Afrikaans - Sprache der Feinde?

10 Antworten · 3'576 Aufrufe · gestartet 16. Nov. 2006 von helen
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Themenstarter1'490 Beiträge · seit 200616. Nov. 2006 · #1
Hi,
macht man sich mit Afrikaans in Namibia unbeliebt? Mir wurde gesagt, dass dies die Sprache der Feinde wäre. Über eine Info würde ich mich freuen.
Schönen Tag, Gruß
helen
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7'267 Beiträge · seit 200616. Nov. 2006 · #2
Hallo Helen

In Namibia hatte ich nicht den Eindruck, dass man sich mit Afrikans unbeliebt macht. In Südafrika hingegen schon. Mir wurde das auch mehrmals von Südafrikanern bestätigt, dass Sie erstaunt sind, dass in Namibia noch viel Afrikaans gesprochen werde in Südafrika sei das sehr verpönt.

Herzliche Grüsse
Chrigu
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145 Beiträge · seit 200616. Nov. 2006 · #3
Hallo Helen,

obwohl ich des Afrikaans nicht mächtig bin, hatte ich sowohl in Südafrika als auch in Namibia nicht den Eindruck, dass jemand ein Problem damit hat. Menschen jeder Hautfarbe haben munter miteinander parliert. Dass z. B. die Nama o. a. untereindander möglichst nicht Afrikaans sprechen ist klar - wenn dem mal so wäre, könnte es natürlich sein, dass ein anderer schief schaut und meint, das sei die Sprache der Feinde...

LG, Thomas
1'036 Beiträge · seit 200616. Nov. 2006 · #4
@Helen

Afrikaans ist fast wie eine Universalsprache im Lande.

Wie soll ich z.B. ein Baster mit einem Ovambo unterhalten können.

Wenn Afrikaans die Sprache der Feinde wäre, so würde auch Deutsch dazu gehören ebenso wie Englisch.

Du kennst ja Namibia und einige verschiedene ethnische Gruppen. Ohne Afrikaans geht es nicht, zumindest vorläufig.

Dein Vorhaben Afrikaans zu lernen ist OK, wenn dein Englisch schon etabliert ist eine gute Alternative. Sonst rate ich eher Englisch und Deutsch in Nam zu sprechen.

Grüsse Georg
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413 Beiträge · seit 200616. Nov. 2006 · #5
Hallo Helen,

im Gegenteil, ich habe in Namibia, sowie auch in Suedafrika nur gute Erfahrungen gemacht! Ich wohne in den Niederlanden und spreche das dem Afrikaans sehr aehnliche Hollaendisch. Ob Schwarz oder Weiss, ueberall wo wir hinkommen freut man sich, Afrikaans sprechen zu koennen. Es gibt natuerlich in beiden Laendern Ecken, wo man nur mit Englisch weiter kommt. Ich finde es aber immer ein bisschen eigenartig wenn sich zum Beispiel 2 Buschmaenner in Afrikaans unterhalten.

Gruesse Kitty
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1'455 Beiträge · seit 200616. Nov. 2006 · #6
Offizielle Landes- und Amtssprache ist Englisch, in vielen Banken und Behörden spricht man es auch und kein Afrikaans. Dafür kannst Du Dich mit Afrikaans auch in den einsameren Gegenden verständigen, wo oft nur wenig/kein Englisch gesprochen wird. Wenn das auch nicht mehr geht, Hände und Füße geht immer, wer spricht schon Nama oder Otjiherero...
Wenn Du Afrikaans kannst, kommst Du auch bei Verhandlungen oft sehr viel weiter, weil Du nicht als "Bloody Tourist" angesehen wirst.
Meine Frau kann Afrikaans und das ist sehr oft sehr hilfreich.
LG Jens
23 Beiträge · seit 200616. Nov. 2006 · #7
also dazu muss ich sagen ich spreche afrikaans jetzt seit fast 6 jahren und hatte damit keine Probleme in Namibia. Habe auch mit deutsch und englisch geantwortet klar aber die gängigste sprache ist immer noch afrikaans und die versteht auch fast jeder. In den drei jahren die ich in Namibia gelebt habe, habe ich eigfentlixch zu 85% afrikaans gesprochen. Und deswegen denke ich nicht das das die sprache der feinde ist. Ich habe auch viel mit südafrikanern zu tun gehabt und die waren eigentlich immer ganz angetan dasd ich mich mit denen in Afrikaans unterhalten habe und nicht in Englisch unterhalten habe. Und ich habe auch vorzugsweise Afrikaans gesprochen da ich persönlich finde das es eine sehr schöne sprache ist.

LG Timo
Themenstarter1'490 Beiträge · seit 200616. Nov. 2006 · #8
hallo,
erstmal danke für die vielen Antworten.
Ich hatte für unser Patenkind einen Brief in afrikaans geschrieben. Ich weiß, dass sie es spricht. Mir wurde dann gesagt, dass ich den Brief in Englisch verfassen soll, da Afrikaans die Sprache der Feinde sei. Das hatte mich doch etwas geschockt.
Afrikaans zu lernen ist für unsere Stimmbänder nicht so einfach. Ich bekomme jedesmal Halsschmerzen. Mein Afrikaans wird aber nie so weit kommen, dass ich Verhandlungen führen kann. Aber es macht Spaß sich mit dieser Sprache zu beschäftigen.
Ich werde wohl weiterhin ein Bloody Tourist sein. 🙂

Schönen Tag noch,
helen
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23 Beiträge · seit 200616. Nov. 2006 · #9
@ helen

ich kann dir da nur beipflichten die sprache weiter zu lernen es ist eine schöne sprache und das mit den halsschmerzen heut auf garantie auf wenn du es ca ein halbes jahr lang sprichst dann hören die haslschmerzen irgendwann schon auf war bei mir jedenfalls so nach nem halben jahr hatte ich damirt keine Probleme mehr.....:.-)
Gruß Timo
aus dem Norden Deutschland ( Kiel )
3'766 Beiträge · seit 200616. Nov. 2006 · #10
Hallo zusammen,

ein wirklich interessantes Post!

Ich möcht hier nur meine eigenen Gedanken zufügen die aus meiner subjektiver Sicht zu verstehen sind und keinen anspruch auf historisch, poltische oder gesellschaftliche Richtigkeit haben.

Es mag durchaus sein das von einigen Bevölkerungsteilen Afrikaans als sprache der Feinde angeschaut wird, dies könnten zB ehemalige Befreiungskämpfer sein oder Gruppierungen von rechtextemistischer Menschen und ewig gestriger Wichtigtuer. (wollen wir mal beiseite lassen ob es gerechtfertigte Gründe gab oder gibt hierzu)

Für viele ältere Generationen ist es einfach die Verständigungssprache, sagen wir mal so ewtas wie das Englische in Europa um sich mit verschiedenen Sprachgruppen unterhalten zu können, diese Sprache so denke ich ist mit der Zeit und natürlich gewachsen und wird von allen als eine natürliche Möglichkeit der Verständigung genutzt und auch als solche angesehen.

Bei jüngeren Generationen sehe ich eher einen pragmatischen Hintergrund, vermutlich ist es eher so das die Jugend Afrikaans nicht mehr so mag weil diese Sprache global gesehen marginal ist, und es einfach mehr Sinn macht Englisch zu erlernen und zu sprechen, als die Fremdprache Afrikaans was sie ja für die meisten auch ist, nämlich eine zu erlernende Fremdspache, neben ihren eigenen Muttersprachen je nach Herkunft und Ethnie.

Kleines Beispiel, ein Deutscher würde wohl kaum "Schweizerdeutsch" erlernen nur weil es ein paar Millionen sprechen, sondern Englisch wo mit er sich in der ganzen Welt durchsetzten und verständigen kann (fast überall auf der Welt)

Das Afrikanns die Sprache der Feinde sein soll, ist wohl eher etwas Säbelrasseln von einer kleinen Minderheit.

Wie gesagt eine persönliche Einschätzung von mir ohne Anspruch auf Richtigkeit, Gruss Kurt

PS - Afrikaans höre ich sehr gern, ich finde es klingt irgend wie schön, und das Beste ist, das ich keine Ahnung habe was gesprochen wird 😄<br><br>Post geändert von: VirusAfricanum, am: 16/11/2006 13:03
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1'457 Beiträge · seit 200616. Nov. 2006 · #11
Afrikaans wird vor Allem in den städtischen Räumen und in den Farmgegenden gesprochen. Hier ist es übrigens durchaus üblich, dass sich Nama aber auch Ovambo untereinander in Afrikaans unterhalten und die eigentliche Muttersprache in den Hintergrund gedrängt wird !

Afrikaans wird im Allgemeinen von den Ovambo eher selten gesprochen und man stößt hier unter Anderem auch auf Ablehnung, aber im grossen und ganzen ist das kein Problem.

Wenn ein Tourist Afrikaans kann und damit umzugehen weiß, dann ist das sicherlich von Vorteil, weil er so oder so kaum in die entlegenenen Gebiete kommt. Im Norden und Nordwesten werden ihm aber in machen Situationen weder Afrikaans noch Englisch weiterhelfen.

Und das mit dem Patenkind ist eine ganz andere Sache. Da kommt es drauf an, woher es kommt, wo es lebt, wie alt es ist und warum es in die Sparte eines Patenkindes fällt.
Ein Ovambo oder Herero, dessen Vater im Krieg von den Südafrikanern erschossen wurde, würde ich vielleicht nicht unbedingt in Afrikaans anschreiben. Dass Englisch aber genauso eine Kolonialsprache darstellt, sei mal dahingestellt.