URUrsulaThemenstarter126 Beiträge · seit 200628. Dez. 2006 · #1Hallo allerseits.
Mich würde interessieren, ob jemand in den letzten 2 Monaten auf Harnas war. Sei es als Besucher oder als Volontär. Da im November dort das deutsche Fernsehen filmte, wird diese Farm ja wieder in aller Munde sein!Vielleicht gibt es ja jemanden, der sich über diese Farm und was dort abläuft eine Meinung gebildet hat und sie uns mitteilen möchte.<br><br>Post geändert von: Ursula, am: 28/12/2006 17:32
joli3'491 Beiträge · seit 200628. Dez. 2006 · #2Hallo Ursula,
ich bin da ein bisschen inder Zwickmühle, weil wir noch nicht auf Harnas waren - und vermutlich auch nie hinkommen werden. Warum nicht ? - Nach allem, was wir von Besuchern und Einheimischen darüber gehört haben bzw. im Fernsehen davon gesehen haben, gibt es nichts, was uns dort hinziehen würde. Es ist immer schwierig, sich eine Meinung nach den Erfahrungen anderer zu bilden - aber da man ja unmöglich alles selbst ausprobieren kann, bleibt einem ja gar nichts anderes übrig.
Guten Rutsch und viele Grüße
Joli
URUrsulaThemenstarter126 Beiträge · seit 200629. Dez. 2006 · #3Danke Joli für deine Antwort. Vielleicht kommt doch noch etwas von jemanden, der schon dort war. Ich kenne nämlich Harnas und möchte gerne heraus finden, wo ich mit meiner Meinung stehe - obwohl ich deinen Worten schon entnehmen kann, dass du nicht eben eine gute Meinung hast. Ich finde es irgendwie schade, dass ich auch bei der Stichworteingabe nur diverse Andeutungen gefunden habe. Na ja, vielleicht verfasse ich einen ausführlicheren Bericht.Aber ich bin mir noch nicht sicher, ob es denn überhaupt jemanden interssiert.
Guten Rutsch
Ursula
Chrigu7'267 Beiträge · seit 200629. Dez. 2006 · #4Hallo Ursula
Wir waren letzten September auf Harnas. Einfach mal um uns eine eigene Meinung zu bilden. Wir haben zwei Nächte auf dem Campingplatz verbracht und einmal im Restaurant gegessen. Während der zwei Tage waren wir die einzigen regulären Gäste, es waren aber ca. 12 Working Guests da.
Als Gäste haben wir uns von der Gruppe der Working Guest als „Ausgeschlossene“ gefühlt.
Wir haben die beiden Fütterungstouren mitgemacht die wir als interessant aber zum fotografieren (mit unseren Ansprüchen) als nur bedingt geeignet empfunden haben. Während der Touren haben wir viele Informationen zu den Tieren erhalten und auch weshalb Sie sich da und in Gehegen befinden. Das macht meist Sinn, einiges konnten wir aber so nicht ganz nachvollziehen. Der Kontakt zu den jungen Katzen (Geparden, Löwe) ist natürlich besonders schön (jöö-Faktor) hinterlässt aber auch einige Gedanken nach dem Sinn.
Es gibt einige interessante Projekte wie z.B. der Versuch Wildhunde auszuwildern. Ob das je zu funktioniert steht aber auf einem anderen Blatt.
Die meisten Eindrücke haben natürlich die Tiere hinterlassen, sei es die Zebramangusten die um einen herumwuseln, das Warzenschwein das zum Streicheln vorbeikommt oder die vielen Haus- und Wildkatzen die überall zu sein scheinen.
Der Campingplatz hat uns gut gefallen. Speziell dass Oryx, Springbock, viele Katzen und auch Zebramangusten zu Besuch kamen. Dass am einen Morgen die Paviane aus dem angrenzenden Gehege bei uns auf dem Campingplatz waren und am nächsten Morgen dafür die Wildhunde bei den Pavianen hinterlässt allerdings einen negativen Eindruck von den Elektrozäunen.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass wir einige Eindrücke mitgenommen haben und wir auch wieder mal für zwei Nächte bleiben würden, wenn wir sowieso in der Nähe sind. Harnas ist aber recht abgelegen und extra hinfahren werden wir demnächst sicher nicht.
Herzliche Grüsse
Chrigu
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Carsten Möhle1'287 Beiträge · seit 200629. Dez. 2006 · #5Sehr geehrte Ursula,
bei der Farm Harnas handelt sich es im wesentlichen um ein "Tieraltersheim". ( und hat damit ebenso eine Berechtigung )
Die Masse der Tiere sind - gesetzlich vorgeschrieben - nicht mehr Fortpflanzungsfähig und stehen daher für die Arterhaltung nicht mehr zur Verfügung. Die Spannbreite der Aufenthaltsräume und Beobachtungsplätze ist von Käfig, Gehege, Freigelände und mittendrin.
Die Tierklinik ist hervorragend. Die Gelegenheiten zu Berührung mit Tieren sind rechtlich in Namibia nach mehreren Vorfällen sehr eingeschränkt.
Es ist im wesentlichen noch ein Familienbetrieb der van der Merwes.
Bei den volunteers bin ich sehr gespaltetener Ansicht, weil Engagement und Qualifiaktion oft nicht unter dem selben Hut zu finden sind.
Hervorragend ist das Engagement im Bereich der Aufzucht von Wildhunden wenn auch die beiden bisherigen Auswilderungsversuche in Etosha gescheitert und im Khaudom bedingt erfolgreich waren.
Ebenso vorbildlich ist die Buschklink für die Buschleute der Region Epukiro, die von der Harnas Foundation großzügig personell und materiell unterstütz wird.
Durch eine großzügige Spende von "Brangelina" wird wohl demnächst eine Außenstelle zwischen Windhoek und dem Internationalen Flughafen errichtet werden, um besser auf das Projekt hinzuweisen.
Mit sonnigen Grüßen aus Paderborn
Carsten Möhle
URUrsulaThemenstarter126 Beiträge · seit 200629. Dez. 2006 · #6@chirgu: bezüglich Fotografieren kann ich dir nur recht geben. In jedem halbwegs moderen Zoo sieht man die Tiere besser als durch einen hohen Zaun.
Die"working guests" werden bewußt von den "Normalen" Gästen ferngehalten, wohl um sie ihnen nicht zuzumuten! Zahlen müssen die Working guests natürlich auch. Klar, Unterkunft und Verpflegung kann nicht gratis sein. Alledings: waren es früher so um die10, können es jetzt 25 sein, die sich gegenseitig auf die Füße steigen, weil gar nicht so viel Arbeit anfällt.
Die Vermutung liegt also nahe, dass man sehr wohl das Geld der working guests schäzt, denn die anderen Gäste kommen ja nicht gerade in Scharen.
@carsten: dass Harnas quasi ein Altersheim ist, kann ich nur bedingt zustimmen. Abgesehen davon, dass dort immer wieder Löwen und Geparden zur Welt kommen, nimmt man z.B. auch junge Erdmännchen aus ihrer Familie, die dann den Tag und die Nacht in den Betten der Volontäre verbringen(müssen) Damit wird das Kuschelbedürfnis der jungen working guests bzw. der Touristen befriedigt, aber ist es artgerecht?? außerdem wird die restliche Familie natürlich gefüttert, wahrscheinlich deshalb, damit sie sich nicht selbst ihr Futter suchen können und somit für die Touristen nicht mehr verfügbar sind.
Das Wildhundprojekt erachte auch ich als positive Sache, allerdings scheint mir hier der fundierte, wissenschaftliche Ansatz zu fehlen.
Wie mit diversen Spenden wohlmeinender Europäer umgegangen wird ist sowieso nicht nachvollziehbar. Ich hege begründete Zweifel, dass diese immer so verwendet werden, wie sie von den Spendern gedacht waren.
Guten Rutsch
Ursula
SCSchrupschlumpf1 Beiträge · seit 200615. Jan. 2007 · #7Hallo Ursula,
ich gehöre zu den "working guests", war von Ende November - Dezember nun schon zum zweiten Mal auf Harnas.
Es ist richtig, dass seit Anfang November ein Filmteam aus Deutschland dort für eine Serie dreht, die im Sommer dieses Jahres ausgestrahlt werden soll.
Ob die Farm damit allerdings in aller Munde sein wird, wage ich zu bezweifeln, denn im Mittelpunkt der Dreharbeiten stehen hauptsächlich 6 junge Deutsche Anfang 20, die während ihrer "Arbeit" auf Harnas über einen Zeitraum von ca. 3 Monaten begleitet und beobachtet werden.
Wie ich selbst mitbekommen habe, dient Harnas hier eher als reine "Location", der Sinn und Zweck der Farm wird wohl eher im Hintergrund stehen - Leider! Dies war so nicht mit der Farm abgesprochen, doch angeblich zieht eben eine "docu soap", von denen es offenbar noch immer nicht genug gibt, immer noch mehr Zuschauer an, als eine reine informative Dokumentation.
Es ist auch richtig, dass im Moment relativ viele Voluntäre zur gleichen Zeit auf Harnas arbeiten, dies wird sich aber in den nächsten Wochen ändern, da man vorhat die Voluntär-Gruppen zu teilen und an zwei verschiedenen Standorten zum Einsatz kommen zu lassen. Dies ist übrigens auch der Hauptgrund, dass der Kontakt der"working guests" zu den normalen Gästen ganz bewußt etwas zurückgeschraubt wird, da man verhindern möchte, dass sich (z.T. teuer) zahlende Gäste von der großen Zahl der jungen Voluntäre gestört fühlen könnten.
Über den Sinn und Un-Sinn mancher Harnas-Aktionen kann man sicher streiten, doch für tierbegeisterte Menschen, die auf normalem Wege niemals die Gelegenheit haben, so nah mit wilden Tieren zusammenzuarbeiten, ist Harnas nach wie vor ein Paradies. Und dass man auch für den Aufenthalt als Voluntär einen ordentlichen Batzen Geld hinlegen muß, empfinde ich persönlich gar nicht mal schlecht. Auf diese Weise ist jeder gezwungen, sich VORHER zu überlegen, ob ihm die Erfahrungen mit wilden Tieren den Betrag wert sind oder nicht, und Leute, die "einfach nur mal 'nen Löwen streicheln wollen" bleiben eher fern.