ArminThemenstarter2'346 Beiträge · seit 200622. Jan. 2014 · #1Liebe Fomis,
habe mir ein ungewöhnliches Hobby angelacht. Ich sammle Ansichtskarten aus "Deutsch-Südwest-Afrika", die in der Zeit bis 1914 aus dem heutigen Namibia nach Deutschland geschickt und mit einer Briefmarke frankiert worden sind (also keine Feldpost). Dabei habe ich im Prinzip keine philatelistischen Interessen, sondern sehe die Ansichtskarten ganz einfach als Zeitdokumente. So interessieren mich beispielsweise Karten mit originellen, zeitgeschichtlichen Abbildungen oder Ortsabbildungen, die einen Vergleich gestern:heute zulassen. Interessant sind auch die Texte auf solchen Karten, die mehr beinhalten, als "Viele Grüße aus dem schönen Afrika".
Bisher habe ich solche Karten nahezu ausschließlich von professionellen Händlern im bekanntesten Internet-Marktplatz ersteigert/erworben. Wenn jemand andere Quellen kennen sollte, wäre ich für entsprechende Informationen - gerne auch als PMS - dankbar.
Viele Grüße
Armin
travelNAMIBIA33,1k Beiträge · seit 200623. Jan. 2014 · #2Hallo Armin,
Dein Ansprechpartner sollte sein:
Peter's Antiques
P.O. Box 920
Swakopmund
Namibia
Tel/Fax: +26464 405624
www.peters-antiques.com
Viele Grüße aus Windhoek
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
Burschi4'140 Beiträge · seit 200923. Jan. 2014 · #3Hallo Armin,
leider teilst du dieses Hobby mit einigen tausend anderen Sammlern, die ebenfalls gerne neue Quellen haben möchten. DSWA ist das einzige Sammelgebiet, das preislich sich ständig steigert und noch nicht dem allgemeinen Preissturz von Briefmarken und Ansichtskarten verfallen ist. Dabei werden von Sammelanfängern leider auch oft Fantasiepreise bezahlt, besonders auf den einschlägigen Auktionen und Internetanbietern. Man sollte dazu wissen, dass es unheimlich viel Post von DSWA ins Reich gab und besonders die Post aus Afrika oft lange aufgehoben wurde. Im Jahr 1912 z.B. gingen 10,8 Millionen (!) Postsendungen von DSWA ins Reich.
Als ich vor 20 Jahren anfing wie du dieses Gebiet zu sammeln, dachte ich, es sei überschaubar. Weit gefehlt! Es gibt von einigen Fotografen (z.B. Staebe Karibib oder Nink Windhoek) eine riesige Zahl von Fotos, die heute den Dachbodenkramern leider hohe Gewinne einbringen und leider dann wieder in Alben verschwinden. Es gibt aber eine Reihe von Sammlern, mit historischem Interesse, die dann auch immer wieder Beitrage mit Bildern veröffentlichen. In Namibia ist dies z.B. Andreas Vogt, der in sehr lobenswerter Weise historische Forschung betreibt.
Wenn bei dir auch ein solches Interesse besteht und dies nicht nur ein Aufruf ist, um billig an alte AK zu kommen, so wäre es durchaus sinnvoll auch in Deutschland einen solchen Arbeitskreis einzurichten. Aber abgesehen davon gibt es ja auch unter den Kolonialsammlern schon einige, die immer wieder zu bestimmten Themen, wie z.B. der Eisenbahn in DSWA hervorragende Arbeit leisten.
Peters Antiques ist vor einiger Zeit auch auf den Zug aufgesprungen und verkauft Repros alter AK, die z.T. im Internet auch als Originale angeboten werden.
Gruß:
Burschi
21x Namibia, 6x Botswana, 6x Südafrika, 4x Simbabwe, 2x Sambia, 1x Tansania, 2x Kenia, 1x Mauritius, 1x Sansibar
joli3'491 Beiträge · seit 200623. Jan. 2014 · #4Hallo Armin,
als Quelle käme m.E. auch die NWG (Namibia Wissenschaftliche Gesellschaft) in Windhoek in Betracht, wobei mir nicht bekannt ist, wir groß der Fundus dort ist und ob die überhaupt Originale verkaufen. Aber fragen kann man ja mal.
Gruß Joli
travelNAMIBIA33,1k Beiträge · seit 200623. Jan. 2014 · #5Hallo Armin,
ich noch mal 😉
Ein guter Ausgangspunkt dürfte auch die Sam-Cohen-Bibliothek in Swakopmund sein (
http://www.swakopmund-museum.de/d-bibliothek.htm).
Viele Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
Swakop19522'664 Beiträge · seit 201223. Jan. 2014 · #6Die größte und schönste Sammlung die ich kenne befindet sich bei einem Privatsammler in Windhoek.
Der Besitzer gibt ggf auch Doppelte ab. Bedingungen müßtet Ihr untereinander ausmachen.
Schicke mir Deine eMail Addi als PM, dann leite ich Dir den Kontakt in die Wege.
H.
ArminThemenstarter2'346 Beiträge · seit 200623. Jan. 2014 · #7Hallo Burschi,
vielen Dank für deine Anmerkungen (und auch für deinen Tipp, Christian). Bin bis jetzt recht naiv an das Sammelthema "Ansichtskarten aus DSWA" herangegangen und daran wird sich wohl auch nicht viel ändern. Geld spielt dabei natürlich eine Rolle. Da ist mir aber auch die Tatsache nützlich, dass ich kein Philatelist bin, der bereit ist, sehr viel Geld für irgendwelche ausgesuchten Stücke hinzulegen. Davon habe ich einfach keine Ahnung und ich kann oft nicht verstehen, warum eine bestimmte Ansichtskarte für 10-15 Euro weggeht und eine andere, die sich vielleicht nur durch einen bestimmten Poststempel davon unterscheidet, für mehrere Hundert.
Mich interessiert eher eine Stadtansicht von Swakopmund, von der ich sagen kann, dass ich da heutzutage selbst schon gestanden habe oder eine Reiterszene mit dem damaligen Erzfeind Hendrik Witbooi oder eine textlich verbrämte Szene von einem Herero-Überfall auf eine Farm, was später letztendlich zur Schlacht am Waterberg führte. Also Dinge, über die ich in geschichtlichen Abhandlungen schon viel gelesen habe. Und solche Ereignisse und Situationen werden durch die beschrifteten und verschickten Ansichtskarten eben auf eine ganz persönliche Ebene heruntergebrochen. Das ist es, was mich primär interessiert. Was waren das für Menschen, die vor über 100 Jahren diese Post verschickt oder empfangen haben? In welchen Situationen lebten sie? Da ist es mir egal, ob an der Briefmarke ein Zacken fehlt oder ob die Karte ein Eselsohr hat.
Gerade die handschriftlichen Texte auf den Karten interessieren mich, auch wenn sie zensurbedingt meist nicht sehr in die Tiefe gehen. Da die meisten Texte natürlich in Sütterlin und dann auch noch nicht immer in der besten Handschrift geschrieben worden sind, ist es mit dem Entziffern allerdings oft nicht so einfach. Bisher konnte mir meine 90jährige Schwiegermutter oft noch helfen, aber die Augen lassen doch immer mehr nach. Habe mir aber auch schon etliche Karten von der Sütterlin-Schreibstube der AWO in Konstanz gegen eine kleine Spende übersetzen lassen. Das sind für die natürlich auch ganz interessante Aufträge.
Werde mich also weiterhin unter meinen ganz persönlichen Prämissen zu dem Thema umschauen und bin nach wie vor an weiteren Tipps für alternative Quellen interessiert.
Viele Grüße
Armin
Burschi4'140 Beiträge · seit 200923. Jan. 2014 · #8Hallo Armin,
du hast ja geschrieben, dass du keine Feldpost, sondern nur Karten mit Briefmarken verschickt suchst.
Da soltest du bei dem genannten Interesse ein wenig differenzieren. Viele Texte der Karten - ich kann Süterlin ganz gut lesen - sind inhaltlich völlig belanglos. Unter 200 Karten findets du vielleicht eine mit einem interessanten Text. Standardtext ist nämlich: "Habe deinen Brief erhalten, mir geht es gut, bin gesund und munter." Das gilt auch für die Feldpost, die ja portofrei war und häufig nur der Nachricht diente, dass der Sender noch am Leben ist.
Postkarten waren in DSWA auch ein großes Geschäft, weil eben viel geschrieben wurde und keine andere Kommunikationsmöglichkeit (Telegramm viel zu teuer!) gab. Daher gibt es von vielen Motiven (z.B. Kaiser Wilhelm-Str. in Windhoek oder auch Hereros aus Seeeis) eine sehr große Zahl. Die kannst du dann heute für unter 10 Euro kaufen. Dann würde es aber auch reichen, wen du dir ein Buch DSWA in alten Ansichten - davon gibt es einige - zulegst.
Historisch viel interessanter aber sind nicht Postkarten, sondern Fotos, denn die zeigen oft nur einmal eine Farm oder ein Gebäude, das zum Verschicken auf nicht so großes Interesse gestoßen ist. Die sind dann selten und werden von Sammlern auch entsprechend bezahlt. Richtig teuer wird ein Stück dann, wenn es von einem kleinen Postamt stammt, das nur kurze Zeit geöffnet war und von dem nur wenige Versandstücke bekannt sind. Dann geht der Preis schon mal in eine 4stellige Summe und bedeutet für manche, die nicht aufs Geld schauen müssen, auch eine Kapitalanlage.
Wenn du was ganz Bestimmtes suchst - natürlich nicht gleich 100 Motive - dann kannst du mir gerne eine PM schicken und ich besorge dir ein Scan, habe wohl so um die 2000 Ansichten aus dieser Zeit.
Gruß:
Burschi
21x Namibia, 6x Botswana, 6x Südafrika, 4x Simbabwe, 2x Sambia, 1x Tansania, 2x Kenia, 1x Mauritius, 1x Sansibar
ArminThemenstarter2'346 Beiträge · seit 200623. Jan. 2014 · #9...kleines Recherche-Ergebnis am Rande: Die Postlaufzeit für Ansichtskarten von Namibia (DSWA) nach Deutschland hat sich in den letzten 100 Jahren praktisch nicht verändert. Damals lags zwangsläufig an der Fahrtzeit der Postschiffe - und heute??? 😐
Gruß
Armin
Swakop19522'664 Beiträge · seit 201223. Jan. 2014 · #10Armin schrieb:...kleines Recherche-Ergebnis am Rande: Die Postlaufzeit für Ansichtskarten von Namibia (DSWA) nach Deutschland hat sich in den letzten 100 Jahren praktisch nicht verändert. Damals lags zwangsläufig an der Fahrtzeit der Postschiffe - und heute??? 😐
Gruß
Armin
....hängt es ab vom Arbeitseifer der Postangestellten, und der ist auch nicht schneller als der der alten Dampfschiffe!
Christian S.216 Beiträge · seit 200927. Jan. 2014 · #11Hallo Armin,
wenn Dich das Thema interessiert, schau Dir vielleicht auch einmal das Buch von Andreas Vogt "Mit Gutferngruss" an. Er bildet viele Karten ab und schreibt auch einiges dazu, ich denke, das waere fuer Dich recht lohnenswert.
http://www.namibiana.de/de/mit-gutferngruss-historische-fudge-postkartensammlung-ehemaligen-schutzgebiet-deutsch-suedwestafrika.htmlViele Gruesse,
Christian