EquilibreThemenstarter71 Beiträge · seit 200906. Juli 2014 · #1Moin liebe Afrika-/ Namibiafans
anfang nächsten Jahres möchte ich gerne eine Fahrradtour von CPT nach WDH und retour machen.
Wer möchte und sich dafür interessiert kann mir gerne von den Vorbereitungen bis zur Tour folgen:
Chain Right & Good LightGleichzeitig wollte ich mich erkundigen ob jemand gute Ratschläge zum Fahrradreisen hat, besonders würde ich gerne Infos über den Kuiseb Pass und dessen Straßenzustand bekommen.
Swakop19522'664 Beiträge · seit 201206. Juli 2014 · #2Ticker mal den Wolfgang an (BikeAfrica)
Der ist absoluter Spezialist!
BikeAfrica7'296 Beiträge · seit 200606. Juli 2014 · #3Moin Bella,
ich war dreimal mit dem Rad in Namibia und habe dazu auf www.bikeafrica.de.vu ein bisschen was dazu geschrieben.
Ich war jeweils im dortigen Sommer unterwegs und habe mich bei der ersten Tour ganz kräftig mit dem Wasserverbrauch verschätzt. Ich hatte 13,5 Liter dabei und gedacht, damit käme ich sicher 2, evtl. 3 Tage aus. Das war ein Irrtum, denn diese Menge habe ich täglich getrunken. Ich konnte also die geplante Strecke nicht fahren und kam 1 oder 2 Jahre später mit einem Anhänger wieder. Damit konnte ich dann 40 Liter mitnehmen und 3 Tage ohne Verpflegungsmöglichkeit unterwegs sein. Autofahrer nach Wasser anbetteln wollte ich nämlich nicht ...
Die Angaben von Autofahrern zum Pistenzustand kannst Du meist vergessen. Die fahren z.B. über Wellblech einfach schnell genug, während das mit dem Rad echt böse sein kann. Ein paar cm Sand machen denen auch nichts, aber mit dem Rad wird es dann schon schwer bis unfahrbar. Und wo sich Autofahrer über schlechte Piste beklagen, geht's meist um Schlaglöcher und größere Steine. Da fährt man dann mit dem Rad einfach drum herum.
Der Verkehr auf den Hauptverbindungsstraßen ist zwar relativ gering, aber Viele fahren dort sehr schnell. Busse und Sattelschlepper überholen oft knapp.
Auf Farmen gibt es oft Wachhunde und die Biester kennen die Löcher im Zaun. Ich bin mehrfach von Hunden angegriffen worden. Und die teilweise frei übers Farmland ziehenden Rinderherde hatten z.T. die Bullen mit dabei. Vor meiner ersten Begegnung war mir das nicht bekannt. Wurde ziemlich gefährlich ...
Die Sonne in der Namib ist nicht zu unterschätzen. Ich hatte Tage, da hat die Sonne auf der Haut richtig weggetan (ohne Sonnenbrand). Einmal habe ich mir ein Paar Socken an der Spitze aufgeschnitten und über die Unterarme gezogen. Über der Radhose hatte ich z.T. eine lange Hose an.
Ich denke, das hilft Dir mal ein bisschen weiter.
Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
EquilibreThemenstarter71 Beiträge · seit 200909. Juli 2014 · #4Vielen Dank lieber Wolfgang
Sehr schön dass du die Website noch online geschaltet hast, dein Bericht zu lesen hat mir viel Spaß gemacht und mir ein deutliches Bild von der Strecke geben können.
Die Wasserversorgung muss ich mir wirklich dringend nochmal durch den Kopf gehen lassen.
BikeAfrica7'296 Beiträge · seit 200609. Juli 2014 · #5Hallo Bella,
wenn Du einen Wasserfilter hast, kannst Du evtl. im Kuiseb-Canyon und im Gaub-Canyon Wasser nachfassen. Das ist wohl aber nicht immer vorhanden. Während meiner Tour wäre welches da gewesen, aber seinerzeit war auch das Sossusvlei überschwemmt.
Zu den Hundeangriffen noch etwas ...
Wenn die Viecher recht plötzlich kamen, bin ich stehen geblieben und habe das Fahrrad quer vor mich gestellt und mich nicht mehr bewegt. Das hat sie ein wenig irritiert. In der Regel haben sie sich schnell beruhigt und sind wieder abgezogen. Kam die Attacke noch überraschender und die Zeit zum Anhalten hat nicht gereicht, habe ich sie so laut es ging angeschrien. War die Distanz etwas weiter und der Hund etwas zögerlicher, hat es meist gereicht, einen Stein aufzuheben. In Erwartung eines Steinwurfs haben sie sich in der Regel wieder verdrückt. Und für alle Fälle hatte ich keine kleine Luftpumpe dabei, sondern so ein Ding mit fast 50 cm Länge obenauf meine Packtasche geschnallt. Damit hätte es notfalls ein paar Schläge auf die Schnauze gegeben, aber war zum Glück nicht nötig.
Gruß
Wolfgang
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TOtoumtoum319 Beiträge · seit 201210. Juli 2014 · #6Hallo Bella,
Wolfgang hat ja schon einiges gesagt. Also über Wasser sollte man auf jeden Fall nachdenken. Darauf verlassen, daß der Kuiseb-Canyon oder Gaub-Canyon Wasser führen, würde ich mich nicht (und da musst du wirklich filtern). Wir haben Anfang 1990 von Windhoek nach Walvis Bay 2 3/4 Tage gebraucht. Unterwegs kommt man allerdings an Farmen vorbei, wo man auch nach Wasser fragen kann (wir haben damals auf 2 verlassenen Farmen geschlafen, wo auch Wasser war). Ansonsten rechne ich immer ca. 10l pro Tag - eben für Trinken und Kochen. Damit bin ich bis jetzt immer klargekommen (2 x syrische Wüste, 1x Danakilwüste in Eritrea, 1 x tunesische Wüste, 1 x marokkanische Wüste, 1 x Sinai).
Also die C-Strassen sind eigentlich immer ganz gut fahrbar (B auf jeden Fall). Wie Wolfgang schon gesagt hat ist eben Wellblech fürs Fahrrad beschwerlich (oder besser gesagt nervend - rumpel, rumpel). Sandstrecken sind fürs Fahrrad wirklich fast unfahrbar (und da reicht 2-3cm Sand). Aber damit hast du in Namibia eigentlich nicht zu kämpfen.
Wir sind damals bis zu den Epupa Falls geradelt und dann am Kuene-River bis Rundu. Für Autos teilweise schwierig, für uns ohne Probleme machbar (aber dahin willst du ja eigentlich nicht).
Ansonsten zeitig starten (ich starte immer wenn genug Dämmerung da ist), um die ersten kühlen Stunden noch zu nutzen und dann lieber Mittags irgendwo im Schatten länger Pause machen.
Habe gerade auf deine Webseite geschaut. Naja, mit einem Fully zu fahren, stellt ein weiteres Problem dar. Ich bin immer mit 4 Taschen (vorne zwei, hinten zwei) unterwegs. Für ein Fully einen richtig guten Gepäckträger zu finden, dürfte schwierig werden (aus meine Sicht unmöglich). Es gibt aus meiner Erfahrung eigentlich nur zwei gute Gepäckträger - einmal Tubus und dann noch Blackburn. Alle anderen Gepäckträger habe ich kaputtgerüttelt (ok, bin aber auch meist auf Pisten unterwegs). Und die guten Gepäckträger kann man nur an einem Hardtail befestigen (ohne Federgabel, wenn man vorne Lowrider hat). Die, die mit Fully auf richtigen Pisten unterwegs waren, haben alle ihren Gepäckträger kaputtbekommen - jedenfalls, die die ich kenne.
Ich stehe auch auf dem Standpunkt, einfache Technik kann nicht groß kaputt gehen und wenn, dann kann man die gut durch improvisieren wieder lauffähig bekommen.
Dann mal viel Spaß beim Planen.
toumtoum
PS: für Wassertransport würde ich Ortlieb-Wassersäcke empfehlen (statt Faltkanister, wie du angedacht hast). Die passen besser in die Fahrradtaschen, da sie sich von der Form besser anpassen können.
EquilibreThemenstarter71 Beiträge · seit 200910. Juli 2014 · #7Moin toumtoum,
mmh das mit dem Gepäckträger wird auch noch eine Sache über die ich mir Gedanken machen muss. Die Träger von toppeak halten laut Hersteller nur 7 kg aus.
Hast du Erfahrungen mit dem Pickup von Tubus?
Eine Lenkertasche würde sicher nocheinmal einige Kg auslagern können.
Natürlich würde ich auch eher zu einem Hardtail tendieren, genau aus dem Grund den du genannt hast, es gibt einfach weniger Teile die kaput gehen können. Nun habe ich mich allerdings vor einigen Jahren zu einem Fully bekannt und daher muss es auch so irgendwie gehen.
Auf den Rücken kommen auch nochmal ein paar Kilo.
Zeitig starten ist auch ein ganz klares Ziel, je nachdem wie weit ich komme möchte ich auch Abends noch ein paar Km strampeln.
Die Ortliebwassersäcke sind ein guter Tipp, danke!
BikeAfrica7'296 Beiträge · seit 200610. Juli 2014 · #8Equilibre schrieb:Eine Lenkertasche würde sicher nocheinmal einige Kg auslagern können.
... vor allem ist die super praktisch. Da kommen bei mir alle Wertsachen rein und alles, was man unterwegs öfter mal benötigt (Kamera, Sonnencreme, Taschenlampe ...). Wenn ich einkaufen gehe, kommt die Lenkertasche mit und der Rest bleibt am Rad.
Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
TOtoumtoum319 Beiträge · seit 201210. Juli 2014 · #9Hallo Bella,
mit solchen windigen Gepäckträgern habe ich keine Erfahrung. Da wirken einfach riesige Hebelkräfte auf dein Sattelrohr. Bei Wellblech kommen noch dynamische Kräfte dazu. Weiterhin, wie befestigt man das Gepäck auf solchen "Schutzblechen" - was anderes ist es ja nicht - Seitentaschen gehen da nicht.
Überleg dir erst einmal was du alles brauchst. Ich habe selber auch wenig Klamotten dabei. Aber allein Schlafsack, Isomatte, Zelt (also das würde ich bei drei Monaten def. mitnehmen - außer du übernachtest nur in Lodges - was ich nicht glaube), Kocher, Kochgeschirr, Verbands und erste Hilfekram, Ersatzschlauch, Werkzeug, Lebensmittel (da muß man manchmal für 2-3 Tage Minimum mitnehmen), Waschzeug, auf manchen Strecken Wasser ...
In der Lenkertasche habe ich immer meine Kamera - die muß einfach griffbereit sein, um schnell fotografieren zu können - ok bei mir ist es eine Spiegelreflexkamera. Aber da bekommst du auch nicht viel unter.
Rucksack ist zwar möglich, aber der sollte nicht schwer sein - ich kenn das, denn ich fahr oft in die Berge zum Klettern - Zustieg mit Rad, im Rucksack Expressen, Seil und manchmal auch die Bohrmaschine. Also ich bin immer froh, wenn ich vom Rad absteigen kann. Längere Strecken wären die Hölle für mich.
Mach erst einmal ein Plan, was du mitnehmen willst. Ist auch unklar, wann du genau fahren willst. Abends kann es durchaus kalt werden - da ist dann eine Fleecejacke auch angenehm - zwar kein so großes Gewicht, aber Volumen.
Fully würde mit Anhänger gehen - das wär noch eine Lösung. Da bevorzuge ich dann aber doch lieber die Packtaschen am Rad, weil ich manchmal auch kleine Pfade fahre.
Trotzdem jetzt nicht entmutigen lassen. Einfach mal in Ruhe planen und Möglichkeiten durchspielen.
toum-toum
Habe dir noch eine PN geschrieben.
BikeAfrica7'296 Beiträge · seit 200611. Juli 2014 · #10Zelt (also das würde ich bei drei Monaten def. mitnehmen - außer du übernachtest nur in Lodges - was ich nicht glaube)
... geht auf der Wüstenetappe von Swakopmund zum Sossusvlei ja auch nicht. Zwischen Walvis Bay und Rostock Ritz liegen ungefähr 240 km Piste ohne irgendwas. Je nachdem, wann der letzte Grader die Piste gehobelt hat, ist die Piste sehr unterschiedlich gut oder schlecht. Als ich unterwegs war, war sie schlecht. Ich habe für die Strecke damals drei Tage benötigt, obwohl ich von Sonnenauf- bis -untergang praktisch ununterbrochen geradelt bin. Als Vergleich schreibe ich noch dazu, dass ich anderswo mal 265 km Piste am Stück mit Gepäck geradelt bin.
Ein Zelt würde ich schon alleine wegen der Tierwelt mitnehmen. Gerade im Bereich von Kuiseb, Gaub und anderen Stellen sind Leoparden, Hyänen und Paviane am Start. Ich "tarne" mich da lieber.
Einen an der Sattelstütze befestigten Ge"b"äckträger würde ich auch nicht verwenden wollen. Wenn Du magst, leihe ich Dir meinen BOB Yak. Ich muss allerdings erst einmal sehen, ob der noch ok ist.
Gruß
Wolfgang
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