Tolle Unfallhilfe in Namibia

15 Antworten · 5'901 Aufrufe · gestartet 05. Aug. 2012 von JUSchulz
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Themenstarter23 Beiträge · seit 201205. Aug. 2012 · #1
Hallo miteinander,

da ich in einem anderen thread darum gebeten wurde, möchte ich gerne an dieser Stelle von unserer aktuellen Erfahrung der Regulation/Hilfe bei Unfällen berichten. Vielleicht helfen diese Informationen dem ein oder anderen.
Unsere diesjährige Reise von Cape Town nach Windhoek haben wir über Iwanowski in Dormagen zusammen stellen lassen. Recht kurz vor dem Abflug haben wir mit etwas Glück noch einen Toyota Hilux über Budget bekommen, und das zu einem sehr guten Preis. Vielleicht ist das sonst nicht so ein Problem, aber in diesem Jahr konnten wir erst wenige Wochen im Voraus in die Planung gehen.

Etwa 20 km nördlich von Mata Mata bei der Ausfahrt aus dem Kgalagadi ereilte uns auf guter Schotterstrecke dann ein Schicksalsschlag. Vielleicht lag es daran, dass wir den Reifendruck nach der Sandpiste aus der !Xaus-Lodge noch nicht wieder erhöht hatten, weil es ja unbefestigt weiterging, vielleicht war genau diese Strecke auch zu gut und wir ein wenig zu schnell. Jedenfalls überholte uns in einer langgezogenen, aber enger werdenden und nach aussen abfallenden Linkskurve unser Heck. Versuche des Gegenlenkes waren erfolglos und irgendwann mussten wir uns unserem Schicksal ergeben. Der Randwall vom Abräumen des Tracks wurde zur Sprungschanze und etliche Überschläge folgten. Irgendwann lagen wir dann auf der Seite. Das Auto wohl Totalschaden und wir gottlob bis auf Prellungen und Schrammen sowie einen lähmenden Schock, eigentlich unverletzt.
Sobald wir uns halbwegs gesammelt hatten und ich wenigstens an einen Teil der Reiseunterlagen kam, versuchten wir zunächst, den in Namibia für uns zuständigen Reiseveranstalter (AbenteuerAfrika - Swakopmund) anzurufen - leider kein Netz. Also Plan B: soweit uns möglich, begannen wir, unser Gepäch einzusammeln und neben der Strecke aufzubauen. Nach ca. 20 min? - ich weiß es nicht, fühlte sich aber für die Verhältnisse schnell an - kam eine Reisegruppe aus RSA mit 3 Geländewagen. Nachdem offensichtlich wurde, dass wir nichts Böses im Schilde führten (das Auto konnte man nicht sehen), haben wir eine unglaublich nette Hilfe erfahren. An dieser Stelle unser aufrichtiger Dank. Leider haben wir in der Aufregung nicht bedacht, Adressen hierfür zu notieren. Gemeinschaftlich haben wir unser Hab und Gut eingesammelt und auf die 3 Wagen verteilt. Mittels einer Seilwinde konnten wir den Toyota wieder auf die Füsse stellen und alles bergen.
Nach kurzer Abwägung entschieden wir, zurück zum Grenzposten Mata Mata zu fahren. So konnten wir den Unfall polizeilich aufnehmen lassen, so dass das schon einmal erledigt war. Auch in Mata Mata gibt es kein Handynetz. Parallel zu unseren Rückfragen bei Abenteuer Afrika hat ein Grenzbeamter unseren genialen Weitertransport organisiert.
2 Ambulanzen wurden angefordert. Die eine in Keetmanshoop, eine zweite in Koes.Letztere traf ca. 3,5 h nach dem Unfall in Mata Mata ein. Es kam ein Toyota-Kombi mit Matratze auf der Ladefläche sowie 3 Personen. Wir kamen dann mit 3 Personen samt Gepäck hinzu. In Lichtgeschwindigkeit ging es dann nach Koes in die "Klinik". Etwa zeitgleich traf dort die zweite Ambulanz ein. Dies war schon ein richtiger Krankentransportwagen, allerdings so altersschwach, dass er wohl das Gewicht nicht halten würde. Es wurde einiges Besprochen und organisiert und dann ging es eben doch mit diesem Auto weiter nach Keetmanshoop. Mit Blau-Rot-Licht durch die Ausläufer der Kalahari! Auf halber Strecke wurden wir dann in einen PKW des Gesundheitsministeriums umgeladen, während unser Gepäck in der Ambulanz weiterreisen durfte. Irgendwann kamen wir dann im Krankenhaus Keetmanshoop an, wo uns nach wenigen Minuten ein Privatarzt checkte. Die ganze Prozedur dauerte 11/2 Stunden und gegen 21 Uhr wurden wir nach einem kurzen Anruf vom Manager der Central Lodge im Krankenhaus abgeholt. Das waren dann vom Unfall an etwa 9 Stunden. Nicht auszudenken, wenn wir ernsthaft verletzt worden wären. Ob wir einen Privatarzt wollten, wurden wir in der Klinik gefragt. Was da auf uns zu kommt, weiß ich noch nicht, aber das ist versichert und sicher nach den Erlebnissen zweitrangig. Was uns sehr, sehr nachdenklich gestimmt hat: während der ganzen Zeit haben wir für den Rest der Klinikpatienten - und denen ging es sicher schlechter als uns - keinen Arzt gesehen.
Die große Überraschung kam am Ende: auf die Frage, was wir denn nun für diesen ganzen Aufwand zu zahlen hätten und ob ich irgendwo Adresse und Kreditkarte hinterlegen solle, bekamen wir die lächelnde Antwort: Nichts - das trägt der Staat. Das war unerwartet und toll. Nach bisheriger Information gibt es wohl einen Aufschlag im Spritpreis, über den dieses System finanziert wird. Sollte man mal für Deutschland überlegen!

Durch diese Transportorganisation sind wir am Ende noch am gleichen Tag in der Unterkunft angekommen, die sowieso vorgebucht war. Das war schon klasse überlegt!
Währenddessen hatte AbenteuerAfrika schon alternative Unterkunftsmöglichkeiten angefragt und versucht, uns irgendwo unterzubringen, falls das so nicht geklappt hätte. Wie es in diesem Fall gewesen wäre, kann man so natürlich nicht sagen. Für uns hatte das so ein gutes Ende und die Reise konnte unverändert fortgeführt werden.
Weiterhin wurde von Swakopmund aus mit Budget konferiert. Noch am Abend wurde uns aus Windhoek ein neues Auto zugestellt und nachts um 2 Uhr stand ein Transporter mit einem Nissan 4WD vor der Lodge. Klasse.
Zuletzt wurde auch die Bergung und der Abtransport unseres Unfallwagens aus Mata Mata organisiert. Der Abschleppwagen kam uns zwischenzeitlich entgegen. Geschleppt wurde wohl bis Keetmanshoop. Aber das wissen wir noch nicht genau. Den genau dieser Wermutstropfen bleibt an der sonst so überraschend positiven Erfahrung haften. Denn die Abschleppkosten vom Unfallort bis zu nächsten Zentrale des Vermieters sind ebenso wenig versichert wie der Antransport des neues Autos. So steht es jedenfalls im Mietvertrag, egal wieviel Super Cover man auch abgeschlossen hat. Was das am Ende kostet, wir werden berichten! Aber wir sind gesund geblieben, das ist die Hauptsache.

Leonie, Silke & Uwe Schulz
Als die ersten Missionare nach Afrika kamen, besaßen sie die Bibel und wir das Land. Sie forderten uns auf zu beten. Und wir schlossen die Augen. Als wir sie wieder öffneten, war die Lage genau umgekehrt: Wir hatten die Bibel und sie das Land. Desmond Tutu
874 Beiträge · seit 200805. Aug. 2012 · #2
Ich freue mich das nichts schlimmeres passiert ist
Leider hört man aber auch immer wieder das Ambulanzen als Taxis missbraucht werden. Das hat zur Folge das oft keine Krankenwagen zur Verfügung stehen und das hat natürlich schon mal schlimme folgen
Gut das ihr für eure schrammen und verletzungen einen Krankentransport ergattern konntet. Wurdet ihr im Krankenhaus auch behandelt?
Drücke euch die Daumen das die abschleppkosten überschaubar bleiben
AnitA
ab 23.April 2019 für immer nach Namibia unser Blog: www.outinafrica.com.na
zuletzt bearbeitet 05. Aug. 2012
Themenstarter23 Beiträge · seit 201205. Aug. 2012 · #3
Danke für dein Antwort, Anita.
Der Aspekt mit dem Taxi ist sicher nicht zu verachten und trifft ja im weiteren Sinne auch bei uns zu. So schlimm verletzt waren wir nun auch wieder nicht. Aber aus persönlicher Sicht war das für uns schon die Rettung.

Uwe
Als die ersten Missionare nach Afrika kamen, besaßen sie die Bibel und wir das Land. Sie forderten uns auf zu beten. Und wir schlossen die Augen. Als wir sie wieder öffneten, war die Lage genau umgekehrt: Wir hatten die Bibel und sie das Land. Desmond Tutu
3'175 Beiträge · seit 200605. Aug. 2012 · #4
Hallo Uwe!

schoen dass euch nicht soviel passiert ist.

wenn du deine Ersthelfer wirklich finden moechtest, dann geh einfach auf die website von t4a (tracks for africa), denke die findest du da locker

Gruss aus Rundu
Gruss Joerg Es gibt NIX, das es nedd gibt
4'451 Beiträge · seit 200805. Aug. 2012 · #5
Hallo Leonie, Silke & Uwe Schulz,

Uve Du schreibst :
"Etwa 20 km nördlich von Mata Mata bei der Ausfahrt aus dem Kgalagadi ereilte uns auf guter Schotterstrecke dann ein Schicksalsschlag. Vielleicht lag es daran, dass wir den Reifendruck nach der Sandpiste aus der !Xaus-Lodge noch nicht wieder erhöht hatten, weil es ja unbefestigt weiterging, vielleicht war genau diese Strecke auch zu gut und wir ein wenig zu schnell. Jedenfalls überholte uns in einer langgezogenen, aber enger werdenden und nach aussen abfallenden Linkskurve unser Heck. Versuche des Gegenlenkes waren erfolglos und irgendwann mussten wir uns unserem Schicksal ergeben. Der Randwall vom Abräumen des Tracks wurde zur Sprungschanze und etliche Überschläge folgten."........

vielen Dank für diese ehrliche Schilderung des Unfallhergangs.:) Ich freue mich sehr, das nicht mehr passiert ist.
Liebe Grüße
Cécile 🙂
"I never knew of a morning in africa when I woke up and was not happy". Ernest Hemingway Reisebericht:2010 "Nach 4 Anläufen als Selbstfahrer in Namibia" http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/140297-nach-4-anlaeufen-als-selbstfahrer-in-namibia.html Reisebericht 2011 Eine neue Erfahrung.... http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/187663- eine-neue-erfahrung.html 2007 ,2008 ,2009 2mal ,2010,2011 Namibia Botswana. 2011 Shanghai, 2012 Florida Virgin islands Karibik. 2012 Namibia und KTP 2013 Das erste Mal Südafrika Kruger NP 2014 Kapstadt und Kruger NP 2015 Kruger National Park 2016 kruger National Park 2017 Kruger National Park 2 KLICKS auf die "SONNE" und man liest den Reisebericht OHNE Kommentare !!!!!
727 Beiträge · seit 200805. Aug. 2012 · #6
Danke, dass Du hier nochmal die Details beschrieben hast. Wie Jaw schon im anderen Thread gepostet hat, stehen hier immer ziemliche Horrorszenarien im Raum, wenn ein Unfall ohne Fremdbeteiligung von der Versicherung gezahlt werden soll.

Kannst Du sagen, was in eurem Vertrag stand? War ein solcher Unfall regulär versichert oder war der Vermieter kulant.

Gruß

Dino
4'528 Beiträge · seit 200705. Aug. 2012 · #7
Hallo Uwe,

auch ich möchte Dir für die Schilderung Eures schlimmen Unfalles bedanken und freue mich, daß Euch nichts noch Schlimmeres passiert ist.
So etwas kann man als Warnung nicht oft genug lesen. Und ich habe bei einigen langen Kurven auch schon ganz schön geschwitzt. Bisher hatten wir allerdings einen Schutzengel und inzwischen fahre ich vorsichtiger als früher.

Haltet uns doch bitte auf dem Laufenden, was aus der Schadensabwicklung wird.
Ich drücke Euch die Daumen, daß es bei den Abschleppkosten bleibt.

Viele liebe Grüße und alles Gute für Euch
Casimodo
Profilseite mit 28 Reiseberichten südliches Afrika sowie Kenia, Bangkok Kambodscha, Marokko und Lofoten Vesteralen
zuletzt bearbeitet 05. Aug. 2012
Themenstarter23 Beiträge · seit 201205. Aug. 2012 · #8
Hallo Jörg,

Guter Tipp, werde ich versuchen! Danke.

Uwe
Als die ersten Missionare nach Afrika kamen, besaßen sie die Bibel und wir das Land. Sie forderten uns auf zu beten. Und wir schlossen die Augen. Als wir sie wieder öffneten, war die Lage genau umgekehrt: Wir hatten die Bibel und sie das Land. Desmond Tutu
zuletzt bearbeitet 05. Aug. 2012
Themenstarter23 Beiträge · seit 201205. Aug. 2012 · #9
Hallo Dino, Hallo JAW,

na, dass sind ja tolle Aussichten. Wer weiß, was noch kommt. Immerhin durften wir ausreisen.

Also zum Mietvertrag. Das ist der Standard von Budget mit SDW. Und da heißt es:

4. Payments:
4.1.4. das wir für alle Schäden und/oder Verlust aufzukommen haben, die beim Abschleppen zum Anmiet/Abgabeort oder einem anderen, vom Vermieter bestimmten Ort aufzukommen haben.

5. Liability Waiver
5.1. Wenn der Mieter/Fahrer im Vorfeld eine solche Zusatzpolice (CDW/SCDW) abgeschlossen hat, beschränkt sich die Haftung auf den umseitig genannten Selbstbehalt

5.2. Ausgenommen sind Schäden durch Schlaglöcher, Sandstürme, Schotter und Sand. In diesem Fall gilt die volle Haftung durch den Mieter (Anm. hier steht nichts von Eigenverschulden, Schotter dürfte sich auf fliegenden Steine etc. beziehen).

5.5.Eine Verwaltungsgebühr sowie Abschleppgebühren sind nicht Teil des Verschicherungsschutzes und vom Mieter zu zahlen.

Das sind so die Punkte, die ich im Vertrag gefunden und soweit übersetzt habe.

Es gibt also sicherlich einen erheblichen Auslegungsspielraum. Andersherum geht aus den Bedingungen auch nicht hervor, dass ein Dritter beteilitgt sein muss.

Habe mal die beiden interessanten Absätze von der Budgetseite kopiert. Entspricht dem Wortlaut unseres gedruckten Vertrages.
Als die ersten Missionare nach Afrika kamen, besaßen sie die Bibel und wir das Land. Sie forderten uns auf zu beten. Und wir schlossen die Augen. Als wir sie wieder öffneten, war die Lage genau umgekehrt: Wir hatten die Bibel und sie das Land. Desmond Tutu
2'664 Beiträge · seit 201205. Aug. 2012 · #10
Toll, daß es mal eine ehrliche Beschreibung zu einem Unfallhergang gibt, zu dem gottseidank ein größerer Personenschaden nicht zu verzeichnen war.

Aber es stellt auch noch einmal realistisch das Problem zu hohen Tempos auf Schotterstraßen dar, besonders wo beim Fahrer vermutlich nicht allzu viele Erfahrungen auf Straßen dieser Art vorhanden waren. Oder waren es die zu weichen Reifen?

Normalerweise werden "geplatzte Reifen" als Grund angegeben, wobei die Verunfallten vergessen, daß bei zu schnellem Fahren als Grund ein Nachweis der wahren Ursache oftmals leicht zu führen ist.

Ein Beispiel:
Ende April kamen wir auf wahrscheinlich der gleichen Strecke nördlich Mata Mata auf einen Unfall ab, wo ein (gemieteter) Hyundai mit dem Heck gegen einen Hügel neben der Schottestraße auflag, mit allen Rädern frei hängend. Es war ein junges Paar, die schilderten, ein Reifen sei geplatzt und er hätte die Kontrolle über das Fahrzeug verloren. Es war kein großer Akt, den Wagen mit dem 4x4 auf die Straße zu ziehen. Zwei Räder waren platt, nur ein Reservereifen dabei. Also pumpten wir die Räder auf, aber die Reifen verloren Luft am Abschluß zur Felge. Wir drückten sie von der Felge, denn es hatten sich Steinchen dazwischen gedrückt. Nach der Reinigung pumpten wir die Reifen auf und gossen CocaCola als Dichthilfe zwischen Felge und Reifen. Und siehe da, nicht nur der eine, sondern beide Reifen waren dicht und OK.
Es war dem Fahrer aber sichtlich peinlich, darauf hingewiesen zu werden, daß wohl kein Reifenplatzer, sondern zu schnelles Fahren die Ursache waren (es waren keine KTP-Besucher). Das Weitere war seine Angelegenheit, denn die Schäden am Fahrzeug waren nicht unerheblich. Hier war gottseidank keinem der Beiden etwas passiert.

Kleiner Nachtrag zum KTP: Tatsache ist, daß die Mehrheit der Besucher nur die befestigten Hauptwege befahren. Es ist m.E. einfach Unfug von der Parkbehörde, von allen zu verlangen, ihre Reifen abzublasen. Real erforderlich ist es zweifelsohne für die Dünenstrecken, aber entlang der Hauptwege, die man selbst mit PKW´s befahren kann, eher schädlich als förderlich für das Reifenmaterial. Es gibt bestimmt nicht wenige Besucher, die außerdem bei Verlassen des Parkes vergessen, ihre Reifen wieder auf zu pumpen. Da können mit zu weichen Reifen natürlich auch solche Unfälle in Kurven passieren, wie hier im Ausgangsthread beschrieben.

Es ist einfach ein Teufelskreis, in dem Betroffene sich hier wiederfinden können, besonders wenn der Betroffene dann in Wirklichkeit nicht zu schnell gefahren ist, sondern das Reifenmaterial physikalisch versagt hat aufgrund zu niedrigen Luftdruckes. Es ist genau hier, wo der Streit bezüglich "Verschuldens" beginnt. Wer dann kein Vollkasko hat, ist der "Gekniffene".
727 Beiträge · seit 200805. Aug. 2012 · #11
Hallo Uwe,

wollte Dich jetzt nicht beunruhigen. Wahrscheinlich habt Ihr aber Glück, dass ihr in Deutschland gebucht habt. Bei Iwanowski ist nur grobe Fahrlässigkeit ausgeschlossen, aber der berüchtigte Passus mit dem Haftungsausschluss bei Unfall ohne fremdes Fahrzeug steht da nicht.

http://www.afrika.de/safecars-by-budget-namibia-mietwagen.html (die Mietbedingungen befinden sich unten auf der Seite!)

Im Zweifel würde ich mich auf die deutschen Mietbedingunen berufen.

Gruß

Dino
zuletzt bearbeitet 05. Aug. 2012
Themenstarter23 Beiträge · seit 201205. Aug. 2012 · #12
Danke Dino, jetzt können wir doch wieder schlafen! Jedenfalls bis auf Weiteres.;-)
Als die ersten Missionare nach Afrika kamen, besaßen sie die Bibel und wir das Land. Sie forderten uns auf zu beten. Und wir schlossen die Augen. Als wir sie wieder öffneten, war die Lage genau umgekehrt: Wir hatten die Bibel und sie das Land. Desmond Tutu
Themenstarter23 Beiträge · seit 201205. Aug. 2012 · #13
Danke für deinen Beitrag. Genau so hat es sich verhalten. Ein Reifenplatzer hatten wir nicht, jedenfalls haben wir nichts gehört. Alle 4 Reifen waren nach dem Unfall von der Felge, ob durch den Unfall oder als Ursache, wird wohl immer ein Geheimnis bleiben. Die Summe der Ursachen war aber sicher der Untergrund, der Reifendruck, die mangelnde Erfahrung und sicher auch ein Quentchen zuviel Speed. Das geht ganz klar auf unsere Kappe. Schön, dass wir noch aus Erfahrungen lernen können, denn in Afrika waren wir sicher noch nicht das letzte mal. Ob wir aber noch einmal einen Wagen von Budget bekommen?????
Als die ersten Missionare nach Afrika kamen, besaßen sie die Bibel und wir das Land. Sie forderten uns auf zu beten. Und wir schlossen die Augen. Als wir sie wieder öffneten, war die Lage genau umgekehrt: Wir hatten die Bibel und sie das Land. Desmond Tutu
3'080 Beiträge · seit 200906. Aug. 2012 · #14
Hallo Uwe,

ich hatte zwar glücklicherweise noch keinen Unfall habe aber bereits einen Motorschaden im Chobe NP hinter mir. Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen das wir danach wieder einen Wagen des gleichen Vermieters bekommen haben, der Service war sogar noch besser, also mach dir da mal keine Gedanken, da gibts nach meiner Erfahrung keine schwarze Liste auf der du jetzt stehst...

lg sasowewi
19 Beiträge · seit 201206. Aug. 2012 · #15
Ein Glück ist Euch nichts Schlimmes passiert und Ihr seid mit ein paar Kratzern und blauen Flecken davongekommen!

Ich kann mich gut in Eure Situation einfühlen, da auch wir auf unserer Reise (Juni/Juli) einen Unfall mit Überschlag hatten.
Ähnlich wie bei Euch haben wir uns ohne "Fremdeinwirkung" überschlagen, es war also kein anderes Fahrzeug involviert.
Die Versicherung hat in unserem Fall anstandslos gezahlt, obwohl im Vertrag eigentlich stand, dass Überschläge (die wurden hier wörtlich aufgeführt) nicht abgedeckt sind, sofern nicht ein anderes Auto beteiligt ist. Man muss hier aber 2 Arten von Unfällen unterscheiden. Einmal Unfälle die wie bei Euch (und uns auch) auf einer Straße während einer "normalen" Fahrsituation passiert sind und Unfällen die aus Situationen resultieren die durch den Fahrer bewußt herbeigeführt wurden (z.B. Überschlag beim Dünenfahren). Erstere werden (zumindest bei uns) von der Versicherung bezahlt, zweitere nicht. In der Regel ist der Mietwagen zudem mit einer entsprechenden Sensorik versehen (BlackBox), anhand deren Daten der Unfall rekonstruiert werden kann. So kann die Versicherung ausschließen, dass man den Wagen nach einem Unfall beim Offroadfahren noch schnell zu einer Straße geschleppt hat.

Die Bergungskosten hat bei uns ebenfalls die Versicherung gezahlt, wobei es bei uns allerdings nur ca. 45 km bis zur nächsten Werkstatt waren. Wir mussten den Transfer des neuen Wagens zahlen und der nicht unerheblich Selbstbehalt für den von uns geschrotteten Wagen war futsch.

Ich drücke Euch jedenfalls die Daumen, dass Ihr nach dem Unfall nun auch das Prozedere mit der Versicherung glimpflich übersteht.
Themenstarter23 Beiträge · seit 201206. Aug. 2012 · #16
Na, dann kann man ja nur sagen: willkommen im Club!
Vielen Dank für euren Kommentar, der uns aufgebaut hat. Bei all dem Glück, dass wir alle hatten, ist es trotzdem aufbauend, mit solchen Erlebnissen nicht alleine zu sein.
In der Zwischenzeit haben wir eure intensive Schilderung gelesen und sind beeindruckt, wie sachlich und doch plastisch die Schilderung ist. Toll formuliert. Da finden wir irgendwie alles wieder: die Gefühle, als es passierte, der Moment, den Wagen aufzugeben, den kurzen Gedanken, es würde nicht so schlimm, dann aber immer weitere Überschläge, der Moment, wo man aufhört zu denken, die angstgeprägte Frage nach den anderen, Schockstarre, Zwangshandlungen nach dem Unfall, während die Helfer tatsächlich denken und helfen, das Wiederfinden von Schuhen und Wandersocken irgendwo in den Büschen.... Wirklich alles so, wie wir es empfunden haben. Irgendwie sah auch unser Wagen nach den Überschlägen dem euren ziemlich ähnlich;-) Und auch wir hatten dann die nächste Übernachtung in der Canon Lodge.
Danken wir unseren Schutzengeln, die wir wohl mehr als reichlich hatten.

LG Uwe
Als die ersten Missionare nach Afrika kamen, besaßen sie die Bibel und wir das Land. Sie forderten uns auf zu beten. Und wir schlossen die Augen. Als wir sie wieder öffneten, war die Lage genau umgekehrt: Wir hatten die Bibel und sie das Land. Desmond Tutu