Kriminalität

193 Antworten · 31,2k Aufrufe · gestartet 24. Okt. 2014 von Rainer 1
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2'462 Beiträge · seit 200602. Jan. 2025 · #141
yanjep schrieb:Ich persönlich finde Kriminalstatistiken wernig aufschlussreich, wenn ich meine perönliche Gefährdung als Tourist einschätzen will. Es spielen viele Faktoren ene Rolle, die anhand einer reinen Statistik schwer zu beurteilen sind. z.B. bei einer hohen Zahl von Gewaltdelikten: Welche Straftaten werden unter diesen Begriff gefaßt, Raub neben Fällen häuslicher Gewalt und anderen Taten wie Schlägereien, die vornehmlich die einheimische Bevölkerung betreffen (Raub könnte mich betreffen, häusliche Gewalt nicht, Schlägereien vermeide ich). Bei Sexualstrafteten: Ist Gewalt in der Ehe strafbar und werden solche Fälle regelmäßig zur Anzeige gebracht und fließen in die Statistik ein, welche Delikte fallen konkret unter den Begriff? Bei Diebstahl: Viel Taschendiebstahl und andere Zugriffe bei günstiger Gelegenheit (die mich betreffen können) oder Einbrüche (Wohnhäuser betreffen mich nicht, Fahrzeuge und Unterkünfte schon)

Yanjep
Kriminalstatistiken sind auf jeden Fall aufschlussreicher als Erfahrungsberichte ala "ich war da mal, ist nichts passiert, also ist es sicher". Ich bin auch noch nie am Kottbusser Tor bedroht oder beklaut worden, im Görlitzer Park wurden mir auch noch nie Drogen angeboten, dennoch ist klar, dass ich da eher Glück hatte und die Ausnahme, nicht die Regel beschreibe. Daher wüsste ich keinen Grund, Touristen mitzuteilen, es wäre da sicher und selbst wenn etwas passieren würde, hätten sie sich wohl als Opfer generiert.
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
zuletzt bearbeitet 02. Jan. 2025
236 Beiträge · seit 201002. Jan. 2025 · #142
Hallo Fromis,
hier noch was für die Statistik.
Ich fliege nächste Woche zum 31 mal nach Namibia und hatte 1 mal Pech in Gobabis.
Das finde ich ist nicht so beunruhigend um das tolle Land nicht zu bereisen.

Grüße Albrecht
Gast02. Jan. 2025 · #143
Statistiken sagen gar nichts aus. Wie sagte der legendäre Sportreporter Werner Hansch: "Ja, Statistiken. Aber welche Statistik stimmt schon? Nach der Statistik ist jeder vierte Mensch ein Chinese. Aber hier spielt gar kein Chinese mit."
Der arme Michi, der hier den thread am 22.12., Seite 15, neu aktivierte und bzgl. Sicherheit fragte, dem schlackern ja die Ohren ob der "Gefährlichkeit" in Namibia (wohlgemerkt Namibia, er fragte nicht nach dem weitaus kritischeren Südafrika, zu dem hier auch Antworten kamen).
Kann man dem guten Michi nicht einfach das sagen, was auch uns gesagt wurde, als wir anfingen, und gut ist es, und was auch hier irgendwo im Forum (finde es grade nicht, steht aber auch in jedem Reiseführer) steht bzgl Sicherheit:
Wir alle hatten doch bei unserer ersten Reise nach Namibia etwas Herzklopfen und Grummeln, geht das gut, usw.? Und dann war es ganz entspannt und unvergeßlich.
Deshalb:
Gesundes Misstrauen, aber sich nicht vom Urlaub abhalten lassen.
Den Aufpassern auf dem Supermarkt was zustecken, ggf ein Plausch.
Auf dem Parkplatz die Käufe einfach ins Auto und dann auf der campsite in Ruhe verstauen.
Nicht nachts durch finstre Straßen latschen.
Bei komischen Situationen (offensichtlicher oder gefakter Unfall am Straßenrand) Vorsicht walten lassen, nicht direkt anhalten, ggf weiterfahren und Polizei verständigen.
Usw usw, das übliche eben.
Und wenn man doch mal das Pech hat, Opfer zu werden (siehe Albrecht), zur Beruhigung: gemessert oder umgebracht wird man bestimmt nicht. Ok, Geld ist weg, Handy, ggf ne Uhr. Mei, will das nicht kleinreden, aber für den 0,...%-Fall sich Namibia entgehen lassen? Niemals.
Also Michi, nur Mut, 1000de fahren jedes Jahr nach Namibia, vom Kleinkind bis zum Greis, jeder fing mal an und nicht verrückt machen lassen und immer schön photographieren, auch in Windhoek... 🙂
PS: Opfer eines Verkehrsunfalls zu werden in Namibia ist um ein Vielfaches höher (chrigu und die alten Hasen hier weisen immer wieder darauf hin), und das fiel mir auch auf, wie manche hier rasen; nur das ängstigt kaum jemanden oder hält ihn vom Namibia-Urlaub ab...
zuletzt bearbeitet 02. Jan. 2025
537 Beiträge · seit 202002. Jan. 2025 · #144
Chris42 schrieb:
Der arme Michi, der hier den thread am 22.12., Seite 15, neu aktivierte und bzgl. Sicherheit fragte, dem schlackern ja die Ohren ob der "Gefährlichkeit" in Namibia (wohlgemerkt Namibia, er fragte nicht nach dem weitaus kritischeren Südafrika, zu dem hier auch Antworten kamen).
Kann man dem guten Michi nicht einfach das sagen, was auch uns gesagt wurde, als wir anfingen, und gut ist es, und was auch hier irgendwo im Forum (finde es grade nicht, steht aber auch in jedem Reiseführer) steht bzgl Sicherheit.
[…]
Usw usw, das übliche eben.
Ich wollte eigentlich nichts mehr zum Thema sagen, aber deine Worte hätten genauso von mir kommen können, und evtl. versteht man dich ja besser, weil du nicht in Namibia wohnst (weil ich hier lebe, und zwar nicht erst seit gestern, werden meine Erfahrungen ja als nicht hilfreich abgetan). „Das übliche“. Genau das. Genau die Sicherheitsvorkehrungen, die man überall einhält, wo man fremd ist. Und das hat sehr, sehr viel mit gesundem Menschenverstand zu tun. Jedenfalls in Namibia - wonach ja gefragt wurde. Anstatt also dem armen Michi weiter Angst zu machen, wollte ich ihm die Realität genauso zeigen.
Chris42 schrieb:
Und wenn man doch mal das Pech hat, Opfer zu werden (siehe Albrecht), zur Beruhigung: gemessert oder umgebracht wird man bestimmt nicht. Ok, Geld ist weg, Handy, ggf ne Uhr. Mei, will das nicht kleinreden, aber für den 0,...%-Fall sich Namibia entgehen lassen? Niemals.
Ich bin schon gespannt auf die Reaktionen 😄
Chris42 schrieb:
PS: Opfer eines Verkehrsunfalls zu werden in Namibia ist um ein Vielfaches höher (chrigu und die alten Hasen hier weisen immer wieder darauf hin), und das fiel mir auch auf, wie manche hier rasen; nur das ängstigt kaum jemanden oder hält ihn vom Namibia-Urlaub ab...
Nochmal volle Zustimmung. Ich glaube, ich hatte die Problematik selber schon angesprochen, wenn nicht, hatte ich das auf jeden Fall im Kopf. Es ist genau so. Obwohl die Statistik hier eine deutliche Sprache spricht, fahren viele Touristen hier nicht angepasst. Sie überschätzen sich und ihr Können, und lassen sich auch von Leuten mit Erfahrung nicht beeindrucken. Kann man ja auch hier im Forum immer wieder lesen. Tja.
84 Beiträge · seit 201502. Jan. 2025 · #145
Nichts für ungut, aber das ist genau das Problem, das ich mit meinem letzten Post ansprechen wollte. Die Statistik-Koryphäe Werner Hansch in allen Ehren, aber diese Aussage ist von ihrem Wert nicht weit entfernt von dem unsäglichen Spruch, dass man nur der Statistik vertrauen könne die man selbst gefälscht hat. Und bei "sagen hat nichts aus" sind wir sogar schon weit darüber hinaus. Das ist klar falsch und tatsächlich ist unsere Zivilisation und also auch weite Teile deines Lebens genau auf dem Gegenteil deiner Meinung gebaut. Sorry, ist nicht böse gemeint, aber sowas triggert mich privat und beruflich 😄

Ich habe tatsächlich auch niemanden gesehen, der irgendwie davon abgeraten hat nach Namibia zu fahren, oder in irgendeiner Art und Weise suggeriert, dass es quasi Russisch Roulette oder ein Extremsport wäre.
Man mag mich berichtigen, wenn ich das überlesen haben sollte. Alles was ich hier gelesen habe, ist, dass es nicht so sicher ist wie ein Urlaub in Deutschland / Österreich.

Deine Ratschläge an Michi finde ich gut, mache ich auch so auf allen meinen Reisen, wenn ich den gewohnten Kontext verlasse.
Ich habe zum Beispiel mal in San Francisco gelebt. 500m vor meiner Haustür wurde jemand erschossen (nachts). Habe mich nie unsicher !gefühlt!, weil ich wusste wie ich mich bewegen kann, um dieses Risiko zu minimieren. Trotzdem wäre es lächerlich zu sagen, dass es das Risiko nicht gibt, oder dass es vergleichbar mit dem Risiko in Deutschland ist und ich verstehe wirklich und ehrlich nicht worin hier das Problem besteht?

Ansonsten freue ich mich in ein paar Jahren auf meine nächste Reise nach Namibia, weil es mir das kleine Risiko wert ist.
128 Beiträge · seit 202402. Jan. 2025 · #146
Chris42 schrieb:Statistiken sagen gar nichts aus. Wie sagte der legendäre Sportreporter Werner Hansch: "Ja, Statistiken. Aber welche Statistik stimmt schon? Nach der Statistik ist jeder vierte Mensch ein Chinese. Aber hier spielt gar kein Chinese mit."
Ungefähr jeder 6. Mensch auf der Welt ist ein Chinese. Diese Statistik ist richtig und hat Aussagekraft. Wenn man dann eine selektive Auswahl an Menschen betrachtet, die nicht repräsentativ für die Weltbevölkerung ist (z.B. paar Fußballer), dann erwartet kein Mensch, dass darunter jeder 6. (oder 4.) Mensch ein Chinese ist. Außer Werner Hansch.

Man kann dann genau so auch ein Frauen-Champions-League-Spiel zwischen dem VfL Wolfsburg und dem FC Barcelona kommentieren und dann sinnieren "Nach der Statistik ist jeder 2. Mensch ein Mann. Aber hier spielt gar kein Mann mit. Also welche Statistik stimmt schon?"

Meine Güte. Was für ein Niveau...

Viele Grüße
Gast02. Jan. 2025 · #147
Meine Güte, DG, und vor allem meine Güte, ewbabmiz, wie ist es im Keller?
Der Werner-Hansch-Spruch war ein Witz, ein Ulk, ein Kalauer, ein Scherz. Wie humorbefreit muss man sein, um das bierernst zu nehmen.
Natürlich weiß ich, dass Statistik unser aller Leben mitbestimmt. Stochastik und Statistik, Mathe LK Klasse 12 und 13. Aber wenn Du, DG, so ein Experte darin bist, dann weißt Du auch, dass das mit der Statistik so eine Sache ist und der Spruch "Trau keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast" eben doch seine Berechtigung hat, je nach Lesart oder Absicht der Statistik. Und Statistik ist rein Theorie, die man natürlich - und da sind wir wieder beim Thema - durch Umsicht und gesunden Menschenverstand beinflussen kann. Beispiel: theoretisch ist die Wahrscheinlichkeit für einen Touristen, in Windhoek überfallen zu werden, beispielweise 1:100. Wenn ich (ausgewaschene Jeans, olles Shirt, Flipflops) jetzt jedoch mit Herrn Glööckler unterwegs bin, stehen meine Chancen, denke ich, besser als seine...
Aber was solls, Michi fährt nach Namibia, passt a bisserl auf und schon wird es ein einmaliger Urlaub.
128 Beiträge · seit 202403. Jan. 2025 · #148
Chris42 schrieb:Meine Güte, DG, und vor allem meine Güte, ewbabmiz, wie ist es im Keller?
Der Werner-Hansch-Spruch war ein Witz, ein Ulk, ein Kalauer, ein Scherz. Wie humorbefreit muss man sein, um das bierernst zu nehmen.
Du beginnst Deinen Kommentar mit "Statistiken sagen gar nichts aus." Kein Smiley. Keine Relativierung. Keine Einschränkung. Maximal pauschalisierend. Du fügst das selten dumme Zitat von Hansch an, das nichts mit dem Thema hier zu tun hat, aber genau Deinen Eingangssatz unterstreicht, dass jede Statistik hinfällig ist. Und jetzt war (angeblich) alles ein Witz.

Auf keinen Fall hättest Du dann jetzt schreiben können, dass das vielleicht missverständlich formuliert war. Wenn man den "Witz" nicht verstanden hat, wer ist dann schuld? Natürlich der Leser Deines Kommentars, der humorbefreite Kellersitzer. 😕

Viele Grüße
537 Beiträge · seit 202003. Jan. 2025 · #149
ewbabmiz schrieb:Wenn man den "Witz" nicht verstanden hat, wer ist dann schuld? Natürlich der Leser Deines Kommentars, der humorbefreite Kellersitzer. 😕
Die Botschaft bestimmt der Empfaenger. Ist heutzutage nicht mehr so gelaeufig - man muss ja inzwischen aufpassen was man sagt, weil man ja irgendeinen Vertreter einer Minderheit/Meinung/Hautfarbe etc beleidigen koennte -, aber ist eine Einstellung, die ich teile.
Der Angesprochene koennte ja auch nachfragen ("wie meinst du das?"). Oder man koennte sich, ganz neutral, darauf einigen, dass es ein Missverstaendnis gab, ohne die Schuld dem anderen zuzuweisen.

Das nur ganz allgemeine, gelebte Kommunikationstheorie 😉

Weiter im Thema - falls es dazu ueberhaupt noch etwas zu sagen gibt.
128 Beiträge · seit 202403. Jan. 2025 · #150
makis schrieb:
ewbabmiz schrieb:Wenn man den "Witz" nicht verstanden hat, wer ist dann schuld? Natürlich der Leser Deines Kommentars, der humorbefreite Kellersitzer. 😕
Die Botschaft bestimmt der Empfaenger.
Frauen sind dumm.

Nein, ich habe gar nichts Misogynes gesagt. An meiner Aussage ist überhaupt nichts zu bemängeln. Du als Empfänger hast das nur als misogyne, verachtenswerte "Botschaft bestimmt". Dein Problem.

War übrigens nur als Witz, als Kalauer gemeint. Hast Du nicht erkannt? Dann bist Du wohl ein humorbefreiter Kellersitzer. Selbst schuld. Auf keinen Fall habe ich was Falsches gesagt.

Bevor mir das falsch ausgelegt wird: Das sollte nur die Absurdität verdeutlichen, mit der hier eine hohle Plattitüde nach der andere anderen in die Diskussionen geworfen wird. Frauen sind natürlich nicht dumm. Ganz im Gegenteil (und mehr Frauen in Politik und Wirtschaft würden uns m.E. sehr gut tun).

Viele Grüße
14 Beiträge · seit 202403. Jan. 2025 · #151
Hallo und frohes neues Jahr!

Für Michi und andere ganz kurz zusammengefasst:
Namibia ist ein tolles Land!
Jedes Land hat seine tollen Seiten , aber auch Schattenseiten.
Kurz nachdem wir gebucht hatten, Familie mit 2 Kindern (14 und 17), ist uns der Schreck in die Glieder gefahren, als die Reisehinweise des Auswärtigen Amtes angepasst wurden! Meine Frau und auch ich hatten überlegt zu stornieren! Haben es dann aber doch auf uns zukommen lassen!
Gerade der Gedanke, es könnte mit den 2 Kinder etwas passieren hat uns ein wenig begleitet! Rückblickend war es ein traumhafter Urlaub! Eine Situation mit einem Nussschnitzer in Swakop, der uns aufdringlich angesprochen hat, aber lediglich Geld verdienen wollte! Ein konsequentes No No No von meiner Frau - dann hatte es sich auch erledigt! Wäre die Ansprache für unseren Geschmack nicht zu intensiv gewesen, dann hätte er vielleicht ein Geschäft gemacht! Aber durchs weitergehen hatte sich alles schnell erledigt!
Ein Tankwart an einer Tank, hatte 20 Namibdollar zusätzlich gebucht ! Die hat er nicht bekommen, lediglich Trinkgeld- fertig!
Wie überall im Leben gibt es Situationen, die man nicht braucht! Aber die oben genannten waren jetzt auch nicht schlimm!
Was nutzt mir eine Statistik, wenn ich zu den wenigen gehöre, die es trifft! Klar zeigen Sie Tendenzen! Ich finde, das Vorsicht und gesunder Menschenverstand helfen, Risiken zu minimieren! Aber ausschließen kann man nichts! !! Nur überlegen und lesen, wie man sich verhalten sollte, wenn doch etwas ist. Im Forum lesen, was schon passiert ist und ggf. versuchen, sein Verhalten anzupassen. Denkt da auch an möglich Begegnungen mit Wildtieren!Damit sind wir gut gefahren.
Ein wenig Glück hatten wir wahrscheinlich auch🙂
In diesem Sinne allen eine tollen Urlaub 2025 ohne negativen Ereignissen!

Tom
537 Beiträge · seit 202003. Jan. 2025 · #152
ewbabmiz schrieb:
makis schrieb:
ewbabmiz schrieb:Wenn man den "Witz" nicht verstanden hat, wer ist dann schuld? Natürlich der Leser Deines Kommentars, der humorbefreite Kellersitzer. 😕
Die Botschaft bestimmt der Empfaenger.
Frauen sind dumm.

Nein, ich habe gar nichts Misogynes gesagt. An meiner Aussage ist überhaupt nichts zu bemängeln. Du als Empfänger hast das nur als misogyne, verachtenswerte "Botschaft bestimmt". Dein Problem.

War übrigens nur als Witz, als Kalauer gemeint. Hast Du nicht erkannt? Dann bist Du wohl ein humorbefreiter Kellersitzer. Selbst schuld. Auf keinen Fall habe ich was Falsches gesagt.

Bevor mir das falsch ausgelegt wird: Das sollte nur die Absurdität verdeutlichen, mit der hier eine hohle Plattitüde nach der andere anderen in die Diskussionen geworfen wird. Frauen sind natürlich nicht dumm. Ganz im Gegenteil (und mehr Frauen in Politik und Wirtschaft würden uns m.E. sehr gut tun).

Viele Grüße
Ich habe tatsaechlich mit keiner deiner Aussagen ein Problem. Es sind Meinungsaeusserungen, nicht mehr und nicht weniger, und wenn ich mich dadurch triggern lasse, ist das ganz alleine meine Verantwortung. Ich koennte zB deiner erste Aussage (angenommen, du meintest sie ernst) ganz unterschiedlich begegnen:
1. Ich koennte dich auslachen.
2. Ich koennte dich widerlegen mit Beispielen von Frauen, die objektiv gesehen sehr intelligent sind.
3. Ich koennte dich ignorieren und innerlich als unter meinem Niveau ablegen.
4. Ich koennte dir in ruhigem Ton mitteilen, dass du ein Recht auf deine Meinung hast, ich diese aber keineswegs teile.
5. Ich koennte sehr heftig reagieren, dich mysogyn nennen (ich mag diese Schubladensteckerei ueberhaupt nicht), oder dumm, oder sonstiges - also die Art von Diskussion anfangen, die wir aus den Social Media ja nur zu gut kennen.

Es gibt also mindestens fuenf Optionen, auf Meinungen zu reagieren, die mir nicht gefallen. Warum sollte ausgerechnet die letzte die richtige sein - wer legt denn fest, ob eine Meinung mysogyn (in diesem Fall) oder rechts oder sonstwas ist? Die Gesellschaft etwa??? Das aendert sich doch permanent. Andere Frage: wer bestimmt, welche Option ich waehle?

Die Welt waere ein friedlicherer Ort, wenn Menschen Meinungen als das erkennen und einschaetzen wuerden, was sie sind: mentale Baeuerchen (Zitat Prof Mausfeld). Sie beschreiben keine Tatsachen, sie sind nicht wasserdicht und sie bestimmen ganz sicher nicht, wie der Zuhoerer oder Leser sich zu fuehlen hat.

Aber das ist schon sehr philosophisch und gehoert nicht hierher. Trotzdem danke fuer die Gelegenheit, meine Meinung (;) ) darzulegen. Es steht dir frei, das ganz anders zu sehen.
128 Beiträge · seit 202403. Jan. 2025 · #153
@Makis, also im Grundton stimme ich Dir ja zu, aber 2 "Aber" muss ich dann doch anbringen. 😎
makis schrieb:
Es gibt also mindestens fuenf Optionen, auf Meinungen zu reagieren, die mir nicht gefallen. Warum sollte ausgerechnet die letzte die richtige sein - wer legt denn fest, ob eine Meinung mysogyn (in diesem Fall) oder rechts oder sonstwas ist?
Wenn man gegen den Stand der Wissenschaft behaupten würde, dass Frauen dumm sind, dann ist das aus meiner Sicht klar misogyn. Man macht dann Frauen nieder, nur weil es Frauen sind.
makis schrieb:Die Welt waere ein friedlicherer Ort, wenn Menschen Meinungen als das erkennen und einschaetzen wuerden, was sie sind: mentale Baeuerchen (Zitat Prof Mausfeld). Sie beschreiben keine Tatsachen, sie sind nicht wasserdicht und sie bestimmen ganz sicher nicht, wie der Zuhoerer oder Leser sich zu fuehlen hat.
Es wäre dann auch ganz hilfreich, wenn Meinungen wenigstens auch als Meinungen formuliert werden. Meistens werden die Dinge als Tatsachen formuliert. Und wenn Aussagen objektiv falsch sind, dann ist das auch keine "Meinungen", die man irgendwie als akzeptieren oder tolerieren müsste. "Namibier sind im Schnitt nur 1,20m groß". Sowas ist keine Meinung. Sowas darf man nicht als gleichwertige Meinung akzeptieren. Das führt zum False Balancing, was gerade maßgeblich dazu beiträgt, die westlichen Demokratien zu schreddern - was hier nun aber völlig OT wäre.

false_balancing.png


Viele Grüße
1'127 Beiträge · seit 202203. Jan. 2025 · #154
War das einfach hier, als Swakop 52 noch mitmachte 😎 . Da wusste man gleich woran man war. 😁

Trotz Verwirrung ob der "Meinungen" habe ich jedenfalls auch etwas gelernt, und zwar einen freundlichen Ausdruck für die Qualifizierung von beispielsweise:
Saurer Regen war Lüge, Erderwärmung ist Lüge, Windräder sind des Teufels, einen Treibhauseffekt gibt es nicht, Übersterblichkeit durch Corona sowieso nicht ….
Nämlich: mentale Bäuerchen.
Danke für die Wortspende, das klingt doch viel netter als BS Unfug 😎 😁 😄 😄

Grüße
zuletzt bearbeitet 03. Jan. 2025
80 Beiträge · seit 201303. Jan. 2025 · #155
1. False Balancing - die zeitgemäße Begründung für die Ablehnung von Meinungsfreiheit.
2. Für den, der es braucht, lässt sich das aber auch plumper ausdrücken, z.B. mit einer Mischung aus Übertreibungen und anschließender Bewertung als "mentale Bäuerchen".

Dem Punkt 1 ließe sich das Stichwort Overton-Fenster entgegensetzen.
Dem Punkt 2 das Stichwort Strohmann-Argument.

Ergänzende Fragen:
Wie bildet sich eigentlich das aus, was "wissenschaftlicher Konsens" genannt wird? Könnte es sein, dass Projektgelder, Karrierepläne u.a. wissenschaftsfremde Aspekte eine Rolle dabei spielen?
Und wie kommt Wissenschaft zu neuen Erkenntnissen - durch Konsens, oder durch Einzelmeinungen?
zuletzt bearbeitet 03. Jan. 2025
128 Beiträge · seit 202404. Jan. 2025 · #156
my4seasons schrieb:1. False Balancing - die zeitgemäße Begründung für die Ablehnung von Meinungsfreiheit.
Alles klar.
my4seasons schrieb:Und wie kommt Wissenschaft zu neuen Erkenntnissen - durch Konsens, oder durch Einzelmeinungen?
Die Wissenschaft kommt zu neuem Wissen, wenn jemand eine neue Theorie entwickelt, diese belegen kann und andere Wissenschaftler das verifizieren können. Das ist etwas fundamental anderes als eine Meinung(säußerung) oder eine falsche Tatsachenbehauptung, für die man sich dann vehement auf das nicht anwendbare Recht auf Meinungsfreiheit beruft. Aber es ist schon völlig klar, wie die Leute, die dauernd über angeblich fehlende Meinungsfreiheit plärren, das meinen.

Viele Grüße
2'462 Beiträge · seit 200604. Jan. 2025 · #157
Herrlich. Erst ist es angeblich Fakt, dass Namibia und Deutschland sicherheitstechnisch gleich wären, dann schwankt es zwischen Witz, Statistikbashing und Meinungsäußerung, die man aber angeblich nicht mehr anbringen darf. Doch, Meinungen darf man äußern, man hat nur keinen Anspruch darauf, dass dieser niemand widerspricht. Dann muss man auch damit leben, dass andere erwidern, diese Meinung sei objektiv falsch oder eben auch Unsinn. Ich darf nämlich durchaus äußern, die Erde sei eine Scheibe, darf aber nicht erwarten, dass mich andere mit dieser "Meinung" ernst nehmen. Es hilft auch wenig, wenn ich noch zwei weitere Ignoranten kenne, die ähnliche Meinungen haben.
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
80 Beiträge · seit 201304. Jan. 2025 · #158
Sanne schrieb:Doch, Meinungen darf man äußern, man hat nur keinen Anspruch darauf, dass dieser niemand widerspricht. Dann muss man auch damit leben, dass andere erwidern, diese Meinung sei objektiv falsch oder eben auch Unsinn. Ich darf nämlich durchaus äußern, die Erde sei eine Scheibe, darf aber nicht erwarten, dass mich andere mit dieser "Meinung" ernst nehmen. Es hilft auch wenig, wenn ich noch zwei weitere Ignoranten kenne, die ähnliche Meinungen haben.
Es ist sehr unwahrscheinlich, dass sich heiße Diskussionen an Fragen entzünden, wie die, ob die Erde eine Scheibe sei, ob Namibia wirklich in Afrika liegt oder ob Magnete Vanillepudding anziehen. 😉

Tatsächlich geht es doch normalerweise um Themen, die bei weitem nicht so eindeutig sind,
sei es, weil sie viel zu komplex für einfache Antworten sind und es vielmehr um Standpunkte, Meinungen, Gewichtungen handelt,
sei es, weil Informationen fehlen, die für eine endgültige Beurteilung erforderlich wären,
oder sei es, weil damit politisch brisante Aussagen und wirtschaftliche Interessen verbunden sind.

Aussagen etwa zum extrem komplexen Thema Klimapolitik, zum richtigen Umgang mit einem neu aufgetretenen Erkältungsvirus oder auch innen- wie außenpolitische Themen aller Art sind jedenfalls sicher nicht in die Kategorie Erde--Scheibe einzuordnen.
80 Beiträge · seit 201304. Jan. 2025 · #159
@ ewbabmiz
nicht anwendbares Recht auf Meinungsfreiheit
Mit einer solchen Aussage habe ich Probleme.

Die herrschende Meinung ist die Meinung der Herrschenden. Ob es sich dabei um eine objektive Wahrheit handelt, lässt sich nicht durch demokratischen Mehrheitsentscheid oder womöglich per order de mufti festlegen.
Und weil das so ist, gibt es dieses altmodische Prinzip der Meinungsfreiheit. In vielen Fällen, besonders in den interessanten, den strittigen, ist nämlich nur durch Wettbewerb von Argumenten und Gegenargumenten so etwas wie eine Annäherung an die sogenannte objektive Wahrheit möglich.
zuletzt bearbeitet 04. Jan. 2025
128 Beiträge · seit 202404. Jan. 2025 · #160
my4seasons schrieb:@ ewbabmiz
nicht anwendbares Recht auf Meinungsfreiheit
Mit einer solchen Aussage habe ich Probleme.

Die herrschende Meinung ist die Meinung der Herrschenden. Ob es sich dabei um eine objektive Wahrheit handelt, lässt sich nicht durch demokratischen Mehrheitsentscheid oder gar per ordre de mufti festlegen.
1 + 1 = 2 ist bloß die Meinung der Herrschenden. Objektive Wahrheiten gibt es schließlich nicht. Man muss 1 + 1 = 2 in Frage stellen dürfen. Nur durch solche abweichenden Meinungen kann die Wissenschaft zu neuen Erkenntnissen kommen. 1 + 1 = 397,28 hat deshalb ein Recht darauf, als gleichwertige Meinung anerkannt zu werden. Und wer das nicht tut, ist ein Feind der Meinungsfreiheit und der Wissenschaft!

So in etwa? Schon die von Dir immer wieder gewählten Begrifflichkeiten wie "herrschende Meinung" statt "wissenschaftlicher Konsens" machen klar, wo Du steht und wie Du den Diskurs entgleisen lassen willst. Du klingst so ähnlich wie Elon Musk, der sich selbst als Meinungsfreiheitsabsolutist propagiert, auf seiner Plattform X aber das Gegenteil praktiziert. Und es gibt immer noch Menschen, die naiv genug sind, darauf hereinzufallen. Er pusht nur rechte und rechtsextreme Meinungen, arbeitet sich an der angeblich fehlenden Meinungsfreiheit in Demokratien wie Deutschland und Brasilien ab, aber der unerschrockene Kämpfer für die absolute Meinungsfreiheit hat noch nie ein negatives Wort zur nicht existenten Meinungs- und Pressefreiheit in China verloren. Ach, da hat der absolutistische Meinungsfreiheitskämpfer ja finanzielle Interessen, die dem entgegenstehen.

Zumindest bei einigen der von Dir angesprochenen Themenbereiche wie Klimapolitik gibt es einen klaren wissenschaftlichen Konsens. Fossilisten investieren nur ziemlich viel, um den Diskurs mit Schwachsinn zu fluten.

Viele Grüße
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