MEMeikeThemenstarter27 Beiträge · seit 200621. Okt. 2006 · #1Hallo zusammen!
zusammen mit einer Freundin möchte ich im nächsten Jahr für gut 2 Wochen Namibia bereisen. Die Route steht schon fest: Windhoek, Sossusvlei, Swakopmund, Damaraland, Etosha. Gerne möchten wir auch ein Himbadorf besuchen. Es soll eins nahe der Grootberg Lodge geben. Oder muss man doch ganz hoch in den Norden fahren? Vielleicht kann mir jemand ein paar Tipps geben. Schon mal Danke!
Viele Grüße
Meike
Misch6 Beiträge · seit 200622. Okt. 2006 · #2Hallo Meike
Ja es gibt nahe der Grootberg Lodge und auch auf der weiteren Strecke zwischen dem Grootbergpass und Sesfontein einige Möglichkeiten ein Himbadorf zu besuchen. Teilweise wird auch in den umliegenden Dörfern Werbung mit einem Himbabesuch gemacht (bsp. Palmwag).
Wir sind soeben zurück aus Botswana/Namibia und haben zwei Tage in der Grootberg Lodge verbracht (was ich übrigens jedem wärmstens empfehlen kann). Diese bieten auch Ausflüge in ein Himbadorf an. Wir haben diese zwar nicht besucht, die anderen Gäste waren jedoch begeistert. Auf diese Weise fallen die Touristen nur in kleinen Gruppen in das Dorf ein und ein Guide übersetzt für euch, so dass ihr auch ein richtiges Gespräch mit den Leuten führen könnt.
Als kleiner Vorgeschmack ein Foto unseres Bungalows in der Grootberg Lodge.
Liebe Grüsse
Misch
Misch6 Beiträge · seit 200622. Okt. 2006 · #3Sorry hier auch noch das Bild.
Gruss Misch

NAnamib2006100 Beiträge · seit 200622. Okt. 2006 · #4Hallo Meike,
wir waren im September in Namibia und haben uns lange vorher überlegt, ob wir wirklich ein Himbadorf anschauen wollen. zu dieser Zeit wurde dies auch hier im Forum heiss dikutiert, vor allem hatten sich einige gemeldet, die den Verfall der Himbakultur in den letzten Jahren miterlebt hatten, so dass wir uns eigentlich entschieden hatten, dabei nicht mit zu machen. Vor Ort bekamen wir dann über Bekannte, die wir immer wieder trafen und die total begeistert von einem Ausflug in ein Himba-Waisendorf waren (wurde von der Vingerklip aus organisiert). Sie fanden alles so natürlich, nicht touristisch versaut und machten uns so viel Lust, dass wir dann doch auch den Trip machten. Als Selbstfahrertour, und als wir in dem kleinen Dorf ankamen, waren wir da eeben nicht wie die Beiden ganz allein, sondern gleichzeitig kam noch ein Nomade-Tours Bus an, und noch ein paar andere Autos. Wir waren mehr Weisse als Himbas, diese fühlten sich sichtlich überfallen, begafft und unwohl, und wir nach kurzer zeit nicht weniger !! Wir haetten am liebsten die Flucht ergriffen. Als dann noch ein Deutscher , kaum hatte er das Dorf betreten, den Rucksack aufriss und gönnerhaft Kugelschreiber an die vielen Kinder verteilte, und sich dabei sagenhaft toll vorkam, war es einfach nur traurig zu sehen, dass diese Kultur eben schon völlig zerstört ist, von uns touris, von unseren materialistischen Welt und von Begriffen wie Eifersucht und Neid, die die Himbas eigentlich früher noch nicht kannten. Und als dann einige versuchten diesem Großkotz von Deutschen klar zu machen, dass das zwar nett gemeint war, aber vielleicht nun doch nicht so toll wie er es selber empfand, nur völliges Unverständnis. Kein Verstehen dafür, dass diese Kinder mit Kugelschreibern nichts anfangen können, dass sie auch kein Papier kennen.....
Wir haben den Ausflug in dieses Himbadorf bereut, denn es hat uns sehr traurig gemacht, zu sehen, wie eine ursprünglich sehr friedliche Kultur, die mit ihren eigenen Regeln und in ihrem eigenem Umfeld sehr gut funktioniert hat, vermarktet wird. Die Frauen zeigten deutlich, dass sie sich begafft fühlten, und uns war das Ganze sehr peinlich. Wir fühlten uns auf irgendeine Art schuldig. Auch, wenn die Menschen wunderschön anzusehen sind, und es interessant war mal vor Ort zu sein, wir würden es nie wieder machen ! 🙁
Natürlich werden wir durch unsere Einstellung nichts verhindern und auch nicht rückgängig machen können, und wahrscheinlich wird es vielleicht in 10 Jahren schon keine Himbas mehr geben, die auf ihre ursprüngliche Art und Weise in Verbundenheit mit der Natur leben, aber vielleicht denkt ihr nochmal darüber nach, ob ihr das wirklich unbedingt gesehen und unterstützt haben wollt....
Liebe Grüße,
Sandra
Träume nicht Dein Leben, lebe Deinen Traum !
Bazi2'721 Beiträge · seit 200622. Okt. 2006 · #5Hallo Meike
Ich weiss, das Thema Himba wird und wurde heiss diskutiert und die Art und Weise wie manche Himba-Dörfer besucht werden ist schon bedenklich.
Ich habe bis jetzt 2 Mal Himbas besucht. Das 1. Mal in Begleitung eines Guides mit mehreren Teilnehmern. Diesen Besuch würde ich nie mehr machen. Es ist wirklich eine Gafferei. Wennn sich auch unsere Gruppe sehr zurückgehalten hat und sie anscheinend vorher alle etwas informiert haben.
Das 2. Mal sind wir als Selbstfahrer bei einer Himbafamilie vorbei gefahren, die sich auf dem Land eines Farmers niedergelassen hat. Diese Familie lebt voll selbstständig auf dem Farmgelände. Die Farmersfamilie hat ein Auge auf sie und helfen, aber nur wenn es gewünscht wird und auch nur, wenn es sinnvoll und nicht nur der Bequemlichkeit der Familie dient. Zum Beispiel, wenn es dringende medizinische Hilfe braucht. Man kann diese Familie nur besuchen, wenn es die "Chefin" der Familie erlaubt. Wenn sie schlechte Laune hat geht das nicht.
Ich fand diese Regelung recht gut.
Wenn es Dich interessiert wo das war, schreib mir. Ich teile Dir die Adresse gerne mit.
MEMeikeThemenstarter27 Beiträge · seit 200627. Okt. 2006 · #6Hallo Misch,
vielen Dank für diesen Tipp und auch für das tolle Foto!
Gruß
Meike
joli3'491 Beiträge · seit 200627. Okt. 2006 · #7Hallo Namib2006, hallo Bazi,
danke für Eure Beiträge. Ich komme mir manchmal sehr oberlehrerhaft vor, wenn ich meine Bedenken gegen einen Besuch bei den Himba äußere. So, wie Ihr Beiden Eure persönlichen Eindrücke schildert, kam ich mir auch vor. Ich habe kein "Patentrezept" anzubieten, aber wenn Himba-Besuch, dann bitte nur mit sach- und stammeskundiger Führung und nicht auf eigene Faust. Wenn Himba-Kinder vorbeifahrende Autos mit Steinen bewerfen, weil die Insassen nicht mal Bonbons "abladen", dann ist das nicht die Schuld der Himba, sondern die Rechnung für unverantwortliches Verhalten von Touristen. So sehe ich das zumindest.
Gruß Joli
Armin2'346 Beiträge · seit 200627. Okt. 2006 · #8Mensch joli, kaum bist du wieder zurück und schon mischst du dich in ein so "heißes" Thema ein 😉
Aber wie die Zeit vergeht... Man sollte kaum meinen, dass die 17 Wochen eures Urlaubs (oder waren es 18?) schon wieder rum sind 😉
Erst mal herzlich willkommen. Ich hoffe, alles ist reibungslos verlaufen und ihr seid beide wohlbehalten gelandet und musstet keine negativen Erfahrungen machen. Bin schon sehr gespannt auf euren Reisebericht.
Gruß
Armin
MEMeikeThemenstarter27 Beiträge · seit 200628. Okt. 2006 · #9Hallo Sandra,
ich kann mir gut vorstellen, dass diese Situation mit vielen Touristen, die quasi überfallartig in dem Himba Dorf auftauchen, äußerst unangenehm für alle Beteiligten war.
Sollten wir ein Himba Dorf besuchen, würden wir dies nur mit einem kundigen Guide tun, der sich zuvor bei den Dorfbewohnern vergewissert hat, dass unser Besuch ok ist.
Viele Grüße
Meike
MEMeikeThemenstarter27 Beiträge · seit 200628. Okt. 2006 · #10Hallo Bazi,
wie ich schon Sandra geschrieben habe, würden wir nicht ohne vorheriges Einverständnis der Himba deren Dorf besuchen.
Ich würde mich freuen, wenn Du mir Näheres über die Himba-Familie, die du getroffen hast, schreibst.
Danke und noch einen schönen Abend!
Gruß
Meike
Sanne2'462 Beiträge · seit 200628. Okt. 2006 · #11Hallo Joli,
herzlich willkommen zurück. Freue mich schon auf einen hoffentlich sehr ausführlichen Bericht.
Kann mich Deiner Meinung nur anschließen - wir werden von einem Besuch eines Himba-Dorfes sicher Abstand nehmen und haben es bei unserem letzten Besuch in Namibia auch getan.
Ich hätte immer irgendwie ein Gefühl eines Zoobesuchs und käme mir dabei eigenartig vor. Ich fühle mich schon beklommen, wenn ich mir einen solchen Besuch vorstelle. Ist aber nur meine persönliche Meinung.
Als Kind war ich mit meinen Eltern in der ehemaligen DDR, um entfernte Verwandte zu besuchen - war das schlimmste Kaffeetrinken meines Lebens... ich starrte die an (ich war 7 Jahre alt) und die mich... kam mir zumindest so vor. Seitdem interesse ich mich nicht mehr dafür, "wie andere Menschen so leben"... zumindest will ich nicht in deren ganz private Umgebung. 🙂
Herzliche Grüße
Sanne
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
joli3'491 Beiträge · seit 200628. Okt. 2006 · #12Hallo Sanne,
vielen Dank für Dein herzliches Willkommen. Zu einem ausführlichen Bericht wird es aber nicht kommen, weil wir in den nächsten Monaten sicher mit der Nachbearbeitung unserer Fotos und Filme - und natürlich mit den Vorbereitungen für die nächste Reise beschäftigt sein werden. Ich will aber gerne versuchen, all denen, die in nächster oder naher Zukunft in Richtung Namibia aufbrechen, wie bisher ein bisschen bei der Vorbereitung zu helfen.
Gruß Joli
Sanne2'462 Beiträge · seit 200628. Okt. 2006 · #13Hallo Joli,
ja, fotos und Filme nehmen eine Menge Zeit in Anspruch. Ich habe letztes Wochenende unsere Fotoalben fertig gestellt, nach 4 Monaten. Jetzt gehts an den Videofilm.
Vielleicht stellst Du ja ein paar Fotos ins Forum. Das fände ich schön.
Bei der Länge Eurer Reise wirst Du Dich beeilen müssen mit der Bearbeitung, damit Du bis zur nächsten Fahrt fertig wirst, oder? Wieviel Material habt Ihr mit nach Hause geschleppt? 🙂
Herzliche Grüße
Sanne
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo