SA Fluglinie 1Time ist pleite!

9 Antworten · 2'571 Aufrufe · gestartet 02. Nov. 2012 von Helmar
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Themenstarter667 Beiträge · seit 200602. Nov. 2012 · #1
Die südafrikanische Billigfluglinie 1Time hat heute nachmittag Konkurs angemeldet und alle Flüge eingestellt. Wer schon gebucht hatte, sollte sich eine neue Linie suchen. Mit einer Kostenerstattung sollte niemand rechnen. Nach Velvet Sky (Durban) ist es die zweite Pleite in diesem Jahr.
Gruss
Helmar
http://www.timeslive.co.za/local/2012/11/02/1time-files-for-liquidation-reports
3'080 Beiträge · seit 200903. Nov. 2012 · #2
Hallo Helmar,

die Meldung ist aber schon ein paar Tage alt....

lg sasowewi
Themenstarter667 Beiträge · seit 200603. Nov. 2012 · #3
"Low-cost airline 1Time filed for liquidation on Friday, leaving passengers stranded countrywide, according to reports."

Genau gesagt: (dieser) Freitag um 14.30 Uhr, während die Maschinen noch in der Luft waren.
Oder hast Du andere Infos gehabt?

Gruss
Helmar
33,1k Beiträge · seit 200603. Nov. 2012 · #4
Hi Helmar,

wie SASOWEWI schreibt ist das eine "alte" Nachricht. 1Time hat bereits vor einigen Wochen Konkurs angemeldet, alle Flüge eingestellt. Sie erhielten dann Gläubigerschutz und haben kurzfristig wieder Flüge durchgeführt. Nun also das gleiche Prozedere nochmal, mal sehen wann sie wieder abheben.

Sonnige Grüße aus Windhoek
Christian
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Gast03. Nov. 2012 · #5
Hallo,
travelNAMIBIA schrieb:Sie erhielten dann Gläubigerschutz und haben kurzfristig wieder Flüge durchgeführt. Nun also das gleiche Prozedere nochmal, mal sehen wann sie wieder abheben.
Die heben wohl nicht mehr ab. Im August wurde Gläubigerschutz beantragt. Jetzt wird liquidiert, weil der Laden keine Chance hat, profitabel zu werden.

Hauptursache dürfte sein, dass man (wie Velvet Sky) auf alte Flugzeugmodelle gesetzt hat, die sonst keine Airline mehr haben will. Die bekommt man zwar äußerst billig und kann so mit sehr kleinem Geld eine Airline starten, aber die Dinger fressen einen bei den Betriebskosten auf. So eine MD82 verbraucht pro Passagier und Kilometer wohl an die 50% mehr Kerosin als eine moderne 737-800 oder A319/A320. Die Wartungskosten sind auch höher und mit dermaßen hohen Betriebskosten kann man bei den hohen Öl-/Kerosinpreisen keinen Billigflieger aufziehen. Die Einsparung bei den Flugzeugkosten macht das nicht ansatzweise wett.

In Europa haben zig Airlines das Billigflieger-Modell versucht. Es gibt genau 2 dauerhaft Erfolgreiche: Ryanair und Easyjet. Beide haben nicht zufällig ganz junge, moderne Flotten. Der Easyjet-Gründer will in Afrika einen Billigflieger aufziehen. Startet wohl Ende des Jahres (vorerst in Ostafrika) und soll schon in einem Jahr 15 neue Airbus in Betrieb haben. Das könnte dauerhaft funktionieren.

Beste Grüße

Guido
3'080 Beiträge · seit 200903. Nov. 2012 · #6
@guido, ganz so einfach ist es nicht, da gibt es zig Gründe warum es nicht funktioniert. Man muss auch berücksichtigen das z.B. die Leasing-Raten für eine alte MD um ein vielfaches geringer sind als für einen werksneuen Airbus. Dann hängt es mit auch davon ab welche Gebühren an den Airports gezahlt werden muss. Schau dir an wo Ryan und Co. fliegen, da kommen Metropolen wie Dortmund und Lübeck zum Zug, die zahlen noch an diese Firmen damit sie dort überhaupt fliegen. Joburg und Cape Town haben beide keine Alternativen wie Hahn oder Memmingen. Es liegt also nicht nur am Flieger....Ich habe dieses Jahr eine Pleite einer Airline live miterlebt, die sind übrigens Airbus geflogen, da ist nicht mal mehr Geld für ein Insolvenzverfahren vorhanden, trotz nagelneuer Flieger. Und die nächste Pleite steht bereits vor der Tür....

lg sasowewi
Gast03. Nov. 2012 · #7
Hallo,
SASOWEWI schrieb:@guido, ganz so einfach ist es nicht, da gibt es zig Gründe warum es nicht funktioniert. Man muss auch berücksichtigen das z.B. die Leasing-Raten für eine alte MD um ein vielfaches geringer sind als für einen werksneuen Airbus.
Darauf bin ich doch schon eingegangen: "Die Einsparung bei den Flugzeugkosten macht das nicht ansatzweise wett.". Viele Billigflieger sind börsennotiert. Man muss da zu den Kosten nicht Rätsel raten, sondern man kann einfach die Geschäftsberichte lesen. Das Kerosin macht schon bei gesunden LCCs mit moderner Flotte an die 50% aller im gesamten Geschäft anfallenden Kosten aus. Die (modernen) Flugzeuge nur um die 10%. Bei einem Ölpreis von 30-40 USD ging die Rechnung mit dem billigen alten Fluggerät vor einigen Jahren vielleicht noch auf. Bei einem Ölpreis von 100 USD und mehr geht die Rechnung nicht mal auf, wenn man die ollen Flieger zum Nulltarif geschenkt bekommt.

Daneben sind die hohen Flughafengebühren in Südafrika sicherlich ein grundsätzliches Problem für die Billigflieger da. Die betreffen aber alle Marktteilnehmer und waren somit kein spezifischer Nachteil für 1Time. Problemtisch ist dann eher noch Mango - der Billigflieger der staatlichen SAA, den man im Wettbewerb nicht besiegen kann.

Hätte Comair/Kulula seine Strategie beibehalten, wären die jetzt sicher auch im Eimer. Die haben ja auch jahrelang auf 20-35 Jahre altes Gerümpel gesetzt: 737-200/MD81/MD82. Die haben aber rechtzeitig einen Schwenk eingeleitet und Kulula hat nun überwiegend moderne 737-800.

Beste Grüße

Guido
zuletzt bearbeitet 03. Nov. 2012
1'155 Beiträge · seit 200603. Nov. 2012 · #8
Guido. schrieb:

Die haben ja auch jahrelang auf 20-35 Jahre altes Gerümpel gesetzt: 737-200/MD81/MD82.

Beste Grüße

Guido
Ola Ola Guido 😉 ... das waren aber noch Flugzeuge zum Fliegen, keine Joy-Stick-Bordcomputer Spielzeuge für "Knöpfchendrücker" ... 😄

Aber ich glaube ein weiterer Grund ist auch die grosses Konkurrenz dort unten. Die lukrativen „Rennstrecken„ sind jeweils mehrfach abgedeckt… Kulula, Comair, Mango, SAA , BA (die übrigens auch seit Jahren mit uraltem 737 „Schrott“ und Triebwerken aus dem Mittelalter unterwegs sind) ...

Gruss, Tom
33,1k Beiträge · seit 200604. Nov. 2012 · #9
OFF TOPIC
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Hi Guido,
In Europa haben zig Airlines das Billigflieger-Modell versucht. Es gibt genau 2 dauerhaft Erfolgreiche: Ryanair und Easyjet. Beide haben nicht zufällig ganz junge, moderne Flotten. Der Easyjet-Gründer will in Afrika einen Billigflieger aufziehen. Startet wohl Ende des Jahres (vorerst in Ostafrika) und soll schon in einem Jahr 15 neue Airbus in Betrieb haben.
Du sprichst sicher von Fly540. Die sind seit 2006 sehr erfolgreich in Kenia und Umgebung als Billigfluggesellschaft unterwegs. Im Juni d.J. hat EasyJet 5 % Anteile erworben. Daraufhin haben sie Fly540 Africa gestartet, die bereits aus und in Ghana und Angola fliegen. Ab kommendem Jahr auch in/ab Tansania. Umbenennung in FastJet geplant.

Sonnige Grüße aus Windhoek
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
Gast04. Nov. 2012 · #10
Hallo Christian,
travelNAMIBIA schrieb:Du sprichst sicher von Fly540. Die sind seit 2006 sehr erfolgreich in Kenia und Umgebung als Billigfluggesellschaft unterwegs. Im Juni d.J. hat EasyJet 5 % Anteile erworben. Daraufhin haben sie Fly540 Africa gestartet, die bereits aus und in Ghana und Angola fliegen. Ab kommendem Jahr auch in/ab Tansania. Umbenennung in FastJet geplant.
Stimmt nicht so ganz und ist alles komplizierter. Fly540 gehörte zu Lonrho PLC. Rubicon hat die Flugsparte samt Fly540 von Lonrho übernommen. Lonrho im Gegenzug Anteile an Rubicon/Fastjet bekommen. Fastjet ist eine Marke, an der die Easygroup alle Rechte hält. Damit man diese Marke nutzen darf, hat die Easygroup 5% bekommen. Der Easyjetgründer Stelios hält auch Anteile an Rubicon und ist die treibende Kraft.

Ein bisschen eigenartig ist, dass die Easygroup die Markenrechte für Fastjet anscheinend auch erst Ende 2011 angemeldet hat, als die Pläne schon auf dem Tisch waren. Vielleicht sind das irgendwelche Kompensationsgeschäfte, weil der Stelios zahlreichen vertraglichen Limitierungen unterliegt und u.a. keine Konkurrenz zu Easyjet aufbauen darf.

Beste Grüße

Guido