Anfängertipps: Trockenflusstäler Damaraland

3 Antworten · 1'329 Aufrufe · gestartet 18. Sept. 2012 von Atomic Betty
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Themenstarter80 Beiträge · seit 201218. Sept. 2012 · #1
Liebe Fomis,

viele von euch haben ja, wie ich den Berichten entnehme, schon mal die Trockenflusstäter im Damaraland / Kaokoveld besucht. Wir noch nie, haben das aber im kommenden Jahr vor, und deshalb freuen wir uns über ein paar Tipps, wie man auch als Anfänger ein paar stressfreie Tage dort verbringen kann.

Unsere Fragen konkret:

Welche Trockenflusstäler sind im Damaraland gut zu befahren, d.h. gibt es solche, in denen die Gefahr stecken zu bleiben, geringer ist als in anderen? Enge Schluchten und Geröllhalden brauchen wir auch nicht unbedingt…

Wo sind erfahrungsgemäß die meisten Tiere (Giraffen, Elefanten?)

Was ist die beste Reisezeit? Ist November denkbar? Oder in der einsetzenden Regenzeit die Katastrophe schon vorprogrammiert?

Wir zögern noch ob Lodge oder Camping - kennt ihr schöne Unterkünfte?

Unser nächstes Reiseziel wäre das Dolomite Camp, Etosha. Was würdet Ihr vorher machen (startend von Windhoek?)

Danke schon mal im Voraus für eure Tipps!

Viele Grüße

Bettina
983 Beiträge · seit 201118. Sept. 2012 · #2
Also das ist sehr schwierig zu beantworten:

Ich fahre nicht in Flussbetten entlang, sondern nur durch solche zügig durch. Steckenbleiben ist meist stressig und häufig arbeitsintensiv. Die Täler als solche sind meistens gut erreichbar, wenn eine D-Straße dorthin führt.

Tierbeobachtung ist in Flusstäler schwieriger als in Parks wie Etosha.

Auch finde ich es schwierig 4-x4-Fahrtipps zu geben, wenn man nicht weiss, was für einen Hobel ihr fahren werdet. Mit einem Suzuki Jimmy würde ich vieles nicht machen, was ich mit einem richtigen 4x4 machen würde.

Und wer noch nie dort war, und dann in das Kaokoveld ... Damaraland ja, aber Kaokoveld würde ich nicht als erstes ansteuern.

November ist meines Erachtens kein Problem.

Schöne Unterkünfte ist auch sehr relativ, wenn man keine konkrete Route festlegt. Und wenn die Spannbreite von Lodge bis Camping reicht, was soll man da empfehlen. Ich empfehle Lodges, Rindfleisch und Windhoek Lager ...

Wenn du etwas mehr Infos gibst, wird dir sicher auch mehr geholfen ...
Beste Grüße rhh64
Gast18. Sept. 2012 · #3
Hallo Bettina,

wie Ralf schon schreibt, ist es immer ein bisschen schwierig da Tipps zu geben. Man hat dann irgendwo ein bisschen Verantwortung, die Leute nicht in Situationen zu bringen, die möglicherweise böse enden. Falls es Eure erste Namibiareise ist, dann vielleicht erst einmal andere Sachen erleben. Und wenn ihr mit einem Mietwagen unterwegs seid, dann sprecht vorher mit dem Vermieter über die Route und etwaige Konsequenzen.

Kurzer Überblick über die 4 bekanntesten Flüsse in der Gegend:

Der Ugab auf Höhe der Brandberg White Lady Lodge ist ordentlich tiefsandig, aber ansonsten meines Erachtens recht einfach befahrbar. Mit Tieren hatten wir da im Mai und Juni bisher nie Glück. Etwa 5 Kilometer weiter westlich wird der Ugab dann aber anspruchsvoller (feucht) und noch weiter westlich wird er anscheinend auch nur sehr selten befahren. Bis da ein anderes Auto vorbei kommt, kann es lange dauern.

Der Aba Huab/Huab ist zwischen Aabadi Mountain Camp und De Riet meines Erachtens auch für Einsteiger ganz gut geeignet. Auch wieder schön sandig, aber alle paar Kilometer ist ein Camp oder ein Dorf. Bei Problemen sollte Hilfe in dem Bereich recht schnell erreichbar sein. Dahinter bis Peters Pool/Desolation Valley wird es fahrerisch nicht unbedingt schwerer, aber einsamer. Weiter sind wir noch nicht gefahren. Ich weiß nicht ob der Wind Müll verweht hat oder da illegal Müll hingekippt wird, aber zwischen Aba Huab Community Camp und Aabadi Mountain lag in diesem Jahr massenweise Müll im Aba Huab.

Das absolute Highlight ist für uns immer wieder der Hoanib. Hinter der Elephant Song Campsite gibt es in Richtung Die Poort (Westen) meistens eine Stelle mit Wasser und Matsch. Vielleicht besser über den Ganamub in den Hoanib fahren. Alles recht tiefsandig. Entweder bis Amspoort und zurück oder von Amspoort hoch an den Hoarusib und weiter nach Purros fahren.

Der Hoarusib hat südwestlich von Purros meistens stellenweise Wasser. Solange man in der Spur bleibt, ist er aber gut zu befahren. Seit die Löwen dort vergiftet wurden, ist er Weidefläche für Ziegen und Rinder. Nördlich von Purros ist der Hoarusib weiter, aber sehr schön und es gibt fantastische Viewpoints. Die sandige Strecke im Flussbett ist meines Erachtens einfacher und besser als die Piste am östlichen Ufer. Nicht weiter als bis zur Querverbindung zum Khumib fahren.

Ansonsten: Festfahren kann man sich immer mal. Ist nicht schlimm. Passiert den Profis auch mal - die geben es teilweise nur nicht zu. 😎 Wichtig ist, dann eine solide Idee zu haben, wie man das Problem löst und keine weiteren Fehler zu machen. Wenn man im Sand fest steckt, kann man beim Versuch frei zu kommen z.B. problemlos innerhalb einer Minute die Kupplung verbrennen. Und weil das Anfänger so häufig machen, sind Kupplungen bei den meisten Vermietern in Namibia nicht versicherbar. Außer derzeit am Hoarusib müsst Ihr da überall mit Löwen rechnen. Ein Satellitentelefon zur Absicherung ist eine gute Idee. Essen für mehrere Tage und Wasser für mindestens eine Woche verstehen sich in abgelegenen Gegenden von selbst. Vielleicht ist auch ein kleiner Offroadfahrkurs in Deutschland oder Namibia drin.

Ansonsten einfach genießen. Ich empfinde es immer wieder als riesiges Privileg, die fantastischen Trockenflüsse einfach so ohne Reglementierungen, Zwangsguide o.ä. befahren zu können.

Beste Grüße

Guido
zuletzt bearbeitet 18. Sept. 2012
Themenstarter80 Beiträge · seit 201219. Sept. 2012 · #4
Hallo Ralf und Guido,

ganz herzlichen Dank für euren ersten Überblick und dir, Guido, vor allem danke für die "Vorstellung" der einzelnen Täler. So kompromiert habe ich das bislang nirgendwo gefunden.
Mit den Tipps können wir schon mal in die erste grobe Planung gehen, und sollten dann noch Fragen aufkommen, dann darf ich mich vielleicht noch mal an die Profis wenden?!

Viele Grüße an euch beide

Bettina

PS: Nein, keine Anfänger. und auch kein Baby-Auto. Und SAT-Phone usw. alles an Bord. Aber wir wissen, was steckenbleiben bedeutet...