jawThemenstarter2'048 Beiträge · seit 200722. Nov. 2012 · #1Hallo fomis,
die
AZ berichtet heute warum so viele Anträge abgelehnt werden. Die Ausländer wollten ja nur in Namibia "abtauchen" oder "im Untergrund verschwinden oder Straftaten begehen". Im Jahre 2009/10 seien deshalb von insgesamt 746 Anträgen auf Geschäftsvisa 204 (oder 27 Prozent) abgelehnt worden.
Immerhin gibt es jetzt klare Zahlen. Nicht genannt wurde, wieviel Anträge gar nicht bearbeitet wurden. Zufällig habe ich 2009 auch ein Visum für 2010 beantragt, dass bis heute weder ausgestellt noch abgelehnt wurde. 2010 habe ich einen neuen Antrag (andere Art Aufenthaltsgenehmigung) gestellt, der innerhalb von 3 Tage genehmigt war. Die Unterlagen dazu waren überwiegend nur Kopien der Unterlagen des ersten Antrages, nur das Anschreiben der einladenden Organisation war etwas anders formuliert. Verstehen kann dies keiner.
Viele Grüße
jaw
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)
Swakop19522'664 Beiträge · seit 201222. Nov. 2012 · #2Die Absurditäten der Arbeit und die Handlungsweisen von Home Affairs sind bekanntermaßen unergründlich.
Es wird generell nach der Farbskala gearbeitet, es werden statt gesetzlicher nur Bauchregeln der Mitarbeiter oder des jeweiligen Amtsleiters befolgt.
Anwälte und deren Vertreter, die auf Befolgung gesetzlicher Regeln bestehen, werden als unpatriotisch beschimpft, und deren Fälle bleiben z.T. einfach unbearbeitet liegen (Willkür), bis mit dem Gericht gedroht wird.
Niemand kann sich vorstellen, welche Frustrationen Mitarbeiter von Rechtsanwaltsbüros und Agenturen tagtäglich durchmachen müssen.
Auf Weisung von "Oben" werden chinesische Anträge bevorzugt bearbeitet, zur Not wird ein Anstreicher ein Painting Engineer, ein Baggerfahrer ein Excavator Engineer. Das sind halt die Compatriots aus dem Lande von Mao, die früher der Swapo die Mordwerkzeuge mit Ausbildung geliefert haben, und heute dafür bevorzugt belohnt werden.
An nächster Stelle kommen dann die Sortenbrüder aus dem Rest von Afrika. Es ist wohl hier, worauf sich der Zeitungsbericht bezieht, die vielen Business People ohne Anschrift und mit Yahoo-Adresse aus Nigeria etc.
Erst an letzter Stelle kommen die Unpigmentierten aus Europa, wo ja so manch einer sein Leid klagen kann. Eine schier endlose Geschichte der Ablehnungen oder Nichtbearbeitung von Anträgen.
Am Anfang nach der Unabhängigkeit gab es Bevorzugungsvisa für Geschäftsleute. Ein sog. Business Visit macht heute sofort verdächtig, ohne Arbeitsvisum eine Tätigkeit aufnehmen zu wollen. Wer heute einreist, sollte niemals "Business" ankreuzen, denn dann gibt es gleich nur 7-14 Tage! Auch wenn es ein Geschäftsbesuch ist.
Internationale Unternehmen können bald keine Manager mehr entsenden, weil man der Auffassung ist, Einheimische, besonders Schwarze, könnten jede Stelle besetzen. Ob sie die Kompetenz besitzen, interessiert nicht. Was in Namibia abläuft ist bald um ein Vielfaches schlimmer als in Südafrika.
Miss Ellie1'723 Beiträge · seit 200922. Nov. 2012 · #3hmm .. nee verstehen kann das wahrscheinlich wirklich keiner..
Der Verlaengerungsantrag eines guten Freundes ist erstmal monate im Kreis gelaufen, dann fehlten Dokumente, und dann waren die Unterlagen ganz verschwunden und das Spiel hat von neuem begonnen.
Voellig unverstaendlich ist auch, warum Antraege die im Handels und Wirtschaftsministerium gestellt werden wesentlich hoeher Chancen auf Bearbeitung und Erfolg haben als die im Ministerium fuer Immigration..
wie lange laeuft dein Visa denn ??
Und aus welchem Grund hast du es bekommen.. ??
Viele gruesse
[b]"eine der blamabelsten Angelegenheiten der menschlichen Entwicklung ist es, dass das Wort Tierschutz ueberhaupt geschaffen werden musste" theodor heuss
jawThemenstarter2'048 Beiträge · seit 200722. Nov. 2012 · #4Hallo Miss Ellie,
ich war 2010 7 Monate in Namibia. Gut 5 Monate davon waren meine Kinder und meine Frau mit dabei. Ich habe dort u.a. mit der UNAM (University of Namibia) ein Projekt gemacht, das sich mit der psychosozialen Versorgung von "Opühans and Vulnerable Children" in Namibia beschäftigt hat. Damit befasse ich mich auch heute noch und besuche soziale Projekte, wenn ich im Lande bin. Daher bewege ich mich auch immer wieder sehr abseits der üblichen Touristenziele. Das Zweite Visum war ein spezielles Forschungs-visum (Research-visa), damit durfte ich aber nur Einzelvorträge halten und nicht an der UNAM lehren, wie eigentlich geplant.
Viele Grüße
jaw
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)
Miss Ellie1'723 Beiträge · seit 200923. Nov. 2012 · #5thanks !!!
fuer uns ist Namibia ausgeschieden, weil mir die heutigen Praktiken bei der Visavergabe einfach zu unsicher sind.. Schade eigentlich.. War urspruenglich unsere erste Wahl. Heute gibt man wohl lieber den Chinesen die Visa die aus lauter Dankbarkeit dann die lokale Wirtschaft kaputt machen.. Auch ne philosophie ..
ich frage mich wann die alle mal wach werden..
[b]"eine der blamabelsten Angelegenheiten der menschlichen Entwicklung ist es, dass das Wort Tierschutz ueberhaupt geschaffen werden musste" theodor heuss
Swakop19522'664 Beiträge · seit 201223. Nov. 2012 · #6Ach, weißt Du, Miss Ellie, wenn Du schaust, was im ach so zivilisierten Europa abläuft, dann ist das auch nicht viel anders als in Namibia.
Was sich das deutsche Finanzministerium leistet, spottet jeglichem Anstandes und Moral (Du erinnerst Dich an den vorigen Kavallerieadmiral, der seine Kavallerie in die Schweiz schicken wollte? Oder die Hehlerbande in Nordrhein Westfalen die Diebesgut aus der Schweiz kauft und durch mißbräuchliche Verwendung von Steuermitteln Straftaten begeht?).
Nun verschickt man aus Neubrandenburg Steuerbescheide an im Ausland ansässige Bezieher deutscher Renten, die auch noch so winzige Renten erhalten (Aussage des Sachbearbeiters: Auch 20 Euro werden besteuert).Mir liegen hier Steuerbescheide an eine Verwandte vor, die eine winzige Witwenrente von € 166 monatlich für die Kriegsverletzung ihres verstorbenen Mannes bezieht. Ausbezahlt bekommt sie in Südafrika ganze € 141. Nun kommt das deutsche Finanzamt und verlangt rückwirkend ab 2005 € 249 pro Jahr an Steuern, unter Umgehung des Doppelbesteuerungsabkommens mit Südafrika, da Südafrika auf die Besteuerung von Renten verzichtet. Rentner im Ausland sind halt keine Wähler, also bestiehlt man diese schamlos.
WOWoMaGast23. Nov. 2012 · #7Miss Ellie schrieb:
Heute gibt man wohl lieber den Chinesen die Visa die aus lauter Dankbarkeit dann die lokale Wirtschaft kaputt machen.. Auch ne philosophie ..
ich frage mich wann die alle mal wach werden..
Gerade heute hab ich gelesen, dass China in diesem Jahr erstmalig mehr Gelder in europaeisches Business gesteckt hat als umgekehrt. Heisst also, ein Dritte-Welt-Land hat mehr in einen hochentwickelten Kontinent investiert als in dem Land selber von Europa investiert worden ist.
Dazu kommt, dass es meines Wissens nach keinerlei Beschraenkungen bei Betriebsuebernahmen durch Auslaender in Deutschland gibt - umgekehrt jedoch darf kein Auslaender einen chinesischen Betrieb zu 100% besitzen.
Ich glaube, nicht nur Namibia muss da aufwachen...
Dass ihr euren Namibiatraum aufgegeben habt tut mir Leid. Wenn man die Zahlen anguckt, sind ja immerhin 73% der Antraege bewilligt wurden, und das waren sicher nicht alles Chinesen oder Schwarzafrikaner. Ich hatte letzthin bei Home Affairs einen Angolaner kennen gelernt, allerdings einen weissen - der war dort um sein neues WP in den Pass stempeln zu lassen.
Vieles von dem, was man so hoert, ist doch reine Spekulation.
lg
WoMa
Swakop19522'664 Beiträge · seit 201223. Nov. 2012 · #8@ WoMa
Leider ist das keine Spekulation. Miss Ellie hat völlig Recht.
Wie auch hier in Europa, sind sog. Statistiken nichts anderes als Zwecklügen. Unterhalte Dich mal mit Agenten, oder Mitarbeitern von Rechtsanwaltbüros, die Tatsachen sind genau gegenteilig von dem was in den Raum gestellt wird.
Auch hier im Forum sind Leute, die das sehr schmerzhaft gespürt haben. Namen möchte ich nicht nennen solange sie sich nicht selbst melden.
Was die Chinesen anbetrifft, sind das die neuen Kolonialherren Afrikas, und Hegemonie-Großmacht weltweit. Mit 2 Milliarden Menschen und einer diktatorischen Regierung haben sie schier unbegrenzte Möglichkeiten und Verfügungsgewalt über Finanzen und Betriebsmittel. Was dort mit der Gier des Westens in 25 Jahren aus dem Boden gestampft wurde kann sich eigentlich niemand vorstellen. Und diese Menschenmassen benötigen Raum, Absatz und Rohstoffe, allein für das Innere dieses Staates. Mit ihren Billigprodukten erwirtschaften sie unermeßlich Geld, womit sie sich überall einkaufen und übernehmen können. Das potentielle Ausmaß haben nur noch nicht viele begriffen.
Otji392 Beiträge · seit 200825. Nov. 2012 · #9Swakop, für diese Meinung, welche ich schon seit geraumer Zeit vertrete, wird man aber belächelt und/oder doof angemacht...
Das Problem ist auch dass eigentlich alle Politiker -hüben wie drüben- ihre eigenen Schäfchen im Trockenen wissen wollen, der Rest ist wumpe.
Schläft ein Lied in allen Dingen,
Die da träumen fort und fort,
Und die Welt hebt an zu singen,
Triffst Du nur das Zauberwort.
- Joseph von Eichendorff