gäste aus der Schweiz erwartet werden.

Heute gibt’s bei uns Buschmann-Fondue (Fondue Bourguignon aus dem Potje) mit Reis und Zutaten. Leider ist das Rindsfilet vom Nakumatt aber etwas zäh. Das nächste Mal holen wir das Fleisch bei Meat King.

Toni ist am Abend hundemüde, da er ja stundenlang in gebückter Haltung gearbeitet hat.

Bis bald..............

Teil 418. März 2015

Arusha, 16. Dezember 2014
Nachts schleichen sich unsere neuen Mitbewohner so lautlos wie möglich in ihr Schlafzimmer. Beim Aufstehen sind wir ebenfalls ganz leise, da sie bestimmt müde sind und nach dem langen Flug ausschlafen möchten.

Während wir auf der Veranda frühstücken, lernen wir die beiden sympathischen Leute kennen. Sie möchten in Etappen zurück in die Schweiz fahren, wissen aber noch nicht genau, welche Route sie nehmen sollen, bzw. können.


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Der nicht sehr afrikanisch aussehende Nakumatt-Nikolaus

Am Nachmittag fahren wir nochmals zur Stadt und treffen auf dem Nakumatt-Parkplatz einen alten Bekannten mit zwei Begleitern. Die drei bereiten sich als Tour Guides auf eine mehrwöchige Selbstfahrer-Gruppenreise nach Kapstadt vor. Die Teilnehmer werden in ein paar Tagen von Europa nach Dar Es Salaam fliegen, ihre zuvor verschifften Fahrzeuge aus dem Hafen holen und ihre grosse Abenteuerreise und Expedition beginnen. Das Ganze kostet ein halbes Vermögen, aber es ist wahrscheinlich für viele Teilnehmer die einzige Möglichkeit, wohlbehütet einen lang gehegten Traum zu verwirklichen. Sogar eine Automechanikerin ist mit von der Partie.

Dieser Shoppingcenter-Parkplatz hat’s schon echt in sich. Man trifft immer mal wieder ganz unverhofft auf interessante Leute. Zum Beispiel wurden wir dort schon von Corinne Hofmann (The white Massai) wegen unseren Schweizer Nummernschildern angesprochen (brustaufpluster 😁 ), das heisst, eigentlich hab ich erst nachdem ich gegoogelt hatte festgestellt, wer die Frau überhaupt war 😊 .
Dann machten wir dort letztes Jahr Bekanntschaft mit den lieben Fomis helliulli und nun kommt noch unser Bekannter als Expeditionsleiter daher.

Ausserdem plauderten wir vor ein paar Jahren mal mit einem deutschen Missionar auf diesem Parkplatz, als mir ein Junge ganz unverschämt an den Hals griff und mir meine Halskette zu entreissen versuchte, worauf ich ihm eine Ohrfeige verpasse (nochmals brustaufpluster 😄 ), was dem Missionar fast die Sprache verschlug und dem Jüngling glühende Fersen verlieh. Und wisst ihr was? Ich hab genau gespürt, dass der Missionar mit dem Knaben mehr Mitleid hatte, als mit mir, die ich doch fast Opfer eines Entreissdiebstahls geworden wäre. 🤢 Aber bevor ihr mich nun wegen der Ohrfeige ausschimpft, muss ich zu meiner Verteidigung erwähnen, dass sich damals meine Hand ganz unbeabsichtigt und reflexartig einfach selbständig gemacht hat. 😗

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Bilder von Arusha

Nach einer Portion SchniPo in einem Gartenrestaurant fahren wir durch den üblichen chaotischen Stossverkehr zu unserer Unterkunft zurück und verquasseln den Rest des Tages mit unseren Mitbewohnern.

Teil 519. März 2015

Arusha - Lake Chala, 17. Dezember 2014
Eigentlich hält uns nun in Arusha nichts mehr. Wir sind soweit, dass wir uns auf unsere Reise begeben können. Der Wagen ist relativ schnell gepackt und der Kühlschrank eingeräumt. Die sechs Paar Schweins-Rauchwürste, die wir wie jedes Jahr von einem befreundeten Metzger als Wegzehrung bekommen (er hat immer Schiss, dass wir in Afrika verhungern 😄 ), werden aus dem Vakuum genommen und zum Trocknen an einer Schnur im Fahrzeuginneren aufgehängt. Sie verströmen einen angenehmen Duft, wir können es kaum erwarten, bis sie etwas angetrocknet und essreif sind. Es ist doch toll, wie sich unsere Freunde um uns sorgen. 😘

Bis wir uns endlich von all den lieben Leuten losreissen können, wird es 11 Uhr. Bei Meat King kaufen wir ganz schönes Fleisch, welches man uns vakuumiert und sonst noch einige Delikatessen. Der Verkehr durch Arusha ist wie immer äußerst stockend. Es wird links und rechts überholt. Dazwischen schlängeln sich die Motorradfahrer todesmutig durch jede Lücke. Nimmt uns schon wunder, wie die ihren Führerschein kriegen. Wahrscheinlich haben sie, nachdem sie den Unterschied zwischen Kupplung, Gas und Bremse kennen, die Prüfung bereits bestanden 😄 . Von Verkehrsregeln hat hier niemand eine Ahnung. Auch Geschwindigkeitstafeln werden nicht beachtet, da helfen nur die zahlreichen Huppels, die einem fast das Fahrzeug zusammen schlagen, wenn man zu schnell drüber fährt.

Irgendwo zwischen Arusha und Moshi werden wir an zwei der zahlreichen Polizeikontrollstellen angehalten. Der erste Beamte fragt Toni, ob er einen Führerschein besitze, aber sehen möchte er ihn nicht.
An der zweiten Kontrollstelle ist der Beamte schon etwas klebriger. Er möchte unbedingt ein Geschenk oder Geld, da er seit heute Morgen hier stehe und noch nichts gegessen habe. Wir bleiben hart und sagen ihm, dass wir weder ein Geschenk noch Geld für ihn haben 😠 . Dann erspäht er, wahrscheinlich angelockt durch den angenehmen Duft, unsere aufgehängten Rauchwürstli 😐 . Was denn das sei, das sei doch bestimmt was zum Essen. Toni erwidert während er sich mit angewiderter Miene die Nase zuhält, ob er denn nicht rieche, wie die bereits stinken 😵 . Ausserdem seien sie aus Schweinefleisch und grunzt dabei wie eine glückliche Muttersau 😄 . Der Polizist meint darauf, dass er sowas auf gar keinen Fall essen würde und lässt uns weiterfahren 😛 .

Da wir möglichst keine grossen Tagesetappen fahren wollen, entschliessen wir uns, heute bis zum Lake Chala nahe der kenianischen Grenze zu fahren.
Diesen lauschigen Platz an dem geheimnisvollen, tiefen See mit Aussicht auf den Kilimanjaro mögen wir sehr.

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Zufahrt zum Lake Chala

Kurz vor dem kenianischen Zoll biegen wir links auf eine relativ gut ausgebaute Erdpiste ab, welche zum See führt. Kurz vor dem Ziel werden wir durch einen Schlagbaum zum Anhalten gezwungen. Irgendwann kommt ein junger Mann mit einem Heft in der Hand daher gelatscht, derweil sein Kollege ein Stück weit entfernt lässig auf der Motorhaube eines neuen Landcruisers liegt. Da der Jüngling kein Wort Englisch spricht und wir kein Kiswahili, ist die Verständigung etwas kompliziert. Es wird aber schnell klar, dass es um Geld geht. Er blättert in seinem Heft und zeigt auf 100 U$ für irgendwelche Ballon- und Flugzeug-Landegebühren 😕 . Das kommt natürlich überhaupt nicht in Frage. Nun wird es immer teurer, denn er zeigt nun auf 1’000 U$ 🙁 und dann sogar auf 1’500 U$ 🤩 . Das beweist uns, dass der Knabe weder lesen, noch schreiben kann und überhaupt keinen Bezug zu Zahlen hat. Sein auf der Motorhaube liegender Kollege winkt uns zu sich, aber das übersehen wir geflissentlich. Soll der gefälligst seinen Arsch heben und zu uns kommen, wenn er was will 😈 . Was ist denn das für ne Art? Wir machen dem jungen Mann per Zeichensprache klar, dass wir nun zur Lodge fahren und dort das Finanzielle abklären werden. Er protestiert zwar während wir elegant den Schlagbaum umfahren, aber so kommen wir ja nicht weiter.

Es gibt bei der Lodge nun nebst einigen anderen baulichen Veränderungen sogar eine Rezeption, welche aber verschlossen ist und als Garage für ein Fahrrad dient 🙂 . Also laufen wir zum neuen, hoch über dem See auf Stelzen gebauten Restaurant.

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Aussicht vom Restaurant auf den Lake Chala.

Es dauert nicht lange, bis auch die beiden Beamten mit dem Landcruiser eintreffen um zu kontrollieren, ob nun alles mit rechten Dingen zu und her geht.
Der Barmann oder Manager, oder was immer er jetzt ist kann sich noch gut an uns erinnern und begrüsst uns wie alte Bekannte.
Unter den aufmerksamen Blicken der Kontrolleure erklärt er uns, wie sich neuerdings der Preis zusammensetzt:

Fahrzeug: 5 U$
Abgabe für die Regierung: 25 U$ pro Person = 50 U$
Camping: 10 U$ pro Person = 20 U$ (ursprünglicher Preis)
Das macht für zwei Personen 75 U$ pro Tag.

Das ist ja für einen Campingplatz wirklich happig. Morgen fahren wir gleich wieder weiter. Schade, denn wir wären gerne ein paar Tage geblieben, aber nicht zu diesem Preis.
Der Barmann erzählt uns, dass er nur noch solche unangenehmen Diskussionen mit Touristen führe und viele Safariunternehmen gar nicht mehr kämen, da es ihnen zu teuer geworden sei.


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Der Campingplatz beim Lake Chala

Leider zeigt sich der Kili momentan nicht, aber wir geben ihm noch für morgen früh eine Chance.

Nachdem Toni das Dachzelt aufgebaut hat, stellen wir fest, dass wir vergassen, ein neues Spannbettlaken mitzunehmen. Kein Problem, wir helfen uns mit ein paar Badetüchern, die wir über die Matratze legen. Endlich wieder im Dachzelt schlafen!
Der Urlaub hat nun richtig begonnen. 😎 🤪

Nach dem Nachtessen sitzen wir noch lange draußen und da wir die einzigen Gäste sind, geniessen wir die absolute Ruhe.
Und was für uns ganz wichtig ist: Seit wir in Afrika sind, haben sich Tonis Rückenprobleme stark vermindert.

Gefahrene Kilometer: 155

Teil 622. März 2015

Lake Chala, Tansania - Voi, Kenia, 18. Dezemeber 2014
Wir haben wunderbar geschlafen in unserem Dachzelt und wie wir‘s uns erhofft hatten, steht heute Morgen der Kilimanjaro da. Er ist zwar etwas wolkenumhüllt, aber man sieht ihn doch recht deutlich.


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Links der Kilimanjaro und rechts der etwas näher zu uns stehende 5‘148 m hohe Mawenzi

Mit dem Kili als Kulisse und dem gemütlichen Frühstück fängt der Tag für uns optimal an. Aber so schön der Platz beim Lake Chala auch ist, wir packen zusammen und ziehen weiter.

Die Lodge ist wie ausgestorben. Wir fragen uns, ob der ursprüngliche Besitzer überhaupt noch da ist, oder ob nun alles dem Staat gehört. Es wurde ja in letzter Zeit für neue Zelt-Bungalows und den Restaurant-Neubau echt viel Geld investiert. Aber eigentlich schade finden wir, dass nun der See seine Jungfräulichkeit ein wenig verloren hat, zumal ja leider bereits zwei andere Lodge-Ruinen das Ufer zieren.

Wahrscheinlich hatte man ursprünglich mal grosse Pläne mit diesem See, da ja sogar eine Stromleitung bis hier her gezogen wurde.

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Flammenbaum in voller Blüte

Um neun Uhr sind wir abreisefertig. Der Weg zurück zur Hauptstrasse ist schnell zurückgelegt. Einige wenige Kilometer später erreichen wir bei Taveta den kleinen Grenzübergang zwischen Tansania und Kenia.

Wie bei der Einreise, werden wir wieder fotografiert und auch Fingerabdrücke werden genommen. Dann wird der Ausreisestempel in den Pass gedrückt. Da unser Fahrzeug während neun Monaten in Tansania stand, sind für diese Zeit pro Monat 20 U$ Strassengebühr = 180 U$ fällig. Wirklich bescheiden ist das nicht, zumal man ja in Tansania andauernd auf Nebenstrecken zusätzlich zur Kasse gebeten wird. Dann wird zum Schluss unser Carnet ausgestempelt.

Als Erstes müssen wir auf der kenianischen Seite zur Ebola-Kontrolle. Der zuständige Beamte winkt uns freundlich zu sich. Hinter seinem Rücken prangert ein grosses Plakat, auf welchem mehrere „Ebola-Verhinderungs-Regeln“ abgebildet sind. Unter Anderem steht da ganz klar, dass man niemandem die Hände schütteln soll. Und genau das tut der Mann nun 🙄 ! Er kommt auf uns zu und gibt uns die Hand! Dann plaudert er ein wenig und rät uns, das Plakat mit den Verhaltensregeln gut zu studieren.
Und jetzt kommts: Nun streift er sich ein Paar Wegwerf-Handschuhe über, reicht uns zwei Fragebogen, welche wir ausfüllen müssen, nimmt die ausgefüllten Zettel entgegen, zieht danach die Handschuhe wieder aus, schmeisst sie in einen Abfallbehälter und schüttelt uns anschliessend zum Abschied wieder die Hand. 🤩 🤩 🤩
Afrikanische Logik?

Auch am kenianischen Zoll werden Fingerabdrücke genommen und Fotos gemacht. An der Wand hängt ein Flimmerkasten, wo gerade eine politische Sendung übertragen wird. Die Gemüter Parlamentarier scheinen sehr erhitzt zu sein, einer nach dem anderen steht auf und hält eine leidenschaftliche Rede, was mit viel Applaus und anerkennenden Zwischenrufen quittiert wird. Dann steht wieder einer auf, aber der kommt gar nicht richtig zu Wort, denn nun fangen die anderen Parlamentarier ganz laut zu singen an, sodass der arme Kerl nach einer Weile ganz frustriert seine Rede abbrechen muss, worauf dann auch der Gesang verstummt. Nun spielen sich einige echt tumultartigen Szenen ab, sodass wir fast damit rechnen dürfen, dass die sich noch verklopfen 😁 . Eigentlich hätten wir diese spannende Sendung gerne noch länger verfolgt, aber in der Zwischenzeit haben wir unser Visum im Pass und wir müssen ja heute noch nach Voi. Vier Kilometer später wird noch das Carnet abgestempelt und dann sind wir nach 1 ¼ Stunden durch.


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Piste nach Voi

Nun folgt eine sehr raue Schotterstrasse. Die Chinesen sind aber am Bauen und irgendwann wird diese Strasse ebenfalls geteert sein, was natürlich heisst, dass dann sehr viel mehr Verkehr aufkommen wird.


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Die Gegend wird nun immer einsamer und unbewohnter. Bald können wir die ersten Tiere erblicken. Es sind Dromedare, die gemütlich der Strasse entlang ziehen.


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Später entdecken wir neben den Bahngeleisen eine ca. vierzigköpfige Elefantenherde. Auch springen hin und wieder verschiedene Huftiere verschreckt durch den Busch.

Ca. 20 Km vor Voi fängt die Teerstrasse an. Plötzlich nimmt auch der Verkehr wieder zu. In Voi tanken wir Benzin und ziehen an einem ATM Kenyan Shillings. Nach einer Stadtrundfahrt begeben wir uns zum Campingplatz der schön ruhig gelegenen Red Elephant Lodge. In der Lodge sind derzeit keine Gäste. Die nächsten werden erst über die Feiertage erwartet. Zum Duschen wird uns ein Häuschen zu Verfügung gestellt und wir dürfen ein Elektrokabel zu unserem Fahrzeug ziehen.

Nachdem wir das Dachzelt aufgebaut und geduscht haben, bereiten wir unser Nachtessen zu. Man hatte uns auch angeboten, für uns zu kochen, aber dann hätten die ja extra für uns die Küche aufmachen müssen, was wir nicht wollten.

Toni ist irgendwie total geschafft und froh, dass er bald ins Bett steigen kann.

Gefahrene Kilometer: 149

Teil 724. März 2015

Voi - Kikambala (nördlich Mombasa), 19. Dezember 2014
Heute Morgen sieht unser Fahrzeug etwas seltsam aus. Es ist mit einer klebrigen, honigartigen Masse überzogen und mit tausenden kleinen Blättchen übersäht, die man kaum abwischen kann.

Den Tag müssen wir sehr süferli* beginnen, da Tonis Rücken zu rebellieren beginnt, als er ein paar Dinge fürs Frühstück aus dem Wagen holt. Und jetzt erinnert er sich auch daran, dass er gestern Abend vergessen hat, seine Medizin zu schlucken.

Wir frühstücken ausgiebig, schwatzen mit dem unterbeschäftigten Personal rum und machen dann unser Fahrzeug abreisefertig. Um 11 Uhr starten wir zu unserem nächstem Reiseziel.

Die Strasse von Voi nach Mombasa ist schmal und voller Schlaglöcher, aber das kratzt die wenigsten Einheimischen. Die brettern bei dem irren Verkehr, wie wenn ihnen der Teufel im Nacken sitzen würde 😠 . Da es nach Mombasa laufend abwärts geht, haben auch die Lastwagen ein ziemliches Tempo drauf. Es macht auch hier den Anschein, als ob Sicherheitslinien und Verkehrstafeln nur zu Zierde vorhanden wären. Die Chinesen bauen ja jetzt zwischen Mombasa und Nairobi eine neue Bahnlinie, sodass die Hoffnung besteht, dass nach Fertigstellung ein Grossteil der Transporte von der Strasse auf die Schienen verlegt wird.

Ca. 20 km vor Mombasa geht’s dann wegen Verkehrsverstopfung nur noch im Schritttempo weiter. Oh Mann, ist das mühsam. Dabei fahren wir ja nicht mal bis ins Stadtzentrum. Und dann dieser Staub und Abgasgestank, mein Hals kratzt und die Augen brennen. Es wird nun merklich schwüler und wärmer.


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Während wir im Schneckentempo dahin kriechen, knipse ich ein paar Bilder. Nach vier Stunden Fahrzeit ab Voi sind wir endlich auf der anderen Stadtseite angelangt, wo es etwas flüssiger vorwärts geht.

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An der schrägen Stange hängt die Telefonnummer von einem Mganga, einem Heiler.
Ob ich da wohl mal mit Toni vorbei soll? 😁

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Und dann durchqueren wir das Möbelschreiner-Viertel.

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Auswahl an Grabsteinen für die allerletzte Safari………. 😉

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Gemischtwarenhändler

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Shoppingcenter mit integriertem Kindergarten

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….und schlussendlich eine Kleiderboutique nach der anderen.

In einem riesigen, supermodernen Shoppingcenter besorgen wir uns eine Safaricom-Telefonkarte, kaufen im Nakumatt nebst einigen Delikatessen ein Spannbettlaken für unsere Dachzelt-Matratze, essen in einem der zahlreichen Restaurants eine Kleinigkeit und schlendern sonst noch ein wenig rum. Die Kontrollen sind bereits bei der Einfahrt zu diesem Komplex echt streng und auch an den Eingängen zu den Geschäften kommt man erst durch, wenn der Detektor nicht quietscht.

Bis wir endlich unser heutiges Ziel, die Edelweiss Lodge in Kikambala erreichen, ist es bereits 18 Uhr. Unsere Gastgeber Hedi und Ulli erwarten uns schon, da wir unser Kommen zuvor angekündigt hatten. Die Begrüssung ist sehr herzlich. Wir waren ja bereits vor einem Jahr mal für einige Tage hier, allerdings haben wir damals gecampt. Diesmal beziehen wir jedoch eines der schönen, sehr geräumigen Bungalows.

Da es echt heiß und schwül ist, kühlen wir uns im glasklaren, lauwarmen Pool ein wenig ab und setzen uns dann auf unsere Veranda, wo wir genüsslich unseren obligatorischen Sundowner schlürfen. Kochen müssen wir nicht mehr unbedingt, da wir ja bereits am späteren Nachmittag eine Kleinigkeit gegessen haben.
So, hier werden wir nun solange bleiben, bis es uns verleidet ist.

*vorsichtig

Gefahrene Kilometer: 191

Teil 826. März 2015

Edelweiss Lodge, Kikambala, 20. Dezember 2014 bis 2. Januar 2015

20. Dezember 2014

Kaum waren wir letzte Nacht im Bett, beschallte uns die Disco nebenan bis in die frühen Morgenstunden. 😐
Abgesehen von diversen Unterbrüchen brachten wir‘s aber trotzdem fertig, hin und wieder zu schlafen.

Das grosse parkähnliche Anwesen von Hedi und Ulli ist wunderschön. Die beiden haben sich hier ein richtiges Paradies geschaffen. Für Gäste gibt es drei geräumige Bungalows und einen schönen, schattigen Campingplatz unter Baobabs mit sauberen Duschen und Toiletten.

Nähere Infos findet man hier:

http://www.edelweiss-kikambala.de/


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Im linken Häuschen wohnen wir 🙂

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Normalerweise legen wir keinen Wert auf einen Pool, meistens ist uns das Wasser zu kalt, aber dieser ist ein richtiges Bijou und angenehm warm. Hier sind die Tagestemperaturen ca. bei 30 Grad, nachts kühlt es nur unwesentlich ab, weshalb auch das Wasser etwa diese Temperatur hat.


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Unser Schlafzimmer

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Wohnzimmer

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Küche

Unser 2-stöckiges Bungalow Nr. 1 ist eine vollwertige Wohnung und mit allem ausgestattet, was man benötigt. Es besteht aus einem Schlafzimmer, Wohnzimmer, Esszimmer, Dusche/WC und einer gut ausgestatteten Küche. Im oberen Stockwerk befindet sich noch ein zusätzlicher Schlafraum. Aber wichtigster Aufenthaltsort ist für uns tagsüber die Veranda mit Blick auf den Pool und Garten.

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Das Haupthaus. Hier wohnen Hedi und Ulli

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Wir trödeln ein wenig rum, quasseln mit unseren Gasgebern, geniessen den Pool und freuen uns einfach, hier an diesem schönen Ort zu sein. Toni öffnet dann noch das Dachzelt, um zu prüfen, ob das neu gekaufte Bettlaken passt. Nein, es passt überhaupt nicht, da viel zu kurz 😵 . Jetzt hat mein Mann wieder ne Aufgabe. Er wird morgen im Dorf einen Schneider suchen, der ein Stück Stoff dazwischensetzen soll.

Der Tag vergeht wie im Flug und schon ist es wieder Zeit für den obligatorischen Sundowner.

Kosten Bungalow pro Woche: 210.- Euro

Teil 928. März 2015

21. Dezember 2014

Heute ist Sonntag. Um 5.50 Uhr plärrt bereits nebenan der Muezzin und zwei andere hört man ein Stück weiter entfernt.

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Ich spazier ein wenig im Garten rum und schleiche die Vögel an, aber da die mich vermutlich für eine Vogelscheuche halten, fliegen sie meistens weg. 🤢

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Agame

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Rechts unser Bungalow von hinten

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Wüstenrose

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Auf dem Grundstück hinter der Lodge tönt es seit den frühen Morgenstunden nach Teufelsaustreibung und Voodoozauber. Eigentlich beginnt alles ganz gesittet. Es wird gesungen und im Rhythmus geklatscht und getrommelt. Im Laufe des Tages kommen immer mehr Leute dazu, darunter viele Kinder. Das Ganze schaukelt sich mit der Zeit dermaßen auf, dass es immer lauter, hysterischer und fast beängstigend wird. Man schmeisst sich auf den Boden, steht wieder auf, die Stimmen überschlagen sich und die Vorbeterin tönt in ihrer Ekstase etwa so, wie wenn ein Huhn einen langsamen, qualvollen Tod erleidet. Ihr wisst schon, mit der stumpfen Rasierklinge…. 😣

Dazwischen hört man aus einer Kirche schöne Trommelklänge und religiöse Lieder, wobei sich eine Dame mit ihrem kunstvollen und inbrünstigen Tremolo ganz besonders hervortut.

Das Ganze zieht sich bis zum späten Nachmittag hin. Ausgenommen vom Ruf des Muezzins ist‘s dann für den Rest des Sonntags relativ ruhig.

Teil 1029. März 2015

22. Dezember 2014

Heute ist unser Fahrzeug dran. Der Gute muss nämlich dringend entrostet werden. Die Männer hatten schon vor einem Jahr besprochen, dass die Arbeit hier in Ullis gut ausgerüsteter Werkstatt gemacht wird.

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Ulli und Toni bei der Arbeit. 😁

Es wird eine Weile an einem Kotflügel rumgeschliffen aber dann haben sie den Bettel hingeschmissen und sind mit dem Bettlaken zum Schneider gegangen um mit diesem dessen Verlängerung zu besprechen und den passenden Stoff auszusuchen.

Ich stiefle derweil auf der Suche nach geeigneten Fotomotiven im Garten rum.

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Stamm eines Baobabs

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Ebenfalls der Stamm eines Baobabs

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Dann sind die Männer noch „eins“ trinken gegangen und nun sind sie nach mehreren Stunden Abwesenheit so ziemlich besäuselt wieder eingetrudelt 🙄 .
Hedi schimpft ein wenig mit Ulli, aber ich muss ehrlich sagen, dass ich einfach nur froh darüber bin, dass es Toni so gut geht und schließlich ist es ja sein Kopf, der eventuell brummt und nicht meiner. 😛

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Toni grillt gerne in der Unterhose 🙂 🙂 🙂

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Unsere Veranda

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Motte oder Nachtfalter oder so….

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Ein willkommener Mitbewohner

Wir grillen 800 Gramm Lamm Chops, dazu kochen wir einen Topf voll Reis und essen alles auf.

Teil 1131. März 2015

23. Dezember 2014

Nach dem Frühstück auf unserer gemütlichen Veranda kommt Hedis Haus-Masseuse Sophia zu Besuch. Sie knetet erst Hedi durch und dann unsere Nachbarin aus Nr. 2, welche wegen des kalten Wetters aus dem Berner Oberland geflohen ist und hier für ein paar Wochen überwintert.

Dann legt sich auch Toni auf die Massageliege und wird von Sophia eine ganze Stunde lang mit Olivenöl beträufelt und nach Strich und Faden durchgeknetet.
Die Frau verlangt dafür 4.- U$. Sie muss vier Kinder durchfüttern, hat keinen Mann und das ist ihr einziges Einkommen. Wenn keine Touristen hier sind, was manchmal wochenlang der Fall ist, muss sie echt schmal durch.

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Toni glänzt wie eine in Olivenöl eingelegte Sardine. 🤩

Scheinbar hat ihm die Behandlung sehr gut getan, denn er ist nun voller Tatendrang und hilft Ulli gleich wieder bei den Schleifarbeiten an unserem Auto.

In den Pool geht er heute ausnahmsweise nicht, aber er spaziert später in dem öligen Zustand zum Schneider um das Bettlaken abzuholen, welches nun ein schönes, rosarotes Zwischenstück bekommen hat.

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Sieht doch gut aus, oder? 🙂

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Dann fährt der Mann, obwohl immer noch ölig, mit Ulli weg, um Grundierfarbe für unser Fahrzeug zu besorgen.
Das Olivenöl soll halt so lange wie möglich einwirken, mein er. 🙂

Nachdem er sich endlich geduscht hat, geht‘s mittels Sundowner zum gemütlichen Teil über.

Zum Abendessen gibt‘s bei uns Wurst/Käsesalat mit Tomatensalat. Auch wenn ich‘s nicht immer explizit erwähne - ein Fläschchen Wein gehört natürlich auch jeweils mit dazu.

Teil 1231. März 2015

24. Dezember 2015

Da das Grundstück von Hedi und Ulli sehr gross ist, können sie die ganzen Arbeiten inkl. Gästebetrieb und Gartenpflege natürlich nicht alleine bewältigen. Sie beschäftigen deshalb vier Männer, die schon sehr lange bei ihnen tätig sind. Und auch seit der Tourismus in Kenia zusammen gebrochen ist, und es eigentlich nicht mehr so viel zu tun gäbe, werden sie „durchgefüttert“, denn es sind ausgesprochen ehrliche, zuverlässige und fleissige Menschen.

Verdienen tun sie nicht sehr viel, aber sie werden jeden Mittag von Hedi bekocht und bekommen auch sonst ab und zu einige Lebensmittel für ihre Familie mit auf den Weg. Hedi hat für sie ein besonderes Sparsystem eingeführt. Vom ihnen zustehenden Lohn dürfen sie je nach ihren Möglichkeiten einen gewissen Betrag stehen lassen und das „Sparkapital“, das sich im Laufe des Jahres auf ihrem Konto angesammelt hat, wird dann von Hedi verdoppelt und an Weihnachten ausbezahlt.


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Ein kühles Tusker gefällig?

Heute ist Weihnachten. Gearbeitet wird deshalb nur bis am Mittag. Dann wird der grosse Grill hervorgeholt und mit Ziegenfleisch, Hähnchenstücken und Rinderfilet bestückt. Zusammen mit dem Personal wird nun gegessen und Weihnachten gefeiert. Die Jungs sind unglaublich hungrig und verschlingen nebst anderen Zutaten 5 kg Ziegenfleisch 😮 (inkl. Knochen gerechnet). Aber das Gewicht sagt eigentlich nicht viel aus. Wir haben mal in Namibia von einem Farmer ca. 1,5 kg Ziege gekriegt, wovon 1.45 kg Knochen waren und ca. 50 Gramm Fleisch oder besser gesagt Sehnen. Er gab es uns damals großzügig mit auf den Weg und betonte noch, dass das sein liebstes Fleisch sei. 😈


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Heute wird mal das Personal bedient. 🙂

Nach dem Essen werden die Geschenke verteilt. Jeder Angestellte bekommt nebst einer Tüte voller Lebensmittel ein Hemd, eine massgeschneiderte Hose und ein Paar schöne, von der Berner Oberländerin gesponserte Schuhe. Dann wird das im Laufe des Jahres ersparte, von Hedi verwaltete Geld ausbezahlt. Die Freude der Jungs ist riesig, nur der Älteste ist ein wenig bedrückt.
Das Geld werde ihm daheim eh grad wieder abgenommen, meint er traurig. 🙁

Teil 1331. März 2015

25. Dezember 2014

In Kenia scheint man eine andere Vorstellung von Weihnachten zu haben. Und da es ja ein Feiertag ist, nimmt man das hier sehr wörtlich. Die Disco nebenan dröhnt nachts wieder mal voll Rohr 😈 . Irgendwann stehe ich auf und steckte mir Stöpsel in die Ohren. Toni hat sich bereits daran gewöhnt und findet es nicht ganz so schlimm. Ich glaube, ihm gefällt es sogar, wenn sein Brustkasten vom Bass vibriert 😣 . Zudem hat er neuerdings eh Mühe beim Schlafen, da er wieder - wie daheim übrigens auch - ein taubes Gefühl in der linken Gesässhälfte und ein unangenehmes Kribbeln im Bein verspürt. Er meint aber, dass er damit leben könne und für ihn viel wichtiger sei, dass er keine Rückenschmerzen habe.

Unser Fahrzeug steht immer noch in Ullis Werkstatt, aber Toni möchte heute unbedingt nach Mtwapa fahren und im Tuskys Supermarket einkaufen gehen. So stellen wir uns vors Lodgetor und warten auf ein geeignetes Transportmittel. Bald darauf gesellt sich ein Dromedar zu uns 😮 , welches beim Nachbarn ausgebüxt ist. Der ist nämlich nicht nur Moschee-Besitzer, sondern auch Kamel- und Hundezüchter.

Es dauert gar nicht lange, bis ein Bodaboda-Fahrer anhält und uns zu Aufsteigen auffordert. Nein, ich möchte nicht Motorrad fahren und schon gar nicht zu Dritt 🤢 . Er meint, dass wir ja mit zwei Bodabodas fahren könnten. Toni sagt ja, aber ich sag nein 😠 . Ich warte lieber, bis ein Tuk-Tuk kommt, aber der Bodaboda-Fahrer meint, dass auf dieser Nebenstrasse nur Bodabodas verkehren und keine Tuk-Tuks. Zunächst bleib ich mal standhaft 😠 , aber nachdem der Bodaboda-Fahrer drei Mal mit einem triumphierenden Grinsen an uns vorbeigefahren ist und immer noch kein Tuk-Tuk weit und breit zu sehen ist, willige ich mit dem grössten Widerwillen ein 😐 . Ich stell mich schon beim Aufsteigen echt dämlich an und dann zwängt sich Toni noch hinter mich 😐 . Nachdem ich dem Bodaboda-Fahrer eindringlich eingeschärft habe, dass er sehr vorsichtig fahren müsse, fahren wir ab. Damit Toni genügend Platz hat, docke ich beim Fahrer so gut es geht an 😘 , aber Toni fängt bald an zu jammern, dass ihm der Hintern weh tue 😵 . Sein Allerwertester hat nicht genug Platz auf dem Sattel und die Hälfte davon hängt auf dem harten Gepäckträger 🤩 . Ist mir echt egal, der soll mal endlich ein bisschen abnehmen. Sein Bauch fühlt sich aber sehr angenehm wie ein weiches Kissen an 😎 . So ganz entspannen kann ich mich nicht. Das merke ich aber erst, als der Fahrer andauernd auf seine Schulter schaut anstatt auf die Strasse. Meine Hand hat sich nämlich - ohne dass ich‘s wollte - in seine Jacke gekrallt 😊 . Sieben Kilometer zu dritt auf einem Motorradsattel können echt lang sein und so sind wir dann erleichtert, als wir endlich beim Supermarket ankommen und absteigen können. Der Fahrer fragt, ob er uns wieder zurückbringen soll, aber das wollen wir nun wirklich nicht. 🤨

Nachdem alles eingekauft ist stellen wir uns an die Strasse und bald darauf hält ein Tuk-Tuk an. Diese kleinen dreiräderigen Fahrzeuge sind schon genial. Sie werden überall als Waren- und Menschentransporter eingesetzt. In Tansania sind vorwiegend indische Fabrikate im Einsatz und in Kenia sind es italienische Piaggio. So fahren wir ganz entspannt mit so einem Tuk-Tuk wieder zurück zur Edelweiss Lodge. Unser Fahrer möchte in Zukunft unser Privatchauffeur sein und schreibt seine Telefonnummer mangels Papier auf meinen Arm.

Nein, Fotos gibt‘s von der Shoppingtour nicht 😠 . Wir zu dritt auf dem Bodaboda, das wäre ja wieder mal ein gefundenes Fressen für einige von euch gewesen 😈 . Wer lässt sich schon gerne verspotten 😠 .


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Regelmässiger Besuch der zutraulichen Agamen.

Den Rest des Tages verbringen wir auf der Veranda, schauen den zutraulichen Agamen zu und kühlen uns im schönen Pool ab.

Teil 1401. Apr. 2015

26. Dezember 2014

Jetzt hab ich kapiert, weshalb in Kenias Discos ab und zu eine Bombe explodiert 😈 . Das sind nämlich gar keine Terroristen, sondern gequälte und verzweifelte Nachbarn, die wegen des Lärms einfach eines Tages durchdrehen 😈 . Letzte Nacht wäre auch ich nicht abgeneigt gewesen, wenn ich zufällig so ein Ding in der Hand gehabt hätte 🤢 . Es fängt jeweils abends um 22 Uhr ganz gesittet mit „Malaika“ und „Jambo Bwana“ an und artet dann aber im Laufe der Nacht in völlige Chaotenmusik aus. Erst morgens um 5 Uhr - beim ersten Ruf des Muezzins - wird Feierabend gemacht.

Beim Nachbarn ist heute in der Moschee Hochbetrieb. Es macht den Anschein, als ob ganze Schulklassen am Muezzin-Ruf üben sind 🙁 . Einer nach dem anderen quäkt immer das selbe Gebet durchs Mikrofon und manch einer tönt mit seinem Stimmbruch einfach nur grauenvoll 😕 😠 .

Am Nachmittag kommt wieder die Hausmassöse Sophia ins Haus. Ich hab mich nach den ganzen Schwärmereien der Anderen auch dazu entschlossen, mich ihren öligen Händen anzuvertrauen.

Sie macht ihren Job wirklich gut und kraftvoll. Für die Rückenmassage steigt sie sogar zu mir auf die Liege und nimmt mich zwischen die Beine 🤩 , um mich besser kneten zu können Nur die Reihenfolge erstaunt mich etwas 😵 . Erst kommt die Hinterseite dran, dann die Vorderseite, dann die Füsse inkl. jede einzelne Zehe 🤪 und zum Schluss schmiert sie sich nochmals ordentlich viel Olivenöl in die Hände und bearbeitet damit mein Gesicht und die Haare 😊 🙄 .


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In Hedis Garten leben fünf Schildkröten. Vor einiger Zeit waren es viel mehr, aber dann hat der Blitz eingeschlagen und alle kleinen Schildkrötchen plus die jungen Kaninchen und den betagten Graupapagei im Käfig auf einen Schlag dahingerafft 🤨 .

Die hätten eigentlich besser an jenem Tag des Nachbars Gockel in den Käfig gesperrt. 😛

Teil 1502. Apr. 2015

27. Dezember 2014 bis 2. Januar 2015

Bevor morgen die Reise endlich weiter geht, fasse ich die restlichen Tage, die wir bei Hedi und Ulli in der Edelweiss Lodge verbracht haben, zusammen.

Nachdem unser Fahrzeug auf einer Seite entrostet war - die andere Seite kommt nächstes Mal dran - unternahmen wir ein paar kleinere Ausflüge in die nähere Umgebung. Die Kamera blieb jedoch meistens im Bungalow.

Serena Lodge bei Mombasa:

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Die meisten Gäste sind Einheimische, die hier die Feiertage verbringen

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Bungalows der Serena Lodge mit Meersicht

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Ein Tusker gegen den Durst 😎

Sehr viele Hotels sind geschlossen. Ein paar Mal schlenderten wir durch einst sicher schöne und nun stillgelegte, halb vergammelte Hotelanlagen und fragten uns, ob denn das alles je wieder mal hergerichtet und mit Touristen gefüllt wird. Es herrscht eine sehr deprimierte Stimmung an der Küste und jeder hofft, dass es eines Tages wieder aufwärts geht mit dem Tourismus.

Ja, der Discolärm neben der Edelweiss Lodge war manchmal schon sehr unangenehm.

Hedi und Ulli haben uns aber nachträglich mitgeteilt, dass nach den Feiertagen wirklich Ruhe war. Sie vermuten sogar, dass irgendwann die Polizei eingegriffen hat, denn es kann ja nicht sein, dass sich gerade Familien mit Kindern diesen Krach auf die Dauer gefallen lassen.


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Ausblick von unserem Bungalow

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Unsere elefantöse Verandabeleuchtung

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Käsefondue im Potje an Silvester

Ein Aufenthalt in der Edelweiss Lodge eignet sich hervorragend für Leute, die für relativ wenig Geld eine Weile dem europäischen Winter entfliehen möchten. Ein Fahrzeug benötigt man nicht unbedingt, da man sich jederzeit von den Tuk-Tuk-Fahrern in der Gegend rumkutschieren lassen kann. Die kosten nicht viel und es macht richtig Spass mit ihnen. Ganz Sportliche 😄 - wie wir es sind 😎 - fahren natürlich auch mal Bodaboda.

Toni nimmt immer brav seine Medikamente und er ist sehr glücklich und dankbar darüber, dass er praktisch keine Rückenschmerzen mehr hat. Einzig das nächtliche Kribbeln im Bein und das taube Gefühl im Gesäss stört ihn und lässt ihn manchmal kaum schlafen.

Kosten pro Bungalow: 30.-- Euro pro Tag

Morgen geht’s dann weiter nach Mida Creek……

Teil 1603. Apr. 2015

Edelweiss Lodge, Kikambala - Mida Creek, 3. Januar 2015
Nach zwei Wochen Erholungsurlaub und etwas am Auto rumbasteln geht heute unsere Reise weiter. Wir möchten - wie vor einem Jahr - nochmals über Malindi in den Tsavo Ost Nationalpark fahren.

Wir packen gemütlich zusammen und bis wir uns endlich von unseren lieben Gastgebern losreissen können ist es bereits 11 Uhr. Macht nichts, wir haben keine lange Strecke vor uns.

Zunächst ist die schmale Teerstrasse nach Norden ziemlich mit Schlaglöchern durchsetzt, wird dann jedoch später viel besser und auch breiter.


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Ein paar Strassenszenen von unterwegs

Im Touristenort Kilifi machen wir eine Stadtrundfahrt. Das Kaff ist überhaupt nicht einladend und ziemlich schmutzig. Es gibt unzählige Souvenirstände und null Touristen.

Je weiter man nach Norden fährt, desto üppiger wird die Vegetation. Erfreulicherweise nimmt auch der Verkehr ab. Hier sind ganze Landstriche unter Naturschutz gestellt worden.

Um 13 Uhr erreichen wir bereits unser Tagesziel, den Mida Creek Campingplatz. Wir laufen zur Bar, welche auf Stelzen gebaut ist und von wo man eine schöne Aussicht auf das Naturschutzgebiet hat. Dort melden wir uns an und trinken noch was Kühles.

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Herrliche Seerosen im kleinen Teich neben der Bar.

Dann wird das Dachzelt aufgeklappt und unser gemütliches Innenhöfchen mitten im schattigen Busch eingerichtet.
Toni gefällt mir heute überhaupt nicht. Er ist schweigsam und lustlos und nachdem er alles eingerichtet hat, holt er das Feldbett hervor, legt sich drauf und schläft sofort ein.

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Camp in Mida Creek

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Unser schattiges Innenhöfchen

Ich stiefle ein wenig im Gelände rum. Es gäbe eigentlich sogar Wanderwege, die teilweise über Stege führen, aber allein hab ich keine Lust 😐 .

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Cashewnuss
Dieses Foto hab ich vor einem Jahr aufgenommen. Cashewbäume gibt es ja vielerorts, aber ich möchte mal unbedingt sehen, wie so eine Nuss im ungeschälten Zustand aussieht. Wir schleichen also um den Baum, um eine schöne, fotogene Nuss zu suchen, als sofort die Besitzerin daher kommt um argwöhnisch jeden unserer Handgriffe zu beobachten 😠 . Nein, wir haben keine Nuss geklaut, sondern nur fotografiert 😗 .


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Auch sehr einfache Bungalows können gemietet werden

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„Aufenthaltsraum“ für Lodgegäste


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Ausblick vom Campingplatz

Mida Creek wird von der dortigen Community betrieben. Die Leute machen das sehr gut und freuen sich wirklich über jeden Gast. Duschen und Toiletten sind übrigens sauber und echt gross und schön.

Und auch dieses ca. 10 cm lange Ungeheuer möchte ich euch nicht vorenthalten. Wir haben es vor einem Jahr hier neben unserem Fahrzeug entdeckt.

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Unser Spezialist, der Biologe hat es damals wie folgt bestimmt:
Hallo Erika,
das ist die Raupe des Großen Weinschwärmers Hippotion celerio (Vine Hawk Moth). Natürlich ist die Aufnahme von vorne.
Es war nämlich auch die Frage aufgeworfen worden, ob es sich bei dem „Gesicht“ vielleicht auch um das Hinterteil handeln könnte 🤩 . Bleibt aber immer noch die Frage offen, was ein Weinschwärmer in einer Gegend sucht, wo gar keine Reben wachsen.

Heute gehen wir relativ früh ins Bett. Hier ist‘s wirklich sehr ruhig und friedlich. Keine Disco, kein Muezzin, keine anderen Gäste, nur Vogelgezwitscher und das leichte Rauschen der Blätter im Wind.


Camping Mida Creek: 3.-- U$ pro Person

Gefahrene Kilometer: 79

Teil 1708. Apr. 2015

Mida Creek - Malindi, 4. Januar 2015
Die Nacht in Mida Creek war so ungewohnt still, dass wir nicht mal sehr gut geschlafen haben. Ausserdem musste Toni plötzlich ab morgens um drei andauernd notfallmässig zur Toilette. Leiter hoch, Leiter runter…. 🤢 das ist schon sehr unangenehm, ganz besonders, wenn‘s eilt 😐 .

Toni ist dann nach dem Aufstehen auch sehr schlapp. Jeder Handgriff fällt ihm schwer, sodass es 10.30 Uhr wird, bis wir uns auf den Weg nach Malindi machen können.

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Die Luft in Malindi ist voller Abgase und Rauch von brennendem Müll 🙁

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In Malindi suchen wir zuerst den Nakumatt auf, um unsere Vorräte aufzufüllen. Da Malindi ja Hochburg der Italiener ist, kriegt man hier wunderbare Spezialitäten in grosser Auswahl. Allerdings zu recht hohen Preisen. Wie überall in Kenia, ist auch hier das ganze Shopping-Areal eingezäunt und gleicht einem Hochsicherheits-Trakt. Bei der Einfahrt wird die Unterseite der Fahrzeuge mit Spiegeln abgesucht und am Eingang zu den Geschäften werden alle Personen mittels Detektoren überprüft.
Das Westgate-Attentat in Nairobi ist halt noch lange nicht in Vergessenheit geraten 🙁 .

Dann fahren wir zum Marine Center um Safari-Karten für den Tsavo Ost und West NP zu besorgen, denn am nächsten Parkeingang, dem Sala-Gate ist eine Bezahlung nicht möglich.

Hier die Preise für diejenigen, die‘s interessiert:
Eintritt pro Tag/Person: 75.-- U$
Public Campsite pro Tag/Person: 20.-- U$
Fahrzeug (2-Sitzer) pro Tag: 350 KS = 3.50 U$

Das Gute an den Karten ist, dass man sich nicht auf ein Datum festlegen muss und auch eine Reservierung der Campingplätze nicht nötig ist. Auf den Karten ist einfach ein ausreichender Betrag draufgeladen, den man irgendwann einlösen kann.

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Die Italiener sollen auch wissen, was sich gehört 😛 .

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Nachdem die Karten gekauft sind, schauen wir uns noch ein wenig am öffentlichen Strand um. Direkt dahinter wäre noch der sehr einfache Campingplatz des Marine Nationalparks, allerdings ohne direkte Meersicht. Der kommt aber für uns überhaupt nicht in Frage, da man hier nebst hohen Campingpreisen auch noch täglich Nationalparkgebühren bezahlen müsste 😏 . Für das Geld könnte man in einer schönen Lodge übernachten.

Anschliessend fahren wir zu einer Pizzeria, die wir letztes Jahr schon ausprobiert hatten. Hier werden wir von der Besitzerin gleich wiedererkannt. Das ist schon sehr erstaunlich. Die Pizzas schmecken sehr lecker, aber Toni der Vielesser, der sonst meistens meine Resten auch noch verputzt, hat plötzlich überhaupt keinen Hunger und lässt über die Hälfte stehen.

Seit der beliebte Silversand leider durch Ferienwohnungen überbaut worden ist, gibt‘s für uns Camper in Malindi eigentlich nur noch die einfache, aber saubere Moonlight Lodge und Campsite. Wir fahren durchs Tor und schon kommt der Koch winkend daher gerannt 🙂 . Er kennt uns noch (oder besser gesagt unser Auto) von letzten Jahr und schüttelt uns mit seinen unglaublich schmierig-öligen Pranken 🤢 überschwänglich die Hände. Zum Duschen (warm!) kriegen wir ein Bungalow. Wir müssen bei der Gelegenheit gleich den Ölfilm von unseren Händen abwaschen 😄 .


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Fahrt durch‘s Villenviertel mit den schönen Gärten zur Moonlight Lodge

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Einfache, aber saubere Mietbungalows

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…und Mietzelte

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Der Campingplatz, und gleich nebenan das Bungalow, wo wir uns duschen können.

Wir sind trotz Hochsaison die einzigen Gäste. Der nette Koch mit den öligen Händen beklagt sich traurig, dass hier schon lange niemand mehr übernachtet habe.

Gut, dass wir hier den Rest des Tages im Schatten eines Baumes verbringen können, denn es ist unsäglich heiß und schwül und Toni ist total erschöpft.

Camping Moonlight Lodge: 6.- U$ pro Person inkl. Strom

Gefahrene Kilometer: 45

Teil 1809. Apr. 2015

Moonlight Lodge - Scorpio Villas, Malindi, 5. Januar 2015
Ich möchte ja jetzt nicht alle Details schildern, aber letzte Nacht war für Toni absolut versch….. 🤢 Leiter runter, Leiter hoch und zwar pausenlos… 😊 und auch nach dem Aufstehen verbringt er die meiste Zeit auf der Toilette 😣 .

Wir kommen zum Schluss, dass wir hier nicht bleiben können, sondern eine feste Unterkunft benötigen. Nach kurzer Recherche im Reiseführer und Internet entscheiden wir uns, mal die Scorpio Villas anzugucken.

Das Zusammenpacken fällt Toni sehr schwer, aber ich helfe ihm, so gut es geht. Die anstrengende Nacht hat ihn stark mitgenommen.

Bis zu den Scorpio Villas ist es nicht weit. Freie Bungalows - alle mit Ventilator und Klimaanlage ausgestattet - gibt‘s zur Genüge, sodass wir uns einfach eines aussuchen können. Nr. 11 gefällt uns prima, da es nahe am Pool und auch nicht weit weg vom Restaurant liegt. Einziger Minuspunkt ist, dass wir mit unserem Fahrzeug nicht vor‘s Bungalow fahren, sondern vor der Anlage in einem gedeckten Unterstand parkieren müssen. Aber was soll‘s, der Parkplatz ist gut bewacht, wir möchten nun nicht mehr lange rumsuchen und das Personal hilft uns ja gerne beim Gepäck tragen.

Die unter italienischem Management stehende, weitläufige Anlage ist mit ihren vielen schattenspendenden Palmen, Blumensträuchern und vier einladenden Pools sehr ansprechend. Am besten gefällt uns aber unsere Veranda auf der ein grosses Bett 🙂 und eine bequeme Sitzgruppe steht.


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unser Bungalow


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Toni legt sich, nachdem unser Gepäck im Zimmer verstaut ist, sofort hin und schläft auch gleich ein. Das heisst, ab und zu muss er wieder aufstehen 🙁 , aber wenigstens muss er nicht mehr die Dachzeltleiter hoch und runter.


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Und weils nun gut zum Thema passt, hier ein Bild von der Toilette…

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....und eins von der Dusche.

Am Abend essen wir ne Kleinigkeit auf der Veranda. Toni schaut noch kurz ZDF bevor ihm die Augen wieder zufallen, und ich surfe ein wenig im Internet.

Bungalow Scorpio Villas: 40 U$ pro Person inkl. Frühstück und WLAN

Gefahrene Kilometer: 4

Teil 1912. Apr. 2015

Scorpio Villas, Malindi, 6 Januar 2015
Was ist nur mit meinem armen Mann los? Nebst dem Problem, dass er andauernd auf den Topf muss, hat er nun zu allem Überfluss auch noch hohes Fieber gekriegt. Sein Rücken tue ihm überhaupt nicht weh, er fühle sich einfach allgemein unglaublich kraftlos und müde, klagt er.

Da wir ja für Notfälle Antibiotika dabei haben, such ich die Packung mal raus. Ja, das ist genau das richtige Medikament gegen Darminfektionen mit heftigem Durchfall. Zwei Tage lang je zwei Tabletten nehmen und dann sollte das Problem behoben sein. Wir beginnen sofort mit der Kur. Da Toni ja eh keine Rückenschmerzen mehr hat, und der taube Hintern und das Kribbeln im Bein bereits zur Nebensache geworden sind, setzt er die anderen Medis mal ab, da wir nicht wissen, ob sich diese viele Chemie miteinander verträgt.

Leider geht gleich nach dem Frühstück die Rennerei wieder los, aber wenigstens sinkt die Körpertemperatur im Laufe des Tages auf den Normalstand.
Wir überlegen, ob die Antibiotika überhaupt ihre volle Wirkung entfalten konnte, oder ob sie bereits wieder in der Toilette gelandet ist. 🙄

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Der fast menschenleere Privatstrand von Scorpio Villas

Wir bleiben den ganzen Tag auf dem Lodgelände, kühlen uns im Pool ab und spazieren ein wenig rum.

Am späten Nachmittag nimmt Toni die zweite Antibiotika ein. Er begleitet mich zwar zu Nachessen, nimmt aber außer einer Banane nichts zu sich. Ich begnüge mich mit einem Teller Spaghetti und einigen Früchten, denn die angebotenen Sachen am Buffet sehen allesamt irgendwie nicht sehr einladend aus.

Den Rest des Abends verbringen wir wegen der Nähe zur Toilette 🤨 wieder auf der schönen Veranda und geniessen die laue Sommernacht.

Teil 2013. Apr. 2015

Scorpio Villas, Malindi, 7. Januar 2015
Die Antibiotika fangen offensichtlich bereits an zu wirken, denn letzte Nacht konnte Toni mehr oder weniger durchschlafen 🙂 . Dass er sich immer noch sehr kraftlos fühlt, schreiben wir dem hohen Flüssigkeitsverlust der vergangenen Tage zu.

Als wir mal kurz zu unserem Fahrzeug gehen um was zu holen, kommt der Tuk-Tuk-Fahrer, der permanent vor dem Hotel auf Fahrgäste wartet und natürlich längst die Schweizer Nummernschilder an unserem Auto entdeckt hat, mit geschäftiger Miene auf uns zu und verkündet ohne Punkt und Komma:
„Jojo hoi wie goht‘s Chuchichäschtli hopp Sankt Galle söll ämol cho“. 😮 😮 😮
(Jaja, hallo wie geht‘s, Küchenschränklein, hopp Sankt Gallen, soll mal kommen) 🤩 🤩 🤩
Höflich wie wir sind, antworten wir ihm auf Schweizerdeutsch, aber er versteht leider kein Wort. 😄

Am Nachmittag hat der liebe Mann bereits wieder Lust auf Kaffe und Kuchen. Auch den Pool, der sich ja direkt vor unserem Bungalow befindet, geniesst er sehr (ich übrigens auch). 🙂

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Einer von den vier Pools

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Tonis Bett auf der schattigen Veranda 😎

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Im Hintergrund unser Bungalow 🙂

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…und weil‘s so schön ist, hier nochmals unser Bungalow 😁

Also wenn in nächster Zeit der Auspuff 😊 immer noch dicht ist, können wir ja an eine baldige Weiterreise denken. Obwohl ich ehrlich sagen muss, dass ich‘s hier schon wegen dem genialen Bett auf der Veranda noch eine ganze Weile aushalten würde. Auch der Zimmerservice ist perfekt und die Betten im schön und großzügig eingerichteten Bungalow sind super bequem.

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Die sehr gepflegte Hotelanlage mit vielen schattenspendenden Palmen

Das Buffet am Abend ist allerdings überhaupt nichts Besonderes 🙁 . Die Zutaten sehen komisch aus und das Fleisch ist zäh und trocken 😠 . Eigentlich sind nur die Früchte lecker. Hier müsste mal dringend der Koch ausgewechselt werden. Gut, dass wir nur Zimmer mit Frühstück gebucht haben. Hier werden wir nicht mehr essen, zumal es ja in der Stadt viele sehr gute Restaurants gibt.

Teil 2114. Apr. 2015

Scorpio Villas, Malindi, 8. Januar 2015
Der Durchmarsch scheint überwunden zu sein. Toni fühlt sich zwar noch schwach, aber das ist ja kein Wunder.

Nach dem Frühstück fahren wir in die Stadt. Die brennenden Müllberge, wo oftmals Kühe nach Fressbarem suchen, sehen schrecklich aus und stinken erbärmlich 🤢 . Wir können uns nicht daran erinnern, dass Malindi früher so vermüllt war. Die Villenviertel sind natürlich immer noch sehr sauber, da wird schon noch aufgeräumt.

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Stinkende Müllberge mitten in Malindi 🤢

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Der Nakumatt in Malindi

Nach einer Stadtrundfahrt machen wir im Nakumatt einige Besorgungen. Das grosse Angebot an italienischen Delikatessen ist einfach zu verlockend. Zudem müssen wir ja was zu futtern haben, wenn wir bald weiterfahren wollen.

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Die Altstadt von Malindi

Neben dem Nakumatt befindet sich ein italienisches Restaurant. Man gewinnt den Eindruck, dass das hier die Stammkneipe der Mafiosis ist. Hier sitzen wir gerne und schauen dem Treiben zu 😁 . Alle kennen sich, Küsschen, Küsschen, ciao Giovanni, ciao Francesca, Küsschen, Küsschen…. usw., etc. 😘 😘 😘 - halt wie das so in der Küsserszene üblich ist.

Natürlich darf auch der schicke, standesgemässe 4x4 nicht unbeachtet bleiben, weshalb man direkt vorm Lokal parkiert. Den schönsten und auffälligsten Wagen hat natürlich der Restaurant-Besitzer. Es ist ein mächtiger Hummer mit geöffneter Motorhaube, der aber gerade nicht anspringen will, obwohl vier Köpfe auf dem Motor starren 🙄 . Wir erinnern uns daran, dass wir vor einem Jahr exakt die selbe Situation vorgefunden hatten. Selber Standort, geöffnete Motorhaube und ratlose Gesichter 😵 . Könnte ja sein, dass der Hummer seit der Zeit noch keinen Meter gefahren ist und immer noch regungslos und geduldig auf eine Reparatur wartet 😎 .

Da wir keine Lust auf das Hotel-Buffet haben, bestellen wir hier was Essbares. Es schmeckt sehr gut, aber die Portionen sind uns zu gross, sodass wir die Hälfte stehen lassen. Nach dem Bezahlen der Rechnung drückt uns die Bedienung zwei Papiersäcke in die Hand 🙄 . Es sind unsere Essensresten, die wir bei der Ausfahrt gleich an die Sicherheitsleute weiterreichen 🙂 .

Gemütlich fahren wir zu unserer Unterkunft zurück und geniessen noch ne Weile den tollen Pool.

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Hier noch ein anderer Pool von Scorpio Villas

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Die Temperaturen sind hier jeweils so um die 30 Grad, nachts kühlt es nur unwesentlich ab.

Teil 2214. Apr. 2015

Scorpio Villas, Malindi, 9. Januar 2015
Um ganz sicher zu sein, dass Tonis Darmverstimmung nun auskuriert ist, bleiben wir heute nochmals hier. Wir möchten nichts überstürzen und unter Zeitdruck sind wir eh nicht. So ganz gefällt mir mein Mann nämlich doch nicht. Er hat kaum Appetit und legt sich immer wieder hin 🤨 .

Toni möchte morgen zum Tsavo Ost NP weiterfahren. Ich mach ihm aber den Vorschlag, dass wir auch zurück nach Kikambala zur Edelweiss Lodge könnten, da ich einfach das Gefühl habe, dass er noch sehr schwach ist. Er kann ja kaum die paar Sachen tragen, die wir schon heute im Fahrzeug verstauen wollen 😕 . Aber der Wunsch bleibt, morgen geht‘s zum Tsavo Ost Nationalpark mit Übernachtung auf dem Ndololo Campingplatz.


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Der sehr schneeweiße Strand von Scorpio Villas

Während sich Toni wieder auf sein Veranda-Bett legt, spazier ich nochmals zum fast menschenleeren Strand. Es ist für die Hotelbetreiber schon trostlos, wie wenige Touristen hier sind. Obwohl eigentlich immer noch Hochsaison wäre, sind wir hier höchstens zwölf Gäste und in den anderen Lodges sieht es bestimmt auch nicht besser aus. Für uns ist‘s natürlich toll, eine so schöne Ferienanlage fast ganz für uns allein zu haben, aber als Hotelbesitzer würde ich mir schon ziemliche Sorgen machen.


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Auch diese einheimischen Damen wissen einen tollen Pool zu schätzen 😎 .

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Im Hintergrund das Restaurant

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Eines steht fest - falls wir jemals wieder nach Malindi kommen, werden wir bestimmt nochmals ein paar Tage hier verbringen und wenn vielleicht eines Tages noch der Koch ausgewechselt wird 😄 , ist das der perfekte Ort für uns.


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Scorpio Villas by night 🙂

Fortsetzung folgt......

Teil 2315. Apr. 2015

Scorpio Villas, Malindi - Tsavo Ost Nationalpark, Ndololo Public Campsite, 10. Januar 2015
Heute heisst‘s Abschied nehmen von Scorpio Villas. Fast tut‘s mir ein wenig leid, diese schöne Anlage zu verlassen.

Nach dem Frühstück bezahlen wir unsere Rechnung und räumen anschließend unser Bungalow aus. Glücklicherweise sind sofort einige Helfer da, die unser Gepäck zum Fahrzeug tragen.
Um 10 Uhr fahren wir endlich los. Gleich zu Anfang versucht das Navi, uns auf einem grossen Umweg zur Piste nach Tsavo Ost zu dirigieren 😈 . Die Macke kennen wir noch vom letzten Mal und lassen uns deshalb von diesem hinterlistigen Gerät nicht verarschen 😛 .

Die ca. 120 km lange, sehr staubige und oft ziemlich holperige Piste führt erst durch bewohntes Gebiet mit sehr armseligen Siedlungen, die von der roten Erde total eingpudert sind. Hier halten wir bei einer Holzkohlehändler-Familie an, da wir ja am Abend ein schönes Stück Rinderfilet auf den Grill schmeissen möchten 🙂 . Da aber die Säcke für uns viel zu gross sind, möchten wir nur unseren kleinen Plastiksack füllen lassen, was aber daran scheitert, dass wir entweder nur das riesen Ding kaufen können, oder gar nichts 😵 . Sie begreifen nicht, dass es uns nicht um die lächerlichen 3 U$ geht, sondern um das Volumen eines solchen Sackes. Beim zweiten Holzkohle-Hersteller klappt es dann besser. Das zuständige Mädel füllt uns eine Portion ab, kriegt dafür umgerechnet einen Dollar und alle sind zufrieden 😁 . Das selbe Problem haben wir auch oft bei den Ananas, Mangos usw., welche meistens in grossen Einheiten angeboten werden. Wenn man nur ein Stück kaufen möchte, kostet das soviel, wie der ganze Stapel 🤩 .

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Streckenabschnitt mit knallroter Erde

Mit der Zeit wird es immer einsamer und auf den letzten ca. 50 km bis zum Sala Gate wohnt dann überhaupt niemand mehr.

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Hinter dem Horizont liegt der Tsavo Ost Nationalpark. Die schnurgerade Piste führt uns direkt zum Parkeingang.

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Nach 120 km und drei Stunden Fahrzeit erreichen wir das Sala Gate.

Vor uns ist ein aufgebrachter, laut lamentierender Safari Guide mit zwei Touristinnen, der eine Special Campsite gebucht hat, welche aber scheinbar bereits besetzt ist. Mir würde das auch stinken, zumal diese Plätze echt teuer sind.

Bei uns geht alles ganz schnell. Die Safari-Karte wird mittels eines Apparätchens kontrolliert, ob sie genügend Geld draufgeladen hat, dann werden Quittungen ausgedruckt und schon sind wir durch.

Die Piste führt uns am Ufer des Galana Rivers entlang durch eine sehr schöne, offene Landschaft. Bald entdecken wir die ersten Tiere 🙂 🙂 🙂 .

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Schlangenadler

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Hippos im Galana River

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Galana River

Abgesehen von dem Grünstreifen am Flussufer ist die Gegend sehr ausgetrocknet und fast wüstenhaft.

Ich bemerke, dass sich Toni nicht so recht freuen kann 🙁 . Er hält nur an, wenn ich das wünsche, ansonsten hab ich das Gefühlt, dass er nur noch auf den Campingplatz fahren möchte. Auch wenn er sich nicht beklagt, ist es für mich offensichtlich, dass es ihm nicht gut geht 🙁 .

Da es eh Zeit ist, fahren wir direkt in Richtung Campingplatz. Hier muss es schon ab und zu etwas geregnet haben, denn die Landschaft ist nun wesentlich grüner.

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Die Macht des Wassers 😮

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Eine kleine Herde Elefanten

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Grants Gazellen

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Raubadler

Auf der gesamten Strecke im Park begegnet uns kein einziges Fahrzeug.

Endlich erreichen wir um 17.30 Uhr den schönen Ndololo Campingplatz. Wir sind die einzigen Gäste. Der Caretaker kommt sofort daher und erzählt uns, dass hier Löwen, Elefanten und Leoparden durchs Camp laufen 🙂 und beim Anblick unseres bescheidenen Holzkohle-Sacks meint er, dass wir ein richtiges Holzfeuer machen müssten, um die wilden Tiere zu vertreiben 😁 . Aber da es uns verboten sei, selbst Holz zu sammeln, bringe er uns gleich eine Schubkarre voll, natürlich gegen Bezahlung, was sonst. Cleveres Kerlchen 😉 😎

Noch selten haben wir eine Dusche so genossen, wie heute, denn wir sind total rot gepudert.

Toni ist von der Fahrerei so nudelfertig, dass es ihm sehr schwer fällt, das Dachzelt aufzustellen. Er mag nicht mal mehr was essen 🙁 .

Wir sitzen noch bis 21 Uhr am Feuer und als wir ganz in der Nähe einen Löwen brüllen hören, verziehen wir uns ins Dachzelt.

Temperatur tagsüber: 38 Grad
Gefahrene Kilometer: 231

Teil 2417. Apr. 2015

Ndololo Public Campsite , Tsavo Ost Nationalpark, 11. Januar 2015

Teil 1

Toni konnte nachts nicht gut schlafen, obwohl er hundemüde war. So lauschten wir halt gemeinsam in die Nacht hinein. Da draußen muss wirklich was los gewesen sein. Nachtvögel, knackende Äste, brüllende Löwen, trompetende Elefanten usw., wir lieben diese Geräusche und im Dachzelt fühlen wir uns sehr geborgen.

Da es schön abgekühlt hat, können wir lange liegen bleiben, ohne von der Hitze aus dem Bett gejagt zu werden. Auch klappert niemand in aller Frühe mit Zeltstangen oder knallt Autotüren zu, da wir ja den ganzen Platz für uns allein haben 😁 . Wir lassen uns sehr viel Zeit, frühstücken in aller Ruhe unter unserem schattenspendenden Baum und bleiben den ganzen Morgen im Camp.

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Ein Vögelchen zwitschert uns ein schönes Liedchen 🙂 es ist ein Graukopfliest/Grey-headed Kingfisher

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Der Camp-Elefant besucht uns

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Die Paviankinder kriegen ne Reitstunde 🤪

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Ndololo Campsite

Nach dem Mittag räumen wir langsam zusammen. Toni hat Mühe, unsere Solarzelle aufzuheben und in die Alubox zwischen Autodach und Dachzelt zu schieben. Auch beim Dachzelt zusammenklappen will das heute nicht so recht. Unglaublich, wie einem eine Darmverstimmung schwächen kann 🤨 - denken wir…. 😐
Gemeinsam schaffen wir‘s aber irgendwann.

Es wird 14 Uhr, bis wir endlich abfahrbereit sind. Die Orientierung im Park ist sehr einfach, wenn man die richtige Karte besitzt, denn jede Kreuzung ist nummeriert. Wir haben uns letztes Jahr so ein Exemplar mit aufgeführten Nummern gekauft und finden es prima.
Unterwegs können wir einige interessante Tiere beobachten.


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Eine Herde Büffel

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Einsamer Elefant

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Ein Strauch voller Vögel

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Blauracke

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Hübsche Zebras


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Am Damm bei der Ashnil Aruba Lodge wimmelt‘s nur so von Vögeln. Leider wollte meine Kamera nicht so recht scharf stellen, aber ich zeig trotzdem ein Bild 😛 .

Wie letztes Jahr, besuchen wir auch heute die schöne Ashnil Aruba Lodge und setzen uns mit einem Drink auf die Terrasse. Es seien nur zwölf Gäste hier, klagt der Kellner. Früher sei um diese Jahreszeit immer sehr viel Betrieb gewesen, erzählt er wehmütig.

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Auf den Bäumen und dem Terrassenboden rennen einige Agamen geschäftig hin und her


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Im Lodgegarten sitzt dieses niedliche Kingfischerlein.

Fortsetzung folgt….

Teil 2518. Apr. 2015

Ndololo Public Campsite, Tsavo West Nationalpark, 11. Januar 2015

Teil 2

Nachdem wir die Ashnil Aruba Lodge wieder verlassen haben, besuchen wir den Baum, worin wir letztes Jahr einen Leoparden entdeckt hatten. 🙂 🙂 🙂

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Er lag damals ziemlich weit oben im Geäst, fast zu weit für meine damalige Kamera.

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Dann stand er auf….

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… schaute zu uns rüber

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….schien zu überlegen

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….kletterte den Ast runter

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….und dann einen Ast höher

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Dass er dort oben seine Beute hingehängt hatte, hab ich erst daheim auf dem Bildschirm entdeckt. 🤩 🤩 🤩

Heute ist der Baum leider leer, es wäre ja zu schön gewesen, wenn er immer noch dort gewesen wäre und auf uns gewartet hätte. 😁


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Schau mir in die Augen, Kleines

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Junger Weissbürzelhabicht.

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Junger Gaukler

So langsam machen wir uns wieder auf den Weg zum Campingplatz.

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Der schaut etwa so verwundert, wie wir

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Jaja, wedle du nur mit den Ohren

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Ein Zweiergrüpplein

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Grünfutter ist hier wirklich genügend vorhanden

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Was meinst du, sollen wir uns vom Acker machen?

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Ja, lass uns abhauen

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Und hier noch irgendein Huhn auf Stelzenbeinchen, von hinten. 😘 😊 😎

Um 17 Uhr erreichen wir den Campingplatz und richten uns ein. Dann duschen wir uns den Staub ab. Der Caretaker bringt wieder ne Ladung Holz und wartet sehnsüchtig auf die Bezahlung. Sind auch heute wieder die einzigen Camper und demzufolge auch seine einzige Einnahmequelle.

Ich bereite unser Essen zu, während sich Toni ausruht. Heute gibt es Schweinekoteletts vom Grill mit Tomaten- und Gurkensalat. Mein Mann verspürt aber plötzlich keinen Hunger mehr und lässt fast alles stehen 🙁 😕 😐 .

Irgendwie mach ich mir langsam wirklich Sorgen. Kann es sein, dass man wegen eines Durchfalls dermaßen lange Nachwehen hat und vor allem, dass es so sehr an den Kräften zehrt? Da das Campen halt mit mehr Arbeit verbunden ist, wie wenn man in einer Lodge wohnt, mach ich Toni den Vorschlag, dass wir morgen wieder nach Kikambala zur Edelweiss Lodge fahren. Weit ist es ja nicht, in ein paar Stunden wären wir dort. Nein, er möchte noch zwei Nächte in den Tsavo West NP und wenn es bis dann noch nicht besser geht, könnten wir uns immer noch für diese Variante entscheiden. Na gut, aber ganz wohl ist mir nicht mehr 🙁 .

Fortsetzung folgt……………

Teil 2621. Apr. 2015

Ndololo Public Campsite, Tsavo Ost NP - Chyulu Public Campsite, Tsavo West NP,
12. Januar 2015

Während des Frühstücks - d.h. ich frühstücke und Toni schaut nur zu 🙁 - werden wir von mehreren Elefanten und einer Herde Impalas besucht. Auch die Paviane sind schon wach und machen ihre Morgengymnastik. Alle Tiere halten aber einen gewissen Respektabstand ein, sodass wir das Schauspiel gelassen geniessen können 😁 .

Da wir dank der 24-Std.-Regelung den Tsavo Ost NP erst um 13 Uhr verlassen müssen, bleibt noch genügend Zeit für einen letzten Game Drive. Wir nehmen die Piste in Richtung Galana River unter die Räder.

Leider ist heute der Himmel etwas bedeckt, aber für die Natur wäre es bestimmt ein Segen, wenn es hier endlich mal richtig schön regnen würde.


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Elefanten und Büffel an einem Wasserloch

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Verkehrspolizist an einer Kreuzung 😁

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Kleine Elefantenfamilie an einem Flusslauf


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Kleines Scheisserchen

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….und tschüss

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Raubadler

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Impalas

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Leuchtend oranger Termitenhügel

Bald erreichen wir den Galana River. Unser Interesse gilt den Lugard Falls.

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Hier darf man aussteigen und sich etwas die Beine vertreten.

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Ich setz mich auf einen Felsen und studiere die vom Wasser ausgespülten Felsformationen. Toni bleibt ganz entgegen seiner Gewohnheit im Fahrzeug sitzen und erst, als ich bereits am Zurückgehen bin, steigt er kurz aus um sich die Fälle doch noch aus der Nähe anzusehen. Besorgt frag ich ihn, ob er denn Schmerzen habe. Nein, es tue ihm nichts weh, er fühle sich einfach entsetzlich kraftlos 😐 .

Nach der Besichtigung der Fälle fahren wir auf direktem Weg zum Manyani Gate. Bei Tiersichtungen stoppen wir erst gar nicht mehr. Ich mache Toni den Vorschlag, dass ich mal das Steuer übernehmen könnte, aber das möchte er nicht 🤨 . Männerstolz halt, oder vielleicht auch Schiss vor Frau hintem Steuerrad 😗 .

Da ich noch ein paar letztjährige Fotos von der Gegend habe, hier eine kleine Auswahl:

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Wasserböcke

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Giraffen

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Mama mit Kind

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Roter Tsavo-Elefant

Pünktlich um 13 Uhr erreichen wir das Manyani Gate, wo man uns fast jubelnd empfängt. Wir seien heute die ersten Gäste, erzählt man uns. Kein Wunder, denn wir haben unterwegs auch wirklich keinen Menschen angetroffen.

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Als wir wieder ins Fahrzeug steigen wollen, entdecken wir vorne rechts einen langsamen Platten 😈 .

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unser Fahrzeug Ton in Ton mit der Erde 😁 🤩 .

Die zwei Souvenirverkäufer kommen sofort daher und legen Hand an. Ein wirklicher Glücksfall, dass es gerade hier passiert ist, so muss Toni den schweren Ersatzreifen nicht selbst von der Halterung heben. Die Jungs machen alles, Toni gibt nur Anweisungen 🙂 . Natürlich gibt‘s für die beiden zum Schluss ein anständiges Trinkgeld, schließlich sind sie nun wie die Tsavo-Elefanten ganz rot eingefärbt 😊 .


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Ähm, die angebotenen Souvenirs sind ein wenig Geschmacksache 🙄 .

Nach einigen Kilometern Fahrt auf der Hauptverbindungsstrecke Nairobi - Mombasa biegen wir links ab zum Tsavo West NP Gate.
Das Einchecken dauert nicht lange, da wir ja unsere Safari-Karte mit den bereits draufgeladenen Eintrittsgebühren + Camping + Fahrzeugkosten für zwei Tage vorweisen können.

Erst ist die Piste ziemlich wellblechig, wird dann aber mit der Zeit immer besser. Vom Staub bzw. Puder reden wir schon gar nicht mehr 😠 . Wir fahren ohne grosse Umwege direkt in Richtung Chyulu Public Campsite.

Der Tsavo West NP besticht vor allem durch seine grandiose Landschaft. Erloschene Vulkane, erkaltete Lavaströme, Flusslandschaften, endlose Savanne und tolle Granitformationen wechseln sich ab. Tiere gibt‘s natürlich ebenfalls, aber vielleicht nicht in so grosser Anzahl, wie z.B. in der Masai Mara.

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Nach ca. 70 km stehen wir an der Schranke wo wir uns für den Campingplatz anmelden müssen. Nach mehrmaligem Hupen kommt dann ganz überrascht ein Ranger daher. Im Buch sehen wir, dass wir seit sieben Tagen die ersten Gäste auf dem Chyulu Campingplatz sind 🤨 . Nun müssen sie erst mal die Wasserpumpe starten, damit wir uns duschen können 🙂 und dann wird einer vorbeikommen um die Duschen und Toiletten zu putzen 🙂 .

Die Zufahrt zum Chyulu Campingplatz ist mit grossen Lawabrocken übersäht und sehr unangenehm zu befahren. Der Platz selbst liegt mitten in der Wildnis, ist nicht eingezäunt und wunderbar friedlich. Einerseits geniessen wir diese Einsamkeit, andererseits finden wir‘s sehr deprimierend, dass hier so selten jemand hinkommt.

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Der Chyulu Campingplatz im Tsavo West Nationalpark

Wir packen gemeinsam unsere Siebensachen aus, bauen das Dachzelt auf, genehmigen uns einen Sundowner 🤪 und machen ein Feuerchen für unser Nachtessen. Toni isst sogar - wenn auch widerwillig - ein wenig von dem gegrillten Rinderfilet und den Zutaten, wird auch Zeit 🤨 , sonst fällt er mir noch aus dem Leim 😵 . Inzwischen sind auch die Duschen fein säuberlich geputzt worden, sodass wir uns den roten Staub abspülen können.

Heute machen wir bald Feierabend. Nachdem es dunkel geworden ist, verziehen wir uns ins Dachzelt.

Gefahrene Kilometer: 152

Fortsetzung folgt…..

Teil 2723. Apr. 2015

Chyulu Public Campsite, Tsavo West NP, 13. Januar 2015

Teil 1

Leider geht‘s Toni auch heute nicht besser 🙁 . Zum Frühstück bringt er keinen Bissen runter und das Zusammenpacken fällt ihm unendlich schwer. Wir fragen uns, weshalb er von Tag zu Tag kraftloser wird, zumal ja der Durchfall seit ein paar Tagen durch das Antibiotikum erfolgreich gestoppt worden ist. Als wir am späten Morgen endlich alles im Fahrzeug verstaut haben, ist er total erschöpft.

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Der Chyulu Campingplatz mit verschiedenen Unterständen

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Wir haben‘s ja nicht eilig und während Toni sich etwas ausruht, schau ich den Pavianen zu, welche sich total freuen, dass die Wasserleitungen an diversen Stellen undicht sind und sie so bequem ihren Durst löschen können. Jetzt wird uns auch klar, weshalb das Wasser abgestellt wird, wenn niemand im Camp ist. Der Wassertank würde nämlich innert kurzer Zeit leer laufen.

Unser heutiges Ziel sind zunächst die wunderschönen Mzima Springs.
Der Parkplatz ist leer und die bewaffneten Ranger sitzen gelangweilt rum. Umso erfreuter sind sie über unseren Besuch - dem ersten am heutigen Tag 🙂 .

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Mzima Springs

Wir lieben diesen Platz sehr. Er liegt inmitten einer grünen Oase und strahlt was Friedliches und fast Mystisches aus.

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Aus der Mzima Quelle sprudeln unglaubliche 282‘000 Liter Wasser pro Minute.

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Ein Spazierweg unter schattenspendenden Bäumen führt den Besucher an zwei glasklaren Seen entlang. An vielen Stellen hört man das Wasser unter dem Lavagestein blubbern.

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Über einen kleinen Steg gelangt man zu einem Häuschen, welches im Wasser steht und von wo man durch die Glasscheiben verschiedene Fische beobachten kann.

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Im See lümmeln ein paar Hippos rum

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…und dann schwimmt doch tatsächlich noch ein Krokodil vorbei 🤩


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wieso grinsen die eigentlich? 😮

Wir machen mal Pause.

Fortsetzung folgt…..

Teil 2825. Apr. 2015

Chyulu Public Campsite, Tsavo West NP, 13. Januar 2015

Teil 2

Unser nächstes Ziel ist der Poachers Lookout, von wo man einen schönen Blick auf die Umgebung geniessen kann. Es ist Mittag und sehr heiß, sodass wir bald wieder den Berg runterfahren.


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Poachers Lookout

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Eine Windhose fegt durch die nach Regen lechzende Landschaft. 😮

Da auch das Severin Safari Camp nicht sehr weit entfernt ist, entschliessen wir uns, mal dort auf einen Drink vorbeizuschauen. Toni hat eh keine Lust, weite Strecken im Park abzufahren, da ihm ziemlich unwohl ist 🙁 .

Wir werden von der Managerin Manja überaus herzlich empfangen. Obwohl wir ihr gleich erzählen, dass wir Camper sind und eigentlich nur kurz etwas trinken möchten, bietet sie uns einen Rundgang durch‘s Camp an 🙂 . Die Bungalows sehen sowohl innen als auch von aussen ausgesprochen attraktiv aus, ganz zu schweigen von dem tollen Pool und dem Wellnessbereich. Das Ganze ist ja schon sehr schön und luxuriös, aber leider nicht unsere Preiskategorie 😕 .

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Das Restaurant des Severin Safari Camps

Manja erzählt uns, wie sehr sie, und auch die anderen Lodges in der Umgebung unter dem Zusammenbruch des Tourismus leiden, und dass sie uns gerne hier hätte, auch wenn‘s nur für eine Nacht wäre 😘 . Sie unterbreitet uns ein dermaßen attraktives Angebot inkl. Vollpension, dass wir wirklich nicht mehr nein sagen können 😁 Zudem finden wir, dass eine feste Unterkunft im Hinblick auf Tonis Gesundheitszustand wirklich sinnvoll wäre. Manja verspricht ihm, dass er mit Schonkost wieder aufgepäppelt werde 🙂 . So fackeln wir nicht lange und entschliessen uns, für drei Tage ins Severin Safari Camp einzuziehen. Wau, wir in einem Luxuscamp 🤩 ! Gut, dass ich mir in Malindi ein neues Kleidchen gekauft habe 😎 , nun fehlen mir nur noch die passenden Schuhe mit Goldriemchen dazu 😎 . Oben fix 😁 , und unten ….Gummilatschen 😊 .

Wir verbleiben mit Manja, dass wir morgen im Laufe des Vormittags ins Bungalow Nr. 20, mit direktem Blick aufs Wasserloch 🤪 , einziehen werden und verabschieden uns mal vorläufig von ihr. Nun müssen wir nur noch am Chyulu Gate melden, dass wir unseren Aufenthalt für drei Tage verlängern werden, aber da kommen wir ja auf dem Weg zum Campingplatz eh vorbei.

Unterwegs treffen wir trotz Mittagshitze auf ein paar Tiere:

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Zebras bei der Mittagsrast

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Giraffe mit roter Mähne 🤩

Nun fehlt uns nur noch Benzin für weitere Game Drives, welches wir in der Kilaguni Serena Lodge kriegen, da es dort eine Tangstelle gibt. Der Mann, welcher für den Generator zuständig ist, muss erst gesucht werden, denn ohne Strom kein Benzin. Aber schlussendlich klappt auch das.
Zur Info: Severin Safari Camp verkauft Diesel und Kilaguni Serena Lodge Benzin.

Am Chyulu Gate angekommen, teilen wir dem Ranger mit, dass wir unseren Aufenthalt im Park gerne für weitere drei Tage verlängern würden. Das ist für ihn überhaupt kein Problem, er wird uns morgen ein Schreiben mitgeben, dass wir unseren Parkeintritt nachträglich am Hauptgate in Mtito Andei nachzahlen werden. Also wirklich, die sind ja hier schon extrem flexibel und unkompliziert 🙂 .

Um 16 Uhr sind wir bereits wieder auf dem schönen Chyulu Campingplatz. Die Dusche ist frisch geputzt und das Wasser läuft auch bereits wieder. Auch heute sind wir wieder die einzigen Gäste.

Toni hat leichtes Fieber und mag keinen Bissen essen 🙁 🙁 🙁 .
Ich begnüge mich mit einer Tomate und dem Resten Rinderfilet von gestern.

Gut, dass wir ab morgen für drei Tage eine feste Unterkunft bewohnen, denn es fällt Toni von Tag zu Tag schwerer, unser Dachzelt auf- und abzubauen und was sonst noch dazu gehört. 😐 🤨

Gefahrene Kilometer: 64

Fortsetzung folgt......

Teil 2927. Apr. 2015

Chyulu Campsite - Severin Safari Camp, Tsavo West NP, 14. Januar 2015
Das Campen wird für Toni langsam zur Qual 🙁 . Er, der doch früher vor Kraft und Energie strotzte, ist kaum mehr fähig, auch nur leichte Gewichte zu heben 🙁 . Er verspürt auch überhaupt keinen Hunger mehr und hat schon seit einigen Tagen fast nichts mehr gegessen. Als Frühstück trinkt er heute nur eine Tasse Kaffee, welchen er aber postwendend wieder hergibt. 😐

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Gefiederte Freunde auf dem Chyulu Campingplatz

Wir packen gemeinsam zusammen und verstauen alles im Fahrzeug. Toni ist anschliessend dermaßen erschöpft, dass er sich für eine halbe Stunde auf die Wiese legt. Besorgt frag ich ihn, ob er denn Schmerzen habe. Nein nein, er wolle sich nur ein wenig ausruhen. Langsam wird mir immer unheimlicher 🤨 .

Um 10.30 Uhr sind wir dann endlich soweit, dass wir losfahren können. Die Sache wegen der Aufenthaltsverlängerung im Park ist mit dem Ranger schnell geregelt. Er hat den Zettel für uns bereits vorbereitet.

Im Severin Safari Camp angekommen sind wir froh, dass uns die Massais helfen, das Gepäck ins Bungalow zu tragen.

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Unser Bungalow mit Veranda 😁

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Innenansicht 🙂


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Das Nachbar-Bungalow für „Flitterwöchner“ 😎


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In der Ferne der Kilimanjaro in der flimmernden Mittagshitze

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Aussicht von unserem Bungalow auf den Kili

Um 14 Uhr gibt‘s Lunch. Toni kriegt eine Suppe, Kamillentee und hausgemachtes Jogurt 🙁 . Er würgt die Sachen lustlos runter.

Nach dem Essen legt sich Toni hin und ich setze mich auf die Veranda. Da wir ja eh ein Wasserloch vor der Haustür haben, fahren wir heute nicht mehr raus. Von morgens um 6 Uhr bis 16 Uhr und von 18 Uhr bis 22 Uhr läuft der ca. 1,5 km entfernte Generator und dann gibt‘s Internetempfang. So kann ich wieder mal Kontakt mit daheim aufnehmen, aber über Tonis Gesundheitszustand verliere ich vorläufig noch kein Wort 😊 . Ich melde nur, dass er keine Rückenschmerzen hat, was nämlich stimmt 😐 .

Fürs Abendessen wähle ich für mich Avocado mit Crevetten und Red Snapper mit Kokosnussmilch-Reis aus. Ein absoluter Hit 🙂 . Toni wünscht sich wieder eine Suppe, Kamillentee und hausgemachtes Jogurt 🙁 . Ausser uns sind noch fünf andere Gäste hier, was nicht gerade viel ist. Diese Lodge könnte locker 70 Gäste beherbergen.

Wir unterhalten uns noch eine Weile mit der sympatischen Managerin Manja. Leider muss sie sich von uns verabschieden, da sie ab morgen für drei Tage als Helferin mit deutschen Ärzten und einer fahrbaren Klinik bei den Massai unterwegs sein wird.

Gut, dass wir nun hier in dieser schönen Unterkunft sind. Obwohl wir sonst leidenschaftlich gerne campen, wäre das momentan bestimmt nicht sehr angenehm, denn in Tonis Bauch rumort es wieder 😈 und übel ist‘s ihm auch 🤢 .

Die Temperaturen in dieser Gegend sind tagsüber immer so um 30 Grad, aber nachts kühlt es jeweils auf angenehme 22 Grad ab.

Gefahrene Kilometer: 20

Fortsetzung folgt…..

Teil 3030. Apr. 2015

Severin Safari Camp, Tsavo West NP, 15. Januar 2015

Teil 1

Naja, ich wiederhole mich nicht gerne und es ist mir auch bald peinlich 😊 , davon zu berichten, aber Toni hat den grössten Teil der Nacht nicht im Bett verbracht, sondern im Raum dahinter... 😏

Der Massai Harrison, welcher Wache hält, damit wir nicht von den wilden Tieren angefallen werden 😉 , kommt am Morgen mit besorgter Miene auf Toni zu und fragt ihn, ob alles in Ordnung sei, er habe nämlich zur nächtlichen Stunde aus unserem Bungalow seltsame Geräusche gehört 😊 . Toni antwortet, dass das schon möglich sei, er habe mehrere SMS in die Toilettenschüssel verschickt 🙄 . Da haut‘s den Harrison fast aus den Sandalen vor lachen 😮 . Er führt einen Freudentanz auf und wiehert dazu wie ein Pferd .… 🤩 Nun ist Toni Mister SMS und Harrisons neuer Freund, und Harrison versichert Toni, dass er ihn nie mehr im Leben vergessen werde….. den Mister SMS 😄 .


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Harrison und Toni, dem es sichtlich schlecht geht

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Harrison, der Sonnenschein


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Eingang zum Empfangsbereich und Restaurant.

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Der wartet sehnsüchtig auf ein paar Brosamen.

Das Frühstücksbuffet sieht super aus. Der Aufwand, der hier für die paar wenigen Gäste betrieben wird, ist enorm, aber Toni mag nur eine Banane und etwas Tee 🙁 .


Nach dem Frühstück fahren wir kurz raus, aber da die Fahrerei für Toni eh eine Qual ist, kehren wir bald wieder um 🙁 .

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Im Hintergrund ein erkalteter Lavastrom.

Zum Fotografieren hab ich nun auch keine Lust mehr, deshalb hier ein paar Bilder vom Februar 2014, welche die sehr abwechslungsreiche Landschaft dieses Parks zeigen:

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Busch-Camp-Toilette eines Safari-Veranstalters 😎

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Brandschwarze Vulkanasche

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Granitfelsen

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Roter Tsavo-Elefant

Am Mittag lassen wir uns unseren Lunch auf die Veranda servieren. Toni kann nur ein paar Löffel Suppe und ein wenig Reis essen. Er hat nun auch noch Mühe beim Schlucken 🙁 und verschluckt sich ab und zu. Das ist besonders unangenehm, da er ja eigentlich viel trinken sollte.

Fortsetzung folgt.......

Teil 3101. Mai 2015

Severin Safari Camp, Tsavo West NP, 15. Januar 2015

Teil 2

Während sich Toni nach dem Mittag hinlegt, stiefle ich ein wenig auf dem Lodge-Gelände rum. Es ist schon sehr schön hier und unter normalen Umständen hätten wir das alles wirklich sehr genossen, aber so…. 🙁

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Der Pool

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Eine Massage gefällig?

Da nun nebst dem schlechten Allgemeinzustand auch noch Schluckbeschwerden und leichtes Fieber hinzugekommen sind, entschliessen wir uns, zur 21 km entfernten Kilaguni Serena Safari Lodge zu fahren, da es dort einen Arzt gibt.

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Auf dem Weg zur Kilaguni Lodge

Die sympathische Kilaguni Lodge kennen wir bereits von früher - eine sehr edle Unterkunft - trotzdem ist man als Durchgangsgast jederzeit herzlich willkommen 🙂 . Die Lodge könnte locker 120 Gäste beherbergen, aber wie wir erfahren nächtigen gerade mal sieben Leute hier.

An der Rezeption fragen wir nach dem Arzt und nach wenigen Minuten kommt er dahergetrabt. Eigentlich hätte ich mir eher so was wie einen pensionierten englischen Doktor vorgestellt, aber stattdessen erscheint ein grosser, sehr athletisch aussehender Kenianer 🙂 . Joel heisst er und er leitet hier eine kleine Klinik, wo er vorwiegend einheimische Arbeiter verarztet. Nachdem er sich Tonis Leidensgeschichte angehört hat, macht er - wie er augenzwinkernd sagt - Ebola-Kontrolle 😉 , indem er Fieber misst. 38 Grad sind schon mal etwas zuviel. Joel meint, dass Toni sehr dehydriert sei, und folglich sein Schwächezustand eigentlich nicht aussergewöhnlich sei. Er händigt ihm ein Antibiotikum, Immodium und ein paar Packungen Elektrolyten aus und ist überzeugt, dass es ihm bis morgen wieder viel besser geht. Na, das hoffen wir auch…….. 😕


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Agame in Kilaguni

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Zebras am Kilaguni Wasserloch

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Bei der Vogeltränke ist ein Kommen und Gehen

Das Nachtessen fällt für Toni wieder mehr oder weniger aus 🙁 . Er hat schon Mühe, seine Suppe runterzuschlucken. Hoffen wir, dass dieses Antibiotikum wirkt und das Leiden endlich ein Ende hat.


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Sonnenuntergang im Severin Safari Camp.

Gute Nacht.


Fortsetzung folgt…………….

Teil 3203. Mai 2015

Severin Safari Camp, Tsavo West NP, 16. Januar 2015
Heute dauert es etwas länger, bis wir frühstücken gehen, da Toni bereits beim Aufstehen Mühe hat und kaum aus dem Bett kommt.

Bei der kleinen Stufe, die von der Veranda runterführt, versagen Tonis Beine, er sackt zusammen und kann nicht mehr allein aufstehen. Nein, bitte nicht!!! Das Personal kommt sofort besorgt daher und hilft ihm. Mit Mühe und Not schafft er‘s noch bis zum Restaurant, wo er dann aber nur einen Tee möchte. Er meint, dass er vielleicht nur den Tritt verfehlt habe und dass es nun bestimmt wieder besser gehe.

Eigentlich hab ich nun auch keinen Hunger mehr, die Situation macht mir allmählich mächtig zu schaffen. Wir bleiben lange im Restaurant sitzen und schauen den Vögeln zu, die da ziemlich unverfroren über die Brotkörbli herfallen, indem sie die Servietten hochheben und Brötchen rauszupfen 🙄 .


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Stillhalten zum Fotografieren tun die echt nicht gerne. 😁

So langsam müssen wir uns wieder auf den Rückweg zu unserem Bungalow machen, da sich Toni ins Bett legen möchte. Und dann passiert es wieder!!! Toni sackt bei der ersten Stufe zur Veranda zusammen und kann nicht mehr aufstehen. Das Personal hatte bereits eine Vorahnung und ist sofort zur Stelle. Mein Mann wird mit vereinten Kräften zum Bett geführt, wo er sich erschöpft hinlegt 🙁 .

Jetzt ist aber genug 😐 . Voller Angst eile ich zu Jürgen, dem Manager ins Büro und schildere die Situation. Er setzt sich mit Joel, dem Arzt von Kilaguni in Verbindung und dieser meint, dass er nun mit seinem Latein am Ende sei und Toni nach Nairobi ins Spital gebracht werden müsse.

Um 14 Uhr setzen wir uns mit der Notrufzentrale unseres TCS (Touring Club Schweiz) in Verbindung, von welchem wir seit vielen Jahren den ETI-Schutzbrief für solche Ernstfälle besitzen. Und zum ersten Mal im Leben hatte ich dort zwei Wochen vor unserem Abflug eine Zusatzversicherung abgeschlossen, die alle anfallenden Unkosten, egal in welcher Höhe, garantiert übernimmt. Jürgen schildert dem Zuständigen Mitarbeiter das Problem und gibt ihm auch die Telefonnummer von Joel durch. Leider unterbricht die Verbindung andauernd, da der Telefonempfang im Büro denkbar schlecht ist. Am besten funktioniert er noch in der Küche, wenn man den Kopf in ein ganz bestimmtes Küchenschrank-Abteil steckt 😈 . Jedenfalls kann Jürgen dem Mitarbeiter den Namen der Lodge und seine Telefonnummer durchgeben, wir eilen in die Küche und der TCS-Mitarbeiter ruft prompt zurück. Nun wird kurz unsere Versicherungsnummer und Email-Adresse bekanntgegeben, bevor die Leitung wieder tot ist 😈 . Weitere Details werden per Email besprochen, da diese Verbindung viel stabiler ist. Man verspricht uns, sich nun unverzüglich mit dem Agenten in Nairobi - Amref - in Verbindung setzen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Amref_Health_Africa

Es dauert nich lange, bis die Meldung vom TCS kommt, dass Toni - nachdem man Rücksprache mit Joel genommen hat - von den Flying Doctors auf dem Kilaguni Airstrip abgeholt werde und ein wenig später wird uns mitgeteilt, dass der Flieger bereits in Nairobi gestartet sei und ca. um 17 Uhr landen werde.

Nun bleibt nicht mehr viel Zeit. Ich könnte auch mitfliegen, aber wie soll ich in der kurzen Zeit unser Bungalow ausräumen, alles ins Auto räumen und dann noch unsere Koffer packen? Und vielleicht kommt Toni ja bald wieder gesund und munter zurück zur Lodge 🙂 ? Ich entschließe mich, vorläufig hier wohnen zu bleiben und abzuwarten. Wichtig ist ja erst mal, dass Toni in Spitalpflege kommt. Noch schnell für ihn ein paar Kleider, Toilettenartikel, Lesebrille, Pass und Handy in einen Plastiksack eingepackt und fertig, wir müssen uns beeilen.

Jürgen fährt mit seinem Fahrzeug so nah wie möglich an unser Bungalow und das Personal hilft Toni die paar Schritte zum Fahrzeug zu gehen und sich hinzusetzen. Dann brausen wir los. Bis zur Kilaguni Lodge sind es 21 km auf teilweise holperigen Pisten.

In Kilaguni angekommen, warten bereits Joel und das Management auf uns. Sie alle sind voller Anteilnahme und wünschen Toni gute Besserung. Joel erklärt mir, dass er ja gestern schon noch hätte versuchen können, Toni in seiner Klinik aufzunehmen und eine Infusion zu geben, aber falls es was Ernstes sei, wäre das nur verlorene Zeit gewesen. Danke Joel 😘 .

Bereits drei Stunden nach unserem Notruf an den TCS, kurz nach 17 Uhr taucht der Flieger der Flying Doctors am Himmel auf und setzt zur Landung an.

Ich bin tief beeindruckt, unglaublich, wie die das alles in so kurzer Zeit organisiert haben! Das ist auch Afrika, aber jetzt mal im positiven Sinn 🙂 .

Mir wird ganz komisch 😐 . Der Pilot und ein Arzt steigen aus der Maschine, begrüssen uns und fragen nach dem Patienten, der immer noch im Fahrzeug sitzt. Gemeinsam wird Toni aus dem Fahrzeug geholfen und die Frage, ob er die paar Stufen ins Flugzeug schaffen würde, beantwortete er mit JA 🙁 . Es geht natürlich nicht 🤨 ! Ein paar starke Männer müssen mit allen Kräften nachhelfen. Ich befürchte schon, dass sie seine Hose in Stücke reissen, so sehr müssen sie daran ziehen 🤢 . Oben angekommen, kann sich der total geschwächte Mann nicht mehr aufrichten und kriecht auf allen Vieren auf die Liege 😐 .

Joel und ich steigen auch ins Flugzeug und schauen gebannt zu, wie der Arzt verzweifelt versucht, eine Vene für die Infusionsnadel zu finden. Toni sei total ausgetrocknet, deshalb sei das gar nicht so einfach, meint der Flying Doctor. Ca. nach dem zehnten Versuch klappt es dann endlich. Zusätzlich wird er noch mit Sauerstoff versorgt und an diverse Überwachungsgeräte angeschlossen. Es bleibt mir nicht viel Zeit, mich von Toni zu verabschieden 🙁 und als er mir dann noch sagt, dass er mir den Urlaub vermiest habe, wühlt mich das total auf 🙁 🙁 🙁 .

Eine halbe Stunde später, um 17.30 Uhr startet der Flieger in Richtung Nairobi und verschwindet langsam am Horizont. Jürgen und ich fahren zurück zur Lodge.

Nun hock ich ganz allein hier auf der Veranda und weiss nicht, wie‘s weiter geht.

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Auch der Wasserbock und die Elis, die vor meinem Bungalow am Wasserloch stehen, können mich nicht aufheitern. Entsprechend mies ist auch das Eli-Foto geworden, …ist mir aber egal 😗 .

Am Abend sitze ich alleine im Restaurant und muss mich zwingen, eine Kleinigkeit zu essen. Harrison, der Massai begleitet mich anschließend zum Bungalow und leistet mir ein wenig Gesellschaft. Er fühlt sich jetzt für mich ganz besonders verantwortlich, der Gute 😁 .

Später starte ich meinen Laptop und starre bis 22 Uhr auf den Posteingang, dann wird der Generator abgeschaltet, der Internetempfang ist weg und das Licht geht aus. Ich sitze noch lange im Dunkeln und hoffe, dass ich irgendwann aus einem Alptraum erwache, aber nein, das alles spielt sich wirklich so ab.


Fortsetzung folgt …..

Teil 3304. Mai 2015

Severin Safari Camp, Tsavo West NP, 17. Januar 2015
Letzte Nacht konnte ich kaum schlafen. Zuviele Gedanken gingen mir durch den Kopf. Wohin wurde Toni gebracht? Wie geht es ihm? Wie ernst ist sein Zustand? Wie gut sind die Ärzte? Kriegt er auch die richtige Pflege?

Vor dem Morgengrauen stehe ich auf, setze mich auf die Veranda und um 06.00 Uhr schalte ich meinen PC ein, da es nun wieder Internetempfang gibt.

Da das WLAN auch im Restaurant funktioniert, nehm ich den PC mit zum Frühstückstisch, da ich ja von unserem TCS auf neue Nachrichten hoffe. Dann geh ich andauernd in die Küche um mein Handy ins Schrankabteil zu halten 😠 , wo man am ehesten auf Empfang hoffen kann 😈 .

Dann kommt plötzlich eine SMS von Toni rein, worin er mir seine direkte Telefonnummer vom Spital mitteilt 😁 . Natürlich rufe ich gleich zurück, aber die Verbindung unterbricht andauernd, sodass wir erst gar nicht miteinander reden können 😠 . Es ist zum Verzweifeln 😐 !

In der Zwischenzeit ist auch eine Email vom TCS angekommen. Man versichert mir, dass man in ständigem Kontakt mit dem Dienstleister Amref in Nairobi sei und ich mir keine Sorgen machen müsse. Es sei für alles gesorgt, und auch der Flug mit den Flying Doctors und die Spitalrechnung werde vollumfänglich übernommen. Ans Finanzielle hab ich eigentlich noch gar nicht gedacht 😊 . Nun bin ich aber sehr froh darüber, dass ich noch kurz vor unserem Abflug eine Zusatzversicherung abgeschlossen habe. Was sind schon Fr. 50.- Jahresbeitrag für zwei Personen für die garantierte Deckung sämtlicher Kosten - eigentlich nichts 🙂 .

Am frühen Nachmittag fährt Jürgen mit mir zum 50 km entfernten Mtito Andei Gate, um das Finanzielle zu regeln. Eigentlich wäre ja heute unser Abreisetag gewesen und unser Park-Permit läuft somit heute ab. Der Chefranger zeigt sehr grosses Verständnis, ich kann somit im Park bleiben, solange ich möchte und darf den Rest zum Schluss bei Abreise begleichen.

Dann fährt Jürgen mit mir zu seinem Stammlokal, welches sich in Mtito Andei in einer kleinen, staubigen Gasse befindet. Er kehrt hier immer ein, wenn er im Ort ist, denn in der kleinen Bar wird seine Leibspeise, gegrilltes Ziegenfleisch mit Ugali angeboten 😁 . Es sei das beste Ziegenfleisch von ganz Kenia, schwärmt er 😄 .

Ich bin schon wie auf Nadeln, denn hier gibt es Handyempfang. Nachdem ich die von Toni per SMS mitgeteilte Nummer gewählt habe, hör ich endlich, endlich seine Stimme 🙂 🙂 🙂 . Sie ist zwar sehr schwach, aber er teilt mir mit, dass er im Aga Khan University Hospital in Nairobi in einem schönen Zimmer liege und in sehr guten Händen sei. Man habe ihn bereits stundenlang untersucht und nun an viele Kabel und Schläuche inkl. Magensonde und Sauerstoff angehängt 🙄 🤨 . Das Pflegepersonal und die Ärzte seien ausgesprochen nett und fürsorglich, er sei hier bestens aufgehoben.

Total erleichtert, endlich mit Toni Kontakt gehabt zu haben und zu wissen, dass er in guten Händen ist, probier ich sogar etwas von Jürgens Riesenportion Ziegenfleisch und es schmeckt mir prima. Jürgen ist auch sehr froh, er versichert mir, dass das Aga Khan University Hospital in Nairobi zu den besten des Kontinents gehöre.

Zurück beim Gate, laden wir noch den Schneider und den Maler auf, die beide in der Lodge arbeiten und einen Ranger, der in Mzima Springs stationiert ist. Langsam wird es dunkel, wir beobachten dutzende niedliche Dikdiks, die vom Scheinwerferlicht geblendet werden. Jürgen muss mächtig aufpassen, dass er keines anfährt. Erst setzen wir den Ranger bei seiner Hütte ab und dann fahren wir schlussendlich zum Severin Safari Camp. Mir fällt auf, dass Jürgen zu den hiesigen Leuten ein ausgesprochen gutes und herzliches Verhältnis hat.

In der Zwischenzeit hat sich auch wieder der Mitarbeiter des TCS per Email gemeldet. Man werde mich laufend über den Zustand des Patienten informieren, sobald man neue Nachrichten vom Spital habe, ich solle mir keine Sorgen machen, heisst es. Dass die sich so sehr um mich kümmern und sich immer wieder melden, beruhigt mich ungemein 🙂 .

Das Abendessen ist zwar sehr gut und das fürsorgliche Personal nötigt mich fast, alles schön aufzuessen, aber allein macht es einfach keinen Spass 🙁 .

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Impalas am Wasserloch vor meiner Veranda

Den Rest des Abends verbringe ich wieder auf der Veranda und hänge meinen Gedanken nach. Noch hoffe ich ja, dass Toni nur dehydriert ist und bald wieder zur Lodge zurückkehren kann.

Fortsetzung folgt……………

Teil 3406. Mai 2015

Severin Safari Camp. Tsavo West NP, 18. Januar 2015
Im Laufe des Vormittags ist es mir möglich, von der Küche aus drei Mal mit Toni zu telefonieren. Die Verbindung im Küchenschrank-Abteil ist zwar echt nerventötend, da sie andauernd unterbricht 😈 und die Leute mit den Töpfen rumklappern, aber immerhin haben wir ein wenig Kontakt. Toni tönt sehr schwach, trotzdem bin ich dankbar, dass er überhaupt ansprechbar ist. Diese Hin- und Herrennerei zwischen meinem Bungalow und der Küche macht mich ganz fertig. Ich finde keine Ruhe, kaum im Bungalow angekommen, zieht‘s mich wieder zurück in die Küche. Und kaum in der Küche angekommen, ziehts mich wieder zum Bungalow, in der Hoffnung auf Email-Nachrichten von irgendwem 🙁 .

Nach dem Mittag kommt dann eine Email von Dr. Hooker, dem behandelnden Arzt rein:
Hi, your husband has Guillain-Barré-Syndrome wich is a post-infectious complication of infectious diarrhea causing a nerve Problem resulting in profound muscle weakness. He is being moved to ICU. It is very likely that he will make a good recovery. Please contact us for further informations. Warm regards Dr. Juzar Hooker.

Nachdem ich erst mal ergoogelt habe, was ein Guillain-Barré-Syndrom ist, bin ich total am Anschlag. Dann geh ich zu Jürgen ins Büro. Ich möchte von ihm wissen, was ICU ist. ICU sei „intensive care unit“ = Intensivstation, sagt er. Toni liegt also auf der Intensivstation 🙁 .

Gemeinsam durchforsten wir das Netz und lesen über diese Krankheit, von der wir bis anhin nicht mal gewusst haben, dass es sie gibt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Guillain-Barr%C3%A9-Syndrom

oder

http://www.dr-gumpert.de/html/guillain-barre-syndrom.html

Definition
Das Guillain-Barré-Syndrom ist eine neurologische Erkrankung die auf einer Entmarkung (Demyelinisierung) von Nervenfasern beruht.
Um das 25. und um das 60. Lebensjahr liegen zwei Erkrankungsgipfel. Männer sind häufiger betroffen als Frauen.
Die Häufigkeit des Guillain-Barré-Syndrom liegt bei 1-2/100.000/ Jahr.


Bitte googelt selbst, falls ihr mehr über diese fiese neurologische Erkrankung, die schwere Lähmungen hervorruft, erfahren wollt. Jedenfalls wird sie oft durch Durchfall oder Impfungen gegen Grippe oder auch Tollwut usw. ausgelöst.
Ich mag schon gar nicht mehr darüber lesen. 🙁

Und - versteht ihr nun, weshalb ich euch nicht vor Tonis Durchfallproblemen verschonen konnte? Sie gehören einfach zu der Krankheitsgeschichte, denn dadurch wurde dieses Syndrom ja schlussendlich erst ausgelöst. Das könnte euch übrigens auch passieren!

Im Moment weiss ich nicht weiter. Eigentlich hab ich nur zwei Optionen:
1. Ich lasse wie von Jürgen angeboten unser Fahrzeug hier im Camp stehen und fahre mitsamt unserem Gepäck per Bus oder Taxi nach Nairobi ins Spital.
Nachteil: Das Fahrzeug müsste gemäß kenianischen Vorschriften spätestens nach drei Monaten außer Landes gebracht werden und wer weiss, wie‘s um Toni in drei Monaten steht.

Oder

2. Ich fahre unser Fahrzeug nach Arusha in den Heimathafen und fliege von dort nach Nairobi.
Vorteil: In Tansania darf unser Fahrzeug ein volles Jahr stehen.
Nachteil: Ich müsste die ganze Strecke bis Arusha allein zurücklegen.

Am Abend kann ich fast nichts essen. Ich zermartere mir den Kopf, wie‘s nun weiter gehen soll. Eines ist aber ganz klar geworden - Toni wird nicht mehr ins Severin Safari Camp zurückkehren können.

Bilder gibt’s heute leider keine.

Fortsetzung folgt………………

Teil 3519. Mai 2015

Severin Safari Camp, Tsavo West NP, 19. Januar 2015
Neuerdings haben sich ein paar Fledermäuse dazu entschlossen, mir mit ihrer dämlichen Rumflatterei die Nachtruhe zu stören 🤢 . Also wirklich, die hätten sich doch auch eines der unbewohnten Bungalows aussuchen können, die blöden Viecher 😵 . Wenn ich jetzt einen Tennisschläger zur Hand hätte, würde ich den mal ganz vorsichtig 🙂 - oder auch gezielt ruckartig 😈 - in deren Flugbahn halten 😎 .

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Es ist morgens um 02.00 Uhr als ich aufstehe und mich auf die Veranda setze. Mein Entschluss steht nun fest. Ich werde mit unserem Fahrzeug nach Arusha fahren, es dort bei unseren Bekannten in die Garage stellen und dann nach Nairobi zu Toni fliegen.

Nach dem Frühstück geh ich zu Jürgen ins Büro um ihm mein Vorhaben mitzuteilen. Gemeinsam suchen wir nach der kürzesten Strecke und kommen zum Schluss, dass es wohl diejenige quer durch den Park in Richtung Süden bis zum Maktau Gate und dann zum Grenzübergang Taveta wäre.

Da die Piste durch den Park in Richtung Süden nur sehr selten befahren wird, macht mir Jürgen den Vorschlag, seinen Mitarbeiter Paul hier her zu beordern welcher in Taveta wohnt und gerade Urlaub hat. Paul, der die Strecke durch den Busch kennt, wird mir den Weg zeigen und mir bei einer eventuellen Panne helfen 😊 - was aber hoffentlich nicht nötig sein wird 🤨 . Man stelle sich vor, Paul kommt mit dem öffentlichen Bus den langen Weg aussen rum von Taveta über Voi nach Mtito Andei, wird am Parkeingang abgeholt und zur Lodge gebracht und dann fährt er mit mir quer durch den Park wieder nach Taveta 🙂 . Die Strecke durch den Park macht mir eigentlich keine Angst, da vertraue ich voll auf unser Fahrzeug 😘 und auch den Grenzübergang werde ich überleben, es sind eher die rasenden Verkehrsteilnehmer, welche ich ab Taveta bis Arusha fürchte. Aber ich werde das schaffen, da bin ich mir ganz sicher 😁 .

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Hier in der Lodge sind immer ein paar wenige Gäste, mal fünf, mal sieben. Der Tourismus ist 2014 um 50 % eingebrochen und für 2015 sieht es noch schlechter aus. Das ist schon bitter. In guten Zeiten beschäftigte das Severin Safari Camp sechzig Leute und heute noch fünfunddreissig.

Tonis Freund, der Massai Harrison, welcher nun auch mein Freund ist, kommt mich regelmässig besuchen. Er ist ein ganz besonders netter und mitfühlender Mensch, der mich immer abzulenken und aufzuheitern versucht. Er wohnt in der Gegend von Amboseli, hat eine Frau, vier Töchter und ein paar Kühe. Er arbeitet jeweils zwei Monate in der Lodge und darf dann für zwei Wochen nach Hause. Seine Kinder gehen alle zur Schule. Eigentlich wäre die gratis, aber wenn man den Lehrer nicht regelmäßig schmiert 🙁 , werden die Kinder irgendwann nach Hause geschickt 😠 - bis dann wieder Geld abgedrückt wird 🙄 . Am meisten bedauert es Harrison, dass seine Frau nie zur Schule gegangen ist und deshalb weder lesen, schreiben noch rechnen kann. Er selbst ging sechs Jahre zur Schule, worauf er sichtlich stolz ist.

Da ich ja immer noch einen platten Reserve-Reifen habe, fahr ich nach dem Lunch zur 1,5 km entfernten Werkstatt, wo er repariert wird. Dann wird das Fahrzeug von einem Angestellten wieder mal gewaschen. Bei der Gelegenheit zeigt mir ein Arbeiter eine bestimmte Stelle, wo es scheinbar meistens Handy-Empfang gibt.

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Genau dort, wo der Arbeiter steht, gibt es meistens Handy-Empfang 🤩 .

Ich fahre zurück zu meinem Bungalow, schnappe mein Handy und stelle mich wie empfohlen zwischen die Gitterwand und den alten Landcruiser. Und tatsächlich, es klappt 🤩 , ich kann siebzehn Minuten mit Toni telefonieren 😁 . Er freut sich unheimlich, als er meine Stimme hört und noch mehr freut er sich darüber, dass ich übermorgen nach Arusha fahren und dann zu ihm kommen werde. Er spricht sehr langsam und leise, aufstehen könne er noch nicht, da ihn seine Beine nicht tragen, aber er sei schmerzfrei und das Personal und die Ärzte würden sich Tag und Nacht um ihn kümmern.

Dann gelingt es mir auch noch, mit dem behandelnden Arzt, Dr. Hooker Kontakt aufzunehmen. Der Mann mit der sanften Stimme versichert mir, dass man bei Toni wirklich alle nötigen Massnahmen getroffen habe, um den Heilungsprozess zu fördern. Er verschweigt mir aber auch nicht, dass der Weg bis zur vollständigen Genesung längere Zeit in Anspruch nehmen werde.

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Wie man mir mitteilt, sind auch die Ärzte des TCS laufend in Kontakt mit dem Spital und werden immer über den neusten Stand der Dinge informiert.

Wie jeden Tag, sitze ich auch heute beim Abendessen allein am Tisch. Der Kellner versucht mit strenger Miene, mich zum Essen zu nötigen, aber ich mag nur ein paar Bissen. Mit den anderen Gästen hab ich keinen Kontakt - ich such ihn auch nicht. Ich sitze in einem Schneckenhaus und unterhalte mich nur mit den Angestellten und mit Jürgen.
Nicht mal in den Pool gehe ich und auch nicht auf Gamedrive. Ich sitze nur hier und warte und warte... 😐

Wie immer, begleitet mich Harrison nach den Abendessen zum Bungalow, da man hier nach Eintritt der Dunkelheit nicht mehr allein rumspazieren darf. Er fühlt sich als mein persönlicher Beschützer und ist immer ganz diskret irgendwo in meiner Nähe.

Dann skype ich mit Marina/Butterblume, mit der ich von unterwegs immer wieder mal Kontakt habe. Sie ist die erste Person aus unserem Freundes- und Familienkreis, die von mir über Tonis Geschichte eingeweiht wurde.

Um 22 Uhr wird der Strom abgestellt und das Licht geht aus.
Nun kommt wieder die Zeit der flatternden Fledermäuse und mein inniger Wunsch nach einem Tennisschläger. 😈

Fortsetzung folgt............. 🙂 🙂 🙂

Teil 3622. Mai 2015

Severin Safari Camp. Tsavo West NP, 20. Januar 2015
Nach dem Frühstück fangen Harrison und ich an, einige Dinge ins Auto zu packen, denn morgen werde ich ja diesen Ort endgültig verlassen.

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Meine gefiederten Freunde warten wie immer auf ein paar Brotkrümel. 😁

Dem TCS melde ich, dass ich morgen nach Arusah fahren werde um dann so bald wie möglich nach Nairobi weiter zu fliegen. Die Antwort kommt postwendend. Man teilt mir mit, diesen Entschluss sehr zu begrüssen und ich solle wegen der Rückerstattung der Unkosten alle Quittungen aufbewahren.
Sobald ich in Nairobi eingetroffen sei, und der Patient von den Ärzten für „flugfähig“ befunden werde, würde man für uns beide den Rückführung in die Schweiz organisieren 🙂 .

In der Zwischenzeit telefoniert Jürgen mit dem Chef-Ranger in Mtito Andei um ihm mitzuteilen, dass ich morgen den Park über das Maktau Gate verlassen werde. Um mir die Fahrerei zum ca. 50 km entfernten Hauptgate zu ersparen, übernimmt Jürgen das für mich und bezahlt dort die restlichen Tage Parkeintritt und kriegt eine Quittung dafür, die ich dann bei der Ausreise am Maktau-Gate vorweisen muss, wobei mir ein Tag, sowie die Fahrzeuggebühren von dem netten Ranger geschenkt werden 😁
Es ist schon unglaublich, wie hilfsbereit und freundlich all diese Leute sind. 😘

Heute haben wir hier grosse Mühe mit dem Internet und Telefonempfang. Dabei muss ich noch so vieles erledigen. Mit dem TCS korrespondieren, unsere Gastgeber in Arusha wegen eines Zimmers anfragen, Dr. Hooker mein Kommen ankündigen usw. Andauernd fahre ich zur Werkstatt, dann versuch ich‘s wieder im Küchenschrank oder per Email, aber nur nach vielen Versuchen krieg ich jeweils Verbindungen zustande, was sehr nervt 😐 .

Am Nachmittag kehrt Manja, die für ein paar Tage mit einer fahrbaren Klinik unterwegs war, ins Camp zurück. Wir ziehen uns in eine stille Ecke zurück und erzählen und erzählen….. Manja bietet mir an, für mich möglichst in der Nähe des Aga Khan Hospitals in Nairobi eine Unterkunft zu organisieren und einen Fahrer an den Flughafen zu schicken, der mich zur Unterkunft bringt. Sobald ich wisse, wann ich in Nairobi ankomme, werde sie alles in die Wege leiten. Ich bin einfach sprachlos über diese Hilfsbereitschaft.
Wie kann ich das je wieder gut machen?

Nach einigen vergeblichen Fahrten zur Werkstatt, kann ich irgendwann zwischen der Gitterwand und dem alten Landcruiser doch noch Toni telefonisch erreichen.
Ich brenne nämlich darauf ihm mitzuteilen, dass ich morgen nach Arusha fahren werde 🙂 .
Seine Freude ist unbeschreiblich und meine natürlich auch. 🤪
Obwohl er‘s mir nicht so richtig zeigen möchte, merke ich doch sehr gut, dass er sich wegen dieser Fahrt ziemliche Sorgen macht. Wir wissen aber beide, dass das der einfachste und beste Weg ist, unser Fahrzeug nach Tansania zu bringen. Es war nämlich auch noch die Rede davon, dass ich nach Nairobi geflogen werden könnte und dann ein Fahrer unser Auto nach Arusha bringt, aber diese Variante kommt für mich überhaupt nicht in Frage.
Diesen Wagen fährt entweder Toni oder ich und sonst niemand. 🤨
Wie angeboten, in der Lodge stehen lassen geht auch nicht, da er ja laut Gesetz nur höchstens drei Monate in Kenia verbleiben darf, und man weiss ja, wie rasch drei Monate verstreichen 😐 .

Egal, ich schaffe das, bald werden wir wieder vereint sein. Ich kann es kaum erwarten. 🤪

Am Abend kommt dann noch die Meldung aus Arusha rein, dass man mir für morgen eine gute Fahrt wünsche und das Zimmer für mich bereit sei. 🙂

Paul, mein Copilot und Weggefährte ist auch schon eingetroffen. Eigentlich läuft alles wie am Schnürchen.

Als ich beim Kellner nur was Kleines zum Abendessen bestelle, verdreht dieser wieder die Augen 🙄 und schüttelt den Kopf. Ich kann einfach kaum was runter würgen. Langsam schlottern mir meine Kleider am Leib, die Hose kann ich runterziehen, ohne sie zu öffnen 😊 . Ich falle bald aus dem Leim 🙄 .

Manja hat in der Zwischenzeit eine Pension ganz in der Nähe des Aga Khan Hospitals ausfindig gemacht und bereits angefragt, ob für mich ein Zimmer frei wäre. Man wird mir eines reservieren, ich muss nur noch melden, wann ich eintreffe. Auch ein Fahrer, der mich vom Flughafen Nairobi zur Unterkunft bringen wird, ist bereits kontaktiert worden und wartet darauf, dass er mich abholen kann. Diese Leute machen mich einfach sprachlos. Ich kann gar nicht in Worte fassen, welches Glück ich habe, ihnen begegnet zu sein. 😘

Nach dem Abendessen sitze ich auf meiner Veranda am Internet und lese wieder über dieses Guillain-Barré-Syndrom. Ich sollte das eigentlich nicht mehr tun, denn es trägt dazu bei, dass ich mir wieder den Kopf zermartere. Wird mein Mann je wieder gehen können? Wird er einen bleibenden Schaden davon tragen? Was ist, wenn plötzlich die Atmung aussetzt, was ja bei diesem Syndrom hin und wieder vorkommt, und er einen Luftröhrenschnitt benötigt? Müssen wir wegen der vielen Treppen unser Haus verkaufen und in eine rollstuhlgängige Wohnung ziehen? Ich durchforste das Netz nach Foren und Berichten von Betroffenen, aber je länge ich lese, desto mieser fühle ich mich 🙁 .


Fortsetzung folgt..................

Teil 3701. Juni 2015

Severin Safari Camp, Tsavo West NP, Kenia - Arusha, Tansania, 21. Januar 2015
Habe schon wieder eine schlaflose Nacht hinter mir. Es ist nicht nur wegen der flatternden Fledermäuse und der bevorstehenden Fahrt nach Arusha, ich bin einfach zu unruhig, um zu schlafen und ich möchte endlich bei Toni sein.

Um sechs Uhr stehe ich auf und zwinge mich, ein wenig zu frühstücken. Ich muss etwas im Magen haben, da ich heute fit sein möchte. Dazu trinke ich eine ganze Kanne starken Kaffee.

Paul, mein Beifahrer, hilft mir, unser Fahrzeug so zu packen, dass bei Fahren nichts verrutscht. Tonis Packsystem hab ich glücklicherweise noch einigermaßen im Kopf.

Nachdem alle Rechnungen beglichen sind, verabschiede ich mich von all den lieben Menschen, die mir meinen Zwangsaufenthalt so angenehm wie möglich gestaltet haben. Ich bin unendlich dankbar für die grosse Hilfe und Unterstützung und kann gar nicht in Worte fassen, wie froh ich bin, bei ihnen gelandet zu sein. Sobald Toni wieder reisen kann, möchte ich mit ihm an diesen wunderbaren Ort zu diesen aussergewöhnlich lieben Menschen zurückkehren. Wir werden uns ganz bestimmt wiedersehen, versprochen.

Jürgen schärft Paul ein, dass er sich unterwegs mit mir unterhalten müsse. Paul nickt verlegen, so ganz geheuer scheint ihm seine Beifahrerrolle nicht zu sein 😵 .
Wahrscheinlich ist er noch nie von einer Frau chauffiert worden 🙂 .

Kurz vor neun Uhr marschieren wir zum Fahrzeug.
Bevor ich einsteige, schau ich dem kleinen orangen Puch lange in die Augen, bzw. Scheinwerfer.
„Du musst dir heute ganz besonders Mühe geben, mein Freund, denn ich bin nun wirklich darauf angewiesen, dass du mich heil nach Arusha bringst“.
Irgendwie hab ich das Gefühl, dass er mir zuzwinkert, was mich sehr beruhigt. 😁

Anfänglich ist Paul noch etwas verspannt.
„Achtung Kurve. Achtung schmale Furt, langsam fahren, die Furt über den Fluss ist wirklich schmal!“ 😵 😄
Später wird die Landschaft offener und übersichtlicher, sodass sich Paul erleichtert zurücklehnt.
„Dieses Fahrzeug hat eine wunderbare Federung“, meint er anerkennend, während er genüsslich seine Cola schlürft 🙂 .

Dann schweigen wir wieder, bis wir in eine Gegend kommen, wo es erst kürzlich stark geregnet haben muss und die Piste ziemlich verschwemmt ist. Paul meint, dass hier seit mehreren Tagen niemand mehr gefahren sei und dass es weiter westlich eine zweite Piste gebe, wo man wegen dem Black Cotton Soil um diese Jahreszeit wohl wochenlang unentdeckt stecken bleiben könnte.

Ja, ich bin froh um Paul, der mir den richtigen Weg weist und der bei Bedarf sogar fähig wäre, einen Reifen wechseln 🤪 .

Nun gilt es noch, ein grosses Schlammloch zu durchqueren. Und während ich es konzentriert und souverän durchfahre 😎 , trompetet es nebenan 🙄 , sodass ich mich fast zu Tode erschrecke 🤢 . Paul macht grosse Augen und fragt mich, ob ich denn den grossen Elefantenbullen nicht gesehen hätte.
„Nein, hab ich nicht.“ 😊

Etwas später galoppiert eine riesige Büffelherde über die Piste. Es sind so unglaublich viele Tiere, dass ich anhalten und warten muss, bis sie vorbei sind. Auch die zahlreichen Giraffen, Zebras, Dikdiks usw. interessieren mich nicht. Normalerweise würde mich ja der Anblick der vielen Tiere sehr verzücken, aber momentan hab ich nur ein Ziel, nämlich nach Arusha zu fahren und zwar heute noch. Deshalb bin ich auch froh, dass nun die Piste zum Gate hin wieder trockener und besser befahrbar ist.

Irgendwann kommt mir in den Sinn, dass ich heute trotz der schönen Motive noch gar kein Foto geschossen habe und da ich ja trotz der widrigen Umstände ein Fotoalbum vom unserer Reise machen möchte, frag ich Paul, ob ich von ihm ein Erinnerungsfoto machen dürfe.
Er willigt natürlich ein - es bleibt ihm ja auch gar nichts anderes übrig. 😘

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Darf ich vorstellen? Mein Copilot Paul. 🙂 🙂 🙂

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Und hier das letzte Stück der Piste vor dem Maktau Gate.

Die 65 km bis zum Maktau Gate schaffen wir in 1 ¾ Stunden. Kurz vor dem Gate lasse ich Paul ans Steuer. Er zeigt im Office mein Permit mit den Quittungen für die bezahlten Eintrittsgebühren vor und erzählt der Dame meine Leidensgeschichte und dass ich in meinem Zustand nicht Auto fahren könne 😕 , weshalb er das für mich übernommen habe. Ich weiss ja nicht, was er ihr alles erzählt und ob er mich als alte, tatterige Tante hinstellt 😗 , ist mir auch egal 🤨 . Die Ranger in Mtito Andei hatten das so vorgeschlagen, damit mir die Gebühren fürs Fahrzeug geschenkt werden. Die Dame zeigt grosses Verständnis und bemitleidet mich sehr 😊 , was mir fast peinlich ist, da wir ja nun ein wenig geschummelt haben 😎 .

Weiter geht‘s. Bald darauf biegen wir rechts auf die Hauptpiste nach Taveta ab. Paul ist immer noch am Steuer und möchte es gar nicht mehr aus der Hand geben 😠 . Erst als er über eine Eisenstange fährt 😈 , weil er sie für einen Holzstock hält, und es unter dem Auto einen lauten Knall gibt 🤢 , hält er erschrocken an. Gemeinsam schauen wir unter‘s Fahrzeug, aber es scheint alles in Ordnung zu sein 🙂 .

So, nun bin ich wieder die Chefin 😛 . Vom Maktau Gate bis zur Grenzstation Taveta sind es noch 50 km auf löcheriger und staubiger Piste. Anfänglich ist der Verkehr noch sehr minim, nimmt jedoch zur Grenze hin mehr und mehr zu. Nun erteilt mir Paul Fahrunterricht 🤩 . Ich müsse ganz langsam fahren und immer in die Seitenspiegel schauen und falls mich einer überhole müsse ich zur Seite fahren und ihn vorbei lassen. Zudem müsse ich auf die Motorradfahrer achten, das seien nämlich die Schlimmsten, da sie keine Ahnung davon hätten, wie lang und wie breit sie seien und dass ich auf jeden Fall schuldig sei 😵 , wenn einer in mich rein fahre. Paul schaut ganz verkrampft in den Seitenspiegel und rapportiert mir jedes hinter uns fahrende Fahrzeug mit Automarke und Farbe 😄 .

Um 12 Uhr, nach drei Std. Fahrzeit ab dem Severin Camp erreichen wir Taveta. Paul besorgt mir für 2‘000 KS Safaricom Rubbelkarten, welche er leider nur in Einheiten von 100 KS kriegt, was heisst, dass ich zwanzig Mal rubbeln und Telefon aufladen muss 🤨 . Dann zeigt er mir noch, wo ich Benzin kriege und wartet, bis ich aufgetankt habe.

Nun verabschiede ich mich von meinem Wegbegleiter, Fahrlehrer und Copiloten Paul, bezahle ihm den zuvor vereinbarten Betrag, den ich noch ein wenig aufrunde und schenke ihm etwas Telefonguthaben.

Da ich nicht sicher bin, ob ich in Tansania kenianische Telefonkarten aufladen kann, such ich mir noch vor der Grenzstation einen Parkplatz und rubble und rubble 😈 bei brütender Hitze an der prallen Sonne 😈 die kleinen Einheiten ab und lade auf und lade auf. Echt mühsam und zeitraubend das Ganze 🙁 .
Natürlich rufe ich auch noch Toni an um ihm mitzuteilen, dass ich bereits an der Grenze sei und die Hälfte der Strecke bereits hinter mir habe 🙂 🙂 🙂 .

Die Abwicklung am Kenia-Zoll geht echt entspannt und zügig voran. Strassengebühr wird nicht verlangt, die wäre eigentlich 40 U$ pro Monat gewesen, aber aufdrängen tu ich mich natürlich nicht 😛 .

Auf der Tansania-Seite muss ich einen Zettel ausfüllen, aber mein Visum ist immer noch gültig, da es jeweils für drei Monate ausgestellt wird. Der Customs-Mann erkennt mich wieder und fragt, wo denn mein Mann sei. Ich erzähl ihm Tonis Geschichte, was ihn aber nicht daran hindert, 25 U$ für die Strassengebühr zu verlangen (20 U$ + 5 U$ für irgendwas), aber natürlich alles mit Quittung.

Um 14 Uhr bin ich endlich durch. Nun haben der Puch und ich für die restliche Strecke bis Arusha nur noch Teerstrasse vor uns. Der Motor schnurrt zufrieden, wir zwei kommen gut voran 😁 . Bald erreichen wir Moshi. Dann geht‘s am Flughafen entlang, wo ich bei einem Shoppingcenter anhalte und ein paar Nüsschen kaufe, da mein Magen langsam rebelliert. Ich bin hellwach und funktioniere prima 😁 . Die zahlreichen Lastwagen, die sich mühsam nach Arusha hochquälen, überhole ich einen nach dem anderen 🤩 . Meine Bedenken wegen dem höllischen Verkehr sind wie weggeblasen. Die können mich alle, ich hab‘s voll im Griff. Auch das übliche, zeitraubende Verkehrschaos durch Arusha beeindruckt mich überhaupt nicht. Ich fahre wie sie, quetsche mich überall rein und überhole links und rechts.

Kurz vor 17 Uhr erreiche ich endlich nach acht Stunden das Tor zur Farm meiner Gastgeber, welches von einem Sicherheitsmann geöffnet wird.
Ich fahre aufs Gelände…..und lande prompt vor dem falschen Haus 🤢 . Jetzt hab ich doch zum Schluss noch nachgelassen 😠 ! Vor lauter Erleichterung, endlich am Ziel angekommen zu sein, fang ich an zu schlampen und lass mich gehen 😐 .
Schnell umdrehen, hoffentlich hat‘s niemand gesehen 😊 .

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Schlussendlich finde ich dann doch noch das Gästehäuschen, wo ich von meiner Gastgeberin herzlich begrüsst werde. Sie hat mir ein paar Brötchen gestrichen 😘 , da sie annimmt, dass ich nach der langen Fahrt fast am Verhungern sein muss.

Nun telefoniere ich mit Toni um ihm mitzuteilen, dass ich gut in Arusha angekommen sei.
Es tönt fast, wie wenn er vor Freude weint und auch ich muss ein paar Tränen der Erleichterung verdrücken 🙂 .

Monas, der Angestellte, hilft mir beim Auto entladen und dann geh ich zu meinen Gastgebern rüber, da sie mich netterweise zum Essen eingeladen haben 🙂 .

Anschliessend schreibe ich stundenlang E-Mails, skype mit Manja und trinke literweise Wasser.

Nach dem Duschen leg ich mich um 22 Uhr ins Bett.
Welch ein denkwürdiger Tag! Ein wenig stolz bin ich ja schon, dass ich das so gut gemeistert habe 🤪 .

Nun muss ich nur noch so bald wie möglich ein Flugticket nach Nairobi kriegen. Toni, ich komme!!! 😘 🤩 😁


Gefahrene Kilometer: 249

Fortsetzung folgt…..

Teil 3807. Juni 2015

Arusha, 22. Januar 2015
Nachdem ich letzte Nacht keine Sekunde geschlafen habe, stehe ich noch vor der Morgendämmerung auf. Ich frage mich, welcher Motor mich antreibt, der mich seit vielen Tagen ohne Schlaf und ohne ausreichend zu essen immer noch voll funktionieren lässt.

Mit einer Tasse starkem Kaffee setze ich mich auf die Veranda. Hoffentlich kriege ich schon morgen einen Flug nach Nairobi. Mein Gastgeber wird sich gleich telefonisch am Flughafen erkundigen, ob das möglich ist und wenn ja, einen Fahrer schicken, der mir das Ticket besorgt.
Auch hier muss ich sagen, dass ich sehr dankbar für diese Hilfe bin. 🙂

Von Dr. Hooker erfahre ich per E-Mail, dass Toni nun ins CCU verlegt wurde.
Was ist CCU? 😕
Google erklärt mir, dass das Coronary Care Unit heisst, und dass dort Patienten mit akuten Herzproblemen eingeliefert werden. 🙁
Mein Herz steht fast still vor lauter Schreck. 😵
Da mir Dr. Hooker auch gleich noch die Direktwahl mitgeteilt hat, versuche ich sofort, Toni anzurufen. Erst nimmt aber eine fremde Person das Telefon ab und die behauptet, dass hier kein Toni liege, oh Schreck. 🤨
Erst nach mehreren Versuchen klappt es dann doch noch, uff. 🙂
Toni versichert mir, dass es ihm nicht schlecht gehe und er in einem schönen Zimmer liege und sogar einen Fernseher habe.

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Tonis Fernseher 😁
Er werde nun sogar ab und zu mit Hilfe von ein paar starken Leuten aufgenommen, die mit ihm einige Schritte hin und her gehen.


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Dieses Bild wurde am 18.1.15 auf der Intensivstation mit Tonis Handy aufgenommen. Es ist sein ausdrücklicher Wunsch, dass ich es hier zeige.

Falls ich schon morgen nach Nairobi fliegen kann, muss ich noch heute unseren Koffer packen. Was bleibt im Fahrzeug? Was kommt mit nach Hause? Was ins Handgepäck? Was in den Koffer? Ich muss ganz genau überlegen, darf ja nichts vergessen und keinen Fehler machen. Man glaubt ja gar nicht, woran man alles denken muss.

Zum Mittagessen bin ich wieder eingeladen. Es gibt Ente mit Kartoffelbrei und Salat und schmeckt so prima, dass ich heute sogar ein wenig mehr esse, als in den letzten Tagen.

Am Nachmittag hab ich dann endlich das heiß ersehnte, von einem Fahrer besorgte Flugticket nach Nairobi in der Hand. Der Flug mit Kenya Airways startet morgen um 11 Uhr vom Kilimanjaro Airport. Morgen Mittag werde ich endlich nach vielen Tagen der Trennung bei Toni sein 🙂 .
Der Koffer ist gepackt, ich bin bereit. 🤪

Nun kann ich auch Manja vom Severin Safari Camp mitteilen, dass ich morgen nach Nairobi fliegen werde. Sie verspricht mir, mein Kommen umgehend im nahe des Spitals gelegenen Azee Gästehaus zu melden und somit mein bereits vorreserviertes Zimmer definitiv zu buchen. Zudem wird sie einen Fahrer namens Julius an den Flughafen schicken, der mich abholt und zu meiner Unterkunft bringt.
Manja, du bist einfach einzigartig! 😘

Die Drähte laufen nun heiß. Endlich wird Tonis ahnungslose Schwester über das Vorgefallene unterrichtet. Die fällt natürlich aus allen Wolken und behauptet, schon lange geahnt zu haben, dass etwas nicht stimmt. Kann ja schon sein.
Geschwister sollen ja manchmal so ne spezielle Antenne haben. 😉

Auch dem TCS melde ich, dass ich morgen Mittag in Nairobi eintreffen werde, was postwendend sehr wohlwollend zur Kenntnis genommen wird, da ja von nun an die Kommunikation sehr viel einfacher sein wird. Man teilt mir auch mit, dass sobald die für Toni so wichtige Immunglobulin-Therapie beendet sei, über eine Rückführung in die Schweiz nachgedacht werde 🙂 😁 .
Zudem erinnert man mich daran, alle Quittungen aufzubewahren, da mir die gesamten Unkosten zurückerstattet werden.

Am Abend esse ich auf der Veranda ein Käsebrötchen. Dann skype ich lange mit Manja vom Severin Safari Camp, welche für mich momentan die wichtigste Bezugsperson ist. Schade, dass ich die letzte Nacht in Arusha nicht recht geniessen kann, aber ich hab nur noch einen innigen Wunsch, nämlich das Wiedersehen mit meinem Mann.

Wenigstens sind heute wieder einige Probleme aus dem Weg geräumt. Ich weiss, wann ich nach Nairobi fliege, wer mich abholt und dass ich eine Unterkunft in der Nähe des Spitals habe 😁 .

Fortsetzung folgt….

Teil 3909. Juni 2015

Arusha, Tansania - Azee Gästehaus, Nairobi, Kenia, 23. Januar 2015
Um 6 Uhr sitze ich bereits frisch geduscht bei einem starken Kaffee auf der Veranda. Die Vorfreude ist riesig. In ein paar Stunden werde ich endlich nach sieben endlos langen Tagen der Trennung bei Toni sein. 🤩

Der Koffer steht fertig gepackt vor der Tür und ich hoffe sehr, dass ich die richtigen Sachen mitgenommen und nichts vergessen habe. Noch schnell einige Dinge im Fahrzeug verstauen, meinem treuen Freund auf Wiedersehen sagen und in die Garage stellen, fertig.
Ich bin zum Abholen bereit. 🙂

Meine lieben Gastgeber kommen vorbei, um sich von mir zu verabschieden und warten, bis mein Fahrer Hamsa eintrifft. Um 7.15 Uhr ist dieser pünktlich zur Stelle.

Der Verkehr durch Arusha ist wie immer ziemlich heftig und chaotisch, aber wir haben genügend Zeit eingeplant. Nach 1 ½ Stunden Fahrzeit erreichen wir um 8.45 Uhr den Flughafen. Hamsa trägt mir mein Gepäck ins Flughafengebäude und wünscht mir guten Flug und für Papa alles Gute und baldige Genesung.

Einchecken und Passkontrolle gehen sehr zügig voran, aber zum ersten Mal seit vielen Jahren muss ich meinen Impfausweis vorweisen 😮 .
Kein Problem, den hab ich natürlich dabei und die Gelbfieberimpfung ist noch keine zehn Jahre her 😁 .

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Überpünktlich, das heisst 5 Minuten zu früh, um 10.55 Uhr hebt der Embraer 190 von Kenya Airways ab. Der Flieger ist nur schwach besetzt, alle Passagiere haben einen Fensterplatz und manche Sitzreihen sind ganz leer.

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Kurz nach dem Start

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Über der Wolkendecke ist der Kilimanjaro wunderschön zu sehen. 😁

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Von oben sieht man auch gut, wie unglaublich trocken und staubig es in Kenia ist.

30 Minuten später, um 11.25 Uhr landen wir bereits auf dem Jomo Kenyatta International Airport in Nairobi 🙂 .
Auf den Koffer muss ich nicht lange warten und auch bei der Passkontrolle bin ich rasch durch. Um 11.50 Uhr stehe ich bereits am Ausgang und halte nach meinem Fahrer Julius Ausschau, der auch gleich mit einem Erika-Täfeli in der Hand daherkommt. Er schiebt mein Gepäckwägelchen über die Strasse und schärft mir ein, mich ja nicht von der Stelle zu bewegen 🤨 , er gehe nun sein Fahrzeug holen. Es dauert eine ganze Weile, bis er endlich daher gefahren kommt. Scheinbar muss er sein Auto ziemlich weit weg parkiert haben.

Durch den Stossverkehr geht‘s nun unendlich langsam und stockend nach Nairobi 🙁 . Julius fährt mit mir durch viele enge Schleichwege 🙄 , die manchmal so verlöchert sind, dass ich schon bald Schiss um sein Fahrzeug kriege 😵 . Er mein aber, dass es so schneller gehe, da ihm ein Kollege telefoniert habe, dass die Hauptstrasse total verstopft sei.

Nach ca. 2 Stunden erreichen wir endlich meine Unterkunft, das Azee Gästehaus, wo ich kurz einchecke und zwei Nächte à 60 U$ bezahle. Frühstück im Preis inbegriffen.
Julius hilft mir, mein Gepäck ins Zimmer zu tragen. Es ist naja 😕 …., zum Schlafen ganz passabel. Wenigstens ist die Dusche schön gross und das Wichtigste, es gibt WLAN, denn das brauch ich wirklich unbedingt.

Dann zeigt mir Julius den Weg zum Aga Khan University Hospital. Wir gehen zu Fuss, damit ich mir den Weg besser merken kann. Das Spital gleicht einem Hochsicherheitstrakt. Man wird am Eingang wie auf einem Flughafen kontrolliert. Das Gebäude ist so riesig, dass wir ziemlich lange brauchen, bis wir endlich die richtige Abteilung finden. Julius verabschiedet sich von mir. Ich geb ihm zusätzlich zum vereinbarten Preis ein schönes Trinkgeld, denn der nette Mensch hat sich doch sehr um mich bemüht 🙂 .

Endlich betrete ich Tonis Zimmer 🤩 und da sitzt er - mein Mann - in einem grossen Lehnstuhl 🤩 .
Die Wiedersehensfreude ist einfach unbeschreiblich 🙂 🙂 🙂 .
Wir sind beide sehr aufgewühlt und unendlich glücklich, dass wir nun wieder beisammen sind. Weitere Details verschweige ich euch 😁 😗 … das ist eher Privatsache. Eine riesige Last fällt von uns ab. Nun wird alles gut.

Toni sitzt nun seit sechs Stunden in diesem Lehnstuhl. Es war sein Wunsch, dass ich ihn nicht im Bett liegend vorfinde. Nun kommt aber das Pflegepersonal und legt ihn wieder ins Bett. Andauernd wird an ihm rumgemessen und rumhantiert 😐 . Er ist nun nicht mehr verkabelt, aber unterhalb seines Schlüsselbeins ist immer noch ne richtige Verteilerstation befestigt 😣 . Privatsphäre haben wir nicht wirklich. In Afrika ist es ja auch nicht üblich dass man seine Gefühle in der Öffentlichkeit zeigt und sich umarmt 😊 .

Zwischendurch hab ich noch einen Termin bei Dr. Hooker. Der sympathische Mann mit der sanften Stimme nimmt sich sehr viel Zeit für mich. Er meint, wenn Tonis Zustand stabil bleibe, dürfe er in einigen Tagen nach Hause. Dann begleitet er mich noch zum Chefarzt, welcher ebenfalls sehr nett ist und sogar ein paar Worte Deutsch spricht.

Nachdem ich mich von Toni verabschiedet habe, mach ich mich auf den Fussweg zu meiner Unterkunft.
Oh Mann, ist das ein mieses Weglein 😠 .
Überall liegen Glasscherben, Zementbrocken und Plastikmüll rum 🙄 .
Auf der Fahrbahn kann ich nicht gehen, da ich Angst haben muss, überfahren zu werden 😈 .
Es sind ja nur ein paar hundert Meter, aber unangenehmer geht‘s wirklich nicht mehr 🤢 .

Den Abend verbringe ich in meinem Zimmer vor dem Laptop, skype mit Manja und schreibe E-Mails und zwischendurch geh ich auf die kleine Veranda um Luft zu schnappen. Ausserdem ruft eine nette Person vom TCS an um sich zu erkundigen, ob ich gut in Nairobi angekommen sei und wie‘s mir geht.

Mein Nachbar ist ein Pakistani, welcher bis gegen 23 Uhr mit seinen Kindern über Skype inbrünstig und lautstark Lieder singt 🤩 und ab und zu zum Rauchen auf die Veranda kommt.

Beim Duschen kommt mir in den Sinn, dass ich ja heute außer den Nüsschen im Flugzeug noch gar nichts gegessen habe 🤨 .
Ist ja egal, mein Magen hat sich vermutlich bereits ans Nichtstun gewöhnt.

Gute Nacht.

Fortsetzung folgt….

Teil 4011. Juni 2015

Azee Gästehaus, Nairobi, 24. Januar 2015
Endlich konnte ich seit Langem wieder mal sieben Stunden durchschlafen. Das hat mir echt gut getan.

Das Frühstück hier im Gästehaus ist sehr reichhaltig, aber halt typisch indisch mit vielen Süssigkeiten usw., aber es gibt auch Toast, Marmelade und Eier. Beim Stichwort „Eier“ erinnere ich mich voller Entsetzen daran, dass ich in unserem Fahrzeug ein gekochtes Ei vergessen habe 🤩 .
Oh du meine Güte, das wird jetzt bis Dezember so richtig heftig vor sich her stinken 🤢 .

Im Innenhof der Pension steht ein Käfig, dessen Bewohner ein gesprächiger Graupapagei ist. 🙂
Er plappert, miaut und pfeift in allen Tonlagen, aber leider hustet er auch ab und zu ganz komisch 😵 .
Das Rätsel wegen des Hustens löst sich aber bald 😄 , denn nun beobachte ich, wie eine Pflegerin die uralte, hustende Mutter der Chefin mit einem Rollstuhl in den Hof schiebt.
Nun husten sie beide um die Wette 🤩 .
Irgendwie peinlich und respektlos, dieses Vieh….. 😎

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Der Innenhof der Pension

Nun muss ich wieder diesen unangenehmen Weg zum Spital unter die Füsse nehmen.
Ich hasse ihn 😈 .
Nicht, dass ich irgendwie angequatscht werde oder so - man beachtet mich nicht mal, obwohl ich weit und breit die einzige Weisse bin - aber es liegt einfach zuviel Unrat rum 😠 .

Nachdem die Sicherheitskontrolle am Eingang bei mir nichts Verdächtiges gefunden hat, lässt man mich das Spital betreten. Es ist ein relativ weiter Weg bis zu Tonis Zimmer. Auch auf jeder Etage sitzen Leute, die genau schauen, wer da ein- und aus geht und dann einen Knopf drücken, bevor sich die Abteilungstür öffnet.

Toni erwartet mich schon sehnsüchtig. Er ist schon sehr schwach und hat keine Chance, ohne Hilfe das Bett zu verlassen - und was mich am meisten beelendet - er kann nicht mal den Kopf heben, wenn er ganz flach liegt 🙁 🙁 🙁 .
Glücklicherweise ist sein Bett elektrisch verstellbar, sodass er sich aufsetzen kann. Ach, was ist nur aus meinem Mann geworden. Zu einem Häufchen Elend und völlig hilflos hat ihn diese Krankheit gemacht 🙁 .


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Tonis Zimmer mit dem Handy aufgenommen

Da Toni ja nun nicht mehr künstlich ernährt wird, darf er jeweils aus einer sehr langen Liste sein Menue selbst zusammenstellen. Erstaunlich, wie gut das Essen schmeckt.
Da mein Mann nämlich fast keinen Hunger hat, ess ich ihm den ganzen Rest weg 😄 😛 .

Toni hat eine persönliche Betreuerin zugeteilt gekriegt, die nur für ihn da ist. Welch ein Luxus! Sie hat ihm sogar seine Kleider gewaschen 😘 ! Unglaublich 🙂 ! Überhaupt ist hier alles sehr persönlich. Zweimal pro Tag kommen Ärzte um sich nach dem Befinden des Patienten zu erkundigen und um diverse Tests zu machen und Doktor Hooker misst jeden Tag mit einem Hämmerchen die Reflexe. Ganz zu schweigen von den vielen zusätzlichen Messungen und Untersuchungen, die man täglich zum Teil mehrmals an ihm vornimmt. Auch wird er zweimal täglich mit dem Rollstuhl von einem Therapeuten zwecks Muskeltraining in den Kraftraum gebracht 😁 .

Da ich mir bei der Packerei in Arusha mehrere Fingernägel abgebrochen habe, werden dieselben für mich nun richtig zum Problem 😠 , da ich nämlich mit den ausgefransten Dingern überall hängen bleibe und da Toni am Nachmittag eh zur Therapie abgeholt wird, entschließe ich mich, per Taxi in den nächsten Supermarkt zu fahren, um mir eine Nagelfeile zu besorgen.

Am Spitaleingang steht ein Tisch mit einem Taxi-Täfelchen drauf. Kaum nachgefragt, bietet sich Albert für eine Fahrt an. Nachdem er sein Taxi vor den Eingang geholt hat, steige ich ein und er bringt mich zu einem kleinen Nakumatt ganz in der Nähe. Leider finde ich im ganzen Gebäudekomplex keine Nagelfeile 😈 😈 😈 .
So fährt mich Albert zu einem grösseren Nakumatt, wo ich dann endlich nach langem Suchen zu der verflixten Nagelfeile komme 🤪 . Da der sehr nette Albert eh nicht viel zu tun hat, fährt er mit mir noch etwas in Nairobi rum und zeigt mir auch das Westgate Shoppingcenter, welches vor nicht allzu langer Zeit von Terroristen gestürmt und teilweise zerstört wurde. Man ist fleißig am Wiederaufbau, sodass es gemäß Albert in Bälde fertig gestellt sein wird.

Zurück in Tonis Zimmer, möchte ich ihm gleich die Nagelfeile zeigen, aber das Ding ist unauffindbar 😮 , wahrscheinlich im Taxi verloren 🤢 .
So ein Mist 😠 . Die Feile ist weg 😈 .
Zwei Stunden für nichts verplempert und Albert ist natürlich schon längst über alle Berge 🤢 .

Den Rest des Nachmittags verplaudern wir, bis Toni müde wird und einschläft. Ich schlendere noch ein wenig durch die wunderschöne und sehr gepflegte Spitalanlage und bestaune die liebevoll angelegten Blumengärten und die lauschigen, schattigen Sitzgelegenheiten.

Dann marschiere ich wieder mit Todesverachtung auf dem verhassten Sch….weglein 😠 zu meiner Unterkunft. Kaum im Zimmer angekommen, ruft eine Ärztin vom TCS an. Sie teilt mir mit, dass wir in drei Tagen von einem Ambulanzjet der Schweizerischen Rettungsflugwacht Rega nach Hause geholt werden 🙂 🙂 🙂 . Ich dürfe natürlich auch mit 🤪 . Um die Kosten müsse ich mir keine Sorgen machen, die werden von der Versicherung übernommen. Das muss ich natürlich gleich Toni mitteilen. Er freut sich unbeschreiblich über diese Nachricht.

Pünktlich um 18.00 Uhr, wenn der Generator im Severin Safari Camp eingeschaltet wird, ruft wie jeden Tag Manja per Skype an 😘 . Sie ist auch sehr erleichtert, dass wir bald ausgeflogen werden und freut sich riesig über die gute Nachricht.

Mit diesem Lichtblick ist nun für mich das Alleinsein in der Pension einigermaßen erträglich geworden 🙂 😁 .

Fortsetzung folgt………………….

Teil 4115. Juni 2015

Azee Gästehaus, Nairobi, 25. Januar 2015
Seit ich in Nairobi bin, kann ich endlich wieder etwas besser schlafen. Mein Zimmer ist dem Innenhof zugewandt, sodass ich eigentlich nicht viel vom Strassenlärm mitbekomme.

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Gegen vorne raus sieht‘s so aus. 🙂

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Wenn ich das Schlafzimmerfenster gegen hinten raus öffne, sieht‘s so aus 🙁 .
Die graue Mauer widerspiegelt in etwa meinen Gemütszustand der letzten Wochen. 😐

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Blick vom Schlafzimmer aus gegen oben 🤨 . Doch wieder ein Lichtblick 😁 .

Nach dem Frühstück bezahle ich nochmals zwei Nächte. Ich bin froh, dass ich hier bald wegkomme, aber auch Dr. Hooker hat mir bestätigt, dass dieses Gästehaus wirklich die einzige Unterkunft ist, die so nahe am Aga Khan Hospital liegt. Irgendwie werde ich‘s schon überleben, wenn‘s mir auch wirklich ziemlich stinkt 😣 .

So nehme ich auch heute Morgen mit Todesverachtung dieses verhasste Weglein unter die Füsse und marschiere in Richtung Spital. Dabei verklemmt sich eine Glasscherbe zwischen dem Schuhriemchen und meiner Zehe 🤢 , aua-aua 😈 . So, nun bin ich verletzt und brauche dringend ein Pflaster. 😠
Also wirklich, die könnten hier mal ein wenig den Besen schwingen und die Scherben und den Bauschutt wegräumen 😠 .

Toni sieht heute schon viel besser aus. Wahrscheinlich gibt ihm die Gewissheit, bald nach Hause geflogen zu werden enormen Auftrieb. Seine Verteilerstation unterhalb des Schlüsselbeins mit den sechs Steckdosen ist nun von einer Ärztin entfernt worden 🙂 . Toni erzählt, wie das abgelaufen ist. Sie kommt ins Zimmer, streckt ihre Arme aus, die Krankenschwester nimmt ihr das Handtäschchen von der Schulter, bekleidet sie mit grünen Gewändern inkl. Mundschutz und streift ihr drei Paar Handschuhe über 🙂 . Dann werden die Anschlüsse bei Toni entfernt und schlussendlich werden die grünen Gewänder, Mundschutz und Handschuhe wieder ausgezogen 😁 und das Handtäschchen wieder über die Schulter gehängt 🤩 .

Um die Mittagszeit ruft dann auch tatsächlich ein Arzt von der Rega (Schweizerische Rettungsflugwacht) an um zu bestätigen, dass wir übermorgen Abend um ca. 22 Uhr von einem Ambulanzjet abgeholt und in die Schweiz geflogen werden 🤪 . Er möchte nebst diversen Details auch die Anzahl und das Gewicht unserer Gepäckstücke wissen und wie schwer Toni und ich sind.
Ich möchte auch hier bei dieser Gelegenheit wieder mal dankbar erwähnen, wie sehr man sich von der Schweiz aus um uns gekümmert hat 🙂 🙂 🙂 .

Nach dem Mittagessen besorge ich einen Rollstuhl, um Toni an die frische Luft zu bringen und ihm das schöne Spitalareal zu zeigen. Die Pflegerin möchte unbedingt den Rollstuhl schieben 😵 und lässt sich kaum abschütteln 🙁 . Erst als ich ihr eindringlich erkläre, dass ich mit meinem Mann allein sein möchte, gibt sie nach 😁 und schärft mir aber ein, sie anzurufen, sobald wir wieder ins Zimmer zurück möchten. So schieb ich meinen Mann durch den weitläufigen Spitalgarten und die endlosen Korridore der zahlreichen Abteilungen und zeige ihm, wo er überhaupt gelandet ist.

Da um 15.00 Uhr Physiotherapie angesagt ist, ruf ich die Pflegerin an, damit sie zum vereinbarten Treffpunkt kommt. Nun möchte sie wieder unbedingt schieben 😵 . Allerdings müssen wir eine ziemlich steile, lange Rampe hoch, wo sie dermassen arg ins Schnaufen kommt 😕 , dass ich sie am Hintern schieben muss 😮 . Pflegerin schiebt Rollstuhl 🙄 , ich schiebe Pflegerin 😄 . Oben angekommen, setzen wir uns erst mal hin und lachen uns halb tot 🤩 .

Der Therapeut wartet bereits in Tonis Zimmer und fährt ihn dann in den Kraftraum. Ich schaue zu und bringe ihn danach wieder auf‘s Zimmer. Er ist von den paar Kraftübungen so sehr erschöpft, dass er bald darauf einschläft 🙁 .

So marschiere ich halt dann die ungemütliche Strecke zurück in meine Unterkunft 🙁 .

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Mein Bett

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Mein „Büro“

Der Abend verläuft wie immer. Unseren Lokalsender Radio Argovia übers Internet hören, E-Mails des TCS und der Rega beantworten, mit Manja skypen und meinem Nachbarn, dem Pakistani zuhören wie er bis in alle Nacht mit seiner Familie skypt und Kinderlieder singt 😄 .

Das Klima hier in Nairobi ist übrigens wunderbar. Die Tagestemperaturen liegen etwa bei 28 Grad und nachts kühlt es auf ca. 17 Grad ab.

Fortsetzung folgt…..

Teil 4218. Juni 2015

Azee Gästehaus, Nairobi, 26. Januar 2015
Nach dem Frühstück marschiere ich wieder mit Todesverachtung auf dem fussgängerfeindlichen Weglein ins Spital zu Toni. Seine Tasche habe ich mit dabei, damit wir für morgen schon mal ein paar Sachen einpacken können.

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Links der Start meines täglichen Fussweges vom Gästehaus zum Spital

Als Toni mit dem Rollstuhl zur Therapie abgeholt wird, gehe ich in der Zwischenzeit kurz raus, um den Spital-Frisörsalon zu suchen, wo ich hoffentlich endlich eine Nagelfeile finde.
Und tatsächlich!!! 🤩
Die haben eine im Angebot!!! 🤩
Ah, endlich, endlich!!! 🙂
Da fährt man mit dem Taxi wegen einer blöden Nagelfeile stundenlang durch Nairobi um sie dann zu verlieren 😠 , und dabei gibt es die Dinger auf dem Spitalareal zu kaufen, na bravo. Während ich mich zur nächsten Parkbank begebe um meine ausgefransten Fingernägel zu feilen, kommt Albert, mein Taxifahrer daher und erzählt mir ganz aufgeregt, dass er meine Nagelfeile in seinem Fahrzeug gefunden habe 😁 . Ich zeig ihm meine Neue und sag ihm, dass er die Alte als Andenken an mich behalten dürfe 😁 .
Bei der Gelegenheit bestell ich ihn gleich für morgen um 11.00 Uhr zum Gästehaus, wo er mich mitsamt meinem Gepäck abholen und zum Spital bringen kann.

Im Fitnessraum, finde ich Toni etwas blass und verdattert auf einer Liege vor 🙄 . Er sei während einer Übung gestürzt, habe sich aber glücklicherweise nicht weh getan. Das sei so schnell gegangen, dass der Therapeut keine Zeit mehr gehabt habe, ihn aufzufangen 🙁 . Nun möchte er nur noch in sein Zimmer.

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Aussicht von Tonis Zimmer

Das wirklich hervorragend schmeckende Mittagessen nehmen wir gemeinsam ein, das heisst, Toni isst ein bisschen und ich nehm den Rest 😛 .

Nach der Arztvisite äußert Toni den Wunsch, wieder mal richtig zu duschen. Schliesslich ist sein Zimmer mit einer modernen, behindertengerechten Dusche ausgestattet. Beim Gehen ist er schon sehr unsicher, aber mit Hilfe der Pflegerin und mir schafft er die paar Schritte dort hin, wo er sich an verschiedenen Griffen festhalten kann. Als die Pflegerin sieht, dass ich mich ausziehe 🙄 - ich möchte ja keine nassen Klamotten kriegen 😗 - kommt sie mit einem monströsen, blütenweissen Bademantel daher und verlangt, dass ich den anziehe. Es gibt keine Widerrede 😠 . Also zieh ich ihn halt dem Frieden zuliebe an. Kaum ist sie endlich vor der Tür - was einiger Überzeugungskünste bedarf - zieh ich den Bademantel wieder aus 😛 , entkleide Toni, seife ihn von Kopf bis Fuss gründlich ein, dusche ihn schön ab und nach dem Abtrocknen helfe ich ihm ins Bett und creme ich ihn - verfolgt von den argwöhnischen Blicken der Pflegerin 😵 - tüchtig ein. Er hat nämlich vom Spital eine ganze Pfundbüchse nach Petrol riechende Pflegecrème mit seinem persönlichen Namen drauf auf dem Nachttisch stehen.


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Toni frisch geduscht und blitzsauber mit der Spitalhose, Einheitsgrösse XXXXXL 🤩 .
Halt leider wieder nur mit dem Handy aufgenommen, da ich meine Kamera nicht auch noch mit mir rumschleppen wollte. Aber ich liebe dieses Bild trotzdem sehr 😘 .

Nachdem der Therapeut schon wieder parat steht um Toni abzuholen, verabschiede ich mich und nehme zum letzten Mal dieses verhasste Weglein zur Pension unter die Füsse. Morgen werde ich von Albert gefahren 🙂 . Oh Mann, bin ich froh 🙂 .

Leider haben wir nun keinen Strom in der Unterkunft, was bedeutet, dass das Internet nicht funktioniert 😐 . Nach zwei Stunden ist er aber glücklicherweise wieder da, sodass ich meine E-Mails abrufen kann. Der TCS meldet, dass uns die Bodenambulanz morgen um ca. 18 Uhr vom Spital abholen und zum Jomo Kenyatta Flughafen bringen werde 🙂 . Ausserdem erfahre ich, in welches Spital Toni nach unserer Ankunft in der Schweiz gebracht wird.

Später ruft nochmals jemand an um zu fragen, ob unser Fahrzeug ebenfalls nach Hause geschafft werden müsse 😮 . Ich schlucke kurz, überlege zwei Sekunden und sage NEIN, das Auto bleibt in Afrika. Vielleicht hab ich mit dieser Antwort ein Eigentor geschossen 😕 , denn so billig würden wir unseren Wagen nie mehr zurück in die Schweiz bringen können.
Aber der Gedanke, nie mehr damit in Afrika rumzureisen, ist für mich einfach unerträglich 🙁 🙁 🙁 .

Nur noch einmal schlafen und dann geht‘s endlich nach Hause. 😁

Fortsetzung folgt…….

Teil 4320. Juni 2015

Rückflug von Nairobi in die Schweiz, 27. Januar 2015
Obwohl ich meinen Taxifahrer Albert erst auf 11 Uhr bestellt habe, bin ich zeitig auf. Geschlafen habe ich vor lauter Vorfreude nur sehr wenig. Nach dem Duschen packe ich alles zusammen und gehe frühstücken.

Da ich‘s kaum erwarten kann, von hier wegzukommen, bin ich schon viel zu früh fertig und schlage mir irgendwie die Zeit um die Ohren.

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Das Azee Gästehaus, meine Unterkunft für vier endlos lange Nächte.

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Strelitzie

Pünktlich um 11 Uhr trifft Albert mit dem Taxi ein. Die Fahrt durch den Stossverkehr zum Spital dauert viel länger, als wenn ich zu Fuss gegangen wäre 🤨 . Da ich ja nun meine Kamera dabei habe, mache ich vom Fahrzeug aus ein paar Fotos vom Aga Khan Hospital, wo Toni nun bereits seit dem 16. Januar liegt.

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Das Aga Khan University Hospital, Nairobi 🙂

Dass ich das Spital fotografiert habe, ist nicht unentdeckt geblieben 😮 , denn bei der Einfahrt aufs Gelände kriege ich von einem Sicherheitsmann einen strengen Rüffel 😵 . Das Fotografieren des Spitals sei strengstens verboten, sagt er. Naja, ich nehm das nicht so ernst, aber Albert ist‘s irgendwie peinlich 😊 . Ich sage dem Sicherheitsfritzen, dass auf dem gesamten Spitalareal an jeder Ecke Rauchverbotstafeln angebracht seien - was mich eh nervt 😠 , da ich ja Raucherin bin - aber von einem Fotografierverbot hätte ich nirgends was gesehen. Kann ja sein, dass er sich nur etwas wichtig machen wollte 😏 .

Albert hilft mir, den schweren Koffer zu tragen. Am Gebäudeeingang wird mein gesamtes Gepäck inkl. Handrolli und Handtasche genau kontrolliert und nachdem man keine Bombe darin gefunden hat 😎 , bringt mich Albert bis vor Tonis Zimmer. Danke Albert und immer schön an mich denken, wenn du deine Fingernägel feilst 😄 .

Toni und ich schlagen uns nun die Zeit mit Quasseln tot, denn es ist ja noch lange nicht 18 Uhr. Nach und nach kommen die Ärzte und das Pflegepersonal, die sich so super um Toni gekümmert hatten um sich von uns zu verabschieden. Und falls es euch interessiert - es ist kein einziger Europäer darunter. Weder Toni noch ich haben in diesem Spital je einen europäischen Arzt gesehen. Es funktioniert also auch ohne 🙂 - um das mal erwähnt zu haben 🙂 . Der Chefarzt und der Neurologe Dr. Hooker zum Beispiel sind Inder, aber es sind auch sehr viele schwarze Ärzte dabei. Wir sind ihnen noch heute sehr dankbar dafür, dass sie das GBS bei Toni so schnell erkannt, und umgehend mit der äusserst wichtigen, aber sehr teuren Immunglobulin-Therapie begonnen haben. Diese Krankheit kann nämlich lebensgefährlich sein, wenn die Hilfe zu spät kommt. Da wir in der Zwischenzeit mit mehreren Betroffenen Kontakt hatten, wissen wir, dass das nicht selbstverständlich ist und dass bei ihnen bis zur richtigen Diagnose oft wertvolle Zeit verloren gegangen war.

Der Therapeut holt Toni ein letztes Mal ab, um mit ihm im Fitnessraum einige Kraftübungen zu machen.

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Hier der Schaumstoffball 🙂 , den Dr. Hooker Toni geschenkt hat 😁 , damit er seine Handmuskeln trainieren kann.
Toni hat vorläufig noch keine Chance, den Ball nur ansatzweise zusammenzudrücken 🤨 .

Die Zeit vergeht sehr schleppend, aber die vereinbarte Abholzeit 18 Uhr rückt trotzdem immer näher. Um 19 Uhr erkundige ich mich, ob man uns vergessen habe 😕 , aber es heisst, dass wir uns keine Sorgen machen müssen, der Krankenwagen sei bereits unterwegs. Endlich, kurz nach 20 Uhr betreten eine Ärztin und ein Arzt von Amref Health Africa das Zimmer. Toni wird umgebettet und zusammen mit unserem Gepäck und mir in den bereitstehenden Krankenwagen gebracht. Jetzt wird‘s dann langsam knapp, da der Ambulanzjet ja für 22 Uhr erwartet wird und wir erfahrungsgemäss für die Fahrt zum Flughafen mindestens zwei Stunden einplanen müssen.

Die zwei Ärzte sitzen hinten im Krankenwagen bei Toni und ich darf neben dem Fahrer Platz nehmen 🙂 .
Der Kerl mit dem mächtigen Unterkiefer fährt ganz anständig und gesittet aus dem Spitalgelände, biegt links auf die Hauptstrasse ab und nach ein paar Metern grinst er mich an, drückt auf einen Knopf, die Sirene heult und dann gibt er Gas 🤩 und fährt wie ein Irrer durch Nairobi in Richtung Jomo Kenyatta International Airport 🙂 . Dabei spielt es ihm keine Rolle, auf welcher Strassenseite er fährt. Wenn es ihm zu langsam geht, überquert er kurzerhand die Grünflächen 🤩 und rast als Geisterfahrer auf der Gegenseite weiter 🤩 . Dabei verstellt er je nach Dringlichkeitsstufe immer wieder den Sirenenton. Ein paar Mal fährt er auch auf Gehwegen 😄 neben der Fahrbahn und verscheucht mit lautem Sirenengeheul die verschreckten Fussgänger, die entsetzt auf alle Seiten auseinanderstieben 😮 . Als er dann noch von der verkehrten Seite in einen Kreisel fährt, erwischt er fast einen Polizisten 😣 , der krampfhaft und verzweifelt versucht, ein wenig Ordnung ins Chaos zu bringen. Ab und zu schaut er grinsend zu mir rüber und ich grinse zurück 🙂 . Ja, ich gebe ehrlich zu, dass mir diese Fahrt richtig Spass macht 😎 . Durch ein kleines Fenster kann ich Toni sehen, der gut angebunden auf der Bahre liegt, mit dem Arzt plaudert und gar nicht so richtig mitkriegt, was da so vor sich geht. Die Ärztin studiert abwechslungsweise Tonis Krankendossier oder spielt mit ihrem Handy.

Nach einer Rekordzeit erreichen wir, nachdem der Wahnsinnige einfach laut gestikulierend zwei Sicherheitsschranken umfährt 😵 , das Flughafengelände. Eine Betreuerin vom Amref steigt zu und verlangt unsere Pässe. Ein Stück weiter halten wir nochmals an und die Betreuerin geht mit mir zur Passkontrolle, wobei sie erst ihre Schuhe ausziehen und aufs Band legen muss 😏 . Sie schildert dem Beamten unseren Fall, wobei ich außer „Private Jet“ nichts weiter verstehe, aber das reicht für eine Spezialbehandlung seitens des Beamten 😁 . Er stempelt umgehend unsere Pässe ab und kommt dann noch mit zum Ambulanzfahrzeug, wo er Toni gute Besserung und schönen Heimflug wünscht und ein wenig mit den Äzten plaudert.

Seit unserer Abfahrt im Spital ist nun genau eine Stunde vergangen und wir sind bereits abgefertigt 😮 . Meine Taxifahrt mit Julius bei meiner Ankunft in Nairobi dauerte bei der selben Strecke damals gut zwei Stunden - und das auf Schleichwegen.

Nun rollen wir zu einer Einfahrt, die extra für uns von einem Sicherheitsmann aufgeschlossen wird und parkieren zwischen ein paar Flugzeugen, um auf den Rega-Jet zu warten. Es dauert nicht lange, bis die Meldung kommt, dass der Flieger in ca. 15 Minuten landen werde, was dann auch stimmmt 🙂 🙂 🙂 .
Zuerst wird er aufgetankt und dann kriegen wir grünes Licht und fahren direkt neben die Challenger.

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Ich bin schon etwas gerührt und muss mir die Tränen verkneifen 😐 .
Rega steht in grossen Buchstaben drauf, Swiss Air-Ambulance und ein grosses, rotes Schweizer Kreuz.
Ein Stück Heimat. Die Retter sind angekommen. Bald werden wir daheim sein. Auch Toni ist sichtlich ergriffen und freut sich ungemein.

Kurz darauf kommen eine Rega-Ärztin und eine Krankenpflegerin ins Ambulanzfahrzeug um sich vorzustellen und hallo zu sagen. Die Amref-Ärzte übergeben ihnen Tonis Krankendossier inkl. Röntgenbilder und eine grosse Tüte verschiedene Medikamente als „Wegzehrung“. Auch die vier Piloten stellen sich uns vor und begrüssen uns sehr herzlich. Sie kommen mit einer Patientin direkt aus Sri Lanka und haben nun noch den Umweg über Nairobi gemacht um uns mitzunehmen.

Toni wird auf eine andere Liege umgebettet, gut angebunden und über eine Rampe in den Jet verfrachtet. Dann wird er mit Sauerstoff versorgt und an verschiedene Überwachungsgeräte angeschlossen.

Gegenüber liegt die Patientin aus Sri Lanka mit angebrochenem Genick. Sie ist so fixiert, dass sie sich nicht bewegen kann. Eine grosse Welle hat sie scheints erfasst und mit voller Wucht an Land geschleudert. Ihr Mann sitzt auch im Flugzeug.

Um 23.30 Uhr hebt der Ambulanzjet der Rega ab.

Ich bin traurig und erleichtert zugleich. 🙁 🙁 🙁 🙂 🙂 🙂
Auf Wiedersehen Kenia.

Fortsetzung folgt………….

Teil 4424. Juni 2015

Nairobi/Kenia - Zürich-Kloten/Schweiz, 28. Januar 2015
Mein Gegenüber, der Mann der Patientin ist sehr schweigsam. Nach einigen Versuchen, mit ihm ins Gespräch zu kommen, gebe ich auf. Wahrscheinlich ist er sauer, weil der Jet unseretwegen den Umweg über Nairobi fliegen musste, oder vielleicht stinkt es ihm auch, dass er wegen des Unfalls seiner Frau die Ferien abbrechen musste 😵 .

Die Ärztin und die Krankenschwester sind fast immer bei den Patienten. Und auch wenn sie sich mal kurz hinsetzen springen sie sofort auf, sobald ein Überwachungsgerät piepst und es piepst relativ oft.

Der Ambulanzjet ist eine Bombardier - Challenger CL 604. Es sind vier Piloten im Einsatz, da der Flug insgesamt über 24 Stunden dauert. Bei einem Einsatz bis höchstens 12 Stunden müssen es laut Gesetz zwei sein, bei 18 Stunden drei und bei 24 Stunden - wie in unserem Fall - eben vier.

Einen Cateringservice wie in einem Passagierflugzeug gibt es nicht. Die Mannschaft holt sich die Verpflegung selbst aus dem Kühlschrank. Ich darf zwischen verschiedenen Früchtejogurts auslesen und bekomme auch ein Brötchen. Dazu gibt’s Kaffee und Wasser. Hunger hab ich eh keinen, vielmehr kann ich‘s kaum erwarten, endlich daheim anzukommen. Die Patienten kriegen wegen der Verschluckungsgefahr gar nichts.

Um 03.00 Uhr machen wir einen Tankstop auf Kreta. Um 03.35 Uhr sind wir wieder in der Luft und um 06.20 Uhr landen wir nach 9 Stunden endlich in Zürich-Kloten. Die Maschine rollt mit uns direkt in den Rega-Hangar.

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Toni wird mitsamt der Liege die Rampe runtergelassen und ins bereits wartende Ambulanzfahrzeug verfrachtet, welches ihn direkt nach Aarau ins Kantonsspital bringen wird. Ich habe nur ganz kurz Zeit, mich von ihm zu verabschieden.

Tonis Schwester fährt mich nach Hause. Daheim angekommen, muss ich mich erst mal sammeln. Nun bin ich schon wieder allein, aber wenigstens in den eigenen vier Wänden.
DER ALPTRAUM IST ZU ENDE

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Zum Schluss noch ein kurzes Update:

Toni wurde wie bereits erwähnt am 28. Januar nach der Landung ins Kantonsspital Aarau gebracht. Da man sich scheinbar doch nicht ganz sicher war, ob er eine ansteckende Krankheit einschleppt 😵 , wurde er isoliert 😐 . Anfänglich hatte er echtes Heimweh nach Nairobi 🙁 . Dr. Hookers fröhlich lachender, roter Schaumstoff-Ball lag immer in Sichtweite 😁 .
Für mich war die Entfernung zum Spital ziemlich stressig, da ich jeden Tag hin und zurück ca. 100 km zurücklegen musste.

Am 6. Februar wurde Toni mit dem Krankenwagen in die nur 7 km von uns entfernte RehaClinic nach Bad Zurzach verlegt. Er konnte zu dem Zeitpunkt noch nicht ohne Hilfe aufstehen.

Als ich an seinem Geburtstag am 3. März an sein Bett trat, konnte Toni zum ersten Mal seinen Kopf anheben. 😁 Das war für mich ein unbeschreiblicher Glücksmoment. 🙂 🙂 🙂

Am 22. März wurde sein Rollstuhl gegen einen Rollator eingetauscht. 🙂

Am 31. März hat er den Rollator abgegeben. 🙂

Am 11./12. April durfte er zum ersten Mal über‘s Wochenende nach Hause, hat den Rasen gemäht und ist eine kleine Runde mit meinem Smart gefahren. 🤩

Am 24. April wurde Toni aus der Reha entlassen. 😘

Gewichtsverlust:
Toni 15 kg 🙂
ich 5 kg 🙁

Ganz der Alte ist Toni noch nicht, aber…….

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Kopf hoch mein Schatz, das wird schon wieder. Mit etwas Training wirst du bald wieder so fit sein, wie früher.
😎 😉 🤩 😎 😉 🤩


Liebe Grüsse und danke für alle netten Kommentare und auch für‘s fleissige Dankeknopf-Drücken.

Erika + Toni

Eine Reise wird zum Alptraum von Erika

Quelle: www.namibia-forum.ch/forum/thema/285693-eine-reise-wird-zum-alptraum

Stand: letzter Berichtsteil vom 24. Juni 2015

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