crockydileThemenstarter172 Beiträge · seit 200701. Apr. 2014 · #1Hallo liebes Forum,
vor ein paar Jahren habe ich mir einen VW-Bus in Namibia gekauft, von einem namibischen Bürger mit namibischen Papieren (das Auto).
Ein T3 Hobo mit dem tollen Audi 2,6 L Motor aus 1. Hand - einfach ein tolles sehr praktisches Reisefahrzeug.
Trotzdem steht der Schnuffel jetzt eigentlich meist rum. 🙁
Weil ich vom Sandbuddeln einerseits die Nase voll hatte und dem Süssen andererseits die ganz harten Pisten nicht mehr zumuten wollte, kam was kommen musste: Familienzuwachs in Form eines Landcruisers.
Da ich den VW-Bus sehr mag und mich dem Rechtslenker auch in D gewachsen fühle, wollte ich den Bulli kurzentschlossen nach D importieren. Containertauglich ist der Kleine ja.
Leider tauchen da jetzt von den Freaks im kontaktierten BulliForum lauter Warnungen auf.
Von wegen, dass das FZ in D keine Zulassung erhalten könne. 😐
Die dienstleistungseifrige Zulassungsbehörde (Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald) schweigt sich auch aus.
Zugegeben: immer nur Abstreicheln ist halt irgendwann auch öd, Fahren will ich ihn natürlich schon auch. 😉
Deshalb habe ich den Import bis zur Klärung gestoppt.
Gibt es zufällig jemanden hier, der solche Importe schonmal durchgefochten hat und einen Rat geben kann ?
Ist es ev. eine Alternative über England zu importieren ?
Lieben Dank schonmal
crockydile
Beste Gruesse
Piet
"Alles ist gut! Solange du wild bist!"
bongolander408 Beiträge · seit 201402. Apr. 2014 · #2Das Problem ist, dass das Fahrzeug noch kein Oldtimer ist, dafür ist es zu jung. Die T3 wurden in den 70ern gebaut. Deine Anlaufstelle ist nicht die Zulassungsbehörde, sondern der TÜV. Wenn es dann eine Einzelabnahme gibt, kannst du das vergessen, das kostet ein Vermögen.
Ich habe das Problem mit einem in Japan gekauften Subaru Forester, den ich nach D importieren möchte. Zoll habe ich ausführlich geschrieben bekommen, aber es gibt immer den Hinweis, dass der TÜV die Genehmigung machen muss. Ds richtig teure ist die Abnahme des Motors wegen der Abgasvorschriften. Bei Oldtimern sieht das etwas anders aus, das geht leichter.
Also noch 15 Jahre warten, dann wird es wahrscheinlich gehen 😄
Johannes
The Schimann Family - Man kommt als Gast und geht als Freund
fordfahrer1'003 Beiträge · seit 200802. Apr. 2014 · #3eigentlich ist das kein Abenteuer:
Einfuhr von außerhalb der EU kostet für den Bus warscheinlich 10% Zoll und mit Sicherheit 19% MWST, allerdings auf den FZG Wert und den Transport.
Das FZG muss die zu Zeiten seiner Erstzulassung in der EU geltenden Abgasvorschriften erfüllen, sonst hast Du keine Chance.
Die restliche Vollabnahme ist vernachlässigbar.
Das mit dem Abgas wird wohl nicht funktionieren. Man kann nicht mal einen neuen Hilux importieren, da die SA Versionen nur EURO2 erfüllen, obwohl sie vom gleichen Band in Durban kommen, wie die EURO5 für Europa.
Ich würde's lassen, oder lass ihn noch 10 Jahre stehen.
Gruss
Christian
ULUlli931 Beiträge · seit 200602. Apr. 2014 · #4Bei einem Import des Fahrzeugs in die EU werden, wie Christian schon schrieb, Zoll und Mehrwertsteuer fällig.
Für die Zulassung des Fahrzeugs benötigst du europäische Fahrzeugpapiere und eine gültige Hauptuntersuchung. Beides kannst du eigentlich nur über eine "Begutachtung für eine erstmalige Zulassung gemäß § 21 StVZO", landläufig auch Vollabnahme genannt, bekommen. Solche Untersuchungen führen alle zugelassenen Prüfstellen durch, meist also der TÜV und die Dekra.
Und mit denen würde ich auch sprechen. Der TÜV macht solche Abnahmen übrigens auch im Ausland (bei der Dekra weiß ich es nicht). Auf Wunsch sorgt der TÜV auch für eine Tageszulassung bei einer seiner darauf spezialisierten Töchter. Damit existieren dann die besagten europäischen Fahrzeugpapiere (jede Zulassungsstelle sieht das Fahrzeug in der Datenbank) und man kann später das Fahrzeug (wann und wo man möchte) endgültig zulassen.
Nun wird es keinen Sinn machen, einen TÜV Prüfer extra wegen des Büsslis nach Namibia fliegen zu lassen. Aber vielleicht ist ja von Zeit zu Zeit ohnehin einer von den Herren da unten und man kann das kombinieren. Es gibt nämlich Firmen, die ihre in D zugelassenen Fahrzeuge in Afrika prüfen lassen.
Ich habe übrigens gerade für die Einzelabnahme eines Fahrzeuges im Ausland einschl,.Tageszulassung ca. 800 Euro gezahlt. Das ist zwar nicht wenig, aber es ist durchaus kalkulierbar.
Aus eigener Erfahrung würde ich bei einem solchen Thema mit den Fachleuten sprechen. Alles andere ist meist eine krude Mischung aus Halbwahrheiten und nachgeplappertem Internetwissen.
Gruß
Ulli
Swakop19522'664 Beiträge · seit 201202. Apr. 2014 · #5Schau mal, ob Du jemanden in England findest der Dir den dort als Einzelabnahme durchdrückt und für einen Monat zuläßt, oder jemanden der Dekra im Osten, oder jemanden vom TÜV im Westen.
Bei der britischen Zulassungsbehörde findest Du auch die Einzelabnahmen für Abgas, Emissionen etc., falls jemand so ein Fahrzeug dort bereits durch bekommen hat. Dann kannst Du die einzelnen Gutachten für wenig Geld zusammen kaufen, die in der deutschen Dienstleistungs-Bananenrepublik unbezahlbar sind (man stelle sich vor, das Kraftfahrt-Bundesamt würde jemals eine solche Dienstleistung dem gewöhnlichen Bürger anbieten!).
Aber Vorsicht:
Beamte in den Zulassungsstellen machen ihre eigene Gesetze und verlangen noch einmal eine Vollabnahme beim TÜV, sie erpressen Dich sogar dafür, um so an alle in deutschen Papieren aufgeführten Daten zu kommen, obwohl das gesetzlich verboten ist für alle Abnahmen, die bereits in einem anderen EU Land durchgeführt worden sind. Das hat mich mit einem Landcruiser aus England schon einen halben Krieg gekostet, bevor die Zulassungsstelle zurückrudern mußte nach Beschwerde beim Verkehrsministerium in Düsseldorf. Aber sie spielen das Spielechen mit jedem Fall erneut auf. Das Gesetz definiert, daß die Behörde verantwortlich ist für das Einholen der Daten, und dann sagen sie Dir, Du könntest warten bis Du grün wirst.
Wir wollten aus der letzten Serie VW Käfer aus SA importieren, Du kannst Dir garnicht vorstellen, welche Pest man sich an den Hals holt. Die aberwitzigen Abgasvorschriften der EU machen alles kaputt, weil der einheimische Markt damit geschützt wird. Suche Dir jemanden beim TÜV oder Dekra der bereit wäre, dir das als Einzelabnahme durch zu bringen. Sprich mit den Zentralen, z.B. TÜV Rheinland in Köln. Der kleine Prüfer an der Prüfstelle hat meistens davon nicht besonders viel Ahnung, da kann man sich meistens die Fragerei sparen.
Manchmal hilft schon eine identische Vollabnahme, frage mal beim KBA an, ob es bereits solche Fahrzeuge auf deutschen Straßen gibt. Dann gibt es den TÜV in Heilbronn, der eine große Sammlung an Fahrzeugdatenblättern hat. Vielleicht gibt es für dieses Fahrzeug bereits ein Datenblatt. Oder frage dort an, wo Du noch suchen kannst.
Übrigens habe ich schon 3 Vollabnahmen machen lassen und nie mehr als 150 Euronen bezahlt. Wenn natürlich ein Emissionsgutachten, elektromagnetische Verträglichkeit etc. dazu kommen, dann werden es schnell mehrere tausend Euronen. Dafür gibt es als Anlaufstelle den TÜV in Essen.
Je besser Du eine Vollabnahme vorbereitest, umso weniger Geld kostet es Dich am Ende.
Viel Spaß!
BikeAfrica7'296 Beiträge · seit 200602. Apr. 2014 · #6bongolander schrieb:Das Problem ist, dass das Fahrzeug noch kein Oldtimer ist, dafür ist es zu jung. Die T3 wurden in den 70ern gebaut.
... die H-Kennzeichen für historische Fahrzeuge gibt es ab einem Fahrzeugalter von 30 Jahren. Baujahr bis 1984 reicht also. Bei Umbauten ist aber zu beachten, dass diese mit damals üblichen Teilen erfolgt sein müssen.
Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
crockydileThemenstarter172 Beiträge · seit 200703. Apr. 2014 · #7WOW, ich sage erstmal allen, die sich die Muehe gemacht haben mir ihre Einschaetzungen und Erfahrungen auszubreiten HERZLICHEN DANK !
Ich habe den ContainerTransport jetzt erstmal auf Eis gelegt.
Ein Anruf bei einem hiesigen TÜV Ingenieur hat mir die Komplexitaet der Materie bestaetigt.
Da war tatsaechlich von zig Einzelueberpruefungen jenseits des Abgastests die Rede.
Incl. einer elektromagnetischen Pruefung, was immer das auch ist.
Hej, eine Schamane in Opuvo hat mir das Buessli laengst von jedem denkbaren Fluch befreit 😉
Der Witz ist, dass ich vor 1 Jahr schonmal angefragt hatte mit der Auskunft, dass der Import kein groesseres Problem sei.
Das ist ws. die relative breite Meinungs- und Entscheidungsfreiheit der Sachverstaenigen vor Ort die Swakop1952 ansprach.
Kennt Ihr dieses WERNER-Comic mit dem Wurstblinker ?
Das ist halt seit jeher so, Tüv ist nicht gleich Tüv.
Zur Not bist Du früher halt wieder heim gefahren, aber in diesem Fall ist mir das zu risky 🙂
Es ist wirklich ein Jammer !
Ein tolles, charismatisches Fahrzeug, in Bestzustand. Der waere hier ideal fuer Hobby und Freizeiteinsaetze.
Und das Ueberholhandycap mit dem Rechtslenker spielt da auch keine Rolle.
Einen Tüv Ingenieur nach Nam einzuladen würde denjenigen ws. den Job kosten.
Vielleicht der Umweg über England.
Aber letztlich habe ich einfach zu wenig Zeit für diese Kommunikationsscharmuetzel.
Da es hier ja nicht nur um Einzelschicksale gehen soll, sondern auch ein Lern- bzw. Informationseffekt fuers Forum gewuenscht ist, werde ich ggf. nachberichten.
Beste Gruesse
Beste Gruesse
Piet
"Alles ist gut! Solange du wild bist!"
BikeAfrica7'296 Beiträge · seit 200603. Apr. 2014 · #8crockydile schrieb:Das ist halt seit jeher so, Tüv ist nicht gleich Tüv.
... und bei der Zulassungsstelle gibt es auch noch regionale Unterschiede/Bestimmungen.
Gruß
Wolfgang
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