Namibia als Backpacker erkunden

8 Antworten · 3'329 Aufrufe · gestartet 20. Jan. 2015 von Haventrus
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Themenstarter11 Beiträge · seit 201420. Jan. 2015 · #1
Hallo, hat jemand von euch zufällig Erfahrungen als Backpacker in Namibia?

Ich liebe das Land und möchte es nun endlich mal als Backpacker erkunden. Jedoch frage ich mich, in wie weit das Land Backpacker-tauglich ist.
Bisher bin ich hier alles relativ organisiert angegangen.
Aber es wird Zeit, im nächsten Jahr, mal wieder eine Backpacking Tour zu machen.
Abenteuer!!!! 😛

Freue mich auf Erfahrungenswerte von euch.
Grüße
33,1k Beiträge · seit 200620. Jan. 2015 · #2
Hi Haventrus,

ich bin kein Backpacker und habe somit keine Erfahrung, lebe aber dafür in Namibia. Ich würde sagen, dass Namibia dafür kaum geeignet ist. Außer in den großen Städten mangelt es an Backpacker-Unterkünften, zudem ist das Transportnetz nicht für Backpacker ausgebaut. Du wirst nur sehr wenig Ziele mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen, darunter noch viel weniger touristische.

Viele Grüße aus Windhoek
Christian
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7'296 Beiträge · seit 200620. Jan. 2015 · #3
Hallo,

wie Christian schon sagt, gibt es besser geeignete Länder dafür, aber unmöglich ist es nicht.

In den Backpackerunterkünften findet man Gleichgesinnte und kann sich ja auch mal für einige Tage ein Auto mieten oder bei Leuten, die mit Auto unterwegs sind und noch Platz haben, gegen Kostenbeteiligung 1-2 Tage mitfahren. Wenn ich mit dem Auto unterwegs war, habe ich selbst Leute mitgenommen und mit dem Rad habe ich auch mal auf 'nen Pickup aufgeladen, wenn ich die gleiche Strecke wie den Hinweg hätte zurückfahren müssen/wollen (z.B. von den Epupa Falls nach Opuwo).

Per Anhalter fahren klappt am besten ab Tankstellen, aber dennoch kann es sein, dass man mal ein paar Stunden wartet. Als Frau (Du hast leider Dein Geschlecht nicht angegeben) würde ich das aber nicht unbedingt machen wollen, als Mann ist es Ansichtssache. Viele raten auch in dem Fall davon ab. Dann kommst Du aber wirklich kaum abseits der Asphaltstraßen irgendwo hin.

Ohne Zelt würde ich es auch nicht machen wollen.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
568 Beiträge · seit 201421. Jan. 2015 · #4
Die große Frage ist eben, wo will bzw. wo kommt man hin?
Mitnahmegelegenheiten gibt es außerhalb der Rennbahn Windhoek-Swakopmund an Wochenenden, oder mal auf einem Truck auf der B1 nur durch lokale Farmer und eben Touristen.

Hat man Zeit, sich treiben zu lassen, können dabei interessante Entdeckungen herauskommen,
sollte dann aber ausserhalb der Hauptreisezeiten sein.
Sonst ergibt sich ein heftiges Übernachtungsproblem.

Hast du allerdings den Dusel, dass dich der Chef einer (Gäste-)Farm aufliest und dich in einem ohnehin unbenutzten Zimmer wohnen lässt, kannst du auch mal Zäune kontrollieren und flicken gehen etc.
Das bietet dann Einblicke, die sonst eher selten sind.

War nie als Backpacker in Namibia, habe aber Leute getroffen, die für sowas offen wären.
Habe schon Zäune kontrollieren, die Buchhaltung durchsehen und ähnliche Dinge tun dürfen.

Da lebte der alte Backpacker-Geist schon erfolgreich auf. Sich einlassen und so...
Logistisch bleibt es eine Herausforderung. Hält die meisten ab, andere suchen es gerade.

Auch ohne Toyota: "nichts ist unmöglich"...

Viel Glück auf deinen Touren, wo auch immer!
7'296 Beiträge · seit 200621. Jan. 2015 · #5
Randfontein schrieb:Hat man Zeit, sich treiben zu lassen, können dabei interessante Entdeckungen herauskommen,
... Zeit dürfte in der Tat wichtig sein. Mal schnell als Backpacker die gleiche Route in drei Wochen abreisen wie ein "normaler" Tourist dürfte nur schwer bis nicht möglich sein. Zu zweit zu reisen setzt die Chance auf ein Reisen per Anhalter noch einmal deutlich herab. Dann ist einfach mehr Platz im Fahrzeug nötig und die meisten Touristen haben den nicht bzw. mehr Angst vor zwei Leuten als vor einer Person.

Das Zelt hatte ich erwähnt, weil man damit auch mal abseits einer üblichen Unterkunft übernachten kann - bei einer Farm, die keine Gästefarm ist, auf Polizeistationen, Geländen von Hospitälern, Waisenhäusern, Schulen usw.. Ich habe das schon häufig gemacht, wenn keine richtige Unterkunft vorhanden war.
Wir sind damals von Swakopmund nach Walvis Bay zu Fuß aufgebrochen, um das dorthin verschiffte Fahrzeug abzuholen. Schon wenige Meter nach dem Ortsende hat das erste Fahrzeug angehalten, ein bereits überfülltes Auto mit lauter Schwarzen. In ein so volles Auto wollten wir uns nicht noch reinklemmen und sind zu Fuß weiter. Drei Minuten später hielt ein Pickup. Das Mitfahren auf der Ladefläche ist meines Wissens offiziell verboten, war aber üblich. Natürlich ist es nicht ungefährlich.
Kann aber auch sein, dass man Stunden wartet, bis jemand anhält.

Als Backpacker ist man in Südafrika oder Malawi, aber auch im westlichen Afrika wie z.B. Ghana oder Kamerun einfacher unterwegs als in Namibia. In Westafrika bekommt man auch gleichzeitig mehr "richtiges Afrika" mit. Da gibt's dann auch keine so großen Supermärkte mehr oder überall Schnitzel, sondern man isst Reis mit Bohnen, Kochbananen oder Maisbrei in kleinen Holzhütten und manchmal mit der Hand. Dafür gibt's dann wiederum nicht die tolle Landschaft, die Namibia so bietet.

Für das mit reichlich Ausrufezeichen geschmückte "Abenteuer" des Threadstarters würde ich Westafrika als Reiseziel empfehlen.
Wenn es denn Namibia sein soll, sollte reichlich Zeit im Gepäck sein. 😉

Gruß
Wolfgang
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Themenstarter11 Beiträge · seit 201422. Jan. 2015 · #6
Hey, toll. Vielen Dank für die klasse Antworten!
Ich hätte insgesamt etwa 3 Monate Zeit und es müssen nicht die klassischen Spots sein, die ich anreisen muss.
Gerade das normale Leben abseits der typischen Wege ist für mich interessant.

Danke für den Tipp mit dem "kleine Arbeiten machen + dafür dort unterkommen".
Das kann ich mir echt gut vorstellen. Ist natürlich sicherlich auch ein bisschen Glück dabei da jemanden zu finden.

Bisher hatte ich noch nicht geplant dort zu campen. Hab mich auch schon mal über eine Packliste informiert. Gibt es zu der hier noch was hinzuzufügen, was ich speziell in Namibia gebrauchen könnte, was dort fehlt? http://www.tripaholic.de/backpacker/backpacker-packliste/
Mir ist klar, dass ich in meinem Backpack nicht alles mitnehmen kann, finde sone Liste aber hilfreich, damit man nichts vergisst.

Wenn ich jetzt natürlich zusätzlich Camping Equipment mitnehmen möchte, bin ich natürlich gleich schwerer bepackt.
Aber ihr würdet mir das "zur Sicherheit" empfehlen?

Ansonsten ist mir noch in den Sinn gekommen, so einen kleinen Camper-Van zu mieten. Findet man das dort gut zum Kauf oder Miete und bekommt man auch wieder gut weg?
Dann hätte ich das Problem mit der Unterkunft nicht wirklich.
🙂

Freue mich schon auf weiteres Feedback.

Nachtrag: ich bin männlich 😉
zuletzt bearbeitet 22. Jan. 2015
33,1k Beiträge · seit 200622. Jan. 2015 · #7
Hallo Haventrus,

drei Monate ist eine schöne Zeit und ich will Dir auch nicht die Lust an Namibia nehmen, aber schau Dir mal eine Karte und einen Reiseführer an.
Gerade das normale Leben abseits der typischen Wege ist für mich interessant.
bei unseren paar Einwohner und der Größe des Landes ist was "typische Leben" eben sehr weit auseinander. Ich würde mich an Deiner Stelle dann eher im hohen Norden bewegen, wo alles etwas "afrikanischer" zugeht, mehr Menschen zu finden sind und es dichter besiedelt ist.
Ansonsten ist mir noch in den Sinn gekommen, so einen kleinen Camper-Van zu mieten. Findet man das dort gut zum Kauf oder Miete und bekommt man auch wieder gut weg?
Miete ja, ist aber teuer und Kauf auch ja, aber plane einen Monat für Kauf und vor allem Verkauf ein. Willst Du Dir das "antun"?
Du kommst ohne Fahrzeug auch kaum in einen Nationalpark rein etc.

Viele Grüße aus Windhoek
Christian
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7'296 Beiträge · seit 200622. Jan. 2015 · #8
Haventrus schrieb:Wenn ich jetzt natürlich zusätzlich Camping Equipment mitnehmen möchte, bin ich natürlich gleich schwerer bepackt.
Aber ihr würdet mir das "zur Sicherheit" empfehlen?
Schwierig zu sagen. Für mich als Radfahrer hat sich die Frage nicht gestellt. Ich musste eh ein Zelt mitnehmen, weil ich die Strecken zwischen Ortschaften ja häufig nicht an einem Tag zurücklegen konnte oder in kleinen Siedlungen übernachtete, wo es keine Unterkunft gab. Dann konnte ich immer bei irgendeiner Hütte/Haus mein Zelt aufstellen oder wild zelten. Ab und an habe ich auch bei einer Polizeistation oder einem Hospital gefragt, ob ich mein Zelt aufstellen darf. Wenn Du irgendwohin kommst, wo die einzige Unterkunft belegt ist, hast Du halt noch 'ne Option im Ärmel.
Zelt, Isomatte und Schlafsack haben natürlich auch wieder ihr Volumen. Kochgeschirr würde ich allerdings nicht mitnehmen.

Gruß
Wolfgang
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Themenstarter11 Beiträge · seit 201423. Jan. 2015 · #9
Ok danke für die Antworten.
Das mit dem Van ist natürlich blöd. Wenn das ganze so lange dauert.
Werde mich mal umhören/lesen was es da noch für Optionen gibt.

Danke für die Erfahrungswerte mit dem Zelt als Notlösung.
Das hört sich ja mal nicht schlecht an. Dann ist man auf Nummer sicher, wenn man nichts findet.
Werde ein paar Outdoor Sachen wohl mit auf meine Packliste setzen.