Botswana zu teuer?

21 Antworten · 5'425 Aufrufe · gestartet 19. Apr. 2013 von ron74
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Themenstarter324 Beiträge · seit 200819. Apr. 2013 · #1
Hallo,

nachdem nun unsere Tour schon wieder 4 Monate her ist, ich immer viel über die zu teuren Preise in Botswana lese und ich aber nicht dazu komme, eine ausführlichen Reisebericht zu schreiben, hier jetzt mal ein paar kurze Eindrücke.

Wir waren mit 8 Erwachsenen und 4 Kindern unterwegs, legten keinerlei Wert auf Luxus, wohl aber gerade wegen der Regenzeit zumindest gelegentlich auf feste Unterkünfte. Das Gefühl in irgend einer Weise abgezockt zu werden, hatten wir nie. Wir hatten wegen der Gruppengröße diesmal zum ersten mal alles vorgebucht, trotzdem ging einiges schief.

1. Ghanzi Trailblazer
Obwohl wir viele Bestätigungen hatten, wusste bei unserer Ankunft niemand von etwas. Es wurde dann aber ganz schenll alles organisiert und wir konnte teilweise noch von den Buschmannhütten (sehr einfach) auf die Bungalows mit offenen Duschbereich wechseln. Am darauffolgenden Tag dann der Buschmannwalk. Absolut interessant. Leider war dort vor kurzem ein Buschbrand, so dass die Landschaft nicht so schön war wie Grashoek. Genaue Preise kann ich nicht mehr sagen, wir waren aber positiv überrascht, d.h. üblicherweise unter 100,00 pro Zimmer.


2. Swampstop / Pebere Island
Das war ein Tip von einem Kapstädter Freund und zweifellos einer der Höhepunkte unserer Tour. Swampstop ist ja eher ein Anglercamp und so eher Durchschnitt. Die haben aber auch diese Privatinsel im Delta, mit festen Bungalows und allem drum und dran, wo wir zwei Tage davon waren. Man fährt ca. 4 Stunden mit dem Boot dahin.

Gesamtpreis für 12 Leute und drei Tage (Unterkunft, Transfer, Vollverpflegung, Mokoro, den ganzen Tag Guide, Putzfrau und Köchin und Getränken war 1.700,00 EUR). Das kann man in anderen Camps wohl pro Tag und Zimmer zahlen.

Hier nur mal ein paar Eckpunkte:

1. Die Insel liegt super schön an einer Lagune. Allein die Fahrt dahin ist schon lohnenswert.
2. Auf der Insel lebt nur ein Manager, der uns bei Ankunft erklärte, es gebe kaum Tiere. Eine Stunde nach Ankunft waren wir mit unserem Guide vielleicht 100m vom Camp weg und haben schon Unmengen an Elefanten gesehen. Die kammen dann abends bis ins Camp. Sonst Büffel und so ziemlich alles außer Raubkatzen
3. Die Bungalows sind aus Sperrholz, vielleicht nicht besonders schön, aber zweckmäßig und nachdem unser eigene Putzfrau nach unserer Ankunft 3 Stunden alles sauber gemacht hatte, auch absolut tadellos. Der Preis dafür war 700,00 Pula pro Zimmer (!).
4. Am nächsten Tag Mokoro. Man läuft ca. 1/2 Stunde über die Insel und kommt dann irgendwie auf eine andere Insel. Obwohl das ja da eigentlich noch nicht das richtige Delta ist, war es landschaftlich genauso.
5. Alles ein bischen chaotisch. MAn sollte alles mit Theo, dem Eigentümersohn per email abklären. Wir hatten den Eindruck, dass auf der Insel kaum jemand ist. Uns wurde auch versichert, dass die Insel eine Bar hat. Glücklicherweise hatte ich nachgefragt, was es da so alles gibt. Die Antwort:"Nichts, man müsse alles mitnehmen". Haben wir dann noch gemacht.

Insgesamt traumhaft! Auch der Preis, umgerechnet für 3 Tage nicht einmal 150,00 EUR/P.


3. Maun
Hier waren wir etwas spät dran und haben letzlich nur noch etwas in dem großen Hotel (?) mitten im Ort bekommen, da einige Leute immer eine feste Unterkunft wollten. Der Großteil war beim Camping (Preis kaum der Rede wert, Kinder frei). Eine Familie in einem Gartenbungalow (ca. 80 EUR). Extra Wohn- und Schlafbereich mit Küche, sehr gepflegt.

Tagesausflug Moremi bis Third Bridge. Trotz viel Regen und Wasser sehr schön. In Third Bridge hätten wir einen Platz bekommen können (ohne Buchung). Auch gibt es dort jetzt feste Zelte, die etwas abseits und sehr schön liegen. Preise kenn ich nicht. Die Parkgebühren fand ich ok.

4. Elephant Sands (Nata)
Das war eher eine Notlösung, da wir uns entschieden hatten mit den Kindern am 23./24.12. nicht unbedingt durch Moremi /Chobe zu gehen. Wir erklärt man den Kindern, wenn man am 24.12. in einer Schlammpfütze steckt?

Elefanten: ohne Ende. Auch im Camp! Das ist ein Wasserloch, welches ich Okaukeju jederzeit vorziehen würde. Die Elefanten kommen und gehen und kommen quasi direkt an die Terasse heran. Am Tag vorher waren wohl viele Wildhunde da, die wir leider nicht mehr gesehen haben.

Auch hier kosten die geschmackvollen Unterkünfte ca. 80,00 EUR / pro Zimmer. Das Abendbuffet ca. 10 EUR sehr schmackhaft. Am Tag darauf wollten wir etwas machen. Die bieten auch Touren in den nahe gelegenen Nationalpark (der aber in weiten Teilen abgebrannt war - von Maun nach Nata) an. Man empfahl uns aber einfach einen Weg über einige Farmen zu verschieden Wasserlöchern und Pfannen in der Nähe. Wir hatten zwar erst etwas Angst uns zu verfahren. Es war aber super und wir haben so viele Tiere gesehen und das alles umsonst!

Jederzeit wieder!

5. Kasane
Hier waren wir dann wieder in unserer altbekannten Chobe Safari Lodge! Die Familienszimmer (Safari-die Neuen) sind einfach unschlagbar. 120,00 EUR mit 2 Schlafzimmern, das gibt auch den Eltern mal ein bisschen Spielraum.


Die Beschreibung ist zwar sicher etwas kurz. Fall jemand Frage hat, kann er die gerne stellen. Ich habe auch Bilder, weiß aber nicht so, wie man die einfügt.

Alles in allem kann man sagen: Botswana teuer? Es kommt drauf an - wenn man sich aber ein bisschen umschaut überhaupt nicht.

Einen schönen Abend aus dem herbstlichen CPT.

Ronald
zuletzt bearbeitet 20. Apr. 2013
4'451 Beiträge · seit 200819. Apr. 2013 · #2
hallo Roland,

vielen Dank für diese super Beschreibung. Wir empfanden Botswana auch nicht als zu teuer.

Du schreibst :

4. Elephant Sands (Nata)
Das war eher eine Notlösung, da wir uns entschieden hatten mit den Kindern am 23./24.12. nicht unbedingt durch Moremi /Chobe zu gehen. Wir erklärt man den Kindern, wenn man am 24.12. in einer Schlammpfütze steckt?

Elefanten: ohne Ende. Auch im Camp! Das ist ein Wasserloch, welches ich Okaukeju jederzeit vorziehen würde. Die Elefanten kommen und gehen und kommen quasi direkt an die Terasse heran. Am Tag vorher waren wohl viele Wildhunde da, die wir leider nicht mehr gesehen haben.

Auch hier kosten die geschmackvollen Unterkünfte ca. 80,00 EUR / pro Zimmer. Das Abendbuffet ca. 10 EUR sehr schmackhaft. Am Tag darauf wollten wir etwas machen. Die bieten auch Touren in den nahe gelegenen Nationalpark (der aber in weiten Teilen abgebrannt war - von Maun nach Nata) an. Man empfahl uns aber einfach einen Weg über einige Farmen zu verschieden Wasserlöchern und Pfannen in der Nähe. Wir hatten zwar erst etwas Angst uns zu verfahren. Es war aber super und wir haben so viele Tiere gesehen und das alles umsonst!

Jederzeit wieder!


Absolut richtig, so haben wir es auch erlebt. Die Windhunden hatten zu der Zeit Jungen, deswegen haben wir die auch nur gehört. Wir hatten sogar das Glück am Wasserloch einen Leoparden zu sehen.

Bilder einfügen schreibe ich Dir eine pm.

Liebe Grüße
Cécile 🙂
"I never knew of a morning in africa when I woke up and was not happy". Ernest Hemingway Reisebericht:2010 "Nach 4 Anläufen als Selbstfahrer in Namibia" http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/140297-nach-4-anlaeufen-als-selbstfahrer-in-namibia.html Reisebericht 2011 Eine neue Erfahrung.... http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/187663- eine-neue-erfahrung.html 2007 ,2008 ,2009 2mal ,2010,2011 Namibia Botswana. 2011 Shanghai, 2012 Florida Virgin islands Karibik. 2012 Namibia und KTP 2013 Das erste Mal Südafrika Kruger NP 2014 Kapstadt und Kruger NP 2015 Kruger National Park 2016 kruger National Park 2017 Kruger National Park 2 KLICKS auf die "SONNE" und man liest den Reisebericht OHNE Kommentare !!!!!
1'667 Beiträge · seit 200919. Apr. 2013 · #3
Hallo, Ronald

Botswana ansich ist nicht teuerer als andere Länder im südl. Afrika.
Ausser natürlich die Lodges im Delta.
Aber,
ich denke, mit dem teuren Botswana sind die Preise von den Campsites in den Nationalparks gemeint. 50 US$ pro Person und Tag.
Und das sind keine Luxus Zeltplätze.

LG
Birgitt
Der Erde eine Stimme geben REISEBERICHT 4 1/2 WOCHEN BOTS UND NAM REISEFOTOS UND KURZER BERICHT: UGANDA IM LAND DER KOCHBANANEN REISEBERICHT : ZIMBABWE - NOVEMBER 2012 REISEBERICHT : ZIMBABWE - NOVEMBER 2013 2014 Griechenland 2015 Austria und Griechenland 2016 Costa Rica und Panama 2017 Bretagne und Griechenland
Gast19. Apr. 2013 · #4
Hallo,
Birgitt schrieb:Botswana ansich ist nicht teuerer als andere Länder im südl. Afrika.
Ausser natürlich die Lodges im Delta.
Aber,
ich denke, mit dem teuren Botswana sind die Preise von den Campsites in den Nationalparks gemeint. 50 US$ pro Person und Tag.
Und das sind keine Luxus Zeltplätze.
Genau so ist es. Es hat glaube ich niemand pauschal behauptet, dass Botswana teuer ist, insofern muss sich auch niemand Mühe geben, diese gar nicht aufgestellte Behauptung zu widerlegen. Kritik gibt es u.a. an den Preisen der mittlerweile privatisierten Campsites in den meisten Nationalparks im Norden. Die dort aufgerufenen Preise sind auch für mich Abzocke. Daneben gibt es in Botswana aber auch noch interessante Optionen zu bezahlbaren Preisen.

Beste Grüße

Guido
zuletzt bearbeitet 19. Apr. 2013
Themenstarter324 Beiträge · seit 200819. Apr. 2013 · #5
@Guido: Ich wollte damit nicht etwas wiederlegen, was so generell nicht behauptet wurde. Seid ich seit den 90zigern jedes Jahr nach Afrika fliege, hatte Botswana aber im Vergleich zu Nam schon immer etwas exklusives (vielleicht ja auch nur subjektiv). Vielleicht ist ja der Titel meines Beitrags etwas missverständlich.

Ich wollte eigentlich nur auf diese günstigen Alternativen hinweisen. Gerade auch, wenn Du mit Kindern unterwegs bist, erhöht sich der Gesamtpreis bei manchen Angeboten schnell mal um 50 oder 100 % (Etosha?). Das war bei den genannten Stellen nicht der Fall. Gerade auch Pebere scheint noch kaum jemand zu kennen. Ich hatte im Vorfeld auf meine Anfrage im Forum keine (!) Antwort erhalten.

Bei den Campingplatzen kann man natürlich diskutieren. Wenn ich allerdings Third Bridge gesehen habe so gibt es ja da mittlerweile ein kleines "Rangerdorf". Dass muss natürlich bezahlt werden und ist kaum mehr mit der alten Hütte vergleichbar, die man da immer noch halb überwuchert sehen kann. 10 Plätze x 2 x 50 US$ ergibt halt nur 1.000,00 US$.

Ich persönlich hatte jedenfalls vielmehr in Nam den Eindruck, dass das Preis-Leistung-Verhältnis nicht mehr stimmt. Ich habe aber auch dort eine wunderbare Zeit verbracht, so dass ich das hier gar nicht ansprechen möchte.

Ronald
Gast19. Apr. 2013 · #6
Hallo Ronald,

ja in Namibia passt das Preis-Leistungsverhältnis an einigen Stellen auch nicht, aber zumindest bei Campsites gibt es da noch nicht solche Auswüchse wie teilweise in Botswana und Zimbabwe. Ich kenne jedenfalls keine Campsite in Namibia, die für 2 Personen 100 USD kostet und sich dabei noch das Recht vorbehält, einem 2 weitere Auto und entsprechend viele Personen mit auf die gebuchte Campsite zu stellen.

Ich habe auch jedes Verständnis dafür, wenn in wirklich entlegenen Gegenden mit hohem logistischen Aufwand hohe Preise berechnet werden (Standardbeispiel Serra Cafema). Aber bei einer Campsite wie z.B. Khumaga, die nicht so Remote liegt und wo außer ab und an mal eine Rolle Klopapier und eine Pulle Kloreiniger rein gar nicht herangeschafft werden muss, fehlt bei mir die Akzeptanz für die aufgerufenen Preise.

Gefreut hat mich an Deinem Bericht, dass es auch mal wieder eine positive Stimme zu Elephants Sands gibt. Die kamen zuletzt ja meistens eher schlecht weg. Vom südafrikanischen Getaway-Magazin wurde Elephants Sands vor Kurzem übrigens unter die 10 besten Wasserlöcher im südlichen afrika gewählt.

Beste Grüße

Guido
Themenstarter324 Beiträge · seit 200820. Apr. 2013 · #7
Hi Guido,
da hast Du recht! Versuche aber mal nach der afrikanischen Philosophie auch im Schechten das Gute zu sehen:

1. 100 US$ für eine Familie pro Tag sind für uns Europäer immer noch ok?!
2. Man hätte dort auch eine Lodge (ohne Camping) für 300,00 EUR p/p bauen können. Dann hätte es sich für die meisten von uns vollständig erledigt!

Ich denke beispielsweise selbst an die schlimmsten Plätze auf meinen Touren im nachhinein gerne zurück. Es gibt nichts Besseres, als solche (grausigen) Geschichten zu erzählen! Deshalb wird es einen wirklich überteuerten, unakzeptablen Platz für mich nicht (mehr) geben.

Vg aus dem spätsommerlichen CPT.

Ronald
Themenstarter324 Beiträge · seit 200820. Apr. 2013 · #8
Bilder sagen mehr als 1000 Worte - hier mal eine Abendstimmung von Elephant Sands.

Was die angesprochenen (schlechten) Berichte angeht, folgende Geschichte: Meine Frau kam schreiend aus unserem Bungalow, dass da eine Ratte wäre 😮. Es stellte sich dann als etwa wie eine "Wüstenmaus" heraus. Ich weiß nicht, wer mehr Angst hatte: Meine Frau oder die Maus? Wir konnten sie dann aber vertreiben (die Maus!).

Vg

Ronald
4'451 Beiträge · seit 200820. Apr. 2013 · #9
Hallo,

Guido schreibt :

Gefreut hat mich an Deinem Bericht, dass es auch mal wieder eine positive Stimme zu Elephants Sands gibt. Die kamen zuletzt ja meistens eher schlecht weg. Vom südafrikanischen Getaway-Magazin wurde Elephants Sands vor Kurzem übrigens unter die 10 besten Wasserlöcher im südlichen afrika gewählt.

genau das haben wir auch im Südafrikanischen Gateaway Magazin in Johannesburg am Flughafen kürzlich gelesen. 🤩
Wir sind froh , das wir das auch so life erleben konnten.
Botswana und Elefant Sands werden wir sicherlich nochmals besuchen.

Liebe Grüße
Cécile 🙂


k-WasserlochMR002_2013-04-20.JPG
"I never knew of a morning in africa when I woke up and was not happy". Ernest Hemingway Reisebericht:2010 "Nach 4 Anläufen als Selbstfahrer in Namibia" http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/140297-nach-4-anlaeufen-als-selbstfahrer-in-namibia.html Reisebericht 2011 Eine neue Erfahrung.... http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/187663- eine-neue-erfahrung.html 2007 ,2008 ,2009 2mal ,2010,2011 Namibia Botswana. 2011 Shanghai, 2012 Florida Virgin islands Karibik. 2012 Namibia und KTP 2013 Das erste Mal Südafrika Kruger NP 2014 Kapstadt und Kruger NP 2015 Kruger National Park 2016 kruger National Park 2017 Kruger National Park 2 KLICKS auf die "SONNE" und man liest den Reisebericht OHNE Kommentare !!!!!
391 Beiträge · seit 200820. Apr. 2013 · #10
Wie teuer ist denn Botswana geworden?

Wir waren 2008 dort und haben in den Nationalparks ca. 60 Pula (ca. 6 Euro) p.P. für ein Zeltplatz bezahlt, hinzu kam noch 50 Pula fürs Auto und 120 Pula Eintritt. Fand ich OK, nur durch die extrem teure Campermiete wars dann doch kein günstiger Urlaub.
Camperreise in die tasmanische Wildnis https://www.namibia-forum.ch/forum/weiterelaender/306857-camperreise-in-die-tasmanische-wildnis.html?start=0 Mora, Mora unterwegs auf Madagaskar https://www.namibia-forum.ch/forum/164-diverses/306553-mora-mora-langsam-langsam-auf-nord-madagaskar.html
Gast20. Apr. 2013 · #11
@Preisbildung in den BW-Nationalparks: Interessehalber habe ich schon öfters Zahlen über die Gebarung der BW-NPs gesucht, nichts gefunden und versucht mir aus Besucherstatistiken und bekannten Preisen einen Reim zu machen:

Bei schätzungsweise 200 max. verfügbaren Camping(Stell)plätzen für Selbstfahrer in allen (!!) Nationalparks, versteht es sich eigentlich von selbst, dass das für den Unterhalt der NPs nicht reichen wird. Außerdem sind ca. 40 % der Besucher SA-Bürger, bei welchen die Umwegsrentabilität über Einkäufe etc. bekanntlich gering ist. Der weitaus größere Deckungsbeitrag muss also vom „organisierten“ und Lodge-Tourismus kommen, laut Besucherstatistik für 2007 schaute das so aus:

Visitors at Parks and Reserves, Grand Total: 284,501
Northern Parks and Reserves: Total 269.302
Private Visitors: 54.002
Mobile Tour Operator Clients: 85.699
Fixed Camps/Lodges Clients: 103.408
Non Fee Paying Visitors: 26.193
Southern Parks and Reserves: Total 15.199
Private Visitors: 11.912
Mobile Tour Operator Clients: 2.081
Non Fee Paying Visitors: 1.206

Mit den damaligen Eintrittspreisen Pi*Daumen hochgerechnet ergab das max. 20 Mio. Pula für Eintritt bzw. ca. 8 bis 9 Mio. Pula für Campinggebühren (pro Jahr). In Summe nicht die Welt und lässt vermuten, dass die Einnahmen aus Konzessionen für Camps und Lodges erheblich sein müssen, sonst geht sich das nicht aus (EU u.a. Subventionen berücksichtigt). Würde mich sehr interessieren, falls jemand dazu Zahlen hat.
Aus dieser Sicht wird also die Privatisierung von Camps und der Bau von Lodges (leider) weiter vorangetrieben bzw. der Selbstfahrertourismus weiter zurückgedrängt werden, was ja mittlerweile auch schon den KTP erreicht hat. Da der Staat künftig auf das lukrative Jagdgeschäft verzichtet, wird der Ertragsdruck auf die NP zusätzlich steigen. Wenn der Staat meint, dass das resultierende Preisniveau wirklich tragfähig ist (was ich persönlich nicht glaube), muss man sich schon fragen, warum sie das Geschäft nicht selbst machen.
Hier geht m. E. eine Ära zu Ende, auch schon deswegen, weil das Kampieren ohne Zaun mit immer mehr unbedarften Besuchern nicht funktionieren kann.
Es gäbe auch andere Wege die NP-Einnahmen zu optimieren, z. B. mit einem Tarifmodell wie in Hwange, aber auf höherem Priesniveau: Es muss Eintritt für eine Mindestanzahl von Tagen bezahlt werden, auch wenn man diese nicht ausnützt. Z. B. 5 Tage mindestens, dass sich das auch lohnt. Bei 15 € ppT macht das dann für 1, 2, 3, 4, 5 und mehr Tage Aufenthalt im Park: 75, 38, 25, 19 bzw. 15 € pro Person und Tag. Mit den Fahrzeuggebühren könnte man genauso verfahren. Für die die genießen, wofür sie nach Afrika gekommen sind, also lange bleiben, ändert sich somit gar nichts; die „Hastigen und Hastenden“ würden aber mehr zahlen. NAMBOTS-TOTAL in 2 bis 3 Wochen hat eben seinen Preis.
Grüße Werner
PS: Im Übrigen bin ich der Meinung, dass man sich auch schon für die früheren Preise gepflegte Sanitäranlagen hätte erwarten können.
zuletzt bearbeitet 21. Apr. 2013
439 Beiträge · seit 200920. Apr. 2013 · #12
Nur mal so zum Vergleich ein paar Zahlen was die Kosten für Vergnügen angeht:

Wenn ich zu meinem Verein ins Stadion gehe, zahle ich in der Buli bis zu 70 Euro pro Spiel, in der CL einiges mehr.
Wenn ich in die Oper oder ins Konzert gehe, bin ich schnell dreistellig dabei.
Wenn ich zu einem Sternekoch essen gehe und einen ordentlichen Wein dazu trinke, kann das bei zwei Personen auch schon mal vierstellig werden.
Das Vergnügen dauert ein paar Stunden. Der Tag in einem Park in Botswana hat 24 Stunden.

Zu den Selbstfahrern: Mir gibt zu denken, wenn ich beobachte, dass insbesondere Südafrikaner in Clan-Stärke anrücken und einen Campsite im Moremi in etwas verwandeln, für das mir die Worte fehlen, was aber den Beschreibungen meines Sohnes vom Campingplatz am Rande des Festivalgeländes bei Rock am Ring gleicht. Das sind zum Teil Szenen, die in der Natur nichts zu suchen haben. Deswegen wäre der Weg weg von dieser Art Tourismus nur zu verständlich.
Gast23. Apr. 2013 · #13
Hallo, ich bringe meine Frage von weiter oben nochmals nach vorne:
Weiß niemand, wie viel der Staat mit Lodge- oder Campingplatzkonzessionen in Nationalparks oder Schutzgebieten einnimmt?

@ronald, swamp stop
Dort waren wir vor 10 Jahren und es hat uns gut gefallen. Die Galerieterrasse gab es noch nicht. Wir haben dort eine halbtägige Bootstour über alle Hauptkanäle am Beginn des Deltas gemacht, war toll. An den Preis kann ich mich nicht mehr erinnern, max. 50 €, eher preiswert. Die Tour nach gegenüber haben wir leider nicht gemacht, war für nur zwei Personen doch etwas teuer und wir hatten nur zwei Tage Zeit, da lohnt das nicht.

@Wie teuer ist teuer?
40 bis 50 USD für Übernachten pPT liegt für Reisen in Europa im mittleren Preissegment bzw. Reisebudget, es ginge aber auch billiger. Dass man das für Camping bezahlt bzw. nicht für Hotel/Pension/B&B, zählt hier nicht, weil das Kampieren ja ein selbst gewünschtes Erlebnis und high light ist. Auch die Eintrittspreise liegen durchaus in Relation zum europäischen Preisniveau. 15 bis 30 € ppT zahlt man hier bald für Freizeiteinrichtungen oder Museumsbesuche. Ob etwas als billig oder angemessen oder teuer empfunden wird, ist aber letztlich auch eine Frage der (persönlichen) finanziellen Leistungsfähigkeit. Für Leute also, die zweistellig (und trotzdem gut) auswärts essen und 5 € Wein kaufen (die Flasche, nicht das Glas! ® Steinbrück und Fritzmann) schmerzen eben die Preiserhöhungen seit den Privatisierungen der NP-Camps, zumal Flug und Allradmietauto ja auch ca. 100 € pPT kosten. Das macht es für Mittelständler bald unerschwinglich und das sollte auch kein Anlass für Ironie sein. Aber OK, man hat ja auch kein Recht darauf. Also Botswana NPs nur mehr für Vermögende? Man wird sehen, siehe folgend.

@Von hunting to photo safaris:
Heuer ist die letzte Jagdsaison in Botswana, dann ist die Jagd nur mehr auf privaten Jagdfarmen erlaubt und eventuell für Bestandskontrolle bei Elefanten, Büffel, die Löwenjagd ist ja schon länger verboten. Der unmittelbare Einnahmenausfall für den Staat, aber vor allem für die betroffenen communities und die Beschäftigten im Jagdgeschäft ist gravierend, die Leute sind zu bedauern. Es ist die erklärte Absicht der Regierung/des Präsidenten dies durch Ausweitung des „Fotosafari-Tourismus“ zu kompensieren. Von kurzfristigen Umsetzungsmaßnahmen hat man noch nichts gehört, also werden wohl zunächst noch mehr Leute in die bestehenden NPs gepfercht werden, insbesondere in Chobe und Moremi. Mittel- bis langfristig würde/könnte aber die Erschließung der bisherigen Jagdkonzessionsgebiete für den normalen Tourismus Botswana wieder sehr attraktiv machen, weil das nur mit Hochpreistourismus nicht gehen wird. Für alle, die jung genug sind um zuzuwarten, kommen also vielleicht wieder bessere Zeiten.
Grüße Werner
zuletzt bearbeitet 23. Apr. 2013
Gast23. Apr. 2013 · #14
Hallo Werner,
wernerbauer schrieb:Dass man das für Camping bezahlt bzw. nicht für Hotel/Pension/B&B, zählt hier nicht, weil das Kampieren ja ein selbst gewünschtes Erlebnis und high light ist.
Ist wirklich die Campsite, also ein staubiger Platz mit einfachsten Klos und Duschen das eigentliche Highlight und gewünschte Erlebnis oder der Nationalpark drumherum? Das mag ein bisschen Haarspalterei sein, aber ich sehe da durchaus eine gewisse Abgrenzung.
wernerbauer schrieb: Ob etwas als billig oder angemessen oder teuer empfunden wird, ist aber letztlich eine Frage der (persönlichen) finanziellen Leistungsfähigkeit.
Auch das sehe ich etwas anders. Entscheidend ist für mich mehr das (natürlich immer subjektiv wahrgenommene) Preis-/Leistungsverhältnis als die absolute Preishöhe. Wir leisten uns auch Unterkünfte, die deutlich teurer als die Campsites in Botswana sind, aber eben nur, wenn für uns das Preis-/Leistungsverhältnis stimmt. Das sehe ich bei den Campsites nicht.

Beste Grüße

Guido
zuletzt bearbeitet 23. Apr. 2013
Gast23. Apr. 2013 · #15
Danke Guido, für z.B. die alte Serondela Campsite oder altes north gate bin ich deiner Meinung, aber es gibt auch schöneres. Ansonsten siehe das PS zu meiner ersten Wortmeldung: Im Übrigen bin ich der Meinung, dass man sich auch schon für die früheren Preise gepflegte Sanitäranlagen hätte erwarten können. Mit „high light“ war das Kampieren „ohne Zaun“ gemeint, es war für mich immer ein „high light“ Tiere auch so erleben. Außerdem habe ich immer gerne kampiert, auch früher in Europa. Wir sind auch schon vom Bungalow auf den Campingplatz übersiedelt, weil es dort ruhiger und schöner war.

Im zweiten inkriminierten Satz habe ich jetzt ein „auch“ eingefügt, von der Preiskategorie lässt sich das m.E. aber trotzdem nicht trennen. Auch ein gutes Preis-Leistungsverhältnis im 5*Hotel muss ins Budget passen. Leute die nur in 5*-Suiten absteigen, werden Jack’s Camp oder dgl. nicht so teuer finden wie ich. Ich könnte mir das auch zum halben Preis nicht leisten. Das hat mich aber nie belastet und ich würde das auch für noch weniger nicht machen. Was soll der ganze übertriebene Luxus im Busch, ist doch irgendwie…….
Ist natürlich alles Ansichts- und Geschmackssache, Grüße Werner.
zuletzt bearbeitet 25. Apr. 2013
5'479 Beiträge · seit 200924. Apr. 2013 · #16
Hallo Guido,

Du siehst nur das Preis-Leistungsverhältnis, hast aber die Grundlage einer jeden Preisfindung außer acht gelassen. Letztendlich entscheidet sich der Preis über Angebot und Nachfrage. Würden die Camper alle der Meinung sein, die Campsites wären zu teuer, würden die Campsites leerstehen und die Pächter die Preise senken, um weiterhin Einnahmen zu generieren. Sind die Campsites immer überbucht, zeigt dies, dass sie eigentlich noch zu günstig sind und noch Luft für höhere Preise ist.
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Gast24. Apr. 2013 · #17
Hallo Topobär,
Topobär schrieb:Du siehst nur das Preis-Leistungsverhältnis, hast aber die Grundlage einer jeden Preisfindung außer acht gelassen.
Nö habe ich nicht. Natürlich kann ein Anbieter versuchen, den maximal möglichen Profit am Markt abzuschöpfen. Ich habe das ja x-fach in anderen Threads geschrieben, z.B. hier:
«Ich finde das alles auch recht ärgerlich, muss aber akzeptieren, dass offenbar noch genügend Leute diese Preise bezahlen wollen und das mutmaßlich extrem profitable Geschäftsmodell für die Anbieter funktioniert.»

Das Schema funktioniert bei ganz vielen anderen Kaufentscheidungen ja auch, z.B. bei Markenklamotten. Der Pullover von Tommy Hilfinger für 200 EUR wärmt ja mitnichten 10 mal besser als der preiswerte Pullover von C&A für 20 EUR. Er hält auch nicht 10 mal so lange und man sieht auch nicht 10 mal so gut damit aus. Rational über das Preis-/Leistungsverhältnis sind solche Kaufentscheidungen kaum zu begründen. Trotzdem kaufen es viele und fühlen sich toll, wenn sie Klamotten mit dem Label tragen. Markt und Marketing geben solche Preise also her.

Wer will, kann sich eben den Tommy-Hilfinger-Pullover kaufen oder sich die Khumaga-Campsite für 100 USD leisten und sich ggf.an dem einmaligen Erlebnis erfreuen, wenn auf seiner zum exklusiven Preis gebuchten Campsite noch 2 weitere Autos stehen und wildfremde Menschen abends lustig feiern. Ich brauche das nicht und noch sehe ich glücklicherweise Alternativen.

Beste Grüße

Guido
zuletzt bearbeitet 24. Apr. 2013
391 Beiträge · seit 200824. Apr. 2013 · #18
Kann mir denn niemand sagen, wie teuer die Campsites nun sind (inkl. Auto und Eintritt)? Habe gelesen 50 USD pro Person… ist da schon das Fahrzeug und der Eintritt in den Park eingerechnet?

Wir haben 2008 ca. 22 € für Camping, Auto und Eintritt pro Tag pro Person bezahlt.
Camperreise in die tasmanische Wildnis https://www.namibia-forum.ch/forum/weiterelaender/306857-camperreise-in-die-tasmanische-wildnis.html?start=0 Mora, Mora unterwegs auf Madagaskar https://www.namibia-forum.ch/forum/164-diverses/306553-mora-mora-langsam-langsam-auf-nord-madagaskar.html
zuletzt bearbeitet 24. Apr. 2013
5'479 Beiträge · seit 200924. Apr. 2013 · #19
50,-US$ p.P. ist der Preis für die Campsite. Der Eintritt in den Nationalpark kommt dann noch hinzu. Die Preise kenne ich aber nicht.
Unser Reise-Blog: KaTho_VanTour Staub & Schlamm (Kenia 21/22) 7 Wochen in der Regenzeit !? (NAM/BOT 18/19) Leoparden hautnah (Tansania 2016/2017) Elefantös - Zimbabwe 2016 Auf Großer Fahrt (Reisebericht SA-NAM-BOT-ZIM 2014/2015) Rivers & Sand (Reisebericht Namibia/Botswana 2013) Reisebericht Tansania 2013: "Das volle Programm"