travelNAMIBIAThemenstarter33,1k Beiträge · seit 200615. Nov. 2014 · #1Hi zusammen,
ich weiß, es ist ein Reiseforum, aber da es doch einige politisch interessierte gibt eröffne ich mal diesen Thread mit den ersten Wahlergebnissen aus Namibia. Gestern durften bereits alle Namibier im Ausland sowie die zur See fahrenden Namibier wählen. Von zwei Wahllokalen aus Walvis Bay wurden nun erste Ergebnisse übermittelt. Insgesamt wurden +- 1800 Stimmen gezählt.
UPDATE 17. November 2014
Nationalversammlung
SWAPO: 92,83 %
RDP: 5,30 %
DTA: 1,81 %
WRP: 1,46 %
APP: 0,76 %
RP: 0,76 %
NEFF: 0,70 %
NDP: 0,52 %
COD: 0,41 %
UDF: 0,41 %
CDV: 0,23 %
NUDO: 0,23 %
SWANU: 0,17 %
MAG: 0,06 %
DPM: 0,00 %
UPM: 0,00 %
Präsident
Hage Geingob: 93,20 %
Hidipo Hamutenya: 5,03 %
McHenry Venaani: 1,27 %
Henk Mudge: 0,55 %
Asser Mbai: 0,28 %
Usutuaije Maamberua: 0,22 %
Epafras Mukwilongo: 0,22 %
Ben Ulenga: 0,17 %
Ignatius Shixwameni: 0,06 %
Viele Grüße aus Windhoek
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
namibiafieber842 Beiträge · seit 201015. Nov. 2014 · #2Danke, Christian !
Ich finde es sehr interessant, dass Teilergebnisse bereits veröffentlicht werden, bevor die Wahl vollständig abgeschlossen ist.
Gibt es so etwas bei jeder Wahl in NAM ???
Viele Grüße
Antje
Biologe1'162 Beiträge · seit 201216. Nov. 2014 · #3Hallo,
Vorveröffentichungen gibt es nicht nur in Nam. Wenn es denn wirklich eine Vorveröffentlichung ist. Die Daten liegen wahrscheinlich bereits im Tresor. Kann nur hoffen, dass eine solche Vorveröffentlichung keine Wahlbeeinflussung bedeutet.
Die SWAPO liegt so weit was von vorne, da ist eh alles ziemlich egal. Ich sage dazu -- herunterspielend -- "Scheißendreck".
Beste Grüße
Michael
7x Namibia, 2x S-Afrika, ca. 45x Atlantische Inseln (Kapverden > 25x, Kanaren, Madeira, Azoren); 7x W-Afrika (Senegal, Guinea Bissau, Gambia, Sierra Leone), Marokko, Tunesien, Jemen, Madagaskar, USA, Kanada, Costa Rica, ziemlich viel ME & SE rauf und runter und kreuz und quer
GUGuido.Gast16. Nov. 2014 · #4Hallo,
Wahlergebnisse wie seinerzeit bei Erich in der DDR....
Immerhin hat die namibische Schwesterpartei von Julis Malema da nur 0,49% bekommen.
Beste Grüße
Guido
Swakop19522'664 Beiträge · seit 201216. Nov. 2014 · #5Nicht umsonst sind die elektronischen Wahlgeräte eingeführt worden, da kann man besser betrügen. Aber das ist eben Afrika.
Es ist vor allem die jüngere Generation, die die Altverknöcherten der Swapo überhaupt nicht mehr haben wollen, besonders die Gebildeteren und Aufgeklärteren.
Wenn man dann solche <Ergebnisse> sieht, ist der Betrug doch naheliegend. Und die Opposition kann auf Nachzählung nicht mehr drängen. Ist doch erwartet worden mit den Wahlgeräten.
travelNAMIBIAThemenstarter33,1k Beiträge · seit 200616. Nov. 2014 · #6Hi zusammen,
man muss dazu sagen, dass die Wahlergebnisse der zur See fahrenden Personen bei den letzten Wahlen immer nach bei 95 % für SWAPO lagen. Die Politikexperten sind hier weiterhin sehr geteilter Meinung: viele sprechen von einem möglichen Verlust der 2/3-Mehrheit für SWAPO, andere von einem sehr hohen Sieg...
Viele Grüße
Christian
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travelNAMIBIAThemenstarter33,1k Beiträge · seit 200620. Nov. 2014 · #7Hi zusammen,
Wahlergebnis der Wahl der Auslandsnamibier in Deutschland. Wahllokal Botschaft Berlin, abgegebene Stimme: 47
Nationalversammlung
SWAPO: 65,96 %
RDP: 19,14 %
DTA: 10,64 %
SWANU: 2,13 %
UDF: 2,13 %
Präsidentschaft
Geingob (SWAPO): 78,72 %
Hamutenya (RDP): 14,89 %
Venaani (DTA): 4,26 %
Maamberua (SWANU): 2,13 %
Viele Grüße
Christian
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lionfight1'324 Beiträge · seit 201320. Nov. 2014 · #8Diese Zahlen finde ich echt verblüffend.
Man sieht aber wie die SWAPO, ähnlich wie der ANC, einfach unglaublich tief verwurzelt ist. Diese Verkrustungen zu lösen scheint nur sehr schwer zu gelingen.
Danke Dir!
Gruß!
der Joe
"I detest racialism, because I regard it as a barbaric thing, whether it comes from a black man or a white man." Nelson Mandela
10x Süfafrika, 2x Namibia, 1x Botswana, 1x Zimbabwe, 1x Tanzania
travelNAMIBIAThemenstarter33,1k Beiträge · seit 200620. Nov. 2014 · #9Hi Joe,
das unabhängige Forschungsinstitut Afrobarometer hat kürzlich zu Namibia und dem Wahlverhalten eine Erhebung veröffentlicht.
Zusammenfassend kam daraus, dass der durchschnittliche Namibier "aus Loyalität" wählt und ausdrücklich nicht "aus politischen Gründen und zu erwartenden Leistungen".
Das sagt ja eigentlich alles!
Viele Grüße aus dem wolkigen Windhoek
Christian
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lionfight1'324 Beiträge · seit 201320. Nov. 2014 · #10travelNAMIBIA schrieb:
Zusammenfassend kam daraus, dass der durchschnittliche Namibier "aus Loyalität" wählt und ausdrücklich nicht "aus politischen Gründen und zu erwartenden Leistungen".
Das sagt ja eigentlich alles!
Viele Grüße aus dem wolkigen Windhoek
Christian
Das glaube ich sofort.
Das deckt sich mit dem was die Menschen in Südafrika über den ANC berichten oder für den ANC empfinden.
Gruß!
der Joe
"I detest racialism, because I regard it as a barbaric thing, whether it comes from a black man or a white man." Nelson Mandela
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lionfight1'324 Beiträge · seit 201320. Nov. 2014 · #11Drechselschorsch schrieb:Guten Tag zusammen,
meine Meinung ist, es liegt an der unzureichenden Schulbildung der Mehrheit der Bevölkerung.
Mag ein Faktor sein.
Aber ich glaube die Gründe liegen tiefer. Und das wird von Generation zu Generation weitergegeben.
Spannender könnte es in 10-12 Jahren werden, wenn vielleicht eine selbstbewusstere Generation mitbestimmend ist.
Gruß!
der Joe
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10x Süfafrika, 2x Namibia, 1x Botswana, 1x Zimbabwe, 1x Tanzania
travelNAMIBIAThemenstarter33,1k Beiträge · seit 200629. Nov. 2014 · #12Hi zusammen,
gestern fanden die Wahlen in Namibia statt.
Leider hat der Einsatz der elektronischen Wahlgeräte zu einem chaotischen Tag geführt. Hunderttausende standen noch bei Schluss der Wahllokale um 21 Uhr an (Wartezeiten bis zur Stimmenabgabe bis zu 6 Stunden), so dass diese bis heute Vormittag teilweise geöffnet blieben.
Bisheriges Ergebnis ist mehr als überraschend (auch wenn erst sehr wenige Stimmen ausgezählt/analysiert wurden:
Große Verlierer der Wahlen sind die SWAPO und die RDP. Die SWAPO hat nach jetzigem Stand ihre 2/3-Mehrheit verfehlt und kommt nur noch auf 61 % der Stimmen (-14 %), die RDP ist nur noch viertstärkste Kraft und verlor 7 Prozent auf 4,24 Prozent. Überraschend hat die absolut unbekannte und neue Partei UPM fast 13 Prozent der Stimmen gewonnen. Auf Platz 3 liegt die DTA mit nu über sieben Prozent.
Bei der Präsidentschaftswahl hat Hage Geingob aktuell 79 % der Stimmen. Auf Platz 2 liegt McHenry Venaani mit 8,75 Prozent.
Viele Grüße aus Windhoek
Christian
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travelNAMIBIAThemenstarter33,1k Beiträge · seit 200601. Dez. 2014 · #13Moin zusammen,
zum Abschluss des Themas Wahlen hier nun die vorläufigen Endergebnisse (Zahlen in Klammern gleich letzte Wahl 2009)
Nationalversammlung (Top 5)
SWAPO: 77,03 % (+1,75 %)
DTA: 6,06 % (+2,89 %)
RDP: 3,84 % (-7,47 %
UDF: 2,35 % (-0,08 %)
APP: 2,34 % (+0,99)
Die Sitzverteilung steht noch aus.
Präsidentschaft (Top 5)
Hage Geingob (SWAPO): 87,11 % (75,25 % - Pohamba)
McHendy Venaani (DTA): 4,89 %
Hidipo Hamutenya: 3,38 % (-7,70 %)
Asser Mbai (NUDO): 1,62 % (neu)
Henk Mudge (RP): 1,13 5 (-0,08 %)
Viele Grüße aus Windhoek
Christian
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travelNAMIBIAThemenstarter33,1k Beiträge · seit 200601. Dez. 2014 · #14Hi zusammen,
nun aber wirklich zum letzen Mal zum Thema 😉
Amtliches Endergebnis der Parlamentswahl:
https://de.wikipedia.org/wiki/Parlamentswahl_in_Namibia_2014#WahlergebnisSWAPO ist stärker als jemals zuvor.
Amtliches Endergebnis der Präsidentschaftswahl:
https://de.wikipedia.org/wiki/Pr%C3%A4sidentschaftswahl_in_Namibia_2014#WahlergebnisGeingob hat mehr Stimmenanteile gewonnen als je ein Präsidentschaftskandidat zuvor.
Viele Grüße aus Windhoek
Christian
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camelthorn409 Beiträge · seit 200901. Dez. 2014 · #15Hallo Christian,
Was war das denn mit der UPM, die Du zwischenzeitlich bei 13 % erwähntest und die sich dann auf 0,79 % eingeschrumpft hat. Etwa ein Softwarefehler? Oder wishful thinking? Oder beides?
C'thorn
"Nothing is more powerful than an idea whose time has come" (Victor Hugo)
Biologe1'162 Beiträge · seit 201201. Dez. 2014 · #16Hallo,
ich auch kein Wahlforscher, aber der Unterschied zu den Meldungen kurz zuvor ist schon überraschend. Auch die SWAPO sollte ja ihre 2/3-Mehrheit verloren haben, jetzt ist sie stärker denn je zuvor. Also, dass Hochrechnungen derart daneben liegen (10% und mehr) ist völlig ungewöhnlich und schwer zu verstehen. Gab es Wahlbeobachter?
Beste Grüße
Michael
7x Namibia, 2x S-Afrika, ca. 45x Atlantische Inseln (Kapverden > 25x, Kanaren, Madeira, Azoren); 7x W-Afrika (Senegal, Guinea Bissau, Gambia, Sierra Leone), Marokko, Tunesien, Jemen, Madagaskar, USA, Kanada, Costa Rica, ziemlich viel ME & SE rauf und runter und kreuz und quer
Gerd19425'538 Beiträge · seit 200801. Dez. 2014 · #17Hallo Michael,
die Wahl war frei, aber war sie auch fair? Wenn Du heute die Bericht in der Zeitung gelesen hast, dann hat es so viele technische Pannen gegeben und es wurden so viele Menschen von der Wahl abgehalten, dass das Ergebnis m. E. nicht mit den Wahlen der letzten Jahre vergleichbar ist. Ich glaube nicht, dass es vorsätzlichen Wahlbetrug gegeben hat, aber viele, viele Nachlässigkeiten.
Aber die Oppositionsparteien haben sich von den Stimmenverlusten selbst zuzuschreiben, denn sie haben keinerlei Alternativen aufgezeigt. Auch die RDP nicht, die erheblich stärker eingebrochen ist als zu erwarten war.
Die Präsidentenwahl war also keine Stammeswahl, denn Hage Geingob ist Damara und der Kandidat der RDP ist Owambo.
Liebe Grüße von der nächtlichen Atlantikküste
Gerd
Biologe1'162 Beiträge · seit 201202. Dez. 2014 · #18Hallo Gerd,
danke für Deine Antwort.
Als gelegentlicher Tourist in Namibia kann und will ich mich nicht zu den Inneren Angelegenheiten äußern. Zudem denke ich, dass es in Namibia wohl weitgehend sehr demokratisch zugeht.
Ich hatte mich nur gewundert, dass es zwischen denen von Christian gemeldeten Zwischenbilanzen und dem tatsächlichen Endergebnis eine solche Differenz gab. Ich bin es gewohnt, dass selbst die ersten Hochrechnungen kaum mehr als 1% vom Endergebnis abweichen; hier waren es mehr als 10%. Das ist höchst ungewöhnlich. Woran lag es? Wahrscheinlich nicht am Wahlkampf, den zu analysieren mir absolut fern liegt.
Beste Grüße aus dem tief dunklen und sau nasskalten Deutschland
Michael
PS: ich freue mich auf die nächste Reise nach Nam vom 2.4. bis 8.5.15.
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travelNAMIBIAThemenstarter33,1k Beiträge · seit 200602. Dez. 2014 · #19Hallo Camelthorn,
Was war das denn mit der UPM, die Du zwischenzeitlich bei 13 % erwähntest und die sich dann auf 0,79 % eingeschrumpft hat. Etwa ein Softwarefehler? Oder wishful thinking? Oder beides?
ich schrieb "bisheriges Ergebnis". Ich meine da waren 13 Prozent der Stimmen ausgezählt; darunter waren die Wahlkreise Rehoboth, die die UPM beherrscht(e).
Hi Michael,
hier gibt es leider keine Hochrechnungen; hier wird nach und nach ausgezählt ohne eine bestimmte Reihenfolge oder mögliche Repräsentativität im Hinterkopf. Das verfälscht das Wahlergebnis natürlich, da z.B. einige Parteien (z.B. UDF in Norderongo und Südkunene) regional sehr starkt sind.
Interessant findet ich vor allem, dass in den Regionen Omusati und Ohangwena die SWAPO ihr Ergebnis von vor 5 Jahren von 50 auf 95 Prozent gesteigert hat; hingegen ist die SWAPO in der Region Kunene eingebrochen! Weiterhin wurden dennoch nur wenige Wahlkreise (ich meine vier von 121) von anderen Parteien gewonnen.
Viele Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
Christian-S.216 Beiträge · seit 200902. Dez. 2014 · #20Hallo zusammen!
Was ich bedenklich finde, ist die schlechte Organisation der Wahl durch die ECN. Dass es da zu massiven Problemen kommen wuerde, war eigentlich schon anhand der Zahlen vorher klar:
In Swakopmund etwa gab es 27,258 registierte Waehler und 17 Wahllokale (darin sind zwei mobile Wahlstationen eingeschlossen). Im Mittel sind das dann 1603 Waehler pro Wahllokal, oder 115 Waehler pro Wahllokal und Stunde (bei einem Wahltag von 14h). Wenn man diese Zahl durch 60 teilt, kommt man darauf, dass ein Wahllokal fast zwei Waehler pro Minute abfertigen muesste, damit alle ihre Stimme abgeben koennen...
Viele Gruesse,
Christian