Reiseber.: Abseits der großen Herden und Touristen

Reisebericht 23 Antworten · 12,4k Aufrufe · gestartet 20. Nov. 2012 von Hippie
Themenstarter607 Beiträge · seit 201020. Nov. 2012 · #1
Hallo zusammen,
Titel könnte auch lauten: das Ende der Trockenzeit
Wie immer waren wir als Selbstfahrer unterwegs und haben in Lodgen übernachtet.
Nach 5 Jahren Abwesenheit waren wir zum 3.Mal in Tansania und haben uns diese NP angeschaut: Usambara, Selous, Mikumi, Ruaha, Saadani, Mkomazi.
Es war ein ganz besonderes Erlebnis, da wir genau das Ende der Trockenzeit erwischt haben.
Bei Landung in Arusha war alles braun und die Bäume teilweise kahl. Am Schluß war es so grün, wie wir Tansania vorher nie gesehen haben. Nach vielen Afrika-Urlauben haben wir das erste Mal blühende Baobabs gesehen.

Zuerst möchte ich aber das aus meiner Sicht Wichtigste für die, die in den nächsten Monaten in den Süden reisen einstellen. Weitere Info’s über die NP (hier sind wir auch in Gebieten gewesen, wo kaum ein Tourist hinkommt).
Wir sind vom Selous nach Mikumi die fast fertige neue Verbindung gefahren.
Hier die Wegbeschreibung.

Strecke Selous – Mikumi

In Kisaki an der Bahnlinie entlang fahren, nicht rechts abbiegen in Richtung Morogoro.
Von hier bis zur Lumanga Ranger Station sind es 40 KM.
Dieser Teil ist nicht erneuert und wird es wahrscheinlich nicht.
Nach ca. kommt eine Gabelung hier geht die neue Straße über die Bahnlinie in den Selous. Nicht abbiegen. Wir sind hier abgebogen und mehrere KM gefahren. Vermutlich wird hier bis zum Matambwe Gate weitergebaut, und Kisaki links liegen gelassen. Wir sind ziemlich schnell auf Impalas gestoßen.

Immer nördlich der Bahnlinie bleiben. Ab hier ist der Weg ein Highway auch bei Nässe gut zu befahren.

2 Tage vorher hatte es die ersten Niederschläge nach der Trockenzeit.
Von der Lumanga Ranger Station macht die Straße einen Bogen nach Norden in den Mikumi.
Geht dann aber wieder nach Westen. Also nicht direkt nach Norden (schade).
Man kann nicht falsch fahren, da es nur eine Straße gibt.
Man erreicht nach 79 KM die Mahondo Ranger Station hier anhalten wegen Registrierung. Man wird ans Mikumi Gate gemeldet und man wird dort erwartet! Unglaublich aber wahr. Von hier sind es noch 46 KM bis zum Gate vom Mikumi NP.
Ein paar KM nach der Ranger Station sind wir auf der nun zweispurigen Straße stecken geblieben in dem wir am Kardan aufgesessen sind. Hier waren keine richtigen Spuren vorhanden, tiefe Rillen durch LKW. Nach ca. 30 Min. wieder freigekommen.
Die Straße wird nach dem Stück wieder schmäler und führt durch dichtesten Dschungel, links und rechts nichts zu sehen. Später kommen dann freie Lichtungen und auch Elefanten.
Ca 15 KM vor Ende geht es in die Berge, Steigungen von mindestens 20%(es ging gerade noch im 1.Gang ohne Untersetzung) und teilweise schmal geht es bis auf ca 700m hoch.
Resumee: eine tolle Sache, vom Mikumi Gate bis zum Matambwe Gate (Selous) sind es 175 KM und das nur durch die Natur. Wir haben insgesamt 6,5 Std gebraucht, also mit Ausbuddeln, Fotos und Weg suchen.

Fährt man den Weg anders herum ist es auch einfach, nachdem man in den Südteil vom Mikumi einfährt ist die Mahondo Rangerstation ausgeschildert.


Wer also wie wir eine Alternative zur Strecke Morogoro – Kisaki sucht, findet sie hier.
Eine Bericht über die Strecke findet man auch auf der Tanapa-Seite (aber nur die Strecke von Mikumi-Gate bis zur Lumanga Ranger Station).

Als Voraussetzung würde ich allerdings empfehlen. Auto mit Klimaanlage, wir sind bestimmt 50% der Strecke mit geschlossenen Fenstern gefahren. Tse-Tse-Fliegen! Die Motorhaube war teilweise übersäht davon, obwohl weiß, alle schwarzen Teile waren voll von Fliegen. Tip: Wenn man anhält, 3 Min warten, dann erst aussteigen. Tse-Tse gehen fast ausschließlich auf bewegte Gegenstände. Nachdem man angehalten hat, fliegen sie weg.


Wir sind auf dem Hinweg in den Selous über Morogoro gefahren, da wir von Osten kamen.
Wir fanden die neue Strecke schöner und weniger beschwerlich zu fahren (keine Autos und keine lebensmüden Motorradfahrer).

Es geht dann irgendwann am Wochenende weiter.
Grüße
Wolfgang
zuletzt bearbeitet 26. Juli 2013
5'479 Beiträge · seit 200921. Nov. 2012 · #2
Hallo Wolfgang,

das ist ja eine sehr interessante Alternative, die wir mit ziemlicher Sicherheit in unsere Reiseroute einbauen werden. Vielen Dank.

Ich bin gespannt auf Deinen Reisebericht. Da finden sich sicherlich weitere hilfreiche Informationen.
Unser Reise-Blog: KaTho_VanTour Staub & Schlamm (Kenia 21/22) 7 Wochen in der Regenzeit !? (NAM/BOT 18/19) Leoparden hautnah (Tansania 2016/2017) Elefantös - Zimbabwe 2016 Auf Großer Fahrt (Reisebericht SA-NAM-BOT-ZIM 2014/2015) Rivers & Sand (Reisebericht Namibia/Botswana 2013) Reisebericht Tansania 2013: "Das volle Programm"
Themenstarter607 Beiträge · seit 201021. Nov. 2012 · #3
werde mich bemühen schnell weiterzuschreiben, Du bist ja schon bald im Flieger. Es gibt wirklich noch viel zu schreiben, gerade im Ruaha und Selous, was wir vorher nirgends rausgelesen haben, haben wir vieles vor Ort durch Management und Guides von Lodges erhalten. Das war eine ganz neue Erfahrung.
Themenstarter607 Beiträge · seit 201023. Nov. 2012 · #4
Es geht weiter:
Wir wurden bei der Bezahlung der NP’s von den Neuerungen überrascht. Laut Internet und TANAPA war angekündigt, dass wir überall(in den NP, die wir bereisten) mit $ bezahlen müssen, außer Auto das mit TS. Also haben wir 1.100$ mitgenommen was uns unangenehm war. So war es dann wirklich:
Selous in $ keine Kreditkarte
Mikumi in $ bezahlt, Kreditkarte war auch möglich.
Ruaha nur Kreditkarte, keine $
Saadani in $ keine Kreditkarte
Mkomazi in $ keine Kreditkarte
Auto haben wir immer mit TS bezahlen können.
Vermutlich wird sich das im nächsten Jahr immer mehr Richtung Kreditkarte entwickeln.
Das Einchecken an den Gates war völlig problemlos (5 Min.) und sehr sehr freundlich.
Freundlichkeit generell: die ganze Reise war geprägt von äußerster Freundlichkeit, egal ob Polizei, Militär, Personal oder Bevölkerung. Man kann überall anhalten, in die einfachsten Shop’s oder Restaurants gehen. Man wird von den Händlern zwar angesprochen aber niemals aufdringlich. Bei Polizei und Militärkontrollen immer darauf hinweisen, dass man Tourist ist.
Ansonsten wird man immer (manchmal streng) gefragt, warum man kein Suaheli spricht.
Mit Englisch kommt man nur in den Touristenorten weiter, „on the road“ nur Suaheli, mancher Polizist auf dem Land spricht kein English.

Es wurde im Forum ja schon diskutiert, ob man bei Lodge-Touren selber fahren soll oder mit Fahrer, hier ist unser Fazit für den Süden: wer an mehr interessiert ist als an Tieren, sieht von den NP max. die Hälfte, die ganze Naturvielfalt der Parks bekommt man nicht zu sehen.
In den Lodgen haben wir ganz neue Erfahrungen als Selbstfahrer gemacht, wir wurden mit offenen Armen empfangen und erhielten überall Sonderbehandlung. Das Management und die Guides waren total aufgeschlossen. Wegempfehlungen, wo halten sich vermutlich welche seltenen Tiere auf, besondere Naturschönheiten, wir wurden mit Informationen überhäuft. Einmal auf Nachfrage meinte ein Manager, es sei sehr schwierig mit den anderen Gästen andere Touren zu fahren, da der Druck in Bezug auf Tiersichtungen sehr hoch ist. Durch die vielen Gespräche haben wir Neues über Tanzania erfahren, leider auch nicht so erfreuliches. Beim Ruaha und Selous hatten wir uns schon im Vorfeld mit der Geschichte beschäftigt, da beide ohne deutsche Unterstützung nicht so wären wie sie jetzt sind. Im Falle Selous ist aber viel Geld vernichtet worden, hier wird ja seit 2007 nicht mehr unterstützt, und somit wird das Wegenetz weniger und schlechter, bzw. es ist eigentlich schon ein Eldorado für 4x4 Enthusiasten. Die Lodges beschweren sich zwar bei der Parkverwaltung es geschieht aber nichts, so werden Wege vom Lodgepersonal notdürftig repariert. Nach jeder Regenzeit verändert sich das Wegenetz. Hier dann später mehr.


Unsere Erfahrungen, besondere Eindrücke, in der Reihenfolge wie wir die NP’s besucht haben.
Usambara: wir übernachteten in der Irente View Cliff Lodge (http://www.irenteview.com/). Gutes Preisleistungsverhältnis, schönste Aussicht, sehr gutes Essen.

Selous: wir sind von Usambara über Morogoro, Kisaki an einem Tag bis in die Nähe des Matambwe Gates gefahren.
Übernachtet haben wir also die erste Nacht am Selous ca 5KM vor dem Park in der Sable Mountain Lodge (http://www.selouslodge.com/), etwas teuer aber mit Wasserloch, wo es auch was zum Beobachten gibt. Die Wege innerhalb der Lodge sind lang, aber in den Bandas fühlt man sich voll in der Natur. Am Abend erste Gespräche über Selous und Parkverwaltung/Regierung. Wir tappen ins Fettnäpfchen wegen der Zusatzgebühr die jetzt zur Unterstützung der Infrastruktur der grenznahen(NP) Orte erhoben wird. Ich meinte dies sei doch eine gute Sache, die Anwort war ungefähr so: ich soll mal zum Bürgermeister von Kisaki gehen, der hat noch keinen TS gesehen, die Unterstützung kommt nur von den Lodges, so wie z.B.: Unterstützung Krankenstation durch die Sable-Mountain-Lodge. Und die Karte die man am Gate erhält könne man vergessen. Die meisten Wege gibt es nicht mehr.

Wir starten früh am Morgen und kaufen die Karte trotzdem. Unsere Lodge im Selous liegt am anderen Ende des Parks(auf der Hauptroute 80 KM) und so haben wir für die Hinfahrt eine umfangreiche Tour ausgesucht um in Gebiete zu kommen, die wir von der Lodge aus nicht erreichen können. Die Route führt über Selous Grave, Tagalala See, Manze See, Nzerakera See, Shrandu See zur Rufji River Lodge. Bis kurz nach Selous Grave sind die Tse-Tse da. Danach haben wir keine mehr. Die Durchfahrt durch den Beho Beho ist problemlos da vermeintlich trocken. (hier hat die Sable-Mountain-Lodge letztes Jahr einen Landrover verloren). Ab hier stimmt weder die Karte noch T4A. Es gibt sehr viele Fahrspuren und die richtigen Wege sind manchmal nur schwer auszumachen. Im Beho Beho Fluss können wir eine Gruppe Elefanten beobachten wie sie in Löchern nach Wasser suchen und finden, teilweise bis zum Bauch stehen sie im Sand. Zwischen Beho Beho Fluss und Tagalala kommen wir an ein trockenes Bachbett, wo die Abfahrt weggebrochen ist. Auf der Suche nach einer Umfahrung sehen wir, dass ein Versorgungsfahrzeug mit Hänger auf die Stelle zufährt. Wir fahren wieder zurück, da wir noch nichts gefunden haben. Das Personal steigt aus, sammelt Steine stapelt sie und fährt dann mit lauten Kratzgeräuschen durch. Die Steine sind verrutscht, wir folgen dann und bleiben nicht hängen. Am Tagalala ist es sehr schön, viele Tiere beim Trinken, ein Kommen und Gehen. Rund herum ein wenig grün, ansonsten ist alles vertrocknet. Wir machen hier längere Kaffee-Pause und schauen dem Treiben zu. Kurz bevor wir starten kommt ein Fahrzeug der Sand River Lodge, er sieht uns und fährt zu uns her. Der Guide fragt wo wir hinwollen, und gibt es uns dann eine genaue Wegbeschreibung wie wir zum Lake Manze kommen, empfiehlt uns aber zurück zum Grave zu fahren und den Umweg von 25 KM in Kauf zu nehmen. Wir wollen nicht zurück und meinen das schaffen wir schon.
Wir schaffen es auch, aber für die Luftlinie von ca. 7 KM, brauchen wir 1,5 Stunden. Als wir später anderen Guides davon berichten, wird uns Respekt gezollt und auf die Parkverwaltung geschimpft, da es früher möglich war in 0,5 Stunde von einem See zum anderen zu fahren und das mit guten Tiersichtungen. Dies ist jetzt einer der Punkte: wer mit Fahrer oder Flugzeug in den Lodgen im Osten am Rufji übernachtet, bekommt auch bei einer Tagesfahrt den Tagalala gar nicht zu sehen(außer Sand-River-Lodge). Die Fahrzeuge fahren max. bis zum Lake Manze und das auch nur wenn man eine Ganz-Tages-Tour macht (8:00-16:00). Wir hatten den ganzen Tag Safari und wunderschöne Landschaften. Wir kamen kurz vor 17:00 Uhr in der Rufji River Lodge an, wo wir schon mit Sorge erwartet wurden. Empfehlung für Selbstfahrer: den Lodges vorher Informationen zukommen lassen, wann man plant anzukommen. Es waren rund 10 Std. Safari, dabei haben wir 145 KM zurückgelegt.
Die Lodge liegt einmalig, die Ausblicke vom riesigen „Zelt“ und vom Restaurant sind gigantisch.
Bald geht's weiter
Grüße Wolfgang
zuletzt bearbeitet 26. Juli 2013
Themenstarter607 Beiträge · seit 201030. Nov. 2012 · #5
Hab wieder ein paar Zeilen fertig.
2.Tag Selous
Wir machen einen halben Tag Game Drive mit Guide und eine 2 stündige Bootssafari auf dem Rufji. Bootssafari ist sehr schön, bei normalem Wasserstand sicherlich noch schöner.
Wir meinen den ersten Regen kommen zu sehen, aber in der Lodge regnet es nicht.


Beim Game Drive sind wir einmal zur richtigen Zeit am richtigen Ort und einmal nicht. Wir treffen auf eine Zibetkatze, eine anderes Fahrzeug auf Wildhunde. Die GameDrives führen alle am Wasser entlang, Richtung Norden finden keine statt. Am Wasser trifft man ab Mittag garantiert irgendwo auf Löwen, sie halten sich in der Hitze (es hat 34°C im Schatten bei 20° Luftfeuchtigkeit) in Flußnähe unter den Palmen auf. Was uns gestern schon auffiel unheimlich viele Giraffen. Elefanten sind hier total relaxed, eher ängstlich. Dieser Tag schlägt mit Zusatzkosten von 180 $ zu Buche. Die von uns gewählten Lodges der Fox Safaris (Selous-Mikumi-Ruaha) haben den Vorteil, dass man „nur“ VP buchen kann ohne Game-Drives. Man ist so total flexibel. Entweder alleine oder irgendetwas aus dem Angebot der Lodge. Allerdings gibt es eine Einschränkung: sollten die Guides oder Fahrzeuge ausgebucht sein, dann haben die Fluggäste Vorrang.
3.Tag Selous:
Wir lassen uns ein Lunchpaket geben(wird einem aufgedrängt wegen VP) und sind den ganzen Tag allein unterwegs. In Fluss/Seenähe trifft man untertags immer auf Lodge-Fahrzeuge. Wir suchen die Wege laut Karte Richtung Norden. Am Vorabend hat man uns aber schon informiert, dass hier alles zugewachsen ist, und es sich für die Lodge nicht lohnt selbst die Wege freizuhalten, die Entfernungen sind zu groß. Die Wege sind eigentlich nicht zugewachsen, so dicht ist der Busch zu der Jahreszeit nicht, sie sind einfach nicht vorhanden. Wir fahren wo es geht immer ein paar Abstecher nach Norden, Tiere vor allem Giraffen sind auch hier vorhanden, obwohl wir auf keine Wasserstelle treffen. Im Selous kann man fahren wie man will, also den Tieren auch hinterher, man sollte nur darauf achten, dass man wieder zurückfindet, aber mit Nüvi ist ja alles ein Kinderspiel. Die meiste Zeit treffen wir auf keine Touristen außer am Fluß. Nach neun Stunden Safari, kehren wir zur Lodge zurück. Dort angekommen, werden wir abgepasst und ein Massai wird uns zur Seite gestellt, Elefanten sind in der Lodge. Ich finde es etwas übertrieben, Managerin gibt zu Bedenken, dass eine Kuh mit Baby dabei ist, deshalb sei man sehr vorsichtig. Wir packen unsere paar Sachen und gelangen auf Umwegen zu unserem Zelt. Da es auf einer Holzplattform ist, kann man beruhigt draußen bleiben und dem Treiben zu schauen. Die Elefanten verlassen aber leider kurze Zeit später die Lodge. In der Nacht schlafen wir nicht so gut, die Elefanten sind wieder da, und gefühlt 1 Stunde rund um unser Zelt. Am Morgen kann man dann den Grund für den Lärm sehen, um unser Zelt herum schaut es etwas „unaufgeräumt“ aus. Ganze Arbeit, die Platten vom Weg sind irgendwo, einige Löcher in der Nähe der Wasserleitung, und jede Menge abgerissener Äste.
4.Tag Selous:
Nachdem wir den Weg über den Norden des Selous nicht nehmen können und nicht auf dem Hauptweg zurück zum Matambwe Gate wollen, beschließen wir einen kleinen Bogen nach Norden zu machen und dann wieder über den Tagalala See zu fahren, da es dort besonders schön war.
Die Managerin ist heute ganz aufgeregt, da sie sich über den gestiegenen Pegel des Rufji freut, in den Bergen muss es schon viel geregnet haben. Von den Guides bekommen wir noch Tipps und Warnungen wegen des Wasserstandes. Man kann sich das bei der riesigen Wasserfläche nicht vorstellen, dass innerhalb von 24 Stunden der Pegel um 30 cm steigt. Wir halten uns an die Warnungen und fahren an den Stellen die gestern noch frei waren nicht durchs Wasser. Wir finden auch einen etwas besseren Weg zum Tagalala, allerdings mit einer einzigen Stelle, wo wir mit Diff-Sperre und Untersetzung durch sind. Jeder Tag ist anders und heute sind nicht so viele Tiere da, wir bleiben trotzdem eine Stunde stehen und schauen den Pelikanen zu. Hier im Westteil des Selous hat es schon geregnet, die Wege sind teilweise feucht, und auf den abgebrannten Flächen schaut das neue Grün ein paar Millimeter aus dem Boden. Am Abend verlassen wir den Selous und fahren wieder zur SableMontainLodge. Wir bekommen genaue Hinweise für die neue Strecke, die zwar keiner kennt, aber jeder kennt den Weg zur Lumanga Ranger Station.
Unsere Beurteilung für den Selous war unterschiedlich: Meiner Frau waren die Wege für das was man gesehen zu anstrengend. In der Beurteilung der speziellen Landschaft waren wir uns einig, wunderschön, nach Regen sicherlich noch schöner. Die Tiersichtungen sind, wie bekannt, weniger, man muss schon suchen, und kann nicht so nah heranfahren. Ein, zwei Tage mehr wären besser gewesen (in einer weiteren Lodge im Westteil). Camper sind hier wie meistens im Vorteil, der Standortwechsel auf verschiedenen Plätzen ist wesentlich einfacher.
Während der 4 Tage sind wir abseits der Uferzone auf keine anderen Besucher gestoßen und an der Uferzone auch nur auf Lodge-Touristen. Mobilfunk-Abdeckung ist ganz im Westen und ganz im Osten.

Der nächste Tag war dann die Fahrt auf der neuen Strecke.

Mikumi: wir waren 3 Nächte im Stanley’s Kopie von Fox Safaris

Mikumi ist komplett beschildert, Navi und Karten überflüssig. Einige Selbstfahrer im Park getroffen, allerdings keine Europäer. Die meisten aus Dar. Etwas nervig, jeder fragt ob man Löwen gesehen hat. Wir haben es nicht(nur Leopard). Der Park ist ganz im Norden des Nordteils kaum befahren, schlechte Wege, hier gibt es die Mikumi-Palme in großer Zahl, aber auch Tse-Tse. Hier halten sich Elan auf, aber sehr scheu, näher wie 100m kommt man nicht heran auch nicht mit abgeschaltetem Motor.
Wir sind einmal den ganzen Nachmittag in der Lodge geblieben, da man einen schönen Blick auf ein großes Wasserloch hat. Größtes Ereignis: eine Herde von ca. 150 Büffeln, ansonsten Elefanten, Giraffen am Wasserloch, hat sich gelohnt, war sehr schön. Dieses Wasserloch ist sozusagen nur für die Lodge, man kann von anderer Seite nicht heranfahren, obwohl man ja im NP ist. Was uns auch noch aufgefallen ist, dass die Tiere relativ scheu sind, obwohl einige Autos im Park sind. Der Manager meinte, dies liegt an der Wilderei von der Straße aus. Die Lodge arbeitet mit den Rangern zusammen, wenn man Schüsse hört, werden diese von der Lodge verständigt. Meistens sind die Wilderer aber so gut organisiert, dass sie schneller mit dem Wild weg sind, als die Ranger über die Teerstraße an der Stelle.

Zu Tse-Tse-Fliegen unsere Erfahrungen:
Wir haben uns eigentlich gut vorbereitet: Autan, No-bite, Deet, und Obi el.Fliegenbatscher.
Autan: kaum Wirkung bei Tse-Tse
Deet: ca 1 Stunde erfolgreiche Wirkung, hier müsste man vermutlich Deet 80% hernehmen, oder es trinken.
Nobite: wir hatten Kleidung zu Hause schon eingesprüht, wirksam, kein Biss durch die Kleidung. ABER ich reagierte darauf allergisch, am ersten Tag im Selous war ich an den Schultern und Beinen rot und es bildeten sich Pusteln. Dank dem Luxus des Wäscheservices war das Problem schnell gelöst. Wer das auch vor hat, zuerst zu Hause ausprobieren.
Wir haben das Nobite dann im Auto im Fussraum/Boden eingesetzt, das war wirksam.
Obi Fliegenb: am effektivsten, da wir die Fliegen im Auto nur damit abtöten konnten. Mit der Hand erwischt man sie kaum.
Die Stiche sind sehr unangenehm und bei meiner Frau haben sie sich entzündet. Jetzt 2 Wochen danach sieht man sie immer noch.
Ein Typ von einem Guide: die Fliegen schaffen nur 40 km/h, also wer schnell fährt hat keine Tse-Tse im Auto, vermutlich auch wenig Filme und Fotos, und im Selous garantiert einen Achsbruch oder Überschlag.
Die Tse-Tse sind nur am Tag aktiv und mögen die Hitze nicht. In der Mittagszeit hatten wir meistens keine Tse-Tse. Im Ruaha wissen das anscheinend auch die Löwen, dazu später mehr.
Trotzdem allem die Tse-Tse sind sicherlich der beste Naturschutz.

Bis demnächst Wolfgang
zuletzt bearbeitet 26. Juli 2013
7'296 Beiträge · seit 200601. Dez. 2012 · #6
Hippie schrieb:Deet: ca 1 Stunde erfolgreiche Wirkung, hier müsste man vermutlich Deet 80% hernehmen, oder es trinken.
... in Alaska/Canada hat man in den mückenverseuchten Gebieten tatsächlich fast reines DEET verwendet. Ich habe hier noch eine Flasche Muskol mit 95% DEET rumstehen. Das wirkt zwar, aber man wird trotzdem fast wahnsinnig. Die Mücken schwirren in Massen summend um einen herum, halten aber 2-3 cm Abstand.

DEET ist für Mücken ein Kontaktgift. Deshalb bringt es auch nichts, z.B. seine Arme einzureiben und dann eine Jacke überzuziehen.
Trinken hingegen hilft. Du musst allerdings die Mücken/Fliegen dazu bringen, es zu trinken. 😉

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
2'779 Beiträge · seit 200701. Dez. 2012 · #7
hallo Hippie Wolfgang
lese mit grossem, sehr grossem Interesse mit. Wahrscheinlich habe ich aber etwas übersehen, wann war genau euere Reisezeit?
viele Grüsse leona
Gruss Leona
Themenstarter607 Beiträge · seit 201001. Dez. 2012 · #8
Hallo Leona,
habe ich ganz vergessen, da die ich gleich mit der Info wegen der neuen Strecke begonnen habe.
Wir sind genau vor 2 Wochen zurückgekommen. Wir waren vom 28.10 bis 18.11. da.
Viele Grüße
Wolfgang
Themenstarter607 Beiträge · seit 201004. Dez. 2012 · #9
Ich stell jetzt doch mal ein, da ich diese Woche keine Zeit mehr habe um ganz fertig zu werden


Nach einer ausgedehnten Morgensafari machen wir uns nach 3 Übernachtungen kurz vor Mittag auf zum Ruaha.
Ziel ist heute die Ruaha Hiltop Lodge ca. 10 km vor dem Gate. Wir fahren gemütlich und erreichen die Lodge nach nur 5,5 Std. , schneller als geplant . Dies liegt an der renovierten Straße von Iringa bis zum Ruaha, wir hatten dafür 2,5 Std. eingeplant, haben aber nur 1,5 Std gebraucht. Die Lodge ist einfach, sauber und hat einen gewissen Flair, die Bar hat es uns gleich angetan. Kosten VP 120€ für 2 Personen. Für Camper vielleicht auch interessant, Camping Platz und Selbstversorgungshütten gibt es auch. Preise kann man anfragen unter
http://www.ruahahilltoplodge.com/contacts.htm
Den Duschkopf in der Dusche muss man sich aber selber aufhängen. Das Essen ist nichts besonderes, aber nicht schlecht.
Wir frühstücken früh, ist kein Problem für das Personal und sind dann um 7:30 am Gate. Die 10KM bis zum Gate sind bestes Wellblech. Auch nach dem Gate ist die Strecke etwas unangenehm. Man sollte auf der Straße bis zum Gate schon Tierbeobachtung einkalkulieren. Wir hatten eine große Gruppe Elefanten, schön. Wir machen den ganzen Tag wieder Safari fahren den Ruaha flussabwärts, machen dann eine Schleife und erreichen die Ruaha River Lodge erst am Spätnachmittag. Man kann am Fluss überall bis zur Abbruchkante fahren und hat immer schöne Blicke auf den trockenen Ruaha. Es sind nur zwischendurch einzelne Wasserlöcher zu sehen. Es ist überall zartes Grün zu sehen. Während unseres Aufenthaltes regnet es fast jeden Tag am Spätnachmittag, maximal eine Stunde. Die Tierdichte hatten wir uns größer vorgestellt, man muss aber nicht suchen. Elefanten, Giraffen, Löwen gibt es viele und alles ist relaxt, Impalas sind allgegenwärtig.
Am Eingang haben wir uns wieder eine Karte(2010 neu aufgelegt) gekauft, und bis hier stimmt alles auf ihr. Die Wege bestens präpariert, es ist vieles ausgeschildert, und die Wegkreuzungen haben Nr. so dass man mit der Karte sehr gut zurechtkommt. Navi, überflüssig, allerdings für die Zeitplanung hilfreich. Die Karte ist aus gutem Material, und hält mehr als einen Urlaub durch, also wer Sie haben möchte (ich denke hier an Topobär, der ist vermutlich als nächster da) kann sie gerne haben.
Im Ruaha sind wir 5 Tage und übernachten in der Ruaha River Lodge. In der Lodge selbst muss man immer die Augen offen halten, es kann vorkommen, dass man auf dem Weg vom Restaurant zum Zelt Elefanten gegenübersteht. Früh am Morgen waren auch Hyänen im Gelände. Ein kleineres Löwenrudel mit Nachwuchs hielt sich 300m von der Lodge auf. Wir als Selbstfahrer wurden natürlich um unsere Flexibilität beneidet.
Am nächsten Tag machen wir einen geführten Game-Drive (er wurde uns spendiert, auf Grund der Anzahl Buchungen), leicht exklusiv, wir sind mit Fahrer und Guide alleine unterwegs(wir vermuten absichtlich). Die ersten 2 Stunden bekommen wir von der Tour wenig mit, wir reden und lachen die ganze Zeit mit den Beiden viel über Touristen und die Besonderheiten vom Ruaha.
Der Guide behauptet, dass im Ruaha fast alle Tiere(auch Strauße) vorhanden sind, man sieht sie nur nicht. Es ist sehr lustig. Irgendwann hält er an, und fragt was wir sehen, ich meine in welcher Richtung, er deutet und ich meine: Elefanten? ziemlich weit weg ein paar dunkle Punkte, er grinst, der Fahrer unterdrückt sein Lachen mit dicken Backen. Meine Frau nimmt das Fernglas und? es sind Strauße! Jegliche weitere Diskussionen über meine „Tierkenntnisse“ haben sich für diesen Urlaub erledigt. Wir sehen dann noch das größte Löwenrudel (sieht im Moment jeder), das wir je gesehen haben, 15 ausgewachsene Löwen. Es ist Mittag und sie liegen zuerst verstreut herum. Als sich 2 Elefantenkühe mit Baby nähern werden sie aber sofort aktiv. Sie beginnen aber dann doch keine Jagd. Der Guide meint dies wäre auch sehr ungewöhnlich, das Rudel hätte sich auf Giraffen spezialisiert. Nach der Tour erläutert mir der Guide noch die Touren die sie fahren. Im Prinzip spielt sich alles rund um den Kimilamatonge Hill ab, es wird nur ein ungefähr 20 QKM großes Gebiet befahren. In den Osten wird überhaupt nicht gefahren, zu weit, zu viele Tse-Tse und in den Westen manchmal bis zur Mündung vom Mwagusi in den Ruaha. Am Spätnachmittag fahren wir noch zu den Löwen in der Nähe der Lodge und dann noch ein Stückchen flussaufwärts. Kurz vor der Dunkelheit sind wir wieder in der Lodge.
Am Abend sitzen wir noch mit den Managern zusammen und fragen wegen der Routen noch einmal nach. Ja das ist so, im Osten sei die Tierdichte nicht so hoch, und das sei ein zu hohes Risiko wegen der Kritik. Als wir dann fragen, ob denn bekannt sei wo sich ev. Rappen- und Pferdeantilopen aufhalten, ist der 2.Manager ganz aus dem Häuschen. Er holt Karte heraus, zeigt mir genau, wo er vor 2 Wochen welche gesehen hat. Am Morgen werden dann noch alle Guides befragt und bei einer anderen Lodge nachgefragt, wann zuletzt jemand in dem Gebiet war. Es bleibt dabei, seit 2 Wochen war keiner mehr da. Wir werden auf die Länge der Fahrt (3 Stunden einfach) und die Tse-Tse in dem Gebiet hingewiesen(wir sollen Fenster zu lassen).
Wir beschließen an einem der nächsten Tage die Tour zu machen. Für den 3. Tag nehmen wir uns den Westen noch mal vor, wo wir am 1. Tag teilweise schon waren. Ein Punkt in der Nähe des Mwagusi Camps hat uns dort gut gefallen, da ist eine neue Betonbrücke von der kann man sehr schön Elefanten beobachten. Im Flussbett ist an einer Stelle noch Wasser für uns nicht sichtbar, für die Tiere schon. Ein Stückchen Flussaufwärts ist noch so eine Stelle dort trifft man auf Antilopen und Giraffen. Erwähnenswert ist noch: es gibt immer wieder einmal Picknick-Plätze mit Toiletten(sind benutzbar). Bei manchen ist der Busch aber sehr dicht, wir haben vorher genau die Umgebung angeschaut. Auf der Rückfahrt fahren wir wieder am Ruaha entlang, an diesem Tag ist er gut besucht, in der Mitte ist das Gras schon etwas länger, so dass Elefanten dort am Gras zupfen. Wasserböcke, Impalas und Giraffen sind sehr zahlreich. Richtig schön Afrika. Wir müssen uns dann am Schluss doch beeilen um noch rechtzeitig zur Lodge zu kommen. Abends wieder Gespräche mit dem Personal (es wird schon unheimlich).
Der 4.Tag beginnt sehr früh mit Hyänenkichern aus der Richtung der Löwengruppe. Wir fahren aber nicht hin, sondern frühstücken etwas länger und machen uns dann auf die Suche nach den Rappenantilopen, die letzten hatten wir vor über 3 Jahren im Mahango gesehen.
Ziel sind die Makindi Springs.
Die Ausschilderung ist nach wie vor vorhanden, aber die Wege sind deutlich schlechter, bei umgedrückten Bäumen, muss man sich selber einen Umweg suchen. Die Vegetation wechselt ständig, vom dichten Busch, bis freien Feldern die wie Golfplätze aussehen, alles vorhanden, die Tierarten wechseln auch, Giraffen, Kudus, Elefanten und natürlich Impalas. Das Wild ist hier wesentlich scheuer. Wir fahren nach 30 km sehr langsam um nichts zu übersehen. Die Quellen sind nur sehr schwer zu finden und nicht mehr ausgeschildert. Wir bleiben in der Nähe der Quelle und suchen noch den Weg zur Magangwe Ranger Post Richtung Osten, der endet aber nach wenigen KM in der Natur. Wir riskieren nichts, da wir sicher sind, wenn wir hier liegen bleiben, findet uns so schnell keiner. Als wir dann in der Nähe der Quellen auf Löwen treffen geben wir auf(vom intensiven Suchen sind wir auch etwas müde). Wir beschließen über einen Bogen nach Norden zur Lodge zu fahren. Nach einer Stunde sind die Tse-Tse weg und wir können wieder offen fahren. Die Wege haben jetzt die Kategorie anstrengend. Wir fahren bis zum Mdonya Flussbett und an dem entlang nach Westen(und da sind dann auch die Strauße wieder). Bei Ankunft in der Lodge sind wir dann geschafft, beim Ausladen aber gleich wieder ganz wach, da meine Frau eine Elefantendame übersieht, beide sind überrascht und ich frage mich, wer ist mehr überrascht. Wir gehen langsam weiter und der Elefant wendet sich einem Busch zu. Das weitere Ausladen verschieben wir ein wenig, da es doch mehrere sind. Schlußendlich macht das Personal dem Treiben ein Ende. Ausgiebig müssen wir am Abend berichten.
Am Morgen verabschieden wir uns, wie wenn wir 2 Wochen hier gewesen wären, und machen uns auf die Tour ganz nach Westen. Wir haben ja noch einen vollen Tag. Wir fahren über die besagte Brücke und dann zur Kreuzung W16 und von dort zum Kigelia Camp. Ein Fehler! der Weg zwischen W16 und Kigelia Camp, ist in den Hügeln und teilweise nicht vorhanden, sehr schwer zu fahren. Es ist uns unverständlich, in diesem Gebiet gibt es Büffel und man hat teilweise sehr schöne Aussichtspunkte. Löwen gibt es auch, gefühlt muss es 100te geben. Wir sind jeden Tag auf Löwen gestoßen, obwohl wir fast immer an anderen Orten waren. Fazit: wo keine Lodgefahrzeuge unterwegs sind, werden die Wege auch schlecht. Am Spätnachmittag erreichen wir die Brücke die zum Haupteingang führt. Hier ist auch ein Aussichtspunkt und man schaut auf richtig viel Wasser. Hier sind viele Hippos und natürlich sehr aktiv, da sie sehr beengt sind. Wir bleiben ein Stündchen und verlassen dann wehmütig den Ruaha NP. Wir haben nur ein paar km da wir wieder in der Hiltop Lodge übernachten.
Noch Bilder vom blühenden Ruaha:
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Hochladen ging nicht, mach ich später.

Wir gehen früh schlafen, da wir Morgen ohne Frühstück um 6:00 los wollen.
Gesagt getan, wir sind um 5:45 Uhr im Auto und machen uns auf weg nach Saadani. Wir haben uns viel vorgenommen 640 km und die ersten 80 und letzten 100 km auf Piste. Die ersten kennen wir ja schon, die letzten sind dann nicht so locker. Um 16:00 Uhr erreichen wir den Saadani von Westen und denken jetzt haben wir nur noch 40 km(1 Std) bis unserem Luxusdomizil. Aber es gibt doch was zu sehen (Wasserböcke ohne Ende) und eine Überraschung, wir fahren eigentlich auf dem Hauptweg nach Norden zum anderen Gate, tja und der ist überflutet, der Grund ist nicht zu sehen, Krokodile auch nicht, Fahrspuren gehen auf der anderen Seite weiter. Nach längerem Zögern und Schauen, der Grund scheint steinig, zumindest dort wo man etwas sieht, fahren wir durch. Die Motorhaube verschwindet ein paar Zentimeter unter Wasser dann geht es schon wieder nach oben. Erst um 17:30 erreichen wir A-Tend-with-a-view. Wir werden dann aufgeklärt, dass war die Flut, nach 16:00 soll man diese Strecke im Moment nicht fahren. Diese Lodge ist so wie man sich Luxus am Meer vorstellt. Wir sind hier nur 2 Nächte und jeden Abend gibt es ein 5 Gänge Menu. Wirklich vom Feinsten(und noch die einzigsten Gäste). Am nächsten Tag machen wir eine ausgedehnte Tour durch den NP, ganz andere Vegetation, hat auch etwas besonders, vormittags Safari, nachmittags Strand(das Ganze kann man natürlich viel günstiger und einfacher bekommen). Der NP müsste eigentlich Wasserbockpark heißen, überall sind Wasserböcke. Elefanten gibt es auch, aber sehr wenige. Raubtiere sehen wir keine.
Am Abend Gespräche mit Personal, ein Kellner frägt nach Mitfahrgelegenheit nach Arusha. Kein Problem, wir fahren aber nur bis zum Mkomazi, das hat er schon mitbekommen er will dann vorher aussteigen und mit dem Bus weiter.
Grüße Wolfgang
zuletzt bearbeitet 26. Juli 2013
2'779 Beiträge · seit 200704. Dez. 2012 · #10
super Bericht Wolfgang! und so viele wertvolle tipps bez. Strecken innerhalb des Ruaha! wird alles abgespeichert bei mir, Danke!
Gruss Leona
3'700 Beiträge · seit 200905. Dez. 2012 · #11
Hallo Wolfgang,

ganz herzlichen Dank für Deinen sehr informativen Bericht. 🙂

Habe da aber noch eine Rückfrage.
Hast Du die Foxes Camps von Europa aus vorgebucht und vielleicht magst Du die Übernachtungskosten verraten. Ev. ist aber auch sinniger direkt vor Ort aufzutauchen und preislich zu verhandeln. Die sind ja nur selten ausgebucht, was ich so auf der HP sehen konnte.

Mit herzlichen Grüßen und Dank
Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheit www.butterblume-in-afrika.de
Themenstarter607 Beiträge · seit 201005. Dez. 2012 · #12
Hallo Marina,
wir haben von zu Hause bei Fox gebucht. Das ist immer der große Nachteil gegenüber Camper. Vor Ort buchen ist möglich, aber mit sehr vielen Fragezeichen verbunden. Als wir in Mikumi ankamen war alles ausgebucht, einen Tag später nur 2 Zelte belegt. Im Ruaha war nur halb voll, als wir fuhren, kam eine Gruppe mit 25 Leuten an. Was auch schwierig sein dürfte: anrufen in den Camps einen Tag vorher, fast nie möglich. Wenn die Camps weit vom Gate wegliegen, dann hinfahren, und dann nichts frei ist, da müßte man schon viel Zeit haben. Wir haben keinen Rabatt erhalten, wir haben die Preise bezahlt, wie sie im Internet stehen. Ich schreibe aber am Schluß noch die Kosten zusammen, da sie enorm waren. Es war fast unser teuerster Urlaub, er wurde nur von einem Botswana Urlaub getoppt.
Viele Grüße
Wolfgang
zuletzt bearbeitet 26. Juli 2013
3'700 Beiträge · seit 200906. Dez. 2012 · #13
Hallo Wolfgang,

vielen Dank für Deine rasche Antwort. Das hilft bei der Planung.

Mit herzlichen Grüßen
Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheit www.butterblume-in-afrika.de
Themenstarter607 Beiträge · seit 201008. Dez. 2012 · #14
habe fertig
Wir wollen gegen 07:30 die Lodge verlassen, das klappt aber nicht ganz, da der Kellner noch keine Erlaubnis vom Manager hat. Spricht nicht gerade für gutes Management, die Lodge hat die nächsten Tage kaum Buchungen. Am Ende darf er doch mit und spart sich nach seiner Aussage einen Tag Zeit und einen halben Tag Arbeitslohn(Kosten für Bus). Es hat sich anscheinend nicht viel in den letzten 5 Jahren geändert. Er fährt bis Mombo mit, bis Same(Abzweigung Mkomazi NP) wollte er nicht, da sei es mit Bussen nicht so gut. Er bedankt sich so oft, dass es uns schon peinlich wird. Von der Lodge und vom Kellner war uns empfohlen worden nicht über Pangani zur A14 zu fahren, sondern über Mamboya nach Mkata(ca 1 Std. schneller). Die 70 km Piste waren aber auch nicht wirklich gut. Teilweise sehr tiefer Matsch. Wir haben für die Strecke 1,75 Stunden gebraucht. In Korogwe legten wir noch eine Pause ein. Am Gate vom Mkomazi trafen wir um 14:00 Uhr(seit 2 Tagen keine Einträge im Registrierungsbuch) ein. Wir fahren direkt zum Babus’s Camp, wo wir vorgebucht hatten. Wir sind die einzigen Gäste, das Personal ist wie immer sehr freundlich. Die Zelte sind einfacher. Wir halten uns nicht lange auf, da wir noch Safari(wir haben nur 24 Std.) machen wollen. Wir fahren Richtung Osten um ev. uns die Projekte Rino und Wild Dogs anzuschauen. Auf dem Weg suchen wir noch einen Damm(Empfehlung vom Personal), da ist aber kein Wasser und keine Tiere. Wir treffen auf 30 km kaum auf Wild. Wir fahren noch bis zur Wegkreuzung (Kisima-Maore). Dann müssen wir umkehren, da es zu spät wird. Wir beschließen für den letzten Tag noch einen langen Drive/Schleife erst Richtung Westen und dann zur Grenze nach Kenia(Tsavo West), dann wieder zum Camp. Mittagessen vereinbaren wir um 13:00 Uhr, dann soll es nach Arusha und nach Hause gehen. Geplant war es gut, aber ersten kommt es anders und zweitens ist man in Afrika.
Nach einem kurzen Frühstück starten wir nach Westen in Richtung Dindera. Es ist leicht hügelig und man hat immer wieder gute Sichten auf freie Flächen mit aüßerst scheuem Wild. Wir bleiben immer lange stehen, dann beruhigt sich die Lage, aber richtig sehen kann man nur mit Fernglas und Tele (das auch nicht reicht). Es ist ein bisschen schade, denn so etwas haben wir noch nie gesehen, Elan-Antilopen bis zum Horizont, wir haben bei einer Herde über 50 Tiere gezählt. Bei Dindela fahren wir an einen Aussichtspunkt(Blick auf Wasserloch, Damm), hier haben vor einiger Zeit Personen gecampt, sicherlich wunderschön. Dann fahren wir Richtung Nord-Osten (Tsavo), der Weg stimmt mit Karte und Navi überein, ist auch Hinweisschild, aber es geht nur steil Berg auf, immer schlechter bis zum Kamm, kaum noch eine Fahrspur. Oben angekommen: „Sche..“ ist das war meiner Frau nur entfleucht. Kein Weg, nur Felsen sehr steil. Wir suchen mittels Fernglas, wo es unten weitergehen könnte, wenden geht nicht, rückwärts zurück die Alternative. Eigentlich müsste laut Karte eine Weggabelung(2-3KM) zu sehen sein. Wir sehen sie nicht und finden sie auch nicht. Wir entdecken aber unten im Gebüsch eine Stelle, wo eine Fahrspur sein könnte. Ich fahre sie im 1.Gang(untersetzt) an. Nach mehrmaligen Rutschen und „Stöhnen von links“, erreichen wir die Stelle. Die Fahrspuren sind immer wieder unterbrochen aber sie führen schließlich auf einen Weg der nach Mbula führt, wir wollten aber nach Kavateta(beides Dämme oder Wasserlöcher), Kavateta wäre laut Karte ca. 5 km Luftlinie vom Tsavo-West entfernt. Die entscheidende Wegkreuzung haben wir verpasst oder nicht gefunden. Wir geben auf, wir fahren nicht zurück um sie zu suchen. Wir fahren dann weiter bis zur nächsten Kreuzung, auch da ist der Mbula-Circuit angeschrieben.
Wir sind fast wieder an derselben Stelle von in der Früh, bei den Elan’s und viel zu früh. Wir machen es uns gemütlich und bleiben stehen, genießen den Moment, und sind froh, dass wir heil hier angekommen sind. Ein wenig sauer sind wir schon, da es ja als normaler Weg angegeben und ausgeschildert war, aber das legt sich schnell. Wir sind pünktlich beim Mittagessen und verlassen um 14:00 Uhr den Park(24Std. Regel).
Resume Mkomazi: mindestens 3 Übernachtungen sollte man hier sein, nur etwas für Camper. Die Campsites liegen an sehr schönen Stellen, die einzige Lodge nicht. In Same gibt es auch ein Motel, aber die Wege sind dann zu weit. Hier gibt es sicherlich noch viel zu entdecken, vielleicht ein ungeschliffener Diamant. Hoffentlich sind sie mit dem Rinoprojekt erfolgreich, dann kämen auch mehr Touristen.
Um 17:00 war in Arusha Fahrzeugrückgabe vereinbart, wir sind 10 Min. später da. Es ist Samstag und das Chaos um die Zeit noch größer als sonst. Durch Arusha brauchen wir 45 Min.

Zusammenfassung: ein sehr schöner Urlaub mit vielen neuen Eindrücken. Nicht vergleichbar.
Obwohl der Tourismus in Tansania statistisch immer mehr zugenommen hat, haben wir den Eindruck, dass sich bei den Menschen wenig geändert hat. Die Armut und Korruption ist allgegenwärtig, an Bildung kommen anscheinend nur Privilegierte. Es bleibt nur die Hoffnung, dass die Touristen mehr Geld im Lande lassen und die wenigen Natur belassenen Landstriche erhalten bleiben. Oder ein anderes Motto, schnell noch hin, Morgen ist alles anders. Es gibt ja einen Fomi, der fühlte sich abgezockt, bei uns war das nicht so. Ein paar von den Lodgen unterstützen wirklich die Bevölkerung vor Ort und diese Bevölkerung bewahrt auch die Natur, obwohl sie immer die reichen Touristen kommen und gehen sehen.

Zum Schluß zum Finanziellen.
Es ist sicherlich sehr viel Geld, was man für so einen Urlaub ausgibt, aber trotzdem halten wir es immer noch für gerechtfertigt, in Europa ist so ein Urlaub nicht möglich und er würde das Mehrfache kosten, wenn es solche Natur noch gäbe. So ein Urlaub kann man nur machen, weil die Leute dort so arm sind, und das macht es nach wie vor immer etwas unmoralisch.

Wir haben alles in Tansania gebucht, wie wir immer versuchen in dem Land, wo wir uns aufhalten, zu buchen, da wir der Meinung sind, das Geld soll dort verdient werden und nicht hier bei einer Agentur. Dies ist in einzelnen Fällen vielleicht günstiger, aber man hat auch mehr Kosten für Banktransfer und es ist aufwendiger.
Die Positionen im Einzelnen in $, es wurde ja schon gefragt(die Kurse waren im Bereich von 1,23 – 1,31):
Lodgen (nur VP keine GameDrives):
Fox Safaris Selous/Ruaha/Mikumi : 3830 $
A tent with a view und SableMountain: 1080 $
Ruaha Hiltop Lodge: 320 $
Babu’s (Mkomazi) 400 $
Usambara 90 $
Summe: 5720 $
Flug: 1720,00 €
Bankgebühren: 65 €
Nationalparkgeb: 871,00 €
Auto: inkl. Vollkasko(ohne Selbstbet.), Kühlschrank, Flughafentransfer, alle km 3400,00 $
Diesel: 430 €
Alles zusammen für 21 Tage unvergesslicher Zeit: ohne Trinkgeld (das veröffentliche ich nicht)
10149,00 €

Das war’s, vielleicht ist mal jemand länger im Mkomazi, die Eindrücke würden mich sehr interessieren.

Noch etwas zur Strecke Chalinde-Iringa. Hier ist im fast jeden Dorf Polizei oder Militär. Radarkontrollen ca. alle 20 km. Die Geschwindigkeit muss am Ortschild oder beim 50 km/h Schild schon 50 sein, sonst zahlt man.

Viele Grüße
Wolfgang
zuletzt bearbeitet 26. Juli 2013
3'700 Beiträge · seit 200908. Dez. 2012 · #15
Hallo Wolfgang,

ganz herzlichen Dank für Deinen ausführlichen Bericht und die interessanten (finanziellen) Details!

Liebe Grüße
Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheit www.butterblume-in-afrika.de
79 Beiträge · seit 201008. Dez. 2012 · #16
Hallo Wolfgang,

vielen Dank für den spannenden Bericht – insbesondere auch für die detaillierten Wegbeschreibungen und Kosten – ihr habt euch eine tolle Route herausgesucht, wir lieben es auch sehr, abseits der großen Touristenrouten unterwegs zu sein und haben durch deinen Bericht ein paar neue Ideen bekommen – Asante sana!
Themenstarter607 Beiträge · seit 201008. Dez. 2012 · #17
Freut mich, dass die Aufzeichnungen Euch vielleicht etwas helfen.
Eigentlich hatte ich im Nüvi ja die Strecken alle aufgezeichnet, aber was ich nicht wußte, dass da nur die letzten 3 gespeichert bleiben, man lernt nie aus. Sollte jemand im Mkomazi oder auf der Strecke Selous-Mikumi mit Navi fahren, einzelne Koordinaten kann ich einstellen, da ich diese unter Favoriten im Nüve gespeichtert habe.
Viele Grüße
Wolfgang
2'462 Beiträge · seit 200608. Dez. 2012 · #18
Hallo Wolfgang,

vielen Dank für den super interessanten Bericht, der wirklich Lust auf Tansania gemacht hat.

Lädst Du uns denn auch noch ein paar Bilder hoch?

Viele Grüße
Sanne
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
Themenstarter607 Beiträge · seit 201009. Dez. 2012 · #19
Hallo Sanne,
tut mir leid,
geht seit ein paar Tagen nicht mehr. Keine Ahnung woran es liegt, kommt immer Meldung: falsches Format. Ich lade aber richtiges Format(jpg).
Sollte tatsächlich Deine Urlaubsplanung darunter leiden 😉, kann ich Dir im Notfall welche per Mail schicken.
Wobei Bilder vom blühenden Ruaha dir wenig bringen würden, da müßtest Du ja zur gleichen Zeit im nächsten Jahr reisen und das Glück haben, den Start der Regenzeit zu erwischen.
Viele Grüße
Wolfgang
6'369 Beiträge · seit 201109. Dez. 2012 · #20
Hoi Sanne
Hippie schrieb:Wobei Bilder vom blühenden Ruaha dir wenig bringen würden, da müßtest Du ja zur gleichen Zeit im nächsten Jahr reisen und das Glück haben, den Start der Regenzeit zu erwischen.
Vieleicht nützen Dir meine Fotos vom Ruaha (und Mikumi und Selous und Udzungwa) etwas, die findest Du in meinem Reisebericht vom Herbst 2011: Klick mich, ich bin ein Link!😎
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
zuletzt bearbeitet 09. Dez. 2012