Nashorn greift Fahrzeug an

33 Antworten · 13,1k Aufrufe · gestartet 21. Dez. 2012 von Eto
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3 Beiträge · seit 201303. Jan. 2013 ·
WOW, was eine Menge Beiträge, wobei wir uns anfangs über die Qualität Einzelner gewundert haben. Danke, dass die meisten den Inhalt richtig verstanden haben.
Dirk Heinrich ist ein gewissenhafter Redakteur bei der AZ, der sich FÜR die Tiere in seinem Land einsetzt. Ihm ging es neben etlichen anderen Aktionen hierbei nochmal darum, darauf hinzuweisen, dass die staatlichen Parkbehörden im Etosha (positiv ausgedrückt), zu passiv (geworden)sind. Laut seiner Aussage fielen bei einem Grossbrand in Etosha und einer fraglichen „Eindämmung“ des Brandes seitens Behörden allein mehr als 30 Rhinos zum Opfer. Zuletzt wurden wieder black Rhinos im Norden gewildert und abgeschlachtet, keiner will was mitbekommen haben, bis die Hörner auftauchten.(Findet man auch in der AZ von letzter Woche)
Wir waren im Jahr 2000 das erste Mal in Etosha. Damals musste man die Tiere noch an den Wasserlöchern während der Trockenperiode suchen. Heute laufen einem die meisten der big 5 schon ab Eingang entlang der Hauptverbindung über den Weg. Zufall? Ich denke, wir sind hier ALLE ein bisschen schuld. Ein Staat, der mit Tourismus sein Geld verdienen will, Touristen die natürlich die big 5 ablichten wollen, und das nicht im Zoo, ....
Ein Park will organisiert sein, was derzeit wohl nur noch mässig bis schlecht stattfindet. Vorfälle wie unserer interessieren nicht einmal, um sie zu listen. Das Tier war nach dem Angriff zudem verletzt und stellte eine weitere Gefahr für sich und andere da.
2 Wochen vorher fand ein ähnlicher Fall (inoffiziell) statt, nur dass das Fahrzeug herausgeschleppt werden musste nach Doppel-Attacke. Süd-Afrikaner erzählten uns, dasss sich im Krüger NP die Elefanten Attacken derzeit häufen.
Ich bin kein Wissenschaftler, habe aber soviel Verständnis von der Sache, dass man die Ursachen ermitteln und erkennen sollte, um etwas ändern zu können.
Klar weiss man, was passieren kann, wenn man solch einen Park befährt. Es geht hier fast immer um das Fehlverhalten von Menschen, nicht von Tieren. Hätte nicht schon jemand die 2 Nashörner 5 km vor sich hergescheucht, bevor wir um die Ecke kamen, wäre wahrscheinlich gar nichts passiert. Diese Touristen „vermieden“ es zudem standhaft, ihre Kontaktdaten zur Verfügung zu stellen. Vielleicht war unser Verhalten in der Situation, das zumindest von Dirk Heinrich als richtig bezeichnet wurde, das Falsche? Es gibt leider keine perfekte Verhaltensregel.
Das Gespräch mit Dirk Heinrich hat uns geholfen, den Schock des Angriffs, wenn man ihn bei Eingang Park/Land auch billigend in Kauf nimmt, zu verarbeiten. Er war der Erste und Einzige Experte, der sich mit uns darüber unterhielt. Er hat auch bemerkenswerte Ideen, was geändert werden müsste seitens Parkverwaltung, aber leider kämpft hier noch gegen Windmühlen.


Liebe (neue) Namibia Fans, die eventuell über dieses Forum stolpern, denken Sie vor Ihrem (nächsten) Namibia Urlaub über Folgendes nach:
- tun Sie sich einen Gefallen und nehmen Sie nicht das kleinste, billigste Auto für eine individuelle Reise durchs Land. Manche fahren doch tatsächlich zu viert mit einem Opel Corsa über Schotterpisten und durch Etosha
- es ist sicher sinnvoll, mit einem vernünftigen Allrad durch Namibia zu reisen. Bei uns war es ein Toyota Hilux, der uns schlussendlich davor bewahrt hat, nicht „gewürfelt“ zu werden. Haben wir früher auch nicht immer gemacht, heute denken wir anders.
- sicher ist es auch sinnvoll, sich vor einem solchen Zwischenfall Gedanken zu machen, wie man sich in einer ähnlichen Situation verhalten sollte. Echte Verhaltensregeln gibt es unseres Kenntnisstandes leider keine. Sicher ist jede Situation anders, was die Sache erschwert. Wir haben uns in den paar Sekunden daran erinnert, dass uns intuitiv „Ruhebewahren“ bereits bei einem Zusammentreffen mit Elefanten in früheren Jahren geholfen hat. Unterm Strich war es richtig.
Und ja, wir sind froh, dass wir heil aus der Sache mit Leib und Leben herausgekommen sind. Unser Familien "Maskotchen" ist ab sofort das Black Rhino und ja, wir fliegen sicher wieder nach Süd Afrika.

Die Betroffenen des Nashorn Vorfalls in Etosha
348 Beiträge · seit 200803. Jan. 2013 ·
Otji schrieb:Das sehe ich allerdings auch so.

Ich denke da hilft einem auch die Erfahrung, in solchen Situationen dann den kühlen Kopf zu bewahren und sich einen Fluchtweg freizuhalten.
Genau da liegt das Problem

Sehr sehr viele wollen so nah ran wie möglich und lassen dann solche Sicherheitsregeln außer acht.
Sie stellen sich so hin, daß sie nicht mehr wegkommen, oder noch schlimmer, so, daß Andere nicht mehr wegfahren können.
Erlebten es letztes Jahr auch, daß Elefanten über eine Pad wollten und sich ein Kleinwagen fast auf den Überweg zwischen zwei Elefanten stellte.
Elefant war sehr sauer aber zum Glück noch gutmütig.
Sprachen darauf die Nahhinfahrer an, die waren sich keiner Schuld bewußt - übrigends keien Europäer sondern Südafrikaner
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392 Beiträge · seit 200803. Jan. 2013 ·
@ fharreus

Dass solche Vorfälle von der Parkverwaltung nicht registriert werden steht auf einem anderen Blatt als euer bedauerlicher Zwischenfall.

Aber:

Wenn man in einen Nationalpark, in Afrika, fährt, sollte man sich über Verhaltensweisen von Tieren bewusst sein! Ohne dass ich eine Ranger-Ausbildung hätte, weiß ich dass man Tieren IMMER eine Fluchtmöglichkeit lassen muss. Man stellt sich niemals auf den Weg, den Tiere offensichtlich einschlagen wollen. Man fährt niemals zu nah dran, in die sogenannte Comfort Zone des Tieres.
Schläft ein Lied in allen Dingen, Die da träumen fort und fort, Und die Welt hebt an zu singen, Triffst Du nur das Zauberwort. - Joseph von Eichendorff
126 Beiträge · seit 200903. Jan. 2013 ·
Otji schrieb: Man stellt sich niemals auf den Weg, den Tiere offensichtlich einschlagen wollen. Man fährt niemals zu nah dran, in die sogenannte Comfort Zone des Tieres.
Entschuldigung, aber hast du den Beitrag wirklich gelesen ?

"Hätte nicht schon jemand die 2 Nashörner 5 km vor sich hergescheucht, bevor wir um die Ecke kamen, wäre wahrscheinlich gar nichts passiert."

Was können jetzt die Betroffenen dazu ?

Und: wie vermeide ich es, mich in den Weg zu stellen, wenn mir nur die Pad bleibt ???
7’357 Beiträge · seit 200603. Jan. 2013 ·
Otji schrieb:Ich denke da hilft einem auch die Erfahrung, in solchen Situationen dann den kühlen Kopf zu bewahren und sich einen Fluchtweg freizuhalten.
... selbst die Tiere mit noch viel größerer Erfahrung, die sich ihr Leben lang immer und jederzeit einen Fluchtweg freilassen müssen, geraten in Situationen, in denen das nicht gelingt. Die fühlen sich bedroht und suchen den letzten Weg - den Angriff.

Ich war mal im Liwonde Nationalpark mit einem Reisepartner per Rad unterwegs und wir wurden (von Rangern) gewarnt, dass in der Region gerade Elefanten unterwegs seien. Wir haben gedacht, so langsam, wie wir unterwegs sind, sehen wir die schon rechtzeitig. Dazu haben wir uns absichtlich sehr laut unterhalten in der Hoffnung, die Tiere hören uns. Von wegen - plötzlich standen drei Elefanten 20 Meter vor uns auf der Piste und waren überrascht. Sie haben dann den Weg seitwärts genommen.

Jetzt stelle ich mir die gleiche Situation im Auto vor. Hinter mir ein zweiten Fahrzeug. Elefanten kommen aus dem Dickicht. Nach links uns rechts gehts wegen der Bäume nicht. Rückwärts gehts auch nicht, weil die Leute gerade mit der Kamera das Spektakel filmen wollen und den Weg blockieren. Da möchte ich mal den mit Erfahrung freigehaltenen Fluchtweg sehen.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
392 Beiträge · seit 200803. Jan. 2013 ·
In solch einer Situation hilft es auch, einfach den Rückwärtsgang einzulegen/anzutreten (in gemessenem Tempo). Die Tiere registrieren das. Wenn beispielsweise Elefanten merken, dass man ihnen die Pad überlässt, beruhigen sie sich schnellstens wieder, selbst wenn sie überrascht waren und schon fast zum Angriff übergehen.

Und sorry, aber was machst du mit einem Auto auf einem Radweg? 😉

@ spinstone

Das war nicht als Vorwurf an die Leute gedacht, die in diesen Vorfall verwickelt waren, sondern als Denkanstoß an alle, die mal in solche eine Situation geraten können. Dazu zähle ich übrigens auch mich als begeisterte Namibia-Reisende. 😎
Schläft ein Lied in allen Dingen, Die da träumen fort und fort, Und die Welt hebt an zu singen, Triffst Du nur das Zauberwort. - Joseph von Eichendorff
7’357 Beiträge · seit 200604. Jan. 2013 ·
Otji schrieb:Und sorry, aber was machst du mit einem Auto auf einem Radweg? 😉
... diese Frage habe ich nicht verstanden.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
392 Beiträge · seit 200804. Jan. 2013 ·
Macht nix, war auch nur ein Scherz. 😉
Schläft ein Lied in allen Dingen, Die da träumen fort und fort, Und die Welt hebt an zu singen, Triffst Du nur das Zauberwort. - Joseph von Eichendorff
649 Beiträge · seit 200704. Jan. 2013 ·
Otji schrieb:In solch einer Situation hilft es auch, einfach den Rückwärtsgang einzulegen/anzutreten (in gemessenem Tempo). Die Tiere registrieren das.
Und nicht nur die Tiere, sondern auch der Mensch hinter Dir, der Dich gerade zugeparkt hat! Zugegeben, bei uns kommen die Autos hinter uns dann etwas schneller in wallung als wenn ein Smart zurük setzt- aber die Angst um das heilix Blechle erzwingt immer eine Reaktion.

Ansonsten: wenn ich den Artikel richtig gelesen habe, dann hat das Rhino seitwärts angegriffen. Heisst: Es stand nicht mehr VOR dem attakierten Wagen - und folglich müsste VOR dem Wagen Platz gewesen sein. Es ist halt ein wenig blöd, wenn man den Motor ausstellt, aus dem Fenster schaut (möglichst dem eh schon angesäuerten Tier direkt in die Augen) und nicht schnell starten kann, wenn das Tier neben einem antritt...
3 Beiträge · seit 201304. Jan. 2013 ·
Wenn zwischen Vollspeed auf uns Zurennen, kurz vorher in die Büsche jagen und schnell noch ne Biege zu unserem Fahrzeug mehr als ein paar Sekunden gelegen hätten, mag das theoretisch funktionieren. Der grössere Schock kam übrigends aus der "Tschumanschi" Situation, Auge in Auge mit 2 auf uns zurasenden Kolossen. In der Fülle der Beiträge gehen wohl langsam die Tatsachen unter. Wir standen da nicht "Hummeldumm" maessig herum und haben ein Fotoshooting abgehalten. Zugegebenerweise hätte ich die Fotoserie heute gerne. Da war nicht mal Zeit für ein Bild, zudem keine Lust.
Aber vielleicht meldet sich ja noch einer, der die Szene gefilmt hat.
Theoretisch macht man viele Dinge anders.
2’664 Beiträge · seit 201204. Jan. 2013 ·
Mach Dir nichts draus.
Wer Nashörner kennt, weiß daß sie bekloppt sind und unberechenbar losrennen und angreifen, und erst aufhören, wenn sie ihr Ziel "aufs Horn genommen haben", ggf. wiederholen sie das immer wieder. Mir ist nicht bekannt daß sich ein Nashorn da ohne weiteres durch was auch immer hat abbringen lassen. Nashörner sind absolut zielfixiert.

Anders läßt sich ein Elefant beim Angriff schon ablenken, und sei es nur durch lärmend flüchtende Wildschweine.
348 Beiträge · seit 200804. Jan. 2013 ·
Otji schrieb:@ fharreus

Dass solche Vorfälle von der Parkverwaltung nicht registriert werden steht auf einem anderen Blatt als euer bedauerlicher Zwischenfall.

Aber:

Wenn man in einen Nationalpark, in Afrika, fährt, sollte man sich über Verhaltensweisen von Tieren bewusst sein! Ohne dass ich eine Ranger-Ausbildung hätte, weiß ich dass man Tieren IMMER eine Fluchtmöglichkeit lassen muss. Man stellt sich niemals auf den Weg, den Tiere offensichtlich einschlagen wollen. Man fährt niemals zu nah dran, in die sogenannte Comfort Zone des Tieres.
Naja, die "Nashornjäger" waren nicht bereit ihre Kontakdaten herzugeben, aber sie hatten doch ein kennzeichen? Und dieses Kennzeichen ist im park registriert. Und definitiv machten sie ja den Fehler und normalerweise reagiert die Parkverwaltung, wenn man soetwas meldet. Und für diese Meldung reicht das Kennzeichen!

Und wie geschildert wurde, war in diesem Fall ja der Angrif nicht bei einem Fotostop, sondern während sie an eine Kreuzung hingefahren sind? Hmnm, ist dann zwar verständlich, wie es zu diesem Unfall leider kommen konnte, aber woher war bekannt, daß dieses Nashorn schon 5km vorhergejagt wurde?
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3 Beiträge · seit 201305. Jan. 2013 ·
Nicht Kreuzung, Kurve. Info von den Verursachern, denen wir hinter dem Zwischenfall begegnet sind. Wenn sich keiner für den Vorfall interessiert, wem soll ich ein Kennzeichen melden?
Die Parkverwaltung hat es auch nachträglich nicht interessiert. Sonst hätte man bei mir nochmal nachgefasst, die Daten sind bekannt.
Ich glaube auch nicht, die hätten das dann nochmal so erzählt.
2’047 Beiträge · seit 200705. Jan. 2013 ·
Hallo fharreus,
ich wurde im Mai 2010 auch in Etosha von einem Rhino attackiert. Es kam seitlich friedlich aus dem Busch an, schnaupte dann ab ca. 70 m zunehmend wütend. Mein Motor war die ganze Zeit an und als der Bulle dann angriff habe ich nach vorne Abstand geschaffen. Er kam auf ca. 10 m. ans Auto heran, mehr habe ich nicht zugelassen. Wenn ich schneller fuhr hat er den Angriff abgebrochen. Ich hielt dann wieder dan, der Bulle machte einen Bogen im Busch und attackierte wieder. Das hat sich ca. 4-5 mal wiederholt, dann habe ich ihm das Gebiet überlassen. Es wurde hinter uns aus einem weißen Toyota Hilux gefilmt. Ich habe dann ein gutes Stück später auf den Hilux gewartet, leider vergeblich, wäre aber sehr an dem Film interessiert 🙂 Ich habe mich eigentlich nicht besonders bedroht gefühlt sondern hatte stehts das Gefühl, die Situation kontrollieren zu können. Meine Frau war aber sehr genervt...😗 , aber es war gut, dass ich am Steuer saß. Mit Elefanten hätte ich sicher nicht gespielt.
Mein ältester Sohn saß bei dieser Tour im Kofferraum unseres Landcruiser (wir waren 6 Personen im Auto) und hat eine ganze Bilderserie gemacht.
Hier eines davon:

Viele Grüße
jaw
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)
zuletzt bearbeitet 05. Jan. 2013